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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen30
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am 31. März 2007
An diesem Film scheiden sich wirklich die Geister: für die einen hoffnungslos überbewertet, für die anderen ein geniales Meisterwerk - ich gehöre zur letzteren Kategorie...nachdem ich diesen Film in den letzten 25 jahren bestimmt an die zwei Dutzend Mal gesehen habe kann ich mich bis heute nicht sattsehen an dieser Geschichte. Man mag sich daran stören daß es keine Auflösung im klassischen Sinne gibt, aber es geht auch nicht um die Lösung des Vorfalls, sondern um die Auswirkungen auf das Umfeld - und hier hat Regisseur Weir ein absolutes Meisterwerk geschaffen. Ich besitze inzwischen fünf verschiedene DVD-Versionen dieses Films - aber die Kinowelt-Version ist die optisch und tontechnisch absolut brillanteste die mir bislang in die Hände gekommen ist, zudem hat sie den Vorteil daß sie die einzige Fassung ist die die entfernten Szenen der alten Kinoversion beinhaltet (und zwar, entgegen der Aussagen anderer Rezensenten hier, tatsächlich alle ! - auch ich habe die alte VHS- und die TV-Version...). Wer Zugriff darauf hat sollte sich allerdings die (unverständlicherweise nur in Australien erschienene) Doppel-DVD besorgen: allein die fast vier Stunden Bonusmaterial sind das Geld wert. Hier gibt es zusätzlich zum Film noch acht verschiedene Bonusfeatures, u.a. eine zweistündge Dokumentation die sehr viele Fragen des Films beantwortet (und in der lustigerweise außer dem Regisseur niemand den Director's Cut für gut befindet), eine 1975 gedrehte Dokumentation die aufzeigt daß es sich hier, entgegen anderer Aussagen, tatsächlich um eine wahre Geschichte handelt (die sich allerdings in den 1870ern ereignete, es wird aber auch u.a. ein Gedenkstein für die damals vermissten Mädchen gezeigt etc.), sehr aussagekräftige Interviews mit den Machern und Darstellern sowie eine Tour zu den damaligen Schauplätzen und Drehorten. Sehr interessant auch: eine Kurzfilm-Version der Geschichte aus dem Jahr 1969 die ein damals 13jähriger Schüler gedreht hat. Für Fans dieses Films ein absolutes Muss !
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am 26. August 2004
... ist nur eines der Themen, die dieser stimmige Film, ein frühes Werk des australischen Regisseurs Peter Weir, aufgreift.
Australien, im Jahre 1900. Das Appleyard College, ein Internat für höhere Töchter plant einen Ausflug für den Valentinstag an den Hanging Rock im australischen Busch. Alle Mädchen sind begeistert - fast alle: Sarah darf nicht mitfahren, denn der Vormund des Mädchens hat schon seit Monaten ihr Schulgeld nicht bezahlt.
Schon im Vorfeld nimmt der Film den Zuschauer mit der Atmosphäre unterdrückter Emotionen gefangen. Die Befreiung davon erfolgt erst, als die Kutsche mit den Ausflüglern durch das kleine, nahe dem Pensionat gelegene Dorf Woodend fährt. Ab jetzt, so wurde den jungen Mädchen gestattet, dürften sie ihre Handschuhe ausziehen - mit ihnen streifen sie auch Zwänge ab, denen sie im Pensionat permanent unterliegen. Der Ausflug ist wie ein Ausflug in ein Stückchen Freiheit.
Denn "frei" sind diese Mädchen in ihrer gutgestellten Position nicht wirklich. Nur das Geld ihrer Familien erlaubt es ihnen. Was passiert, wenn die Eltern und damit die Unterstützer wegfallen, erfährt der Zuschauer am Beispiel des "schwarzen Schafs" Sarah. Ganz nebenbei erhält der Zuschauer an ihrem Beispiel eine Lektion darin, wie nah Oben und Unten beieinanderliegen können, zur damaligen Zeit.
Vier der Mädchen unternehmen allein eine kleine Wanderung auf den Hanging Rock. Es kommt dabei zu einem Unglücksfall - eines der Mädchen kommt völlig durcheinander wieder bei der Gruppe an und berichtet, die anderen oben verloren zu habem, wisse aber nicht mehr, was dort auf dem Felsen wirklich passiert sei. Eine der Lehrerinnen, die nach den Mädchen sehen wollte, ist ebenfalls auf geheimnisvolle Weise verschwunden.
Ohne die drei Mädchen und die Lehrerin kommt die Gruppe am späten Abend in das Mädchenpensionat zurück. Sarah ist verzweifelt, denn auch ihre beste Freundin Miranda (übrigens eine fast mystische Gestalt in diesem symbolhaften Film) ist unter den Vermißten.
Und auch die Schulleiterin, Mrs. Appleyard, ist verstört - das Ereignis bedeutet eine Katastrophe für ihre Schule. Wenn die Mädchen verschwunden bleiben, wird das der Untergang für das College sein - doch auch dann, wenn sie wieder auftauchen sollten, sind die guten Zeiten endgültig vorbei...
