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am 25. September 2005
Es ist Nacht in London. Aus dem Haus am Thornton Square Nr. 9 dringen Geräusche nach außen, Schritte, Schreie - eine berühmte Sängerin wird ermordert, der Mörder entkommt, das Motiv liegt im Dunkel. Ein junges Mädchen verläßt das Haus, besteigt eine Kutsche und fährt Richtung Italien, um sich von dem Schock des Todes ihrer Tante zu erholen.
So beginnt der Film "Das Haus der Lady Alquist", welcher mit einem großartigen Darstellerensemble aufwartet, allen voran die beiden Hauptdarsteller Ingrid Bergman als Paula(1. Oscar ihrer Karriere) und Charles Boyer als ihr heimtückischer Ehemann Gregory Anton.
Paula, die sich in Italien erholt, Gesangsstunden nimmt, lernt dabei Gregory kennen und lieben. Er bittet sie seine Frau zu werden und schafft es sogar sie zu überreden in das Haus am Thornton Square zurückzukehren. Ein Fehler, wie sich bald herausstellen wird, denn Paula wird schneller von ihrer Vergangenheit eingeholt, als ihr lieb ist. Ohne das es ihr bewußt wird, beginnt ihr Mann sie mit subtilem Psychoterror in den Wahnsinn zu treiben. Dazu braucht es im Film nur weniger Mittel, um diese düster-beklemmende Atmosphäre zu erzeugen: Schwankendes Gaslicht, unbekannte Schritte im Haus, Gegenstände, die verschwinden und Hausangestellte, die unfreiwillig vom Hausherrn in seinem perfiden Plan benutzt werden. Diese unheimliche Szenerie wird durch die s/w-Fassung noch unterstützt.
Doch Gregory Anton hat die Rechnung ohne Brian Cameron (Joseph Cotton) gemacht, ein ehemaliger jugendlicher Fan von Paula's Tante und jetzt im Polizeidienst tätig. Dieser trifft das Ehepaar zufällig im Tower bei der Besichtigung der Kronjuwelen und plötzlich scheint er in die Vergangenheit zurückversetzt und beginnt sich für das Umfeld von Paula zu interessieren...
Als Zuschauer wird man durch das intensive Spiel der Darsteller von Anfang in Atem gehalten und hofft irgenwann nur noch, daß Paula endlich erlöst werde und die Wahrheit erkennt.
In diesem Film hat auch eine wunderbar aufspielende, bei den Dreharbeiten das 18. Lebensjahr erreichende junge Schauspielerin ihren ersten großen Filmauftritt: Angela Lansbury als Hausmädchen Nancy. Sie spielt keck und fresch auf. Einfach sehenswert.
Fazit: Grandioser Filmklassiker in sehr guter DVD-Qualität, welche auch mit Klasse-Bonusmaterial, wie u.a. einer Doku. mit Pia Lindström, der Tochter von Ingrid B. und einem Kommentar von Angela Lansbury aufwartet.
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am 14. November 2006
Nach dem Mord an ihrer Tante wird die kleine Paula nach Italien geschickt. Jahre später lernt sie dort den Musiker Gregory (Charles Boyer) kennen und heiratet ihn kurz darauf. Zusammen mit ihm kehrt Paula (Ingrid Bergman) in das seit dem Mord an ihrer Tante leerstehende Haus nach London zurück. Doch schon nach kurzer Zeit geschehen merkwürdige Dinge: Paula scheint Kleinigkeiten zu vergessen oder zu verlegen. Die Gasleuchten flackern des Nachts, doch niemand will davon was mitbekommen haben. Paula beginnt an ihrem Verstand zu zweifeln - oder steckt vielleicht doch mehr dahinter und Paula wird gar nicht verrückt?

Ich kann mich hier nur der Meinung der übrigen Rezensenten anschließen: Großartig gefilmtes und gespieltes Kammerspiel, welches wirklich spannend umgesetzt wurde. Dieser Effekt nutzt zwar nach mehrmaligem Ansehen ab - jedoch beeindruckt einen ein ums andere die grandiose schaupielerische Leistung des gesamten Casts. Zu Recht erhielt Ingrid Bergman einen Oscar für ihre Darbietung und auch Charles Boyer wurde bedacht - wenn auch nur mit einer Nominierung. Weiterhin erhielt "Gaslight" auch eine Trophäe für die Ausstattung, welche einen nicht unerheblichen Teil zur überragenden Atmosphäre beiträgt.

