Kundenrezensionen


5 Rezensionen
5 Sterne:
 (5)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

39 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überragende Lucia, 7. Mai 2005
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lucia di Lammermoor (Ga) (Audio CD)
Wer hören will, was für eine große, gesunde Stimme die Callas einmal hatte, wer eine wirklich erfüllte Lucia-Aufnahme erleben will, kommt an dieser Einspielung nicht vorbei:
Die erste Aufnahme der Sängerin bei ihrer späteren Hausfirma EMI zeigt sie stimmlich noch, interpretatorisch schon in Bestform:
Anders als die meisten anderen Sängerinnen der Rolle bewältigt sie nicht nur die technischen Schwierigkeiten der Partie lehrbuchreif. Dazu verfügt sie über die Fähigkeit, durch perfekte Artikulation und Färbung der Stimme ein Charakterbild zu zeichnen zwischen Melancholie, Jubel, tiefstem Schmerz und dem fahlen Klang des puren Wahnsinns. Und während andere Sängerinnen die Koloraturkaskaden nur nutzen, um ihre technischen Fähigkeiten zu beweisen, dienen sie Callas als Mittel der Interpretation und Charakterisierung.
Dazu singt sie hier erstmals an der Seite ihres späteren Traumpartners Tito Gobbi, der einen ebenso dämonischen wie brutalen Enrico gibt - trotz einiger etwas geblökter Spitzentöne eine sehr beeindruckende Darstellung.
Giuseppe di Stefano protzt in jeder Szene mit seiner herrlichen Tenorstimme, die damals noch keine Abnutzungserscheinungen zeigte, und ist ein herrlich glühender Liebhaber, dem nur in seiner Arie im letzten Akt etwas die Pferde durchgehen - dann wird er etwas kitschig.
Also die absolute Erfüllung? Nicht ganz: Zum einen ist das Orchester nicht ganz überzeugend - ein bei Donizetti zwar sicher nicht entscheidender, aber nicht ganz nebensächlicher Faktor.
Außerdem ist die EMI bei der Restaurierung etwas über das Ziel hinausgeschossen: Zwar ist jedes Rauschen (und diese Aufnahme rauschte auf LP sehr stark) weggefiltert, dafür klingen aber auch die Stimmen etwas dumpf - wenn ich auch das Gefühl habe, dass diese Ausgabe wieder etwas klarer klingt als die Erstausgabe.
Trotzdem eine wunderbare Aufnahme, die fast keine Konkurrenz (allenfalls die erste Aufnahme der Sutherland mit Cioni, Merrill) zu fürchten hätte, wäre da nicht die großartige Live-Aufnahme mit fast der selben Besetzung (Panerai statt Gobbi) von 1955 aus Berlin: Diese ist technisch erstaunlich gut und wirkt in vielem einfach lebendiger als die Studio-Einspielung. Dafür war die Stimme der Callas '55 schon etwas angegriffener. Also - Geschmackssache. Ich habe und liebe beide!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der erste Streich der Großen Vier, 13. August 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Lucia di Lammermoor (Ga) (Audio CD)
Zusammen mit Vincenzo Bellini und Gioacchino Rossini bildet Gaetano Donizetti das Dreigestirn der großen Belcanto - Komponisten, deren Werke sich zu ihrer Zeit einer unglaublichen Popularität erfreuten und die grüblerischen Hüter der "ernsthaften Musik", ganz besonders Schumann und Wagner, immer wieder auf die Palme brachten. Donizetti wurde als Sohn sehr einfacher Leute am 29. November 1797 in Bergamo geboren, bereits 1818 ging seine erste Oper über die Bühne. Unermüdlich reiste der junge Komponist in der Welt herum, schrieb Oper auf Oper (am Ende seiner 27 - jährigen Karriere waren es an die 70), und wurde zu einem der berühmtesten Komponisten seiner Zeit. Bei diesem ungeheuren Ausstoß von Werken versteht es sich von selbst, daß nicht jede Oper den Gipfel der Schaffenskraft bedeutet und viele von Donizettis Bühnenwerken werden heute nicht mehr aufgeführt, der Komponist bediente sich, wie der große Kollege Rossini, gern bei sich selbst, wenn es eine Lücke in der Partitur zu füllen galt, er besaß allerdings die Gabe der großen Melodie wie kaum ein anderer und wenn er sich richtig ins Zeug legte, wie bei "L'elisir d'amore" oder eben bei "Lucia di Lammermoor" gelangen ihm unvergängliche Meisterstücke, die noch heute zu recht auf jeder Bühne der Welt vertreten sind.
Mit "Lucia di Lammermoor" erreichte Donizetti seinen Höhepunkt auf dem Gebiet der dramatischen Oper. Als Vorlage diente Walter Scotts "The Bride Of Lammermoor", einem der in der Romantik ungemein beliebten Schauerromane. Der Librettist Salvatore Cammarano entnahm dem Buch die dramatischsten und bühnenwirksamsten Szenen und so entstand ein Textbuch voller blutiger Ereignisse, schauerlicher Begebenheiten, unstillbarer Leidenschaften und unnachgiebiger Rachgier, im Mittelpunkt eine Liebe, die selbst den Tod nicht fürchtet. Vieles an diesem Libretto wirkt heute sehr klischeehaft und wegen des Buches dürfte die Oper wohl kaum die Jahrhunderte überdauert haben. Doch Donizettis Musik sicherte der Oper die Unsterblichkeit. Nahezu überwältigend ist der Melodienreichtum von "Lucia di Lammermoor", die drei Hauptpartien Lucia, Egdardo und Enrico gehören zum Reiz - und Anspruchsvollsten, was das italienische Fach einem ambitionierten Sänger zu bieten hat und einige Szenen, wie Lucias Wahnsinnsarie oder das Schlußbild, verfehlen noch heute nicht ihre unbestreitbare Wirkung.
