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5.0 von 5 Sternen UNTER DER OBERFLÄCHE
Es sind satte Farben, die den Zuschauer in eine schon oft portraitierte Welt entführen wollen. Denn es ist Herbst in Hartford, Conneticut, im Jahre 1957 und die leuchtenden Baumkronen des Indian Summer sind die ersten Eindrücke jener Welt, die nun in all ihrer Pracht ausgebreitet wird. Cathy (Julianne Moore) und Frank Whitaker (Dennis Quaid) sind das schier...
Veröffentlicht am 25. September 2008 von Stephan Ehrig

versus
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3.0 von 5 Sternen es könnte etwas schneller gehen
Grundsätzlich ist der Film sehenswert. Insbesondere diese stilisierte heile Welt der Fünfziger Jahre in der Vereinigten Staaten in ihrer Farbenpracht. Dazu passend die Cocktail Party, die schwarze Haushälterin und die perfekten Kinder der Familie. Es wird illustriert, dass hinter dem schönen Schein und der perfekt vorgelebten Makellosigkeit es eben...
Veröffentlicht am 10. Juli 2004 von Juergen Schumann


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen UNTER DER OBERFLÄCHE, 25. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Dem Himmel so fern (DVD)
Es sind satte Farben, die den Zuschauer in eine schon oft portraitierte Welt entführen wollen. Denn es ist Herbst in Hartford, Conneticut, im Jahre 1957 und die leuchtenden Baumkronen des Indian Summer sind die ersten Eindrücke jener Welt, die nun in all ihrer Pracht ausgebreitet wird. Cathy (Julianne Moore) und Frank Whitaker (Dennis Quaid) sind das schier perfekte Vorzeigepaar jener Zeit: Er ist erfolgreicher Unternehmer in einem kleinstädtischen Betrieb, sie die in scheinbar allem vollkommene Gattin und Hausfrau. Die beiden Kinder haben alles, das schwarze Dienstmädchen harmoniert, die Welt scheint nur aus Partys und ähnlichen gesellschaftlichen Verpflichtungen zu bestehen. Wahre Menschen bekommt man nur sehr wenig zu Gesicht, Sympathie kann zu dieser Fassade auch nicht aufgebaut werden, die die Wände dieser penibel bereinigten Welt umschließt. Erst als man an den oberen Schichten kratzen darf, entdeckt man Stück für Stück die traurige Realität, von der niemand verschont bleibt. Als Cathy eines Abends ihrem Mann das Abendbrot ins Büro bringen möchte, ertappt sie ihn dort mit einem anderen Mann. Schnell wird alles daran gesetzt, die 'Krankheit' in ihm auszumerzen: Arztbesuche, Elektroschocks, gar ein Exorzismus wird in Erwägung gezogen, doch am Ende sollen all diese verzweifelten Versuche nichts nützen. Cathy freundet sich schließlich sich mit dem verwitweten, farbigen Gärtner Raymond (Dennis Haysbert) an und kann erstmals durch ihn eine Parallelwelt entdecken, in der plötzlich jegliches Künstliche von ihr abzufallen scheint. Endlich kann man die wahre Cathy erahnen, wenn sie beide durch den ätherisch leuchtenden Herbstwald spazieren. Doch da wendet sich schließlich alles gegen sie. Denn sie wurde bereits mit dem 'Neger' gesehen'

