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am 8. April 2009
Nach "Songs from the Wood" und "Heavy Horses" ist "Stormwatch" die letzte Scheibe von Tulls Folk-Phase. Es ist das letzte Album auf der die langjährigen Bandmitglieder John Evans, David Palmer und Barriemore Barlow zu hören sind. Auch der zu dieser Zeit erkrankte (und später verstorbene) Bassist John Glascock ist nur bei 3 Stücken dabei (Orion, Flying Dutchman und Elegy), bei den anderen Stücken greift Ian Anderson persönlich in die Bass-Saiten.
Auch wenn "Stormwatch" vielleicht ein wenig schwächer ist als die beiden Vorgänger Alben, so ist es doch ein weiteres Highlight in Tulls Discographie. Insgesamt ist der Grundton dieser Scheibe eisiger und düsterer, nun Titel und Cover ließen es erwarten!
Herausragend ist vorallem "Flying dutchman" eine über 7 minütige Ballade mit großartigen eingestreuten Gitarrenriffs und einer Art Seemannstanz im Mittelteil. Mit dem folkigen "Warm Sporran" und dem melancholischen "Elegy" sind zwei Instrumentalstücke vertreten.
"Dark Ages"(9 min !) und "Something on the move" sind wieder härtere Songs, die Tulls großartige Prog-Rock Ambitionen unterstreichen. "Orion" rockt melodisch und "Dun Ringill" überzeugt mit akustichen Elementen. "Old Ghosts" und "North sea oil" verdichten die Atmosphäre des Albums. Insgesamt ist dieses Album ein würdiger Ausklang der Trilogie.
Vom folkloristisch verspielten und sehr ausgefeilten Album "Songs from the wood" über das rurale und kräftige "Heavy horses" bis hin zu diesem Album man sollte unbedingt alle 3 im Plattenschrank haben ! Das ist Jethro TullŽs Folk-Phase.
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TOP 1000 REZENSENTam 29. November 2014
Im Backkatalog der britischen Prog-/Folk-/Blues-/Classic-Rocker Jethro Tull um den uneingeschränkten Mastermind und Flötenderwisch Ian Anderson gibt es,wie bei anderen Bands auch,Alben,die gemeinhin als herausragend eingestuft werden (zB "Aqualung","Songs From The Wood","Thick As A Brick"),Alben,die allgemein als schwächelnd gelten (zB "Under Wraps","J-Tull Dot Com"),Alben,die extrem polarisieren ("A Passion Play") und die graue Masse,die kaum mal als ganz oben oder ganz unten eingeordnet wird;Alben,die als gut,solide empfunden werden,aber im Vergleich zu den Masterpieces dann doch vermeintlich deutlich abfallen (zB "Minstrel In The Gallery","Warchild")
Daß auch die allgemein ungeliebteren Alben ihre Fans haben und die angeblichen Top-Alben ihre Verächter,ist klar,ich meine den Trend.
Während ich bei anderen Bands die durchschnittliche Rangfolge der Alben oft ganz anders sehe,als die Masse der Hörer,kann ich die mehrheitlichen Einstufungen der JT- Hörer zumeist nachempfinden,zumindest nachvollziehen.
Eine ganz große Ausnahme ist jedoch das 1979 veröffentlichte "Stormwatch",das grundsätzlich bei den weniger gelungenen Arbeiten der Band eingruppiert wird,was ich völlig anders sehe/ höre.
Es ist das letzte Album in der Besetzung Anderson/Barre/Glascock/Barlow/Palmer,da Bassist John Glascock starb und da Anderson sein folgendes Album,das eigentlich als Solo-Album geplant war,auf Druck der Plattenfirma unter dem Namen Jethro-Tull veröffentlichen mußte und daher kurzerhand die Musiker,mit denen er gerade arbeitete,zu Jethro Tull-Mitgliedern ernannte,während die anderen (außer Gitarrist Martin Barre) einfach raus waren.
Barriemore Barlow zog sich depressiv zurück und David Palmer ließ sich zur Frau umoperieren.
