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4.0 von 5 Sternen Cormans POEsie
Roger Corman hat sich mal wieder über einige Geschichten von Edgar Allan Poe hergemacht. Wie immer sehr frei interpretierend, aber gut. Der Film, der drei voneinander unabhängige Stories beinhaltet in denen jeweils der geniale Vincent Price die Hauptrolle verkörpert, beginnt mit „Morella". In meinen Augen der schwächste Teil des Films...
Veröffentlicht am 8. Juli 2004 von Oliver Hofstaetter

versus
18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das gewisse Etwas
Leider ist diese Fassung anders synchronisiert- anders wie in SAT 1 ausgestrahlt, wo die Titelmusik in allen drei Episoden vorkam und den Film etwas Dramatik verschaffte. Vermisst werden auf der DVD die professionellen Sprecher, wie z.B. Friedrich Schoenfelder oder Hugo Schrader, die zu Vincent Price oder Peter Lorre gepasst hätten, wie die Faust aufs Auge. Von der...
Am 11. April 2004 veröffentlicht


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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Cormans POEsie, 8. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Der grauenvolle Mr. X - Schwarze Geschichten (DVD)
Roger Corman hat sich mal wieder über einige Geschichten von Edgar Allan Poe hergemacht. Wie immer sehr frei interpretierend, aber gut. Der Film, der drei voneinander unabhängige Stories beinhaltet in denen jeweils der geniale Vincent Price die Hauptrolle verkörpert, beginnt mit „Morella". In meinen Augen der schwächste Teil des Films.
Inhalt: Der Witwer Locke lebt, seit seine Frau Morella vor 26 Jahren gestorben ist, alleine in seinem hochherrschaftlichen Haus. Er erhält Besuch von seiner Tochter Leonora, die wenige Monate vor Morellas Tod geboren und die von Locke verstoßen wurde, da er sie für den Tod seiner geliebten Frau verantwortlich macht. Da Leonora ihrerseits nur noch wenige Monate zu leben hat, bemüht sie sich um eine Aussöhnung mit Ihrem Vater, der sich das Haus mit der mumifizierten Leiche Morellas teilt, da ihm die Trennung von seiner über alles Geliebten unmöglich erschien. In der Nacht scheint Morella von den Toten wieder zu kehren um Rache zu nehmen...
Kommentar: Etwas abstrus das Ganze. Die Umstände von Morellas Tod und für was sie eigentlich Rache nehmen will bleibt unverständlich und im Dunkeln. Der Totenkult (bzw. die Andeutung von Nekrophilie) und das mit einer gehörigen Portion Spinnweben „geschmückte" Haus erzeugen zwar eine eigenartige, irritierende Atmosphäre. Aber das brachiale Ende lässt zumindest mich unzufrieden zurück.
Die zweite Geschichte „Die schwarze Katze" hingegen ist ein Glanzstück des makaberen Humors.
Inhalt: Der eitle Lackaffe und Weinkenner Fortunato (Price at his best!) trifft auf den scheinbar primitiven Säufer Montresor (ebenfalls grandios: Peter Lorre). Bei einer Weinprobe soll sich beweisen, wer der bessere Weinkenner von beiden ist. Diese Probe endet damit, dass Montresor volltrunken am Tisch zusammensackt und Fortunato ihn nach Hause geleitet. Dort trifft er auf Montresors bildschöne Frau Annabel und beginnt mit ihr ein Verhältnis. Als Montresor dahinter kommt rächt er sich auf perfide Art und Weise. Jedoch hat er die Rechnung ohne Annabels Katze gemacht...
Kommentar: Die ungefähr sechsminütige Sequenz der Weinprobe ist einfach brillant. Vincents überzogenes affektiertes Gehabe, seine Gestik und Mimik kommen hier voll zum Tragen und sind ein reines Vergnügen. Und Peter Lorre als lallende und rülpsende Schnapsdrossel, der sowohl optisch als auch im Gehabe genau das Gegenteil seines Widerparts ist, steht ihm in nichts nach. Ein zweiter Höhepunkt dieser Kurzstory ist eine psychedelische Alptraumsequenz mit verzerrter Optik, die Montresor ereilt nach dem er seine Rache genommen hat. Hier bekommt man einen Vorgeschmack auf die kurze Zeit später gedrehten Komödien „Der Rabe" und „Ruhe Sanft GmbH", in denen man Peter Lorre erneut an der Seite von Vincent Price erleben darf. Einfach klasse!