Dieser Film bündelt eine ganze Reihe Themen zusammen: den Untergang des Viktorianischen Zeitalters (Queen Viktoria starb 1901) und seiner prüden, strengen Lebensweise mit dem Beginn eines neuen Jahrhunderts, die unterdrückte Erotik von und zwischen Teenagern, und auch Sozialkritik findet sich nicht wenig im Stoff dieses Films (Denn was wäre passiert, wenn Sarah hätte mitfahren dürfen? Diese Frage sollte man sich nach Ansicht dieses Films stellen!!). Mit dem Appleyard College geht auch eine alte, überholte Welt unter.
Das Ganze inszeniert Weir ruhig und in fast weichzeichnerischen Bildern, mit viel Symbolik. Hier gibt es nichts Schnelles und Lautes, keine Action. Statt dessen ziehen einen Georghe Zamfir mit seiner Panflöte und Beethoven mit seiner klassischen Musik vollkommen in den Bann dieses Films. Sehr empfehlenswert, ein Filmjuwel!
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am 16. Juni 2015
Können Filme die Fähigkeit haben uns in einen Traum zu versetzen ?
Können sie mit jedem Bild, jedem unheilschwangeren Ton ein überbordendes Gefühl , eine Ahnung diffuser feierlicher Mysterien entwickeln ?
Hat ein einziger Film in der Geschichte der Kinematographie die magische Kraft eine transzendentale irrationale Atmosphäre, zu erzeugen, die sich unvergesslich in das sinnliche Erleben brennt ?
Gäbe es nur einen solchen Film, für ihn wäre die Kunstform Kino es wert erschaffen worden zu sein.
" Picknick am Valentinstag" ist diese verwunschen, hypnotische Erfahrung.
Mehr als ein Film ist er eine sinnliche Meditation tief auf der Ebene unterbewusster Ängste, Sehnsüchte, schwebender Ahnungen von unbekannten Kräften, Zusammenhängen im Kosmos, von denen sich unsere Schulweisheit nicht träumen lasst.
Sanft wie ein Lufthauch auf fröstelnder Haut, und schrecklich ,wie die plötzliche Erkenntnis einer unabwendbaren Tragödie , lauernd bedrohlich , wie die gleißende Stille in brütend heißen Sommertagen, wenn jedes einzelne Blatt, jeder Grashalm , jedes Zirpen von Insekten angefüllt scheint von der Erwartung eines grollenden Unwetters, und feierlich aufgrund der Allmacht des Unbekannten.
" Picknick am Valentinstag" ist durchdrungen von den metaphysischen Geheimnissen, die unser aller Leben umgeben, von dem Wunderbaren, Verbotenen, Unaussprechlichen , das wir latent spüren und es doch nicht benennen können.
Nur manchmal und in kurzen Momenten ist uns eine Ahnung der Geheimnisse aller Existenz vergönnt und zeigt uns auf welch tönernen Füßen all unsere menschliche Logik und unser geistiges Fassungsvermögen steht
Der Mensch,- wie eine unbeholfene Ameise im gigantischen kosmischen Geschehen .
" Erstaunlich wie viele Menschen ohne Sinn und Zweck leben, obwohl sie wahrscheinlich eine Funktion im Weltgeschehen ausüben , die ihnen selbst für immer unbekannt ist" , wird ein Mädchen hoch auf den Felsen des australischen "Hanging Rock" nachdenklich formulieren, und dabei auf die, von hier oben wie kleines Getier wirkende Gruppe Menschen am Fusse des Berges blicken.
Das zerklüftete Bergmassiv Hanging Rock in Australien , eine Gruppe nymphengleicher Schülerinnen eines Mädchen- Internats , die ein Valentinstag- Picknick hier in glutheisser Sonne mit ihrer Leiterin veranstalten , und ein Mysterium, das uns unvergleichlich in seinen Bann ziehen wird, das sind vordergründig die Zutaten zu einem Film, der selbst in seiner Brillanz nicht von dieser Welt erscheint.
Unmöglich, so scheint mir, ist es dieses frühe Werk von Regisseur Peter Weir ( " Der einzige Zeuge", " Der Club der toten Dichter" ) umfassend in Worte zu fassen, denn was sich in geschriebenen Sätzen , wie ein herkömmlicher Mystery Thriller anhört, sprengt alle Vorstellungskraft, ist in seiner mit nichts vergleichbaren Zartheit, beunruhigenden Unheimlichkeit und schwermütigen Schönheit ein Werk des irrationalen eigenen Erlebens.
So ist alles Gesagte auch nur ein Versuch sich dem vielschichtigen Film zu nähern. Mit allen Fasern der Seele und des Gefühls erleben darf ihn jeder Zuschauer selbst, und wird ganz individuell immmer wieder neue funkelnde Facetten dieses Juwels erkennen können.
" Was wir sehen ist nur ein Traum, und die Träume selbst sind Traum"
Wie eine verschlafen in der Sonne träge flirrende Anderswelt wirken die ersten Bilder von " Picknick am Valentinstag".
