Kundenrezensionen


91 Rezensionen
5 Sterne:
 (41)
4 Sterne:
 (17)
3 Sterne:
 (8)
2 Sterne:
 (10)
1 Sterne:
 (15)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Sekunde der Zerstörung...
"Irreversibel" bedeutet Nichtumkehrbarkeit. Gaspar Noe wählt aber für seine Erzählung den Rückwärtsgang, also eine umgekeherte Chronologie wie sie bereits in "Memento" erfolgreich und innovativ eingesetzt wurde.
Noe wählt diesen dramaturgischen Schachzug um das Thema des Film "Zeit zerstört alles" zu untermauern.
Der Film...
Veröffentlicht am 16. Dezember 2009 von Ray

versus
41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich weiß einfach nicht, wie ich diesen Film bewerten soll
Man kann auf der einen Seite sagen, dass die im Film dargestellte Gewalt der oft grausamen Realität entspricht und der Regisseur versteht es sicherlich, mit der Art der Kameraführung Atmosphäre zu erzeugen, auf der anderen Seite muss man sich einfach fragen, ob es sein muss, immer und immer wieder zu provozieren. Denn das tut "Irreversibel"...
Veröffentlicht am 9. September 2007 von hippie_guy


‹ Zurück | 1 210 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Sekunde der Zerstörung..., 16. Dezember 2009
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Irreversibel (DVD)
"Irreversibel" bedeutet Nichtumkehrbarkeit. Gaspar Noe wählt aber für seine Erzählung den Rückwärtsgang, also eine umgekeherte Chronologie wie sie bereits in "Memento" erfolgreich und innovativ eingesetzt wurde.
Noe wählt diesen dramaturgischen Schachzug um das Thema des Film "Zeit zerstört alles" zu untermauern.
Der Film beginnt bereits mit sehr eigenwilligen und gewöhnungsbedürftigen Vorspann: Die Titel und Namen ziehen rückwärts durchs Bild, manche Buchstaben sind spiegelverkehrt geschrieben.
Dann monotone Geräusche, jeder dieser Schläge präsentiert einen Nachnamen: Cassel, Dupontel, Bellucci und Noe.
Die drei Hauptdarsteller und der Macher.
Dann beginnt die Geschichte an ihrem Ende. In einem Zimmer unterhalten sich zwei Männer, der eine schon etwas betagt, graues Haar und nackt. Er erzählt dem anderen vom Mißbrauch an der eigenen Tochter.
Dann schwenkt die Kamera aus dem Fenster, nach unten - ein Blick auf den schwulen S/M-Club "Rectum", es ist Nacht und Blaulicht ist zu sehen. Ein verletzter Mann auf einer Krankenbahre und ein weiterer werden von der Polizei abgeführt.
Es handelt sich um den cholerischen Marcus (Vincent Cassel) und den ruhigen Pierre (Albert Dupontel), beide wohl befreundet.
Dann schildert der Film, was alles passierte: In den dunklen Gängen des rot geleuchteten Kellerclubs macht der Zuschauer eine höchst eigenwillige Seherfahrung: Nur gelegentlich wird die Szene klar erkennbar sein. Kleine Personengruppen, nackte Körper, sexuelle Szenen, die der Film für Sekunden offenbart. Darüber liegt ein pulsierend rhythmiserter Techno-Klangteppich, der zum ständigen Stöhnen vieler Männer passt.
Marcus sucht den Mann namens El Tenia (Bandwurm). Der Mann, der seine Freundin Alex (Monica Bellucci) in einer Straßenunterführung anal vergewaltigt hat und sie danach aggressivst ins Koma prügelte...
Tatsächlich ist "Irreversibel" ein extrem krasser Film, denn die beiden Gewaltszenen, die der Film in schonungsloser Offenheit zeigt, haben es in sich.
Die nächtliche Metropole Paris wird gezeigt als die reinste Hölle.
Noch habe ich mich nicht erholt von der mit dem Feuerlöscher bearbeiteten undefinierbaren Masse von Gesicht, da schockiert der Film nachdrücklich mit einer 9-minütigen, nahezu endlos wirkenden, fast statischen Einstellung einer Vergewaltigung, die als Zerstörungsakt und grösste Erniedrigung für das Opfer angelegt, den Zuschauer wie ein Schlag in die Magengegend trifft.
Eine vergleichare Szene im Film kenne ich nicht, diese Sequenz brennt sich unmittelbar ins Unterbewusste.
Kein Film, den ich mir wieder mal ansehen möchte. Aber als radikaler und existenzieller Kommentar zu den Themen Leben, Liebe, Hass, Zeit und Zerstörung sehr nachdenklich stimmend.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


