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49 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Uneingeschränkt empfehlenswert, 11. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Streichquartette - The String Quartets - Les Quatuors À Cordes (Audio CD)
Ähnlich wie bei Beethovens Klaviersonaten, Sinfonien und Klavierkonzerten hat man auch bei den Streichquartetten in punkto Gesamteinspielung die Qual der Wahl. Neben den schon sehr zahlreichen verfügbaren Gesamtaufnahmen tummeln sich auf dem Gebraucht-CD-Markt sicher noch einmal so viele Alternativ-CD-Boxen.
"Die beste Einspielung" von Beethovens Quartetten kann demnach, sein wir ehrlich, kein musikbegeisterter Laie - und wohl auch nur die wenigsten Profi-Musikkritiker - ernsthaft ausweisen. Zu groß ist die Angebotsfülle, zu komplex und gehaltvoll ist Beethovens fantastische Musik, als das man sie mit einem kurzen "die ist es!" so einfach abtun könnte. Dennoch kann man wohl Eines sagen: Ähnlich wie sich sowohl Publikum und Kritik in den Achtziger Jahren unisono mit der grandiosen EMI-Einspielung des Alban Berg Quartetts anfreunden konnten, dürfte es auch mit der hier vorliegenden aktuellen Einspielung gehen. Das Gewandhaus-Quartett musiziert auf denkbar höchstem Niveau.
Das "Harfenquartett" op. 74, als Beispiel, ist bei vielen Gesamteditionen ein schwieriger Fall, verbirgt sich doch hinter der oberflächlichen Heiterkeit des Stücks eine unwahrscheinlich komplexe Arbeit mit den musikalischen Themen. Selten habe ich in diesem Fall eine dermaßen glückliche Kompromisslösung gehört, bei der die Heiterkeit erhalten bleibt, während trotzdem buchstäblich jedes winzige Motiv fein herauszuhören ist. Diese Aufnahme erhielt wohl nicht umsonst den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik.
Diese beachtliche spieltechnische Leistung des Gewandhausquartetts wird dankbar unterstützt von einem über weite Strecken weit überdurchschnittlichen Aufnahmeklang, der lediglich bei den späten Quartetten etwas zu hallig erscheint.
Wie gesagt: Die ideale Gesamtaufnahme der Beethoven-Streichquartette gibt es nicht. Zu vielschichtig ist das umfangreiche Oeuvre, dass der Komponist hinterlassen hat, als das es von einer einzigen Quartett-Gemeinschaft vollständig zufriedenstellend abgedeckt werden könnte. Neben der erwähnten Gesamtaufnahme des Alban Berg Quartetts (EMI), der klangtechnisch famosen Aufnahme des Cleveland Quartetts (Telarc) und der (leider unvollständigen Einspielung) des Yale Quartetts aus den 1970ern (z. Zt. Brilliant Classics) ist der vorliegende Beethovenzyklus des Gewandhausquartetts so ziemlich das Beste was ich kenne. Auf jeden Fall dürfte die Box hinsichtlich Ausgewogenheit zwischen Interpretation und Aufnahmequalität unschlagbar sein. Daher: Fünf Sterne - Uneingeschränkt empfehlenswert!
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aus der Flut von Beethoven Zyklen Hervorragend!, 7. Dezember 2011
Von 
J. F. Laurson (Washington, DC United States) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Streichquartette - The String Quartets - Les Quatuors À Cordes (Audio CD)
Edit: February 2013
Die neue Ausgabe dieser Sammlung (unter dem gleichen Amazon ASIN Code verkauft) ist nun in einer Regalfreundlichen Box zu haben. Dafuer hat das umfangreiche Begleitbuch dran glauben muessen... welches nun in Form zweier PDF Dateien auf einer CD-ROM beiliegt. Die stabile Box haelt die 10 CDs in individuell beschrifteten stabilen Papp-'sleeves'. Damit ist die Empfehlung nun doch wohl uneingeschraenkt.

