Amazon.de: Kundenrezensionen: Kaspar Hauser - Jeder für sich und Gott gegen alle

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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sehr gelungener Film über Kaspar Hauser
"Jeder für sich und Gott gegen alle" basiert auf der wahren Geschichte des Kaspar Hauser, der 1828 in Nürnberg auftaucht. Als er aufgefunden wird, kann er kaum gehen, geschweige denn sprechen oder schreiben. Später stellt sich herraus, dass Kasper Hauser die ersten 17 Jahre seines Lebens in einem Kellerloch eingesperrt war, in dem er keinen Kontakt zu anderen Menschen...
Veröffentlicht am 7. Februar 2004 von janis_werner

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versus
2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Möchtegern-Kunst
Leider kann ich mich den übrigen Rezensionen in keinster Weise anschliessen. Wer einen "normalen" Film erwartet, ist mit diesem Film völlig falsch. Wer eine künstlerische Ueberhöhung des Kaspar Themas sucht, der findet hier eine richtig schlechte Arbeit und sollte lieber zu Handke greifen. Ich war interessiert an der Geschichte Kaspar Hausers und durchaus auch offen für...
Vor 10 Monaten von Rainer Berak veröffentlicht

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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sehr gelungener Film über Kaspar Hauser, 7. Februar 2004
"Jeder für sich und Gott gegen alle" basiert auf der wahren Geschichte des Kaspar Hauser, der 1828 in Nürnberg auftaucht. Als er aufgefunden wird, kann er kaum gehen, geschweige denn sprechen oder schreiben. Später stellt sich herraus, dass Kasper Hauser die ersten 17 Jahre seines Lebens in einem Kellerloch eingesperrt war, in dem er keinen Kontakt zu anderen Menschen hatte.
Der Regisseur Werner Herzog hat es in diesem Film geschafft ein sehr tiefes Mitgefühl für die Person des Kaspar Hausers zu erschaffen, ohne dabei schnulzig zu werden. Erreicht wird dies indem sehr distanziert erzählt wird und der Zuschauer sich lediglich als unbeteiligter Beobachter fühlt. Wie es wirklich um Kaspar bestellt ist, bekommt man nur aus Gesprächen mit, in denen Kaspar Sätze wie "Die Menschen sind mir wie die Wölfe" von sich gibt. Durch solche Aussagen wird jedesmal die Illusion des Zuschauers zerstört, dem erst das Gefühl vermittelt wurde, dass sich die Lage Kaspars bessert.
Dargestellt wird Kaspar von Bruno S., der sehr überzeugend spielt, wie fremd Kaspar Hauser die Welt ausserhalb seines Kellerloches ist. Genial sind auch die Dialoge und die Art und Weise, wie Bruno S. betont.
Diejenigen, die Filme mögen, die sich mit ernsteren Themen befassen und nicht auf kurzzeitigen Kinospaß aus sind, kann ich nur dazu raten, sich diesen Film anzugucken. Zu der Qualität der DVD kann ich leider nichts sagen, weil sie derzeit noch nicht erschienen ist. Da der Film Teil der Werner-Herzog Serie bei ArtHaus ist, wird man jedoch mit einer guten Bild-Qualität rechnen können.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Dieser Film ist ein MUSS, 21. Juli 2004
Ich kann mich meinem vorhergegangenen Rezensent nur anschliessen. Dieser Film ist einfach genial umgesetzt. Da mein Vorredner schon alles wesentliche gesagt hat will ich nur meine Meinung zu der DVD kund tun:

Bild: Gut (Film ist von 1974, da darf man selbst bei digit. Überarb. kein glasklares Bild erwarten).
Ton: Mono [Dolby Digital] (Bei einem solchen Film benötige ich zumindestens kein DTS oder 5.1 Sound)

Besonders schön sind die einschaltbaren Audiokommentare Werner Herzog's und Laurens Straub's. Man sollte sich den Film einmal mit und einmal ohne Audiokommentar ansehen, es lohnt sich.

