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23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich Wertvoller Film- Sehr sehenswert !
Obwohl ich wahrscheinlich der erste,letzte und einzige sein werde, der hierüber sein Review geben darf, möchte ich es dennoch tun. Da ich zuvor das Buch von Dalton Trumbo (aus den 30ern)gelesen hatte (Es gibt nur die englische Version und dies auch nur sehr schwer), war ich natürlich sehr gespannt, wie das Ganze verfilmt wurde. Der Film an sich spielt...
Am 15. Januar 2001 veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen zäher Film mit einem tollen Extra
Das ist also die berühmte einzige Regiearbeit von Dalton Trumbo. Sie erzählt die Geschichte des jungen Soldaten Joe Bonham (Timothy Bottoms, bekannt aus The Last Picture Show), der im Ersten Weltkrieg schwer verwundet wird und nun – vollständig bandagiert - im Krankenhaus liegt ohne Kontakt zur Außenwelt herstellen zu können. In...
Vor 2 Monaten von Caesar veröffentlicht


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23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich Wertvoller Film- Sehr sehenswert !, 15. Januar 2001
Von Ein Kunde
Obwohl ich wahrscheinlich der erste,letzte und einzige sein werde, der hierüber sein Review geben darf, möchte ich es dennoch tun. Da ich zuvor das Buch von Dalton Trumbo (aus den 30ern)gelesen hatte (Es gibt nur die englische Version und dies auch nur sehr schwer), war ich natürlich sehr gespannt, wie das Ganze verfilmt wurde. Der Film an sich spielt hauptsächlich in Joes Erinnerung (In Farbe), wie er sich an sein Vorkriegsleben erinnert, als er beispielsweise glückliche Tage mit seinem Vater und seinem Freund beim Angeln verbrachte.Doch diese Sequenzen dauern meist nicht lange, denn dann kommt er wieder in den in schwarz-weiss dargestellten Lazarettsalltag zurück und muss ohne Augen mitansehen, wie er weiterhin als Versuch am Leben erhalten wird. Die Ängste, Schmerzen, Erinnerungen, Wünsche des Joe und die vielen ethischen und moralischen Fragen, die dieser Film beim Betrachter aufwirft,werden in einer Weise dargestellt, die sonst nur vom gleichnamigen Buch erreicht wird. Dieser Film ist keinesfalls einer für einen lustigen und geselligen Abend. Es ist mehr ein schockierender und trauriger Film, der zum Nachdenken über die eigene Existenz über den Wert des Lebens und über den von Ideologien und Glaubensrichtungen anregt. Das die Amerikanische Regierung das Buch während seinen Kriegen in Korea, Vietnam und Irak verboten hat, war nur einer von mehreren Gründen, warum ich diesen Film für den besten Antikriegsfilm aller Zeiten halte und dass man sich statt eines Hollywood-Actionreissers mit platten Charakteren und schon dagewesener Story lieber für diesen Film entscheiden sollte. Eventuelle Reaktionen bitte an die Adresse schicken ("An Stefan" allerdings hinzufügen)
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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend ist das falsche Wort, 7. Mai 2002
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Obwohl ich diesen Film erst einmal gesehen habe und das ist 25 Jahre her, ist er mir in Erinnerung geblieben. Erinnerung an etwas schreckliches und gleichzeitig fesselndes. Die Finsternis und Ausweglosigkeit dieses Films zieht den Betrachter derart in den Bann, dass das Ausmass des realen Kriegsgeschehens und seiner entsetzlichen Folgen neben dem eigentlichen Filmgeschehen realisiert wird. Nach jahrelanger Suche, da ich nicht einmal den Titel wusste, gelang es mir diesen Film zu finden und zu kaufen.Für mich d e r Antikriegsfilm; erschütternd und faszinierend zugleich. Nach 25 Jahren erwarten mich anderthalb Stunden Sprachlosigkeit und Betroffenheit.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr nachdenklich.., 14. November 2004
... war ich, nachdem ich diesen film gesehen habe...
kannte bis dahin nur das video zum song: one von metallica, welches ja szenen aus dem film beinhaltet, und sich auch sehr auf den film bezieht... allein das video fand ich schon krass, und musste noch jedesmal lange darüber nachdenken, was joe zugestossen ist...
nun habe ich den kompletten film gesehen, und er ergreift einen wirklich. obwohl es ja nicht wirklich real passiert ist, macht man sich gedanken, wie menschen einem anderen menschen so etwas antun können, nur um ihre neugier zu befriedigen...
und wie grausam und auswegslos die situation für joe sein muss, nachdem er festgestellt hat, dass das ganze real ist, von ihm nicht viel übrig ist, er nicht weiss, wo er ist, keinen kontakt zur aussenwelt herstellen kann.. bis er auf die idee kommt mit seinen kopfbewegungen morsezeichen zu geben..
aber was für ein leben ist das?
man wünscht joe schliesslich von ganzem herzen, dass er stirbt, um diesem albtraum endlich zu entfliehen...
ich kann diesen film nur weiter empfehlen, auch wenn er stellenweise etwas verwirrend ist...
spielt für mich eindeutig in der selben liga, wie : im westen nichts neues, in der alten fassung mit lew ayres...
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38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternd, 14. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg (DVD)
"Johnny zieht in den Krieg" ist einer der wenigen Filmen, denen man die Bezeichnung "Antikriegsfilm" auch wirklich ohne jede Einschränkung anheften kann. Die meisten der sogenannten Antikriegsfilme zeigen auf die eine oder andere Weise trotzdem strahlende, wenn auch gebrochene Helden. Dies ist hier nicht so. Daher führt der deutsche Titel auch etwas in die Irre. Der Originaltitel heißt: "Johnny Got His Gun".

