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90 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 121 Jahre - oder die Geschichte des Wilden Westens
Lange vor "Der mit dem Wolf tanzt" gab es bereits sehr gute Western, in denen die Indianer würdig und der Geschichte gemäß dargestellt werden. Bereits 1969 drehte Arthur Penn dieses Epos mit einem glänzenden Dustin Hoffman in der Hauptrolle.
Der 121jährige Jack Crabb erzählt im Altersheim seine Lebensgeschichte: Als Kind werden seine...
Veröffentlicht am 19. Juli 2004 von Martin Ostermann

versus
22 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Leider um 50 min. gekürzt!
Über den Film ist viel geschrieben worden und er ist wirklich sehr gut gemacht - aber warum wurden
ganze 50 Minuten heraus geschnitten??? Wenn ihr eine Möglichkeit habt ihn auf VHS zu schauen lohnt
sich das wirklich sehr. Schlimm, das Filme zerstückelt werden nur weil es bequemer ist.
Es gibt auch hier auf Amazon noch die Originalversion mit...
Veröffentlicht am 4. Januar 2011 von Karimski Korsakov


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90 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 121 Jahre - oder die Geschichte des Wilden Westens, 19. Juli 2004
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: Little Big Man (DVD)
Lange vor "Der mit dem Wolf tanzt" gab es bereits sehr gute Western, in denen die Indianer würdig und der Geschichte gemäß dargestellt werden. Bereits 1969 drehte Arthur Penn dieses Epos mit einem glänzenden Dustin Hoffman in der Hauptrolle.
Der 121jährige Jack Crabb erzählt im Altersheim seine Lebensgeschichte: Als Kind werden seine Eltern bei einem Indianerüberfall getötet. Er selbst wächst bei den Cheyenne, die sich selbst "Menschenwesen" nennen, auf. Er verdient sich den Ehrennamen little big man, denn seine innere Größe ist wichtiger als dass er äußerlich von eher kleiner Gestalt ist. Bei einem Blutbad durch die Kavallerie (nicht dem letzten in diesem Film) wird er wiederum gefangengenommen und lebt nun bei den Weißen. Dieses Wechselspiel wiederholt sich noch zweimal: Mal ist Jack Weißer, dann wieder Indianer. Zuhause wird er allerdings nur wirklich bei den "Menschenwesen" sein.
Es wird kein Zweifel daran gelassen, dass die Weißen immer wieder die Verträge mit den Indianern brechen und sich besonders durch Grausamkeit im Kampf auszeichnen, wohingegen die Indianer schlichtweg um das eigene Überleben und das ihrer Kultur kämpfen.
Was den mehr als zweistündigen Film darüber hinaus aber so sehenswert und kurzweilig macht ist seine Ironie und der daraus resultierende Humor. So tappt der arme Jack von einem Fettnäpfchen ins nächste, muss sich bei den Indianern mit einem Contra (einer der alles umgekehrt macht, z.B. falsch herum auf dem Pferd sitzt) herumschlagen und später drei Frauen in einer Nacht in seinem Wigwam beglücken. Bei den Weißen trifft er auf eine lüsterne Pfarrersgattin und begegnet General Custer, der sich nicht erst in der Schlacht am Little Big Horn als arroganter Volltrottel erweist.
Kurzum, der Film hat für jeden etwas zu bieten und hinterlässt dabei sogar noch einen tiefen Eindruck, der nach dem Sehen lange nachwirkt. So wird man nicht so leicht den alten Cheyenne-Häuptling "Old Lodge Skins" vergessen, den Jack Großvater nennt, der Weisheit verkörpert und die Würde eines einstmals großen Volkes versinnbildlicht. Absolut Sehenswert!
