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TOP 500 REZENSENTam 15. Oktober 2006
Endlich hat die EMI in ihrer verdienstvollen Serie "Great Recordings of the Century" sämtliche rein instrumentalen Brahms-Aufnahmen von Otto Klemperer mit dem Philharmonia Orchestra London in einer repräsentativen 3 CD-Box zusammengefaßt. Eine wichtige Veröffentlichung, denn Klemperer galt zeitlebens als herausragender Brahms-Exeget, und das stellt er hier auf sehr eindrucksvolle Weise unter Beweis. Seine strengen, völlig unsentimentalen Auslegungen heben sich deutlich von dem oft gepflegten "Schönklang-Brahms" ab, der sicherlich auch seine Berechtigung hat, aber den Intentionen des Komponisten nur partiell gerecht wird.
Die älteste (und einzige monaurale) Aufnahme im vorliegenden Album sind die Haydn-Variationen op. 56a aus dem Jahr 1954, und schon dieses Frühwerk wird mit großem Ernst und unerbittlicher Strenge nachgezeichnet. Erst recht ist dies dem Symphonien-Zyklus zu attestieren, der zwischen Dezember 1955 und März 1957, bereits in Stereo-Technik, produziert wurde. Es fällt schwer, Höhepunkte aus den Aufnahmen herauszustellen, vielleicht gebührt der 3. Symphonie die Palme, deren melancholischer Ausklang selten so mirakulös eingefangen wurde wie hier. Über die wunderbare Einspielung der Alt-Rhapsodie mit Christa Ludwig ist kein Wort des Lobes zu viel; ich habe sie an anderer Stelle schon hervorgehoben. Komplettiert wird das Album durch die beiden Ouvertüren op. 80 und op. 81, die im Zusammenhang mit den Symphonien eingespielt wurden. Auch sie sind von einzigartiger Qualität, und genauso souverän wie der Dirigent zum Kern der Tragischen Ouvertüre vordringt, so erfüllt er die Akademische Festouvertüre mit Humor und Eleganz und läßt doch in jedem Takt spüren, daß er das Werk nicht als Nebenprodukt, sondern als "ganzen Brahms" verstanden wissen will. Der berühmte Columbia-Produzent Walter Legge stellt hier wieder unter Beweis, welch ein unfehlbares Gespür er dafür hatte, die "richtigen" Künstler für die von ihm verantworteten Aufnahmen zu verpflichten.
Für jeden Brahms-Freund und Klemperer-Verehrer ein unverzichtbares Album, bestens remastered und mit einem sehr informativen Textbuch ausgestattet.
Klemperers hier nicht enthaltene Brahms-Interpretationen (Ein Deutsches Requiem mit Schwarzkopf u. Fischer-Dieskau und das Violinkonzert mit David Oistrach und dem Orchestre National Paris) sind ebenfalls von der EMI neu ediert worden und stellen wertvolle Ergänzungen dar, die jedem Klassik-Sammler wärmstens zu empfehlen sind.
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Es gibt Komponisten und Dirigenten, die kongenial zusammenpassen. Brahms und Klemperer sind solch eine Paarung. Brahms kämpfte darum, wie man nach dem Riesen Beethoven überhaupt noch Symphonien schreiben könnte. Klemperer kämpfte mit den Folgen der Operation nach einem Gehirntumor. Beide waren für ihre schwierige Eigenwilligkeit bekannt.
Klemperer deckt Brahms oft (selbst)quälendem Ringen um symphonische Gestaltung nicht mit Schönklang zu. Zusammen mit dem großartigen Philharmonia Orchestra macht er erlebbar, wie Brahms sich mühte, aus "dem Schatten des Giganten" hervorzutreten.
Das Ergebnis sind keine nett und angenehm dahinplätschernden Streicherteppiche, sondern packende Gestaltungen mit Anläufen, Zurückfallen, Aufbegehren und Durchbruch. Ich habe selten die Symphonie-Thematik "durchs Dunkel zum Licht" so ehrlich, mühevoll und lebendig wiedergegeben gehört.
Klemperer erweckt Brahms Kampf gegen Selbstzweifel und Resignation wieder zum Leben - eine Sternstunde der Plattenaufnahme klassischer Musik.
(Absolut empfehlenswert sind auch die Klemperer-Aufnahmen von Brahms-Konzerten mit David Oistrach !)
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am 31. Mai 2010
Die vorliegende Einspielung hat ihren Wert vor allem als historisches Tondukoment. Sie enthüllt ein weiteres Mal, welch herausragender Klangkörper das Philharmonia Orchestra zu jener Zeit war, und naturgemäß hält sie die Erinnerung an Otto Klemperer als große, starke und eigenwillige Dirigentenpersönlichkeit wach. Das Dirigat der Brahms-Sinfonien ist jeweils ein Höhepunkt in Klemperers künstlerischem Wirken gewesen; hier noch einmal offenbart sich die zupackende, bewegende Interpretation. Der Dynamik der Klempererschen Deutung ist die Tontechnik dieser Aufnahme seltsamerweise nicht gewachsen - eine Enttäuschung, denkt man an so viele andere EMI-Aufnahmen jener Epoche, die sehr gut in unsere Zeit gerettet wurden. Nicht jedoch diese, an der man in der Abbey Road offenkundig gescheitert ist. Hohe Streicherlagen, Flöten und Oboen klingen verzerrt, klirren gar; das tiefe Spektrum versinkt in dumpfem Sumpf, und meist meint man, mindestens die Hälfte der Musiker sei mit dem Zupfen des Kontrabasses beschäftigt (ein Makel, den übrigens die nach wie vor bemerkenswerte Aufnahme des "Deutschen Requiems" nicht aufweist). Wie die Dinge liegen, sind die Klempererschen Brahms-Sinfonien heute nur noch bedingt tauglich: nicht zum Genuß, wohl aber als Studienobjekt.
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am 19. Januar 2009
Ja da gibt es ja eine Fülle von Aufnahmen.
Harnoncourt hat ne superstarke hingelegt - aber auch Freunde ohne historschen Ansatz kamen zu Ihren Aufnahmen - Wand, Bernstein , Karajan, Kleiber, Giulini , Abbado, Chailly etc etc .
aber die alten Meister hatten da doch noch ein Quäntchen mehr drauf - diese Melodien, Lyrik, Legatobögen-hmmmmmmmmmm ein Muss.
Klar der Kleiber hat den Brahms so richig draufgängerisch und spannend interpretiert und Abbado hatte seine Stärken vor allem in der 2. Giulini in der 3. - aber alle zusammen - da hat Klemperer mein Herz erobert - schliesslichdann höre man nur noch die Altrhapsodie mit Christa Ludwig, spätestens da geht jedem das Herz auf. Prima ! Ware Meisteraufnahme !
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am 6. September 2014
Die III. und IV. Symphonie legen Zeugnis ab vom Erlöschen eines Zeitalters. Mit Recht könnte man sagen, sie seien die pessimistischsten Werke des 19. Jahrhunderts (von Parsifal und Götterdämmerung einmal abgesehen). Während die Dritte, in Aufbruchsstimmung, aufbäumend, zuversichtlich, siegesbewusst, herausfordernd verwegen anhebt, um gleich im selben sowie in den darauffolgenden Sätzen myteriös durchleuchtet, in die Krise geführt und wehmütig verabschiedet zu werden (im 4. Satz, ganz am Ende der Symphonie, offenbart Brahms endlich die Subpsychologie des Hauptthemas des 1. Satzes), legt die IV. Symphonie eine merkwürdige Strecke zurück und ist, trotz motivischer Geschlossenheit, so zerrissen wie sonst kein anderes Werk. Hier sei schlaglichtartig auf ein paar Stellen in Klemperers Einspielung eingegangen. Im letzten Abschnitt des 1. Satzes macht Klemperer etwas Ungeheuerliches (und hier zeigt sich wahrer Mut): das Tempo wird angezogen, ein Accelerando, das seinesgleichen in der Musikliteratur sucht ! Unter Klemperer steigert sich die Leidenschaft, die Bitterkeit, die ENDGÜLTIGKEIT ins Unerträgliche, ins Schmerzhafte. Der 3. Satz ist der traditionell am schwersten zu verstehende Satz, über den man normalerweise, in der frohen Erwartung des 4. Satzes, gern möglichst schnell hinweghört und den man gern möglichst rasch abdirigiert - und vergisst. Diesen widerbrostigen Satz, der die Vulgarität und Dummheit ausnahmslos aller Dirigenten unserer Tage so schonungslos offenlegt, empfehle ich, sich einmal unter Klemperers Dirigat anzuhören. Während er sich bei unseren Hollywood-Dirigenten immer wie ein alberner, tumultuöser Ausrutscher anhört, begreift man bei Klemperer, dass gerade dieser 3. Satz der Schüssel zu der Gedankenwelt der ganzen Symphonie ist. In seiner ausgelassenen, bacchantischen Stimmung und (für Brahms) verschwenderischen Instrumentation erinnert er an den 3. Satz der Pathétique-Symphonie Tschaikowskys (es gibt zwischen den beiden Symphonien, wenn auch entfernt, eine konzeptionelle Verwandtschaft; auch hier sei Klemperers Interpretation empfohlen). Noch nie hat der 3. Satz überschäumend bedrohlicher, heiter-verzweifelter geklungen als unter Klemperers Dirigat. Man beachte die kurzen Pausen, die Klemperer vor dem periodisch wiederkehrenden Unisono-Einsatz des Orchesters einbaut ! Der 4. Satz (am meisten hollywoodgefährdet) wird durch eine Fermate (die nun einmal nur Klemperer auszuhalten versteht) in zwei Teile geteilt. Was dieser Fermate unmittelbar voraufgeht, ist ein Abgesang auf das 19. Jahrhundert. Was danach folgt, höre sich ein jeder selbst an. Unter Klemperer gibt es keine dummen Ritardandi noch alberne Rubati, sondern alles wird konsequent, im Tempo, ohne das geringste Pathos, in den Abgrund geführt und von zwei apodiktisch kurzen Schlussakkorden beendet.
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