Die dritte und gruseligste Episode des Filmes ist „Der Fall Valdemar".
Inhalt: Der reiche Valdemar leidet an einer unheilbaren Krankheit, die unweigerlich zum Tod führen wird. Da diese Krankheit großen Schmerzen verursacht, hat er den Hypnotiseur Carmichael (diabolisch: Basil Rathbone) engagiert, der in der Lage ist ihm die Schmerzen zu nehmen. Als Gegenleistung verlangt Carmichael lediglich, dass er Valdemar im Moment des Todes hypnotisieren darf. Dieser stimmt gegen den Willen seiner Frau und seines Arztes zu, mit dem Ergebnis, dass zwar sein Körper stirbt, aber sein Bewusstsein, dass sich in einer Art Zwischenwelt befindet, von Carmichael kontrolliert wird. Als Carmichael Valdemars Frau dazu drängen will ihn zu heiraten, wird klar, dass der Tote hier auch noch ein Wörtchen mitzureden hat...
Kommentar: Selbst heute, über vierzig Jahre später, finde ich die Inszenierung noch gruselig. Der eiskalt agierende Rathbone und Vincent Price, der hier einen Vorgeschmack auf die später beliebten Zombie-Filme gibt, zeigen wieso sie zu den Ikonen des Horror-Films gezählt werden. Dazu kommt die vibrierende Stimme von Price, die sich klagend aus der Zwischenwelt meldet. In dem schon erwähnten Film „Ruhe Sanft GmbH" spielen Rathbone und Price erneut zusammen. Allerdings zieht hier Rathbone alle Register seines komödiantischen Talentes. Und das mit bravour.
Fazit: Besonders die letzten beiden Geschichten sind wirkliche Klassiker und alle Episoden unterscheiden sich von den meisten Vincent Price Filmen darin, dass Price jeweils das Opfer ist und nicht der Bösewicht.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das gewisse Etwas, 11. April 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schwarze Geschichten (DVD)
Leider ist diese Fassung anders synchronisiert- anders wie in SAT 1 ausgestrahlt, wo die Titelmusik in allen drei Episoden vorkam und den Film etwas Dramatik verschaffte. Vermisst werden auf der DVD die professionellen Sprecher, wie z.B. Friedrich Schoenfelder oder Hugo Schrader, die zu Vincent Price oder Peter Lorre gepasst hätten, wie die Faust aufs Auge. Von der Metro-Goldwyn-Mayer DVD kann man außerdem kein Bonusmaterial erwarten, das gäbe jeweils -großzügig- einen halben Stern abzug. Am sonsten ist die Handlung ganz in Ordnung und hätte vier Sterne verdient. Da aber dieses gewisse Etwas fehlt, bleiben nur drei Sterne übrig. Schade um die Ausstattung.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perle des gepflegten Gruselfilms, 28. August 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schwarze Geschichten (DVD)
Anfang der 60er Jahre verfilmte Roger Corman mehrere Geschichten von Edgar Allan Poe, die meisten mit Vincent Price in der Hauptrolle. Der Episodenfilm "Tales of Terror" von 1962 ist einer von ihnen, meines Erachtens auch einer seiner gelungensten. Im Vordergrund aller drei Episoden steht die Frage, was im Augenblick unseres Todes passiert - und was danach.

Teil 1 "Morella": Locke (Price) lebt 26 Jahre nach dem Tod seiner geliebten Frau Morella (deren mumifizierten Leichnam er im Schlafzimmer aufgebahrt hat) in zunehmender geistiger Verwirrung. Als seine Tochter ihn kurz vor ihrem Tod besucht, nimmt der Geist der Verstorbenen Rache an ihrem Mann und ihrer Tochter, die sie für ihren Tod verantwortlich macht. - Schön schaurig, mit viel Nebel, Spinnenweb und Leichen, die ihr Aussehen verändern, wird hier als Variation zu Poes "Tomb of Ligeia" eine nekrophile Obsession erzählt, die in Tod und Verderben endet. Woran Morella starb oder warum ihre Tochter glaubt, sterben zu müssen, wird nicht erklärt. Egal, hier geht es nicht um Ratio.