DVD: An der DVD gibt es nichts auszusetzen. Ein paar nette Extras, sowie die fast schon obligatorischen Trailer, desweiteren mehrsprachige Audio- und Untertitelspuren.

Fazit: Spannender, bisweilen gruseliger Thriller mit ausgezeichneten Schaupielern. Klasse - trotz des Alters des Films.
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am 3. Juli 2013
Wenn es einen Film gibt, der Atmosphäre, wabernde vibrierende Aufregung, glänzende Darstellerleistungen, und packende, psychologische Spannung erzeugen kann, dann dieser.
"Gaslight" im Orginaltitel, stellt in jeder einzelnen Minute ein hypnotisches Meisterwerk dar.
Ein unsterbliches, makelloses Filmerlebnis, das noch Generationen begeistern wird.
Deswegen werde ich, sollten Sie lieber Interessent zu den besonders Glücklichen gehören, die seine Story nicht kennen, mich hier sehr zurückhalten.
Willkommen im viktorianischen London, nie waberte der Nebel unheilvoller durch die Straßen, rumpelten Droschken stimmungsvoller und ein furchtsames Gefühl bemächtgt uns beim Entzünden der Gaslaternen in der ersten Szene.
Das Schaudern ist der Menschen bestes Teil.
Diesen Film zähle ich zu meinen liebsten schwarzweißen "Häuser- Filmen".
Filme in denen die drückende, vergangenheits- und unheilschwangere Atmosphäre des Interieurs, der Zimmerdecken, Vorhänge ,Gegenstände selbst eine der Hauptpersonen ist.
Wenn Mrs. Havisham in "Geheimnsvolle Erbschaft" an ihrer großen Hochzeitstafel sitzt, wenn eine verstorbene Mrs. DeWinter in Manderley eine geisterhafte Präsenz erhält, wenn in "Hill House" sich die Wendeltreppe knarrend bewegt, dann ist hier auch die prächtige, klaustrophische Schwere und Unheimlichkeit von Thornton Square Nr.9, dem Haus der Sängerin Alquist in einer Reihe zu nennen.
Das junge Ehepaar Anton wird hier einziehen und wenn sich die spinnwebverhangenen Gänge zum ersten Mal dem Zuschauer zeigen, dann wissen wir hier lasten dunkle vergangene Geheimnisse auf jeder Falte der Vorhänge, jedem Kandelaber, jedem Gemälde.
Ein Haus, welches in seinem beengendem Prunk, jedes neue Leben, jeden hoffnungsvollen Zukunftsplan im Keim erstickt.
"Ich halte es hier nicht aus, Gregory", und fürwahr die junge schöne Paula verbindet hier mit jedem enzelnem Gegenstand ein traumatisches Kindheitserlebnis.
Nach dem Tod ihrer Mutter, wurde sie hier von ihrer Tante, der berühmten Sängerin Lady Alquist aufgezogen.
Ein großes Bild in ihrer bemerkenswertesten Opernrolle ziert den staubigen Pianoflügel.
Doch ihre Tante wurde von einem Unbekannten in einer stürmischen Nacht hier im Haus brutal erwürgt. Der Täter nie gefunden.
Paula selbst als Waise zu einem Verwandten nach Italien geschickt.
Hier, nun selbst auf dem Weg zu einer Gesangslaufbahn lernt sie als junge Frau nun ihre große Liebe kennen.
Eine Liebe, die sehr schnell schwärmerische und vollkommen hingebende Züge annmmt.
Es ist der charismatische Pianist Gregory Anton.
Er ist es, der Paula verspricht in seiner lebenserfahrenen ,bestimmenden Art den Schutz und die Liebe zu geben, die sie so sehr vermisst.
So willigt sie auch in einen unheilvollen Vorschag ein.
Gregory möchte unbedingt in das verlassene Haus ihrer ermordeten Tante ziehen.
"Ein Haus an einem Square wäre das nicht schön, Paula?!"
Und so öffnen sich die Pforten zur düsteren, erstickenden Vergangenheit, zu Angst, Verstörung und wir erleben eines der perfidesten, düsteresten Ränkespiele, die das Kino je geschaffen hat.
Der flackernde Kerzenschein, die dunklen Ecken stehen sinnbildlich für die sich verfinsternde Beziehung des Ehepaares.
Die blutjunge Ingrid Bergmann gibt hier eine so mitreissende Oscar-gekrönte Darstellung einer Frau, die immer mehr den seelischen Halt verliert, immer mehr durch die Hörigkeit zu ihrem Ehemann sich selbst und ihre Empfindungen in Frage stellt, und nicht das teuflische Spiel erkennen kann, das mit ihr getrieben wird.
