wintersale15_finalsale Hier klicken Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More madeinitaly Hier klicken Reduzierte Hörbücher zum Valentinstag Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV

Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen1
5,0 von 5 Sternen
5 Sterne
1
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: DVDÄndern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 9. November 2009
Lulu ist ein Meisterwerk, gilt jedoch - auch mit Wozzeck verglichen - als schwierig. Diese DVD beweist aber, dass die Unzugänglichkeit ein Mythos ist.

Die Inszenierung ist werktreu, aber gar nicht museal. Die musikalisch wichtige aber oft fehlende Filmsequenz im zweiten Akt ist da. Die Kostüme kommen eher aus den neunziger Jahren des zwanzigsten als des neunzehnten Jahrhunderts, und die Leute benutzen Handys, aber das stört nicht. Lulu steht Modell für ihr Portrait als Eva (samt Apfel) statt im Pierrot-Kostüm, was ein schöner Einfall ist. Mehr oder weniger dasselbe kahle Bühnenbild muss für alle Szenen herhalten, was wohl bei der Videoaufnahme ein bisschen mehr stört, als live im Theater, aber es wird klug gemacht.

Was absolut überzeugt, ist die schauspielerische Leistung in den Hauptrollen, auch bei Nahaufnahmen, was man von Opernsängern kaum erwarten darf. Christine Schäfer als Lulu war damals 31 Jahre alt, jung genug also, um Lulu erfolgreich zu spielen, aber alt genug, um Lulu erfolgreich zu singen. Am Anfang denkt man, ihr fehle die nötige erotische Ausstrahlung, doch das nur weil sie in der ersten Szene das Unschuldslamm spielt (wie bei der auf Parsifal anspielenden Wiederholung von 'ich weiß es nicht', zum Beispiel). Später entwickelt sie eine breite Palette von Reizen, und ich kann mir eine bessere Lulu kaum vorstellen. Die anderen zwei Hauptrollen, Schön und Alwa, sind auch von hervorragenden Muttersprachlern besetzt, und das Deutsch von den restlichen Sängern ist auch sehr gut. Wer will, kann die deutschen Untertitel einschalten, um etwas zu tun, was im Theater nicht so leicht ist, und zwar das wunderbar differenzierte tragisch-komische Libretto aufmerksam studieren, das Berg durch radikale Kürzung aus Wedekinds reichem aber chaotischem Text gemacht hat.

Und dann die Musik. Bekanntlich hat man bei Berg eine eigenartige Mischung von durchorganisierten abstrakten Strukturen und hinreißenden Emotionen - Hirn und Bauch also. Wer die abstrakte Struktur studieren will, sollte die 300 Seiten von George Perles Buch lesen, aber das Erkennen von Zwölftonreihen ist nicht meine Stärke, und für mich wie für die meisten Hörer wirken diese Verhältnisse unterschwellig. Bei wiederholtem Hören entdeckt man immer mehr Zusammenhänge (die man hört) und immer mehr Zusammenhang (den man spürt). Und vielleicht gerade weil man weiß, dass es ein intellektuelles Rückgrat gibt, darf man noch mehr zittern, frösteln und losplärren als bei Puccini. Wunderbar!
0Kommentar19 von 21 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

29,99 €
34,99 €