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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein packender Stummfilmthriller!, 16. Februar 2002
Von Ein Kunde
Beklemmend. Kalt. Neblig. Ein echter Hitchcock eben. Er liebt es, mit uns zu spielen. Wer ist der Mörder, vor wem müssen wir Angst haben?
Diese Frage liegt wohl fast allen Hitchcock-Filmen zugrunde. Und natürlich kommt es anders als man denkt. Der erste wirkliche Hitchcock. Hier wendet er zum ersten Mal seinen eigenen Stil an. Und doch weist der Film schon alle Merkmale für einen guten Thriller auf, man erkennt seine spätere Meisterhaftigkeit. Zudem ist es der erste Film, in dem er selbst zwei seiner berühmten Kurzauftritte hat. Damals geschah dies jedoch eher aus Mangel an Statisten. Ich möchte nicht zuviel verraten, finden Sie ihn selbst.
Ich kann allen jedem diesen Film wärmstens empfehlen, zum einen, weil er, wie schon gesagt, der erste richtige Hitchcock ist, und zum anderen, weil er wirklich gut ist. Fazit: Nicht nur was für Hitchcock-Fans, sondern für alle, die auf Spannung und eine packende Handlung stehen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Hitch, Thou Art My Father!", 7. Juni 2011
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lodger [UK Import] (DVD)
(Vorsicht, Spoiler!)

Wiewohl ein Stummfilm, so scheint "The Lodger", den Hitchcock im Jahre 1926 für Gainsborough Pictures drehte und der im Februar des Folgejahres erstmals gezeigt wurde, seinem Regisseur immer wieder "Papa" entgegenzurufen, und Hitchcock selbst bezeichnete François Truffaut gegenüber "The Lodger" als seinen ersten wirklichen Film, denn bei den Dreharbeiten habe er erstmals freie Hand gehabt, seinen eigenen Stil umzusetzen. So erzählt er Truffaut denn auch begeistert von seinem Versuch, einen Polizeiwagen so von hinten zu filmen, daß die Köpfe der zwei Insassen durch die Fenster der hinteren Tür wirken sollten, als seien sie zwei Pupillen, was dem Auto das Aussehen eines Gesichts mit zwei mißtrauisch um sich blickenden Augen verliehen hätte. Diese Idee konnte in der Praxis allerdings nicht ganz umgesetzt werden, doch andere Ideen waren realisierbar, und diese tragen eindeutig des Meisters Handschrift.

"The Lodger" basiert auf dem gleichnamigen Roman Marie Belloc Lowndes', die sich wiederum von einer Anekdote des Malers Walter Sickert hatte inspirieren lassen. Sickert behauptete, daß ihm, als er sich ein Zimmer in London mietete, die Wirtin gesagt habe, Jack the Ripper sei der Vormieter gewesen. In Hitchcocks Film geht es um einen Serienmörder, der sich "The Avenger" nennt und der bei seinen Opfern - allesamt jungen, blonden Frauen - stets einen Zettel mit seinem - sagt man hier? - nom de couteau hinterläßt. Im Zentrum des Filmes steht ein ältliches Ehepaar (Marie Ault und Arthur Chesney), dessen Tochter Daisy (June), eine junge, blonde Frau, als Modell für Kleidung arbeitet und mit Joe (Malcolm Keen), einem Polizeibeamten, verbändelt ist. Die Unruhe zieht ein ins Haus unserer Familie, als eines Abends plötzlich ein hochgewachsener, distinguierter junger Mann (Ivor Novello) vor der Tür steht und zwei Zimmer mietet. Rasch hat Daisys Mutter den Verdacht, bei ihrem neuen Untermieter müsse es sich um den Rächer handeln, denn er erträgt den Anblick der im Zimmer aufgehängten Konterfeis junger blonder Frauen nicht, geht nachts heimlich aus dem Hause und kommt verstohlen zurück und ist von tiefer Unruhe beseelt, so daß durch sein ewiges Auf- und Abgehen in seinem Zimmer unten bei den Wirtsleuten der Kronleuchter zu wackeln beginnt.

Auf diejenigen, die noch nicht der Meinung verfallen sind, Filme müßten unbedingt in 3D und mindestens zur Hälfte am Computer hergestellt sein, kann "The Lodger" auch heute noch faszinierend und spannend wirken. Die typische Hitchcock-Handschrift etwa zeigt sich in der Szene, in der Ivor Novello von unten durch einen Glasboden gefilmt wird, während er in seinem Zimmer ruhelos umhertigert und der Kronleuchter wackelt. Auch der Auftakt des Filmes, das Bild einer in Todesangst schreienden Frau, deren blonde Haare wie ein Heiligenschein ihr Gesicht umfassen, wurde mit einer Glasplatte und speziell gewählter Belichtung gedreht. Doch Hitch nutzte zudem alle Arten von Schatten schon sehr bewußt. Schlichtweg atemberaubend ist die Szene, in der wir uns - dank eines frontalen dolly shots - aus der Perspektive des Mieters dem Haus zum ersten Mal nähern, wobei der Schemen des jungen Mannes unheilvoll auf die Tür fällt. Etwas Ähnliches, allerdings ohne den eigenwilligen frontalen dolly, kann man später in Alexander Mackendricks "The Ladykillers" (1955) sehen. Kurze Zeit später öffnet der Mieter ein Fenster, und sein Gesicht ist gezeichnet durch ein dunkles Kreuz, einen Schatten, den das Fenstergitter wirft.

