Kundenrezensionen


17 Rezensionen
5 Sterne:
 (7)
4 Sterne:
 (5)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (2)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toller Film, lieblos auf DVD umgesetzt
"Das Privatleben des Sherlock Holmes" ist einer der besten Sherlock Holmes Filme, vielleicht sogar der beste überhaupt.
Holmes hilft einer Frau, Ihren verschwundenen Ehemann wiederzufinden. Spätestens als sein Bruder Mycroft ihm befiehlt, den Fall aufzugeben, merkt Holmes, daß an dieser Sache mehr dran ist, als es den Anschein hat.
Der Film hat...
Veröffentlicht am 30. Januar 2005 von gaspode100

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tragikomödie zu Sherlock Holmes
Der 1970 unter der Regie von Billy Wilder entstandene Film "Das Privatleben des Sherlock Holmes" behandelt das etwas gespannte Verhältnis des kühlen investigativen Detektivs zum weiblichen Geschlecht auf. Dabei wird nach einer lustigen Eingangsepisode, bei der das kaiserlich-russische Ballett eine wichtige Rolle spielt, eine geheimnisvolle Fremde in Baker Street...
Veröffentlicht am 19. August 2011 von Frankenthal


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toller Film, lieblos auf DVD umgesetzt, 30. Januar 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Privatleben des Sherlock Holmes (DVD)
"Das Privatleben des Sherlock Holmes" ist einer der besten Sherlock Holmes Filme, vielleicht sogar der beste überhaupt.
Holmes hilft einer Frau, Ihren verschwundenen Ehemann wiederzufinden. Spätestens als sein Bruder Mycroft ihm befiehlt, den Fall aufzugeben, merkt Holmes, daß an dieser Sache mehr dran ist, als es den Anschein hat.
Der Film hat einen wundervollen Humor, der immer wieder mit melancholischen Tönen durchzogen ist. Schade, heute scheint es fast nur noch den übertriebenen Humor à la "Die nackte Kanone" zu geben. Aber gerade deswegen ist dieser Film so wertvoll und eine willkommene Abwechslung. Dabei ist aber auch der Krimi-Teil nicht zu verachten, der braucht sich vor den originalen Fällen von Arthur Conan Doyle nicht zu verstecken. Natürlich nicht zu vergessen die wirklich tollen Schauspieler.
Das war es nun aber leider schon mit dem Lob, denn jetzt kommt die technische Umsetzung. Die DVD wäre für eine Billig-Produktion ganz ok, aber bei so einem filmischen Meisterwerk, erwarte ich eigentlich etwas besseres.
Fangen wir außen an, da sehen wir eines der häßlichsten DVD-Cover aller Zeiten. Zudem stimmt nicht einmal die Inhaltsangabe, Holmes sucht den Ehemann, nicht den Vater der Frau.
Wenn die DVD eingelegt wird, begrüßt uns ein ebenso häßliches Menü mit cryptischen Zeichen, die man erst einmal deuten muß.
Wenigstens ist neben der deutschen Synchronisation auch der englische Orginalton auf der DVD, zusätzlich zu den Sprachen Französich, Italienisch und Spanisch.
Untertitel kann man auf Englisch zuschalten, zusätzlich zu 10 weiteren Sprachen. Deutsche Untertitel sucht man dabei leider vergebens.
Extras gibt es keine.
Bildstörungen wurden weitgehend beseitigt, dafür ist das Bild ein wenig kontrastarm. Auch etwas mehr Schärfe hätte nicht geschadet.
Der Ton klingt sowohl in Deutsch als auch in Englisch ein bißchen blechern, wobei der deutsche Ton im Vergleich minimal besser ist.
Die Qualität der DVD ist nicht wirklich schlecht für einen Film aus dem Jahr 1970 und auch kein Grund, den Film nicht zu kaufen. Die meisten werden mit der Bild- und Tonqualität leben können. Es ist halt schade, wenn solch tolle Filme nicht in bestmöglicher Qualität erscheinen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Holmes und die Frau - nein, nicht Irene Adler, 6. Januar 2010
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Privatleben des Sherlock Holmes (DVD)
"Oh, come now, Watson, you must admit that you have a tendency to over-romanticize. You have taken my simple exercises in logic, and embellished them, exaggerated them [...] You have described me as six-foot-four, whereas I'm barely six-foot-one. [...] You've saddled me with this improbable costume, which the public now expects me to wear." - "That's not my doing. Blame it on the illustrator."

