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40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ideale album für Dylan-einsteiger!, 12. April 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Highway 61 Revisited (Audio CD)
Vorweg: Die musik ist brilliant. Alle songs sind verblüffend.
Auch wenn als definitive meisterwerke meist andere platten von Bob Dylan genannt werden ("blonde on blonde", "blood on the tracks", manchmal "bringing it all back home" und neuerdings "time out of mind"): Wer (garantiert lebenslängliche!) zuneigung zu dieser musik erst noch entdecken und entwickeln möchte - und wenige künstler verlangen von bzw. ermöglichen jedem hörer so einen ausgeprägt individuellen zugang -, dem empfehle ich "highway 61".
Zum einen findet man hier - ganz "materialistisch" gedacht - so viele klassiker des Dylan-repertoires, wie auf kaum einem anderen seiner alben: 'like a rolling stone' (kürzlich von der gleichbetitelten zeitschrift hüben wie drüben als "bester song aller zeiten" geehrt), 'tombstone blues', 'it takes a lot to laugh, it takes a train to cry' (welche sehnsucht allein im titel!), 'ballad of a thin man', das titel-tune, der wunderbare epische höhepunkt 'just like Tom Thumb's blues' (übrigens ein lieblingssong des kürzlich verstorbenen Clash-sängers Joe Strummer) und der berührende, lange nachwirkende beschluss 'desolation row' sind eine engstmöglich eingegrenzte auswahl von "greatest hits"- und bühnenstandards!
Außerdem ist die musik auf "highway 61" recht anschmiegsam produziert, ist auch für das unvertraute ohr angenehm zu hören - ohne dass Dylan seine klangliche wie stimmliche identität verleugnete. Wer also an diesen liedern gefallen gefunden hat, wird sich problemlos auch in unzugänglichere werke einhören können wie den entgrenzenden nachfolger "blonde on blonde" von '66, das zerbrechliche "blood on the tracks", das hermetisch-karge "John Wesley Harding" oder (Geheimtipp!:) die rauen "basement tapes".
Und zuletzt sind auf diesem sechsten album des Dylan-opus nahehin alle musikalischen stile vertreten, die in seinem schaffen einen bedeutenderen rang einnehmen, von fetzigem, keine sekunde zuviel beanspruchendem rhythm and blues (die beiden "auto-songs" 'from a buick 6' und 'highway 61 revisited') über den typischen Dylan-pop v.a. der 70er ('Queen Jane approximately') bis zum balladesken folk-epos mit gitarre und mundharmonika (im schlusstrack). Allenfalls ein leichtes übergewicht von bluesnummern bzw. -einflüssen (in allen tonfärbungen) ist zu konstatieren.
Und wer sich partout nicht anfreunden will mit dem eigenwilligen, einzigartigen folk-blues-pop-gemisch, dem bleibt mit 'rolling stone', 'train to cry' und 'Tom Thumb's blues' immer noch ein unschlagbares hit-dreierpack, das bisher auch die ärgsten nörgler noch für sich eingenommen hätte, und das allein schon die zehn mäuse wert ist.
p.s.: Ich hab meine bekanntschaft mit Dylan gleich über "blonde on blonde" machen dürfen. Hab ich aber auch nie bereut!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der epochalsten Alben der Rockgeschichte überhaupt, und das definitive Dylan-Album, 11. Juni 2012
Von 
M. Robert Ganser "robertissimo" (Apetlon, Burgenland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Highway 61 Revisited (Audio CD)
Wann genau und mit welcher Platte begann Mitte der Sechziger die neue Pop- und Rockmusik? Wann wurde die 3-Minuten-Grenze bei Pop- und Rocksongs überwunden? Wann wurden Texte implizit mehr als simple Lyrik, meistens Liebesbeziehungen betreffend?

Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind, weil es kein einziges Album zwischen 1965 und 1967 gibt, dass man hundertprozentig und alleinig so definieren könnte. Die Beatles erschlossen mit "Rubber Soul", "Revolver" und "Sgt. Pepper" in diesen 3 Jahren Neuland, da war 1966 "Pet Sounds" von den Beach Boys bzw. Brian Wilson, im selben Jahr brachte Frank Zappa mit seinen Mothers of Invention das irre Debütalbum "Freak Out!" heraus, 1966 nahmen Velvet Underground ihr erst 1967 veröffentlichtes Debütalbum auf, Jimi Hendrix definierte am stärksten Psychedelic und öffnete allen die Ohren für die Elektronik. Und die Namensliste ließe sich fortsetzen. Klar, dass es darüber verschiedene Theorien geben muss, und meine ist diese, dass Dylans Verdienst unter den hier Genannten einfach der größte ist - und zwar aus folgenden Gründen:

1. warf Dylan mit seinem sechsten Album alle Konventionen über Bord, die bis dahin sowohl für ihn als auch allgemein galten: Seine auf der ersten Seite der (grandiosen und musikalisch meines Erachtens gleichwertigen) "Bringing It All Back Home"-LP bereits klar durchgezogene Folk-Rock-Attacke wurde nun auf fast dem ganzen Album in verschärfter Form fortgeführt. Folkniks durften sich für ihre Geduld belohnt fühlen, wenn sie sich am Schluss der Platte 11 1/2 Minuten "Desolation Row" hineinziehen konnten, aber vom Eröffnungsriff von "Like A Rolling Stone" bis zum Ausklang von "Just Like Tom Thumb's Blues" galt die Devise: Es darf krachen, und zwar ordentlich! "Tombstone Blues", für 1965er-Verhältnisse schon fast Heavy Metal-Punk, "From A Buick 6" und der Titelsong, und die Explosivität von "Like A Rolling Stone" mit einem der genialsten wie epochalsten Riffs der ganzen Rockgeschichte! Stücke, die den lautesten Hammernummern der Who, Kinks, Rolling Stones, Pretty Things und Them näher standen als den Akustikgitarren-Folksongs, die dieser Mann bis einige Monate davor noch ausschließlich gespielt hatte. Die restlichen Songs, das von einem rollenden Piano getragene "It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry", die mittelschnell dahin rollenden, von kräftigen Orgel- und Mundharmonikasoli durchzogenen, ebenfalls Piano-getragenen Songs "Queen Jane Approximately" und "Just Like Tom Thumb's Blues" sowie das einzige langsame, aber durch Al Koopers expressives Orgelspiel eine ungemeine Dynamik erhaltende "Ballad Of A Thin Man" atmen alle den Geist des Rock'n'Roll. Es war Rock, in aller Eindeutigkeit, alleine schon die krachenden Drums sprechen hier eine klare Sprache, und dazu noch Bass, Rhythmusgitarre und Piano als bis dahin so noch nicht gehörtes Soundfundament. Und Mike Bloomfield's kurze, aber explosive Gitarrensoli (und das noch ohne Fuzz-Box, aber ein voll aufgedrehter Amp macht's auch) nicht vergessen.
2. hatte Dylan damit musikalisch etwas erreicht, wo zuvor niemand war, und er hatte bezüglich Texte und Songspielzeiten munter Grenzen überschritten. Das "Highway"-Album ist eine einzige Kompromisslosigkeit, und die vielen, die damals von einem "Ausverkauf" an die "Beatmusik" sprachen, übersahen dabei, dass Dylan hier kommerziell mehr riskierte als jeder prominente Musiker damals: Er hätte bei den Fans der Beatles, Stones und Who durchfallen können, bei den puritanischen Folkniks war er es bereits.
3. ging Dylan hier textlich im Rahmen seiner eigenen Maßstäbe noch einen Schritt weiter, indem er sich vom Protestsong, von dem er sich ab dem zweiten Album davor, "Another Side of Bob Dylan", schon langsam abgewandt hatte, einerseits noch mehr entfernte, andererseits aber den Außenseiterthemen und der kritischen Weltbetrachtung treu blieb. So wie bei "Ballad Of A Thin Man" war lyrisch noch niemand zuvor in der Musikszene mit bestimmten Journalisten umgegangen, "Like A Rolling Stone" nimmt es substanziell mit jedem Ethikkatalog auf, megalange Metaphernketten in "Tombstone Blues" und "Desolation Row" und offensichtlich Autobiografisches in "Just Like Tom Thumb's Blues" und noch viel mehr - über die Songtexte alleine dieses Albums ließe sich wohl ein Buch schreiben.

Diese LP veränderte im Sommer 1965 nicht nur Dylans Karriere und Musik, sondern die ganze Musikszene mit. Sie war wie ein Signal, das in etwa so lauten konnte: "Jetzt kannst du dir musikalisch alles leisten - nimm es auf und veröffentliche es!" Was auch geschah, siehe oben in der Erwähnung anderer Alben und Namen.

