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Kundenrezensionen

54
4,4 von 5 Sternen
Stille Post
Format: Audio CDÄndern
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36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wenn man in weinseliger Runde sitzt und Stille Post spielt (der Wein ist nicht Bedingung), wird man immer wieder darüber staunen, wie die geflüsterten Botschaften im Laufe der Runde ihren Inhalt und ihren Sinn verändern und ein Eigenleben beginnen. Man hatte doch etwas ganz anderes gesagt!
Das mögen sich auch Mia denken, wenn sie die Kritiken zu ihrem aktuellen Album lesen. Dabei wollen sie „nicht schockieren, sondern alarmieren“. Ein Deutscher zu sein, soll kein Politikum mehr darstellen, darüber zu reden auch nicht. Mit diesem Album, speziell mit dem Song „Was es ist“ haben Mia aber genau das geschaffen – ein Politikum. Das Volk der Deutschen: ein Triebtäter, der von der internationalen Gemeinschaft längst als therapiert und geheilt entlassen wurde, der aber der Therapie selbst nicht traut; ein Alkoholiker, der endlich trocken ist und doch zeitlebens Angst hat vor der neuerlichen Versuchung. Dabei ist klar, dass eine Generation, deren Eltern bestenfalls Kinder waren, als der Krieg endlich vorbei war, sich nicht länger die Erbsünde um die Ohren hauen lassen will. Was die Gutmenschen in Spiegel&Co. besonders erregte, war die Zeile: „Fragt man mich jetzt, woher ich komme / Tu ich mir nicht mehr selber leid.“ Formelhaft, wie zu DDR-Zeiten agitiert wurde, wird jede Haltung angeprangert, die dem eingetrichterten Demutsmief, einer Art katholischer Büßermentalität, widerspricht. Gut möglich auch, dass da der eine Kritiker beim anderen abgeschrieben hat, eine Art schriftliche "Stille Post" also.
Vielleicht ist das Album gerade an dieser Stelle Punk, nicht als Musikrichtung, sondern als Protest, wenn Mia sich gegen einen festzementierten gesellschaftlichen Konsens stellen, der ohne Zweifel einmal seine Berechtigung hatte, nun aber längst (wie vieles in diesem Lande) obsolet ist. Dabei beschreibt die Band im gleichen Lied unseren Zeitgeist so treffend wie momentan kein anderer (und ich kann beim besten Willen nichts Nationalistisches daran erkennen): „Luise schreibt mir aus Amerika. / Man schätze dort ihre direkte Art. / Und auf Ibiza tanzt Matthias im ‚Pascha’. / Das ist unsere Gegenwart. / Ich fühle, wie sich alles wandelt. / Und wie ich selber ändern kann, / Was mich beengt in meinem Leben, / Denn mit ändern fängt Geschichte an.“ Ganz klar das stärkste Stück des Albums. Vielleicht wird dieser Song einmal als Zeugnis für das Lebensgefühl junger Menschen am Beginn des Jahrtausends die Zeit überdauern.
Doch genug, das Album bietet auch andere Lieder. „Es kommt irgendwann irgendwie irgendwo alles wieder.“ Dieses Zitat (das mich an einen Song von Nena erinnert) ist musikalisches Programm. Mia bedienen sich ganz ungeniert bei Punk und NDW, aber nach 25 Jahren klingt diese Musik wieder erstaunlich frisch. Nina Hagen glotzte seinerzeit TV, und Mia haben heute Ökostrom. Vor reichlich 25 Jahren besang Ideal die „Blauen Augen“, heute sind es die „Blauen Flecken“.
Die Songs sind druckvoll, teilweise zornig (ob nun glatter als beim Debüt, kann ich nicht sagen, das kenne ich noch nicht). Die Texte sind teilweise sehr erwachsen, obwohl gerade an den Texten noch stark gearbeitet werden kann (damit meine ich nicht den Inhalt, die Botschaft, sondern die Worte und Bilder – z. B. die Metapher „süßer Vogel Jugend“, das klingt einfach nach Schlager) – dafür gibt’s auch einen Punkt Abzug.
„Wirst du mir vergeben, wenn ich dich anrege?“ Was gibt es da zu vergeben? Ich bitte darum! Und übrigens, um doch noch einmal auf „Was es ist“ zurückzukommen: keiner singt das Wort „Liebe“ so schön wie Mieze.
Dies ist meine Sicht der Dinge. Aber hört das Album selbst, denn vielleicht versteht ihr etwas gänzlich anderes. Und mal sehen, wie der Lauf der Jahre die Botschaften der „Stillen Post“ verändern wird.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. November 2004
Nachdem ich letzte Woche mein erstes MIA Konzert besucht hatte musste natürlich auch die CD her. Mit der "Limited Tour DVD/CD Edition" hat man zwei Fliegen auf einen Schlag! Absolut begeistert war ich natürlich von der DVD so kurz nach dem von mir erlebten Live Konzert. Die Bild- und Tonqualität sind super und die DVD bringt echte Live Stimmung ins Wohnzimmer.
Mit Live DVD,Tour Doku, Videos (Hungriges Herz,Was es ist) und Bonus Tracks ist auch der Preis gerechtfertigt.
Viel Spass beim Reinhören und Sehen...!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. November 2009
Nachdem ich das neuste Album von MIA "Willkommen im Club" die ganze Zeit im rauf und runter gehört habe, wurde ich neugierig auf ihre früheren Werk, aus denen ich nur einzelne Titel "Hunriges Herz", "Was es ist" kannte.

Ich wurde nicht enttäsucht! :-)

Das Album fängt sehr rockig/punkig an und wird dann etwas ruhiger. MIA schaffen es mit ihreren Texten und ihrer Musik sowohl nachdenkliche als auch fröhliche Themen SEHR treffend zu vermitteln. Das Album macht immer GUTE LAUNE und ihre Song "Hoffnung" spiegelt genau das Gefühl wieder, was ich bei diesem Album hatte:

"Wenn es euch schlecht geht, legt einfach diese Album auf...dreht die Mucke laut...und ein Glück, mit diesem Trick, glaubt ihr fast wieder an alles!" ;-)
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Juni 2004
Das man sich als Band sowie musikalisch verändert und/oder weiter entwickelt finde ich nur legitim. Bei MIA. ist diese Veränderung in keinster Weise negativ zu bewerten!!! MIA. sind anders, mutig, schrill und ruhig zugleich. Der Grand Prix Vorentscheid war ein weiterer Schritt, für den eine solche Band zu bewundern ist - mutig, mutig!!! DIeses Album ist sicherlich ruhiger, als der Vorgänger - es klingt reifer, irgendwie nicht so punkig, irgendwie aber doch! Es sin MIA. - das erkennt man auch so. Ehrlich und fonky! Das Album enthält wunderschöne Melodien mit ausgeprägterem Gesang, schrabbelige Gitarrenrock-Stücke und einiges an elektronischen Details. Wer deutsche Musik mag, und ebenfalls findet, dass MIA. bei weitem mehr Respekt und Anerkennung verdient haben, als das bisher der Fall ist, sollte sich dieses Album kaufen! Anspieltip: Komm mein Mädchen, Sonne, Komm her, Was es ist, Hoffnung und natürlich die beiden Singles Hungriges Herz und Ökostrom! Tolle Scheibe - MIA.rockt!
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24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Juli 2005
Also wer behauptet, dass Mia. eine Nazi-Band sei, hat wohl nichts, aber auch absolut gar nichts der Texte verstanden!!! Nehmen wir z.B. das Lied "Was es ist". Ja, da singt Mia. "wir betreten neues deutsches Land"...na und?"NEUES deutsches Land" ..also NEU, gerade dies grenzt sich doch völlig von der alten, nationalsozialistischen Zeit Deutschlands ab und soll Hoffnung für eine positive Zukunft geben!Auch in einem anderen Lied singt mia. "und ich hasse den Krieg". In ihrem älteren Lied "Heroes" singt die Band: "Schüsse zerreißen die Luft...die Mauer im Rücken war eiskalt, so kalt.....niemand gibt uns eine Chance, doch wir können siegen...", Texte die ganz klar auf die Trennung zwischen Westen und Osten hinweisen und diese verurteilen! Auch wenn man Mia. sieht, erkennt man das krasse Gegenteil nazionalsozialistischer Menschen! Mieze hat unrasierte beine und ist punkig gekleidet. Wenn man sie hart beurteilen sollte, müsste man sie sogar in die eher extrem linke Ecke stellen!
Die Texte jedenfalls sind tiefsinnig und richten sich gegen niemanden abwertend!Nur weil eine deutsche Band die Farben schwarz, rot, gelb als Beschreibung verschiedener Dinge, z.B. Kaffee, Mund und Sonne (die nun mal leider Gottes diese Farbe besitzen..!!!!) benutzt, wird sie gleich in die rechte Ecke gestellt. Man müsste theoretisch jeden amerikanischen, patriotischen Musiker anklagen, wenn er stolz über sein kriegstreibendes Amerika singt!!!
Im Übrigen: wenn einige solcher bekloppten Neonazis die Texte ebenfalls falsch interpretieren und für ihre Zwecke missbrauchen, kann selbst die Band Mia. nichts dafür!!!
Kauft euch die Cd, ihr tut dabei niemandem weh!!!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. März 2004
Die Platte ist nicht so schrecklich wie der "Spiegel" (was hat der auch mit Musik zu tun) textet, und auch nicht so einfallslos wie das Magazin "Laut" sie bewertet. Vielleicht ist es im Moment schick, Mia nicht so gut zu finden, warum auch immer - diesen schlechten Hype hat die "Stille Post" nicht verdient. Rotzigkeit in Text, Gesang und Instrument sind allemal vorhanden, die genannten Faktoren werden auch innovativ genutzt sowie der textliche Inhalt weder deutschtümelnd noch unerträglich kitschig ist.