Charles Boyer, spielt wahrhaft dämonisch eindrucksvoll und bei jeder seiner eruptiven Stimmungsschwankungen zuckt man im Sessel zusammen; ist es als würden einen seine hypnotischen Blicke, seine aufbrausende Stimme selbst erstarren lassen.
Herausragend gut ist ebenfalls die deutsche Sychronisation des Films.
Es ist zu hoffen, daß niemand einmal auf die Idee kommt, diese vielleicht neu bearbeiten zu wollen.
Wir halten den Atem an bei dieser sich langsam steigernden, manipulativ- sadistischen Ehehölle, die sich vor uns auftut.
So hintergründig, schleichend, so gnadenlos wird hier Paula zu einem willenlosen, gedemütigten, hilflosen Opfer gemacht.
Kleines Aufbäumen, wie der Wunsch einmal alleine das Haus verlassen zu wollen, werden im Keim mit vergifteter Liebenswürdigkeit erstickt, und, vielleicht nur ein weiteres Anzeichen des Wahns, leuchtet nicht manchmal das Gas in den Lampen einmal heller , einmal dunkler?
Schein und Wirkichkeit.
Gregory stellt nach eigenen Worten Erkundungen über Paulas Mutter an.
Starb diese wirklich geistig verwirrt im Irrenhaus.
"Hab doch Erbarmen mit mir, verlass mich nicht", fleht Paula.
Ein Kammerspiel des Psychoterrors , der leise und behutsam, fürsorglich und entmündigend einen Menschen zerstört.
Doch was für Absichten stecken dahinter.
Fernab des schaurigen, viktorianischen Kammerspiels ist "Haus der Lady Alquist" ein schockierendes Beispiel wie einfach es ist mit kleinen, aber nachhaltigen Mitteln einen Menschen in seinem Selbstverständnis zu verunsichern, zu manipulieren, ihn gefügig zu machen, bis dahin ihn restlos psychisch zu zerstören.
Dies geht sehr, sehr einfach.
Und wenn man jetzt einmal einen ganz großen Bogen in die Jetzt- Zeit spannt, so haben wir sicherlich nicht mehr die eheliche Abhängigkeit im viktorianischen Zeitalter als Background, jedoch ein ähnlich gelagerter, zermürbender Terror am Arbeitsplatz, im sozalen Umfeld, in der Familie kann auch heute für jeden sehr schnell Thema werden.
So ist "Haus der Lady Alquist" ein Musterbeispiel dafür wie gesellschaftlich unauffällig aber hoch effektiv psychischer Terror inszeniert werden kann.
Fazit: Ein Meilenstein des Spannungskinos,des raffinierten Psychothrillers, und des geheimnsvollen viktorianischen Spukstückes.
In seiner Art einmalig. Die geisterhaften, leisen schwebenden Chöre fangen an zu singen, das Kaminfeuer ist entzündet und die Türen zu verschlungenen Gängen und Korridoren öffnen sich.
Treten Sie ein in Thornton Square Nr.9.
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"Das Haus der Lady Alquist" ist genau der richtige Film für einen schummrigen Herbstabend, wenn die Nebel leise ums Haus ziehen und die Lichter unruhig flackern... aber die moderne Technik ist bei letzterem bedauerlicherweise schon weiter :-)
Anyway- diese elegante Mischung aus Ehedrama, Psychostory, Kriminalfilm und einem Hauch Grusel kann definitiv fesseln. Ingrid Bergman spielt die junge Paula Alquist, die mit frisch angetrauten Ehemann Gregory in das Haus ihrer Tante zieht, die vor einigen Jahren dort ermordet wurde. Bald nach ihrer Ankunft findet Paula einen Brief, den jemand ihrer Tante schrieb. Gregory reißt ihn ihr in einem Zornesausbruch aus der Hand- nicht seine letzte seltsame Reaktion...
Nicht zuletzt die spannende Besetzung macht diesen Film zu so einem atmosphärisch perfekt komponierten Werk; Joseph Cotton als good guy und eine bemerkenswerte 16jährige Angela Lansbury in ihrer ersten Filmrolle verleihen dem Film einen feinen Glanz. Die Aufdeckung der mysteriösen, mehr oder weniger verborgenen Fragen, die Paula (und auch den Zuschauer) quälen, erfolgt in einem packenden Finale- auch wenn man vor der Mattscheibe schon lange in die richtige Richtung gestoßen wird. Trotzdem: Die geschickt-gemeinen und diabolischen Spiele Gregorys, die zunehmende Hilf- und Wehrlosigkeit Paulas, das Misstrauen des Detektivs, die Kaltschnäuzigkeit des Dienstmädchens- all dies wird nach alter Hollywood-Manier abgerundet auf den Bildschirm gebracht. Fazit: Sehens- und fürchtenswert!
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(Vorsicht, Spoiler!)