Mit diesem für Wilder typischen brillanten Dialog wird gleich zu Beginn des Filmklassikers "Das Privatleben des Sherlock Holmes" aus dem Jahre 1970 gezeigt, daß in dieser Geschichte ein Blick hinter die scheinbar so unangreifbare Figur des Meisterhirns geworfen werden soll, die uns in den zahlreichen Geschichten Sir Arthur Conan Doyles begegnet. Anders als die meiner Meinung nach mißlungene, weil in Klamauk untergehende Satire Thom Eberhardts ("Without a Clue", 1988) schafft es Wilder, seinem Holmes Tiefe und Würde zu verleihen.

Da eine andere Rezensentin bereits ausführlich auf Handlung und wichtige Hintergrundinformationen zu diesem Film eingegangen ist, möchte ich mich an dieser Stelle kurz fassen. Die ursprüngliche Version des Filmes enthielt vier miteinander zusammenhängende Geschichten, von denen es nur zwei in die Endversion schafften. Im ersten Teil des Filmes wird Holmes (Robert Stephens) von einer russischen Ballerina (Tamara Toumanova) konsultiert, wobei sie weniger an seinen kriminalistischen Fähigkeiten interessiert ist als daran, ein Kind von ihm zu bekommen, das dann ja mit seiner Intelligenz und ihrem guten Aussehen ausgestattet wäre. Schlimm wäre es, wenn es andersherum käme ... Holmes weist dieses Ansinnen mit einer Notlüge ab, die den guten Watson (Colin Blakely) in eine peinliche Situation bringt: Tanzt er vorher noch fröhlich mit einem Dutzend hübscher Damen, so werden diese - für ihn unbemerkt - nach und nach durch Männer ersetzt. Ein Glanzlicht in dieser Tragikomödie. Der zweite Fall ist ungleich komplexer, denn obwohl er es an sich nicht wahrhaben will, verliebt sich Holmes dabei in seine Klientin (Geneviève Page), die ihn beauftragt, ihren verschwundenen Mann, einen belgischen Ingenieur, zu finden. An der Oberfläche immer noch der eiskalte, souveräne Spürhund mit dem kaustischen Humor, wird Holmes durch seine Gefühle doch dafür blind, daß seine Klientin ein doppeltes Spiel mit ihm treibt, was dem Zuschauer schon relativ früh deutlich wird.

Wilder und der Drehbuchautor I.A.L. Diamond schaffen es, einen sehr konstruierten Fall, der sogar das Ungeheuer von Loch Ness bemüht, durch geschliffene Dialoge und liebevolle Charakterzeichnungen niemals ins Farcenhafte abgleiten zu lassen, wie dies bei Eberhardt geschieht. Wenn Holmes seiner Klientin gesteht, daß seine Verlobte einen Tag vor der Hochzeit an einer Grippe gestorben ist und dies bitter als einen Beweis für die Unzuverlässigkeit der Frau ins Feld führt, dann fühlt man sich an Nietzsche erinnert ("Versteck, Du Narr, Dein blutend Herz in Eis und Hohn!") und spürt, wie die Holmes-Figur an Vielschichtigkeit gewinnt, ohne daß der Film dabei ins Kitschige oder Melodramatische abgleitet. Dieses Motiv gibt es übrigens auch in der Serie "Seinfeld", wo es aber die Oberflächlichkeit des Bräutigams, an der eigentlich nie ein Zweifel bestand, entlarvt.