Regisseur Todd Haynes streift in seinem Melodram gleich mehrere Ebenen, die Cathy auf ihrer Suche nach der eigenen Authentizität überwinden muss. So machen Rassismus, Unverständnis ihrer Nächsten und vor allem aber die Prüderie der sie umgebenden Gesellschaft, deren strahlender Mittelpunkt sie selbst zuvor gewesen ist, vor ihr nicht Halt. Was Julianne Moore dabei aus ihrer Rolle macht, ist schlichtweg großartig zu betiteln. Von der Gastgeberin hin zur verzweifelten, verlassenen Frau, für welche das Geflecht der Verstrickungen nicht mehr zu lösen ist, entlockt sie ihren feinen Zügen auch die kleinste Nuance ihrer Schauspielkunst und wurde zu Recht auch für den Oscar nominiert. Auch Dennis Quaid zeigt in dieser für ihn ungewohnten Rolle seine Fähigkeit, sich der Ausweglosigkeit seiner Situation letztlich stellen zu müssen. Dennis Haysbert ist für seine Rolle ein großer Gewinn, so wenn er in einer Schlüsselszene mit traurigen Augen sagt: 'Auch für den, der in Ungnade fällt, behält ihren strahlenden Glanz die Welt.', kann man Cathys Beweggründe ihr letztendlich auch persönlich nicht mehr verübeln. Ebenfalls liefert Patricia Clarkson in der Rolle von Cathys Vertrauten eine bemerkenswerte Leistung.
Haynes schafft es dabei über den gesamten Film hinweg, niemals ins Kitschige oder Plakative abzudriften oder seine Figuren zu ironisieren. Im Gegenteil, er entwickelt ein erstaunliches Gefühl für die Darstellung seiner Handlung und seiner Charaktere, sodass am Ende, wenn Cathy vor dem Trümmern ihrer Existenz steht, jeder Betrachter fast schon gezwungen ist, sich selbst ein wenig näher zu betrachten und zu finden, was unter der eigenen Fassade verborgen schlummert.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Himmlisch, 15. Juli 2004
Von 
ullaf-gerd-otto (fischbach au - ne schmarn, münchen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Dem Himmel so fern (DVD)
Mit "Dem Himmel so fern" ist Regisseur Todd Hayness ein vielschichtiger, wunderbarer und meisterhafter Film gelungen, einer der besten Filme unserer Zeit. Zudem ist es eine Ode an die Schauspielkunst. Dennis Quaid spielt den schwulen Frank Withaker hervorragend, Patricia Clarkson ist sehr gut in der Rolle der falschen Freundin, Dennis Haysbert gibt eine wirklich überzeugende darstellerische Leistung ab.
Doch alle dieser großartigen Akteure sind nicht zu messen mit Julianne Moore. Sie spielt die Cathy Withaker einfach fantastisch.
Als ich den Film zum ersten Mal im Kino gesehen hatte, war mir so, als ob ich vorher noch nie wahre Schauspielkunst gesehen hätte. Diesen Effekt in mir hat Moore bewirkt. Sie spielt unbeschreiblich gut, präsent, detalliert - unglaublich. Und hat somit unter Beweis gestellt, dass sie eine der besten Schauspielerinnen ihrer Generation ist - ja, vielleicht sogar DIE beste. Jedenfalls ist ihre darstellerische Leistung in "Dem Himmel so fern" einfach überwältigend, grandios - wofür sie den Oscar verdient hätte, ganz klar, und am besten für "The Hours" gleich mit dazu.
Grandios - das ist Moore, und der ganze Film. Ein rührendes, trauriges, mitunter auch komisches, wunderschön fotografiertes und musikalisch begleitetes Meisterwerk mit einem tollen Drehbuch.
Und mit einer Hauptdarstellerin zum Anbeten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was das Copyright erlaubt (Andeutungs-Spoiler), 14. März 2010
Von 
Tonio Gas - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Dem Himmel so fern (DVD)
Ein bißchen zu viel Parallelen scheinen zunächst in diesem Film drinzustecken, Parallelen zum melodramatichen Hauptwerl des großen Douglas Sirk und speziell zu dessen Was der Himmel erlaubt (1954). Irgendwo in einer Kleinstadt der USA in den Fünfzigern (hier Hartfort, Connecticut). Der Blick leicht von oben zeigt die Häuser und Gärten schön geordnet, die Farben (vor allem rot, gelb und grün, gelegentlich hellblau) leuchten prall, das Herbstlaub weht oder ist gerade noch an den Bäumen. Als erstmals unsere Aufmerksamkeit auf Personen bei den Credits gelenkt wird (bzw. auf etwas, das von Personen ausgehen MUSS), sehen wir einen hellblauen Kombi langsam von rechts nach links fahren. Dies war der Punkt, an dem ich mich gefragt hatte, ob soviel Parallele nicht ein bißchen übertrieben ist, statt "Was der Himmel erlaubt" "Was das Copyright erlaubt", denn genau die gleiche Einstellung gibt es auch in dem erwähnten Sirk-Film. Des weiteren wäre darauf hinzuweisen, dass Cathy Whitaker, die etwa vierzigjährige Vorstadtvorzeigegattin (Julianne Moore) sich mit einem Mann anfreundet (und sich schließlich in ihn verliebt), der nicht nur wie im Vergleichsfilm Gärtner ist (Natur, innerer Frieden), sondern auch eine ähnlich gemusterte rötliche Jacke trägt und von ähnlich baumlanger Statur und sanftmütiger Ruhepol-Art ist wie im Vergleichsfilm Rock Hudson.