Für mich ist dieses Album das definitive Dylan-Album, aus den erwähnten Gründen, wenngleich ich "Bringing ..." und "Blonde On Blonde", also die jeweilige Vorgänger- und Nachfolger-Platte, musikalisch genauso gut finde. Und noch eine Reihe weiterer 5-Sterne-Alben gibt es für mich, ob "Freewheelin'" aus 1963 oder "Time Out Of Mind" von 1997, um nur zwei zu nennen. "Highway 61 Revisited" ist mein absolutes All-Time-Album, auf Platz 1 meiner persönlichen Liste. Gut für Amazon, dass das Sternenlimit bei 5 endet, wer weiß, was Rezensenten wie ich in diesem Fall machen würden, wenn eine beliebig hohe Zahl erlaubt wäre ...
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lächerliche 5 Punkte, 22. September 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Highway 61 Revisited (Audio CD)
DER Klassiker jetzt remastered und die Spannung gilt dem Sound, der Inhalt, sprich die Songs, stehen eh über jedweder Kritik. Also: Unglaubliche Nähe, Dylan steht im Raum und zelebriert Like a Rolling Stooone, die Desolation Row und alle anderen. Ein wunderbares Erlebnis. Wunderbar und liebevoll auch das Digi-Pack, Heftchen, alles im stilvollen Schwarzweiß, tolle Photos, ein Schmuckstück!
Lächerliche 5 Punkte, weil's einfach keine 10 gibt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dylan ist einfach ein Genie, 17. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Highway 61 Revisited (Audio CD)
Ich fange mit meinen 16 Jahren zwar gerade erst an die Musik von Bob Dylan richtig zu entdecken und obwohl ich nicht alle Alben von ihm habe muss ich sagen, dass dieses eines der besten ist, die ich kenne. Auch im Vergleich zu anderen Dylan Platten, die ich habe (The Freewheelin' Bob Dylan, Blone On Blone oder The Basemant Tapes) ist Highway 61 Revisited noch deutlich besser (und das obwohl die anderen 3 auch sehr gut sind). Gleich das erste Lied gehört zu den 2 oder 3 besten, die Bob Dylan je schrieb (die anderen Beiden sind It Aint Me Babe und Tangled Up In Blue). Auch Tomstone Blues is einer seiner besten Songs. Bis zu Ballad OF A Thin Man kommen noch 2 weitere gute Lieder. Ein weiteres Highlight ist Highway 61 Revisited. Alles in Allem ist diese wohl seine beste Platte.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker, 9. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Highway 61 Revisited (Audio CD)
Highway 61 unterscheidet sich von seinem Vorgänger Bringing It All Back Home (In Deutschland Subterranaen Homesick Blues betitelt) durch einen deutlich klareren und schärferen Sound, was nicht zuletzt am Wechsel des Produzenten (Bob Johnston kam für Tom Wilson) liegt. Mike Bloomfield an der Leadgitarre sorgt für unaufdringlich geniale fill-ins, Al Koopers genudle auf der Orgel ist klassisch. Daneben sorgen weitere Top-Sessionmusiker für eine tolle Begleitung, Mr. D selbst unterstützt die Band mit Gitarre, Piano und, unvermeidlich, Mundharmonika.
Die einzelnen Songs:
Like A Rolling Stone: Eine klassische Single, 7 Minuten lang. Der Text liest sich fast gehässig, der Gesang ist anklagend und zornig. Oberflächlich gesehen handelt das Lied von jemanden, der wohlbehütet aufgewachsen ist und sich nun plötlich auf der Straße wiederfindet. Unterschwellig sind Anklagen gegen Dylans Kritiker aus der Folk Szene auszumachen: "Now you gonna have to get used to it!" schreit er fast eine Zeile und meint damit den harten Rocksound, mit dem er seine ehemaligen Fans verstört.
Der Refrain ist legendär: "How does it feel? To be own you own? With no direction home? Like a complete unknown? Like a rolling stone?
Tombstone Blues: Hart und schnell. Ein Wasserfall surrealistischer Bilder ("The geometry of innocent flesh on the bone").
It Takes A Lot To Laugh: Ein langsamer Shuffle. Nach der wahnsinnigen Berg- und Talfahrt von Tombstone fast bedächtig und erholsam.
From A Buick 6: Erdiger R & B vom feinsten. Dylan besingt eine eine erdverbundene "Mama", eine "graveyard woman", ein "junkyard angel".