Aber die Schule des Stummfilms hat wahrscheinlich auch sonst dazu beigetragen, daß Hitchcock die Kunst entwickeln konnte, Dinge zu zeigen, anstatt nur über sie reden zu lassen. Daß der tumbe und grobschlächtige Joe, der sich brüstet, der Tag, an dem er dem Rächer die Schlinge um den Hals lege, werde auch der Tag sein, an dem er Daisy einen Ring aufsetze - welche Frau würde bei einem solch feinsinnigen Antrag und einer derart romantischen Assoziationskette nicht schwach? - bei Daisy keine Chance hat, erkennt man beispielsweise schon früh durch das Spiel mit den Teigherzen, das zwischen den beiden scheinbaren Liebenden stattfindet.

Doch auch in anderer Hinsicht ist "The Lodger" typisch Hitch. So hat der Regisseur hier seinen ersten Cameo, bedingt noch nicht durch das Kalkül, ein Markenzeichen zu setzen, sondern schlicht durch das Zuspätkommen eines Statisten. Ebenso das Bemühen eines Unschuldigen, sich ungerechtfertigter Verfolgung zu entziehen, wird am Ende des Filmes, als eigentlich schon klar ist, daß Novello unschuldig sein muß, sehr spannend in Szene gesetzt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß Hitchcock hier ein wenig schmeichelhaftes Bild von der Sensationsgier und dem Geschäft mit der Angst zeichnet, die sich die Medien zunutze machen. So verkünden die Zwischentitel "Murder - Wet from the Press" und "Murder - Hot over the Aerial", ein Zeitungsverkäufer frohlockt, der Dienstag - der Tag, an dem der Rächer stets zuschlägt - sei sein Glückstag geworden, und eine Großaufnahme zeigt durch Überblendung wechselnde Gesichter von Nachrichtensprechern, die das grausige Geschehen in genußvoller Aufregung kommentieren. Und der immer wieder auftauchende Werbespruch "Tonight - Golden Curls" bekommt eine makabere Bedeutung. Dieser Werbespruch, der den am Anfang gezeigten Mord kommentierte, kehrt zudem - dies wohl ein Zeichen des typischen Hitchcock-Humors - auch am Ende im Hintergrund als Neonwerbung wieder, wenn wir ein weiteres blondes Frauengesicht - diesmal aber ein lächelndes, nämlich Daisys - in Großaufnahme sehen, das den Film beschließt.

Übrigens ist "The Lodger" auch in den Schwierigkeiten, die der Regisseur hatte, typisch für Hitch. So wie Cary Grant in "Suspicion" (1941) natürlich unmöglich der Böse sein konnte - was den Film meiner Meinung nach ein wenig vorhersehbar macht -, so konnte auch Ivor Novello, d a s Schauspielidol seiner Zeit und nebenbei ein mit begnadeter Stimme ausgestatteter Sänger und später - nobody's perfect - Autor verschiedener Musicals, natürlich am Ende nur unschuldig sein. Diese Forderung von Gainsborough Pictures vermasselte einerseits Hitchcocks Plan, ein ambivalentes Ende zu kreieren, das des Mieters Schuld oder Unschuld im dunkeln lassen würde, doch andererseits erlaubte es ihm, schon früh ein Motiv filmisch umzusetzen, das später in seinen Werken immer wiederkehren sollte - den verzweifelten Kampf eines Mannes, seine Unschuld an einem Verbrechen zu beweisen; hier hat der Mieter, von einer wütenden Meute verfolgt, freilich erst einmal ganz andere Sorgen.

Novello hat 1932 den Stoff nochmals verfilmt, doch Hitch lehnte das Angebot, hierbei die Regie zu übernehmen, ab. John Brahm hat 1944 dann mit Merle Oberon und Laird Cregar ein weiteres Mal "The Lodger" umgesetzt, wobei die Titelfigur diesmal allerdings der gesuchte Serienmörder war.

Nicht nur für Verehrer Hitchcocks und Freunde alter Filme dürfte Hitchs "The Lodger" ein Leckerbissen sein, sondern für all jene, die sich für den Film als Kunstform interessieren.
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geniales Stummfilmwerk, 1. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Lodger [UK Import] (DVD)
Ich bin eigentlich kein großer Fan von Stummfilmen, aber diesen Film, einer der ersten von Hitchkock, kann man sich sehr gut ansehen. Er hat eine spannende Story und ist, für die Stummfilmzeit, sehr gut umgesetzt. Das Genie des großen Meisters ist schon an vielen Stellen sichtbar. Besonders die Szene mit dem durchsichtigen Boden, der die Deckenlampe untendrunter schaukeln lässt,weil der Untermieter über den Köpfen der Familie hin und her läuft, ist eine große filmerische Leistung.
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Lodger [UK Import]
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