43 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Suche nach der ursprünglichen Kausalität, 27. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Irreversibel (DVD)
Am leichtesten täte man sich bei einer Rezension über diesen Film, könnte man ihn nur aus einem einzigen Blickwinkel betrachten. Man könnte ihn leicht bewerten, ließe man die Handlung gänzlich beiseite und konzentrierte sich nur auf die Handwerkliche Begabung des Regisseurs. Als Gesamtkonzept erfordert dieser Film gewisse Spitzfindigkeiten des Rezensenten, ihn nicht als allzu einseitig dazustellen. Ich hoffe sehr, dieser Anforderung auch nur im Entferntesten gerecht zu werden.

Die Handlung beginnt in einem kleinen Zimmer bei gedrückter Atmosphäre, wo sich zwei Charaktere über irgendwelche Banalitäten unterhalten (einer von beiden ist der Protagonist aus Noes erstem Film „Menschenfeind“). Nach kurzer Zeit wird deren Gespräch von etlichen Polizeisirenen übertönt und die Handlung nimmt ihren Lauf, indem die Kamera dem bedrückenden Szenario, wie eine Fliege, durch das offene Fenster entwischt.

Die Kamera ist bei diesem Film eine Art unmittelbarer Erzähler. Gaspar Noe erfindet mit der hektischen Art der Kameraführung das Rad zwar nicht neu, aber er modifiziert es doch beträchtlich und gleicht es an seine Bedürfnisse an. Der Betrachter sieht zunehmend wie sich Fachbuchwissen mit persönlicher Kreativität vermischt und erfreut sich aus diesem gedanklichen/ bildlichen Cocktail aus verschiedenen Stilmixen. Noch dazu wird diese erwähnte Hektik sehr gut von der Filmmusik untermalt, die letztlich den letzten Funken Spannung aus den einzelnen Szenen heraus kitzelt.

Was dann folgt ist die episodenhafte Schilderung der Vorkommnisse. Dabei bedient sich der Erzähler/ Regisseur der Kunst, seine Geschichte in eine retrospektive Chronologie zu bannen. Vom Ende der Geschichte durchlebt der Betrachter alle Episoden einer zusammenhängenden Handlung. Im Gegensatz zu sonstigen Filmen, wird der Spannungsbogen sogleich wissentlich vom Regisseur zerstört. Wartet man bei anderen Filmen auf ein fulminantes Ende, so wird bei diesem Film das Ende unmittelbar nach Beginn verraten. Der Betrachter wird viel eher dazu gezwungen darüber nachzusinnen, inwieweit die rückwärts ablaufenden Episoden zusammen hängen und wo der tatsächliche Fluchtpunkt liegt, in dem die Handlung eine Rechtfertigung erfährt. Der Betrachter sucht somit nach der ersten, möglichen Kausalität, - obwohl ihm das Ende/ oder deren Resultate schon längst bekannt sind. Die Handlung selbst erneut zu schildern, würde keinen großen Sinn machen, denke ich.

Der Grundtenor des Werkes scheint von Anfang an ein trister zu sein, spielt doch der gesamte Film (bis auf die vorletzte Szene) nachts. Neben den bereits erwähnten Attributen, welche dieses Werk auszeichnen (Kamera, Plot, Musik), ist wohl die schauspielerische Leistung der Agierenden wohl der größte Pluspunkt. Monica Bellucci und Vincent Cassel verleihen dem Film ein ganz eigentümliches Flair, - v.A. wenn man bedenkt, dass sie im echten Leben verheiratet sind und ein gemeinsames Kind haben.

