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5.0 von 5 Sternen Charta de Romantik, 17. April 2015
Von 
K.H. Friedgen "friedgen" (Burgbrohl, Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Späten Streichquartette/Streichquintett (Audio CD)
Das Emerson String Quartet wurde 1976 in New York gegründet, von Mitgliedern der berühmten Juilliard School, und es zählt seit langem zu den renommiertesten Streichquartetten der Welt.
Für die DGG hat die Formation u.a. die späten Streichquartette von Franz Schubert sowie, zusammen mit Mstislav Rostropovitch, das Quintett D. 956 aufgenommen.
In dem hier vorgelegten 3 CD-Album werden die Quartette D. 804 mit dem Beinamen "Rosamunde", D. 810 "Der Tod und das Mädchen" sowie D. 887 und der Quartettsatz D. 703 vorgestellt, alles wunderbar und mit hoher Perfektion gespielte Stücke, die zu den Standardwerken der Kammermusik zählen und in keiner gut sortierten Klassik-Diskothek fehlen sollten.
Aber kein Werk der gesamten abendländischen Musikliteratur rührt den Hörer wohl mehr an als Schuberts Streichquintett D. 956 aus seinem Todesjahr 1828. Es ist ein unbeschreiblich herrliches Werk, eines der ergreifendsten, die je ein Musiker hervorgebracht hat, ein visionärer Ausblick in das Drüben, in die andere Welt. Wenn es heißt, Schuberts Musik beschwöre den Himmel, so ist das nirgends anders so spürbar wie seinem singulären Streichquintett, das kein fühlender Mensch, der es einmal gehört hat, jemals wieder vergessen wird.
Natürlich gibt es auch von diesem Streichquintett unzählige Aufnahmen, aber es sind nur ganz wenige, die Schuberts unverwechselbare Sprache angemessen wiederzugeben in der Lage sind. Ich nenne vor allen Dingen die legendäre Aufnahme von 1952 aus Prades mit Pablo Casals, Isaac Stern und anderen Künstlern (CBS/Sony) und außerdem das Alban Berg Quartett mit dem Cellisten Heinrich Schiff (EMI, 1982). Leider fehlt in beiden großartigen Produktionen die vom Komponisten vorgeschriebene Wiederholung der Exposition des Kopfsatzes, wodurch das Werk in seinen Proportionen empfindlich beeinträchtigt wird.
Diesen unverzeihlichen Fehler beging das Emerson Quartet nicht, als es mit dem berühmten Cellisten Mstislav Rostropovitch im Dezember 1990 die vorliegende Aufnahme machte. Der erste Satz wird dadurch auf fast zwanzig Minuten Dauer ausgedehnt, die dem Hörer angesichts des herrlichen Spiels und der noch herrlicheren Musik wie im Flug vergehen. Als Strawinsky übrigens einmal gefragt wurde, ob ihn die Längen in Schuberts Musik nicht einschläferten, soll er geantwortet haben: "Was tut's, da ich mich beim Erwachen im Paradies wähne?"
Das ist es: Diese Musik ist ein einziges Sehnen nach dem verlorenen Paradies. Damit rührt sie uns an, bannt uns in ihren Zauber und rührt uns zu Tränen.
Der zweite Satz ist so unbeschreiblich schön und tief, daß man hofft, Schubert würde den Hörer mit dem folgenden Scherzo wieder auf die Erde zurückholen. Und doch ist es unter allen seinen Scherzi das erfüllteste. Mit dem herrlichen, tänzelnden und von lyrischen Zwischenspielen durchzogenen Finale krönt Schubert sein unsterbliches Werk, mit dem es ihm gelang, die Lyrik in vollkommener Weise in der Kammermusik zu verankern. Es ist das Persönlichste und Tiefste, was er uns hinterlassen hat: eine Charta der romantischen Musik, die uns zu den Sternen schickt.
Die Klangwirkung der Aufnahme ist von höchster Qualität und entspricht damit der künstlerischen Leistung. Auch die Textbeilage kann sich sehen lassen. Klare Kaufempfehlung!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authentisch und bewegend, 9. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Späten Streichquartette/Streichquintett (Audio CD)
Eigentlich war ich nie ein großer Anhänger von Kammermusik. Ich weiß, es spricht vielleicht nicht für mich, aber ...
auf jeden Fall bin ich über den Rundfunk auf diese Aufnahme aufmerksam geworden und habe "Die Späten Streichquartette/ Streichquintett" in einer Interpretation des Emerson Quartetts bestellt. Ich habe es nicht bereut. Die Interpretion ist authentisch, d.h. frei von Übertreibung oder Selbstdarstellung. Besonders das Quintett in C-Dur D956 beeindruckt durch seine bewegende, ja aber auch schlichte Interpretation. Der erste Satz mit seinem ersten rezitativischen Thema, das in klarem Gegensatz zu dem etwas verklärt klingenden 2. kantablen Thema steht. Es klingt wie aus einer anderen Welt. Die Gegensätze hervorragend ausgearbeitet. Der zweite Satz: auskomponierte Statik; hier werden Räume geöffnet. Hervorragend das Zusammenspiel der einzelnen Stimmen. Mstislav Rostropovich fügt sich nahtlos in die Klangebung ein. Ein echtes miteinander Musizieren - ein aufeinander Hören und Rücksicht nehmen. Einfach toll! Vielleicht werde ich ja noch ein Kammermusik-Fan!
Unbedingt Empfehlenswerte Aufnahme. (IMHO)
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 19.11., 19. November 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Schuberts Todestag, im Jahr 1828.

Wie kann man besser daran erinnern, als auf eine sehr schöne Aufnahme hinzuweisen.

Streichquartette. Das war Schuberts Welt. Die Kammermusik. Da war er durchaus bekannt und geschätzt. Das konnte er perfekt. Seine Streichquartette gehört zu den besten ihres Genres.

Deswegen verwundert es nicht, dass es eine Fülle von hervorragenden Aufnahmen dieser Musik gibt.

Unter diesen Aufnahmen können sich die Emersons bestens behaupten.
Vielleicht gehen die grossartigen langsamen Sätze, wie etwa bei D.810, "Tod und das Mädchen" nicht ganz so zu Herzen wie diejenige Aufnahme des Alban Berg Quartetts. Aber die schnellen Sätze sind hinreisend musiziert.

Das emerson-Quartett hat viele Quartette eingespielt. Sie haben sich unter den besten Streichquartett-Formationen gut etabliert.

Eine Referenzeinspielung ist es nicht. Da gibt es etwa von Kremer and friends eine Aufnahme von D. 887, die alle anderen Aufnahmen deklassiert.

Eine solche Aufnahme ist es nicht, aber eine recht preiswerte und sehr gelungene dieser wunderbaren Werke von Franz Schubert, dem heute zu gedenken ist.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungen - nicht mehr und nicht weniger, 24. November 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Späten Streichquartette/Streichquintett (Audio CD)
Die Kammermusik spielt im Schaffen des deutschen Komponisten Franz Schubert die wohl bedeutendste Rolle. Da nimmt es nicht Wunder, dass er auch im Bereich des Streichquartetts einige herausragende Genrebeiträge lieferte. Nach seinen rund zehn frühen Quartetten, die vor allem für den familiären Kreis geschrieben wurden, ließ Schubert einige Jahre verstreichen, bis er sich wieder an diese Gattung wagte. Seine späten Streichquartette und sein Streichquintett dürfen getrost zum Besten gezählt werden, was uns die Klassik bieten kann.