Ungeachtet der liebevollen Ausgestaltung der Figuren und des niemals degradierenden Witzes ist dieser Film für mich als eingefleischten Holmesianer, der durch die Jeremy-Brett-Darbietungen mehr als nur ein wenig verwöhnt wurde, jedoch nicht ganz ohne Makel, und deshalb erlaube ich mir - aufgrund ganz persönlicher Geschmacksfragen - einen Stern abzuziehen. Denn Robert Stephens ist für mich trotz seines unbestreitbaren schauspielerischen Könnens in dieser Rolle einfach nicht Holmes, was schon mit seinem leicht geckenhaften Aussehen anfängt - dies könnte, siehe meinen Eingangsdialog, aber auch auf die Fabulierfreudigkeit Watsons zurückzuführen sein. Fast scheint es mir aber, als werde er durch Christopher Lee in der Rolle des Mycroft ein wenig an die Wand gespielt.

Noch unbefriedigender ist für mich allerdings die Rolle Watsons. Zwar triumphiert er an einer Stelle des Filmes, in der er seine - durch langjähriges Arbeiten mit Holmes - geschulte Deduktionskunst demonstriert, aber insgesamt mißfällt er mir ein wenig durch seine Clownereien, wenn er beispielsweise, als er merkt, daß die Ballettänzerinnen nur Russisch verstehen, sagt: "In that case I don't mind telling you that you all have lovely po-pos." und ihnen satyrhaft mit seinem Stock den Hintern tätschelt. Es ist mir schwer vorstellbar, daß der echte Watson sich so aufführen würde, auch wenn Doyle uns keinen Zweifel daran läßt, daß der Doktor ein Frauenheld war.