Fazit:

Nichts für Hollywoodcineasten! Ein recht beachtlicher Film über das Spektrum menschlicher Abgründe, gekonnt verpackt und von großartigen Schauspielern in Szene gesetzt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich weiß einfach nicht, wie ich diesen Film bewerten soll, 9. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Irreversibel (DVD)
Man kann auf der einen Seite sagen, dass die im Film dargestellte Gewalt der oft grausamen Realität entspricht und der Regisseur versteht es sicherlich, mit der Art der Kameraführung Atmosphäre zu erzeugen, auf der anderen Seite muss man sich einfach fragen, ob es sein muss, immer und immer wieder zu provozieren. Denn das tut "Irreversibel" zweifelsohne.
Dennoch: Dass es sich um Gewaltverherrlichung handelt, würde ich nicht sagen, das Ganze ist so grauenhaft dargestellt, dass es auf mich eher abschreckend wirkt. Es steckt auch kein Ausschlachten dahinter wie oft bei Mel Gibson (übertrieben spritzendes Blut, Zeitlupen etc), sondern eine eher nüchterne Betrachtungsweise. Das allerdings macht das Ganze eher nur noch bedrückender.
Ich kann jedenfalls sowohl die Leute verstehen, die nur einen Stern geben, aber eben auch die, die fünf vergeben, denn verstörend ist der Film allemal (daher dann letztlich auch die drei Sterne).
So war ich in der entsetzlichen Vergewaltigungsszene (spätestens als dieses miese !%$§ angefangen hat, die Frau zu treten und zusammenzuschlagen), dann auch kurz davor, den DVD-Player auszuschalten, nachdem mich schon das mit dem Feuerlöscher arg mitgenommen hatte und der obligate Griff zur Zigarettenschachtel erfolgt war.
Ich gebe zu, dass der Film viel Interpretationsspielraum bietet und dass das beiliegende Textbuch einige interessante Denkanstöße liefert. Die Schauspieler sind ebenfalls sehr gut.
Dennoch werde ich mir den Film nie wieder ansehen. Es gibt bestimmte Filme, die kann man (in bestimmten Fällen auch muss man) gesehen haben, aber das reicht dann auch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


35 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Radikales Meisterwerk - Jenseits von Eden!, 4. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Irreversibel (DVD)
Am Ende des Filmes war ich im Kino zutiefst verstört! Dieser Film macht keinen Spaß, dieser Film ist keine leichte Unterhaltung und dieser Film bleibt einem unweigerlich im Gedächtnis. Irreversibel erfüllt keine Erwartungen an vertraute Dramaturgien - weil die tragische Geschichte rückwärts erzählt wird, weil der Bösewicht der Rache entkommt und weil das Leben aller anderen Protagonisten zerstört ist. Zwei Jahre später habe ich mir die DVD dann doch gekauft und diesen Film wieder angeschaut. Jetzt sehe ich die Geschichte mit anderen Augen: Irreversibel ist ein radikales, ultrabrutales und gleichzeitig zärtliches Meisterwerk ohne Kompromisse. Der Regisseur zeigt eine Hölle der sinnlosen Gewalt und menschenverachtenden Egoismus. Liebe, Vertrauen und Verantwortung werden in ebenso unvergesslichen Bildern präsentiert, das einem die Tränen kommen müssen. "Die Zeit zerstört alles", heißt es am Anfang - nur diesem Film wird sie nichts anhaben können...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Am Anfang war der Urknall, 15. Mai 2007
Von 
Tilo Gorek (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Irreversibel (DVD)
Man würde wohl ziemlich verstört und desillisioniert sein, wenn der Film von Anfang bis Ende gedreht würde. Noe wußte wohl, das er hier einen rabenschwarzen Film machte und drehte so von Ende bis Anfang. Der Film wäre sonst nicht auszuhalten gewesen. Zudem geht es nun mal um "mehr", als um das Schicksal der drei Personen, deren Leben in einer einzigen Nacht physisch und seelisch zerstört wird. Die Zeit zerstört alles, also auch die Ursache für das Unglück dieser drei Personen. Doch hilft das dem Zuschauer auch nicht wirklich weiter. Und so sehen wir am "Ende" des Films ein vergnügliches Trio auf dem Weg zu einer Party, welches so authentisch rüberkommt, das man schon wieder lächeln kann. Doch eine der schönsten Szenen der Filmgeschichte schlechthin ist die Aufwachszene von Belucci und Cassel. Doch muß der Zuschauer dafür vorher durch die Hölle gehen. Und es tut auch weh, diese Szene zu sehen, mit dem Wissen, was den beiden in der Nacht noch geschieht. Und so bleibt nichts, als ein bißchen Selbstbetrug, um diese Szene genießen zu können.

Und der Schluß. Nun. Am Anfang war der Urknall. "Die Zeit zerstört alles."