Verdorrte Grasflächen , Käfer, die durch ausgetrocknete Pflanzen kriechen.
In der sengenden Hitze, das Gebäude eines viktorianischen Mädchenpensionats.
Australien im Jahre 1900: Valentinstag.
Die Pflanzen , Wälder betäubt und matt von der unermüdlichen Sonneneinstrahlung. Flora und Fauna von erstem Bild an unterlegt von wehmütigen Panflötenklängen , furchterregend, geheimnisvoll wirkt das flirrende Panorama, lebensfeindlich, alles beherrschend, satt und prall.
Das leise Grauen, eine Sinfonie von Vergänglichkeit ist von Anfang an präsent, eine Ahnung von Verderben und Tod. Lange Schatten wirft bereits das Bergmassiv Hanging Rock über die ausgedörrte Szenerie.
Mrs. Appleyard wird ihren Schülerinnen heute einen Ausflug an den unwirtlichen und beindruckenden Ort erlauben.
" Wir begeben uns auf eine Vergnügungsreise, um uns giftigen Schlangen und Ameisen im Dickicht auszusetzen. Welch Torheit !" Wenig begeistert ist die maskulin wirkende Mrs. Crowe, die die jungen Damen als Aufsicht begleiten muss.
Von Anfang an erschafft Peter Weir in packender Intensität zwei Gegenwelten, die hier nun aufeinandertreffen, und die so wenig miteinander zu tun zu haben scheinen.
Der zivilisierte , strenge Erziehungskodex in der abgeschlossenen, behütenden, gleichzeitig auch unterdrückenden Welt des Mädchenpensionats, und die wilde, animalisch archaische Vegetation, die Gefahr , Schrecken und verführerische Schönheit zugleich ausstrahlt.
" Eine Million Jahre wartet der Fels auf uns", und die Art, wie ambivalent sich nun Mrs .Crow'`s Blick bei diesen Worten verklärt ist so vieldeutig wie nur möglich. Schwingt hier Angst , oder fast schon lustvolle Erwartung in ihren Worten mit ?
Hingabe an ein unvermeidliches Schicksal, und Vorahnung kommenden Grauens, oder auch Erwartung tabuverletzender Befreiung von allen Konventionen.
An dem brütend heißen Tag darf die Schar Mädchen allesamt gekleidet in weiße Internatskleidung , unschuldig, sphärisch schön wie Feengeschöpfe, die Handschuhe ausziehen. Eine Lockerung der strengen Sitten, die schon eine grosse Ausnahme im Schulbetrieb darstellt.
Enge Korsetts und hochgeschlossene Kleider rauben weiterhin fast die Luft zum Atmen.
Wie auf einem Ölgemälde von Rembrandt wirken die anmutigen Engelsgestalten und bereits zu Anfang zeigte uns Peter Weir die Mädchen in der vertrauten, kokonähnlichen Idylle des Pensionats beim Ankleiden, Gedichte zitieren, in einer wunderbar verträumt märchenhaften Atmosphäre.
Die bedrohliche Finsternis, der Einbruch des Unvorhersehbaren lauert in der wilden Natur draußen. Lockend, verderbend oder ekstatische Befreiung verheißend ?
Vogelschwärme in Doppelbelichtung umkreisen das Gesicht der Mädchen, wenn sie sich am schwindelerregend majestätischen Bergmassiv einfinden.
Vier der Mädchen und die Lehrerin Mrs. Crowe werden spurlos am " Hanging Rock" verschwinden.
" Du musst lernen auch andere Menschen zu lieben. Denn ich werde nicht mehr lange hier sein.".
Als hätte eine der Vermissten, Miranda, ebenfalls eine Vorahnung verabschiedete sie sich noch am morgen mit diesen zärtlichen Worten von ihrer Freundin.
Keine verwertbare Spur wird noch von dem Quartett zu finden sein, so verzweifelt auch unzählige Suchexpeditionen die schwarzen Felsspalten, das gesamte Rondell absuchen werden.
Was geschah am Hanging Rock ?
Ein letztes Mal sehen wir die anmutigen Mädchen in die Kamera winken, bevor sie sich in merkwürdig traumwandlerischer Weise angezogen von der überwaltigenden Felsformation immer weiter hoch zum Gipfel trauen.
Von irrationaler Todessehnsucht ergriffen, von der Möglichkeit Verbotenes zu erkunden, Grenzen zu überschreiten ?
" Picknick am Valentinstag" ist durchdrungen von sexueller, schwüler Spannung , von Metaphern rund um Lust an Tabubrüchen, von unterschwelligen Subtexten und Metaebenen.
Die adoleszenten Mädchen, die buchstäblich in ein festes Wertesystem geschnürt, hier in wilder archaischer Natur sich wie unter einer wehrlos machenden Sogkraft plötzlich Schuhe und Strümpfe entledigen, um immer weiter die geheimnisvolle Natur zu erkunden.
Und was wartet dort oben, in den tiefen Schluchten und Gesteinsformationen ?