Damit beginnen aber auch die Unterschiede, denn dieser Mann (Denis Haysbert) ist schwarz. Obwohl auch Sirk schon einmal (Solange es Menschen gibt, 1959) Aspekte der Rassenfrage behandeln konnte, nutzt der rezensierte Film von Todd Haynes die gewonnenen erzählerischen Freiheiten, um in einer überzeugenden Mischung aus Behutsamkeit und Offenheit von dem zu erzählen, was es in den Fünfzigern gab, aber nicht geben durfte. Gärtner Raymond Deagan ist schwarz, die Hausfrauen treffen sich zum Kränzchen, um sich zu erzählen, wie oft ihre Männer "es" pro Woche wollen (und dann natürlich bekommen), und Cathys Mann Frank (Dennis Quaid) ist schwul. Die in warmen, gelegentlich bewusst übersatten Farben eingefangene Welt der Whitakers wechselt zu kalten Blautönen, wenn er in eine Klinik geht, um mit vorgeblich fortschrittlichsten Therapiemethoden "geheilt" zu werden, weil Homosexualität als therapierbare Anomalität angesehen wird. Natürlich endet das in einem Fiasko, und dem Film gelingt (wie bereits 1961 Infam), das Queer-Thema leise, aber eindringlich zu behandeln: Indem das Gegenteil gezeigt wird, ist klar, dass den Whitakers eine Menge Probleme durch mehr Offenheit im Umgang mit Homosexualität erspart geblieben wäre, denn dann hätte Frank es frühzeitig gemerkt, dazu stehen können und gleich mit einem Mann statt mit einer Frau leben können. In "Was der Himmel erlaubt" ist der Mann der Hauptfigur tot, in "Dem Himmel so fern" ist die Ehe tot. Cathy ist genauso vereinsamt wie die seinerzeit von Jane Wyman gespielte Witwe (und beide Filme nutzen markant das damals hochmoderne Fernsehgerät als Symbol dafür; im rezensierten Film deutlich als Symbol für ein Auseinanderklaffen zwischen Sein und Heile-Welt-Schein, da Cathy den Fernseher zusammen mit ihrem Mann als Teil einer vorgeblich perfekten Ehe kommerziell vermarktet).

Cathy scheint nur die Welt der Farbigen zu bleiben, von der sie erst einmal lernen muss, dass es sie gibt, direkt in ihrer Stadt und dennoch so fern. Bereits sich einmal mit einem Farbigen zu unterhalten, gibt hier Anlass für Getuschel und kann den Ruf innerhalb der Stadt ruinieren. Wenn erst mit spitzer, aber noch freundlicher Zunge gesagt wird, Cathy setzte sich ja wohl für alle "Randgruppen" ein (Neger, Homosexuelle), wird daraus bald heftige Ablehnung, auch gegen Raymond (letzterer wird gerade von Schwarzen attackiert!).

Letztlich müssen drei Menschen, die davon ausgingen, ihr gesamtes Leben in ihrer gewohnter Umgebung zu verbringen, sich neu orientieren. Sind sie "dem Himmel so fern"? Am deutlichsten Hoffnung trägt Raymond, der bis zum Schluss unerschütterlich daran glaubt, dass alle Menschen gleich sind und nicht neben-, sondern miteinander leben sollen. Hoffnung kann es wenigstens geben statt eines Happy Ends (Douglas Sirk musste übrigens viele Happy Ends gegen seinen Willen drehen).