Mit seinem Drama "Gaslight" aus dem Jahre 1944 ist George Cukor etwas gelungen, das ihn mit Shakespeare, Dickens und unzähligen Werbefuzzies auf eine Stufe stellt: Er schaffte es, der englischen Sprache ein Wort hinzuzufügen, heißt doch nach diesem Film der Vorgang, jemanden vorsätzlich durch allerlei Manipulation in den Wahnsinn zu treiben "to gaslight sb". Hätte Robert Aldrich seinen Thriller mit Bette Davis auch nur einundzwanzig Jahre früher gedreht, dann hätte diese verwerfliche Manipulation die etwas unhandliche Bezeichnung "to hush-hush-sweet-Charlot sb" bekommen. Und vielleicht auch wieder nicht, denn während Aldrich in seinem Film vor allem auf suspense und Dramatik setzt, trägt Cukors "Gaslight" beinahe schon kammerspielartige Züge, konzentriert sich der Regisseur doch vor allem darauf, mit welchen perfiden Mitteln der schurkische Ehemann die geistige Gesundheit seiner Frau zu zerrütten versucht. Dabei sind dies keine spektakulären Taschenspielertricks wie ein Kopf, der die Treppe herunterfällt und im nächsten Moment verschwunden ist, sondern leise Akzente, die umso lauter nachhallen.

Die Handlung des Filmes läßt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Die junge und naive Paula Alquist (Ingrid Bergman), die nach dem gewaltsamen Tod ihrer Tante, einer Opernsängerin, ihrem Heimatland England den Rücken kehrte, verliebt sich in den Pianisten Gregory Anton (Charles Boyer), mit dem sie sich kurzerhand verheiratet. Durch Gregorys geschickte Manipulation erklärt sich Paula bereit, mit ihm in das Haus ihrer ermordeten Tante, Thornton Square 9, zu ziehen, das seit zehn Jahren leerstand. Schon vom ersten Tage an nimmt Gregory auf höfliche, aber doch bestimmte Weise das Heft in die Hand, verfügt, daß das Mobiliar des Mordopfers - mit Rücksicht auf die Nerven seiner Gemahlin - auf dem Dachboden verstaut und daß der Zugang zu diesem mit Brettern vernagelt werde, und schirmt Paula rund um die Uhr von der Außenwelt ab - sehr zum Leidwesen der neugierigen Nachbarin Miss Thwaites (Dame May Whitty). Nach außen hin besorgt um Paulas Wohl, untergräbt er ihr doch auf perfide Weise, unter dem Deckmantel dieser Besorgnis, das Vertrauen seiner Frau in ihr Gedächtnis und ihre Wahrnehmung. Wird der junge Polizeibeamte Cameron (Joseph Cotten) dem Motiv für Gregorys durchtriebenes Spiel auf die Schliche kommen und die junge Frau retten können?

Gemeinhin lassen mich die Filme Cukors eher kalt, doch dieser eine hier hat es mir angetan, schafft Cukor es doch meisterhaft, das alte Haus selbst zum Spiegel von Paulas mißlicher Lage werden zu lassen. Dies wird schon deutlich in dem Moment, in dem die frischgebackenen Eheleute das Haus betreten. Genüßlich fängt die Kamera die langsame Bewegung der von Gregory aufgestoßenen Eingangstüre ein und schleicht sich dicht an ihr ins Haus, dann folgt ein Schnitt. Im nächsten Moment ein full shot aus dem Inneren des Hauses heraus, die offene Eingangstüre, in der Gregory und Paula stehen, als einzige Lichtquelle, sie ist umgeben von Dunkelheit, in der sich allerlei Möbel und Krimskrams und vorne rechts eine Treppe abzeichnen. Die beiden treten ein, Gregory eilt Paula voraus, und die Tür fällt mit einem vernehmlichen Klacken ins Schloß. Wir sind angekommen! Selten genug werden wir in der Folge dieses Haus verlassen, das sich immer mehr mit erdrückendem Nippes und Zierat zu füllen scheint, je auswegloser die Lage für Paula wird.