Unabhängig vom unschönen Ende dieser kreativen Zusammenarbeit der genannten Musiker ist der musikalische Abschluß,"Stormwatch",qualitativ sehr erfreulich.
Auch hier sind wieder Einflüsse des Folk-Rock deutlich wahrzunehmen,Prog-Rock-Elemente,Longtracks,ruhige,elegische Stücke,knackigere Rockmusik,auch mit Querflöte und vieles,was an die Vorgänger erinnert.
An der Qualität und der Umsetzung der Kompositionen (wie immer fast nur von Mastermind Anderson) gibt es kaum etwas auszusetzen,auch,wenn "Stormwatch" etwas ernster,kühler wirkt,als die beiden Vorgänger;was aber zum Thema kalte Nordsee,Bohrinseln,Ausbeutung und Verschmutzung der Umwelt usw durchaus paßt.
Nach "Stormwatch" experimentierte Anderson verstärkt mit elektronischen Klängen,programmierten E-Drums ua,was auf eher wenig Gegenliebe stieß.Später kehrte er zwar zurück zu organischeren Klängen,erreichte für mich aber nicht mehr den Drive,den Spirit,die Klasse älterer Alben.
Und genau deshalb gehört "Stormwatch" für mich zu den besseren Scheiben der Band;es ist,was das Feeling,die Atmosphäre angeht,vom alten Schlag,und hebt sich auch von guten,aber etwas uninspirierteren älteren Alben,wie "Minstrel In The Gallery" ab.Und von den "neueren",wie "Catfish Rising","Roots To Branches" noch mehr.Diese wirken professionell eingespielt,die Melodien und Rhythmik sind OK,es gibt nichts zu meckern,aber sie wirken nicht mehr so spannend,frech,anders,impulsiv.
Für mich gehört "Stormwatch" nicht in die Favoritengruppe für das beste JT-Album überhaupt,aber eindeutig zu den besseren Platten der Band.
Deshalb mein Tip:
Musik ist zwar immer Geschmackssache,aber wer ältere Sachen von Tull kennt und mag,sollte sich von den durchwachsenen Kritiken nicht abschrecken lassen und dieser (für mich) unterschätzten Scheibe unbedingt eine Chance geben.
Klangtechnisch ist alles auf erfreulichem Niveau.Daß die erste CD-Serie im Vergleich zur gut klingenden Vinyl-LP geradezu erschreckend abfiel,ist kein Problem mehr,da mit dem Remastering von 2004 großartig Abhilfe geschaffen wurde.
Der Klanggewinn ist beeindruckend,die Dynamikwerte wurden auf hohem Niveau belassen,es sind keine Übersteuerungen vorhanden,der Klang wurde nicht auf "spektakulär" getrimmt.Ein überaus gelungenes Remastering!
Und dazu gibt es noch 4 Bonustracks (keine Demos,Live-Stücke oä).Es sind zusätzliche Studio-Tracks.
Eine sehr faire,tolle Neuveröffentlichung dieses guten alten Stücks Rockhistorie.
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VINE-PRODUKTTESTERam 21. April 2011
Ich werde niemals das Hamburg-Konzert 1980 während der STORMWATCH-Tour vergessen. Es war so großartig! Und wenn ich mich richtig erinnere, dann haben sie damals mindestens fünf Songs des Albums gespielt.

Was für eine dramatische Formverbesserung bedeutete diese Scheibe nach dem schrecklich uninspirierten TOO OLD TO ROCK'N'ROLL: TOO YOUNG TO DIE! von 1976 und den darauf folgenden beiden netten Fluchten ins beschauliche Landleben mit SONGS FROM THE WOOD und HEAVY HORSES, wo es um Motten, eine braune Maus, die Mäusepolizei und einen Wetterhahn ging.