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Uneingeschraenkt empfehlenswert? Nein. Eine Einschraenkung fuer den CD-Sammler ist in der zwar hochwertigen, aber Formateigentuemlichen Verpackung zu finden. NCA will oder wollte mit den auf diese Weise verpackten CD Sammlungen im Buchmarkt eine Nische finden -- mit dem Resultat das die hohe, schlanke Box, wie man sie auch dreht und wendet, nicht ins Regal neben die anderen Beethoven CDs passt.

Das waere an sich kein Abwertungsgrund wenn es nicht so viele andere Beethoven-Zyklen gaebe die nicht unbedingt schlechter sind als der vom Gewandhaus Quartett, und dabei handlicher sind.

Dann wiederum sind es *so* viele Gesamteinspielungen auch nicht, die ans Gewandhaus Quartett herankommen. Als Referenz wuerde ich die Aufnahmen hier nicht bezeichnen, aber das hauptsaechlich weil die Geschmaecker einfach zu verschieden sind -- und sich mit der Zeit ja immer aendern. Die moderne Art des kantigen, robust-herzhaften Zugreifens bei Beethoven, bei gleichbleibender Praezesion und Durchsichtigkeit wird vom Prazak Quartet (Praga, SACDs) und vom Takacs Quartet (Decca I, II, III) bestens vertreten. Wer es in gerade noch gutem Klang, aber "Es-war-einmal" Sinnlichkeit, haben will, der kommt um die wunderbar-musikalische zweite Aufnahme des Quatuor Vegh (naive) nicht herum.

Dazwischen, davor, und danach tummeln sich nicht weniger als

Artemis, Budapest I, II, Emerson, Italiano, Borodin, Orion, Wihan, Endellion, Suske, Guarneri I, II, Lindsay, Alexander I, II, Mosaiques (in progress), Alban Berg, Cleveland, Hungarian, Tokyo I, II, Vegh I, Leipzig, Bartok, Amadeus, Vlach, Taneyev, Kodaly, Medici, Orford, Vermeer, and Juillard I & II.

Vermeer, Alexander I & II, Alban Berg, Emerson, Cleveland, Lindsay, Guarneri II, Juilliard II, Tokyo I & II (um nur die Zyklen zu nennen die sich annaehernd vergleichen lassen und die ich auch kenne) lassen die Gewandhaeusler aus veschiedensten Gruenden hinter sich... so z.B. den deutlich waermeren Ausdruck als ABQ und Emerson, die zwar praeziser, aber z.T. auch Blutleerer spielen (ohne aber die Roentgen-aehnliche Transparenz des Hagen Quartets zu erreichen). Alexander und Vermeer sind nicht durchweg erfolgreich; so kann bei Alexander II das op.18 set mit allem auf dem Markt mithalten, faellt aber dann stark ab. Bei allen Stilistischen Unterschieden der Quartette spielt das Gewandhaus Quartett auf gleichbleibend hohem Niveau. Dabei ist die Intonation sicherer als z.B. beim "The Lindsays" und die Klarheit leidet nicht, so wie bei den spaeten Quartetten im Tokyo II set. (Harmonia Mundi)

Fuer mich nimmt die Aufnahme des Gewandhaus Quartettes eine (gesunde) interpretatorische Mittelposition ein, und in dieser dichten Konkurrenz sticht es durch Ausdrucksstaerke bei gleichzeitiger Praezesion und durch grosse Ausgeglichenheit als eine der besten Gesamtaufnahmen hervor.

Entsprechend Ihrer Regalgroesse waermstens empfohlen... und ein guter Partner neben [Takacs oder Prazak], Vegh und Juilliard I.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Referenz trotz großer Konkurrenz, 17. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Streichquartette - The String Quartets - Les Quatuors À Cordes (Audio CD)
Das Gewandhaus-Quartett hat für diese Einspielung sämtlicher Streichquartette schon viel Lob und einige Preise erhalten, und dies absolut zurecht. Beethovens meisterliche Kammermusikwerke werden mit technischer Brillianz und großer Gestaltungskraft gespielt. Es macht einfach große Freude, den Leipzigern zuzuhören!

Die Gestaltung des CD-Packs ist hervorragend, das darin enthaltene Heft äußerst informativ. Die CD-Beilage mit Aufnahmen früherer Formationen des Gewandhaus-Quartetts ist aus historischer Sicht sehr interessant und beweist, das die Gewandhausmusiker in allen Generationen hervorragende Musiker waren.

Wen dies alles immer noch nicht überzeugt, der wird sich vielleicht über den überaus kleinen Preis freuen.

Trotz großer Konkurrenz anderer hervorragender Streichquartette ist dies alles für mich Grund genug, von einer Referenz zu sprechen!
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10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Weltgeist im Gewandhaus, 31. Juli 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Streichquartette - The String Quartets - Les Quatuors À Cordes (Audio CD)
Ludwig van Beethoven hat ja bekanntlich Großartiges geleistet und mit seinen Kompositionen neue Maßstäbe gesetzt. Seine Verdienste im Bereich des Streichquartetts aber können gar nicht genug gerühmt werden. Hört man sich das letzte vollständige Streichquartett Joseph Haydns an und danach die Große Fuge, so wird man es nicht für möglich, dass zwischen diesen beiden Kompositionen nur rund 30 Jahre liegen.
Bei der Auswahl der Gesamteinspielungen hat man die Qual der Wahl. Aber neben der Einspielung des Alban Berg Quartetts ist es vor allem die vorliegende des Gewandhausquartetts Leipzig, die besonderes Lob und besondere Anerkennung verdient.

Schon die sechs frühen Quartette op. 18 sind bemerkenswert. Auch wenn sie unter einer Opuszahl veröffentlicht wurden, so könnten sie doch verschiedener kaum sein. Das D Dur Quartett und das F Dur Quartett wurden als erste komponiert. Aber bereits hier wird der Hörer mitgerissen durch die schnellen Tempowechsel in den Kopfsätzen und die Ausdrucksintensität in den langsamen Sätzen. Die Werke sind unkompliziert und effektvoll, verdienen hohes Lob. Auch im Streichquartett festigte Beethoven das Scherzo anstelle des alten Menuetts.
Das A Dur und das G Dur Quartett legen Zeugnis davon ab, dass sich der Komponist eingängig mit seine zwei großen Vorfahren Mozart und Haydn und deren Quartetten beschäftigt hat. Diese beiden Werke konzipierte er dementsprechend ähnlich zweier großer früherer Streichquartette: Das A Dur Quartett ist angelehnt an Mozarts wundervolles Quartett KV 464, das G Dur Quartett an Haydns geniales Quartett op. 77,1. Dementsprechend ist der langsame Satz des A Dur Quartettes ein üppiger Variationssatz. Auch sonst sind diese Werke stark ambitioniert und zielstrebig.
Das Quartett in c moll entbehrt leider eines wirklich langsamen Satzes, ist aber ansonsten von traurigem Ernst und aufbrausender Leidenschaft geprägt. Auch das wundervolle B Dur Quartett beweist, dass Beethoven es schon sehr früh verstand, Großes zu leisten. Nach drei ausgelassenen Sätzen folgt plötzlich die Melancholie, die den Finalsatz wie ein Motto durchzieht und auf die späten Quartette vorausweist.

Mit seinen mittleren Quartetten sprengte der Meister bereits die Genregrenzen. Die drei Razumovsky Quartette op. 59 sind bezüglich ihres Umfangs und ihrer technischen Anforderungen beim zeitgenössischen Publikum alles andere als freundlich aufgenommen worden. Diese drei herrlichen Stücke übertreffen bereits Haydn und Mozart um Längen. Das freundliche F Dur Quartett hat einen ausgeklügelten Kopfsatz und ein tiefsinniges Adagio. Bereits an die zweite Stelle stellt Beethoven hier ein zierliches Scherzo.
Das tief traurige e moll Quartett überrascht durch einen feurigen ersten Satz, der abwechselnd von leidenschaftlichen Exzessen und milder stimmenden Passagen durchzogen wird. Auch hier ist das pathetische Adagio das Herz. Das mäßig langsame Scherzo ist ebenso zutiefst traurig. Im Finale lässt Beethoven den Hörer durch die Hölle reiten, um im Himmel heraus zu kommen.
Das schlichte C Dur Quartett eröffnet mit einer umfangreichen Einleitung, die in ein ausgelassenes Allegro mündet. Scherzo und langsamer Satz überzeugen, aber vor allem das Finale mit seinen überraschen Dur Moll Wendungen berauscht in seinem Einfallsreichtum.
Das Harfenquartett in Es Dur op. 74 ist Beethovens bekanntestes Streichquartett. Kein Wunder, denn das Werk, das ursprünglich in einer Gruppe mit zwei anderen Stücken publiziert werden sollte, strotzt vor Freude und Vitalität, ist in keiner Weise schwer zu erschließen. Seinen Namen verdankt es der Tatsache, dass im feurigen Kopfsatz alle Streicherstimmen im Hauptthema gezupft werden. Das liebliche Adagio macht Platz für ein schroffes, ernstes Scherzo. Einen Kehraus gibt es nicht, dafür einen herrlichen Variationssatz.
Unter seinen Streichquartetten das knappste und schroffste ist op. 95 in f moll mit dem Beinamen Serioso". Das kantige, krachende Eröffnungsthema kann nicht gelindert werden. Zwar scheint es im langsamen Satz eingeschläfert zu werden, doch die herausbrechende Leidenschaft des Scherzos lässt keinen Zweifel über die Existenz eines Schmerzes aufkommen. Nach einer langsamen Einleitung folgt das Allegretto agitato des Finals, das sich in ein erbarmungsloses Presto steigert.

Kurz vor seinem Tode komponierte Beethoven fast nur noch Streichquartette. Diese beschreiben einen eigenen Kosmos, sind unheimlich schwer zu erschließen, bis heute zeitlos, schreiend modern. Er verlieh ihnen auch dadurch besonderes Gewicht, dass er sie alle einzeln veröffentlichen ließ. Das Es Dur Quartett op. 127 ist noch das unkomplizierteste. Das einleitende, schlichte Maestoso durchzieht den eigentlich fröhlichen Kopfsatz wie ein Motto und kulminiert schließlich zu einem packenden Höhepunkt. Der viertelstündige langsame Satz ist in Form eines großen Variationszyklus gehalten. Das Scherzo und das Finale sind in ihrer Formanlage ähnlich, da sie nach einer zahmen Hinführung einen kernigen Höhepunkt bieten.
Das B Dur Quartett op. 130 ist gewiss der schrillste, modernste und, ja, abgefahrenste Quartett Beethovens. Dem ernsten Kopfsatz schiebt der Komponist ein Adagio vor, das - wiederum - den Satz mottoartig gliedert. Das beinahe atonale Presto weist bis auf Bartók voraus. Nach einem kurzen, langsameren Satz folgt ein deutscher Tanz - Beethoven war ein Meister des Einfalls. Die späten Quartette sind teilweise mehr als viersätzig konzipiert - und so auch op. 130. Den fünften Satz bestreitet eine unglaublich ausdrucksintensive Cavatina, deren Wechsel nach Moll immer wieder berückend wirkt. Erst das Finale steht wieder in B Dur und ist wohl der eingänglichste Satz aller späten Quartette. Aber das eigentliche Finale für dieses immense Quartett war die Große Fuge op. 133 - ein monumentaler Satz, der sich zuerst schroff, dann traurig und schließlich strahlend zeigt und bis heute kaum verstanden wird -, den Beethoven auf Anraten seines Verlegers durch ein leichtfüßigeres Finale austauschte.
Für sein bestes Quartett hielt der Meister op. 131 in cis moll und tatsächlich handelt es sich zumindest um sein tiefsinnigstes. Die sieben Sätze gehen allesamt attacca ineinander über. Nach einer expressiven, tief traurigen Fuge, folgen zwei schnellere Sätze, von denen man meinen könnte, dass über ihnen ein Schleier liegt. Die Melodien wirken wir im Traum, auch der üppige Variationssatz - ein nimmer enden wollender Quell an Harmonie und Vielfalt - und das Scherzo muten dergestalt an. Erst mit den düsteren Melodien des sechsten Satzes, der zum wilden Finale überleitet, scheint der Film aufzuklaren. Das Finale selbst ist leidenschaftlich dämonischer Ritt, der keine Gnade zu kennen scheint, bis sich gegen Ende plötzlich die Schleusen zum Himmel aufzutun scheinen und dieses gewaltige Werk brillant endet.
Sein umfangreichstes Quartett komponierte Beethoven mit op. 132 in a moll. Der unglaublich, schockierend traurige Eröffnungssatz wird durchzogen von der einleitenden Thematik. Wesentlich einfacher und lieblicher wirkt der zweite Satz, bis plötzlich in seinem Kern ein Intermezzo eintritt, das an die Trauer des Kopfsatzes gemahnt. Dann folgt eines der drei größten Adagios des Meister - neben dem aus der Neunten und dem aus der Hammerklavier Sonate: der heilige Dankgesang. Nach dieser transzendentalen Viertelstunde folgt ein Freudenmarsch, der ohne Unterbrechung das ernste, leidenschaftliche Finale einläutet.
Über alle Zweifel erhaben ist auch Beethovens letztes Streichquartett in F Dur op. 135. Der komplexe Kopfsatz und das dämonische Vivace überraschen immer wieder in ihrer schlichten Verknappung der Mittel. Der ausschweifende langsame Satz steht in krassem Kontrast dazu. Das kurze Quartett endet mit dem schwer gefassten Entschluss", der wohl eher frotzelnd als ernst verstanden werden sollte.

Als Zugabe gibt's Beethovens eigenhändiges Arrangement der Klaviersonate op. 14,1 E Dur für Streichquartett. Auch wenn dieses Stück spritzig und einfallsreich wirkt, so bevorzuge ich doch die Variante für Klavier.

Die Einspielung des Gewandhausquartetts Leipzig ist phänomenal. Die Konstellation besteht seit fast zwei Jahrhunderten immer aus den ersten beiden Geigern, dem ersten Bratschisten und dem ersten Cellisten des Gewandhausorchesters. Dementsprechend harmonisch ist das Zusammenspiel. Die vier legen eine Gesamteinspielung fast komplett ohne Makel vor und bieten diesen gewaltigen Zyklus von Streichquartetten punktgenau und nuancenreich dar. Das scharf akzentuierte Spiel zollt auch den weniger bekannten Quartetten Tribut. Die Aufnahmequalität ist ausgezeichnet.

Auf einer Zusatz CD finden sich zahlreiche interessante Dokumente. Neben kurzweiligen Gesprächen mit ehemaligen Mitgliedern des Gewandhausquartetts sind auch einige Tonbeispiele früherer Quartetteinspielungen versammelt, so zum Beispiel eine von 1916. Dazu gibt's ein fantastisches, übersichtliches und reich bebildertes Booklet.

Fazit: Absolut lohnenswert und für Anfänger geeignet. Das flotte Spiel der Leipziger entschlackt die Werke und zeigt, was sie sind: unverbrüchliche Meilensteine der Musik.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Steichquartette, Gewandhaus-Quartett, 8. Februar 2013
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Rezension bezieht sich auf: Die Streichquartette - The String Quartets - Les Quatuors À Cordes (Audio CD)
Außerordentlich gute Interpretationen, das beste was ich in Sachen Kammermusik von Beethoven gehört habe.
Das beigefügte Booklet ist informativ und sagt viel über die Formationen aus.
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1 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Traum, 20. Juni 2013
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Rezension bezieht sich auf: Die Streichquartette - The String Quartets - Les Quatuors À Cordes (Audio CD)
eine wunderbare Aufnahme, sehr zu empfehlen
eine wunderbare Aufnahme, sehr zu empfehlen
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halt das Gaewandhaus-Quartett
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