Viel Emotionen und doch ein Film für den Kopf. Gelungen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dramatisch, intensiv, erschütternd, fesselnd, 8. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Irreversibel (DVD)
Dieser Film ist sicherlich nichts für schwache Gemüter, soviel ist sicher. Um ihn zu verstehen, muss man ihn so nehmen wie er ist und das sehen, was der Regisseur zeigen will. Der Film strahlt eine Intenität aus, die man nur selten sieht und schafft eine Atmosphäre, die gerade wegen der explitzit dargestellten Gewalt, realistisch wirkt. Man kann sich fragen, ist die Vergewaltigungsszene notwendig? Ich meine ja. Und das aus einem Grund. Es entspricht der Realität! Der Regisseur nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in die Abgründe menschlichen Handelns. Seien es die anfänglichen Szenen im Schwulenclub, wo abgründige Sachen gezeigt werden oder Vergewaltigungsszene selbst. Er zeigt sie ungeschönt, so wie sie sind und so, wie sie vorkommen! Jeder der meint, das sie fehl am Platz sind, will die Wirklichkeit nicht wahrhaben. Natürlich schauen wir bei solchen Szenen lieber weg. Genauso wie wir in der Realität wegschauen (würden). Aber das ist es gerade. Hier wird aufgefordert zuzusehen, nicht vor der Wirklichkeit zu fliehen und das rechne ich ihm hoch an. Er zeigt, wie ein Leben (oder besser zwei Leben, denn sie war ja zu dem Zeitpunkt schwanger, wie wir am Ende erfahren) zerstört wird und der falsche dafür zur Rechenschaft gezogen wird. Damit verdeutlicht er die Sinnlosigkeit und die ist leider sehr häufig bei den schlimmsten Geschehnissen präsent.
Der Film ist wie ein Weckruf aus dem gewohnten, gesitteten Kino, dass uns der Realität beraubt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jeder Alptraum kann nur schöner sein als dieser Film..., 27. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Irreversibel (DVD)
Es gibt Filme die man danach sofort wieder vergißt. Dann gibt es Filme die zum Nachdenken anregen und noch einige Wochen/Monate in Erinnerung bleiben. Schließlich gibt es dann noch eine Handvoll Filme die man vermutlich nie wieder vergessen wird!
Und dazu zähle ich den Kino Kontrovers Film "Irreversible" - Ein verstörendes, grausames und brutales Machwerk über die größte Bestie überhaupt: Dem Menschen!

Bereits der Vorspann macht klar, dass dieser Film sehr anders ist als alle anderen. Die Namen der Schauspieler/Produzenten flimmern spiegelverkehrt und schräg laufend über den Bildschirm.
Die Handlung des Films spielt von "hinten nach vorne". Man weiß quasi nach den ersten 10 Minuten bereits wie der Film im Endeffekt ausgeht. Jedoch liegt der Schwerpunkt im Rest des Films darauf, wie die Protagonisten zu solchen brutalen Handlungen fähig wurden bzw. was der Auslöser dafür war.
Vor der eigentlichen Story sieht man übrigens eine kurze Sequenz (Einleitung) aus dem Film "Menschenfeind" in der der Protagonist aus dem besagten Film ein paar Sätze spricht ;-).
Der farbliche Stil des Films "Irreversible" orientiert sich zudem auch ziemlich an seinen Vorgänger. Es gibt nicht wirklich warme oder fröhliche Farben. Die gesamte Stadt wird in seinen Farben eintönig, trostlos und kalt dargestellt was ich sehr passend finde.
Monica Belluci in einer der Hauptrollen wird hier Opfer einer Vergewaltigung. Diese Szene ist wohl eine der verstörendsten und menschenverachtensten die ich bisher gesehen habe. Hier habe ich mich wirklich gefragt ob das nicht zuviel war...
Aber nicht nur diese eine Szene ist Grund dafür warum der Film einen regelrecht umhaut. Es gibt hier eine Menge Szenen und Dialoge die einen wie ein Vorschlaghammer treffen und nicht mehr aus dem Kopf gehen. Es ist absolut krass wie einem hier gezeigt wird wie grausam der Mensch eigentlich sein kann und wie tief man sinken kann.
Auch spiegelt der Film auch heute noch aktuelle Themen wieder! Das "Wegsehen und nicht handeln bzw. helfen wollen" der Menschen bei Gewaltverbrechen passiert leider heute noch viel zu oft und ist fast täglich den Medien zu entnehmen. Wer sich den Film ansieht der wird es sich in Zukunft wahrscheinlich dreimal überlegen einfach wegzusehen da hier sehr deutlich gezeigt wird welches Leid die Opfer dadurch ertragen müssen.