Ein hochemotionaler, beeindruckender Film, an dem neben den Hauptdarstellern auch die Gestaltung und die Erzählweise überzeugen. Vieles ist wie gesagt 1-A-Sirk, das Herbstlaub weht im richtigen Moment, die Optik mit einem sehr blauen Nachtblau und sehr satten Farben erinnert an (nicht nur Sirks) Filme der Fünfziger. Die symbolische Bedeutung ist nicht immer klar, so scheinen mir die Kleidungsfarben der Frauen gelegentlich etwas wahllos wechselnd zwischen rot, grün, blau/flieder. Gelb ist gelegentlich die Farbe von Cathys bester Freundin, eine Farbe, die oft für unstete Zerrissenheit steht (Farbe im Kino, und deutlich der markante Sportwagen von Robert Stack in Sirks In den Wind geschrieben), aber die Freundin ist trotz aller Vorurteile bereit, zu Cathy zu stehen, auch wenn sie dabei einige für sie erschreckende Dinge erfährt). Frank steht in einem Hotelzimmer zwischen einem roten und einem grünen Objekt, als er sich spontan entscheiden muss, ob er "normal" bleiben oder sich einem Mann hingeben will. Der Herbst wechselt zu Winter und zu leise rieselnden Schnee in einem wolkigen Grauweiß, wenn der Himmel gegen Ende des Filmes wirklich besonders fern für alle ist - der vorherige Versuch, im auch zum Jahreswechsel sonnendurchfluteten Florida die Ehe zu kitten, ist danebengegangen, und auch die Angriffe auf Raymond und seine Tochter fallen in diese Winter-Episode. Dass die vorgeblich heile Welt nicht heile bleiben wird, kann man schon ziemlich zu Beginn des Filmes durch eine geschickte Montage erkennen: Als Cathy (schon hier ein wenig nachdenklich?) für ein Homestory-Interview sagt, eigentlich hätte sie nie ein anderes Leben gewollt, erfolgt ein Schnitt. Das andere Leben will sie, wir sehen erstmals Raymond im Garten, scheinbar als Eindringling, da Cathy ihn nicht kennt (sein toter Vater war zuvor dort Gärtner gewesen). Was eine (hier sehr zarte) Liebesgeschichte andeuten mag, sagt noch mehr: Die reale Welt, sie ist da draußen, man kann sich nicht vor ihr abschotten, und man kann dem Leben und dem Schicksal nicht entgehen. So etwas ist wiederum 1-A-Sirk. Doch so sehr ich Todd Haynes Parallelen gelegentlich etwas over the top fand: Ihm gelingt es, Fassaden einzureißen in einem Film, der gleichzeitig herzzerreißendes Melodram und aufrichtiges Statement ist. Ohne Zeigefinger, aber mit Ehrlichkeit und einer Offenheit, die nie reißerisch ist, aber den Konflikt aller drei Hauptpersonen klarer zutage treten lässt, gerade in dieser Parallele aus farb- und symbolsatten Sirk-Bildern zu offen ausgesprochenen Themen von verdrängter Wahrheit: Trotz allem hängen alle an dieser schönen alten Welt - das macht alles so schmerzhaft. Ein Melodram ist da vielleicht angemessen. Eines, wie man es noch nie gesehen hat.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die aufopfernde Cathy Whittaker..., 19. Dezember 2009
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Dem Himmel so fern (DVD)
In den 50er Jahren gelang es dem geborenen Hamburger Douglas Sirk einer der erfolgreichsten Regisseure im damalig sehr beliebten Genre des Melodrams zu etablieren.
