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VINE-PRODUKTTESTERam 14. April 2011
Was kann mich dazu bringen einen Film zu lieben, in dem es um einen Mann geht, der sich wie ein absolutes Arsc*loch verhält, eine tiefe Verehrung dem Militär gegenüber hegt und seinen Lieutenant Colonel Rang verehrt wie ein Heiligenbild? Ein Mann, der als die beiden wichtigsten Dinge im Leben angibt: "Erstens: eine Pussi. Dann kommt lange nicht mehr. Und zweitens: ein Ferrari."? Ein Mann, der durch ein enttäuschtes Leben, Alkoholismus und die vollständige Erblindung, ein zynischer, misanthropischer, sexistischer und verbal gewalttätiger Selbstmordkandidat geworden ist?
Ganz einfach: weil er durch Al Pacino verkörpert wird!

Aber das ist natürlich nicht alles. Der Film ist gar nicht so menschenverachtend, wie man dies nach dieser Einleitung meinen könnte und auch unser Colonel Leutnant ist es nicht. Schließlich handelt es sich hier eindeutig um einen Hollywoodfilm. Eigentlich ist es ein Film über die Moral des Lebens. Der Colonel hat seine verloren und der zweite Protagonist, der junge Schüler Charlie, steht gerade am Scheideweg eines Gewissenskonfliktes, der egal wie er sich entscheidet, entweder auch seine Moral ankratzt, oder harte existenzielle Konsequenzen für sein Leben bedeutet.

Aber so beginnt die Story:
Der alternde, designierte Lieutenant Colonel Frank Slade, ist durch seine Erblindung am Thanksgiving Wochenende auf einen Aufpasser angewiesen.
Der junge, aus ärmlichen Verhältnissen stammende, begabte Charlie Simms, besucht mithilfe eines Stipendiums, die renommierte Baird-School in Vermont. Er gerät durch einen Böse-Jungen-Streich am Rektor der Schule, in einen Gewissens- und Loyalitätskonflikt und wird von diesem unter starken Druck gesetzt, die Täter bloßzustellen. Über Thanksgiving hat er Bedenkzeit, dann wartet das Schultribunal auf ihn. Aus Geldmangel hat er einen Job an Land gezogen: Den Aufpasserjob bei Colonel Slade. Auch als er erkennt, dass der ein feindselig-aggressives Verhalten an den Tag legt, ihn ständig unter der Gürtellinie beleidigt, kann er auf das Geld nicht verzichten. Er lässt sich sogar gegen seinen Willen nach New York City schleppen, wo Slade angeblich eine Vergnügungstour machen will. Bald erkennt Charlie, was er wirklich vorhat: Eine Suite in einem Luxushotel, ein exquisites Abendessen, seinen großen Bruder besuchen, mit einer Frau schlafen, einen Ferrari fahren - und als Höhepunkt will Colonel Slade sich in voller Paradeuniform das Hirn rauspusten.
Schon wieder sitzt Charlie in der Gewissensklemme ....

Es hat mir wiederholt unendlich viel Spaß gemacht, diese beiden Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, auf ihrem verrückten, melancholischen und lehrreichen Trip durch New York zu begleiten. Pacino spielt nicht seine Rolle, sondern er lebt und verkörpert Colonel Slade. Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich geglaubt, er wäre tatsächlich selbst erblindet. Man muss bei allem Lob über Pacino, der den Film fast allein bestreitet, auch unbedingt Chris O'Donnell erwähnen, der den unschuldigen und schüchternen Jungen so zurückgenommen spielt, wie dieser Charlie eben auch sein soll. Er spielt die stetige Überforderung Charlies, gegenüber Slade und den Dingen die ihm geschehen, glänzend. Dieser Charlie verliert auf diesem Trip ein wenig von seiner Unschuld und erfährt einige wichtige Dinge über das Leben - nicht nur über die Frauen. Er begleitet den Colonel, widerwillig, aber auch mit wachsendem Respekt, auf dessen Trip, bis zum bitteren Ende. Als der Colonel schließlich an seinem Scheideweg angelangt ist, dröhnt er aus Herzensgrunde: "Ich bin schlecht. Nein, ich bin nicht schlecht. Ich bin scheußlich."