Peter Weir lässt uns mit dem nicht auflösbaren Geheimnis allein, und schon diese Tatsache bringt den Zuschauer an den Rand des Wahnsinns. Schlimmer als das Wissen, ist das Nichtwissen, und die Unerklärlichkeit eines Unglücks.
Eine Lösung wird uns Peter Weir nicht präsentieren.
Vielmehr wendet sich der Film nun mehr den Tragödien zu, die direkt als unmittelbare Folge, das Mädchenpensionat, die Schülerinnen und die Lehrerin betreffen.
Wie nach einer alles verschlingenden Lawine, ausgelöst durch diese Zäsur, wird nichts mehr nach diesem Tag des Verschwindens der vier Frauen sein, wie es war.
Hilflos müssen wir mit ansehen, wie das so sorgsam gehütete, beschaulich britische Gesellschaftsmodell nun Stück für Stück an dieser Tragödie zerbricht. "Picknick am valentinstag" - auch ein galliger Kommentar auf die Unmöglichkeit kolonialistischer Weltanschauungen im Angesicht urbaner Natur ?
Phantasische ambivalente Szenen bietet "Picknick am Valentinstag" bis zum Ende, wenn tatsächlich noch eines der Mädchen gefunden wird, doch ohne Erinnerung an die Ereignisse bleibt.
Mit blutrotem Mantel steht sie , wie eine Ausgestossene zwischen ihren nun fremd gewordenen ehemaligen Mitschülerinnen, die fast brutal sie um Erklärungen anflehen. Ist sie sehend geworden, unerklärlich "defloriert" vom Wissen um die Göttlichkeit von übernatürlichen Phänomenen ?
Allein die Farbsymbolik ist frappierend. Ein rotes Kleid, zwischen all den unschuldig weiss gekleideten Schülerinnen.
Die Ahnung eines Sündenfalls , einer verlorenen Unschuld, dem Ende der Kindheit durch ein einschneidendes (verdrängtes ?) Ereignis.
Der Einbruch des Originären, des triebhaft Wilden, Zeugnis vom organischem Werden und Vergehen in einer erstarrten britischen Kolonialwelt, auch dafür findet Peter Weir fiebrig, suggestive Bilder.
Ameisen, die bei dem Picknick an den reinen weißen Strümpfen der schlafenden Mädchen hochkriechen.
Eidechsen, die im sumpfigen Moor hervorluken, Fliegen die Kuchen und Süssigkeiten umschwirren, Felsformationen, die im Laufe des Films mehr und mehr uralten Steinfratzen zu gleichen scheinen, das suggeriert die Allmacht der Natur, die nun schleichend, von den adoleszenten Mädchenkörpern Besitz ergreift, ihre unterdrückten, sexuellen Bedürfnisse, jenseits der Standesdünkel an die Oberfläche bringt.
In der (menschenfeindlichen) Natur wartet die wahre Freiheit, der Ausbruch aus den einengenden Realitäten ?
Woher die Wunden die der Finder des einen Mädchens im Gesicht trägt? Woher die plötzliche Apathie, die jeden im Angesicht des Bergmassivs umfängt?
Was ist das für ein Zwischenreich , ein Tor womöglich in die Geheimnisse der Menschheit, wo Zeit nichts mehr gilt.
Alle Uhren bleiben hier stehen, alles Leben hält den Atem an ?
Fragen, auf die uns Peter Weir keine Antworten gibt.
Die Zeit ist außer Kraft gesetzt und vor unseren Augen entfaltet sich ein beklemmendes Mysterium, das in seiner unwirklichen Virtuosität einmalig ist.
Und wenn, die Kinomagie mit einem maskenhaft leblosen Gesicht hinter schwarzen Schleier endet, und die Erzählstimme noch die letzen schockierenden Tatsachen berichtet, die aus der Tragödie vom Hanging Rock für alle Beteiligten resultieren, dann trifft uns Peter Weir noch einmal mit voller Wucht, lässt die Dimensionen des ambivalenten Grauens noch lange nach dem Abspann weiter wirken.
Es ist das unerklärliche Rätsel, melancholisch, von poesievoller Unheimlichkeit , das unweigerlich für immer im Gedächtnis bleibt.
Das Rätsel des Lebens, die Unergründlichkeit des Schicksals, bei dem wir für immer unfähig sein werden, jemals das grosse Geheimnis unserer Existenz entschlüsseln zu können.
Wäre dieser Film ein Gemälde, er würde zwischen den grössten Meisterwerken der Kunstgeschichte in den Museen der Welt hängen.
Ein einmaliger Ausdruck davon, wie fühlbar, sinnentief und überwältigend Kinokunst sein kann.
"Alles beginnt und alles endet, zur richtigen Zeit am richtigen Ort",
wenn Mirinda sich am Felsen des Hanging Rock noch einmal umdreht und zurückwinkt ,um nun für immer zu verschwinden, ahnen wir in ihren Augen, womöglich die plötzliche Erkenntnis aller Lebensfragen.
Nie mehr wird sie zu den Lebenden zurückkehren um berichten zu können- von der anderen Seite, und wir schauen staunend, berührt, hilflos, betört für alle Zeiten in ein Rätsel , lange nachhallend, von vielem kündend.