Die Uraufführung am 26. September 1835 war ein riesiger Erfolg und bedeutete für Donizetti den endgültigen Durchbruch, schnell verbreitete sich das Werk auf den Bühnen der Welt. Als diese Aufnahme 1953 entstand, hatte "Lucia di Lammermoor" jedoch ihren guten Ruf restlos eingebüßt, die Oper galt als Spielball für eitle Koloratursoprane, die zwar mit ihrer stimmlichen Brillanz zu glänzen verstanden, die dramatischen Anforderungen jedoch nicht erfüllen konnten. Das änderte sich mit dem Entstehen dieser Einspielung und dem Auftritt des Phänomens Maria Callas grundsätzlich.
Im Gegensatz zu den singenden Spieldosen, die über lange Zeit für die Hauptpartie dieser Oper prädestiniert schienen, besaß die Callas schon in frühen Jahren eine einzigartige Stimme, die diese Aufnahme entscheidend prägt. Zwar besaß sie die nötige ausgefeilte Technik, um die immensen Koloraturanforderungen dieser Partie zu bewältigen, was ihr hier spielend gelingt, doch die wirkliche Sensation ist hier ihre Ausgestaltung der sonst etwas oberflächlich wirkenden Rolle, das Eingehen auf den Text und die Situation der Szenen, keine Phrase wird leichthin einfach weggesungen, jedes Wort unterlegt die Callas mit Bedeutung und findet instinktiv stets den richtigen Ton. Diese Aufnahme entstand 1953, als sie noch ganz am Anfang ihrer grandiosen Karriere stand und als ihre Stimme noch keinerlei Spur von Überbeanspruchung zeigte, so daß man hier eine stimmlich makellose und gestalterisch hervorragende Lucia geboten bekommt, die noch nach über 50 Jahren und zahlreichen weiteren Aufnahmen nichts von ihrer Faszination verloren hat.
Für die Partie des Edgardo, Lucias verbotenem Liebhaber, wurde im jungen Giuseppe di Stefano die ideale Besetzung gefunden. Er nutzt seine Chance und vollbringt eine grandiose gesangliche Leistung, beherrscht nicht nur das heldische Schmettern, sondern auch die sensible Phrasierung in den Liebesszenen, vermag auch mal, einen Gang zurückzunehmen (für Tenöre immer eine Überwindung) und sich ins Ensemble einzugliedern. Auch für di Stefano bedeutete diese Aufnahme den Startschuß zur Weltkarriere, für lange Zeit galten Maria Callas und er seither als das Traumpaar der Opernbühne.
Der Dritte im Bunde ist Tito Gobbi als Lucias böser Bruder Enrico. Ähnlich der Callas war er nicht nur an stimmlichen Glanzpunkten interessiert und besaß eine unverkennbare, ungeheuer ausdrucksstarke Stimme, gepaart mit großer darstellerischer Intelligenz, die ihn vor allem bei der Darstellung der klassischen Bösewichter der Opernbühne (Scarpia, Amonasro, Jago) davor bewahrte, einen weiten Bogen um Klischees zu machen. Gesanglich ist er ausgezeichnet, wobei seine Stimme in höheren Passagen stets etwas zum Wackeln neigte, was aber nicht weiter ins Gewicht fällt. Auch hier gelingt ihm eine ungewöhnlich differenzierte Darstellung des ansonsten recht stur wirkenden Lord von Lammermoor, leider wurde seine Partie etwas gekürzt.
Dirigent ist hier der große Callas - Förderer Tullio Serafin, der sich, wie für ihn üblich, niemals zum Star am Pult aufspielt, sondern das Orchester mit großem Verständnis für Donizettis Intention und viel Gefühl für das Bühnengeschehen und die Bedürfnisse seiner Sänger leitet.
Das Gespann Callas - di Stefano - Gobbi - Serafin fand sich in dieser "Lucia" - Aufnahme zum ersten Mal zusammen, und die außerordentliche Qualität dieser Einspielung bewirte noch einige weitere, grandiose Opernaufnahmen, von denen noch heute keine ihre Mustergültigkeit eingebüßt hat.
Noch ein Wort zur Klangqualität: Natürlich war 1953 an Stereo - Qualität noch nicht zu denken, und auch gegenüber dem Klangbild der "Tosca" - Aufnahme aus dem gleichen Jahr ergeben sich einige Differenzen. Das Grundrauschen wurde zwar herausgefiltert, dafür klingen an einigen Stellen die Sängerstimmen jetzt etwas dumpf.
Trotz dieses kleinem Makels: Diese Lucia muß man gehört haben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckend, aber mit einem sehr eigenen Charakter, 14. August 2011
Von 
Grüner Baum - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lucia di Lammermoor (Ga) (Audio CD)
Die Rolle und die Aufnahme gelten ja als eine der Paraderollen der Callas, bei denen ihr auch das große Verdienst zugesprochen werden kann, durch ihre besondere Interpretation einer eine Zeit lang weniger beachtete Oper wieder mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Im Vergleich zu anderen Aufnahmen (speziell die von Sutherland) ist ihre Lucia viel dramatischer. Sie singt mit ihrer leicht ins Mezzo gehenden, voluminösen Stimme und legt viel Emphase und Dramatik in ihre Artikulation. Die Lucia ist hier weniger leidendes Mädchen oder Spielball anderer, an denen sie schließlich zu Grunde geht, sondern eine temperamentvoll, impulsive Frau, die um ihr Leben und ihre Liebe kämpft. Speziell in den Wortduellen mit ihrem Bruder Enrico (Tito Gobbi) geht es richtig zur Sache und das ist der eher gleichberechtigte Kampf zweier älterer Geschwister und nicht die jüngere Schwester, die unter dem älteren Bruder, der Oberhaupt der Familie ist, leidet. Ihr Wahnsinn am Ende ist nicht weniger der aus Verzweiflung geborene als mehr der aus einem außer Kontrolle geratenen Temperament.

