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am 3. November 2004
Daniel Barenboim ist ohne Zweifel einer der bedeutendsten Musiker unserer Zeit, und zwar gleichermaßen als Pianist und Dirigent. Dabei hat er allerdings bisher eher als bedeutender Beethoven- und Mozartinterpret und als Experte für die große romantische Musik von sich Reden gemacht, denn als Bach-Interpret. Zwar gibt es eine sehr schöne Live-Aufnahme der Goldberg Variationen, aber sonst sind mir keine Bach-Aufnahmen von Daniel Barenboim bekannt, weder als Pianist noch als Dirigent.
Was haben wir nun zu erwarten, wenn Daniel Barenboim Bach spielt? Er gilt ja, wie ich finde etwas zu Unrecht, eher als einer, der aus dem Bauch heraus spielt, denn als Intellektueller. Wer sein Buch "Mein Leben - die Musik" gelesen hat, weiß, dass er sich durchaus tiefgehende Gedanken über Musik und Interpretation macht, wahrscheinlich mehr als mach anderer, der sich ein intellektuelles Image gibt. Man darf nicht die große Natürlichkeit und scheinbare Leichtigkeit, mit der er spielt, mit Gedankenlosigkeit verwechseln.
Im informativen Booklet zur CD nimmt Daniel Barenboim Stellung zu seiner Sicht auf Bach. Dabei betont er, dass ihm besonders die harmonische Seite diese Musik interessiert, der vertikale Druck, ein Aspekt, der von den meisten modernen Bachinterpreten seine Meinung nach vernachlässigt wird. Ein anderer Aspekt ist, dass Barenboim wahrlich wie ein Dirigent spielt, eine Besonderheit, die sein Spiel schon immer auszeichnet. Ich habe den Eindruck, er versucht das Wohltemperierte Klavier zu instrumentieren, zu orchestrieren. Man spürt zum Teil förmlich, welche Instrumentengruppe er gerade im Sinn hat. Und er variiert ständig die Klangfarben und die Gewichtung der Stimmen zueinander. Er spielt nirgends gedankenlos, immer hat er ein genaues Konzept, welche Stimme oder welche Stimmen gerade für die Entwicklung wichtig sind, oder welcher Klang und welcher Charakter gerade angemessen ist. Er schafft auf diese Weise eine besondere Verfolgbarkeit der Form und, wie es sein Anliegen ist, der harmonischen Struktur dieser Stücke. Er kann immer noch wie kein zweiter auf dem Klavier singen. Sein Klang ist ungeheuer reich, voll und dabei weich, man könnte an Rubinstein oder Arrau denken, bei diesem herrlichen Klavierklang. Und es gibt vielleicht keinen zweiten lebdenden Pianisten, der so natürlich Klavier spielt wie Daniel Barenboim.
Es entsteht unter seine Händen ein Bach, der sicher anfechtbar ist. Manchen wird irritieren, dass er das Tempo nicht sklavisch durchhält. Er macht häufig subtile Tempomodifikationen und feine Rubati. Er ist nur selten um einen sachlich, neutralen Klang bemüht, wie wir ihn etwa von Glenn Gould kennen. Er nimmt durchaus Pedal, und in manchem schnellen Satz wird mancher Beckmesser vielleicht sogar klitzekleine Unsaubereiten entdecken können. Er ist also ein romantischer Bach, den wir hier hören. Romantisch im besten Sinne, wie ich finde, aber diese Aufnahme ist sicher nichts für Puristen und Historisierer. Wer aber Sinn für Klang, für Struktur, für Farben hat, der wird in dieser Aufnahme viel Neues, viel noch nie Gehörtes entdecken.
Barenboims Bach ist für mich gerade deswegen besonders spannend, weil er anders ist, als man Bach sonst hört. Er ist neu, er ist vielleicht subjektiv, aber er ist ungemein sensibel, ungemein logisch entwickelt. Und sehr konsequent. Er ist kompromisslos und sucht nie den billigen Effekt und den einfachen Beifall. Er sucht Wahrheit in der Musik und ist vielleicht der einzige wirklich Nachfolger Celibidaches in seiner Auffassung von Musik. Keine Moden, kein Tradition, nur die Musik und ihre Erfordernisse. Und die Erfordernisse sind zu aller erst die auftretenden Klangphänomene , deren Beziehung zueinander und die Aufgabe für den Musiker, diese hörbar zu machen, oder, wie Celibidache gesagt hätte, Bedingungen zu schaffen, in denen Musik entstehen kann.