Natürlich war er nicht der Erfinder dieses Filmgattung, Hollywood hatte bereits vor ihm eine lange Tradition dieser dramatischen, wie auch manchmal überzeichneten und kitschigen Schicksalsfilme, in denen die Hauptfiguren Opfer einer spiessigen Gesellschaft waren, wenn sie Gefühle zulassen und versuchen aus den gängigen Normen auszubrechen, um ihr Glück zu finden.
Sirk zeigte Frauen mit dubioser Vorleben, die Vergangenheit holt Barbara Stanwyk in "All meine Sehnsucht" wieder ein.
Oder Jane Wyman verliebte sich in "Was der Himmel erlaubt" als Witwe in einen wesentlich jüngeren Rock Hudson, was ja gar nicht ging.
In "Solange es Menschen gibt" gibt das Frauenquartett Lana Turner, Sandra Dee, Susan Kohner und Juanita Moore eine grandiose Ensembleleistung zum Thema "Rassenproblemtatik".
Ein prüdes Hollywood und der Hays Code machten eine deutliche Sprache in den Filmen fast unmöglich. Vorrang hatte die Moral und so konnten Kriminalität und auch sexuelle Inhalte lediglich angedeutet werden oder symbolisch gezeigt werden. So endet Hitchcocks "North by Northwest" mit dem Geschlechtsakt von Roger Thornhill und Eve Kendall, denn der wurde symbolisch dargestellt mit der Sequenz, dass ein Zug, in einen Tunnel fährt.
Heute haben die Daily Soaps in der Glotze diese alten melodramatischen Schinken abgelöst.
Um "Dem Himmel so fern" perfekt geniessen zu können, ist vielleicht sogar diese Kentniss alter Melodramen wichtig. Erst mit dem Wissen dieser Meisterwerke gelingt es auch die Arbeit von Todd Haynes mit dieser perfekten Kopie und Auferstehung eines vergessenen Genres richtig zu würdigen.
Und Todd Haynes kann natürlich ohne den längst abgeschafften Code viel direkter seine Themen ansprechen.
Sein Film spielt auch in den 50ern und er zeigt die Themen Rassenhass, Rufmord und versteckte Homosexualität.
Visuell erinnert der Film vor allem an "Was der Himmel erlaubt" - fast die gleichen Farbkompositionen, die einen stimmungsvollen Herbst zeigen. Überall leuchtende Farben in Technicolor - Julianne Moore im spitzen Büstenhalter und durch Petticoats aufgebauschte Röcke, sie ist die Reinkarnation einer Lana Turner. Und eine gütige zufriedene Mutter wie nur Doris Day sie spielen konnte. Aber der Schein der heilen Welt 1957 in dieser putzigen amerikanischen Kleinstadt trügt, wo Jeder Jeden kennt und auch Jeder über den Anderen redet. Cathy (Julianne Moore)erhält Besuch von der Journalistin Mrs Leacock (Bette Henritze) und einem Pressefotografen (Jason Franklin), denn das Klatschspaltenblättchen möchte die Vorzeigefamilie um Mr. und Mrs. Magnatech aus Hartford, Connecticut im besten Licht präsentieren. Frank (Dennis Quaid) leitet diese "Magnatech TV Sales Company". Zwei Kinder kompettieren das Glück.
Doch ist Cathy wirklich glücklich ? Der Gatte ruft oft zuhause an, dass er später kommt, weil er geschäftlich aufgehalten wird.
Aber auch bei ihrer Freundin Eleanor (Patricia Clarkson) versucht sie den Schein zu wahren. Sie erwischt irgendwann ihren Mann in den Armen eines anderen Mannes. Nun steht die Ehe vor einer grossen Zerreissprobe, denn Frank versucht gemeinsam mit dem Arzt Bowman (John Rebhorn) seine "kranke Neigung" zu bekämpfen. Cathy freundet sich derweil platonisch mit dem schwarzen Gärtner Raymond Deagon (Dennis Haysbert) an, doch die beiden werden bereits beobachtet und die schmutzige Story dreht schon die Runden...