Teil 2 "Die schwarze Katze": Der unter chronischem Alkoholmangel leidende Säufer Montresor (Peter Lorre) trifft bei einer Weinprobe auf den affektierten Weinkenner Fortunatu (Price). Als Fortunatu Montresors attraktive Gattin kennenlernt, beginnt er hinter dessen Rücken ein Verhältnis mit ihr. Montresors Rache wird bitterböse: Er mauert die beiden im Keller ein. Aber kommt man ihm nicht doch auf die Schliche? - Die Darstellung Fortunatos nutzt Price zu einem mimischen und gestischem Feuerwerk. Ein reines Vergnügen seinem Augenrollen, Schmatzen und Schmachten zuzusehen. Und Lorres Darstellung zwischen Boshaftigkeit, Leutseligkeit und Wahnsinn komplettiert das Vergnügen. In den Szenen, in denen Montresor im Alkoholrausch Halluzinationen hat, verzerrt sich das Bild wie in einem Spiegelkabinett. Insgesamt sehr schwarzhumorig, enthält die Episode auch Motive der Erzählung "Das Fass Amontillado.

Teil 3 "Der Fall Valdemar": Der sterbenskranke Valdemar (Price) behandelt gegen den Rat seines Arztes und seiner Frau (Debra Paget) seine Schmerzen unter dem Einfluss von Hypnose. Als Gegenleistung verspricht er dem Mesmeristen (Basil Rathbone), sich im Augenblick des Todes hypnotisieren zu lassen. Dieser missbraucht Valdemars Vertrauen und lässt ihn in einem Zustand bei Bewusstsein, in dem sein Körper schon gestorben ist. Als er sich auch noch an Valdemars Frau vergreift, greift Valdemar ein. - Insgesamt die düsterste Episode des Films. Sie rührt an existenzielle Fragen: Was geschieht mit uns im Augenblick unseres Todes?

Ich halte den Film für ein Meisterwerk des gepflegten Gruselfilms, der mit geradezu mörderischem Vergnügen existenziellen Fragen nachgeht. In leuchtenden Farben, mit originellen Zwischentiteln (ein klopfendes Herz, Bluttropfen) und der suggestiven Filmmusik von Les Baxter hat er die Jahre sehr gut überdauert. Die Episodenform verhindert auch dramaturgische Durchhänger, da es sich um die Adaption von Kurzgeschichten handelt. Ich liebe diesen Film seit meiner frühen Jugend. Die Altersfreigabe ab 16 ist natürlich längst überholt.

Der Film wurde auch schon mal unter dem sinnfreien deutschen Verleihtitel "Der grauenvolle Mr. X" veröffentlicht. Der Film bietet leider außer verschiedenen Sprachversionen (in Mono) und Untertiteln keinerlei Extras.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ... ein Film ... zwei Synchronisationen ..., 12. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schwarze Geschichten (DVD)
Ich muss zugeben, ich habe sehr lange gezögert, bevor ich mir diese DVD zugelegt hatte, da ich befürchtete, die falsche der beiden deutschen Synchros zu erwischen.

Aufgrund des guten Preises und der Angabe eines Rezensenten, dass es sich um die restaurierte Originalsynchro der deutschen Kinoerstaufführung handeln soll, habe ich dann doch zugegriffen.

Leider muss ich sagen, dass mir die andere Synchro (also die TV-Version) wesentlich besser gefällt. Diese hier ist zwar auch ganz OK, jedoch weitaus weniger spontan und daher einfach langweiliger.

Dies fällt mir besonders bei der zweiten Episode "Die schwarze Katze" auf. Die deutschen Stimmen von Vincent Price und vor allem von Peter Lorre sind viel effektiver (witziger, spannender) als bei dieser Version.

Aber vielleicht empfinde ich nur so, weil ich zuvor die TV-Synchro kannte; ist wohl Geschmacksache. Es wäre jedoch nicht schlecht gewesen, wenn man bei Tonspuren auf dieser DVD zur Verfügung gestellt hätte.