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26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Video, das das Zwerchfell stark beansprucht, 31. Juli 2001
Dustin Hoffmann spielt in diesem Film einen Weißen, der durch einen Pawneeangriff seine Eltern verliert und zusammen mit seiner Schwester von den Cheyenne aufgenommen wird. Seine Schwester verläßt das Camp aber in der ersten Nacht und so bleibt er alleine bei den Cheyenne, von denen er aufgezogen wird. Jedoch verschlägt es ihn bei einem Kampf wieder zu den Weißen und es beginnt eine Odysee in der er zwischen den Weißen und den Cheyenne (the human beings) hin und her pendelt. Dabei versucht er sich in den verschiedensten "Tätigkeiten", als Helfer eines Quacksalbers, als Säufer, als Revolverheld, als Geschäftsmann und als Kundschafter für Custer. Die Geschichte wird erzählt von einem altersschwachen Little Big Man und bildet die Rahmenhandlung. Ihr Höhepunkt ist die Schlacht am Little Big Horn. Das Ganze ist eine wunderbare Satire auf Westernfilme und deren Klischees und verliert trotzdem nicht den Ernst der Thematik. Es ist die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Thomas Berger und ein Muß für alle, die sich für Indianer "begeistern".
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die unglaubliche und unfassbare Geschichte des Jack Grabb..., 3. Januar 2015
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
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Rezension bezieht sich auf: Little Big Man (DVD)
Ende der 1980er Jahre in einem Altersheim: Der 121 jährige Jack Crabb (Dustin Hoffman) ist der einzige weiße Überlebende der legendären Schlacht am Little Big Horn, die am 25. Juni 1876 stattfand. Das 7. Kavallerieregiment unter George Armstrong Custer (Richard Mulligan) wurde dort von Indianern der Lakota Sioux, Arapaho und Cheyenne unter den Führern Sitting Bull, Crazy Horse und Gall am Little Bighorn River, Montana vernichtend geschlagen. Diese Schlacht gilt als eine der ganz wenigen großen indianischen Siege gegen die Übermacht der US Army. Custer beging dort den folgenschweren Fehler die Lage völlig falsch einzuschätzen, er rechnete nicht damit, dass das Kriegslager des Feindes so groß war. Crabb war dabei und erzählt dem Reporter einen Ausschnitt aus der Geschichte seines Lebens in diesen vergangenen Gründertagen. Als 10jähriger Junge verliert Crabb (Ray Dimas) bei einem Überfall der Pawnee seine Familie, die mit einem Siedlertreck in der Prärie unterwegs war. Er ist der einzige Überlebende seiner Schwester Caroline (Carole Androsky) und beide werden von einem Cheyenne Indianer aufgefunden und mitgenommen. Caroline flieht, aber Jack bleibt bei den Menschenwesen, wie sich die Indianer nennen. Er wird vom weisen Häuptling Old Lodge Skins (Chief Dan George) als Enkel adoptiert und verbringt sein Leben auch als Jugendlicher (Alan Howard) dort, lernt jagen und reift dort zum jungen Krieger heran. Jack ist nicht besonders groß und erst durch die Rettung des etwa gleichaltrigen Younger Bear (Steve Miranda, später Cal Bellini) erlangt er den völligen Respekt seiner Kameraden und des ganzen Stammes. Er erhält den Namen "Little Big Man. Bei einem Gefecht zwischen den Indianern und einer Einheit der US-Kavallierie gibt er sich den Soldaten als Weißer zu erkennen und kehrt daher in die Welt der Bleichgesichter zurück. Bei Pfarrer Pendrake (Thayer David) und dessen merklich jüngerer Frau (Faye Dunaway) soll er wieder zum christlichen Mitglied der Gemeinde umerzogen werden. Die Welt ist ihm aber fremd geworden. Er flieht dort und betätigt sich eine Zeitlang als Gehilfe des Wander-Quacksalbers Mr. Merriweather (Martin Balsam), der dort unbedarften Siedlern eine selbstgebraute Mixtur als Wunderheilmittel anbietet. Er trifft wieder auf seine Schwester Caroline und wird in Folge ein Revolverheld und lernt sogar Wild Bill Hickok (Jeff Corey) kennen. Dann heiratet Jack die Schwedin Olga (Kelly Jean Peters), die bei einem Überfall der Indianer verschleppt wird. Auf der Suche nach seiner Frau begegnet er wieder den Cheyenne, verlässt diese aber wieder und wird zum Eselstreiber bei dem führenden Armeeoffizier Custer in der Hoffnung seine immer noch vermisste Frau zu finden. Er wird dann erstmalig Zeuge von einem brutalen Massaker der Soldaten an den Cheyenne, wo sein einstmaliger Finder Shadow that comes inside (Ruben Moreno) stirbt. Jack kann aber dessen Tochter Sunshine (Aimee Eccles) retten, die während der Kämpfe ein Kind bekommt. Das Mädchen wird seine Frau und er bleibt bei den Menschenwesen. Doch seine Odyssee zwischen den Kulturen ist noch nicht beendet. Er erlebt das grausame Massaker am Washita River mit, verliert dort erneut die aufgebaute Existenz bei den Menschenwesen, strauchelt erneut in der Zivilisation bei den Weißen und trifft erneut auf den größenwahnsinnigen General...Arthur Penns bekanntestes Werk ist sicherlich "Bonnie und Clyde". Im Westerngenre war er zweimal erfolgreich tätig. "Little Big Man" enstand 1970, sechs Jahre später gelang ihm ein weiterer Erfolg mit "Duell am Missouri", einem sonderbaren, aber extrem unterhaltsamen Schlagabtausch zwischen Jack Nicholson und Marlon Brando. Beide Arbeiten sind sehr unterschiedlich. "Little Big Man" ist als eine Art Schelmengeschichte verpackt, kann aber auch als epischer Anti-Western bestehen und zeigt einen untypischen Westernhelden. Jack Crabb ist ein Entwurzelter und liefert mit seiner Erzählung nicht nur ein vernichtendes Porträt von General Custer, sondern zeigt realistisch die Greueltaten der Eroberungspolitik des weißen Mannes, begangen an den Menschenwesen. Diese werden in ihrer Kultur und Weltanschauung vor allem durch den alten Häuptling verkörpert. Selten gab es eine überzeugendere Darstellung einer Nebenrolle. Chief Dan George wurde für seine Rolle oscarnominiert, verlor aber gegen John Mills, der in "Ryans Tochter" überzeugen konnte. Harry Stradling jr. (Sohn von Harry Stradling) war verantwortlich für die Bilder und lieferte hier neben "700 Meilen westwärts" seine beste Arbeit in seiner Laufbahn ab. Mit der Thematisierung der Massaker inspirierte Arthur Penns Film sicherlich auch den kurze Zeit später enstandenen Western "Soldier Blue", der ein weiteres Massaker, das 1864 stattgefundene Sand Creek Massaker, in noch viel drastischeren Bildern dem Zuschauer verdeutlichte. "Little Big Man" ist eine satirisch anmutende Tragikomödie, die sich zum Ziel gesetzt hat den Wilden Westen zu entmythologisieren. Hier wird der American Way of life von der bitteren Realität eingeholt, das Heldenbild weicht der realistischen und brutalen Auseinandersetzung zwischen Indianern und Kolonisten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Demontage eines Pathos, 20. Januar 2014
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Little Big Man (DVD)
Der 121jährige Jack Crabb erzählt einem Reporter in den 70er Jahren aufgebracht seine Lebensgeschichte als dieser etwas zu vorschnell mit seinem Urteil ist.

Als 10jähriger werden seine Eltern von Pawnees getötet. Seine Schwester Caroline und er sind die einzigen Überlebenen. Der Cheyenne-Krieger Shadow that comes inside nimmt sich der beiden Kinder an und bringt sie in sein Dorf. Am gleichen Abend flieht Caroline um Hilfe zu holen. Derweil wächst Jack (Dustin Hoffman) glücklich bei den Cheyenne auf. Da er klein, aber kompakt ist, wird er nach einem erfolgreichen Angriff auf die Pawnee Little Big Man genannt.

Derweil geht die Siedlungswelle des Weißen Mannes weiter. Und so endet nicht manches Indianerdorf in einem Scharmützel. Dabei macht der Gegner vor Frauen und Kindern und Tieren nicht Halt. Als die Cheyenne auf so ein massakriertes Dorf stoßen, entschließt sich Ziehgroßvater Old Lodge Skins (großartig: Chief Dan George) zum Krieg. Doch die Cheyenne kämpfen ganz anders. Sie wollen den Gegner als Feigling darstellen und hauen sie mit Stöcken an. Ansonsten haben sie Pfeil und Bogen. Das ist gegen Repetiergewehre ein Witz. Und so kommts wie es kommen muss: einige Krieger fallen und Little Big Man gibt sich als Weißer zu erkennen. Er wird dem kinderlosen Pärchen Pendrake unterstellt. Der Herr des Hauses ist ein Pfarrer, engstirnig und rückständig. Seine Frau (Faye Dunaway) ist ziemlich notgeil und befriedigt ihre Bedürfnisse überall da wos nötig ist.

Als er mit alledem nicht klarkommt versucht er sich als Quacksalber, Revolverheld, Händler und schließlich Scout bei General Custer (genial: Richard Mulligan). Hiernach befindet er sich wieder bei den Indianern und kümmert sich um die Frau seines einstigen Retters. An einem schicksalshaften Tag, dem 27.11.1868 kommt es zum sinnlosen Massaker am Washita durch Custer. Der ohnehin schon hin und hergerissene Mann erlebt hier den Tiefpunkt seines Lebens...

Der Film ist genial gespielt und sehr aufwändig. Sämtliche Charaktere sind bis in die Nebenrollen sehr gut besetzt. Fiktion mischt sich mit realen Personen und Hintergründen. Trotz seiner ziemlich blutigen und schaurigen Umsetzung diverser Massaker - teils durch Indianer, aber überwiegend durch die US-Kavallerie durchgeführt - ist der Film an diversen Stellen überspitzt klamaukhaft, man erinnere sich an Olga Crabb, bei der so mancher Indianer nichts zu lachen hat oder dem Indianer, der irgendwie anders ist. Eine wunderschöne Parabel über den Wilden Westen und Demontage diverser schöner Vorstellungen. Die wohl bislang beste Tragikomödie über den Westen, die es gibt.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen La Comédie humaine im Wilden Westen, 15. August 2009
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Little Big Man (DVD)
"Little Big Man" ist alles andere als ein typischer Western - und zum Glück auch keine jener auf Klamauk getrimmten Westernparodien, die sich darin erschöpfen, typische Genrekennzeichen mehr oder minder inspiriert auf die Schippe zu nehmen. Der 1969 von Arthur Penn nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Berger gedrehte Film ist eine Art Anti-Western, der mehr in der Tradition typischer pikaresker Romane des 18. Jahrhunderts à la Henry Fielding oder Tobias Smollett steht, wobei allerdings der Grundton von "Little Big Man" um vieles ernsthafter ist.

Zur Handlung: Der 121jährige Jack Crabb (Dustin Hoffman), einziger überlebender Weißer der Schlacht am Little Big Horn, erzählt im Altersheim einem kaltschnäuzigen und blasierten Reporter seine Lebensgeschichte. Als er 10 Jahre alt ist, wird seine Familie auf einem Siedlertreck von Pawnee-Indianern überfallen, wobei nur er selbst und seine ältere Schwester Caroline (Carole Androsky), eine recht rauhbeinige junge Dame, überleben und von einem Cheyenne aufgelesen werden. Während Caroline schon früh das Weite sucht, bleibt Jack bei den Cheyenne, wo er - von dem Häuptling Old Lodge Skins (Chief Dan George) als Enkel adoptiert - sich recht bald einlebt, wenngleich er sich in dem Jüngling Younger Bear einen Feind macht. Paradoxerweise rettet Jack Younger Bear in einem Kampf gegen einen Pawnee auch noch das Leben, so dass Younger Bear nun widerwillig in seiner Schuld steht. Während eines anderen Gefechts mit US-Soldaten gibt sich Jack, um dem Tode zu entrinnen, als Weißer zu erkennen und lernt von nun an die Welt der "Bleichgesichter" kennen. Recht bald durchschaut er die Heuchelei seiner neuen "Adoptivmutter" Mrs. Pendrake, einer lüsternen Pfarrersfrau (Faye Dunaway), die ihren bigotten Mann, wo immer sie nur kann, betrügt, und schlägt sich von nun an an der Seite des Quacksalbers Mr. Merriweather (Martin Balsam) durchs Leben. Als dieser jedoch von einer aufgebrachten Bürgerwehr wegen seiner Betrügereien geteert und gefedert wird, trennt sich Jack kurz darauf von ihm, erkennt er doch in der Anführerin der Meute seine Schwester Caroline. Er versucht sich als Revolverheld, doch wird er Zeuge, wie der Gunslinger Wild Bill Hickok (Jeff Corey) in einem Saloon einen Mann erschießt, was ihn zu der jähen Erkenntnis bringt, niemals auf diese Weise einen Menschen töten zu können. Er versucht sich nun als ehrlicher Geschäftsmann und heiratet eine schwedische Siedlerin, wird jedoch von seinem Geschäftspartner betrogen und beschließt auf Anraten General Custers (Richard Mulligan), dem er zufällig begegnet, nach Westen zu ziehen. Unterwegs wird er von Cheyenne überfallen, die seine Frau rauben. Um sie wiederfinden zu können, bietet er General Custer seine Dienste als Armeescout an, und es verschlägt ihn wieder unter die Indianer ...

An dieser Stelle möchte ich mich einmal des recht zweifelhaften stilistischen Mittels der drei Pünktchen bedienen, denn die Handlung an dieser Stelle auch nur annähernd vollständig wiederzugeben, wäre recht mühselig und für den Leser, der sich den Film sicher selbst ansehen möchte, auch ohne rechten Gewinn.

Man merkt aber schon, dass "Little Big Man" niemals stagniert und seinen Helden immer in neue Lebensumstände wirft. Dabei erhält Dustin Hoffman viele Gelegenheiten, seine ausgezeichnete Schauspielkunst unter Beweis zu stellen. Unübertrefflich ist die Stelle, in der er, als schwarzgekleideter und mit bedrohlicher Körpersprache umherstelzender Revolverheld, in den Saloon geht und sich eine Limo bestellt, wobei es jedoch niemand der anderen Gäste wagt, Belustigung über die ungewöhnliche Getränkewahl an den Tag zu legen. Wie er dann auf Einladung Hickoks versucht, sich möglichst lässig an den Tisch zu setzen und die Füße auf diesem Möbelstück placiert, wobei er seine liebe Mühe hat, sich komfortabel mit dem Stuhl an die Wand zu lehnen, ist absolut sehenswert. Abgesehen von Hoffmans unnachahmlicher Schauspielkunst bietet der Film ein Feuerwerk skurriler Charaktere und lustiger Situationen. Da ist der zwielichtige Mr. Merriweather, der in den Wirren seines Gaunerlebens ein Körperteil nach dem anderen einbüßt, da ist die resolute Caroline Crabb, die von den Cheyenne zuerst für einen Mann gehalten wird, und da ist - unvergesslich - der völlig größenwahnsinnige Custer, dessen Reden Absurdität auf Absurdität türmen.

Gleichzeitig hat der Film auch viele ernste Momente - etwa die Massaker der Soldaten an der indianischen Bevölkerung oder Old Lodge Skins Monolog, in dem er der animistischen Weltsicht der Cheyenne die kapitalistische Einstellung der Weißen entgegenstellt, die die Natur und die in ihr existierenden Lebewesen zu bloßen Dingen herabwürdigt, was die dem "American Way of Life" innewohnende Destruktivität erklären soll.

Dieser Film macht nachdenklich und klagt die Verbrechen an, die an der amerikanischen Urbevölkerung begangen wurden, ohne dabei jedoch den moralischen Zeigefinger auf abstoßend penetrante Weise zu erheben. Dadurch gelingt es Penn, ein eindringliches Bild von der menschlichen Komödie zu zeichnen und die Grausamkeit des Lebens in einer Distanz darzustellen, die umso nachhaltiger wirkt.

Das Ergebnis ist ein Anti-Western, der auch auf einen großen Western-Fan - als solchen möchte ich mich bezeichnen - anziehend wirkt. Deshalb meine hier uneingeschränkte Empfehlung für diesen ungewöhnlichen Film.
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41 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr Realität als Fiktion, 26. Juli 2004
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Rezension bezieht sich auf: Little Big Man (DVD)
Zitat aus dem DVD- Cover:" Seine unglaublichen Geschichten lassen schnell vermuten, dass er einer der größten Lügner sein könnte, die jemals im Westen unterwegs waren".
Jeder der einmal längere Zeit im „alten Westen" historische Schauplätze und indianische Geschichte studiert hat, wird bald bemerkt haben, daß dieser Film weit näher an der historischen Realität ist als mancher andere Film dieses Gegners!
Das aufeinanderprallen der lebensbejahenden, kultivierten Kultur der großen Plains- Indianerstämme mit den recht primitiven, bigotten und brutalen ersten Siedlern kann kaum anders geschildert werden!
Schicksale, wie das des Haupthelden waren gar nicht so selten!
Es war Realität das Völker mit extremen Frauenüberschuß, wie die Plains- Indianer, in der Konfrontation mit der fast frauenlosen Gesellschaft der Trapper für manch kuriose Verwicklung sorgten. Adoption von Kindern anderer Völker war bei Plainskriegern fast Bürgerpflicht und nicht selten.
Der Film berührt viele Aspekte des täglichen Zusammenlebens im Wyoming jener Zeit.
In Cody , Wyoming, unweit der Gräber von Jeremiah Johnson
und Tom Horn stehen die Reste jener armseligen Hütte, die das historische Pendant des Filmhelden bis zu seinem Tode bewohnt hat.
Neben den Filmen „ Jeremiah Johnson" und „Tom Horn" gehört „Little Big Man" zu jenen „neuen" Western, die um ein realistischeres Bild des Wilden Westens bemüht waren!
Sie dokumentieren auch die Geschichte der legendären Stadt Cody/ Wyoming!
(Übrigens war Wyoming der erste moderne Staat der Welt mit Frauenwahlrecht!)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kultfilm!, 7. März 2013
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Rezension bezieht sich auf: Little Big Man (DVD)
Ich habe den Film, als er Anfang der 70er in DE in die Kinos kam, als (damals noch:-) Teenager, gesehen und fand ihn da schon klasse. Ich habe mir jetzt die DVD gekauft, um den Film im O-Ton zu sehen. Und ich kann nur sagen: die Synchronisation hat schöne Spitzen dazugepackt (erinnert so ein bisschen wie die MASH-Serien synchronisiert wurden). Fazit: der Film hat nach über 40 Jahren seinen Charme nicht verloren und er gipfelt in dem letzten Satz, den der Indianer-Häuptling/Chief sagt (als das Sterben nicht klappen wollte): Sometimes magic works, sometimes it doesn't. Würde mich interessieren, was die jüngere Generation von dem Film hält, aber er hat mein Wochenende gerettet :-)
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wilder Westen einmal anders...!, 21. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Little Big Man (DVD)
Schwer beschreiblicher Genremix aus Parodie, Kömödie, Drama und Aktion. Tragik und Komik liegen sehr nah beieinander und nur der Tatsache dass vor und hinter der Kamera lediglich wahre Könner ans Werk gingen, ist es geschuldet, dass aus diesem eigentlichen Widerspruch ein höchst unterhaltsamer Streifen entstehen konnte und das Ganze nicht zum Absurdum verkam. Einerseits schildert dieser etwas andere Lebenslauf, fernab von der abgedroschenen, banalen Winnetou- Romantik, recht nüchtern die Härte des (Über)Lebens in einer unwirtlichen Epoche der Menschheit. Zugleich schüttelt man sich vor Lachen über den von subtil bis klamaukig eingeflochtenen (schwarzen) Humor, manchmal aufgeschaukelt bis hin zum Aberwitz. Abermals brillieren Dustin Hoffman und Faye Dunaway in einer Art und Weise, dass man glauben möchte nur diesen Beiden das Gezeigte 100%ig abkaufen zu können. Sorgten sie doch durch ihr Spiel für die Balance und verhinderten dass der Film in die eine oder andere Richtung kippte, wobei sein besonderer Reiz mittendrin sicherlich unwiderbringlich verloren gegangen wäre. Vielleicht ist "Little Big Man" (noch) so etwas wie ein Geheimtip, einer jener weniger bekannten Knaller, doch das sollte sich schnelltens ändern- hugh!
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4.0 von 5 Sternen Klassisches Western Epos, 2. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Little Big Man (DVD)
Arthur Penn hat einen grandiosen Western-Klassiker geschaffen und das ist aus mehreren Gründen so. Zum einen spielt er mit den gängigen Klischees des Genres, inklusive den brutalen Grausamkeiten wie wir sie aus vielen Filmen kennen. Dann übertreibt er ein wenig, wodurch der Kern der Dinge freigesetzt und eine einseitige Sichtweise verhindert wird. Das wird unterstützt, indem noch etwas Komik mit beigemischt wird. (-‘Ich habe 3 Ponys und eine Frau.‘ – ‘Ich habe drei Frauen und ein Pony.‘) Und all das zusammen wird durch die außerordentliche schauspielerische Leistung von Dustin Hoffman ins rechte Licht gerückt. Ja, der ‘Kleine Mann‘ ist schon ganz groß! Und als 120 Jähriger einmalig und unvergesslich. Auch die leichten Anlehnungen an historisch Verbürgtes stören nicht, liefern aber Orientierungshilfen. Ob es zutrifft, dass General Custer (Richard Mulligan) ein bornierter, eitler Fatzke war, ist sekundär, erhöht aber den Unterhaltungswert ungemein. Und eine Botschaft gibt es obendrein auch noch: das sind die seherischen Ausführungen von Little Big Mans ‘Großvater‘ (Chief Dan George). Er interpretiert die Lebensgeschichte von LBM als Hin und Her zwischen den beiden Kulturen, betont die gegenseitige Abhängigkeit und erinnert daran, dass die US Regierung den ‘Menschenwesen‘ Land zugeteilt hat, das ihnen gehören soll ‘solange das Gras wächst, der Wind weht und der Himmel blau ist.‘
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial!, 10. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Little Big Man (DVD)
Sehr realistisch, wie sonst nur "Jeremiah Johnson", "Der mit dem Wolf tanzt" oder "Tombstone".
Einziger Kritikpunkt: Trotz der Länge werden ca. zwei Drittel der Buchvorlage (Little Big Man von Thomas Berger) weggelassen, aber das kann auch wegen des Jugendschutzes seine Gründe haben (die Dialoge sind sehr vulgär und die Gewaltszenen sehr drastisch geschildert). Der Film bleibt für mich ein Meisterwerk, aber das Buch ist um Welten besser.
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Little Big Man
Little Big Man von Dustin Hoffman (DVD - 2004)
EUR 8,99
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