Das zweite Album korrespondiert in der Qualität mit "Hieb & Stichfest" - jeder Song ist hörenswert. Wer der meinungsbildenden Presse (und kommt sie auch noch so "fachlich" daher) diesbezüglich Glauben schenkt, ist um 11 gute Songs betrogen.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Tolle Scheibe, tolles erstes Lied, drei tolle Singles, tolle Produktion, kurzum: meiner Meinung nach beste deutsche Scheibe seit langem. Vor "Von hier an blind" und "Es ist Juli" etc.
Zeitweise reichlich naive Texte, wie in "Ökostrom". Dabei aber authentischer als Judith Holofernes. Aber dafür lässige Riffs und Refrains wie in "Komm mein Mädchen" und "Sonne". Mieze verwehrt sich mehrfach gegen Schubladen und Kategorien, und die ewigen NDW-Vergleiche ziehen auch irgendwie nicht, auch wenn "Sonne" gleich bei mehreren Liedern abgekupfert scheint. Die Vorwürfe schließlich gegen deutschtümelnde Texte können nur von Pseudo-Alternativen und Fundis kommen. Mieze findet doch einen eleganten Weg, sich ihre Heimat zu definieren. Völlig OK.
"Hungriges Herz" schließlich ist der absolute Hammer. Unbeschreiblich gutes und kompaktes Stück. Leider kenn ich vom Debutalbum nur einzelne Lieder. "Stille Post" scheint gewollt kommerziell. Warum auch nicht. Der Markt ist da,... sagt jedenfalls der eine Cowboy zum andern.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Juli 2007
Das Album Stille Post ist echt der oberhammer. Mieze und ihre Jungs sind bei dieser Platte echt kreativ gewesen. Auch das nachfolger Album Zirkus, hat mich echt vom "Hocker" gehaun. Bei Liedern wie Uhlalala oder Engel wird man echt melancholisch. Auf dem Album Stille Post sind wirklich super Lieder wie "Komm mein Mädchen" oder "Was es ist". Die hören sich Live genau so gut an wie auf der CD, und ich weiß wovon ich rede, denn ich war vor ein paar Tagen auf dem Konzert in München. Geile Show, geile Stimme, einfach nur der Hammer.
Jeder der etwas andere Musik gern mag, wird diese Cd's lieben!!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. März 2004
Dass sich ausgerechnet eine Krawallnudel wie Mieze und ihre Berliner Band Mia einen LP-Titel wie "Stille Post" einfallen lassen, ist vermutlich ironisch gemeint. Denn diese stille Post geht ab!
Zur Erinnerung: Mieze und ihre Band Mia machten mit ihrer 80er-Punk-Attitüde, dem Album "Hieb und StichFest" und den Singles "Alles "Was es ist" so richtig Furore. Die Musikpresse liebte das schrille 80er-Design, den frisch-witzigen Musik-Stil zwischen Wave, Punk und Elektro, neudeutsch Elektropunk genannt, und die deutsch-englisch gemixten Texte. Meilensteine folgten, die peu à peu dicker und Neu", "Verrückt", "Kreisel" und dem neuen gigantischer wurden, Mia eröffnete die Loveparade gemeinsam mit einem 25-köpfigen Blasorchester, die Tour ist ausverkauft, und am 19. März 2004 schlagen sie sich mit Scooter und Sabrina Setlur um die Funktion des deutschen Repräsentanten beim Grand Prix. Ob mit Chancen, bleibt dahingestellt, denn "Hungriges Herz" ist nicht gerade eine der stärkeren Nummern auf diesem Album. Eher der größtmögliche Kompromissvorschlag zwischen Elektronummern, den kopflastigen Weill-Remineszenzen und den powervollen Krachtracks. Wenn wir aber diesen einen Song mal ausklammern, muss man sagen, dass Mia mit dem anspruchsvollen brainpoppigen Neo-Chanson "Was es ist" direkt in die Fußstapfen der genialen frühen Fehlfarben stiefeln, und dass ihnen das Aufmischen der bewährten Donnernummern mit leiseren, fast theatralischen Übungen mehr als gut tut. Beispielsweise "Hoffnung / mit diesem Trick", das einen krassen Gegensatz zum folgenden "Blaue Flecken" bietet, oder das lyrische "Sonne", in dem Mieze überraschende Belcanto-Skills auspackt. Trotz der vielseitigeren Stile, die Mia auf "Stille Post" nun bieten, wirkt nichts gekünstelt oder berechnet, nichts scheint zu bunt oder eklektisch. Schließlich hält Miezes provokante Stimme die Songs mit einem verdammt stabilen roten Faden, und Miezes Texte halten das Album mit noch röterem Herzblut zusammen. Mia reifen und gedeihen, und es macht Spaß, diesen Großstadtpflanzen dabei zuzuhören.
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19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Januar 2005
Ich habe mir voller Begeisterung diese Scheibe gekauft, um dann festzustellen, dass sie weder auf meiner Anlage, noch auf meinem PC (der interne Player der CD hängt ständig) und nicht einmal in meinem Autoradio läuft. Ich sage nur vielen Dank!
Fazit: Schade, dass hier aus lauter Angst vor unbezahlten Kopien ein sehr schönes Album nur Frustration erntet.
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