Aber egal. "Schwarze Geschichten" ist ein absolutes Gruselvergnügen, mit tollen Schauspielern und drei recht spannenden und interessanten Geschichten.

Diese DVD lohnt sich also auf jeden Fall. Wer Roger Cormans Verfilmungen nach E.A. Poe ("Lebendig begraben" oder "Der Untergang des Hauses Usher") mag, der wird mit "Schwarze Geschichten" ganz sicher keinen Fehlgriff machen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pechschwarzer Humor auf dem Silbertablett, 2. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schwarze Geschichten (DVD)
Vincent Price lässt sich in "Der Fall Valdemar" auf dem Sterbebett
von Basil Rathbone hypnotisieren, so dass Bazil in der Rolle
des Carmichael sämtliche Macht über ihn gewinnt.

Peter Lorre mauert Vincent Price und seine Geliebte in "Die schwarze
Katze" lebendig ein.

Vincent Price und seine Tochter werden in "Morella" von Vincents
verstorbener Frau heimgesucht.

All das ist beste Unterhaltung- atmospherisch und mit tiefschwarzem
Humor untermalt. Schwarze Geschichten ist den Episodenfilmen seiner
Zeit um einiges vorraus. Der Film bietet brillante Umsetzungen der
Poe-Vorlagen und lässt Vincent Price zur Höchstform auflaufen.

Die Spannung wird langsam aufgebaut und mündet im jeweiligen Finale.

Die deutsche Synchro ist so wie ich sie von meinem alten VHS Tape kenne
und so wie sie sein soll- nämlich hervorragend.

Sound und Bild liegen im guten Bereich und machen diese DVD Auflage
zum Pflichtkauf für Fans des klassischen Horrors.
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5.0 von 5 Sternen Alles bestens, 7. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der grauenvolle Mr. X - Schwarze Geschichten (DVD)
Natürlich keine HD-Qualität, dafür aber Filme, die noch mit hervorragender Schauspielkunst gemacht wurden. Zwar schaudert es heute, wo man ja einiges gewohnt ist, nicht mehr so sehr, aber die Filme sind sehr unterhaltsam. Besonders die Mimik der Schauspieler ist interessant, da natürlich allen voran der Großmeister Vincent Price. Ich empfehle noch zus. den Film 'The Raven - der Rabe' ;)
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Handlung im Grenzbereich zwischen Leben und Tod, Film im Grenzbereich zwischen Atmosphäre und Stuss, 14. März 2011
Von 
Tonio Gas - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schwarze Geschichten (DVD)
Zum Inhalt des 1962er Episodenfilms von Roger Corman nach Poe-Motiven siehe die Amazon-Angaben. Teil eins ("Morella") vereint alle Un-/Tugenden einer Roger-Corman-Poe-Adaption. Der gute Hauptdarsteller (Vincent Price), die eigenwillige schauerromantische Künstlichkeit (nicht nur, aber auch in der Farbgebung, z.B. beim Grünblau Morellas Leichnams), das letztlich parasitäre Ausnutzen des Namens Poe, von dessen Geschichte nur wenig übernommen wurde, obwohl ein Schlusszitat Werktreue vorgaukelt... Bei alldem beschlich mich das Gefühl, das schon besser und weniger plakativ gesehen zu haben; für Vielschichtigkeit ist die Episode auch entschieden zu kurz! Die wirklich sehr übertrieben raumfüllenden Spinnweben, wie kann man dort eigentlich ohne Schimmelbefall und erbärmlichen Gestank leben? Wie viel interessanter war da z.B. das Intérieur der in der Vergangenheit lebenden Miss Havisham in David Leans Great-Expectations-Adaption (1946)! Lean, der es ebenfalls opulent anging, bezog viel stärker Stilmittel wie Kamerawinkel, Kadrierung, Positionierung von Gegenständen ein, Corman hat nur Spinnweben. Das Aufbewahren der toten Morella erinnert in einer 1962er Verfilmung allzu stark an "Psycho" (1960). Das Theremin als schauerromantisches Musikinstrument und eine wenig nuancierte orchestrale Dauerbeschallung werden eingesetzt, als seien die Uhren seit Miklos Roszas Track für Hitchs "Spellbound" (1945) stehengeblieben. Gegen Ende kann Corman nicht mehr verbergen, dass er letztlich ein Billigfilmer ist, da waren Kollegen wie Edgar G. Ulmer cleverer. Ein ganzes Schloss brennt in Sekundenschnelle ab (eine Beleidigung für jeden, der sich sommers redlich beim Grillanzünden abmüht), und allzu leicht sind die Doppelbelichtungen erkennbar. Schließlich ist die Episode ab einem gewissen Punkt bis ins Letzte vorhersehbar, was ganz gut an den Reaktionen meines Sohnes abzulesen war, der diesen Film eigentlich noch einige Jahre lang nicht sehen darf. Immerhin - dass die Atmosphäre nicht ganz ihre Wirkung verliert, das war auch abzulesen. Dennoch tut dem Streifen nicht gut, dass er in viel zu kurzer Zeit sowohl den Plot als auch die genretypischen Zutaten sämtlich abzuhaken gedenkt; dadurch ist er zum Forcierten geradezu gezwungen. Ein Film ohne Aufs und Abs, eine Schussfahrt ohne Kurven, ohne die Möglichkeit eines Blicks zur Seite. Anders als beim Skifahren nicht steil, sondern flach. Höchstens drei Sterne!