Der Soldat Joe, der bei einem Bombenangriff Arme, Beine und Gesicht verliert, wird von den Ärzten im Prinzip nur noch als eine am Leben zu erhaltende Masse Fleisch ohne Empfindungen behandelt. Dabei hat er durchaus noch welche, kann sie aber zuerst nur dem Zuschauer mitteilen. Erst als er sich an das Morsealphabet erinnert, schafft er es, durch ruckartige Bewegungen seines Kopfes mit der Umwelt zu kommunizieren.

Der Film ist in zweierlei Hinsicht ein harter Brocken. Dabei zeigt er nie grausige Details, das macht seine Stärke aus. Das Grauen spielt sich im Kopf ab, etwa in der Szene, als Johnny die Verbände an den Stellen abgenommen werden, wo einmal seine Arme und Beine waren und er dies so empfindet, als würde man sie gerade abschneiden.

Der Zuschauer wird auch durch die Erzählstruktur mit seinen Rückblenden und den Träumen des Soldaten beansprucht, bei denen man manchmal nicht offen erkennen kann, was was ist. Das sollte aber niemand davon abhalten, diesen erschütternden Film zu sehen.

Es ist auch kein Wunder, dass es so lange gedauert hat, bis der Film endlich auf DVD gelandet ist, denn Mainstreamkost, die sich verkauft, ist er sicher nicht, aber genau deswegen sollte man sich ihn ansehen.

Ich will ganz bewusst nicht mehr verraten, aber man muss unbedingt noch auf die Leistung des heute weitgehend unbekannten Schauspielers Timothy Bottoms eingehen. Gerade in den Szenen, wo er die meisten Gefühle entwickelt, kann man sein Gesicht nicht sehen, weil er ja keins mehr hat (auch das wird nie gezeigt) und es unter einer Art Verbandsmaske versteckt ist. Schauspieler leben nun mal viel von ihrer Mimik und genau das kann Bottoms nicht einsetzen. Umso mehr muss man seine Leistung anerkennen, weil er es schafft, dass der Zuschauer trotzdem sehr an seinem Leid teilnimmt.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen i can not live, i can not die...., 18. Februar 2002
Von Ein Kunde
Auch mich hat das Musikvideo zu "one" von MetallicA, als großer Metallicafan dazu bewegt, mir diesen Film zu bestellen.Wenn man diesen dann gesehen hat, merkt man erstmal, dass sich die lyrics von one sehr auf den Film beziehen und das Musikvideo erscheint in einem neuen, noch bewegenderen Licht.
Dem Film an sich spreche ich eine hervorragende Kritik aus, wenngleich manche Szenen teilweise etwas kitischig erscheinen.
Aber ansonsten geht er absolut unter die Haut und dadurch hat er auch mich noch Wochen/Monate nach dem ersten Anschauen zum Nachdenken bewegt.
Mein Fazit : Ein Antikriegsfilm mit hohem Anspruch, der es versteht den Unsinn des Krieges auf schockierende Art und Weise vor Augen zu führen. ABSOLUT SEHENSWERT !!!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Film "berührt" nicht, er geht brutal an die Nieren!, 18. Mai 2008
Von 
Stephan Seither (Berg / Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg (DVD)
"Johnny zieht in den Krieg!" - ein Film für (werdende!) Pazifisten.