Ich würde nicht unbedingt von einer neuen Referenzaufnahme sprechen, denn es gibt zu viele große Einspielungen des Wohltemperierten Klaviers, von Schiff, Gould, Gulda, Koroliov, Turek oder Fellner. Aber es ist ein Bach, der mir sehr viel gibt, den ich mir mit großer Freude schon mehrfach angehört habe, und der mir mit jedem Hören besser gefällt. Immer mehr wird mir bewußt, dass Daniel Barenboim da eine herrliche Einspielung gelungen ist. Mit großer innerer Ruhe läßt er vor unserem Ohr einen Kosmos, eine Welt entstehen. Eine Welt, in die ich ihm sehr gern folge. Deswegen, von mir 5 Sterne.
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am 3. Februar 2005
Wer die Interpretation Glenn Goulds und die Einstellung der meisten Bach-Liebhaber, so und nur so kann J.S. Bach es gemeint haben, im Ohr hat, wird sich mit der Auslegung Daniel Barenboims im ersten Moment wahrscheinlich schwer tun. Ich finde sein perlendes, flüssiges Spiel einfach hinreißend und empfinde diese Art und Weise, das "Wohltemperierte Klavier" zu interpretieren wesentlich erbaulicher als alles bisher Dagewesene. Mag sein, daß Maestro Barenboim "Chopin gedacht und Bach gespielt" hat. Allerdings: Wissen wir denn tatsächlich SO sicher, ob Bach es nicht genau so und nicht anders gespielt haben wollte? Zugegeben, eine mutige Interpretation von Daniel Barenboim, aber wer es schafft, vom Althergebrachten, vor allem von der gestrengen Stimme des Klavierlehrers, etwas abzurücken, der wird seine helle Freude an dieser CD haben.
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am 2. Februar 2005
Bach so spielen, als sei er ein Komponist des 19. Jahrhunderts - das glückt Barenboim in seiner wohltemperierten Spielweise, warm, emotional, aber nie exaltiert, eher das Panorama einer (musikalischen) Landschaft hervorrufend. Sehr gelungen.
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am 21. August 2010
Seit seiner Zeit in Paris verfolge ich mit großem Interesse die Arbeit von Daniel Barenboim ( auf dem musikalischen und auch gesellschaftlichen Gebiet haben wir es hier mit einem Genie zu tun). Diese romantische Version des Wohltemperierten Klaviers ist ein absolutes Muss für jeden Bachliebhaber (Puristen werden natürlich hier vieles an dieser sehr persönlichen Interpretation auszusetzen haben...man sollte das Hadern solcher Barockspiesser einfach gnädig übersehen :-)
Sie kommen aus dem Büro, stehen mit dem Auto im Stau und es regnet...hören Sie sich einfach diese Barenboim Interpretation an und sofort scheint die Sonne, der Stress ist weg und das Warten im Stau ist auch nicht mehr wichtig.
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am 5. Februar 2014
Die Stücke erhalten durch Barenboim leider etwas belangloses, beiläufiges. Alles ist verharmlosend hübsch-dekorativ, doch es droht immer wieder Langeweile aufzukommen. Die Größe und Bedeutung der Stücke wird m.E. nicht rüber gebracht. Das was Gulda in seiner Einspielung an Exaltiertheit und Persönlichkeit zuviel einbringt, ist bei Barenboim leider ein zu wenig.

Das Klavier ist mit etwas Distanz und recht weich-verhalten aufgenommen - man findet hier weder Brillianz noch Kernigkeit sondern es herrscht eine impressionistische Verwischtheit vor, passend zur Interpretation.
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am 17. August 2015
Eine grandiose CD - ich schließe mich den meisten Rezensenten an! Diese romantisch-feinfühlige - ich würde sagen: schlicht musikalische Art der Interpretation berührt ganz einfach das Herz. Zur Veranschaulichung empfehle ich exemplarisch das Prelude BWV867 in b moll - man kann es sicher anders spielen - besser jedoch nicht!
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am 24. November 2010
Moderne Bach Interpretationen von Daniel Barenboim und Murray Perahia mit ihrem flüssigen und leichten Spiel lassen in meinem CD Player keinen Platz mehr für andere berühmten Einspielungen wie von Glenn Gould. Man wird in eine andere Welt der musikalischen Leichtigkeit getragen.

Allerdings empfinde ich es als eine Frechheit, dass die Warner CDs von Daniel Barenboim alle kopiergeschützt zu sein scheinen, OHNE HINWEIS in der Amazon Produktbeschreibung oder auf der CD Hülle. Mein PC ermöglicht keinen Import in iTune. Gerade lange Reisen könnte der damit gefüllte iPod vergessen machen. Diese Täuschung lässt mir nur die Konsequenz Warner und leider Barenboim zu vergessen, und Perahia auf Sony zu hören.
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am 6. April 2013
Ich bin keine Kenner und kaufte die CD auf Empfehlung, Wunderbar und für mich ist Daniel Barenboim ein Geheimtip.Ich habe sie überspielt auf den PC und weitergeschenkt
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