Filmfans, die die alten Filme nicht kennen, denen Todd Haynes mit seiner Retro ein Denkmal setzt, werden vermutlich "Dem Himmel so fern" als nostalgisch, vielleicht sogar altmodisch und künstlich empfinden.
Wenn man aber genauer darauf blickt, dann kann man zwar feststellen, dass sich Prüderie und Rassismus deutlich verringert haben, auch die Hausfrau und Mutter hat sich inzwischen emanzipiert, aber dennoch genügend elementare Botschaften den Film interessant machen.
Sehr aktuell ist aber immer noch die Aufforderung für sein Glück zu kämpfen und seinen Gefühlen zu folgen und eben nicht darauf Wert zu legen, was die anderen sagen.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 13. August 2004
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dem Himmel so fern (DVD)
Als der Film in die Kinos kam und rezensiert wurde, sprang mich das Thema direkt an, ich wurde nicht enttäuscht und fand den Film so wunderschön und berührend, dass ich mir nun die DVD gekauft habe. Bonusmaterial ist eher mau, aber: braucht man das bei solch einem Film überhaupt? Eher nein, daher auch die volle Punktzahl für die DVD.
Der Film ist ein echtes Meisterstück, alles, aber wirklich alles stimmt. Die Schauspieler sind ergreifend, allen voran natürlich Julianne Moore, aber überraschenderweise auch Dennis Quaid, den ich nie zuvor so mochte wie in dieser Rolle des unglücklichen Ehemannes. Und dann ist der Film auch noch ein wahrer Augenschmaus, diese Farben, diese Ausstattung, diese Kleider, dieser Soundtrack.
Und natürlich die Thematik; ich wünsche mir bei Filmen wie diesen immer wieder, dass sie weltweit z.B. in Schulen gezeigt würden. Irgendwie glaube ich immer, dass niemand, der so einen Film gesehen hat, ernsthaft rassistisch denken kann oder anderweitig seine Betonkopfmeinung vertreten. Zum Pflichtprogramm gehört natürlich dann auch und vor allem Mississippi burning, aber der Film läuft für mich eh völlig außer Konkurrenz und soll hier nicht Thema sein.
Wahrscheinlich ist meine Vorstellung sehr blauäugig, aber ein Film, der so bewegt und so nah an den Menschen geht (und wie wunderbar wird gezeigt, dass die Ms Perfect, die fast puppenhafte Julianne Moore, mehr und mehr bröckelt und mehr und mehr nur Mensch ist, zerbrechlich und doch stark), muss doch eigentlich jedem vor Augen führen, dass Hautfarbe keine Rolle spielt, dass Diskriminierung jeglicher Art so hanebüchen und unsinnig ist.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dem Film-Himmel so nah, 4. März 2007
Von 
Wolfgang Stroebl (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Dem Himmel so fern (DVD)
Man hätte es nicht für möglich gehalten, dass das Genre des Melodrams im Kino des 21. Jahrhunderts noch einmal Bedeutung bekommen könnte. Mit dem Film "Dem Himmel so nah" wagt der Regisseur Todd Haynes eine Wiederbelebung, die weit über eine Imitation einer möglicherweise überholten Form hinausgeht - musikalisch unterstützt von dem stilistisch passenden, inspirierten Soundtrack von Elmar Bernstein (nicht zu Unrecht für einen Oscar nominiert).

