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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Visuell aufregendes Frühwerk Kubricks mit schwacher Story, 2. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Tiger von New York (DVD)
1955 inszenierte Stanley Kubrick quasi als Ein-Mann-Unternehmen (Regie, Produktion, Drehbuch, Kamera, Schnitt) seinen zweiten Spielfilm: Killer`s Kiss. Der mit wenig bekannten Darstellern und kleinem Budget gedrehte Film erzählt die Geschichte zweier Verlierer im New York der Gegenwart. Der Boxer Davy Gordon (Jamie Smith) steht am Bahnhof und erinnert sich an die vergangenen drei Tage: Nach einem verlorenen Kampf sitzt er alleine in seinem Zimmer und überlegt, wieder zu seinem Onkel nach Seattle zu fahren. Durch sein Fenster beobachtet er dabei seine attraktive Nachbarin, die Nachtclubanimierdame Gloria Price (Irene Kane). Als sie kurz darauf von ihrem Arbeitgeber, dem schmierigen Ganoven Vincent (Frank Silvera), bedrängt wird, kommt er ihr zu Hilfe. Die beiden freunden sich an und Davy träumt davon, zusammen mit ihr New York zu verlassen. Gloria, ohne Familie ganz auf sich gestellt, fährt zu Vincent, um ihren ausstehenden Lohn abzuholen. Nach einigen Schwierigkeiten erhält sie zwar ihr Geld, aber Vincent lässt einen Mann ermorden, den er irrtümlich für Davy hielt. Da Gloria von diesem Mord weiß, entführt Vincent sie. Davy, der inzwischen selbst von der Polizei gesucht wird, versucht Gloria aufzuspüren und muss dabei auch zunehmend an Glorias Absichten ihm gegenüber zweifeln.
Die Geschichte lässt sich bequem in 64 Minuten erzählen, da die Figuren nicht besonders vielschichtig sind. Der allzu glatte Schluss muss auch enttäuschen. Das ist wohl auch nicht der Grund, sich den Film anzusehen. Im eigentlichen Sinne ist der Film eher eine Spielwiese eines visuellen Visionärs, die zeigt, wie sehr Kubrick sich von anderen Regisseuren beeinflussen ließ und wie sein Einfluss andere Regisseure prägte.

Der Tod eines Gangsters zeigt eine Montage, die es ähnlich auch in Hitchcocks "39 Stufen" gibt: Statt des Opfers sehen wir eine Puppe mit geöffnetem Mund und hören kurz darauf das Pfeifen eines Zuges (bei Hitch: Zuschauer mit vor Schrecken geöffneten Mündern und das Geräusch einer Polizeipfeife).
Die sehr realistischen Boxkampfszenen zu Beginn des Films finden sich in ähnlicher Form in Scorseses "Wie ein wilder Stier" wieder, die Scorsese bezeichnenderweise ebenfalls in Schwarzweiß drehte. Im Finale gibt es einen Kampf zwischen Davy und den Gangstern in einer Schaufensterpuppenfabrik. Überall sehen wir halbfertige Puppen, einige Gliedmaßen hängen an Schnüren von der Wand. So wie auch Davy und Gloria viel zu lange "an Schnüren hingen", das heißt, von anderen manipuliert wurde. Ganz sicher hatte diese Szene auch Einfluss auf Blake Edwards "Der letzte Zug", in dem eine Puppenmacherin ermordet wird. Eine andere Puppe wiederum, ein Spielzeug für Kinder, findet sich in Glorias Zimmer und scheint für die eher unschuldige Beziehung zu Davy zu stehen. Im Gegensatz dazu ist Glorias Arbeit eine Form von Prostitution. Zwar sind die Kunden in der Bar recht nett (die Darstellung eines Bordells wäre zu jener Zeit wohl auch nicht denkbar gewesen), aber die Zudringlichkeiten ihres Chefs scheinen Teil ihres Arbeitsverhältnisses zu sein.
Typisch für das spätere Werk Kubricks sind die langen Kamerafahrten, die er in späteren Filmen perfektioniert. In einer Albtraumsequenz scheint Davy durch einen Tunnel verschwimmender Häuser zu gehen. Andere Szenen wiederum sind nicht extra inszeniert, sondern wurden mit versteckten Kameras (ohne Drehgenehmigung) vor Ort gedreht, was zu diesem fast authentischen Eindruck des Films beiträgt. Die Ermordung eines Freundes von Davy wird nicht ausdrücklich gezeigt, aber raffiniert durch das Schattenspiel verdeutlicht. Nachdem sich zwei riesige Schatten auf einen fliehenden Mann bewegen, tauchen diese plötzlich alleine wieder auf. Die Geschichte von Glorias Schwester wird anhand einer Ballerina verdeutlicht. Auch in der Inszenierung von Blickwinkeln und Spiegelungen gibt es viel zu entdecken. Es ist wie ein Gang durch die Filmgeschichte. Wo habe ich das schon mal gesehen, wie hat Kubrick bestimmte Kamerafahrten in späteren Filmen variiert? Wie klug hat Kubrick seine Montagetechnik angewendet?
In Bezug auf den eher enttäuschenden Plot hat Kubrick schnell dazugelernt und sich bei späteren Filmen -mit größerem Budget- erfahrene Drehbuchautoren zur Seite gestellt. Viele seiner späteren Meisterwerke sind zudem Literaturverfilmungen. Schon sein nächster Spielfilm, "Die Rechnung ging nicht auf", zeigt eine wesentlich dynamischere Handlung mit überraschendem Schluss.

Die deutsche Synchro ist allerdings stellenweise ziemlich misslungen. Ich lege zwar nicht in jedem Fall Wert auf wörtliche Wiedergabe, so lange der Sinn erhalten bleibt. Aber in diesem Punkt versagt die Synchro vollkommen. In einer Albtraumsequenz wird Davy zum Beispiel vom Publikum beschimpft, die deutsche Synchro unterlegt das lediglich mit einer Kampfbeschreibung eines Reporters. In der Originalfassung beschreibt Gloria, wie sie sich nach dem Tod ihres Vaters durchgeschlagen hat, während sie in der deutschen Synchro erzählt, dass sie arbeiten musste, da die Einkünfte Vaters nicht ausreichten. Ziemlich dämlich! Da die Ausgabe über mehrere Untertitelfassungen (in Deutsch und Englisch auch für Hörgeschädigte) verfügt, sollte es kein Problem sein, dem Film im Original zu folgen.

Fazit: Wer bei einem Film in erster Linie Wert auf eine mitreißende Geschichte legt, wird enttäuscht sein. Allen anderen gewährt der Film Einblick in die Arbeit eines späteren Filmgenies.
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5.0 von 5 Sternen super film, 14. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Tiger von New York (DVD)
Alles schnell und super erledigt, daher gerne wieder, die Qualtät war so wie beschrieben, warum nicht noch ein mal bei euch.
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Der Tiger von New York
Der Tiger von New York von Frank Silvera (DVD - 2008)
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