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13 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervolle Zusammenstellung brahmsscher Orchesterwerke, 5. April 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1-4/Konzerte/Orchesterwerke (Audio CD)
Leonard Bernstein dirigierte zeit seines Lebens häufig und gerne Orchesterwerke von Johannes Brahms. Diese tolle Zusammenstellung kann dem Klassikfreund geradezu als Destillat seines Schaffens in diesem Bereich dienen.

Brahms hatte lange Skrupel davor, eine eigene Sinfonie zu komponieren, denn eine Sinfonie zu komponieren sei - so seine Worte - seit Haydn kein Spaß mehr. So verwundert es nicht, dass sein erster Versuch auf diesem Gebiet erst mit op. 68 beginnt. Zwar schrieb er ein frühes Klavierkonzert und das geniale "Ein Deutsches Requiem", dennoch wollte er sich der Öffentlichkeit nur als Vollendeter präsentieren, und da er nun seine Talente eher im Bereich der Kammermusik und der Klaviermusik sah und sich zudem unter zunehmendem öffentlichen Druck sah, das Erbe Beethovens anzutreten, hatte er einen langen Kampf um seine erste Sinfonie auszufechten.

Die erste Sinfonie gilt gemeinhin als mysteriös, als dunkel. Vor allem die beängstigenden Paukenschläge zu Beginn und das verklärende, abgehackte Hauptthema des ersten Satzes leisten zu dieser Meinung ihren Beitrag. Ein Andante sostenuto, welches noch nicht mit Beethoven verglichen werden kann, macht Platz für ein wundervolles Allegretto. Nach einigen Minuten des Finals mit wild durcheinander fahrenden Themen wird ein neues, majestätisches Thema eingeführt, welches zu Brahms bekanntesten zählt.
Bernstein lässt sich für diese Sinfonie sehr viel Zeit, was ihr gut bekommt, vor allem dem dritten und dem vierten Satz.

Die sicherlich am wenigsten gelungene zweite Sinfonie leitet mit einem energischen, appassionierten Hauptthema ein. Der folgende, langsame Satz kann zwar ob seiner Länge Einhalt schaffen, das folgende quasi Scherzo allerdings enttäuscht in seiner fehlenden Würze. Auch das Finale wirkt wie ein in die Länge gezogenes Intermezzo. Nur die Schlusstakte warten mit etwas Spannung auf.
Bernstein wischt über diese Sinfonie nicht einfach hinweg, er gibt ihr Zeit und holt das Maximum aus ihr heraus.

Die beste Sinfonie Johannes Brahms' ist seine dritte in F Dur op. 90. Nach einem leidenschaftlichen ersten Satz folgt ein recht ruhiges Andante. Das Poco allegretto des dritten Satzes zählt gewiss zu den schönsten und berühmtesten Sätzen von Brahms. Auch das wundervolle, häufig nach Moll modulierende Finale ist grandios und wirklich schön.
Bernstein liebte diese Sinfonie, zumindest kann man das aus seiner leidenschaftlichen und pathetischen Interpretation dieser genialen Sinfonie ableiten.

Seine vierte Sinfonie, von der Brahms angeblich geahnt haben soll, dass es wohl seine letzte würde, steht in e moll. Ein aufbegehrendes Thema bestimmt den ungestümen ersten Satz, untypisch für Brahms. Das wundervolle Andante moderato unterbricht dieses Ungestüm. Auch der dritte Satz weiß zu überzeugen, auch wenn das Hauptthema des Scherzos etwas ungelenk wirkt. Ein Variationssatz bestimmt das Finale.
Bernstein leistet mit dieser Sinfonie eine Großtat und erreicht fast das Summum Kleibers.

Zwei Ouvertüren komponierte Brahms. "Die eine lacht, die andere weint" meinte Brahms, obwohl sich Brahms da selbst nicht allzu sicher war. Die akademische Festouvertüre und die tragische Ouvertüre zählen zu den meistgespielten Orchesterwerken Brahms'. Diese zeichnet sich durch ungezügelte Dramatik aus, jene durch ihre Erhabenheit und Majestät.
Bernstein interpretiert beide farbenfroh und erlesen.

Ein weiteres kleineres Orchesterwerk Brahms' sind die Haydn Variationen auf den Chorale St. Antoni von Joseph Haydn. Ein wunderbar apartes Thema wird vielfältig variiert, um schließlich in ein majestätisches, aufbrausendes Finale zu münden.
Auch hier erweist sich Bernstein als Gentleman und feinfühlig genug, um dieses pittoreske Stück hold zu Gehör zu bringen.

Weiterhin findet sich in dieser Box das genuine Violinkonzert, eines der größten Konzerte überhaupt, das nur deswegen nicht ganz auf die Stufe mit dem beethovenschen gestellt werden kann, weil sein erster Satz zu spärrig ist. Aber der zweite Satz und besonders der dritte überzeugen durch romantischen Impetus und klassische Strenge.
Gidon Kremer spielt dieses Konzert grandios und Bernstein lässt sich wie immer viel Zeit. Gerade das aber kommt dem Konzert zu Gute.

Ein weniger bekanntes Konzert Brahms', das sogenannte Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester in a moll op. 102, ist in gewisser Weise Beethovens Tripelkonzert nachempfunden. Ein stürmischer, aber tief trauriger erster Satz eröffnet dieses herrliche Werk. Es schließt sich ein langsamer, empfundener Satz an, der schließlich in ein geradezu kammermusikalisches Finale mündet.
Nachdem der geneigte Hörer Kremers, Mischa Maiskys und Bernsteins Interpretation dieses tollen Werkes gehört hat, fragt er sich gewiss, warum dieses Konzert eher ein Schattendasein fristet.

Fazit: Eine ohne Frage sehr gelungene Einspielung dieser wunderbaren Orchesterwerke, zu denen mir der Zugang lange verwährt blieb trotz des makellosen und virtuosen Spiels der Wiener und Bernsteins unverwechselbarer Art, Musik zu leben.
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1 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brahms - ein Romantiker!, 11. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1-4/Konzerte/Orchesterwerke (Audio CD)
Das Feuer, das Spontane an Bernsteins Dirigieren, das Leidenschaftliche!

Und die Wiener Philharmoniker. Die Musik lebt!

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Sinfonien 1-4/Konzerte/Orchesterwerke
Sinfonien 1-4/Konzerte/Orchester
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von Leonard Bernstein (Audio CD - 2004)
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