Vom Verbotenen, von sexuellem Erwachen, von Neugier, vom Überschreiten von Grenzen, aber vielleicht auch von einem Preis , den jeder zahlen muss, und von Schicksalen, die sich im Unerklärlichen verlieren.
" Picknick am Valentinstag" - einer der besten Filme aller Zeiten !
So schmerzhaft erhaben und schön, dass es fast die Seele zerreißt.
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am 9. November 2005
Dieser Film vereint phänomenal aufgenommene Bilder mit genial dazu passenden Soundklängen und einer sich darin perfekt einfügenden geheimnisvollen Story. So wird aus dem Verschwinden von einigen Mädchen aus einem Pensionat Anfang dieses Jahrhunderts - ans sich keine überragende Idee - ein faszinierender Bilderbogen, der bis zur letzten Minute gefällt. Die auftauchenden Charaktere sind tief geschildert und man kann sich gut in sie einfühlen, die Athmosphäre der damaligen Zeit kommt authentischer herüber als in vielen anderen Streifen, die zu dieser oder einer anderen historischen Zeit spielen.
Der Film ist nichts für Actionfans, die mit modernen Hollywood-Produktionen besser beraten sind, denn hier reiht sich nicht Knalleffekt an Knalleffekt. Aber er ist sehr gut für ein entspanntes abendliches Eintauchen in einen mysteriösen Vorfall in der australischen Wildniss vor langer, langer Zeit - egal ob wahr oder fiktiv.
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am 4. August 2015
Picknick at Hanging Rock, ein mit großer Vorfreude erwarteter Ausflug von gut einem Dutzend Schülerinnen einer Mädchenerziehungsanstalt gehobenen Standards im Jahre 1900, das Viktorianische Zeitalter mit seiner Prüderie und Tabuisierung allen Sexuellens klingt aus.Die alllesamt in Schnürmieder gezwängten Mädchen dürfen sich in der Kutsche, die sie an den Fuß des Hanging Rock bringt, ihrer Handschuhe entledigen, vor Gefahren wie Ameisen und Schlangen sowie unbeaufsichtigten Ausflügen mehrfach gewarnt. Der Felsen wirkt auf den ersten Blick malerisch, bei näherem Ansehen aber auch durchaus mysteriös und bedrohlich. Wiederholt fährt die Kamera auf Gipfel, in denen man durchaus durch ihre Vertiefungen und Ausbuchtungen menschliche, unheimliche Gesichter sehen kann.
Am Fuße des Berges , an dem auch eine vornehme Familie mit ihrem Neffen Tom lagert, überkommt die Truppe eine mysteriös wirkende Müdigkeit, nachdem mehrere Lehrerinnen feststellen mußten, daß ihre sonst zuverlässigen Uhren um 12 Uhr stehen geblieben waren. Drei hübsche Mädchen und eine "kleine Dicke" verlassen die Gruppe und erklimmen den Felsen, in dem sich lichtungsartige wunderschöne Plätze mit labyrinhähnlichen schmalen Durchgängen und Einschnitten abwechseln. Auf einem der Orte fallen auch die Ausflüglerinnen in Schlaf,nach dem Erwachen verschwinden drei der Mädchen wie in Trance erscheinend in einem schmalen Durchgang, reagieren nicht auf die Rufe der ängstlichen "kleinen Dicken", die schließlich zurück zu den Übrigen stürzt. Die drei Mädchen und eine Lehrerin, die die Rückkehrerin ebenfalls von Weitem den Felsen erklettern sah, bleiben verschwunden, die Gruppe kehrt erst gegen 23 Uhr in die Anstalt zurück, in der sie von der ältlichen Heimleiterin (mit einer Frisur, die an einen Conquistadorenhelm erinnert) spätestens um 20 Uhr zurückerwartet worden waren.
Die Suche nach den 4 Frauen mit Einsatz auch von Spürhunden, die zum Teil als Medienspektakel mißbraucht wird (untätige Herren lassen sich mit einem periskopartigen Fernglas(?) die Felsen absuchend fotographieren.
Tom, der die Mädchen unterwegs in Begleitung des Pferdeknechts beobachtet hatte und von den langen Beinen fantasierte, als sie einen Bach überqueren, geht das Schicksal besonders einer hübschen Blonden nahe, dem Pferdebetreuer am Gesäß vorbei. Nach einer Woche findet er ein Mädchen unter einem Felsvorsprung liegend, mit zerschrammten Armen und Händen sowie nackten Füßen, die völlig unversehrt sind. Sie kann sich aber nicht an das Geschehen erinnern. Eine Mitarbeiterin der Anstalt flüstert einer Lehrerin, daß bei den Kleidern der Geretteten das Schnürleibchen fehlte!, aus Anstand habe sie das der Polizei gegen über aber nicht mitgeteilt. Spekulationen über Mißbrauch stellt ein Arzt mehrfach entgegen, das Mädchen sei "Intakt".