Diese leichte Kritik an einem ansonsten überzeugenden und anrührenden Film möge man mir verzeihen, zumal ich glaube, daß manch ein Holmes-Fan ebenso denken wird.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbarer Spätfilm von Billy Wilder, 23. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Das Privatleben des Sherlock Holmes (DVD)
Wenn man die großartigen Meisterwerke von Billy Wilder aufzählt, fällt einem dieser Spätfilm von 1970 sicher nicht ein. Bei der Premiere war er bereits ein Flop und auch die Kritiker ließen kein gutes Haar an ihm. Wilder kürzte den Film von 180 auf 120 Minuten, aber auch das rettete ihn nicht.
Mit der Zeit wurden die Kritiken immer besser. Man erkannte die wunderbare Leichtigkeit mit der diese Krimikomödie inszeniert wurde. Dazu legt sich über allem ein leichter Schleier der Melancholie. Wilder verarbeitet in diesem Film sein ambivalentes Verhältnis zu Deutschland. Er, der erste Erfolge Ende der Zwanziger feiern konnte und dann vor den Nazis nach Hollywood floh, zeigte schon in "Foreign Affair" (mit Marlene) und in "Eins, Zwei, Drei" wie er sich mit den Deutschen vertragen hatte, aber der Film "Das Privatleben des Sherlock Holmes" zeigt auch eine leise Traurigkeit, der man sich erst bei mehrmaligem Sehen bewußt wird.
Vordergründig ist es eine liebevolle Demontage des Detektivengenies, der schon in den Büchern von Conan Doyle ein angespanntes Verhältnis zu Frauen an den Tag legte. Eigentlich sind es 2 Geschichten, die zunächst nicht viel miteinander zu tun haben. Holmes soll einer alternden Primaballerina den langgehegten Kinderwunsch erfüllen. Auf unorthodoxe Art und Weise zieht sich der Detektiv aus der Affaire. Hier lacht man sich schon völlig schlapp. Dann wird es spannend. Eine mysteriöse Belgierin verwickelt das Meisterhirn und seinen ständigen Begleiter Dr. Watson in einen verzwickten Fall, der sie nach Schottland führt. Ein nebliger See, ein Ungeheuer, 6 kleinwüchsige Zirkusartisten, eine hochgestellte Persönlichkeit und ein Damenschirm führen dann schließlich zur Lösung.
Der Film kann nicht mit bekannten Darstellern (außer Sir Christopher Lee) aufwarten - das hatte Wilder auch nicht beabsichtigt -, die geben ihm aber eine besondere Note, dazu werden wunderbar spritzige Dialoge vom Stapel gelassen, die nur von dem Altmeister Wilder stammen können. Schade, daß die rausgeschnittene Stunde wahrscheinlich für immer verloren gegangen ist.
Der Film ist ein wirklicher Genuß und die 2 Stunden vergehen wie im Fluge und wie bei jedem "Wilder-Film" gilt: "Mehrfach anschauen!!"
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kulturelle Grundausstattung für Cineasten, 16. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Das Privatleben des Sherlock Holmes (DVD)
Bei seiner Premiere 1970 ein Flop und von der Kritik verrissen, zählt "Das Privatleben des Sherlock Holmes" heute unbestritten zu Wilders besten Werken. Im Spätwerk des Regisseurs nimmt dieser Film eindeutig den Spitzenplatz ein.
Anhand eines Kriminalfalls zeichnet der Film mit überaus sorgfältigen Mitteln die gegensätzlichen Charaktere des Meisterdetektivs Sherlock Holmes und seines Adlatus Dr. Watson.
Rasante Handlung und grelle Satire darf man hier nicht erwarten: Es ist ein Film der leisen Töne mit einem ruhigen Handlungsfluss und einer heiter-melancholischen Grundstimmung.
Die wunderbare Farbgestaltung, die opulente Einrichtung (gestaltet von Alexander Trauner) und die pointiert eingesetzte Musik machen diesen Film zu einem optischen und akustischen Genuss.
Die Filmfassung auf DVD ist ausgesprochen lieblos ediert (deshalb auch keine fünf Sterne). Trotzdem: für Cineasten gehört "Das Privatleben des Sherlock Holmes" zur kulturellen Grundausstattung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein grandioser Sherlock Holmes, 22. Juli 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Privatleben des Sherlock Holmes (DVD)
Sherlock Holmes wird in sehr vielen Filmen als der begnadete, geradezu geniale, Analytiker dargestellt, den A.C. Doyle in seinen Werken beschrieben hat. Doch selten wurde dem Meisterdetektiv auch nur annähernd so viel Leben eingehaucht wie in diesem Film.
Holmes wird glänzend dargestellt als Mann mit bissigem Humor, Emotionen und auch mit Problemen. Die Drogensucht, die in den Büchern einige Male erwähnt wird, wird in den anderen Holmes-Filmen bestenfalls unauffällig gestreift. Nicht hier. In diesem Film steht man zur literarischen Figur ohne dem Image des Helden zu schaden.
Auch auf andere typische Holmes-Merkmale wie z.B. Gardeobe oder Geigenspiel wird eingegangen und dient gleichzeitig als humoristische Aufwertung.