Dies aber waren endlich wieder Jethro Tull pur, und das heißt Progressive-Rock auf ihre ganz eigene Weise: faszinierend, polarisierend, ernsthaft, gelegentlich ironisch, kurz: unkopierbar. Für mich ist STORMWATCH eines der besten Tull-Alben überhaupt, obwohl es in Deutschland lediglich Platz 28 und in ihrer Heimat England nicht einmal die Charts erreichte! Wir erinnern uns: Es war die Ära von Disco, Punk und New Wave. Letzterem zollte Ian Anderson dann mit dem nächsten Tull-Album A seinen Tribut.

Knapp fünf Sterne für dieses leider stets ein wenig stiefmütterlich behandelte Juwel.
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am 3. Mai 2003
Zugegeben: Nach dem ersten Durchlauf von STORMWATCH, dem letzten und vielleicht kraftstrotzendsten Folk - orientierten Album von Tull, konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Tull versucht haben, ihr sehr erfolgreiches Vorgängeralbum HEAVY HORSES zu kopieren, während sie offensichtlich das Interesse am Folkrock langsam verloren haben, ein Metier, in dem sie sich zuvor sehr wohl gefühlt haben und das sie auch meisterlich beherrschten, dessen Potential für Kreativitätsschübe sich allerdings mit STORMWATCH entgültig erschöpfte. Daher klingt STORMWATCH zunächst wie ein lauwarmer Aufguss von HEAVY HORSES, ohne allerdings dessen Beschwingtheit und Melodiösität zu besitzen, dafür klingt es ungleich rockiger, düsterer, allerdings leider auch holpriger und abgehackter, was allerdings nicht als Kritik aufzufassen ist. Die Heavyness von AQUALUNG, die progressiv-epische Vertracktheit von PASSION PLAY und das beschwingt-folkloristische von HEAVY HORSES oder SONGS FROM THE WOOD wurden hier verschmolzen, was teilweise auch gelungen ist.
Songs wie das dramatisch-melancholische ORION, das an JACK-IN-THE-GREEN erinnernde, allerdings wesentlich pompösere NORTH SEA OIL, oder das herrliche, langsam treibene Instumental ELEGY, rechtfertigen ohne Frage einen Kauf des Albums, welches nur halt etwas sperrig klingt. Auch das anfangs ziemlich holprige und abgehackte, epische DARK AGES, welches an NO LULLABIES vom Vorgängeralbum erinnert, nur etwas düsterer und vertrackter klingt, hebt das Album weit über den Durchschnitt, zumal dieser nur anfänglich kränkelnde Song nach drei Minuten richtig in Fahrt kommt und dann sehr heavy klingt. Auch das sehr folkloristische und geheimnissvolle, akustische DUN RINGIL, der indirekte Titelsong des Albums, braucht sich nicht zu verstecken, ebensowenig, wie das geniale, klavierorientierte FLYING DUTCHMAN, welcher zweifelsohne qualitativ auch auf HEAVY HORSES gepasst hätte.
Doch leider halten anfangs noch vielversprechende Songs wie HOME oder OLD GHOSTS nicht das, was sie versprechen und driften in die Banalität ab, da die Melodien teilweise an den Haaren herbeigezogen sind, ganz zu schweigen von der Nummer SOMETHINGS ON THE MOVE mit seinem von Deep Purple abgekupferten Riff. Ein weiterer entscheidender Makel liegt darin, dass Tull hier begonnen haben, schwierige Zeiten durchzumachen. Bassist John Glascock verstarb leider während der Aufnahmearbeiten zu diesem Album an den Folgen einer Herzoperation, und das, obwohl er erst Anfang dreißig war. Daher musste Ian Anderson für das Groß der Songs an der Bassgitarre einspringen. Des Weiteren überwarf sich Anderson mit seinem langjährigen Freund und Musikerkollegen John Evans, welcher auf STORMWATCH zum letzten Mal das Klavier und die Hammondorgel spielte. Auch Dirigent und Arrangeur David Palmer, welcher auch die tragbare Pfeifenorgel bediente, verließ nach diesem Album die Band, gefolgt von Lanzeitschlagzeuger Barriemore Barlow, welcher bereits seit THICK AS A BRICK dabei war. Die Band stand damals also vor einer Krise und Anderson schlug daher mit dem Album -A- eine für Jethro Tull ungewöhnliche, elektronische und chartorientierte Richtung ein.