Der Film erzählt zunächst von der kleinbürgerlichen Idylle der biederen Hausfrau Cathy in Arkansas im Jahre 1958. Properes Haus, zwei putzige Kinder, viel beschäftigter Ehemann - bis die Idylle Risse bekommt und Cathy sich auf einmal auf eigene Füße stellen muss...

Die im Kino der 1950er-Jahre undenkbaren Themen wie Homosexualität und Alltagsrassismus sind die Stolpersteine, an denen die Protagonisten des Films innerhalb der Gesellschaft scheitern. Es wäre für Todd Haynes ein Leichtes gewesen, seine Figuren mit einem Augenzwinkern zu denunzieren. Doch gerade der Darstellung der spießigen Familienidylle geht dankenswerter Weise jede Ironie ab; hier behalten alle ihre Würde, dürfen Menschen bleiben.

Das Melodram rollt in einer minutiös rekonstruierten Szenerie ab, abgefilmt in ausgesucht leuchtenden und kontrastreichen Farben. Der Ausstattung haftet in ihrer Perfektheit geradezu etwas Künstliches an - so wie ja auch der starren, kleinbürgerlichen Gesellschaft.

Unterstützt wird Haynes von einem kongenialen Schauspielerensemble, angeführt von der unnachahmlich intensiven Julianne Moore. Jawohl, diese Cathy ist eine Sympathieträgerin - hinter der Maske der biederen Betulichkeit zeigt uns Julianne Moore den ganzen erbarmenswerten Menschen.

Doch wenn am Ende des Films der Blick der Kamera zurück nach oben zu einem blühenden Zweig schwenkt, bleibt den Personen von "Dem Himmel so nah" die vage Hoffnung, dem eigenen Himmel doch ein Stück näher gekommen zu sein.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die schöen 50er, 28. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Dem Himmel so fern (DVD)
In Todd Haynes Film wird man mit zurück in das Jahr 1957 versetzt. Wo die heile Welt der Cathy Whitaker ( Julianne Moore) zuhause ist.Sie ist die Frau eines erfolgreichen Geschäftsmannes( Dennis Quaid ) ,der immer mehr seine Homosexualität auslebt. Als Cathy ihren Mann dann noch mit einem anderen erwischt, fangen die probleme erst richtig an. Sie sucht trost und findet ihn bei einem Schwarzen. Doch das ist zuviel, für die damalige Zeit.
Es ist bemerkenswert wie Julianne Moore diese Rolle gespielt hat.Das ist Schauspielkunst in Perfektion.Auch ist die Detailtreue zu loben.Die Musik wurde gut in den Film hinein gearbeitet und passt zu den Szenen.Man hätte vielleicht noch mehr die Homosexulalität von ihrem Mann rausarbeiten können.Allen in allem aber ein sehr sehenswerter Film, nicht nur weil sich vorkommt wie in den 50er sondern wegen einer brillanten Julianne Moore.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ohne Zweifel eine der besten Produktionen des Genres!, 8. November 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dem Himmel so fern (DVD)
Wo beginnt man, wenn man ein solches Meisterwerk rezensiert?

Bei der Story? Bei den Darstellern? Beim handwerklichen Aspekt? Oder gar bei den zahlreichen, einschlägigen Preisen, für die dieser Film nominiert wurde?

Am liebsten möchte man mit allem gleichzeitig beginnen... - doch der Reihe nach.

"Dem Himmel so fern" versetzt uns in eine Zeit, in der der "American Way of Life" im ursprünglichen Sinne, noch das bedeutete, was man sich bis in die späten 90er auch als Nicht-Amerikaner unter dem Begriff "gut situiertes Vorstadtleben mit Häuschen und Cadillac" vorstellte: Willkommen in den US-50's!

Genau in diese Zeit ist die Story um eine Ehe und ihr Schicksal eingebettet, die den Betrachter so unglaublich berührt, mitreisst und gleichzeitig gebannt vor die Mattscheibe fesselt, als dass er meinen könnte, er fände sich in einem packenden Thriller wieder. Doch wie gelingt dieses?

Nun, einerseits ist es die Geschichte um ein Vorzeigeehepaar an sich, das aufgrund der homosexuellen Neigungen des Protagonisten in schwieriges Fahrwasser gerät, die - gerade in dieser zeitlichen Epoche - für entsprechenden Zündstoff sorgt. Andererseits ist es die Fotografie und hier allen voran die Kameraführung mit ihren ungewöhnlichen Einstellungen, Zoom Ins & Zoom Outs und auch die Colorierung, die den Betrachter regelrecht in die pastellfarbene und artifiziell erscheinende Welt dieser Zeit eintauchen lassen.

Die Story selbst ist im aufkeimenden Indian Summer angesiedelt, so dass in bestimmten (Aussen-)Szenen Farbtöne und Kontrast absichtlich so warm und eben kontrastreich gewählt bzw. gesteigert wurden, dass die Naturstimmung die wiederum zwischenmenschliche so perfekt metaphorisch untermalt, dass man eine Gänsehaut bekommt - entsprechendes geschieht vice versa in den Phasen der Darstellung mit kühleren Pastelltönen.