Ballad Of A Thin Man: Auf Vinyl hat dieser Song die erste Seite beendet. Ein bedrohliches Piano-Intro führt in einen düsteren, surrealistischen Song. Hier rechnet Dylan mit Mr. Jones, dem Spießer schlechthin ab. "Well, you walk into the room/Like a camel and then you frown/You put your eyes in your pocket/And your nose on the ground/There ought to be a law/Against you comin' around/You should be made/To wear earphones/Because something is happening here/But you don't know what it is/Do you, Mister Jones?"
Queen Jane: ein etwas seichter Song mit gefälliger Melodie
Highway 61: Wieder ein 1 A R & B Song mit witzigen und gleichzeitig bedrohlichen Zeilen. Genial die Polizeisirene, von Dylan gespielt.
Tom Thumb's Blues: Schleppernder Blues. Der Text ist paranoid und klaustrophobisch zugleich. Der Sänger ist in Juarez gefangen und nichteinmal Alkohol und "harder stuff" können dem Sänger den Aufenthalt erträglich machen. Etwas von All Along The Watchtower ist hier vorweggenommen. Schließlich erlangt der Protagonist hier aber die Chance, zurück nach N.Y. zu gehen.
Desolation Row: Der lyrische Höhepunkt, untermalt von einer bittersüßen spanischen Gitarre. In den 11 Minuten Spielzeit treten auf: Romeo, Cnderella, Ophelia, Quazimodo, Kain und Abel, Einstein, das Phantom der Oper, T.S. Eliott, Ezra Pound u.v.a.
Highway 61 ist ein Klasiker,der eigentlich nur noch von Dylans nächster Platte "Blonde On Blonde" und seiner schmerzvollsten LP aus den 70ern, "Blood On The Tracks" übertroffen wird. Die Todessehnsucht, das Chaos und die verzweifelte Suche nach einem Ausweg die Blonde und Blonde beherrschen sind auf dieser LP bereits vorgezeichnet.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein!, 16. April 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Highway 61 Revisited (Audio CD)
Er konnte einem schon unheimlich werden, dieser Dylan aus Duluth/Minnesota. Nur wenige Monate nach dem grandiosen Album "Bringing it all back home" schoss His Bobniss mit dieser Scheibe den Vogel ab. Bereits als erstes Stück liefert er mit "Like a rolling stone" die bis dahin längste Single der Rockgeschichte ab - einen Song, der die Möglichkeiten des Rock'n Roll endgültig um ein Vielfaches erweiterte. Aber neben diesem Song gab es weitere Perlen - es sei "Desolation Row" genannt, elf Minuten lang epischer Folk, Rock oder wie auch immer man das nennen möchte. An "Ballad of a thin man" ist zu denken. Noch heute kann niemand genau sagen, wer dieser Mr. Jones in dem Song eigentlich ist, vielleicht nicht einmal Dylan selber. Was macht es? Der Song ist brillant.
Insgesamt ein Meisterwerk, das in jedem Plattenschrank gehört!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar, 19. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Highway 61 Revisited (Audio CD)
Eigentlich wollte ich mir die CD gar nicht kaufen, weil ich sie bereits (normal Audio) besitze. Dann aber war ich zu neugierig und legte sie mir doch zu. Der Sound ist perfekt, die enthaltenen Stücke sowieso. Was will man mehr???!!
Allerdings ist ein Nochmalkauf wohl nur den absoluten Dylanfans anzuraten. Der Preis ist recht hoch ... da muss man mehr sein als ein ein gelegentlicher Dylanhörer...
Wer in die Welt Dylans nunmehr aber erst hineintaucht, für den sind diese SACDs ein Muss ... wer diese Scheibe bislang nicht hat, kaufe sich diese SACD, denn wirklich falsch machen kann man nichts. Eine der besten Platten, die jemals aufgenommen worden sind.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reise durch ein entfremdetes Land, 9. April 2008
Von 
Friedrich Auer "Auer" (Schörfling) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Highway 61 Revisited (Audio CD)
Bob Dylans erstes reines Rock-Album, und diesmal ging es wirklich voll zur Sache. Die Musik stösst zum Kern des Rock' Roll vor: geradlinig, hart, roh, ohne unnötige Schörkel. Für mich das beste Rockalbum aller Zeiten. Außerdem halte ich es für ein Konzept Album: Es ist eine Reise auf dem Highway 61, der von Chicago nach New Orleans führt, man könnte ein Road-Movie danach drehen.
