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am 24. März 2005
Nachdem Hélène Grimaud mit ihrer ersten CD für die Deutsche Grammophon ("Credo") eine programmatisch gewagte (aber überzeugende) Aufnahme vorlegte, ist das Material für ihre erste komplette Solo-Einspielung konventioneller: Chopin und Rachmaninov stehen dort auf dem Programm. Musik des erstgenannten Komponisten hat die Französin wenig gespielt und lediglich dessen erste Ballade in ihrer Jugend aufgezeichnet (Denon/Brilliant); Rachmaninov spielt sie hingegen weit öfter (vgl. nur das 2. Klavierkonzert auf Teldec) und hat die hier vorliegende zweite Klaviersonate als 15jährige schon einmal eingespielt (Denon/Brilliant). Im Gegensatz zu ihrer Erstaufnahme von 1985, als sie die revidierte Fassung von 1931 benutzte, hat sie für die vorliegende CD eine eigene Fassung erstellt, die Elemente der Urfassung von 1913 in die spätere Version einbindet. Das Resultat überzeugt und erscheint nicht unangemessen, ist doch Horowitz ähnlich vorgegangen (und nach ihm auch andere Pianisten wie Bernd Glemser).
Die zweite Klaviersonate von Chopin ist aufgrund ihres Trauermarsches (3. Satz) sicherlich eines der bekanntesten Werke des polnischen Komponisten. An Einspielungen von Pianisten mit Weltrang mangelt es nicht, allein bei der Deutschen Grammophon selbst haben solche Klaviergiganten wie Argerich, Pollini, Pogorelich oder Pletnev ihre Spuren hinterlassen. Rechtfertigt das Spiel Hélène Grimauds eine erneute Einspielung? Sie beginnt nach der Einleitung in einem relativ zügigen Tempo (wenn auch nicht so schnell wie Argerich) und einer starken Betonung der linken Hand. Im Gegensatz etwa zu Katsaris (Sony) oder auch Andsnes (Virgin) mangelt es ihrem Spiel trotz des raschen Tempos an Flüssigkeit, die gerade bei Chopin so wichtig ist. Oft wirkt es, als ob sie zu viel gleichzeitig ausdrücken wollte und dann dabei verkrampft. Dies drückt sich insbesondere in deplazierten Ritardandi (etwa bei 6:33 im 1. Satz) aus, die die Kontinuität des musikalischen Duktus beeinträchtigen. Im Scherzo wird dies besonders deutlich: Dieses klingt geradezu unbeholfen und schwerfällig, wie ausbuchstabiert. Wie federnd-virtuos man dies auch gestalten kann, davon kann man sich etwa bei Argerich oder Andsnes überzeugen. Der nachfolgende Trauermarsch wirkt noch am überzeugendsten, sowohl im Tempo als auch in seiner dynamischen Gestaltung. Das abschließende Presto, von Rubinstein treffend als "Wind über den Gräbern" bezeichnet, nimmt Grimaud mit relativ wenig Pedal und läßt so Konturen und Strukturen hervortreten, die andere mit Pedal zudecken. Leider bleibt dabei aber auch das Geisterhafte und Unheimliche dieses Satzes auf der Strecke.
Die nachfolgende zweite Klaviersonate von Rachmaninov liegt Grimaud offensichtlich wesentlich mehr. Hier ist sie hörbar in ihrem Element und formt den ersten Satz mit Vorwärtsdrang, emotionalem Engagement und großen dynamischen Kontrasten. Auch der Mittelsatz ist klanglicher raffiniert und poetisch ausgestaltet. Lediglich im letzten Satz fehlen Grimaud offensichtlich manuelle Reserven wie etwa beim furios aufspielenden Kocsis (Philips) oder auch Hamelin (Port-Royal). Durch rhythmische Impulse und dramatischer Zuspitzung versucht Grimaud dies zwar wettzumachen, wirkt dadurch aber manchmal so, als ob sie den Atem zu lange anhalten würde; dies klingt dann etwa bei 2:25 etwas zu dick aufgetragen.
Auch die etwas zu trocken und zu wenig anmutig gespielte Berceuse sowie die mit denselben Problemen wie die Sonate behaftete Barcarolle - fehlende Flüssigkeit, Eleganz, Natürlichkeit - belegen, daß Grimaud (noch?) keine Chopin-Spielerin ist. Man höre nur einmal, in welches mitreißende Drama Freire (Decca) oder Argerich (DG) die Barcarolle verwandeln, um zu erfassen, wieviel der Französin hier noch fehlt. Vielleicht sollte sie ihre Stücke vor einer Einspielung erst ausgiebig im Konzert spielen und dadurch die notwendige Souveränität und Nähe zum Komponisten gewinnen - nicht umsonst gehen so fast alle ihrer Kollegen vor. Der gelungene Rachmaninov und die durchweg sehr gute Klangqualität können den wenig überzeugenden Chopin insgesamt nicht wettmachen. Diese Aufnahme kann man daher nur bedingt empfehlen - entweder Fans der Pianistin, oder wenn man noch gar keine Einspielung der Rachmaninov-Sonate besitzen sollte. Anderenfalls sind die genannten Alternativen die deutlich bessere Wahl.
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am 16. März 2005
die klaviersonaten nr. 2 von chopin und rachmaninov in einer neuen brillanten einspielung - für alle, die es lieben, wenn romantische klaviermusik nicht "rmoantisierend", mit dauerpedal, pathetisch, in langsamen tempi gespielt wird, sondern klar, akzentuiert, strukturiert, fast kühl und distanziert. ich habe die oft gehörten sonaten in der einspielung von helene grimaud neu entdeckt... wunderbar!
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am 14. Februar 2005
Eine Darbietung wie sie dieser Ausnahme-Künstlerin entspricht. Zusammenstellung und Spiel Grimauds werden daher nicht jeden ansprechen. Ihr energiegeladenes, ja fast nonchalantes Spiel mag manchen zu kühl, zu extrovertiert erscheinen. Andere wird genau das ansprechen. Ungebremst scheinen ihre Gedanken in ihr behändes, bisweilen stürmisches Spiel (Rachmaninoff) einzufließen, ja es vollkommen zu beherrschen. Klanglich auf hohem Niveau ist die Aufnahme ein Muss für alle Grimaud-Fans und ein Genuss für alle Liebhaber eines akkuraten Spieles, das nur ein Künstler dieses Formats gleichwohl mit hemmungsloser Emotion in Einklang bringt.
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am 26. Februar 2011
Ich gebe es ja zu : Gekauft habe ich diese CD zunächst nur, weil Helene Grimaud eine so bildschöne und - wenn ich denn den wikipedia-Auskünften trauen darf - so kluge Frau mit so vernünftigen Ideen und Ansichten ist. Mit der würde ich jedenfalls gern mal ein Bier trinken. ( Wenn sie ihren Wolf vorher füttert !) Aber das ist es dann doch nicht allein : Ihre sanfte, fast besinnlich zurückhaltende Chopin-Interpretation hat mich auch nach dem dritten Hören noch fasziniert. Und das, obwohl ich so ein rabiater Chopin-Fan gar nicht bin. Ihr Rachmaninoff... nun ja, sollte der Herr Lang-Lang mal ein bisschen Zeit haben, könnte er bei Frau Grimaud um ein knappes Lehrstündchen einkommen. C'est tout simplement parfait, Madame. Muss ich hinzufügen, wie viele Grimaud-CDs ich inzwischen habe ?
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