Zur DVD:
Bild und Ton an sich sind sehr zufriedenstellend. Wie gesagt ist der Film in seiner Aufmachung (farblicher Stil) sehr gewöhnungsbedürftig und einige "verstörende" Kamerafahrten brachten mich echt fast zur weißglut da man sich sehr gut auf das Geschehen konzentrieren muss (Vor allem in dunklen Szenen). Aber im nachhinein fand ich es doch recht paßend, da dadurch alles noch um einiges "verstörender" wirkt.

Irreversible muss man sich einfach mal ansehen. Die anderen Rezensenten und Ich können hier viel beschreiben und erzählen, jedoch MUSS man ihn einfach gesehen haben um alles zu verstehen und sich selbst ein Bild davon zu machen. Aber Vorsicht: Dieser Film ist genau wie sein Vorgänger "Menschenfeind" nichts für Personen mit instabiler Psyche oder schwachen Nerven. Diese werden bald abschalten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kunstwerk!, 15. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Irreversibel (DVD)
Was Gaspar Noé hier abgeliefert hat ist schlicht und ergreifend ein Meisterwerk:

Alles fängt mit der Erzählstruktur an: Alles wird konsequent rückwärts erzählt, was innovativ ist, aber noch nicht bahnbrechend. Im gesamten Film wurde KEIN EINZIGER SCHNITT gemacht, sondern alles ist äußert flüßig und nur durch gute Übergangspassagen retuschiert. Die Kameraführung die sehr verwirrend am Anfang ist, beruhigt sich zunehmend, da sie meiner Ansicht nach die Gefühle der Personen unterstreicht. Das alles zusammen ist schon einen Blick wert.

Wer Gewalt nicht gut sehen kann, der sollte sich vielleicht überlegen, ob er hier zuschlägt; der Film heißt im Original: Die Zeit zerstört alles. Es gibt Gewaltorgien (Ich sag nur Feuerlöscher, und eine Vergewaltigung)Und wahrhaftig die Hauptfigur wird nicht nur vergewaltigt, nein sie wird zerstört. Das ist im allgemeinen sehr drastisch umgesetzt und abstoßend.

Für meine Vorredner, die diesen Film wwutentbrannt verteufelt haben, tut es mir Leid, wenn sie bzgl. Gewalt schlechte Erfahrungen gemacht haben sollten, aber für mich als unbefangenen Zuschauer, hatte der Film keinen Gewaltverherrlichenden Touch, sondern einen abstoßenden.

Dieser Film zeigt leider was Wirklichkeit heißt und ist ein Denkmal an eine kalte, düstere und zerstörte Welt!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


42 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstörend und tragisch, 30. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Irreversibel (DVD)
Verstörender als "Irreversivel" kann ein Film nicht sein. Rückwärts erzählt wird dem Zuschauer die Dynamik und die Tragik dieses Abends erst klar. Wenn man dann die Schlusssequenz gesehen hat, wähnt man sich in einem Albtraum. Der reichlich belanglose Abend, der die Geschichte eines jungen Paares und des Exfreundes der Hauptdarstellerin schildert, findet nach einem Streit eine grauenhafte Wendung. Die Vergewaltigungsszene in ihrer Detailliertheit und Länge geht an die Nieren. Der folgende Racheakt, die Selbstjustiz der beiden Männer, die von blinder Wut geleitet wird, ist verstörend und surreal. Dass am Ende der Vernünftige der beiden Männer, der Exfreund, zum Täter wird, macht das Ganze noch dramatischer.

Dieser Film ist in keinem Fall leichte Kost, aber er zeigt, wie schonungslos das Leben sein kann. Er zeigt, dass Gewalt und Hass vor niemandem Halt machen. Es kann jeden treffen, in jeder Situation. Und die Angehörigen der Opfer werden selbst zu Tätern.