Vor kurzem hatte sich Joe, die Hauptfigur des Filmes, noch für den "gerechten Krieg" begeistern lassen, er zog freiwillig in den Ersten Weltkrieg, um die vielfach eingeforderte "Vaterländische Pflicht" zu erfüllen.... - wenig später ist von Joe nur noch dessen Torso übrig - Arme, Beine, Augen, Gesicht und Ohren blieben auf dem sog. "Feld der Ehre", sein Körper wurde durch eine gegnerische Granate entstellt... - als "Namenloses Experiment" landet er in der zweifelhaften Obhut eines medizinisch interessierten Generals...

Das Pflegepersonal verwaltet Joes stummen Alltag lediglich - für Schwestern und Ärzte besteht kein Zweifel, dass es sich bei der Mumie ganz einfach um ein "Wesen" handelt, bei dem völlig zufällig nur noch Atmung, Herz-Kreislauf und Verdauung funktionieren - da dieser Zustand zwischen Leben und Tod sich zwar noch eine Weil hinziehen kann, sich jedoch, nach Meinung der Ärzte, nie wieder bessern wird, überlässt man Joe eben sich selbst...

Dem Zuschauer wird die Mumie hingegen als denkender, in den Resten seines Körpers gefangener Mensch, vor Augen geführt - Joe teilt in erschütternden Monologen seine Gefühle, Ängste, Hoffnungen, Wünsche und Sorgen mit... - abgefahrene Phantasieszenen und nahzu nervenzerfetzende Stimmungsschwankungen sind absolut fesselnd miteinander verknüpft...

Szenen der Gegenwart werden in s/w präsentiert - die Erinnerungssplitter aus des Hauptdarstellers Vergangenheit sind hingegen in Farbe gedreht worden - mit jedem Ausflug in diese farbenfrohe Vergangenheit wird dem Zuschauer die totale Sinnlosigkeit kriegerischer Auseinandersetzungen vor Augen gehalten...

Kein Wunder, dass Dalton Trumbo, Autor der Romanvorlage aus dem Jahr 1939 und Drehbuchautor des 1971 erschienen Filmes, einstmals auf der Schwarzen Liste der McCarthy-Ära (1948 - 1956) landete und ihn zeitweise sogar Berufsverbot ereilte - schonungslos stellte dieser nämlich die Mittel und Wege in Frage, mit denen man versucht Demokratie "durchzusetzen"....
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen einer der interessantesten (nachdenklichsten) filme!!!, 20. August 2001
Von Ein Kunde
ich habe noch nie einen film gesehen, wo ich so viele tage danach noch immer über das gesehene (gefühlte) nachdenken musste!
er ist sehr gut aufgebaut, so dass ich, obwohl er teilweise verwirrend ist, trotzdem denke, die emotionen und intentionen der hauptperson nachempfinden zu können!
ich sah den film im deutschunterricht (BHS) und bin der meinung, dass so etwas anzuschauen (besonders) auch für jugendliche wichtig ist!
der eigentliche grund, warum ich an den film denken musste (und deshalb auch auf diese seite gekommen bin), ist eine band namens Metallica (lied: One) - dass sich in ihrem musikvideo hauptsächlich mit diesem film beschäftigt. (ausschnitte und sogar sprache) .... wollte das nur noch erwähnen, weil ich diesen umstand recht außergewöhnlich finde ;-)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ernst, polarisierend, pazifistisch, 30. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg (DVD)
Der Regisseur und Romanautor Dalton Trumbo gehörte 1947 zu den sogenannten Hollywood-Ten", die sich damals unter Berufung auf die amerikanische Verfassung weigerten vor dem Ausschuss für unamerikanische Aktivitäten auszusagen. Dafür wurde er zu elf Monaten Gefängnisstrafe verurteilt und landete dazu auf der schwarzen Liste Hollywoods. Dies führte dazu, dass er mehrere Jahre lang unter einem Pseudonym arbeiten musste. Für seine zwei so entstandenen Werke als Drehbuchautor Roman Holiday" und The Brave One" wurde er je mit einem Oscar ausgezeichnet, der erste wurde ihm allerdings erst 16 Jahre nach seinem Tod anerkannt.