Das Verschwinden der Frauen auf dem Felsen, der in der Zeit des Ausfluges in eine unwirkliche Atmosphäre getaucht erscheint, bleibt ungeklärt.

Meine Erwartungen an den Film wurden insofern nicht erfüllt, daß ich mehr einen Kriminalfall erwartet hatte. Ich habe ihn aufgrund einer begeisterten Empfehlung bestellt, ohne mich vorher durch Rezensionen oder Beschreibungen schlau gemacht zu haben. Ob überhaupt ein Kriminalfall vorliegt, läßt Regisseur Peter Weir in dem Film aus dem Jahre 1975, der in Australien entstand, offen.
Wir verfolgen die Suche und wilde Spekulationen, was passiert sein mag, sehen aber keinen Krimi, sondern ein Sittengemälde (wie passend diese Metapher bei dem malerisch schön gedrehten Werk ist!) über das Ausklingen des Viktorianischen Zeitalters. Nackte Haut ist verpönt, Sexualität kein Thema , auch zu der Zeit sind noch viele junge Frauen in die Ehe gegangen , ohne zu wissen, was in der Hochzeitsnacht passiert. Die junge Frau ist weder vergewaltigt noch entjungfert ( wenn überhaupt wäre wohl eher von defloriert die Rede gewesen) , sie ist "völlig Intakt", was mit vielsagendem Ausdruck und Mimik vermittelt wird.
Für die Heimleiterin bricht ihre Welt, ihre Zukunft zusammen. Nachdem sie schon für ein Mädchen, das zurückbleiben mußte, da ein halbes Jahr kein Geld mehr für das Waisenmädchen eingetroffen ist, die Unterbringung im Waisenhaus verkündet hat, drei Mädchen abgemeldet werden,zwei (und die Lehrkraft) verschwunden bleiben, der Konkurs bevorsteht, läßt die Erkenntnis die verwitwete Leiterin vermehrt zur Karaffe mit Cognac oder Whisky greifen. Eine junge Lehrerin legt ihr kurz und bündig die Kündigung vor, schon zu früherem Zeitpunkt hatte man den Eindruck, daß sie über das distanzierte kühle Verhalten der moralinsauren Mrs.Appleyard, nach der die Anstalt auch benannt ist, nicht glücklich war.

Picknick am Valentinstag ist ein Mysterium, das nicht aufgelöst wird, vor allem aber ein Sittenbild der Gesellschaft am Ende einer Ära , die durch Prüderie, Ausklammern allen sexuellen Themen und Darstellung der Frauen aus gehobenen Kreisen als schmückendes Beiwerk für entsprechende Herren gekennzeichnet ist. Die Damen dürfen etwas tanzen und Gedichte auswendig rezitieren lernen, praktische Tätigkeiten verrichtet das niedere Volk. Der Ausflug findet nicht in zweckmäßiger , sondern gleichförmig vornehmer Kleidung mit Strohhüten, weißen Kleidern über dem geschnürten Leib und Stiefelchen statt, man muß lernen, wie man sich als feine Dame beim Picknick verhält und sich stilvoll in die Landschaft drapiert, ohne die Kleidung zu beschmutzen. Ob die Gruppe bei der Rückkehr von dem tragisch verlaufenen Tag wieder die weißen Handschuhe trug, ist mir entgangen.
Die geologisch junge (Millionen Jahre) beeindruckende Landschaft bleibt unverändert, ein nach einer lange herrschenden Regentin benanntes Zeitalter geht zu Ende, und damit auch allmählich ein Weltbild.

Doc Halliday
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am 20. Februar 2011
Es ist schön zu sehen wie dieser Film die Lager spaltet, da ich vermute das Mr Weir genau das erreichen wollte. Man sollte sich selbst Gedanken um das Rätsel machen, nicht alles direkt fertig vorgesetzt bekommen. Und obwohl ich kein wirkliche Fan von Esoterik bin, hatte ich immer meine Freude in diese 115 min alles mögliche hineinterpretieren zu können. Symbolik ist hier das A und O.^^
Dieser Film spielt mit dem Mythos auf wahren Begebenheiten zu beruhen (ich selbst lebte JAHRE in diesem Glauben^^)) und schon allein deswegen empfinde ich Ihn als etwas besonderes.
Die Kameraführung finde ich hervorragend und der Weichzeichner stört mich nicht im geringsten. Eher finde ich, das man dadurch die Australische Hitze erst richtig spüren kann. Auch die Trägheit der Mädchen, die alles so langsam machen als würden Sie in der Zeit dahinfließen, als wäre alles egal und nur das hier und jetzt würde zählen. Und die Melodischen Klänge der Panflöte unterstreichen dies erst.

Ich habe vor Jahren einmal eine wirklich schlüssige Analyse über den Film gelesen die für mich alles geändert hat. Mal sehen ob ich die Interpretation noch einigermaßen verständlich erklären kann.^^

Das Internat ist eine Metapher für einer Art von Höhlensystem, in dem man, ehe man die Erleuchtung findet, als Sklave angekettet ist, überzeugt davon das einem dort alle nur denklichen Erfahrungen und Möglichkeiten des Lebens geboten werden.