Nun könnte man meinen, Das Privatleben des Sherlock Holmes würde das literarische Geschöpf Doyles auf die Schippe nehmen aber das Gegenteil ist der Fall. Mit einem Augenzwinkern stellt der Film einen Krimi auf die Beine, der den Vergleich zum 'echten' Holmes absolut nicht scheuen muß.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was sie schon immer über Sherlock Holmes wissen wollten, aber nie zu fragen wagten..., 23. November 2014
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Privatleben des Sherlock Holmes (DVD)
Schon seit den Kindertagen des Kinos gibt es Produktionen mit den spannenden Geschichten des Meisterdetektivs Sherlock Holmes und seinem Freund und Helfer Dr. Watson. Sherlock ist eine Kunstfigur, die der britische Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle schuf. In seinen Geschichten, die in der Zeit des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts spielen, muss der Detektiv viele knifflige Fälle lösen. Dies gelang ihm vor allem durch seine neuartige forensische Arbeitsmethode, die ausschliesslich auf detailgenauer Beobachtung und nüchterner Schlußfolgerung beruhte. Sehr oft gabs Serien im TV, die bekanntesten Kinofilme sind vielleicht "Der Hund von Baskerville", eine Hammerproduktion aus dem Jahr 1959 sowie die Jugenderlebnisse des Detektivs, die wir in "Der Fluch des verborgenen Tempels" bewundern konnten. Interessanterweise stellte in Sachen Publikumsgunst Guy Ritchie alle anderen Sherlock Filme weit in den Schatten. Seine Movies "Sherlock Holmes" (2009) und "Spiel im Schatten" wurden extreme Publikumsrenner und zog eine ebenso erfolgreiche Fernsehserie "Sherlock" mit Benedict Cumberbatch nach sich. Die vielleicht interessantesten Filme im unerschöpflichen Sherlock-Kosmos sind aber "Kein Koks für Sherlock Holmes" von Herbert Ross und Billy Wilders "Das Privatleben des Sherlock Holmes" mit dem er im Kinojahr 1970 einen überraschenden Flop hinlegte, was für den erfolgsverwöhnten US-Director österreichischer Herkunft sehr enttäuschend war, denn 7 Jahre vorher hatte er mit "Irma la Douce" noch einen Megablockbuster und auch "Der Glückspilz" lief gut im Kino. Schade eigentlich, denn ich mag Billy Wilders Sherlock Holmes Abenteuer sehr gerne...im Grunde sind es ja zwei Abenteuer, die er da unter Verschluß hielt und erst viele Jahre nach Dr. Watsons Tod der Nachwelt zugänglich gemacht werden konnte. Zum einen Bekommen Holmes (Robert Stephens) und sein Freund Dr. Watson (Colin Blakely) eine Einladung zum "Schwanensee" Ballett. Die beiden Männer leben zusammen in einer Wohnung in der Londoner Baker Street, bestens versorgt von der fürsorglichen Haushälterin Mrs. Hudson (Irene Handl) und Holmes leidet an der Unterforderung - es kommen keinerlei neue interessante Fälle. Er verbringt seine Leere mit Kokain, doch auf gutes Zureden von Watson besuchen sie diese Aufführung des berühmten russischen Ballett-Ensemble, das in London gastiert. Tatsächlich könnte Holmes einen neuen Auftrag haben, denn die berühmte Primaballerina Madame Petrova (Tamara Tournanova) braucht einen Samenspender für ihr Kind - es soll schön wie die Mama und so klug wie der mögliche Vater werden. So in die Enge getrieben, behauptet Holmes, dass er schon lange eine Beziehung mit Dr. Watson hat. Dieser schäumt vor Wut als er erfährt, dass sein Freund zu dieser Lüge griff, nur um die Pläne der Primaballerina zu durchkreuzen. Da bringt eines Abend eine Kutsche eine junge Frau (Genevieve Page) borbei, die der Kutscher in letzter Sekunde aus der Themse retten konnte. Es stellt sich heraus, dass die Frau Gabrielle Valladon heißt und ihren Mann Emile sucht. Interessanterweise wird Holmes von seinem Bruder Mycroft (Christopher Lee) gedrängt die Suche nach dem Vermissten aufzugeben. Doch der Detektiv denkt nicht daran. Die Spur führt Holmes, Watson und die attraktive Gabrilelle ins schottische Hochland, nach Inverness. Im nahegelegenen Loch Ness entdecken die Drei dann sogar die sagenumwobene Nessie...
und dies alles ist total gut mit ruhiger Hand inszeniert und macht irre Spass. Dabei begeistern vor allem die Musik von Miklos Rosza und die Kameraarbeit von Christopher Challies. Man merkt den Machern an, dass sie viel Spass mit der Geschichte hatten. Alles ist leicht amüsant dargestellt und es schwingt eine kleine Prise Melancholie mit, die beim Schlußakkord gebraucht wird, wenn man etwas von der Gefühlswelt des Meisterdetektivs erfährt. Auch wenn dem Film etwas der Biss fehlt und man vielleicht Wilders markante Note vermisst ist er doch herrlich schräg und die Unterteilung in zwei getrennte, ungleiche Geschichte macht großen Spass und sorgt für total gutes nostalgisches Filmvergnügen. Ich persönlich finde, dass der Film viel mehr Wertschätzung verdient hätte.
.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Billy Wilder goes Conan Doyle, 14. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Privatleben des Sherlock Holmes (DVD)
Wenn Billy Wilder Regie führte, durfte man Komödiantisches erwarten – und genauso kommt es in diesem Film aus dem Jahre 1970 auch.