Das wichtigste und tragendste Element des Fims ist jedoch ohne Zweifel die Besetzung. Julianne Moore als "Cathy" und treusorgende und folgsame Ehefrau, Dennis Quaid als ihr Ehemann "Frank" und Dennis Haysbert als Cathy's farbiger Verehrer "Raymond" sind so genial und perfekt besetzt, dass man alsbald voll und ganz von diesem Filmkunstwerk gefangen genommen wird. Dies gilt übrigens auch für die Besetzung der Nebenrollen; auch hier bewiesen Regisseur und Caster das beste Händchen, um auch der mit dem Hauptthema eng verknüpften Rahmenhandlung entsprechende, tiefe Authentizität und Glaubwürdigkeit zu verleihen.

So findet man sich dann auch nach 102 Minuten dieses besonderen Filmgenusses schwer damit ab, dass nach dem Abspann definitiv "The End" erreicht ist.

Diese Produktion dürfen Sie nicht verpassen. Sie ist ohne jeden Zweifel eine der ganz großen im Genre.
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5.0 von 5 Sternen Update der 50er Jahre, 23. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Dem Himmel so fern (DVD)
Es ist eine Verbeugung vor den Herz-Schmerz-Schmonzetten der 50er Jahre - nur besser. Die Machart und die Sehweise sind der heutigen Zeit angepasst. Homosexualität und Rassismus werden hier verquickt. Letzterem muss immer noch entschieden entgegengetreten werden. Die zuckersüße Liebesgeschichte ist nichts für Happy End Fetischisten, aber eingebettet in einen wunderschönen Indian Summer und dementsprechend durchgestylt.
Dennis Quaid als schwuler Ehemann zeigt, wie man sich zögerlich tastend outet. Und der Neue, Dennis Haysbert, ist ein Farbiger, unheimlich sympathisch, ruhig, kann zuhören. Zwischen diesen beiden zerreißt es die Noch-Ehefrau Julianne Moore. Sie spielt die klassische Mutterrolle: die Frisur sitzt, der Petticoat steht. Die Nachbarinnen und der Kleinstadt Tratsch werden hervorragend karikiert. Das unterscheidet den Film, von damals als der Himmel noch etwas erlaubte und man ihm noch nicht so fern war oder man in den Wind geschrieben hatte. Ein gemeinsamer Titel für damals und heute ist ‘Die wunderbare Macht‘, denn die Liebe bleibt ein Thema. Hier überzeugt vor allem die logische Verquickung der Ereignisse, in die auch die Kinder und eine echt gute Freundin, Patricia Clarkson, mit einbezogen werden So wird der Zuschauer vom Charme der Zeit, vielleicht mit einem Schuss Nostalgie und der Schauspielkunst der Darsteller eingefangen. Voll der Kino der Fifties nur upgedatet und somit angenehm konsumierbar.
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4.0 von 5 Sternen Vorurteile in den 50ern, 3. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Dem Himmel so fern (DVD)
Rassismus und Homosexualität wird in diesem sensibel erzählten, spannenden Film in den amerikanischen 50er Jahren thematisiert. Zwei bessere Themen für die Vorurteile der prüden, konservativen Gesallschaft dieser Zeit kann es gar nicht geben. Vor allem die Darstellung der der weiblichen Hauptrolle ist wunderbar gelungen!
Zur Szenerie ist noch zu sagen, dass die Farben überspitzt und grell dargestellt werden, auch die Einrichtung und das Haus wiken bühnen- und kulissenhaft, unecht. Sogar die Kleidung wirkt fast wie in einem Comic. An diese Art zu überzeichnen muß man sich erst gewöhnen, denn sie steht in starken Kontrast zu dem traurigen Film. Aber es ist ein stilistisches Mittel über das man diskutieren kann. Der Film ist sehr empfehlenswert!
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Dem Himmel so fern
Dem Himmel so fern von Julianne Moore (DVD - 2003)
EUR 8,99
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