Teil zwei, "Die schwarze Katze" bietet wenigstens teilweise Lichtblicke, kann aber auch nicht auf ganzer Linie überzeugen. Zwar möchte der Streifen ebenso ein Horrorfilm sein, gelingt aber immer dann, wenn er genau dies nicht ist. In den ersten zwei Dritteln ist die im Vergleich zum Vorherigen längere Episode eine glänzende und etwas böse Komödie, auf der Zielgeraden versaut es Corman aber wieder durch billigen Budenzauber, der immerhin filmgeschichtlich interessant ist: Corman erbringt nämlich den Beweis, dass Filmemachen einmal ein billiges Jahrmarktsvergnügen war, und als sei man 1962 noch in den Kinderschuhen des Mediums, flicht er eine Alptraumsequenz mit billigem Linsenverzerrer ein, der alle Personen im wahrsten Sinne des Wortes zusammenstaucht. Wo der Film zuvor freiwillig komisch war, ist er nun unfreiwillig komisch, und das Ganze sieht aus wie im Spiegelkabinett in der Jahrmarktsbude - nie war "freigegeben ab 16 Jahren" derart unpassend. Der Teil rettet sich zwar noch in ein passables Finale, hat aber seine Stärken in der gar nicht horrormäßigen Anfangsphase. Peter Lorre spielt einen niemals nüchternen und zunächst sehr unangenehmen Zeitgenossen namens Montresor (also "mein Schatz", was sich als ganz und gar bittere Ironie erweisen wird). Bei einer nächtlichen Zechtour zieht die negativ eingeführte Figur die Lacher geschickt auf ihre Seite. Hierzu trägt ein phasenweise äußerst ausgefeiltes Drehbuch bei, was der Film ansonsten vermissen lässt. So pumpt der betrunkene Montresor einmal vier Personen hintereinander an, die sich jeweils angewidert abwenden. Jedes Mal wird seine Ansprache ein ganz kleines bißchen weniger verlogen, bis er am Ende schlicht zugibt, schnorren zu wollen. Das ist brillante nuancierte Dialogschärfe, wie man sie eher bei Mankiewicz oder Wilder als Corman vermutete. Anschließend stolpert Montresor (das ist wörtlich zu nehmen) in eine Weinhändlerversammlung und misst sich mit dem angeblichen König der Weintester - nur um weitersaufen zu können. Vincent Price spielt den Konkurrenten mit einem Höchstmaß an Selbstironie und Spott über die Sitten der Weinkenner, macht den Probiervorgang zur Zeremonie, während Montresor einfach die Gläser in einem Zug leert. Und dennoch stets Wein, Hanglage und Jahrgang exakt bestimmen kann, was nicht nur die blasierte Gesellschaft zum Vergnügen des Zuschauers irritiert, sondern vielleicht auch eine tiefere Wahrheit enthält: Nur wer das Leben in vollen Zügen in sich aufsaugt, der kann es auch kennen, nicht der, der nur dran nippt. Was natürlich auch seine unangenehmen Folgen hat (hier mag man trotz des freien Umgangs mit der literarischen Vorlage gewisse Parallelen zu Poes eigenem Alkoholismus erkennen). Allein für diese Szenen, in denen sich auch einmal die Musik mit herausgehobenen Posaunen und Tuben der Komik anpasst, kann man die Episode goutieren. Insgesamt kann sie sich jedoch dem Trash-Etikett nicht ganz entziehen, und die Gründe für permanente Szenenwechsel mit Einfrierbildern sind mir immer noch rätselhaft (ist dann eine Überblendung kostengünstiger herzustellen?).