Wie oben bereits erwähnt, scheint die Motivation hinter dem Plot für Cukor eine vergleichsweise geringe Rolle zu spielen, auch wenn er mit Gregory das Musterbeispiel eines besessenen Schurken auf die Leinwand bringt, dessen Liebe zu einem unbeseelten Gegenstand für ihn ebenso verhängnisvoll ist wie Paulas blinde Liebe zu ihrem berechnenden Unmenschen von Ehemann. Mit faszinierender Genauigkeit verfolgt "Gaslight" vor allen Dingen die Mechanismen, mit deren Hilfe Gregory seine Frau zusehends isoliert und verunsichert. Man achte einmal darauf, wie er versucht, die Dienstboten gegen Paula einzunehmen! Das ist noch viel subtiler als die boshaften Versteckspiele und das scheinbare Einlenken im letzten Augenblick, deren er sich immer wieder bedient. Hiergegen treten selbst Schauereffekte wie die Schritte auf dem Dachboden und das sich verdunkelnde Licht - nebenbei eine treffende Metapher -, die ein Hitchcock sicher viel deutlicher zelebriert hätte, in den Hintergrund.

Glücklicherweise stehen der subtilen Regie ebenso subtile Schauspielkünste gegenüber: Boyer glänzt als der glatte und versierte Charmeur, dessen Handeln wir von Anfang an als doppelbödig einschätzen, ohne so recht zu erkennen, worin diese Doppelbödigkeit besteht. Ingrid Bergman hat zur Vorbereitung auf ihre Rolle Insassinnen von Nervenheilanstalten studiert, was sich unter anderem im unsteten und orientierungssuchenden Hin und Her ihres Blickes widerspiegelt. May Whitty sorgt routiniert für comic relief, doch am beeindruckendsten fand ich Angela Lansbury als das unverschämte und berechnende Cockney-Dienstmädchen Nancy, mit dem sie ihr Leinwanddebüt gab. Da ich die Lansbury bislang immer als "prim and proper" erlebt hatte, verblüffte sie mich in dieser ganz anderen, und doch so glaubwürdig gespielten Rolle umso mehr.

So ist "Gaslight" sicher viel mehr als nur eine Kriminalgeschichte mit Psychothrill-Elementen; es ist vielmehr eine Studie in Sachen emotionaler Abhängigkeit und deren Mißbrauch. Und wohl einer der packendsten Filme der an packenden Filmen nicht eben armen 40er Jahre.
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am 18. Juni 2011
...., so ist die spannende Verfilmung "Das Haus der Lady Alquist" vom Regiesseur George Cukor ("Die Frauen", "Die Kameliendame") mit Charles Boyer und der zauberhaften Ingrid Bergman, die mit ihrer Leistung mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.Eine Newcomerin in diesem Film, die ebenfalls für ihre Leistung für den Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert wurde, war die damals 18-Jährige Angela Landsbury,die später als Hobbydetektivin in der TV-Serie "Mord ist ihr Hobby" Weltruhm erlangte.