Ich muss leider sagen, dass ich diese Interpretation rein dramatisch innerhalb der Struktur der Geschichte nicht ganz überzeugend finde. Mir scheint die Lucia angesichts dessen, was sie von sich gibt, in sich gewandter und verklärter als die Callas sie interpretiert. Wenn man davon aber ein wenig abstrahiert, bietet sie eine überzeugende Darbietung und überzeugt einen mit der Wucht ihrer Darstellung, mit ihrer dramatischen Präsenz und der expressionistischen Emotionalität.

Gobbis Darstellung von Enrico geht kongenial auf die tragende Titelrolle ein. Er stellt den ebenbürtigen Gegner für die temperamentvolle Lucia dar. Gleichzeitig lässt er aber die ehrfürchtige Ausstrahlung des Familienoberhaupts nicht missen. Sein Gesang ist präzise und kraftvoll.

Di Stefano als Edgardo ist ... di Stefano. Er war ja immer ein Sänger, der durch die Schönheit, die Weichheit und den Fluss seines Gesangs und die natürliche Schönheit der Stimme überzeugt. Seine dramaturigischen Interpretationen sind nicht individuell oder ausgereift, sondern sozusagen 'Standardfiguren' des Operngesangs (laut und strahlend, wenn er froh ist; leise und schmachtend, wenn er traurig ist). Das macht er hier in jungen Jahren aber noch auf höchstem Niveau. In späteren Aufnahmen mit der Callas bricht ihm manchmal ein wenig die Stimme oder die Standardformen verkommen zur Pose. Nicht hier. Das ist alles nichts besondere, aber präzise, passend, voller Kraft und Schönheit.

Ein bisschen eingeschränkt ist die Klangqualität (Mono), die zuweilen etwas dumpf und in den Orchesterteilen ein wenig scheppernd klinngt. Bei den Stimmen stört es weniger, aber wegen einem schönen Orchesterklang sollte man sich diese Aufnahme nicht zulegen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lucia di Lammermoor, 27. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lucia di Lammermoor (Ga) (Audio CD)
Man kann Maria Callas immer und immer wieder anhören. Lucia di Lammermoor mit Maria Callas in der Hauptrolle einfach wunderbar
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Legendäre Callas-Einspielung..., 24. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lucia di Lammermoor (Ga) (Audio CD)
phantastische Aufnahme der Callas zu ihrer Hochzeit...
Für Liebhaber eine absolute Empfehlung und ein Muß...
Technische Qualität entspricht ihrer Zeit und kann natürlich mit heutigen Maßstäben nicht verglichen werden...
Absolute Kaufempfehlung!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen