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4.0 von 5 Sternen Pinnocks geschmeidiger "Belshazzar"
Pinnock (1990) – Anthony Rolfe Johnson, Arleen Augér, Catherine Robbin, James Bowman, David Wilson-Johnson, Nicolas Robertson, Richard Wistreich, Choir of the English Concert, The English Concert [171:00]

Ich gebe gerne zu, dass ich Trevor Pinnocks Händel-Einspielungen samt und sonders ausgesprochen gerne höre. Nach meinem...
Vor 3 Monaten von Wolfgang-Armin Rittmeier veröffentlicht

versus
4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dem Werk nicht angemessen
Belshazzar ist ein bewegtes Stück, mit einer dramatischen Handlung. Eine verkappte Oper, die Händel da geschrieben hat.

Das will man hören.

Harnoncourt hat diese Dramatik mit seiner Aufnahme von 1975 darzustellen vermocht,Pinnock gelingt es mit seiner Aufnahme aus dem Jahr 1990 nicht.

Er hat die grossartige Arleen...
Veröffentlicht am 5. April 2008 von Sagittarius


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4.0 von 5 Sternen Pinnocks geschmeidiger "Belshazzar", 12. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Händel - Belshazzar / Augér, Rolfe Johnson, Bowman, Robbin, Wilson-Johnson, The English Concert & Choir, Pinnock (Audio CD)
Pinnock (1990) – Anthony Rolfe Johnson, Arleen Augér, Catherine Robbin, James Bowman, David Wilson-Johnson, Nicolas Robertson, Richard Wistreich, Choir of the English Concert, The English Concert [171:00]

Ich gebe gerne zu, dass ich Trevor Pinnocks Händel-Einspielungen samt und sonders ausgesprochen gerne höre. Nach meinem Dafürhalten triff Pinnock im Grunde immer den rechten Ton dieser Musik und hat zudem ein ganz feines Gespür für ihren Fluss. Das klingt – in meinen Ohren - immer organisch, gut durchdacht, immer ideal aufeinander abgestimmt, rundum erfreulich. Seine Einspielung des „Messiah“ hat meine Vorstellung von dem Werk derartig geprägt, dass ich nur ganz selten noch eine andere höre. Gut – da ist noch Beecham. Aber das ist ein anderes Kapitel. Tatsächlich finde ich es bis zum heutigen Tage enorm bedauerlich, dass Pinnock nur zwei der Oratorien Händels auf CD eingespielt hat, und zwar – wie gesagt – den „Messiah“ und den „Belshazzar“.

Auch der „Belshazzar“ ist insgesamt enorm gut gelungen. Man muss nur über die erste Viertelstunde hinauskommen, die – ich nehme die angemessen forsch gespielte Ouvertüre einmal aus – enorm uninteressant ist.

Ich weiß nicht, wie es kommt, aber das erste große Accompagnato der Nitocris „Vain fluctuating state of human empire!“ und die sich anschließende Arie „Thou, God most high, and Thou alone“ präsentiert Arleen Augér – sonst eine Bank in solchen Partien – so, als wäre sie zum Aufnahmezeitpunkt gedanklich an einem vollkommen anderen Ort gewesen. Sicher, vergleicht man ihre Leistung mit der der großartigen Dame Felicity Palmer in Harnoncourts Einspielung, so bleibt sie hinter dieser exzeptionellen Charakterzeichnung durchweg etwas zurück, aber eben nur etwas. Hier zu Beginn jedoch, wo es darum geht eine zutiefst aufgewühlte Person vorzustellen (man bedenke: gedanklich ist der "Belshazzar" ja durchaus ein Bühnenwerk) , fehlt ihr vollkommen der Mut zum Drama, zum Theatralischen, zur Geste, zur prägnanten Herausarbeitung der Affekte. Doch betrifft dies nur – wie gesagt – die erste Viertelstunde. Im weiteren Verlauf findet die Augér wieder zu ihrer gewohnten Form, besonders deutlich beispielsweise im Dialog Nitocris/Belshazzar („For you, my friends“ / „I must prevent thee, son“) oder in dem Duett „O dearer than life, forbear!“

Die Gestaltung des Belshazzar liegt in den Händen von Anthony Rolfe Johnson und ich muss – wieder einmal – sagen: Was für ein hervorragende Händel-Sänger war er doch! Stimmlich ist Rolfe Johnson ist bester Form, wie so oft arbeitet er ganz eng am Text, jede Wendung, jedes Wort, jede Stimmung, jedes Gefühl ist bestens durchdacht und wird enorm überzeugend umgesetzt. Mit großer Geste, glanzvoll und in rechter Feierlaune gelingt schon sein erster Auftritt mit der Arie „Let festal joy triumphant reign!“ Rolfe Johnson zeichnet ein enorm überzeugendes Bild des eitlen und von Hybris verblendeten Königs, beinahe widerlich klingt seine lästerliche Arie „Let the deep bowl thy praise confess“. Dies ist ein durch und durch narzisstischer König, einer den noch nicht einmal die Botschaft Gottes so wirklich einschüchtert. Ich kann mir nicht helfen, hier kommt mir unwillkürlich Shelleys „Ozymandias“ in den Sinn.

Sein Antipode Cyrus wird von Catherine Robbin gesungen. Auch hier erlebe ich eine vorbildliche Charakterzeichnung. Auch wenn Catherine Robins Mezzo eher leicht daherkommt und man sich hier und dort vielleicht etwas mehr Kraft für die Darstellung des eigentlichen Helden wünschen würde, so tut dies dem hervorragenden Gesamteindruck in meinen Augen keinen Abbruch. Denn die Entschlossenheit, die den Cyrus aufgrund seiner Begegnung mit der Stimme Gottes leitet („Methought, as on the banks of deep Eurphrates“), wird in ihrer Interpretation der Rolle durchweg deutlich, beispielsweise in der großen Arie „Destructive war thy limits know“, in der sie dann doch einmal so recht aufdreht. Sehr berührend gelingt das Gebet „Great God! Who yet but darkly known“.

James Bowman obliegt die Partie des Propheten Davis, die auch er vorbildlich ausfüllt. Auch er ist hier stimmlich in Bestform, glänzt wo er nur kann mit nobler Darstellung des Propheten, beispielsweise im tröstlich gesungenen und mit viel Zeit und Sinn für Delikatesse gestalteten „Lament not thus, o Queen“ oder in der seiner Prophezeiung vorangehenden Arie „O sacred oracles of Truth!“ Die Prophezeiung selbst ("Rejoice, my countrymen“ / „Thus saith the Lord to Cyrus“) präsentiert er voll der notwendigen Emphase. Interessant finde ich Bowmans Interpretation des Abschnittes, in dem er das „Mene, mene, tekel“ übersetzt. Er schwingt nicht der alttestamentarische Zeigefinger, sondern wirkt fast mitleidig.

Der zu Cyrus übergelaufenen Assyrer Gobryas wird von David Wilson-Johnson gesungen. Auch ihm gelingt eine überzeugende Zeichnung seiner Rolle. Das Leid, das Belshazzar mit der Tötung seines Sohnes über ihn gebracht hat, wirkt in seiner Darstellung des „Oppress’d with never ceasing grief“ ebenso glaubhaft wie das aus der Qual sich nährende Rachegelüst. Erlöst gelingt dann schließlich das „To pow’r immortal my first thanks“.

Vorbildlich durch die Bank weg der Choir of the English Concert. Dies Ensemble hat einen Chorklang, der voll und ganz meinen Geschmack trifft: ausgewogen, satt, dabei nicht dicklich, aber immer in der Lage enorme Kraft zu mobilisieren. Daneben glänzt das Ensemble durch Beweglichkeit, rundherum differenzierte, textnahe Gestaltung und Artikulation, sodass ich bei jedem Chorsatz das Gefühl habe, dass er so wie er hier gesungen wird, "richtig" ist. Wunderbar lassen sich die drei durch den Chor zu charakterisierenden Völker (Jude, Babylonier, Perser) auch ohne gleichzeitiges Lesen des Textheftes oder der Partitur allein aufgrund des jeweils vorbildlich umgesetzten Tonfalles auseinanderhalten. Das einzige, an dem man sich meiner Meinung nach unter Umständen reiben kann, ist die Tatsache, dass all das ausgesprochen kontrolliert abläuft. Bisweilen mag man sich vielleicht etwas mehr Rücksichtslosigkeit, etwas mehr Rausch oder etwas explosivere Freude wünschen, wirkt der Vortrag hier und da doch - voll des Understatements - etwas „calm, cool and collected“. Aber - es ist mir vollkommen klar - hier jammere ich auf wirklich allerhöchstem Niveau.

Das Spiel des English Concert (mit Konzertmeister Simon Standage) ist rundum hervorragend.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein zeitloses Meisterwerk, 25. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Händel - Belshazzar / Augér, Rolfe Johnson, Bowman, Robbin, Wilson-Johnson, The English Concert & Choir, Pinnock (Audio CD)
Von den vielen Oratorien, die Händel geschrieben hat, ist der Belsazar (Belshazzar) mit Sicherheit eines der dramatischsten.
In der Tat sind bei Händel die Gattungsgrenzen zwischen Oper und Oratorium eher fließend, so daß man sich das Oratorium auch auf der Opernbühne vorstellen kann - wie dies auch schon mehrmals der Fall war.
Über die Charakterisierungskunst Händels braucht man nicht viele Worte zu verlieren - er versteht es meisterhaft, der Hybris und Arroganz Belsazars Ausdruck zu verleihen oder die Trauer des Gobrias um seinen getöteten Sohn auf schlichte, ergreifende Weise darzustellen.
Eine ganz besonders wichtige Funktion übernimmt der Chor, der drei unterschiedliche Personengruppen darstellt: Zum einen die selbstsicheren Babylonier, zum zweiten die zum Angriff bereiten Perser und schließlich die auf Befreiung hoffenden Juden. Die Chöre sind mehr als nur ein schmückendes Beiwerk; sie sind direkt in die Handlung einbezogen bzw. treiben sie mit voran.
All dies wird abgerundet durch eine hervorragende Ensembleleistung unter der souveränen Leitung von Trevor Pinnock.
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4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dem Werk nicht angemessen, 5. April 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Händel - Belshazzar / Augér, Rolfe Johnson, Bowman, Robbin, Wilson-Johnson, The English Concert & Choir, Pinnock (Audio CD)
Belshazzar ist ein bewegtes Stück, mit einer dramatischen Handlung. Eine verkappte Oper, die Händel da geschrieben hat.

Das will man hören.

Harnoncourt hat diese Dramatik mit seiner Aufnahme von 1975 darzustellen vermocht,Pinnock gelingt es mit seiner Aufnahme aus dem Jahr 1990 nicht.

Er hat die grossartige Arleen Augér, dem immer sicheren Rolfe-Johnson. schon Bowman als Daniel überzeugt nicht, wie er sonst einzunehmen versteht. Er klingt hier einigermassen "krähend"- und bedient so Vorurteile gegen Counter( wobei ich ihn immer noch Paul Esswood vorziehe).

Chor und Orchester sind vorzüglich

Aber Pinnock schlägt keine Funken aus der Partitur. Es darf doch nicht sein, dass man sich bei diesem Oratorium langweilt ?

Es gibt viele Aufnahmen von Trevor Pinnock, die munter sind. Diese Aufnahme gehört nicht dazu.

Belshazzar hat Besseres verdient.
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