"Like A Rolling Stone" handelt nur vordergründig von einem Mann der ein Mädchen runtermacht. Es geht vielmehr um die unerbitterliche Infragestellung, besser gesagt Zerstörung des bürgerlichen, braven Lebens, es geht um das Leben auf der Straße, weg von der Sicherheit der Eltern und der gesellschaftlichen Ordnung. Man kann ruhig annehmen, daß Dylan damit auch sich selber gemeint hat, die Miss Lonely, der Rolling Stone with no direction home, das ist durchaus auch Dylan selbst. Die Art und Weise wie er und seine Band das Lied rausspucken ist grandios und bis heute unerreicht.
Der "Tombstone Blues" ist ein schneller, schaftkantiger Blues mit tollem Gitarrenspiel von Michael Bloomfield. Der Text ist sehr surrealistisch und es wäre sinnlos, da Zeile für Zeile einen Sinn herauslesen zu wollen. Es geht wohl eher um ein Gefühl. Um das Gefühl des Entfremdetseins und der Ausgeliefertheit. Weiter gehts in einem Postzug, "It Takes A Lot to Laugh...", wieder ein Blues, diesmal mit verminderter Geschwindigkeit. Klassische Bluesbilder. Danach steigt der Protagonist in einen Buick 6 um, der sich schnell und schlingernd auf die Fahrt macht. Ziemlich wirrer Nonsens Text, aber wie immer musikalisch gut gebracht. Man hat sich damals gefragt, wer wohl der Mr. Jones in "Ballad Of A Thim Man" sein könnte, doch damit ist keine bestimmte Person gemeint, sondern all die Ignoranten, die nicht verstehen wollen, was sich in der Gesellschaft gerade verändert, gemeint sind wohl auch die Journalisten und alten Folkies, die Dylans Wandlung zur elektrischen Musik nicht verstehen konnten. "Du kommst in das Zimmer, mit deinem Bleistift in der Hand. Du siehst jemanden nackt und fragst, "wer ist dieser Mann". Ja, auch hier Entfremdung, Kafka in Musik gegossen. In "Queen Jane"
stellt der Sänger eine Menge Fragen an eine Frau, die unter schwiergen Bedingungen leidet, ob es nicht doch besser wäre, zu ihm zu kommen. Schwer zu sagen, ob er damit Joan Baez gemeint hat. Ein Lied, das ich wirklich mag, wegen seiner betörenden Musik und des eindringlichen Gesangs. In "Highway 61" stellt Dylan verschiedene Szenen dar, die alle auf dieser Straße enden.Der Highway wohl als Symbol der westlichen Gesellschaft. Es beginnt biblisch mit Abraham, der seinen Sohn töten soll, nach anfänglichem Weigern stimmt er schließlich zu. Eine Versinnbildlichung der Ausweglosigkeit der menschlichen Natur, des Ausgeliefertseins an höhere Mächte. Es würde zu weit führen, jetzt jede Strophe zu erklären zu versuchen. Musikalisch ein rasantes Rock oder Bluesstück mit Polizeisirene. "Tom Thumbs Blues" ist wohl eindeutig ein Drogenlied. Du stehst verloren im Regen, siehst alles negativ, hast nicht mehr die Kraft, dir einen Schuß zu versetzen, doch die schöne Melinda verspricht Trost und lädt dich zu sich nach Hause ein. Mit Burgunder hat es angefangen, nun ist er bei schärferen Sachen gelandet, Zeit für ihn nach New York abzuhauen. Eine Geschichte wie von Bukowski oder Kerouac. Endlich ist der Sänger in New Orleans gelandet, wo's nicht nur den Karneval "Mardi Gras", mit all seinen bunten, verrückten Gestalten gibt, sondern auch ein Wachsmuseum im French Quater (ich bin da mal gewesen), in dem einige der Figuren stehen, die Dylan da in "Desolation Row" vorbeiziehen läßt. Ein zehnstrophiger Reigen irrer Ereignisse mit Gestalten aus Geschichte, Literatur und Film, die kurz auf die Bühne ins Scheinwerferlicht treten und wieder verschwinden. Alle führen sie sinnlose Handlungen durch, wie beim Karneval eben. Die Absurdität menschlichen Handelns, die Welt als Irrenhaus. In der vorletzten Strophe dann die Verheißung vom Paradies, lachende Calypsosänger und Meerjungfrauen, aber vorher sticht noch die Titanic in See. Das Ganze entpuppt sich dann als Brief, in dem der Autor die Namen vertauscht hat und ihnen neue Gesichter gegeben hat. Dylan begleitet sich auf der Akustischen und eine zweite Gitarre spielt eine einschmeichelnde Gegenmelodie dazu. Das Lied zieht in seinen Bann, es lebt von seinen Sprachbildern, der betörenden Musik, dem beschwörenden Gesang. Einer der besten Dylan Songs überhaupt.