Sherlock Holmes und sein treuer Sidekick John Watson entsprechen genau den liebevoll gezeichneten Klischees, wie wir sie alle mögen. Der Eine ein unruhiger, grandioser Analytiker, mit Hang zur Arroganz und wenig Empathie. Der Andere ein solider, verlässlicher, manchmal ein wenig trotteliger viktorianischer Arzt und Chronist. Natürlich dürfen die altbekannten Requisiten wie karierte Mütze, Tabakpfeife, Lupe, Drogennadel und Stethoskop nicht fehlen.

Wilder hat keinen klassischen Fall des Meisterdetektivs aus der Baker Street 221B verfilmt, sondern konstruierte eine Handlung, in der fünfzig Jahre nach Watsons Tod in den Gewölben einer Londoner Bank eine Truhe geöffnet wird, in der die Aufzeichnungen zu Holmes' persönlichsten Fall zu finden sind.

Dreh- und Angelpunkt ist eine Frau, DIE Frau im Leben des kopflastigen detektivischen Eigenbrödlers; nur heißt sie hier nicht wie gewohnt Irene Adler, sondern Ilse von Hoffmanstal, ihres Zeichens überzeugende Spionin im Dienste des Deutschen Reiches. Völlig durchnässt und halbtot wird sie aus der Themse gefischt und gibt Sherlock ab dann einige Rätsel zu lösen auf.

Viele Szenen bleiben im Gedächtnis haften: das verlassene Lagerhaus, in dem eine alte Frau im Rollstuhl Kanarienvögel züchtet; ein Zug Richtung Inverness, in dem Watson mit einer Gruppe grimmiger Schweigemönche Konversation zu betreiben versucht; Holmes & Watson vor und hinter der Bühne von „Schwanensee“, Und last but not least ein See ganz anderer Art, der berüchtigte Loch Ness. Dort wird Nessies Geheimnis gelüftet.

In einer feinen Nebenrolle Christopher Lee als Sherlocks Bruder Mycroft, dessen Diogenes Club – ebenso schweigsam wie die Trappisten – in allerlei versteckte Machenschaften verstrickt ist.

Ich sehe mir diesen Film alle paar Jahre wieder an und bin jedes Mal von seinem kindlichen, ohne Raser- und Kracherei auskommenden Charme angetan.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tragikomödie zu Sherlock Holmes, 19. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Privatleben des Sherlock Holmes (DVD)
Der 1970 unter der Regie von Billy Wilder entstandene Film "Das Privatleben des Sherlock Holmes" behandelt das etwas gespannte Verhältnis des kühlen investigativen Detektivs zum weiblichen Geschlecht auf. Dabei wird nach einer lustigen Eingangsepisode, bei der das kaiserlich-russische Ballett eine wichtige Rolle spielt, eine geheimnisvolle Fremde in Baker Street 221 b eingeführt, was Holmes und Watson auf die Spur eines britischen Geheimprojekts und diverser ausländischer Spione führt und am Ende eine weitere schwere Enttäuschung für Holmes mit sich bringt.

Die Charaktäre von Holmes und Watson werden zwar nicht getreu den Originalschriften von Arthur Conan Doyle dargestellt, doch auch schon in den Klassikern mit Basil Rathbone wurde Watson als noch größerer Trottel hingestellt und Holmes erscheint hier als dauerzynischer Dandy, der vor lauter flapsigen Bemerkungen vergisst seine sonst üblichen genial-logischen Schlussfolgerungen auszuführen.
Alles jedoch kein Beinbruch, den dieser Film ist als Parodie auf den Detektiv, der sich meisterlich selbst durch den Kakao zieht, und seine Zeit gedacht.

Insgesamt ein durchaus unterhaltender und atmosphärischer Film, der an die Doyleschen Werken oberflächlich angelehnt ist und den man als Parodie natürlich nicht zu ernst nehmen sollte.

Der Film an sich schwankt in meinem Empfinden zwischen 4 und 5 Sternen, einen Abschlag muss es jedoch für die nicht unbedingt berauschende DVD-Ausgabe geben:
Dass die Bildqualität nicht besonders gut ist, lasse ich mir bei einem 40 Jahre alten Film noch gefallen, aber die Tonqualität ist durchaus als schlecht zu bezeichnen, da man, um überhaupt etwas zu verstehen, erst die Anlage aufdrehen muss, eine Szenenauswahl, die eigentlich fester Standard ist, ist hier ebenso nicht vorhanden, wie ein deutscher Untertitel und jegliche Form filmspezifischer Extras (nicht mal der alte Kinotrailer).