Huah! Martin Brest gelingt hier mit dieser Literaturverfilmung ein Meisterstück und eine Parabel über das Menschsein. Eine One Man Show mit einem furiosen und hypergenialen Al Pacino, in einem durch und durch amerikanischen Film, dessen Ende ein wenig arg ami-pathetisch geraten ist, aber sei`s doppelt und dreifach verziehen! Hollywood halt. :-)))
Die Grundgeschichte des Films ist ein kleiner Geniestreich, wenn auch von italienischen Profumo di donna Original geklaut.
Für diese Rolle erhielt Al Pacino seinen ersten und einzigen Oscar nach 8 Nominierungen! War wohl etwas überfällig. Seit Der Pate I war der Oscar eigentlich regelmäßig Pflicht.... aber da sieht man halt mal wieder, dass diese Verleihung, nett gesagt, nicht ganz ernst zu nehmen ist. :0)

Zur Blu ray:
Vom BILD her ein ziemlich guter Transfer, an dem ich nichts auszusetzen fand. Deutliche Verbesserung gegenüber der DVD. Sehr scharf, sattes schwarz, zurückhaltende ausbalancierte Farbe.
TON ist halt eh nur Stereo, von daher darf man nichts Großes erwarten. Der deutsche Ton ist DTS 2.0 , mehr wäre sinnlos, denn die Synchro liegt, wie gsagt, eh nur in Stereo vor. Auch der englische Ton in DTS 5.1 muss ohne alle Surround-Effekte auskommen. Da der Film aber von Dialogen lebt, isses eigentlich egal.
Ich empfehle natürlich den Originalton, da Pacinos Stimme gigantisch ist! Und guckt mal, wie jung Al am Ende des Films auszusehen vermag, nicht durch die Maske, sondern durch seine Mimik, wohlgemerkt.
Laufzeit 150 Min
Bildformat: 1,85:1
Kein Bonus :-(
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am 20. Februar 2004
Sie sind wie Feuer und Wasser: Der verbitterte, blinde Ex-Army-Colonel Frank Slade und der introvertierte College-Student Charlie Simms. Als sie sich das erste Mal begegnen, ahnt Charlie nicht, dass in den kommenden Tagen sein (Gefühls-)Leben völlig auf den Kopf gestellt werden wird. Denn eigentlich sollte Charlie nur über Thanksgiving auf Slade aufpassen. Doch er hat nicht mit der Reiselust des Blinden gerechnet. Ein Wochenende in New York steht auf den Programm - mit dem Höhepunkt Suizid. Slade hat es satt, seiner Nichte wie ein Klotz am Bein zu hängen und will sich mit seiner ehemaligen Dienstwaffe im "Big Apple" erschießen. Doch dank Chauffeur Manny, der reizenden Donna (mit der Slade einen hinreißenden Tango aufs Parkett legt) und nicht zuletzt dem aus sich hinausgehenden und auf seine Gefühle hörenden Charlie kann Slade von seinen Plänen abgebracht werden. Er revanchiert sich, indem er für Charlie und seine bedingungslose Loyalität vor dem Schulausschuss ein flammendes Plädoyer hält.
Für mich war und ist dieser Film einer der schönsten Filme, den das amerikanische Kino je herausgebracht hat. Im Zentrum des Films steht Al Pacino, der für die überzeugende und nuancierte Darstellung des verbitterten Misanthropen den Golden Globe und den Oscar erhalten hat. Er stellt den Ex-Colonel nicht nur dar, nein, er lebt ihn förmlich. Monatelang hat er sich darauf vorbereitet, er arbeitete auch mit Blindenorganisationen zusammen, um das richtige Verhalten ohne Sehkraft zu erlernen. Und schon alleine die Tangoszene mit Gabrielle Anwar macht den Film sehenswert.
Nicht zu unterschätzen ist aber der Darsteller des Charlie Simms, Hollywoods "letzter Pfadfinder" Chris O'Donnell. Wer glaubt, dass er hier nur als Stichwortgeber für Superstar Pacino fungieren darf, täuscht sich gewaltig. Besonders die Szene, in der er unter Einsatz von Tränen und seines eigenen Lebens Slade vom Suizid abhalten kann, zeigt, wie viel Potenzial in ihm steckt. Zu Recht wurde diese Leistung (für mich die beste in seiner Karriere) mit einer Golden-Globe-Nominierung und dem Chicago Critics Award für den besten Nachwuchsdarsteller honoriert.
Mein Resümée: Zwei hochkarätige Darsteller in einem wunderbaren Film, der zu Herzen geht. Dafür gibt es fünf Sterne und eine unbedingte Kaufempfehlung, auch wenn die DVD an Extras zu wünschen lässt. KAUFEN!!!
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am 30. Oktober 2003