Die Freigabe ab 18 Jahren ist vollkommen gerechtfertigt. Das ist kein Kuschel- oder Popcornkino, das ist erschreckend glaubwürdig und beinahe zu nah am tatsächlichen Leben. Dennoch: Empfehlenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schockierendes visuelles Meisterwerk über Konkurrenz, Liebe und Gewalt, 20. September 2008
Von 
Dominic Berlemann "luhdieu72" (Outpost of Progress) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Irreversibel (DVD)
Jedem Filmliebhaber, der bereits Gaspar Noes misanthropischen Schocker "Menschenfeind" gesehen und für gut befunden hat, wird auch in diesem extremen Film auf "seine Kosten kommen." Thematisch durchaus mit seinem Vorgänger vergleichbar - es geht anscheinend darum, männliche Gewalt zum Sujet zu machen - muss man diesen Streifen wohl primär als visuelles und formales Meisterwerk bezeichnen. Der Film beginnt mit einer längeren alptraumhaften Sequenz, in der die Freunde Marcus und Pierre einen auf SM-Praktiken spezialisierten Pariser Gay-Nightclub aufsuchen, um Rache an einem Gast dieses Klubs zu nehmen, den beide für den Vergewaltiger von Marcus' Freundin Alex halten. Der unschuldige Gast bricht zunächst Marcus, dem Freund von Alex, den Arm, um daraufhin von Pierre, der ebenfalls einst mir Alex liiert war, in extrem brutaler Weise mit einem Feuerlöscher zu Tode geprügelt zu werden, während der eigentliche Täter dem Geschehen beiwohnt und als Zuschauer seine sadistischen Gelüste ausagieren kann. Vom Zeitpunkt des Mordes an dem Klubgänger arbeitet sich der Film in einzelnen Episoden immer weiter zurück und präsentiert auf diese Weise eine Art Rekonstruktion dieses verhägnisvollen Abends und porträtiert die Lebensweisen der involvierten Akteure. Dabei sind die beiden Freunde von Alex als ungleiche "Brüder" gezeichnet. Ihre Gemeinsamkeit besteht in ihrer Liebe zu Alex, während sie sich ansonsten wenig gleichen. Pierre ist ein zurückhaltender, weltabgewandter Intellektueller, während der koksende Marcus eher den extrovertierten Lebemann gibt, dem sein Hirn bisweilen in die Hose rutscht. Filmisch sind die Szenen in großartiger Weise aufgenommen und inszeniert, komplexe merhminütige Kamerafahrten mit verfremdenden Perspektiven ohne sichtbare Schnitte, begleitet von einem hypnotischen Soundtrack, vermitteln einen verstörenden Eindruck von der psychotischen Dimension, die der Abend annimmt. Die Gewaltszenen des Films sind extrem schockierend und so explizit, dass man allerdings die Frage stellen muss, ob nicht wirklich sadistisch veranlagte Zuseher die einzigen sind, die den Streifen in voller Länge ertragen. Allerdings wird man auf der Beziehungsebene doch mit einer durchaus interessanten Dreiecksgeschichte konfrontiert, in der allerdings sozial wieder einmal Hormone über den Geist triumphieren (komisch nur, dass letztlich doch der Mensch als denkendes Tier die Natur nach seinen Wünschen formt, nicht umgekehrt - allen Tsunamis, Tornados und Erdbeben zum Trotz). Außergewöhnlich ist durchaus, dass nicht der als "Gorilla" apostrophierte Marcus zum Mörder mutiert, sondern der so distanzierte und abgehobene Pierre, der im Grunde die These verköpert, dass ein hoher Grad an Intelligenz unter bestimmten ungünstigen Umständen zu besonderen Grausamkeitsexzessen führen kann, ohne das notwendigerweise komplizierte Rachepläne geschmiedet werden müssten. Diese bedeutsame Fragestellung hätte man allerdings auch ohne die extrem direkte Darstellung physischer wie sexueller Gewalt zur Darstellung bringen können. Andererseits vermittelt der Film durch diese Explizitheit ein Gefühl der wahren Tragweite solch brutaler Verbrechen, die mir Rücksicht auf das Publikum im Allgemeinen verharmlost werden müssen. Und genau das ist die Stärke dieses Werks von Gaspar Noe: Gewalt als Erfahrung wird nicht ästhetisiert oder sonstwie verbrämt, sondern in ihrer nackten Rohheit technisch anspruchsvoll in Szene gesetzt - ganz unromantisch und trotzdem zutiefst berührend. Und das ruft natürlich bei jedem halbwegs friedliebenden Menschen Abscheu hervor. Ein kontroverser Film, der trotz seines wenig alltagstauglichen SM-Appeals aber auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinerlässt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 210 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Irreversibel
Irreversibel von Monica Bellucci (DVD - 2004)
EUR 15,90
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen