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5.0 von 5 Sternen Furtwänglers Tristan - Eine Aufnahme für die Ewigkeit, 19. April 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wagner - Tristan und Isolde (GA) (Audio CD)
Musikalisch wie dramatisch stellt "Tristan und Isolde" einen Wendepunkt in der Musikgeschichte dar. Geplant war ein Werk, das keiner Bühne größere Aufführungsschwierigkeiten bereiten und dessen Thema, die Liebe, aller Völkern der Erde gleichermaßen verständlich sein sollte. Wie so oft bei Wagner kam es anders.
Unter dem Eindruck der Liebe zu Mathilde Wesendonck, die, wohl auch durch den Reiz des Verbotenen gestärkt, außerordentlich tief gewesen sein muß, gestaltete Wagner den hochmittelalterlichen Ritterroman des Gottfried von Straßburg auf ureigene Weise. Der Liebestrank löst bei ihm nicht die Liebe zwischen Tristan und Isolde aus, vielmehr setzt er lange unterdrückte Gefühle frei. An die Stelle einer quasi unter Zwang entstandenen Liebe tritt eine Leidenschaft, deren höchste Erfüllung nur noch im völligen ineinander Aufgehen, in der Auflösung ins Nichts, im Tod gefunden werden kann.
Zu diesem für die Zeit unerhörten Thema schrieb Wagner eine Musik, die alle damaligen Konventionen überschritt. Mit Ausnahme des langen Duettes im zweiten Akt und dem Liebestod der Isolde hat die Musik über die ganze Dauer des Werkes keinen Ruhepunkt, befindet sich in ununterbrochener Bewegung und stellt plastisch die innere Aufwühlung der handelnden Personen dar. Die Musik stößt ins Seelische vor, läßt Träume und Sehnsüchte aufblühen, negiert die "reale" Existenz. Sehr lange Zeit schreckte jedes Theater vor der unmöglich scheinenden Aufführung des Werkes zurück.
Als diese Aufnahme entstand, führte der "Tristan" allerdings bereits seit beinahe 90 Jahren ein lebendiges Bühnendasein. 1952 sah Wilhelm Furtwängler endlich "den Augenblick gekommen, in dem man Schallplatten machen kann." Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er es als unmöglich erachtet, sein musikalisches und zeitliches Empfinden mit den Gegebenheiten einer unorganischen technischen Aufzeichnung in Einklang zu bringen. Der legendäre Produzent Walter Legge schaffte es, den Dirigenten mittels neuester Aufnahmetechnik zu überzeugen, womit diese einzigartige Einspielung zu einem Großteil auf sein Konto geht.
Allein schon das berühmte Vorspiel rechtfertigt die Anschaffung . Natürlich gibt es mittlerweile technisch perfektere Versionen, aber was die musikalische Auslotung betrifft, gelingt allein Carlos Kleiber eine ähnlich erhebende und erschütternde Interpretation. Und Kleiber hatte bei weitem nicht so gute Sänger.
An erster Stelle ist da Kirsten Flagstad zu nennen. Diese war zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits 57 Jahre alt, ist somit natürlich keine jugendlich-leidenschaftliche, sondern eine an mehreren Stellen geradezu weise Isolde. Daß sie nicht mehr auf dem Höhepunkt ihrer stimmlichen Leistungsfähuigkeit ist, bemerkt man nur im ersten Akt, wenn ausschließlich die beiden Frauen zu hören sind. Hier ist die einzige Schwachstelle dieser Aufnahme, da auch Blanche Thebom als Brangäne etwas überfordert ist und das Orchester teilweise überlaut spielt, was sehr zu Lasten der Textverständlichkeit geht. Mit der Liebestrank-Szene erreicht die Einspielung jedoch Weltniveau. Das lange, spannungsvolle Schweigen des Liebespaares, spärlich und doch unglaublich intensiv untermalt, die ausbrechende Leidenschaft im Kontrast mit dem Jubelgesang der Schiffsleute, der geradezu überirdische zweite Akt mit dem wohl längsten Duett der Operngeschichte, schließlich der Liebestod - eine rundere Darstellung der Isolde ist für mich nicht vorstellbar.
Auch Ludwig Suthaus war 1952 nicht mehr der Allerfrischeste. Er ist alles andere als ein jugendlicher Held, vielmehr verströmt seine Darstellung vom ersten Augenblick an eine tiefe Melancholie, die sich nach der Leerung des "bittern Kelches" in größte Leidenschaft und Todessehnsucht wandelt. Seine stärksten Momente hat auch er im zweiten Akt, sowie in den gewaltigen Ausbrüchen des todwunden Helden im dritten Akt. Anders als sehr viele seiner Vorgänger und Nachfolger in der Rolle bewältigt er diese Passagen von höchster Schwierigkeit durchgehend singend, verfällt nie in Gebrüll oder Sprechgesang. Für mich ist er insgesamt der Überzeugendste von allen Tristan-Darstellern.
Von den Nebenrollen sticht vor allem Dietrich Fischer-Dieskau hervor. Er stand damals noch ziemlich am Anfang seiner großen Karriere und singt den Kurwenal als jungen Kämpfer von einfachem Gemüt ohne intellektuelle Verbrämung, ist noch meilenweit entfernt von Mätzchen späterer Zeiten und der traurigen zweiten Einspielung dieser Rolle unter Carlos Kleiber.
Josef Greindl ist zwar nicht der ideale König Marke, da stehen Martti Talvela, Kurt Moll und Gottlob Frick vor ihm, doch vermag er mit seiner etwas brüchigen, rauhen Stimme die Enttäuschung und die Trauer des betrogenen Königs sehr überzeugend darzustellen.
Nicht ganz glücklich bin ich mit der Brangäne von Blanche Thebom. An einigen Stellen kämpft sie stark mit der Sprache, ist im ersten Akt hörbar überfordert und gerät zeitweise ins Schreien. Sie steigert sich jedoch im zweiten Akt enorm, ihr Gesang vom Turm herab gehört zu den schönsten Stellen dieser Aufnahme.
Abgerundet wird das Ensemble von Rudolf Schock als junger Seemann und Hirt, der diesen kleinen Rollen ein lyrisches Eigenleben zu verleihen mag.
Dies ist nicht die ideale Tristan-Aufnahme, die gibt es nicht und wird es wahrscheinlich niemals geben. Doch kommt sie in ihrer Gesamtheit der Idealvorstellung dieser Mutter aller Liebesdramen ziemlich nahe.
Sie sollte in keiner Klassiksammlung fehlen, es sei denn natürlich, man mag keinen Wagner.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abgeklärt und altersweise, 21. August 2004
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vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wagner - Tristan und Isolde (GA) (Audio CD)
Vorweg: Der perfekte Tristan ist auch dies nicht, den gibt es leider immer noch nicht, aber es ist eine sehr überzeugende Annäherung:

Natürlich konnte Furtwängler 1952 in mono (und mit einem nicht immer ganz sauber spielenden Orchester) noch nicht den Klangzauber auf Platte bannen, den man aus Aufnahmen aus den 60er (Böhm), 70er (Karajan) oder 80er Jahren (Kleiber) kennt. Dafür lässt er die Musik (und die Sänger) so natürlich atmen wie in keiner anderen Aufnahme. Der erste Ausdruck, der mir einfiel, war "entspannt" - wohlgemerkt nicht spannungslos, im Gegenteil, sondern natürlich und weder süßlich noch hektisch.

Die beiden Hauptdarsteller tragen dieses Konzept voll mit:

Kirsten Flagstad war zum Zeitpunkt der Aufnahme schon 57 Jahre alt, ist deshalb natürlich weder eine jugendliche (Leider, Price) noch eine energisch-dramatische (Nilsson, Mödl) Isolde, verfügt auch nicht mehr über die stimmliche Kraft ihrer Live-Mitschnitte von 1936 und 1937, mit dem sie selbst den Maßstab für alle späteren Isolden gesetzt hatte. Was sie aber auch 1952 noch auszeichnete, war eine große Wärme und Zartheit in den lyrischen Passagen, eine gewisse Gelassenheit auch im ersten Akt (was das Verhalten der Isolde m. E. glaubwürdiger macht), eine fast weise Grundmelancholie. Einige Schärfen in der Höhe (und die von Elisabeth Schwarzkopf übrigens sehr schön gesungenen Spitzentöne, z. B. im 2. Akt, 2. Szene) stören mich da weniger.

Auch Ludwig Suthaus hatte nicht die Urgewalt eines Lauritz Melchior in der Stimme (wer außer vielleicht noch Jon Vickers hat die schon?), versuchte das aber glücklicherweise weder durch Gebrüll (Treptow, Vinay) noch durch Sprechgesang oder gepresste Töne (Lorenz, Windgassen, Kollo) auszugleichen. Statt dessen hält er immer vorbildlich die Gesangslinie, singt gerade die lyrischen Passagen mit einer wunderbaren Zartheit, mit der er sogar Melchior und Vickers überlegen ist. Seine Stimme ist eher herb als klassisch schön, dadurch passt er aber um so besser zu Flagstads Stimme und Furtwänglers Konzept vom "zweiten Frühling" der beiden Liebenden.

Dietrich Fischer-Dieskaus Kurwenal klingt ungewohnt jugendlich und energisch, mehr ein jugendlicher Freund als Ersatzvater von Tristan - also vielleicht nicht das, was Wagner im Sinn hatte, aber absolut mitreißend. Eine seiner besten Wagner-Aufnahmen.

Nicht ganz ideal finde ich Blanche Theboms Brangäne und Josef Greindls Marke: Thebom, eigentlich ein lyrischer Mezzo, gerät im ersten Akt stimmlich an ihre Grenzen und klingt deshalb zeitweise nicht wie eine jugendliche Freundin der Isolde, sondern wie deren Gouvernante. Im zweiten und dritten Akt braucht sie nicht zu forcieren, lässt die Stimme schön leuchten, klingt dafür dann aber etwas neutral im Ausdruck.
Greindl singt ausdrucksvoll und auch variabel, seiner etwas rauhen Stimme fehlt allerdings die Kraft für den letzten Ausbruch, auch die elegante Resignation. Das macht verständlich, warum beide eigentlich dritte Wahl waren: Als Brangäne war Martha Mödl vorgesehen (die aber lieber unter Karajan die Isolde sang) oder Margarethe Klose, als Marke der wunderbare Ludwig Weber, angeblich auch Boris Christoff.

Rudolf Schock singt Steuermann und jungen Hirt elegant und lyrisch, wie es sich gehört, die übrigen Nebenrollen sind ebenfalls ausgezeichnet besetzt.

Insgesamt also ist dies nicht der dramatischste Tristan auf Platte, auch nicht der mit dem größten Klangzauber oder den schönsten Stimmen, aber mit Sicherheit der menschlichste. Und wenn ich nur eine Aufnahme für die einsame Insel aussuchen dürfte, es wäre diese!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Legendär, 31. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Wagner - Tristan und Isolde (GA) (Audio CD)
Ich will mich hier nicht in Details ergehen, die meine Vorrezensenten schon genannt haben. Zu sagen bleibt mir nur, dass dies die beste Einspielung von Tristan und Isolde ist, und wahrscheinlich auch noch einige Zeit bleiben wird (und ich habe einige auf Platte, CD oder schon live gehört), und das wird einem schon in den ersten 2 Minuten des Vorspiels klar. Dies bleibt für mich die Referenz-Aufnahme, und es ist mir egal ob Elisabeth Schwarzkopf der damals immerhin schon 57jährigen Kirsten Flagstad einen ihr selbst nicht mehr zu Gebote stehenden hohen Ton "zugeschustert" hat.

Zu den Sängern muss man nicht viel sagen, auch auf sie trifft der Titel dieser Rezension zu. Zu Furtwängler muss man anmerken, dass er in erster Linie Musik mit dem Orchester machte, und wer stimmlich mit der von ihm produzierten Klanggewalt nicht mithalten konnte auf den oder die nahm er keine Rücksicht. Hier jedoch fügt sich alles perfekt zusammen, so eine Kombination gibt es, wie gesagt, so bald nicht wieder. Da tun mir die Leute leid, die sich nach dem Prinzip Mono=Bäh! keine alten Aufnahmen anhören.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klanglich nur ein Schatten der Originalbänder!, 24. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Wagner - Tristan und Isolde (GA) (Audio CD)
Als Ergaänzung von "vully" und Martin Resch nur noch zur Klangqualität ein paar Worte:
Tatsächlich warte ich noch auf eine endlich dem Potenzial der Originalbänder angemessene CD-Veröffentlichung, denn diese bieten wesentlich mehr als alle bisherigen CD-Ausgaben!
Ich besitze die LP-Box (deutsche Pressung) aus der Reihe DACAPO von EMI. Wenn man diese Schallplatte hört, glaubt man klangtechnisch eine völlig andere Aufnahme vor sich zu haben: Klar, präsent, hell, nicht verfärbt, ganz natürlich - ein viel direkteres klangbild! Wenn die CDs nach gefühlten "Anfangvierzigern" klingen, so empfindet man den Klang der LP als absolut aktuell - halt mit minimalem Rauschen und in Mono...
Vielleicht tut sich bei der EMI ja endlich mal was bezüglich Remastering. Die VÖs der letzten Jahre waren so oft qualitative Flops - besonders das unsensible einsetzen von Frequenz- und Rauschfiltern bin hin zu den unschönen Digitalisierungseffekten, wie sie Überspielungen von Biligfirmen wie "Documents" o.ä. hervorbringen.
Wie schade - EMI! Bei diesem Archiv an Sternstunden der interpretatorischen Musikgeschichte...!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Strahlender Bernstein in schimmerndes Gold gefaßt, 31. März 2014
Von 
Klassikfreund (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Wagner - Tristan und Isolde (GA) (Audio CD)
Fast schon sagenhaft kann man Wilhelm Furtwänglers Studioproduktion von Richard Wagners "Tristan und Isolde" nennen. Die legendäre Referenzaufnahme mit dem Philharmonia Orchestra von 1952 gilt vielen Musikliebhabern im direkten Vergleich mit anderen erstklassigen Einspielungen als primus inter pares – als Erste unter Gleichen. Doch was macht diesen Tristan so besonders?

Ein Exkurs: Stilwandel

Im Krieg hat Furtwänglers "Konzert-Tristan", also Vorspiel und Liebestod, noch ganz anders geklungen. Doch der Krieg und die Nachkriegsjahre haben den Dirigenten verändert. Seine Interpretationen waren nun weniger pulsierend, dafür um so menschlicher. Sein Musizieren war fortan weniger Ausdruck von momentaner Anspannung oder emotionaler Last. Es verlagerte sich vielmehr auf eine andere Ebene, auf die der Humanität, als wollte Furtwängler mit seiner Kunst die höchsten Ideale der Werke aufzeigen – Musik als Ausdruck universeller Menschlichkeit. Es ist ein wenig zu vergleichen mit dem Unterschied zwischen dem zweiten und dem Finalsatz von Beethovens neunter Sinfonie.

Der Studio-Tristan: Die Musik

Der zuvor beschriebene Wandel wirkte sich ebenso auf den Tristan von 1952 aus. Zunächst fallen die getragenen Tempi auf, die gelegentlich bemängelt werden. Aber den Kritikern sei entgegengehalten: Wo sind diese Tempi Selbstzweck? Nirgends! Im Gegenteil, Furtwängler füllt die Musik mit einer unbeschreiblichen Intensität, die manch ein Kollege nicht einmal mit rasanten Tempi erreicht. Wo wirken sich die Tempi ungünstig auf das Drama aus? Nirgends! Im Gegenteil, sie verhelfen dem Drama zur vollen Entfaltung. Die Gefühle, die Zwänge, alles Unterschwellige entsteht hier ganz von selbst, ganz natürlich bis in die Spitzen.

Diese Natürlichkeit zeichnet Furtwänglers Tristan vor allen "Konkurrenten" aus. Vollkommen organisch und ganz wie von selbst entwickelt sich das Drama mit einer unerschütterlichen Konsequenz, daß es mir beim Hören schon oft den Atem verschlagen hat. Besonders die Innerlichkeit kommt bei Furtwängler einzigartig zur Geltung. Schafft man sich die richtige Atmosphäre zum Hören dieser Aufnahme, läuft man schnell Gefahr, von ihr gefesselt und vollkommen entrückt zu werden.

Die Sänger

Noch einmal kann man die großartige Kirsten Flagstad in einer ihrer Paraderollen erleben. Ob ihr Elisabeth Schwarzkopf bei den hohen Tönen (aus)helfen mußte, ist für mich letztlich egal, denn Flagstad bietet eine ausnahmslos durchdringende Isolde. Ihre Stimme ist noch immer von der angenehmen Wärme dunklen Goldes und die Isolde der 56jährigen ein ausnahmsloser "Ohrenschmaus". Ihr steht ein glänzender Ludwig Suthaus zur Seite. Der 45Jährige erinnert stimmlich an strahlendes Gold. Er besticht durch einen runden Klang und große Intensität. Beide mögen kein jugendliches Paar mehr sein, aber ein sich innig liebendes allemal!

In den "Nebenrollen" überzeugen Blanche Thebom als Brangäne, die neben Flagstad eine gute "zweite Geige" spielte, Dietrich Fischer-Dieskau als kraftvoll ungestümer Diener Tristans und Josef Greindl als solider Marke. Ebensogut sind die übrigen Rollen besetzt. Dem Chor des Royal Opera House (Covent Garden) könnte man einzig vorhalten, daß es gelegentlich mit der deutschen Aussprache etwas hapert. Damit wäre dann schon sprichwörtlich das Haar in der Suppe gefunden.

Primus inter pares

So erinnert mich Furtwänglers Tristan an einen behutsam geschliffenen Bernstein, den man gegen die Sonne hält: eine weiche Oberfläche, ohne Ecken und Kanten, aber dafür von einer essentiellen Wärme und edler Ausstrahlung. Keine Künstlichkeit, keine unnötigen musikalischen Abenteuer, sondern nur gleißend gelbraunes Licht, das dem Hörer in den unterschiedlichsten Schattierungen entgegenströmt und durchtränkt ist von bedeutungsvoller Tiefe. An seinen Rändern, wo der Stein die Sonne nicht ganz verdeckt, brennt und sticht es auch mal ganz ordentlich. Furtwänglers Tristan bleibt ein Drama von großer Intensität.

Seine Interpretation, verbunden mit den faszinierenden Sängern dieser Einspielung, hat einen Tristan von edler Natürlichkeit, ein Drama um seiner selbst willen, entstehen lassen. Und so ist diese klanglich großartige Mono-Aufnahme für mich diejenige, die die Spitzenaufnahmen von Karajan, Böhm oder Kleiber noch überragt, ein (musikalisch) strahlender Bernstein in (gesanglich) schimmerndes Gold gefaßt.

(Das Begleitheft ist in englischer Sprache.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer noch der Tristan für die einsame Insel, 17. August 2012
Von 
opernfan - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Wagner - Tristan und Isolde (GA) (Audio CD)
Trotz ihres Alters (bei sehr ansprechender Tonqualität) ist das immer noch die Aufnahme des Tristan. Das liegt nicht so sehr an den einzelnen Sängerleistungen (dazu später mehr), sondern an der schlüssigen Gesamtkonzeption. Furtwängler schafft einen Tristan von seltener Geschlossenheit - dabei einem romantisch- dramatischem Ideal verpflichtet. Absolut groß und heroisch, pathetisch im positivsten Sinne des Wortes. Man merkt ihm die lebenslange Auseinandersetzung mit diesem Werk einfach an. Damit will ich nicht sagen, dass es die einzige Möglichkeit der Deutung des Werkes ist - bei Leibe nicht. Aber selten ist eine Deutung so überzeugend eingefangen worden.
Unterstützt wird er dabei von einem Sängerensemble, das sich in vielen Partien hören lassen kann. Die Flagstad ist, auch wenn nicht mehr ganz auf der stimmlichen Höhe, eine fantastische Isolde, hoheitsvoll, groß, welche Stimme - immer noch. Und Suthaus ist der mörderischen Partie des Tristan sehr gut gewachsen, eines der besten Tristane - auf Platte. Der junge Fischer-Dieskau ist als Kurwenal gut, hier hat er neben seinen deklamatorischen Fähigkeiten auch noch die Stimme. Die Thebom kann da nicht ganz mithalten, was man aus der Partie der Brangäne machen kann, haben dann eher eine Ludwig, oder auch eine Fassbaender gezeigt. Und Greindl als Marke ist etwas rauhstimmig, aber ein beeindruckender Marke.

Wie gesagt, mache Rolle hat man schon besser gesungen bzw. interpretiert gehört, in der Gesamtschau ist dieser Tristan aber immer noch unerreicht.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Beste, 26. April 2004
Rezension bezieht sich auf: Wagner - Tristan und Isolde (GA) (Audio CD)
Die Aufnahme ist berühmt, und sie ist es zu Recht. Jetzt wird sie auch mehr als günstig angeboten. Da gibt es nur eines: Bestellen (oder sonst kaufen).
Die Aufnahme ist mono, aber das stört selten. Allenfalls bei der Isolde merkt man teils doch das Alter der Aufnahme, aber ansonsten ist es ein Meilenstein der Operngeschichte.
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5.0 von 5 Sternen Schön, voll, rund, 19. November 2012
Von 
Grüner Baum - Alle meine Rezensionen ansehen
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Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wagner - Tristan und Isolde (GA) (Audio CD)
Die Studioaufnahme aus dem Jahr 1953 mit vier CDs bietet ein sehr überzeugendes Gesamtensemble, dessen Ausgewogenheit auf hohem Niveau auf nur wenigen Opernaufnahmen zu hören ist. Sehr positiv, dass im Gegensatz zu vielen anderen Aufnahmen die Stimmen hier meist im Vordergrund und gut zu hören sind, auch mit sehr hoher Textverständlichkeit (auch wenn es traurige Gegenbeispiele gibt, was v.a. leider auf den Liebestod zutrifft, in der man Flagstad gerne besser hören würde). Die Soundqualität ist gut und klingt nicht nach 1953, sondern könnte auch locker aus den späten Sechzigern stammen.

Furtwänglers Dirigat ist recht langsam und hat eine sehr warme Ausstrahlung. Die Langsamkeit paart sich aber mit einer hohen Intensität und stört so nur ganz selten, sondern kann in ihrer Ausstrahlung überzeugen. Man spürt eine Liebe zur Geschichte über die Liebe. In den dramatischen Teilen ist eine rund wirkendes wiegendes Wogen zu hören. Das wird nicht jeder mögen und ein bisschen klischeehaft finden. Mir hat es gefallen.

Kristen Flagstad als Isolde war zum Zeitpunkt der Aufnahme schon 58 Jahre (Suthaus 47). Das kann man hören. Ihre Stimme ist nicht mehr ganz so strahlend und kraftvoll in der Höhe (und es gibt die viel zitierte Anekdote, dass Schwarzkopf einige hohe Töne für sie gesungen hätte), was mich persönlich aber weniger stört. Etwas mehr 'störend' ist, dass sie die Ausstrahlung der jung-leidenschaftlich liebenden Isolde nicht mehr hinbekommt. Sie klingt nach reifer, reflektierter zurückschauender Liebe. Das hat seinen Reiz, ist aber sicher nicht DIE Isolde. Im ganzen klingen Flagstad und Suthaus nicht wie die Figuren Isolde und Tristan, sondern wie zwei sehr hochwertige Geschichtenerzähler, die die Geschichte von Tristan und Isolde erzählen und bei der lebhaften Erzählung manchmal in die Personen hineinschlüpfen, aber in der Grundaustrahlung doch Geschichtenerzähler bleiben. Das allerdings machen sie sehr beeindruckend. Sie singen mit großer, aber immer wohl und professionell kontrollierter Kraft, sehr voll, rund und formschön. Selbst im dritten Akt legt Suthaus den Tristan zwar schwach und leidend an, klingt aber nie wirklich fiebrig und verfällt oft in einen echten Schöngesang. Für Freunde des am Belcanto orientierten Wagnergesangs ist das ein Fest; Freunde des dramatisch orientierten werden hier wohl weniger Freunde haben.

Blanceh Thebom als Brangäne ist ein gleichwertiges Gegenüber von Isolde. Sie singt mit viel Kraft und Präsenz, ohne je aber schrill zu werden. Ihre hohen Töne sind ausdrucksstark und stets sicher.

Dietrich Fischer-Dieskau ist ein überzeugender Kurwenal. Auch er mit viel Wucht und Präsenz und einer wunderbaren Kombination von Kraft und schön runder Stimmführung. Im 1. Akt ist er ganz der stattliche und standhafte Riiter, der seinen Tristan verteidigt; im 3. Akt schafft er überzeugend den Wechsel zum leidenden Freund und klingt nur manchmal einen Tick zu künstlerisch-leidenden (da geht der Liedersänger mit ihm durch).

Auch Josef Greindl als König Marke kann überzeugen. Er mischt Gefühl und menschliche Betroffenheit mit königlicher Würde. Sein Bass ist nicht ganz so tief, nicht ganz so schwarz, aber das stört m.E. in dieser Rolle nicht. Die Stimmführung ist weniger fließend, etwas mehr akzentuierend angelegt.

Fazit: Auch dies kein perfekter Tristan und dass Tristan und Isolde hier kein überzeugendes Liebespaar sind mag manche Hörer mehr stören als es mich gestört hat. Durch die extreme Schönheit des Gesangs, die Vollheit, die Kraft und Präsenz und die hohe Ausgewogenheit des Ensembles sind aber m.E. fünf Sterne gerechtfertigt.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Historische Aufnahme nicht nur für Sammler, 31. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Wagner - Tristan und Isolde (GA) (Audio CD)
Es ist nichts für HiFi-Freaks, es ist eine historische Aufnahme aus den 50er Jahren, als bei einer Oper ein großer Wert auf sängerische und darstellerische Leistung gelegt wurde. Ein Zeitdokument für Wagnerianer, aber auch für aktive Sänger eine Referenzaufnahme von Tristan und Isolde.

Obwohl Frau Flagstad zu dem Zeitpunkt jenseits ihrer stimmlichen Höchstleistung war, ihre darstellerische Erfahrung läßt sie auch in diesem Alter als einmalige Isolde ertönen.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muß!, 6. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Wagner - Tristan und Isolde (GA) (Audio CD)
Wieder ohne viele Wort: ein absolutes Muß! Schade, daß Frau Flagstad nicht mehr die jüngste war und dies Aufnahme in "mono" produziert wurde. Es bleibt: jede neuere Aufnahme muß sich an dieser messen (und an Beecham, Flagstad und Melchior).
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Wagner - Tristan und Isolde (GA)
Wagner - Tristan und Isolde (GA) von Wilhelm Furtwängler (Audio CD - 2004)
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