Was ich schade finde ist, das nicht mehr Infomaterial über die Schauspieler, insbesondere Bruno S., auf der DVD enthalten sind, ansonsten macht man mit dieser DVD einen Kauf der sich zu 100% lohnt.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen einfach gut, 28. Juli 2007
Dieser Film erinnert mich stark an "Woyzeck", ich meine nicht den Film von Werner Herzog, den habe ich leider noch nie gesehen, sondern das Stück von Büchner, das ich vor -zig Jahren im Zürcher Schauspielhaus gesehen hatte (war, glaube ich, von Dürrenmatt inszeniert). Auch in Herzogs "Kaspar Hauser" wird der Mensch zum Fall degradiert, zum Objekt, das man "studieren", mit dem man seine Versuche machen kann. - Besonders schön finde ich die Szene, wo Kaspar Hauser von der Polizei zu seiner Person befragt wird. Weil er eine Frage nicht versteht, beantwortet er sie nicht. Die Polizei notiert "Antwort verweigert". Kaspar Hauser und die Polizei befinden sich praktisch in der gleichen Lage: Kaspar Hauser kann die Frage nicht beantworten, wegen mangelndem Wissen; die Polizei kann den Sachverhalt nicht richtig wiedergeben wegen mangelnder Eigeninitiative, weil sie in ihrem Amtsdenken gefangen ist und daher nicht kurzerhand notieren kann "hat die Frage nicht verstanden". Der Fall ist in ihren Reglementen, usw. nicht vorgesehen, und dass und wie man auf Unvorhergesehenes reagieren könnte, das fällt der Polizei nicht ein. - Der Logiker betrachtet Kaspar Hauser als einen interessanten Fall, und macht mit ihm einen "Versuch". Als Kaspar ihm aus seinem gesunden Menschenverstand heraus klar macht, dass man mit einer ganz einfachen Frage zum gleichen Resultat kommen könne, ist der Logiker einen Augenblick lang perplex, mit dieser Reaktion auf sein hochwissenschaftliches Getue hat er nicht gerechnet und ist etwas überfordert. Besser als die Amtspersonen und der Wissenschaftler oder Möchtegern-Wissenschaftler kommt bei Herzog die Frau des Gefängniswärters weg. Als sie bemerkt, dass Kaspar die Wiege ihres Jüngsten zum Schaukeln bringt, weil das Kind weint, legt sie ihm ohne zu zögern den Säugling in den Arm. Mit ihrem Mutterinstinkt fühlt sie genau: da ist ein Punkt, wo sie einhaken kann, um ein Brücke zwischen Kaspar und seiner Umgebung zu schlagen.
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12 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen über das HINAUSGEWORFEN-Sein im Leben ..., 18. März 2005
1993 produzierte Peter Sehr einen Film über Kaspar Hauser, 1974 aber schon der wahrlich nicht unberühmtere Werner Herzog. Herzogs Film, um den es hier nun in der erfreulichen DVD-Aufbereitung geht, er wirft auch die Frage auf: ob Buch, Boulevard-Blatt oder Wissenschafts-Magazin, ob Kino, VHS-Kassette oder nun DVD: Welcher Grund führt so viele Menschen zu einer intensiven Beschäftigung mit dem Kaspar-Hauser-Thema? Einmal vielleicht die Überlegung, wie man sich selbst fühlen würde, wenn man 17 Jahre lang in einem Keller gefangengehalten worden wäre, deshalb ohne jede Sprach- und Weltkenntnis mit einem Zettel in der Hand auf irgendeiner Straße ausgesetzt würde. Ich glaube nicht, dass der Kern des schon über 170 Jahre anhaltenden Interesses darin liegt, wer bei den Streitigkeiten zwischen monarchistisch-biedermeierlichen Kreisen über Herkunft und Erbschaftsberechtigungen letztendlich das Richtige gesagt haben sollte. Deshalb gehen die neuesten, hochaktuellen kriminaltechnologischen Untersuchungen bezüglich der Haarsubstanz der gefundenen Leiche auch am innersten Sinn des Themas vorbei: die erschütternde, uns überfallende Frage ist doch, zu wieviel Grausamkeit sind Erwachsene gegenüber Kindern fähig, was bedeutet es, systematisch am Sprechen und Kontakt zu Menschen gehindert zu werden. In kleinerem Masse hat nämlich Aggressionen dieser Art jeder Mensch einmal verdauen müssen in Schule oder Elternhaus, im "Freundes"-Kreis oder Mobbing-Berufssituation - und mit Schaudern lotet man die Extrem-Lage aus, in die jener Kaspar Hauser nachweislich gestoßen worden war. Die Behandlung des Kaspar-Hauser-Themas erschöpft sich zwar andernorts allzu häufig in dem Gezänk darüber, ob es sich um einen boshaft behandelten Thronfolger handelt oder nicht. Seitlich aller verkappt-monarchistischen oder auch tiefenpsychologisch nachvollziehbaren Träume (ist man womöglich selbst ein vertauschter Königssohn oder zumindest aus "besserem" Hause? Was wäre, wenn man Kind anderer Eltern wäre ...) - seitlich auch allen Boulevardblatt-Gegenwindes modernster Kriminaltechnologie, die etwas hämisch darangeht, durch Haarproben-Analysen einen Jesus-ähnlichen Mythos zu zerstören - seitlich davon existiert gottseidank eine dritte Rezeptionslinie [und HERZOGs Film muss man hier einsortieren], - jene, die sich mit kommunikations-zerstörenden Verbrechen an Menschen beschäftigt. WERNER HERZOG LÄSST UNS DIE SEELISCHEN KONSEQUENZEN EINES SOLCHEN EISKALTEN BEHANDELNS EINDRINGLICH ERSPÜREN. Moderne psychiatrische Medizin und gottseidank auch die Behinderten-Pädagogik untersuchen unter dem Stichwort "KASPAR-HAUSER-SYNDROM" einen Meilenstein anthropologischer Grundbedingungen: die dialogische, freundliche Zuwendung, die für die Entfaltung eines heranwachsenden Menschen völlig unverzichtbar ist. Der Anfangspunkt einer gerade heutzutage überlebensnotwendig gewordenen Debatte bezüglich Beschulung und Familiensituation, frühzeitig Hinausgeworfensein aus der Gesellschaft oder human Aufgenommenwerden - dies alles ist durch das KASPAR-HAUSER-Thema markiert. HERZOG hat sich eigentlich mit dem wichtigsten Grundthema unseres Lebens beschäftigt ...
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4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Hochgenuss !, 20. Oktober 2005
Werner Herzog ist auch Opernregisseur, er komponiert Bilder zu Musik. Was für ein Glück für den deutschen Film! Der Anfang dieses Films, die bildhafte Erinnerung des Kaspar Hausers, eine "First Picture Show" sozusagen, gehört zu den schönsten Momenten, die es im Kino Werner Herzogs gibt: ein paar verwaschene Bilder mit Landschaften und Menschen und dazu die Arie "Dies Bildnis ist bezaubernd schön" aus Mozarts Zauberflöte. Ein Traum - der ganze Film!!!! Kein aktueller Film der Welt, kann dieses Meisterwerk aufwiegen.
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2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Möchtegern-Kunst, 17. Januar 2009
Leider kann ich mich den übrigen Rezensionen in keinster Weise anschliessen. Wer einen "normalen" Film erwartet, ist mit diesem Film völlig falsch. Wer eine künstlerische Ueberhöhung des Kaspar Themas sucht, der findet hier eine richtig schlechte Arbeit und sollte lieber zu Handke greifen. Ich war interessiert an der Geschichte Kaspar Hausers und durchaus auch offen für eine künstlerische Darstellung. Leider begnügt sich der Film aber über weiter Strecken damit, inhaltsleere - wenn auch skurrile - Bilder wirken zu lassen, ohne jedoch zu wirken. Im Ergebnis bleibt furchtbare Langeweile ohne jegliche Signifikanz, Kunst ohne Kunst. Szenenweise zeigt der Film sogar, dass es auch anders gegangen wäre und es entstehen Situationen, die durchaus Bedeutung erlangen, leider aber erst gegen Ende der Geschichte. Das ist zu wenig!
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