Auf jeden Fall, entfernen sich eines Tage einige jener Sklaven aus einem unbefindlichen Grund aus dieser Höhle, in eine reale Welt, in der Sie das wirkliche Leben und die Wahrheit erfahren. Diejenigen, die jedoch versuchen zurück in die Höhle zu ihren Ehemaligen Mitsklaven zu gelangen, werden verspottet und als Lügner und Scharlatane bezeichnet.
Die Mädchen sind die Sklaven - Opfer einer restriktiven, menschenverachtenden Gesellschaft, in der Gradlinigkeit und Unterdrückung die Norm ist und alles was man anstreben. Es ist ein Leben in Knechtschaft.
Die Mädchenbekleidung dient als Metapher dafür - restriktiv, jungfräulich weiß - "Miranda ist ein Botticelli Engel."
Zu der Bekleidung gibt es auch einer sehr schöne Interpretation:

Die wohl konventionell inteligentenste Figur des Filmes, Miss McCraw, kleidet sich selbst in rot, genau wie Irma nach Ihrer Rückkehr aus Hanging Rock.
Miss McCraw wurde sozusagen "beschädigt" durch ihre Weisheit, die sie meist erfolglos versucht an die Mädchen in ihrer Obhut weiterzugeben. Irma, wurde metaphorisch durch ihre Erfahrungen auf dem Felsen beschädigt; da Sie etwas erlebt hat, etwas ätherisches, jenseits des Verständnisses ihrer kleingeistigen ehemaligen Mitschülerinnen. Auch Sie kleidet sich nun in auffallendem Rot - noch dazu ein Outfit das weitaus bequemer erscheint.
Hier beachte man auch Saras Kleidung. "Beschädigt" durch ihre latente Homosexualität und die Weigerung, den gesellschaftlichen Normen zu entsprechen, verbringt sie den Film in einer Reihe von blauen Kleider - wobei blau die westliche Farbe der Traurigkeit und Verzweiflung darstellt.

Als die Mädchen den Hanging Rock besteigen und seinem Zauber zum Opfer fallen, haben sie irgendeine Form der Erleuchtung erreicht. Ihr Verstand hat die Grenzen der starren viktorianischen Gesellschaft transzendiert und Sie haben die Möglichkeiten des Lebens gesehen. Für Sie gibt es keinen Weg zurück.
Die Mädchen/Sklaven haben sich also von Ihren Ketten befreit die Sie an Ihrer Selbstverwirlichung hinderten, haben die Struktur des Lebens das Sie kannten verlassen um sich auf eine Reise durch Zeit und Raum zu begeben. In eine Welt jenseits unseres Verstandes.

Noch dazu spielt in jenem Film die Zeit eine große Rolle. Nicht nur das auf der Fahrt zum Berg das Gespräch auf dessen Alter gelenkt wird, auch die Uhren bleiben genau um 12Uhr stehen. Am signifikantesten fand ich jedoch die Tatsache das Miranda Ihre Uhr nicht mehr trägt. Sie selbst übernimmt im Film die Rolle des Propheten, des Freigeistes (und Sie ist übrigens auch die Einzige der Mädchen das kein Korsett trägt ;) ). Sie weiß das etwas passieren wird wenn die richtigen Zeit gekommen ist. Dementsprechend legt Sie auch keinen Wert mehr auf die Uhr, da die Zeit für Sie nichtig geworden ist.

Noch dazu habe ich sogar von einigen SM Interpreationen gelesen (Ja, es gibt wirklich nichts was NICHT in schon in diesen Film hineininterpretiert wurde XD). Dazu vorweg noch das die Homoerotik in diesem Film kaum zu übersehen ist. Sei es zwischen Miranda und Sara, als auch Albert und Michael. Irgendwo habe ich mal gelesen das Mrs. Appleyard auch etwas mit Miss McCraw gehabt hätte, aber das ist mir persönlich nicht so aufgefallen. Zu Mrs. Appleyard fällt mir nur die SM Interpretation ein. Sie betrachtet Sara (die Sie ja mehr schlecht als recht im Film misshandelt) als eine Art untergeordneter Sklave. Sie lässt Sie immer wieder Ihre Macht spüren, lässt Sie fesseln. (Vill ist dies auch eine Rache von Mrs. Appleyard gegenüber Sara. Vill beneidet Sie das Mädchen um Ihre Gunst bei Miranda, da Sie selbst vill von Ihrer Liebe abgewiesen wurde.(?))

"Fragen also über Fragen, trotzdem noch kein Grund zum klagen."^^

Mögliche Auflösungen:

Da habe ich einiges gelesen.
Von Entführung durch die beiden jungen Männern, über eine Mittäterschaft von Toms Vater (der verdächtigerweise immer im Hintergrund herumlungert wenn sein Sohn von der Polizei verhört wird, da müsst Ihr mal drauf achten), bis zu dem Gerücht das Miranda sich mit einem Liebhaber abgesetzt hat (von dem soll Sie ja am Anfang die Valentinskarte bekommen haben, aber meine Meinung nach war die von Sara) gibt es alles. Dann soll es auch noch etwas mit den giftigen Schlangen und Ameisen geben...und natürlich die Sache mit der Entführung durch UFOs.^^
Aber ich finde es ehrlich gesagt schön das es eben KEINE Lösung gibt.