Highway 61 ist eine musikalische Reise durch Amerkika und die 60iger Jahre, umnebelt von Drogen, begleitet von Ophelia und dem Phantom der Oper, mit Einstein am Beifahrersitz und Quasimodo als Fahrer und im Rückspiegel das Flackern von Polizeisignalen.
Ich halte diese Platte für ein bedeutendes Kunstwerk des 20. Jahrhunderts. So wie ein Roman von Faulkner, ein Gemälde von Picasso, eine Symphonie von Schostakowitsch.
Na ja. The sun's not yellow, it's chicken.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen historsich #2, 22. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Highway 61 Revisited (Audio CD)
Was Bob Dylan mit "Subterranean homesick blues" begann, nämlich den schrittweisen Übergang vom reinen Folk-Interpreten zum Rockmusiker, lässt sich auf "Highway 61 revisited" weiterverfolgen. Waren auf dem Vorgängeralbum noch einige klassische Folk-Songs zu hören, wurde hier die Anzahl solchartiger Stücke auf 1 reduziert (dazu später mehr).
Das Album um den legendären Opener "Like a rolling stone", zu dem man eigentlich keine Worte mehr verlieren muss, besticht durch klar strukturierte, kraftvolle und einfach ehrlich klingende Rock-Songs, wie sie selbst die Beatles oder die Stones in ihren besten Tagen niemals hingekriegt haben. Jeder Song, der eine beim ersten Hören, der andere nach einem close listen, pflanzt sich irgendwann mit einem bestimmten Riff im Gedächtnis des Zuhörers ein und verschwindet dann auch nicht mehr. Genial-einfache Akkordfolgen, gepaart mit Dylan's zunächst gewöhnungsbedürftigem, unverwechselbarem Gesang rocken und machen furchtbar viel Spaß. Auch textlich sind große Unterschiede zwischen Dylan's Folk-Werken und dieser Rockphase zu erkennen: Während er zu Beginn seine Karriere mit anprangernden Protestsongs auf sich aufmerksam machte, klingen die lyrics auf "Highway 61" unglaublich spontan, zum Teil ironisch, zum Teil einfach nur verrückt; man hat den Eindruck, dass Bob hier einfach seine Gedankengänge eins zu eins zu genialen Songs und Erzählungen ummünzte.
Höhepunkte gibt es auf diesem Album beim ersten Zuhören nicht, später merkt man jedoch, dass es sich bei allen 9 Songs um Höhepunkte handelt: "Tombstone blues" und "From a buick 6" rocken temporeich durch den Kopf des Hörers, während "It takes a lot to laugh..." und "Queen Jane" etwas langsamer, aber genauso geradlinig daherkommen. Die Midtemponummer "Ballad of a thin man" besticht durch die wahnsinnigsten Textzeilen des Albums, und der Schluss-Song, "Desolation row", die einzige rein akustische, klassische Singer/Songwriter-Komposition, entführt den Hörer über 11 Minuten lang in ein Reich aus tiefsten Gedankengängen und höchstem Musikgenuss.
"Highway 61 revisted" - ein Höhepunkt der Musikgeschichte.
Kleiner Tip: Auf jeden Fall zusammen mit den gleichwertigen "Subterranean homesick blues" und "Blonde on blonde" im Dreierpack kaufen - dadurch spart man Geld, kommt auf dreifachen Hörgenuss und kann sich ein Gesamtbild von dieser großartigsten schöpferischen Phase der Legende Bob Dylan machen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker, 3. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Highway 61 Revisited (Audio CD)
- die Musik ist grandios, gutes Einsteiger-Album.....
- beste Titel: Like A Rolling Stone, Queen Jane Approximately, Desolation Row

-wie bei vielen Liedern Bob Dylans: öfter hören, dann gefällt es einem schon, was nicht negativ ist, im Gegenteil, die Musik ist so gut, dass man sie erst durch mehrmaliges Hören wahrnimmt....
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Highway 61 Revisited
Highway 61 Revisited von Bob Dylan (Audio CD - 2004)
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