Der Film Johnny zieht in den Krieg" basiert auf Trumbo`s Romanvorlage Johnny got his gun" von 1939 und ist neben seiner Tätigkeit als Autor seine einzige Regiearbeit, die er unter der Intervention von Luis Buñuel, Jean Renoir und Otto Preminger in Cannes vorzeigen konnte. Prompt gewann er dafür den grossen Preis der Jury sowie den FIPRESCI-Preis. Ursprünglich war es eine Idee von Buñuel selbst Trumbo`s Geschichte zu verfilmen, da man aber keinen Produzenten fand, scheiterte das Vorhaben. Dalton Trumbo führte das Anliegen 1971 weiter und konnte die Verfilmung erfolgreich umsetzen, nachdem er mit Mühe ein Budget von knapp 600000 Dollar zusammengebracht hatte.

Der 17-jährige Joe Bonham wird im zweiten Weltkrieg einberufen und verabschiedet sich von seiner Freundin. Ob seines überschwänglichen Optimismus kann er der Sachlage trotzdem etwas positives abgewinnen, da er sich wenigstens freut, Frankreich zu sehen. Auf dem Schlachtfeld wird er von einer Granate schwer getroffen und verstümmelt. Ein Teil seines Gehirns blieb dabei unbeschädigt. Die Medulla oblongata. Das motorische Zentrum und das Atmungszentrum funktionieren noch. Beine, Arme und das Cerebrum des Gehirnes wurden direkt und irreparabel geschädigt. Nach der Gesichtsoperation und der Abheilung seiner Wunden wird er zur weiteren Aufsicht in einem dunklen Abstellraum deponiert, damit er vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen bleibt und weiter beobachtet werden kann. Im weiteren Verlauf erhält der Zuschauer nun Einblick in Psyche und Geist des Patienten, seine geistigen Resonanz und seinen Zustand als von der Aussenwelt abgesondertes Subjekt, das sich seiner schwierigen Lage langsam bewusst wird.

Als stilistisches Element wurden bei Johnny got his gun" sporadisch dokumentarisch wirkende schwarz-weiss Seqenzen eingestreut, die sich mit den Farbaufnahmen während des ganzen Filmes in Wechselbeziehung befinden. Während man den leidenden Hauptprotagonisten meist in schwarzweissen Aufnahmen beobachten kann, präsentieren sich dessen Erinnerungen und Halluzinationen in Farbe. Trumbo arbeitete stark mit Sprüngen in die Vergangenheit, in welchen er immer wieder zentrale und relevante Beziehungen zum Hauptprotagonisten aufzeigt. Die surrealistisch anmutenden Traumsequenzen, welche aus der Feder von Luis Buñuel stammen sind speziell und bereichern den Film ungemein. Einerseits fallen sie durch ihre Ernsthaftigkeit und ihre zynischen Momente auf. Auf der anderen Seite sind sie auch heiter und verleihen dem Film eine meditative Note. Der Konstrast zwischen den dokumentarisch-realistischen Szenen und den traumartig-utopischen Abschnitten ist signifikant und sinnvoll. Er verleiht dem Film Glaubwürdigkeit und bietet stets Raum für ein kurzes Aufatmen von den fortwährend sehr tiefgreifenden Bildern.