England, um 1880.Im Thorton Square 9. wurde ein Mord an der berühmten Sängerin Alice Alquist verübt. Ihre Nichte Paula (Ingrid Bergman), die den Mord mit ansehen musste, jedoch den Täter nur von hinten sah und ungeschnappt fliehen konnte, wird zu einem Gesangslehrer nach Italien gebracht, wo sie all diese schrecklichen Ereignisse vergessen sollte. Dort trifft sie auf den charmanten Gregory (Charles Boyer),der ihre große Liebe ist und ihn auch heiratet.Doch was sie nicht weiß, dass er es nur auf ihr Vermögen und den Schmuck ihrer Tante abgesehen hatte und sie nur als Mittel zum Zweck benötigt und der geeigneste Ort nach der Hochzeit scheint für ihn der Thorton Sqaure 9 zu sein.Dieses Haus in London betrat Paula seit dem Tote ihrer Tante nicht wieder. Doch da es ein so großer Wunsch ihres Mannes war, lies sie gewähren und die beiden zogen ein. Dies sollte der Ort, wo er seine Frau verrückt werden lassen wollte,sein. Er brachte es so weit, dass Paula fast an ihrem Verstand zweifelte,dann hörte sie auch noch Schritte auf dem verschlossenen Dachboden und glaubte immer mehr dem Wahnsinn zu verfallen. Doch so weit kam es nicht und ihr Ehemann wurde von einem Mann (Joseph Cotten),der ein Bewunderer der Sängerin Alquist war, gehindert. Das Glück für Paula war, dass sie ihrer Tante bis aufs Haar gleicht und die Aufmerksamkeit dieses Mannes, während eines Museumsbesuches,auf sich zog. Er war von ihr vom ersten Moment an begeistert und dachte aber zuerst einen Geist,den Geist von Alice Alquist, zusehen und wollte diese Frau aufspüren. Er fand sie dann endlich und zusammen mit einer neugierigen Nachbarin von Paula forschten sie nach dem Geheimnis dieser Frau.Im letzten Moment wurde alles verhindert und die Polizei,die den Mordfall der Sängerin bereits zu den Akten gelegt hatte,nahm den Mann,der seine Frau verrückt werden lassen wollte und an den Mord von Alice Alquist verantwortlich war, fest.

Dieser Film ist von Anfang bis Ende spannend und um die Atmosphäre zu verhärten sollte man den Film nachts im dunklen Zimmer ansehen. So ist alles nochmal viel gruseliger.

Als Extras bietet diese DVD den Trailer,eine Dokumentation über "Das Haus der Lady Alquist" mit Angela Lansbury und einem kurzen Ausschnitt der Oscarverleihung an Ingrid Bergman und den anderen Gewinnern des Oscars aus diesem Jahr.
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am 12. März 2009
"das haus der lady alquist" aus dem jahre 1944 von george cukor ist ein remake des 1940 gedrehten kriminalfilms "gaslight" und gleichzeitig ein sahnestückchen für alle liebhaber des schwarz - weiß psychothrillers.

ein nach außen hin charmanter - aber im inneren bitterböser - ehemann versucht sein ihm angetrautes weib durch die macht der täuschung und suggestion langsam in den wahnsinn zu treiben um so in den besitz der verschwundenen juwelen ihrer tante zu gelangen.

der streifen hat ein wunderbares setdesign des viktorianischen englands zu bieten, zeichnet sich durch eine herausragende besetzung und spannung von der ersten bis zur letzten minute aus. ingrid bergmann als dem wahnsinn verfallene ehefrau und charles boyer in der rolle des aalglatten bösewichts lassen wahrlich keine wünsche offen , außerdem feiert die gerade mal 17 - jährige angela lansbury "im haus der lady alquist" ihr filmdebüt.

der streifen wurde für 7 oscars nominiert und konnte schlussendlich 2 der begehrten trophäen mit nach hause nehmen - beste hauptdarstellerin ( bergmann ) und bestes produktionsdesign.
eine oscarwürdigung bürgt zwar nicht immer für die qualität des films - aber in diesem fall wurde der preis zu recht verliehen.

ein klasse werk das in keiner sammlung fehlen sollte.
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Paula Alquist heiratet ihren Geangslehrer Gregory Anton und zieht für eine Weile in ein leerstehendes Haus nach London. Einige Jahre zuvor wurde dort ihre Tante umgebracht und hinterließ kostbare Juwelen. Das Haus ist sehr mysteriös, denn Dinge verschwinden, das Gaslicht flackert auf unheimliche Weise und Paula hört über sich Schritte. Ihr Mann versucht ihr diese Dinge auszureden, doch er ist derjenige, der sie in den Wahnsinn treiben will, um von der Suche nach den Juwelen abzulenken.

Der Film ist einfach grandios, man möchte als Zuschauer Paula am liebsten helfen, als sie von ihrem Mann und der Dienerin für verrückt gehandhabt wird. Die Figur Gregory inszeniert perfekt die Möglichkeit Paula wahnsinnig zu machen. Charles Boyer als Bösewicht mit hinterhältigem Blick und Ingrid Bergman als zartes, zebrechliches Rehlein glänzen außergewöhnlich gut in ihren Rollen. Obwohl der Film als Thriller eingestuft wird, hat er schon etwas sehr Psychomäßiges an sich, das den Betrachter ziemlich in den Bann zieht. Ein regelrechter Klassiker in Schwarz-Weiß, den man sich nicht entgehen lassen sollte, einfach der typische Stil und Filmeffekte für die damalige Filmzeit inklusive sehr guter Schauspieler und geballter Spannung!

~Bücher-Liebhaberin~
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am 16. Juni 2011
Ich kann in diesem Fall nicht die Klappe halten, obwohl es hier schon mehrere sehr positive Rezensionen gibt. Denn auch ich bin begeistert von diesem Film, in dem einer Frau durch ihren Mann die Sicherheit über ihre eigene Wahrnehmung genommen wird, um sie in den Wahnsinn zu treiben. Die geistigen Entmündigungsattacken des Mannes und die dadurch bedingte Ohnmacht und Isolation der Frau sind diabolisch, quälend wie in keinem anderen mir bekannten Film erzählt. Es ist die große Geschichte von der Abhängikeit und Emanzipation des einen Menschen vom anderen. Gleichzeitig lässt sie sich als die Geschichte einer Alzheimer-Erkrankung lesen. Oder als die Geschichte eines Fetischs (zu Juwelen). - Vielleicht der vielschichtigste Film einer der großartigsten Regisseure (George Cuckor) überhaupt. Da lässt sich über die dürftigen Extras (Angela Lansbury redet quasi nur über sich selbst und Bergmans Tochter kommt zu wenig zu Wort) eigentlich nur hinwegsehen.
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am 21. November 2015
Vor über 20 Jahren sah ich im TV erstmals diesen film. Damals war ich einfach vollkommen hin und weg, besonders vom spiel dieser ingrid bergman. Natürlich musste ich danach alle ihre filme sehen und dies gestaltete sich in der prä-internet zeit als gar nicht so einfach. Ich wurde zum Riesen-fan und begann alles zum thema IB zu sammeln, gab dafür viel mehr geld aus als sinnvoll gewesen wäre - egal, meine leidenschaft strebte gen unendlichkeit.
Der Film hätte tatsächlich kurz und knapp auch in deutsch besser "Gaslicht" geheissen, doch leider kam ihm dabei das etwas betulichere englische original von 1939 zuvor.
Und obwohl der film heute schon ein bisschen angestaubt wirken mag (v. a. die Figur von joseph cotten wirkt so unendlich bieder auf mich), so liebe ich nach wie vor diese genial erzeugte atmosphäre in herrlichen SW-Bildern von Kamera-Ass Joseph Ruttenberg, was in Farbe so nun gar nicht möglich ist.
In der Tat sind nicht wenige meiner lieblingsfilme aus dieser zeit von ihm fotografiert.

Die zunehmend klaustrophobische Atmosphäre wird durch Kamera und Haus/Setdesign kongenial in entsprechede bildsprache übersetzt. Dabei nimmt die innovative Kamera für damalige verhältnisse sehr ungewöhnliche blickwinkel ein. Wenn man bedenkt, dass es sich damals ja nicht gerade um leicht handhabbare + portable Modelle vom Schlage einer heutigen Arri Alexa handelte, sondern eben um Kaventsmänner, oft fest installiert, fast von der Größe einer Waschmaschine, versteht man wohl auch, warum diese neuartigen "angles" so ungewohnt waren.

Boyer und IB liefern jeweils highlights ihres kreativen oeuvres ab und natürlich wollte ich damals auch eigentlich nicht mehr und nicht weniger als die unverdorbene naturschönheit und damsel in distress Ingrid aus den Fängen des sadistischen Boyer befreien.
Sehr erfrischend ist natürlich die blutjunge Angela Landsbury als kokettes kleines Luder, die genau weiß, welche knöpfe sie drücken muss, um am Automat des Lebens die Dinge ihrer wahl zu erhalten...

Weiterhin ausführlicher mich zu äußern wäre vergeudete zeit von mir als auch vom geneigten leser - somit verweise ich auf die mehr als gelungene kritik von rumburak hier an dieser stelle.

Es besser und v. a. ausführlicher auf den punkt zu bringen als ebenda, wäre einfach viel zu zeitaufwendig.

cheers,>>>>>the notwister - Bewertung: 85%
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