Daher markiert STORMWATCH das Ende einer glorreichen Ära. Des Weiteren sollte der geneigte Käufer beachten, dass der bereits angesprochene Song ELEGY nicht von Ian Anderson, sondern alleinig von David Palmer komponiert wurde, was für Tull mehr als ungewöhnlich ist, behielt doch Anderson immer allein das musikalische Ruder fest in der Hand. Dennoch ist ELEGY eine zeitlose Komposition voller Anmut, die sich zu jeder Festlichkeit spielen lässt, egal ob zu Beerdigungen (vielleicht als Nachruf an den verstorbenen John Glascock), Hochzeiten oder Taufen, eine Tatsache, die Anderson zu jeder Gelegenheit, die sich ihm bietet, den Song live aufzuführen, erwähnt ("You could be born to it-or you could die to it"), wie am 12.7. 2002 in Bochum mit dem Orchester unter James Sloan, der seine Sache übrigens gut machte. Aber genug abgeschweift: Das Album lohnt sich trotz aller Kritik und anfänglicher Makel. NICHT IRRITIEREN LASSSEN!
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am 19. Oktober 2005
Diese Scheibe hier ist die Letzte, die Jethro Tull in bei den meisten Fans so beliebtem rustikalen Folkstil eingespielt haben. Es ist auch die letzte Scheibe, wo der unvergessene John Glascock kurz vor seinem Tode noch am Bass zu hören ist, wenn auch krankheitsbedingt nicht mehr auf allen Stücken. Thematisch hat das rustikale Trio den Weg über Wald, Felder und hier im weitesten Sinne Meer und Küste genommen. Letztlich spiegeln alle diese Platten auch irgendwie Ian Anderson's Interesse an Natur und Umwelt wider. Stormwatch hatte ebenso wie Heavy Horses nicht ganz die kompositorische Qualität wie Songs from the Wood, ich mag aber trotzdem keinen Stern abziehen. Dafür sind einfach zu starke Stücke drauf. Die beiden besten sind auch die längsten Lieder. Dark Ages ist ein 9-minütiges, sehr getragen gespieltes, düsteres (sehr passend zum Titel) Stück. Er reicht ohne weiteres an Heavy Horses heran, ohne diesen allerdings zu übertreffen. Er ist aber deutlich stärker als z.B. No Lullaby. Gleiches gilt in besonderem Maße für Flying Dutchman, nur dass dieser Song nicht die düstere Atmosphäre von Dark Ages hat. Darüber hinaus finden sich wunderbare Stücke, die richtig heimelige Abendstimmung verbreiten, Dun Ringill und Home. North Seal Oil ist ein flotter, akustischer Opener. Die Albumeröffnung findet ihre Fortsetzung im etwas langsameren Orion. Auch zwei Instrumentals finden sich mit Warm Sporran und Elegy, wobei letzterer noch aus David Palmers Feder stammt. Mit Something's on the Move ist für meinen Geschmacj ein Rocker zu wenig auf der Scheibe. Alles in allem kann ich heute nur noch den Kopf schütteln, wie sehr damals auch von Fans die Platte verrissen wurde. Ich frage mich oft, woran das gelegen haben könnte. Einzige Erklärung, die mir da einfällt, dürfte sein, dass in den 70ern und auch noch in den ersten Zuckungen der 80er eine unglaubliche Vielfalt von hochqualitativer Musik veröffentlicht wurde, während heute die Musikmanager bestimmen, wer was veröffentlicht, manchmal unabhängig davon, ob jemand spielen oder singen kann. Stormwatch war jedenfalls Ende der 70er stark unterbewertet und wäre heute eine Hammerveröffentlichung --- Remastered sowieso.
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am 4. Januar 2005
In den 70er Jahren vergnügte sich Jethro-Tull-Frontmann Ian Anderson damit, seine musikalischen Werke in bestimmte atmosphärische Richtungen zu lenken, die zu herrausragenden Alben mit Bezug zu bestimmten Themenbereichen führten.
Dabei stachen besonders die naturverbundenen und ländlich-beschaulich anmutenden Scheiben "Songs from the wood" und "Heavy horses" hervor. Als Nachfolger zu letzterem Werk wurde dann Ende der 70er "Stormwatch" veröffentlicht, ein Album, das sich in diese Reihe einfügt, aber eine völlig andere Stimmung verbreitet.
Es geht um das Meer, und zwar das kalte, stürmische Nordmeer, um alte, verrostete Kähne, um Ölplattformen und um die kalte, klare Nacht voller Sterne am Himmelszelt in den nördlichen Breiten.
Komponist und Sänger Ian Anderson hat es einfach drauf, den Hörer in solche Szenerien zu entführen. Seine Songs bleiben dabei stets eingängig und gefällig, auch wenn sie sich häufig als relativ anspruchsvolle und komplexe Kompositionen entpuppen.
Die eisige, dunkle und leicht unheimliche Atmosphäre von "Stormwatch" weiß natürlich vor allem in der kalten Jahreszeit zu gefallen; es passt mal wieder alles zusammen bei Tull, vom Cover des Albums über die atmosphärische Komponente bis hin zur musikalischen Umsetzung. Letztere ist natürlich durch die bekannten Folk-Rock-Elemente gekennzeichnet, enthält jedoch auch viele E-Gitarren-Passagen.
Die einzelnen Songs sind von konstanter Qualität.
Der Opener "North sea oil" ist ein schwungvolles und eingängiges Stück. Mit "Orion" und "Home" folgen prägnante Melodien und präzise Songstrukturen, bevor das extrem düstere Epos "Dark ages" mit seiner länge von gut 10 Minuten erklingt.
Es folgen das fröhle Instrumentalzwischenspiel "Warm sporran" und das sehr rockige "Something's on the move", woraufhin es den meiner Meinung nach besten weil facettenreichsten Song des Albums "Old ghosts" zu hören gibt, der sowohl über kompositorisch interessante, wohldurchdachte Strophen als auch einen simpel gestrickten, mitreißenden Refrain verfügt.
Der leicht finstere Folk-Song "Dun Ringill" ist dann der Vorbote für "The flying Dutchman", ein langes und spannungsgeladenes Stück, das eine zentrale Stellung im Albumzusammenhang inne hat.
Die wunderschönen Melodielinien des Instrumentals "Elegy" schließen das Album ab und sorgen für einen harmonischen Ausklang eines ausgegorenen Rock-Albums mit viel Atmosphäre und ausgeklügelten Kompositionen.
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HALL OF FAMEam 12. Mai 2004
- North Sea Oil: Elegante und schnelle Gitarrenläufe, verwoben mit einer temperamentvollen Flöte leiten in Andersons Statement von Ölenergie versus Kernkraft ein, damals häufiges Diskussionsthema. Der große Tundra-Eisbär auf dem Cover macht den Kernreaktoren den Garaus.
- Orion: Ein hartes Riff, daß dann langsam in einen ruhigeren Song übergeht. Wem "Aqualung" gefällt ...
- Home: Ein schöner beschaulicher Song mit Martin Barre an der Akustikgitarre. Ähnelt "Fire at Midnight" von 1976.
- Dark Ages: Lang und düster. Ian Anderson spielt Bass und Barlow Snare-Drums. Beethoven-artig, Heavy bis leise mit (leider) einigen dissonanten Sequenzen.
- Warm Sporran schließt die ehemalige erste Plattenseite. Ein schottisches Instrumentalstück. John Evans spielt Synthesizer, die Flöte wurde auf mehreren Kanälen aufgenommen.
- Somethings on the Move ist neben "Minstral in the Gallery" der härteste Tull-Song den ich kenne. Er war ein mitreißender Konzertopener der frühen Achtziger, z.B. auf einem Rockfestival in Nürnberg.
- Old Ghosts führt wieder eine andere Stimmung. Akustische Instrumente um einen Song, der von keltischen Menhir-Steinen erzählt.
- das beliebte Dun Ringill bleibt in dieser Tonart, es geht um eine 900 Jahre alte Burgruine in Schottland, Nähe Loch Slapin - und eine fiktive Liebesgeschichte.
- Flying Dutchman: Brilliante Mischung von Folk, Rock und Blues begleitet schaurige Zeilen um ein Schiff, daß bis zum jüngsten Tag gegen den Wind segeln muß.
- Das schöne Elegy beendet die ehemalige LP. Gewidmet dem verstorbenen Vater von David Palmer: Mandoline, Flöte, Orgel und ein Solo von Barre.
- Die Bonus Tracks sind klasse:
- Kelpie ist ein Tanz um ein schottisches Seeungeheuer
- Another Stitch besonders: 1979 als Single veröffentlicht (nie gehört). Es geht langsam los, weibliche Background-Sängerinnen (leider recht selten bei dem Männerverein) und ein bestechendes Flötenmotiv steigern sich zu einem mitreißenden Track. Warum damals nicht mit drauf?
- Ich finde der Kauf lohnt alleine wegen den 5 balladenhafen Stücken. Es ist die letzte Platte der alten erfolgreichen Jethro Tull Crew. Bassist Glascock ist noch auf Orion, Flying Dutchman und Elegy zu hören. Da er an Herzversagen verstarb, übernahm Ian Anderson den Bass auf den anderen Stücken. Auch Barie Barlow und John Evans geben ihren Schwanengesang auf Stormwatch.
- Nachdem der Spielmann aus dem Wald (Songs from the Wood) in das weite bäuerliche Land (Heavy Horses) gezogen war begab er sich mit dieser Platte das erste Mal auf das Meer, auch auf späteren Produktionen (Broadsword, Rock Island) im Mittelpunkt.
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am 1. September 2013
Vorweg: Zugegebenermaßen war ich nie ein Fan von Jethro Tull und habe "Heavy Horses" als Einziges der immerhin 22 Scheiben umfassenden Diskografie Tull's vor allen Anderen außen vorgelassen. Nicht, weil mich der musikalische Aspekt besagter Band nicht überzeugte, sondern weil ich Ian Anderson's Gesang als zu "Südstaaten-lastig" erachtete und mich lediglich eben dieses Album in allen Belangen überzeugte. Zudem habe ich mich auch an den - aus meiner Sicht - fehlenden Ohrwurmsongs vor den Kopf gestoßen und mich an diesem "Mangel" gestört gefühlt.

Mit "Stormwatch" gingen Jethro Tull um Bandkopf Ian Anderson (Querflöte, Gesang, Akustische Gitarre, E-Gitarre und E-Bass), Martin Barre (E-Gitarre), John Evan (Klavier und Orgel), Barriemore Barlow (Schlagzeug), John Glascock (E-Bass), David Palmer (Klavier und Synthesizer), Franics Wilson (Sprecherstimme) sowie David Pegg (E-Bass) zum dritten und letzten Punkt ihrer Experimentierphase über, ehe sie mit "A" wieder zu ihren Wurzeln zurückkehrten. Jenes Album sollte das letze mit Glascock werden, da letzterer aufgrund einer Herzkrankheit nur drei Stücke einspielen konnte und auch die zugehörige Tour des letzen Albums ("Heavy Horses") nicht mehr komplett bestreiten konnte.
Mit "North Sea Oil" steht der erste Song des Albums am Start, präziser, wie taktangebender Rythmus des Schlagzeugspiels Barlow's, verschwenderisch eingesetzte Querflötensequenzen, progressiv gehalten. "North Sea Oil" erachte ich bereits als ersten Höhepunkt der LP.
"Orion" macht seinem Namen alle Ehre, ein mystischer, malerischer, wie voluminöser Klangteppich. Kalt wie vorbeihuschender Schnee und auch genauso wunderschön wie dieser, emotional stark ausgebildete Orgelgefilde nahe der Kitschgrenze, ein etwas unspektakulärer Chorus, aber ein furioses Ende beschließt diesen Parforceritt. Stark, kraftvoll, filigran!
Mit "Home" erwartet den Hörer ein epochales Klanggemälde. Diesen Epos in Worte zu fassen grenzt an Gotteslästerung. Mit diesem Stück sagen Jethro Tull mehr aus, als andere Bands mit kompletten Alben aussagen wollen. "Home" zu beschreiben erachte ich als empirisch unmöglich, da präzise, kraftvoll, packend, voluminös, transparent, auf eine nie anbiedernde Weise sogar konsesfähig.
"Dark Ages" transportiert in eine andere Welt, ein Paralleluniversum, das kälter gar nicht sein könnte. Ein zehn-minütiger Song, bei welchem trotz der spielerisch beliebig klingenden filigranen, präzisen Gitarrenriffs im Ohr nicht viel davon hängen bleibt. Sehr verträumt, ingesamt aber grenzwertig schwächer. Im Mitteteil wird das Klangbild durch eine progressiv rockige Seite zusätzlich ergänzt. Den meisten Kritikern war dieser Song wohl nur eine kleine Randnotiz wert. Unterschätzt!
"Warm Sporran" etabliert sich bereits nach wenigen Taktläufen durch die warm gehaltene Ryhtmusseinsätze zu einem Ohrwurmsong. Hier wird dann auch deutlich, dass Tull noch ganz und gar nicht für den Massengeschmack produziert haben, was später ja nicht unbedingt der Fall war. Mit patriotistischen an die mittelalterliche Historie Englands erinnernde Querflötenarrangements endet "Warm Sporran" nach knapp drei Minuten, ehe der eingefleischte Fan, der von Tull zumindest ein Album im Plattenschrank stehen hat, mit "Somethings on the Move" an eine Verwechslung glauben kann, die aufgrund Anderson's Gesang auch nicht von dieser Behauptung abweichen. Auch ich würde dieses Statement nicht konterkarieren.
Das zweite Stück der B-Seite der LP erklingt mit "Old Ghosts". Querflötenlastig in urtypischem Jethro Tull Gewand, findet sich der wohl ruhigste, akustischste Song dieses Werkes.
Das Intro zu "Dun Ringill" wird durch Erzählerstimmen eingeläutet, kurz darauf erklingen die Gitarren Andersons's, der mit diesem Stück seine breit gefächerten, kompositorischen sowieso songwriterischen Künste erneut unter Beweis stellt.
Für einen alleinstehenden Tull-Titel etwas zu kurz.
"Flying Dutchman" beginnt mit einem, von Klaviereinsätzen John Evans bzw. David Palmers, dominierten Intro, das Ian Anderson in einem gesanglich ausgefeilten Metier zeigt, das Jethro Tull mit ihren Vorgängerscheiben bereits angefechtet hatten, sich in diese Gefilde allerdings noch nicht gänzlich hineinwagten (auch später gelang ihnen dies zu keiner Zeit so kompromisslos wie hier).
Mit "Elegy" sollte zum letzten mal ein Titel aus Tull's kreativem, packenden Potential in den Startlöchern stehen. "Elegy" ist mit dreeinhalb Minuten etwas zu kurz geraten. Kein Gesang, nur wunderschöne, durch das Remastering klanglich aufgewertete, Gitarren, präzises, aber filigranes, langsames Schlagzeugspiel. Drumfills vermisse ich hier etwas, die in dieses verträumte, kalte Klanggemälde wunderbar hineingepasst hätten. Epochal, traurig, nachdenklich, kalt. Eine einfach gestrickte Symbiose, die nur von Gedanken und kühler Luft zu Leben scheint, anders kann ich mir diese wachsende Metamorphose nicht anders erklären. Ein Kreisschließender, wunderschöner Abschluss eines Albums, das die folkloristische, zenitpunktierte Dekade Jethro Tulls endgültig und meisterhaft beschloss. Ganz großes Kino!

Auf der 2004 erschienen Remasteringfassung sind zusätzlich noch die, für Tull-Verhälntisse, kurz geratenen Bonussongs "A Stitch in Time"(3:41), "Crossword"(3:38), "Kelpie"(3:38) und "King Henry's Madrigal"(2:59) enthalten.

Fazit: Sehr gutes Tull Album aus der folklastigen Phase Tull's die mit diesem Werk unermütlich seinen Abschluss fand. 5 Sterne und für meinen Geschmack, meine Ohren, ganz und gar nicht wie die die aufgewärmte Pizza von vorgestern. Ein Album für den warmen Kamin bei einer Tasse Tee. Königlich, 5 Sterne!
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am 8. Mai 2009
Dieses Album ist selbst mir als altem Tull- Fan damals irgendwie entgangen.
Ich kaufte mir Jahre später Mitte der 80er die LP von irgendeinem Rammschtisch nach und war begeistert.

Als letztes Album in der Besetzung "Anderson , Barre, Barlowe, Glascock, Palmer, Evans" fiel es wahrscheinlich mit seinen wunderbaren Folkund Progrockelementen zu sehr in die Zeit des Punkrock.

Das Album knüpft nahtlos an "Heavy Horses " an.

Die Songs sind allesamt eingängig, nicht ganz so komplex wie beim Vorgänger, aber hervorragend allemal.

Unverzichtbar für einen Folkrock- Fan und für den Tull- Fan sowieso!
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am 24. Oktober 2006
Waren schon die beiden Vorgängeralben(Songs from the Wood;Heavy Horses)eine Klasse für sich,kam's hier nochmal so richtig Fett.Ian Anderson macht in seinen kritisch-lyrischen Elaboraten immer dann die glaubwürdigste Figur,wenn er sich selbst kritisch miteinbezieht.Dies war nicht immer so,wie "A Passion Play" oder "Too Old to Rock'n Roll..."bewiesen haben.Wollte er uns in diesen Alben z.B.ein Rockerimage einreden,(was er nie im Leben war)oder einem mit abstrusen,surrealen Nichthandlungen,mit wirren intellektuellen Wortspielchen,Metaphern & Doppelbedeutungen,ganz kirre machen!? Auf dem vorherrigen 2 LP's entführten uns JT in die Natur.Auf diesen Alben sollte es auf die sturmerprobten Bohrinseln in der Nordsee zur"Sturmwache"gehen.Den ersten Sicht-Kontakt zur "Stormwatch"nahm ich Anfang der 80er mit der Vinyl-LP auf.Nahm mich doch Anderson selbst mit Navy Feldstecher,auf dem Plattencover,voll ins Visier.(dabei hat er wohl garnicht mit bekommen,das hinter ihm ein Rieseneisbär,eine Polarstation kurz & klein haut)Sehr schönes Coverartwork,nebenbei bemerkt!Die Musik steht diesem in nichts nach.Im flotten Opener"North Sea Oil"wird uns was über das Ölgeschäft erzählt.Wie schon auf anderen Tull'schen Werken,wird man hier nie von musikalischer Langeweile eingeholt oder vergrault.Ganz im Gegenteil:in dem musikalisch, stilistischen Rahmen,den I.Anderson,weiträumig wie keine andere Band abgesteckt hat,wird die Band sich noch über Jahre ungehindert bewegen können ohne das es Langeweile für den Hörer zur Folge hätte.Leider konnte Bassist John Glacock,infolge einer Herzerkrankung,nur an drei Titeln mitwirken.Er verstarb kurz darauf.Um zum Schluß & auf dem Punkt zukommen:Dieses Album beschert dem geneigten Hörer,eine knappe Stunde,beste musikalische Kost.Wer dazu noch der englischen Sprache mächtig ist,bekommt sogar noch lyrisch-poetische Ergüsse zum Nachtisch.Bon Appetit-Volle Punktzahl.
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