Daher, primär wegen der DVD, nur 3 Sterne in diesem Fall von mir.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Guter Film, DVD eine Katastrophe, 14. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Privatleben des Sherlock Holmes (DVD)
Ich mag diesen Film, er hat Atmosphäre und die Ausstattung, die Schauspieler und die Landschaftsaufnahmen aus Schottland sind sehenswert.

Aber was bitte soll diese DVD? Erstmal ein Menu wie von einem Sharewareprogramm aus C64-Zeiten, lieblos, unscharf und unübersichtlich.

Dann kommtes richtig dick: der Ton ist so leise und dumpf daß ich meinen TV auf 95% Lautstärke aufdrehen musste (normal ca. 35%) und als Krönung ein unscharfes und matschiges Bild wie von einer Uralt-VHS-Kassette. Auch wenn der Film aus den 70er ist haben viele andere Filme aus dieser Zeit bewiesen daß man sie ordentlich auf DVD umsetzen kann.

Kurzum, eine große Enttäuschung, so was darf nicht sein.

2 Sterne für den Film als Solches, aber mehr ist bei dieser Version nicht drin.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absoluter Spitzenfilm! Meisterwerk!!!, 14. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Privatleben des Sherlock Holmes (DVD)
"Das Privatleben des Sherlock Holmes" ist die einzige Holmes-
Komödie die ich akzeptieren kann. Und das mit Hochgenus!!!
Billy Wilder hat hier mit genialer Regie einen viel zu wenig
beachteten,unterschätzten Klassiker gedreht.
Der besondere Vorzug des Films liegt in seiner Haltung gegen-
über Sherlock Holmes. Wilder treibt zwar Spaß mit Holmes,aber er macht sich niemals über ihn lustig. Das ist die Stärke von
"Das Privatleben des Sherlock Holmes" : Wir lachen mit
Holmes,jedoch zu keinem Zeitpunkt über ihn!
Sein reibungsloses Funktionieren verdankt diese Krimi-
komödie nicht nur ihrem genialem Regisseur sondern nicht zu-
letzt ebenso ihrer absolut superben Besetzung.
Robert Stephens gibt ein brilliantes Porträt eines Holmes
der hier und das ist wirklich ein fabulöser gag,als real
existierende Figur erscheint. Stephens gelingt es Holmes
gewisse,liebenswerte Arroganz mit einer Wärme und Verwund-
barkeit zu paaren die dieser stets zu verbergen sucht.
Ebenso lässt Robert Stephens Holmes vergrabenen Sinn für
Romantik fein abgestimmt anklingen. Holmes ist sich
seines tadellosen Rufes bewusst und will ihm gerecht
werden. Doch hat er immer wieder mit äusserst menschlichen
Schwächen und Gefühlen zu kämpfen. Der Film und sein
Hauptdarsteller liefern eine faszinierende Interpretation
dieses unsterblichen Charakters.
So grandios Stephens auch spielt,einen Großteil seiner
enormen Wirkung verdankt "Das Privatleben des Sherlock
Holmes" aber ebenso und vor allem Christopher Lee,welcher
Holmes mysteriösen und brillianten Bruder Mycroft mit
absoluter schauschpielerischer Virtuosität verkörpert!!!
Lee zieht in sämtlichen seiner Szenen geradezu magisch die
Aufmerksamkeit auf sich. Obwohl äusserlich Conan Doyles
Mycroft eher entsprechend konnte nicht einmal Robert
Morley in dieser Rolle mit Lee mithalten!!
Einfach ein Film an dem wirklich alles bis in die kleinste
Einzelheit stimmt!
"Das Privatleben des Sherlock Holmes" ist ein absolutes
Muß für jeden der sich als wahren Holmes-Fan betrachtet!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Das Privatleben des Sherlock Holmes
Das Privatleben des Sherlock Holmes von Robert Stephens (DVD - 2007)
EUR 12,79
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen