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am 16. Juni 2008
Manche der hier vertretenen Kritiken haben ja die Meinung vertreten , dass es sich bei der vorliegenden DVD-Fassung um eine geschnittene Version handelt , und sich dabei auf das Videotape von VMP berufen . Auch ich habe diese Merinung verteten , bis ich mich dann doch mal schlau gemacht habe . Die Video-version gibt eine Länge von 110 minuten an . In der Tat sind es aber nur 90 Minuten die da ablaufen . Kann jeder nachprüfen , der das Tape hat . Also ein völliger Etikettenschwindel . Die Video-Fassung ist somit mit der 90 Minuten- Kinofassung identisch. Die DVD-Version die hier vorliegt ist gleichlang wie die Fassung , die auch auf Arte lief und zwar bei 97 Minuten schon mal 7 Minuten länger als das Video . In der italienischen ist eine Lauflänge von 101 minuten angegeben . Das deckt sich dann mit der DVD-Fassung die man bei Amazom.com in Amerika beziehen kann . Also ist die deutsche DVD -Fassung zwar doch leicht geschnitten , aber wesentlich länger , als die VMP Version die sich mit fabuösen 110 Minuten brüstet , die es nie gegeben hat .
Der Film ist großartig , da muß ma nichts mehr zu sagen ., Die Bildqualät auf der DVD ist einwandfrei ,. Zudem befindet sich noch ein Interview mit Franco Nero sowie ein Audiokomentar des Regisseurs daruf . Value for money , also . Wer's ein wenig länger will, greift auf die US-version zurück , hat dann aber nur die englische Synchro , die oftmals schlechter als die deutsche ist
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am 29. Dezember 2004
Für Fans von Italo-Western ist dieser Film geradezu ein Muß, neben den genialen Filmen von Sergio Leone. Franco Nero als Keoma ist neben Clint Eastwood für mich einer der besten Darsteller in diesem Genre (siehe auch seine Django-Filme)- wortkarg, hart im Nehmen, schnell und treffsicher mit dem Colt.
Die Handlung des Films wurde hier ja schon mehrfach beschrieben, darauf möchte ich nicht nochmal eingehen. Auch die Filmmusik, die bei den wirklich guten Italo-Western eine große Rolle spielt, ist hier gelungen. Wenn man genau hinhört, erfährt man vieles, was im Film selbst nicht ausgesprochen wird.
Einfach anschauen!
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TOP 1000 REZENSENTam 26. November 2010
Keoma (Franco Nero) ist ein Halbblut, das nach dem Massaker an seinem Stamm vom reichen Rancher William Shannon (William Berger) aufgezogen und adoptiert wurde.
Sein ständiger Begleiter ist der Tod (Gabrielle Ciacobbe), der in Gestalt einer Hexe auftritt, die einen Holzkarren mit Habseligkeiten hinter sich schiebt. Die Frau ist gleichzeitig auch Ratgeber Keomas und führt mit ihm Gespräche über den Sinn des Daseins.
Doch Butch (Orso Maria Guerrini), Lenny (Antonio Marsina) und Sam (Joshua Sinclair), die drei leiblichen Shannon Söhne akzeptieren den Eindringling nicht und drangsalieren schon als Kinder das ihnen aufgezwungene Brüderchen.
Als Jugendlicher verläßt er seine Heimat und wird Soldat bei den Nordstaaten. Kurz nach dem Bürgerkrieg kehrt der verlorene Sohn heim, er will seinen Vater und den Sklaven George (Woody Strode) wieder sehen. Doch seine Heimat gleicht einer apokalyptischen Landschaft. Ausgebrannte Häuser, überall ist der Verfall spürbar.
Er trifft auf eine kleine Gruppe von schießwütigen Gangstern, die für den skrupellosen Ex-Südstaaten Offizier Caldwell (Donald 0ŽBrien) arbeiten.
Die Pocken sind ausgebrochen und die kranken und infizierten Menschen werden auf dessen Geheiss in ein Lager außerhalb der Stadt abgeschoben, wo sie krepieren sollen.
Keoma rettet so die schwangere Lisa (Olga Karlatos), die unter den Gefangenen war. Doch dies bringt ihm natürlich zusätzlich Ärger ein. Natürlich empfangen ihn auch seine drei Brüder nicht mit offenen Armen....
Enzo G. Castellaris Film "Keoma" entstand 1976 und markiert gleichzeitig auch das Ende des ehemals erfolgreichen Genres, dass seine Blütezeit in den 60er Jahren hatte. Hauptdarsteller Franco Nero wurde genau in diesem Genre als "Django" berühmt und die Figur Keoma ist natürlich auch ein mentaler Verwandter des Django.
Die Inszenierung des Films, so sein Regisseur, enthält Anleihen beim Alten und Neuen Testament (Der verlorene Sohn, Heilung von Aussätzigen, Kreuzigung, Auferstehung), aber auch bei den Werken von Shakespeare. Castellari schöpft auch aus dem Fundus der Filmgeschichte und inspiriert von Ingmar Bergman, Sam Peckinpah und Sergio Leone inszenierte er seinen nihilistischen, elegischen Endzeit-Western ohne Hoffnung.
Die Musik der Gebrüder de Angelis, die mit ihren Filmsongs in den 70er Jahren Dauergast in den Charts waren, orientiert sich am melancholischen Stil von Leonard Cohen oder Bob Dylan.
Die Macher wollten durch diese Musik eine Atmosphäre wie in "McCabe und Mrs. Miller" schaffen, doch die Brüder übertreiben ihr Theme und so klingt der Score denn auch viel zu aufdringlich und der Gesangstil, der an Buffy St. Marie (Soldier Blue) und Leonard Cohen erinnern soll, hört sich phasenweise etwas penetrant an.
Ansonsten ist "Keoma" ein sehr gut fotografierter ItaloWestern, der - wie so oft - den einsamen Wolf, der zum gerechten Rächer mutiert - zeigt. Castellari hat dieses Thema aber in sehr atmosphärische Bilder und Settings gepackt.
"Keoma" spaltet nach wie vor sein Publikum. Die einen sehen in dem Film das brillante Spätwerk des Spaghetti-Westerns, die anderen eine überschätzte, an überfrachteter Symbolik krankende Sozialparabel.
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am 24. März 2008
Es gibt nur wenige Italo-Western die über einfaches Peng-Peng, blutige Gewaltszenen und lässige Sprüche hinausgeht. Keoma ist einer von diesen. Ein Meisterwerk mit viel Symbolkraft und Franco Nero. Franco Nero und alle anderen Haudegen des Italowestersn (u.a. Woody Strode, William Berger,uvm) zeigen sich in guter Form. Vielleicht wirkt aus heutiger Sicht die Musik ein wenig zu übersteuert, doch auch die wie die karge Landschaft und die verfallene Stadt verfehlen ihre Wirkung nicht. Ein Abgesang auf den Western mit zahlreichen Szenen die an alte Klassiker des Genre erinnern. Doch Keoma bleibt ein Italowestern durch und durch. Einer der letzten und einer der besten Italo-Western.

Zur DVD: Bild und Ton sind in guter Verfassung. Als Extra gibt es Trailer, eine kleine Feautrette und einen Audiokommentar vom Regisseur. Der Audiokommentar ist leider nur auf Englisch, es ist aber leicht verständlich. Leider gibt es keine Untertitel zum Audiokommentar.Die Fassung von Kinowelt ist ungeschnitten, alle anderen einschließlich VHS sind gekürzt. Toller spannender Film der voll zu überzeugen vermag, daher für Film und DVD die volle Punktezahl.
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am 26. Dezember 2003
Bei diesem Italo-Western aus dem Jahre 1976 handelt es sich um eine gelungene Mischung verschiedener Versatzstücke, die in der Vergangenheit dieses Genres bereits mehrfach überwiegend auch erfolgreich auf die Leinwand gebracht wurden.
Besonders bemerkenswert ist jedoch die kongeniale Verquickung von Film und Musik - erstmalig in herrausragender Art und Weise in "Spiel mir das Lied vom Tod" - der Mutter aller Western - vorgeführt.
Auch der deutsche Beititel "Keoma - Das Lied vom Tod" ist in gewisser Weise eine Reminisenz an diesen Film.
Dem Film selbst blieb zum damaligen Zeitpunkt der Erfolg leider versagt - was höchstwahrscheinlich daran lag, dass das Interesse an Italo-Western bereits deutlich abgeflaut war und das Publikum sich quasi "satt gesehen" hatte.
Trotzdem halte ich persönlich "Keoma" für einen der besten Italo-Western - und auch für einen der besten Franco Nero-Filme - wenn man "Django" mal außer Acht läßt.
Und wenn man sich auf die geniale- anfangs allerdings recht gewöhnungsbedürftige,an Leonard Cohen erinnernde - den ganzen Film durchziehende Musik der Brüder "de Angelis alias Oliver Onions" und die - oftmals in Zeitlupe (eine Reminiszenz an Sam Peckinpah)- gezeigten Shoot-Outs einlässt, so dürften Fans dieses Genres ihre helle Freude an diesem Film haben.
Ich persönlich bin sehr froh, dass dieser Film - endlich wieder -in einer ungeschnittenen Fassung auf DVD erschienen ist.
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am 3. November 2015
Es gibt viele gute Filme und noch mehr schlechte. - Aber nur wenige sind wie *KEOMA*.
Der Film zeigt, dass der Mensch im Grunde einfältig u. selbstsüchtig ist - F. Nero lässt Keoma sagen "Der Mensch ist schlecht".
Die wenigen "Guten" haben es schwer und bezahlen einen hohen Preis. Hier nat. extrem in Szene gesetzt (angepisst, erschossen usw.). Der Schauplatz ist hier die Zeit nach dem Bürgerkrieg in der noch jungen USA.

Als ich den Film das erste Mal sah - saß ich nach seinem Ende eine Weile im Dunkel ... und auch heute noch packt mich der immer wieder. Ich möchte d. fast Endzeit-Film von Enzo G. Castellari gar nicht jeden empfehlen. Das ist kein Mainstream-Film zum "nebenbei gucken". Zu Lachen gibt es auch nix - nur Dreck, Verbitterung und Tod.

... noch einige Sätze, teilweise zur Handlung -

*KEOMA* ist nicht einfach nur ein Western. Auch ein Märtyrer - Film, aber die Action ist da, mit einigen guten und einem der besten Schauspieler im Genre.
Halbblut "Keoma" (Franco Nero) kehrt vom Krieg heim. Im Ort herrscht die Caldwell-Bande (Ex-Südstaatler) und die Pocken. Die Bewohner haben Keoma's Hilfe eigentl. nicht verdient, der nur "Gutes" will und nicht unbedingt auf Rache aus ist - aber ohne Kampf - kein Mampf ...
Er findet zwei Verbündete (in den heruntergekommenen Niger George, der Ex-Sklave der Familie (gespielt von Woody Strode) und in dem Vater (William Berger) seiner Halbbrüder). Aber fast wie Jesus am Kreuz, hängt er letztendlich in der verregneten Nacht draußen an ein Rad gebunden,- während seine drei Halbbrüder (die ihn hassen) mit den Leuten den Sieg über Ihn feiern. ...mehr verrate ich nicht - selber gucken...

Bemerkenswert sind u.a. die Dialoge:
Ex-Sklave, jetzt Alkoholiker George fragt z.B.: "Was ist besser: Von der Freiheit zu träumen, oder eine Freiheit zu haben, die nichts taugt?" ... Vielleicht findet sich da, der ein oder andere auch wieder...und wenn man mal in sich geht - trifft das nicht auf vieles zu? Dinge die man hat oder erreicht hat - sind gar nicht mehr so wichtig oder toll, wie vorher als man viell. nur davon träumte.

Die eingestreuten, kurzen Rückblenden in der ungeschnittenen Version hier sind gut gemacht, die teilweise früher dem Schnitt zum Opfer vielen. Sie haben deswegen oft keine Synchro, aber deutschen UT. Keoma geht praktisch an sich selbst vorbei, sieht zu - wie er als Kind von seinen drei Halbbrüdern verdroschen wird, u.ä..
Dann ist da noch die Mundharmonica - Akustikgitarren Musik von Guido & Maurizio De Angelis, emotional ergreifend und nachwirkend.
Die Extras: sind die üblichen, bestehend aus interessanten Interview mit F.Nero, Trailern usw...
Der italienische Film von 1976 steht bei mir ganz oben, weil er immer wieder auf's neue beeindruckt, trotz einiger Bildschwächen in der Filmmitte - auf meiner DVD - unbedingt *****, da F. Nero hier in seinem viell. besten Film (neben *Django*) - viel von sich einbringen konnte.
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am 21. August 2010
Keoma ist einer meiner absoluten Lieblingsitalowestern. Er ist voller Christlicher Anspielungen, pathetisch, kraftvoll. Ich liebe auch die sehr eindrucksvolle Musik, angelehnt an Leonard Cohen, die man dann später in "Mannaja, das Beil des Todes" nachzuahmen versuchte, ebenfalls einem der letzten großen Spätitalowestern von Sergio Martino, erst auf den Plakaten damals als von Sergio Leone beworben ;-)
Millionen Fans werden nie verstehen, warum man diese Filmmusik nicht rausbrachte. Es spielen auch noch viele andere Große des Italo-Western mit.
Es ist natürlich etwas dreist, auf der Hülle wie auf dem Kinoplakat die Szene aus dem König der Italowestern "Spiel mir das Lied vom Tod" einzufügen. nehmen wir es als Homage.
Enzo G. Castellari drehte dann den grottenschlechten "Die Rache des weißen Indianers", der in vielem an Keoma angelehnt ist, auch wieder mit Franco Nero, der auch wieder gekreuzigt wird. Ein absoluter Mist.
Ach ja, der Film ist natürlich gekürzt. Es gibt auch eine 18er Fassung, aber die würde ich keinem empfehlen. Die neuen Szenen sind nicht synchronisiert und bis auf das etwas längere Gespräch mit seinem Vater auch unnötig. Es gibt nur noch mehr Szenen, wo Keoma als Erwachsener sich und seinen Brüdern als Kind begegnet, wie man das schon von Ingmar Bergmann kannte. Eine der selteneren Fälle, wo die cut Fassung besser ist als die uncut Fassung.
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am 16. Dezember 2014
Eines vorneweg: Weder John Wayne noch Clint Eastwood trugen in ihren Western Bärte. Vielleicht mal einen Schnauzer, aber dieser Vollbart? Und Indianer haben auch keine Bärte. Keoma als Mischung aus Beiden trägt das Haar vorne und hinten lang. Dazu sein eisklarer Blick und sein untrüglicher Wunsch nach Gerechtigkeit. Meine Assoziation war schnell hergestellt: er ähnelt einer Christusfigur in Passionsfilmen. Doch allein ein Bart wäre zu wenig Indiz. Doch der Film beginnt mit - fast hätte ich mich versprochen und "Maria" gesagt. Ich meine das gar nicht spöttisch, ganz im Gegenteil. Diese Frau, die immer wieder an entscheidenden Momenten auftaucht, Keomas Mutter und bewußt ohne ihren Mann! Wie sie - als Keoma ans Rad (Kreuz?) gebunden wurde - vor ihrem Sohn steht und ihre Fragen stellt und der Sohn ihr sagt: Du irrst dich...(In der Bibel: was habe ich mit dir zu schaffen...). Wie die Brüder ihren Halbbruder nicht verstehen, weil sie in diesem Fall nicht diesselbe Mutter haben, bei Jesus nicht denselben Vater. Schnell wird man an das Gleichnis vom verlorenen Sohn erinnert, wo der ältere Bruder sich aufregt darüber, dass der Jüngere vom Vater scheinbar bevorzugt wird und der Vater zum Älteren sagt: "Du bist allezeit bei mir..." Im Film: "Er ist mein Sohn. Er kann kommen und gehen, wie er will. Ihr seid alle meine Söhne, ihr könnt alle kommen und gehen..." Die Söhne stehen in der Bibel für das Volk Israel. Nicht genug der Indizien kommen noch die Aussätzigen, die zur Zeit Jesu eine große Rolle gespielt haben. Und am Schluss die Geburt eines freien Menschen.
Bleibt zu fragen, welche Rolle der Vater hat? Hier ist sicher Interpretationsraum. Doch hier will ich mich beschränken. Denn neben den vielen möglichen Anspielungen scheint mir die Hauptaussage doch folgende zu sein, als Keoma zu dem Leprakranken sagt: "Solche wie du sind schuld, dass Tyrannen ihre Macht haben". Sprich: steh auf, besiege deine Angst. Der Tyrann hat nur soviel Macht, wie wir sie ihm zugestehen! Toller Film mit toller Botschaft. Nur mit dem Unterschied, dass Christus - Gott sei Dank - keine Leute erschossen hat, um seine Gedanken durchzusetzen. Hier muss der Western wohl das Bedürfnis des Zuschauers erfüllen nach Schießeisen und Blei.
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am 15. Juni 2012
Hollywood-Western sind manchmal hart. Italo-Western sind härter. "Keoma" ist aber einfach nur krank.

Entstanden zu einer Zeit, da die Phase des klassischen Italo-Western schon lange vergangen war (nämlich im Jahr 1976) drehte Enzo G. Castellari diesen Film, in der Franco Nero seine düsterste, zynischste und finsterste Rolle spielt - die des desillusionierten, verrohten und kaum mehr menschlich zu nennenden Halbbluts Keoma.

Von je her ausgestoßen und von der Gesellschaft verschmäht, kehrt Keoma in seine Heimat zurück. Ein - an sich recht blasser - Bösewicht hat die Kleinstadt im Süden der Vereinigten Staaten durch eine Blockade von der Außenwelt isoliert und treibt nun mit den Bewohnern seine Spielchen. Als nun auch noch die Pocken auftreten, bricht die Hölle über die Protagonisten herein...

Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die für Italowestern typische Brutalität und Düsternis in diesem Film ihren absoluten Höhepunkt erreicht; selbst Sam Peckinpah drehte keine derart grausamen Streifen. Pockenkranke, Ausgestoßene, halb zu Tode geprügelte - eine in Schlamm und Seuche versinkende Stadt, sintflutartiger Regen und entfesselte Marodeure; Duelle, zu denen als Hintergrundmusik menschliche Schreie ertönen; dazu eine düstere, undurchsichtige alte Frau, die in mysteriöser Art und Weise Vorbotin des Todes ist; bei Schlächtereien aller Art taucht sie auf und betrachtet die Szenerie mit ihren kalten blauen Augen...

Der Film ist nicht schlecht, sicherlich handelt es sich um ein "Must have seen" des Western. Auch die DVD ist von guter Bild- und Tonqualität, worüber auch einige nicht synchronisierte, statt dessen mit Untertiteln versehen Szenen nicht hinwegtäuschen können. Aber nichtsdestotrotz handelt es sich bei "Keoma" um einen grotesk übersteigerten, kranken Psycho-Western, der nichts für schwache Nerven ist.
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am 2. Oktober 2010
So, jetzt muss ich auch mal meinen Senf zu Keoma los werden!
Der Film begeistert mich seit meiner Jugend! Ich sehe ihn immer wieder wirklich gerne. Längst weiss ich, dass dieser Streifen sehr naiv ist und das man oft über die zeitweise sehr schwarz/weiss gezeichneten Charaktere schmunzeln kann.

Betrachtet man das Interview mit Franco Nero auf der neueren Kinowelt DVD, so wird einem klar, wie es zu diesem Film kam. "Heute drehen wir mal ein wenig Peckinpah."
"Morgen machen wir mal etwas Leone" und dann noch eine Prise John Ford ;-).

Tja, irgendwie und ich weiss nicht warum hat das alles geklappt, auch wenn manchmal das Schauspiel einiger Darsteller im totalen Overacting endet, so ist jede Einstellung des Filmes ihr Geld wert.
Die teilweise bedeutungsschwangeren Dialoge werden mit so einer Überzeugung vorgetragen, dass man schon mal ein Auge zukneifen muss........macht nichts - der Film bleibt sympathisch.

Franco Nero's Stuntman verrutscht schon mal das Haarteil ein wenig - macht nichts der Film bleibt immer noch sympathisch.

Mit ihrer Anwesenheit werten Woody Strode und William Berger den Film nochmals auf. Obwohl letzter auch nicht vor Auftritten in diversen Jess Franco Vehikeln zurückschreckte (Liebesbriefe irgendeiner Nonne), ist er doch ein markiger Schauspieler mit würdevoller Ausstrahlung.

Der handlungsbegleitende Soundtrack der Brüder De Angelis ist mit seiner gewollten Anlehnung an Leo Cohen als absolut genial zu bezeichnen.

Der Film hat noch einen weiteren grossen Vorteil, jeder der mit dem Italo-Western nicht vertraut ist, kann ihn sich anschauen und weiss sofort über das Genre bescheid. ;-)

Nein ich glaube bestimmt nicht, dass Keoma ein Kunstwerk ist, Franco Nero bezeichnet ihn als sein Lieblingskind. Ich kann das verstehen, denn es geht eine eigentümliche Faszination von Keoma aus, vor allem, wenn man erst mal infiziert ist. Ich lege die DVD bestimmt 2 mal im Jahr ein, meine Lebensgefährtin (hört dann immer nur den Soundtrack, weil sie sich im Obergeschoss aufhält) kommentiert das dann mit: Oh je, jetzt wieder der Schinken!
Macht nichts - entweder mag man ihn-trotz aller offensichtlichen Schwächen- oder man mag ihn eben nicht. Ich finde den Film am besten in der alten deutschen Schnittfassung - einfach straffer und schneller, Das Bild der Laser Paradise DVD ist auch nicht so schlecht - immerhin anamorph, dafür allerdings viele Spratzer
von der alten agbenudelten Kinorolle. Das finde ich passt aber und hat so einen Retrocharme wie Tarantino ihn heute nachträglich einfügt. Auf der Kinowelt scheibe sind dafür einige Extras die interessant sind.

So - wer ihn noch nicht kennt und (Italo) Western mag - ab und ansehen!
Die Welt ist (gar nicht so) schlecht! ;-)
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