Ich hatte mir immer ausgemalt das es dort vill irgendwie giftige Erdgase gab und die Mädchen erstickten, aber das ist natürlich keine Antwort auf alle Fragen die aufkommen.
Und so werden wir ewig weiter rätseln, uns wundern, philosophieren, was wohl mit den Mädchen passiert sein könnte.^^

5 von 5 Sternen für diesen umwerfenden Klassiker der surrealen Filmkunst!
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am 3. Mai 2004
Der Film an sich ist ein Meisterwerk: Ein mysteriöses Drama vor viktorianischer Kulisse, eingefangen in wunderschönen Bildern und untermalt mit der Musik von Gheorghe Zamfir. Leider handelt es sich aber auch bei der deutschen Edition nur um den Director's Cut. Diese Version ist um etwa 7 Minuten kürzer als die Originalfassung. Warum der Regisseur seinen Film nachträglich verstümmelt, ist mir in diesem Fall ein Rätsel. So hat die gute alte VHS-Kassette mit der vollständigen Fassung immer noch ihren Platz im Schrank, und es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis sie durch eine DVD-Neuerscheinung in Originallänge endgültig abgelöst wird. Der Film selbst hätte 5 Sterne verdient, aber aufgrund dieses Mangels gibt's 2 Sterne Abzug für die DVD.
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am 25. Oktober 2013
Mir ist es völlig egal, ob es sich um eine wahre Geschichte handelt und ob die Mädchen im Film wirklich verschwunden sind. Ich kann diesen
Film in Abständen immer wieder sehen und die unnachahmliche Atmosphäre genießen.
Die Szenen im Pensionat sind recht kühl, doch werden die einzelnen Personen wunderbar charakterisiert. Selbst die strenge Leiterin wird
einem vertraut, wenn man sieht, wie ihre ganze Existenz zerstört wird. Beim Picknick selbst erinnert die Darstellung der Landschaft und der
Mädchen wirklich an ein impressionistisches Gemälde, und die geniale Musik lässt den Berg als ein bedrohliches und irgendwie lebendiges
Ungetüm erscheinen. Die negativen Kritiken kann ich nicht nachvollziehen. Immer wieder ein Erlebnis.
Was ich verstehen kann ist, dass Puristen und Technikfreaks mit der Ausstattung und Gestaltung der DVD nicht zufrieden sind. Da wäre
wirklich bedeutend mehr drin gewesen. Für den Film aber 5 Sterne. Als Extras gibt es nur Trailer und geschnittene Szenen.
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am 17. September 2004
Zum Inhalt muss nun nicht mehr viel gesagt werden. Vielmehr zu Peter Weirs Kunstwerk an sich. Die Bilder, in denen "Hanging Rock" präsentiert wird, sind wunderschön, hin und wieder von Unschärfe durchwirkt, was den Film sehr edel wirken lässt. Jede einzelne Szene ist ein kleines Stück Magie für sich, was besonders ein Verdient des Panflötisten Gheorghe Zamfir ist, der seine Melodien virtuos und mystisch darbietet. Die Handlung basiert auf einer Geschichte von Joan Lindsay, in der die Möglichkeit einer wahren Begebenheit offen gelassen ist; tatsächlich aber ist diese Geschichte Fiktion. Regisseur Weir geht es nicht um die Lösung dieses Geheimnisses, sondern um die faszinierend mystische Darstellung der australischen Landschaft und der verzauberten Menschen. Diese Magie versucht er an den Zuschauer weiterzugeben und es gelingt ihm durchweg. In diesem Director's Cut sind ein paar Szenen vom Regisseur selbst geschnitten worden, sind aber im Bonusmaterial verfügbar. Weir hat diese Szenen gestrichen, um eben den Zuschauer nicht allzusehr dazu zu verführen, eine Lösung zum rätselhaften Verschwinden der Mädchen zu finden, sondern sich mehr auf die Wirkung des Filmes zu konzentrieren. Einige wenige Szenen sind in der Originalsprache, da diese erst später eingefügt wurden. Sie sind aber auf Deutsch untertitelt.
Fazit: Der Zuschauer darf die Magie des Regisseurs Weir und des Musikers Zamfir genießen und soll sich bitte nicht allzusehr auf die Lösung des Rätsels konzentrieren. Dann werden seine Erwartungen erfüllt werden. Vielen Dank für dieses Kunstwerk!
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am 25. Oktober 2005
Auch ich habe diesen Film im Alter von ca. 15 Jahren gesehen, und irgendwie habe ich immer wieder mal daran gedacht.Er hat mich damals verzaubert, und er hat nichts von seinem Zauber verloren. Die Bilder, die Musik, einfach schön. Aber bitte keine Lösung des Rätsels erwarten, er wird euch noch Tage danach beschäftigen!
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