Ein wunderbarer Film mit zwei hervorragenden Schauspielern. Die Geschichte ist elegant erzählt. Zwei Charaktere, die nicht verschiedener sein könnten (blinder Ex-Militär und unschuldiger Schul-Softie) lernen sich in einer kurzen und intensiven Zeit kennen und respektieren. Natürlich geht es nicht ohne Frauen. So poetisch und gefühlvoll dargestellt bilden sie die zwischenzeitliche Nachspeise. Schliesslich kämpfen beide um Ihre Ideale ohne sich ins Unglück zu stürzen. Das ist auch einer der bemerkenswerten Erinnerungen an diesen Film - folge deinen eigenen guten Ideen und Idealen, auch wenn dich die ganze Welt für verrückt hält.
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am 25. Februar 2015
Kein Wunder das Pacino für seine Darstellung des ausrangierten und behinderten Lt. Col. Frank Slade einen Oscar erhielt. Die Figur Slade ist hervorragend gespielt. Ein verbittertes armseliges Ars......, das aufgrund seiner eigens verschuldeten Erblindung zur Hilflosigkeit verdammt sein sollte, es aber trotzdem schafft eine Art starke Fassade aufrecht zu erhalten und dennoch niemals den guten Kern gänzlich verloren hat. Eine auf ihre Art sehr sympathische Figur. Die Story ist spannend und interessant. Ein zu empfehlendes 90er Jahre Drama.
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am 14. August 2003
Dieser Film zeigt einem das Filme auch ohne Mord, Schiessereien, Verfolgungsjagten durch und durch spannend bleiben können.
Ein amüsanter und tief gehender Film, der uns gut zeigt nach welchen Prinzipien unsere Gesellschaft teilweise tatsächlich ausgerichtet ist. Wer Erfolg haben will darf kein Skrupel haben, Verrat wird als Instrument des Karrierewerdeganges gebraucht.
Doch dies bringt der junge Schüler Charlie nicht über sein Herz, der die Schuldigen eines Streiches auf den Direktor der Schule kennt.
Dieser setzt Ihn nun unter Druck und droht ihm, wenn er nicht spreche, würde man Ihn deshalb von der Schule werfen. Er befindet sich nun in einem moralischen Dilemma. Wenn er spricht würde er von dem Direktor an ein bedeutendes College vorgeschlagen werden, wenn nicht so wird er der Schule verwiesen und so seine Zukunft zerstört.
Nun kommt der ex-Offizier Frank Slade ins Spiel.
Charlie sollte eigentlich über das Wochenende auf den blinden, deprimierten, ständig betrunkenen, ex-Offizier aufpassen. Dieser hat jedoch schon völlig andere Pläne. Er will noch einmal sein Leben ihn allen Zügen geniessen und sich anschliessend eine Kugel in den Kopf jagen.
Um die Reise nach New-York zu meistern braucht er, da er blind ist, die Unterstützung von Charlie. Zwischen den beiden entsteht eine Freundschaft die dazu führt das Charlie den Offizier von seinem Vorhaben sich zu töten abhalten kann. Schlussendlich steht Slade, Charlie mit einer grandiosen Rede während der alles entscheidenden Verhandlung bei.
Zitat aus der Rede: " ich habe viele junge Soldaten noch Jünger als die meisten hier, mit ausgerissenen Beinen und Armen gesehen, doch dass ist nicht halb so schlimm wie ein amputierter Geist, für Ihn gibt's keine Prothese. Und dass ist genau das was Sie Charlie mit dem Rauswurf antun.
Das ist nur eine grobe grobe Zusammenfassung, denn der Film ist sehr durchdacht und die Charaktere werden sehr präzise Dargestellt.
Für mich ist dies einer der besten Filme und Al Pacino als Blinder (achtet mal auf seine Augen) in Höchstform.
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am 14. Februar 2013
Ich halte diesen Film für einen der besten mit Al Pacino. Der Film vermittelt Werte, macht nachdenklich, reißt mit. Die deutsche Synchronisation bringt den Charakter des alten Colonels allerdings nicht so authentisch herüber, wie die englische Originalfassung. Besonders die Szene vor dem Disziplinarausschuss der Baird-School sollte man sich auf englisch gönnen! "Are you finished, Mr. Slade?" "No, I'm just gettin' started!"
Ein Film, den man sich immer wieder gerne anschaut.
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am 14. August 2010
...den grauen Geist Colonel Frank Slade und "seinen Ziehsohn" Charlie Simms.

Der aus einfachen Verhältnissen stammende Stipendiat Charlie Simms gerät um seine monetäre Lage aufzubessern, an einen Wochenendjob, der ihn mit der Aufgabe betraut auf den verbitterten Colonel Frank Slade, ein desillusionierter Vietnam-Veteran, der seinen Platz in der Welt schon lange verloren zu haben meint und sein Leben in einem Meer von Alkohol fristet, ein Auge zu werfen.
Colonel Frank Slade sieht seine Zeit als abgelaufen an und plant noch einmal den schlummernden Lebenmann in ihm zu wecken und seine Leidenschaft für Essen, Zigarren, Tanz und vor allem Frauen in New York City zu frönen, ehe er sich klandestin aus dieser Welt stiehlt.
Dieser Vergnügungskurztrip nach New York City mündet indes in einer gar symbiotischen Beziehung zwischen dem Colonel und Charlie, die dem resignierten Solitär hilft, Anhänger einer alten Welt voller Solidarität, Loyalität und Integrität, seinen verlorenen Lebenswillen zu reanimieren und die Ideale und Werte des jungen Charlie Simms bekräftigt.
Die zu Beginn abwehrende Haltung von Frank Slade, der hinter Charlie Simms eine gestriegelte Stereotypie eines Elite-Studenten - verwöhnt, angepasst, geld-/machtorientiert - vermutet, weicht dem Bild eines tapferen, prinzipienbehafteten und empathischen jungen Mannes, der ihm einen Ausweg aus seinem Dilemma aufzeigt.

Das kinematographische Werk ist ein mitreissendes Plädoyer für die Hochhaltung scheinbar anachronistischer Werte wie Prinzipienhaftigkeit und Integrität und gegen die Verdrängung dieser Werte durch einen Menschenschlag, repräsentiert von der Führungsriege, durchdrungen von Denunziantentum und machtbesessenen Opportunismus.
*5 Punkte*
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am 8. April 2007
Dieser Film wanderte primär in mein DVD-Regal aufgrund der Tatsache, dass ich ein Al Pacino "Fan" bin und ich seine schauspielerischen Leistungen sehr schätze. Mit diesem Film zusammen "schafften" es auch Frankie & Johnny sowie Insomnia, von mir gekauft zu werden, allerdings würde keiner dieser beiden Filme auch nur eine annährend so hohe Bewertung von mir erhalten wie dieser hier.

Die Story handeln von einem jungen Mann, welcher an einer Eliteuni studiert via Stipendium, seine Eltern sind arm, und seine sogenannten Freunde sind reich und trietzen ihn mit den Annehmlichkeiten, welche sie im Vergleich zu ihm genießen könnnen. Eines Tages wird dem "Schulleiter" ein Streich gespielt von 3 seinen Bekannten, und es wird bemerkt, dass er und ein anderer diesen Vorgang bemerkt haben. Daraufhin wird er als einziger bedroht von der Schule geschmissen zu werden, wenn er nicht gesteht, welche Schüler/Studierenden das Attentat begangen haben, da seine Eltern als einzige kein Geld/kein Einfluss auf die Institution ausüben können. Außerdem wird versucht, ihn zu bestechen mit einem Stipendium für Harvard, wenn er die Schuldigen beim Namen nennen sollte, was aber gegen seine Gesinnung spricht. An einem Wochenende nimmt er einen Job an, bei welchem er auf einen blinden, sich aus dem Dienst befindlichen Colonel(Al Pacino) aufpassen soll, währenddessen seine Familie wegfährt. Der Colonel ist aufgrund seiner Blindheit und seinem "erbärmlichen Leben" verbittert, trinkt relativ viel und hat kaum/keinerlei Lebenshoffnung mehr. Er "entfürht" unabgesprochen den Jungen nach New York, wo die beiden sich näher kennen lernen und einige Unternehmungen absolvieren. Der Junge denkt dort ständig an seinen Verbleib auf der Uni, welchen er einfach erreichen könnte durchs verpetzen der Täter, währenddessen sich der Gemütszustand des blinden sich ebenfalls immer weiter verschlechtert und in Richtung Depression "schlendert".Im Laufe der Zeit wird klar, dass er sich am Ende dieses Wochenendes das Leben nehmen möchte. Der Junge möchte ständig wieder zurück in sein College, da er das Problem möglichst bald regeln möchte, aber vorerst gelingt es dem Colonel, es ihm in N.Y. zu halten. Als er gehen darf, nämlich in dem Moment als er sich töten möchte, bleibt der Jugendliche und hält Frank Slade davon ab, sich zu töten. Zurückgekehrt in die Heimat der beiden gibt es wegen des Vorfalls an der Uni eine Anhörung, in welcher der junge Freund des Colonels aussagen soll, um seinem Platz zu behalten bzw. sogar nach Harvard aufzusteigen. Zur Überraschung seinerseits bzw. aller kommt der Colonel ihm zur Hilfe und vertritt ihn mit einem Plädoyer, welches letztenendes die "Jury" zu der Entscheidung kommen lässt, dass er nicht für sein Verhalten, die Täter nicht zu verpfeifen, bestraft werden kann, sondern dass es eine eher charakterlich löbliche Tat gewesen sei. Der Colonel, welcher sich die meiste Zeit rüde und verbittert aufgeführt hatte, trifft endlich eine Frau, mit welcher sich mehr anbahnen könnte, und hat sich in der Zeit mit dem Jungen auch aus seiner Unfreundlichkeit und Verbitterung ein wenig gelöst, währenddessen der Junge von der Stringenz des ehemaligen Militärmitgliedes profitierte, da er bereit ist, den unbequemen Weg zu wählen und seine Werte/seine Einstellung zu vertreten. Der Film heißt der Duft der Frauen, da der Colonel es aufgrund seiner Blindheit gelernt hat, verschiedene Seifen/Parfums/Düfte an Frauen zu identifizieren, welche sie tragen. Außerdem ist er ein Frauenliebhaber ohne gleichen, dies sei das einzige was ihn die Jahre über am Leben gehalten habe.

Der Film profitiert natürlich in unglaublicher Art und Weise von der one man show Al Pacino, welcher hier meiner Ansicht nach vollkommen zurecht den Oskar erhalten hat. Er mimt den verbitterten Blinden auf eine unnachahmliche Art und Weise und drückt dem Geschehen seinen Stempel auf, endend in dem Plädoyer für seinen jungen Freund. So traurig seine Situation auch sein mag als einsamer, blinder, trinkender Mensch, so sind seine fluchenden und direkten Aussagen dennoch stark belustigend(wobei man darüber je nach Lebensansicht sicher geteilter Meinung sein kann). Nichtsdestotrotz ist der Film nicht nur lustig, sondern auch vorallendingen traurig/bedrückend aufgrund der Misslagen der beiden Personen, aus welchen sie sich gegenseitig in der Lage sind, sich rauszuziehen. Das Ende ist welches zwar sehr versöhnlich ist, was mir in den meisten Fällen nicht gefallen mag, allerdings hier allzu angebracht und auch nur halbversöhnlich ist, bildet den Schlusspunkt dieses Filmes, welcher nicht nur(wenn auch vorallem) aus Pacinos schauspielerischen Leistung besteht, sondern auch mit einer gleichzeitig ergreifenden, teilweise lustig erfrischenden Geschichte bestechen kann, welcher von mir uneingeschränkte 5 Sterne erhalten kann. Er ist zwar kein Meilenstein der Filmgeschichte, wie es ein Cineast erwarten möge, allerdings durchaus ein starker Film ohne extrem viele Besonderheiten abgesehen von der Kunst des Hauptdarstellers.

Die DVD weist keinerlei Besonderheiten auf, außer der multiplen Sprachen, welche existieren, allerdings ist Ton und Bild auf jeden Fall uneingeschränkt empfehlbar, weswegen ich hier nur eine klare Kaufempfehlung aussprechen kann.
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am 2. Juli 2009
... ist schon wieder etwas her, dass ich den Film angesehen habe. Was ich erinnere: Wie Al Pacino blind durch die Straßen rast - kann man gar nicht beschreiben - und dieser Blick des Durchgeknallten. Die pure Lust! Toll auch das Duo: der mit allen Wassern gewaschene Al Pacino und der gutgläubige naive Jüngling, der ihn begleiten soll. Muss mir mal den Film wieder ansehen!
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am 1. Juni 2012
Al Pacino mit dem Charisma eines Stars und dem technischen Können eines methodisch geschulten Darstellers, verkörpert auch in diesem Film ein starken Karakter mit einem dramatischen Hintergrund.Der Film ist nicht nur lehrreich sondern auch besonders Humorvoll.

Hinweis: Al Pacino bekam 1993 den Oscar als bester Hauptdarsteller
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