Da der Roman ein Jahr vor Hitler geschrieben wurde, besticht die Thematik durch einen radikalen Pessimismus. Der Film verströmt eine aussergewöhnlich bedrückende, geradezu depressive Atmosphäre, die nicht leicht zu verarbeiten ist. Trumbo hat hier sicherlich die richtige Erzähltechnik gewählt. Denn nur so kann er langfristig ein Zeichen in den Zuschauer verpflanzen und ihn dazu bringen, dass er nicht mehr vergisst. Desweiteren das Wichtigste: Ernst genommen zu werden. Neben vielerlei anderer Antikriegsfilme, welche sich auf scharfe Kriegsbeobachtung oder die Inszenierung spektakulärer Kriegsschauplätze konzentrieren, verlegt der Regisseur hier die Perspektive in die Innenwelt des einzelnen Opfers der Umstände. Dadurch wird eine besonders starke empathische Verbindung zum wehrlosen Opfer hergestellt, das dem Gutdünken und der Beobachtungslaune der Ärzte völlig ausgeliefert ist. Hinzu kommt die Naivität des jungen Charakters, mit welcher die Figur einen gewissen Identifikationsfaktor aufweist.

Schauspielerisch ist der Film ebenfalls ein Ansehen wert. Donald Sutherland gibt einen ungemein ernsten Jesus ab, der die Kriegsopfer auf dem Weg in ihren Tod begleitet. Auch Eduard Franz, welcher den diagnostizierenden Feldarzt von Johnny darstellt, hinterlässt einen äusserst überzeugenden Eindruck. Aber auch der restliche Stab leistet Ausserordentliches.

Fazit: Höchst intensiver und menschlicher Antikriegsfilm.
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich !, 19. September 2006
Von 
Karsten Kongisser (Frankfurt am Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg (DVD)
Im Jahr 1918 im Ersten Weltkrieg werden an der Westfront in Frankreich dem jungen US-amerikanischen Soldaten Joe Bonham (Timothy Bottoms) durch eine explodierende Granate das Gesicht zerfetzt und Arme und Beine abgerissen. Nach zahllosen Operationen wird sein Rumpf ohne Augen, Nase, Mund und Ohren von den Ärzten als medizinisches Exempel am Leben erhalten. Nach einiger Zeit erkennt er seinen hoffnungslosen Zustand und nimmt Kontakt zur Umwelt auf: Er bittet die Ärzte, ihn sterben zu lassen. Seine Krankenschwester (Diane Varsi) will aus Mitleid seinem Wunsch entsprechen, doch ein Arzt vereitelt ihren Plan.

Mit der Verfilmung seines kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs erschienenen Romans »Johnny Got His Gun« (dessen Titel auf das 1917 in den USA populäre militaristische Marschlied »Johnny, Get Your Gun!« anspielt) gelingt dem Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur Dalton Trumbo ein eindringlicher, schockierender Antikriegsfilm, dessen Inszenierung auch auf der formalen Ebene die Klischees eines herkömmlichen Soldatenschicksals durchbricht. Die beeindruckend erschütternde Meditation über das Leben ist einer der wenigen den Ersten Weltkrieg ernsthaft behandelnden Kriegsfilme. Verdient wurde er mit dem 'Großen Sonderpreis der Jury' des Filmfestivals in Cannes 1971 ausgezeichnet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schockierend und Aufrütteld, 16. Mai 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg (DVD)
Auf eine Schockierende Weise regt "Johnny zieht in den Krieg" zum nachdenken an.
Der Junge Johnny zieht als Freiwilliger in den ersten Weltkrieg, wird jedoch von einer Granate getroffen die ihn schwer verstümmelt. Er wird als lebender Torso ohne Arme, Beine und Gesicht in einem abgetrennten Krankenzimmer als Versuchsobjekt am Leben gehalten. Keiner der ärzte vermutet das ein so schwer verwundeter Mensch noch ein Bewusstsein haben kann. Johnny bekommt allerdings alls um sich herum mit auch wenn er weder sehen, hören noch sprechen kann...

und das is das grausame. Denn ein schlimmeres Leben kann sich wohl niemand ausmalen. Nicht imstande sich mit der Welt zu verständigen wird er seinem Schicksal überlassen das wohl ungewiss bleiben wird.
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Johnny Got His Gun [UK Import]
Johnny Got His Gun [UK Import] von Dalton Trumbo (DVD - 2004)
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