Warum Schubert sein zwölftes Streichquartett in c moll D 703 nicht vollendete, bleibt ein ungeklärtes Rätsel. Immerhin beendete er den mitreißenden Kopfsatz. Im folgenden Andante allerdings bricht die Partitur unverhofft ab und lässt den Hörer verwundert zurück.
Das 13. Streichquartett in a moll D 804 ist der erste große Wurf Schuberts in diesem Bereich. Das gemächliche Allegro des Kopfsatzes beinhaltet einige seiner schönsten Melodien. Weil der Komponist im idyllischen zweiten Satz Motive aus seiner Schauspielmusik "Rosamunde" wiederverwertet, trägt das Quartett den Beinamen "Rosamunde Quartett". Ein zartes Menuett und ein behändes Finale runden die Komposition ab.
Das wohl bekannteste Streichquartett Schuberts ist sein 14. in d moll D 810. Zugleich ist es sein schmerzhaftestes, denn in keinem Satz lässt er länger als ein paar Momente lang Hoffnung und Entspannung zu. Das offenbart sogleich der aufbrausende, harsche Kopfsatz, der in seiner Trauer kein Maß zu kennen scheint. Der zweite Satz brachte dem Werk seinen Beinamen "Der Tod und das Mädchen" ein, verarbeitet Schubert hier doch in einem entrückenden Variationszyklus eines seiner besten Lieder gleichen Namens. Das wilde Scherzo stört die Kontemplation dieses Satzes nur scheinbar, denn schon bald bricht das wirbelnde Finale herein, das jedwedem versöhnlichen Moment den Garaus macht.
Nur das elysische 15. Streichquartett in G Dur D 887 kann es mit den späten Quartetten Beethovens aufnehmen. Der komplexe Kopfsatz enthält zahlreiche Themengeflechte, die Schubert immer wieder zu überwältigenden Klangmustern verarbeitet. Auch der langsamen Satz berauscht in seiner Farbenvielfalt. Erst im Scherzo lässt Schubert den enormen Spannungsbogen etwas abfallen, um ihn im Finale in stark verknüpfter Weise wieder aufleben zu lassen.

Das Streichquintett in C Dur D 956 - mit zwei Celli anstelle einer zweiten Viola - übertrifft Beethovens späte Streichquartette sogar. Dieses paradiesische Stück dürfte vielen Kennern als der Höhepunkt der Kammermusik überhaupt gelten. Allein der beinahe 20minütige Kopfsatz legt umfassend Zeugnis darüber ab. Schubert übertrifft mit demselben sogar noch D 887, was Komplexität und kompositionstechnische Meisterschaft anbelangt. Im genialen Adagio scheint an zwei Stellen die Musik plötzlich zu entgleiten und auch im wunderbaren Trio des ebenso wundervollen Scherzos tun sich urplötzlich und nachhaltig die Schleusen zur Hölle auf. Dass das Finale als einziger Satz auch einen Fuß in irdische Gefilde setzt, hat man dem Quintett lange Zeit nicht verziehen. Doch mittlerweile hat es seinen ihm gebührenden Platz im Kammermusikrepertoire eingenommen.

Die vorliegende Einspielung durch das Emerson String Quartet unter Verstärkung durch den Cellisten Mstislav Rostropovich im Quintett stammt aus den Jahren 1987 bis 1990 und erfreut sich dementsprechend bester Aufnahmequalität. Die Interpretation der wie immer bemühten Emersons ist gewiss beachtlich, herausragend aber ist sie indes nicht. Freilich, die Akteure spielen mit größter Sensibilität und Empathie. Stets ist ihr Vortrag transparent und differenziert, stets stehen sie streng im Dienste der Partitur. Sie verstehen es zudem ausgezeichnet, farbig zu nuancieren und individuelle Akzente zu setzen.
Dennoch aber erreichen sie in den langsamen Sätzen nicht die Ausdrucks- und Gefühlstiefe, die beispielsweise die Gesamteinspielung des Melos Quartets auszeichnet; dennoch vermögen sie es nicht, eine derart prickelnde, spannende Atmosphäre zu erzeugen wie das Alban Berg Quartett; und dennoch schließlich ist ihre Deutung nicht derart homogen, wie man es zum Beispiel vom Quartetto Italiano gewohnt ist.

Fazit: Sicherlich eine gelungene, bereichernde Einspielung, die aber aufgrund der großen, überragenden Konkurrenz nicht mehr als beachtlich ist.
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Die Späten Streichquartette/Streichquintett
Die Späten Streichquartette/Strei
chquintett
von Emerson String Quartet (Audio CD - 2004)
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