Zu Teil drei ("Der Fall Valdemar") ist schließlich nicht mehr viel zu sagen, er liegt irgendwo im Mittelfeld. Der schöne Humor des Mittelteils ist verschwunden, die Anbindung an Poe ist etwas enger. Die Verknüpfung von Hypnose und Hokuspokus scheint Relikt des 19. Jahrhunderts zu sein, aber letztlich ist dies nur plot device für etwas Tiefergehendes und eben doch angenehm Zeitloses: Was geschieht im Moment des Todes, und kann die Unsterblichkeit nicht eher Fluch als Segen sein? Sehr gradlinig und mit einem genauso charismatischen wie vorhersehbar schurkischen Basil Rathbone wird der Moribunde Vincent Price zum Opfer gemacht, bis es zu einem schauerlichen Schockeffekt kommt, bevor sich Price endgültig aus dem Diesseits verflüssigen kann. Dieser Moment wirkt jedoch in der kraftvollen Sprache Poes stärker als bei dem künstlich wirkenden Schmadder, den Corman seinem Hauptdarsteller überkippen ließ. Die Farben sehen so unnatürlich nach selbstgemixt aus, dass man sich erstmal erstaunt fragt, was das denn sein soll, anstatt sich zu fürchten oder zu ekeln - und dann sind Szene und Film auch schon vorbei.

Insgesamt vereinen sich also originelle Ansätze mit Quark, wir verrühren das Ganze mal zu einem Drei-Sterne-Menü, was bei Amazon leider etwas anderes heißt als bei Michelin. Immerhin ist der Hauptgang schmackhaft wie ein guter Wein (wenn auch schal im Abgang).
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vincent Price ist der Größte, 13. Oktober 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der grauenvolle Mr. X - Schwarze Geschichten (DVD)
Hier wurden drei E.A. Poe Kurzgeschichten mit dem großartigen Vincent Price verfilmt. Besonderer Schmankerl ist die GEschichte "Die schwarze Katze". Peter Lorre und Vincent Price spielen sich bei der Weinverkostung gegenseitig an die Wand das es ein Genuss ist - besonders die Mimik von Price. Leider wurden bei dieser Geschichte zwei Kurzgeschichten von Edgar Allen Poe verwurstet: Das Fass Amantilado und die schwarze Katze. Die Geschichte "Morella" kann nicht so recht überzeugen aber dafür zieht Basil Rathbone in "Der Fall Waldemar" alle Register des bösen Ekels.Eigentlich eine rundum gelungene DVD aber Punktabzug gab es in folgenden Kategorien: Das Bonusmaterial ist sehr dürftig(nur ein Trailer)und die Geschichten an sich erreichen leider nicht das beängstige Niveau der Originalgeschichten.
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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen ...und der Rabe sitzt noch immer..., 21. April 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schwarze Geschichten (DVD)
Hinter den drei „schwarzen Geschichten", die der Filmtitel verspricht, verbergen sich in Wahrheit sehr farbenfreudige Kombinationen aller Motive Edgar Allan Poes; mindestens noch ein anderes Werk wird in die jeweilige Verfilmung eingearbeitet: „Das Fass Amontillado", „Die Schwarze Katze" und natürlich „Der Untergang des Hauses Usher", um nur die wichtigsten zu nennen. Der Film macht mit Sicherheit viel Spaß, wenn man ihn sich zusammen mit anderen Poe-Kennern ansieht, und hinterher zusammenträgt, wieviele Bausteine man erkannt hat; ansonsten wird einem hier aber die durchschnittliche Corman'sche Poe Adaption geboten, wie sie ihm auch schonmal besser gelungen ist und die nur sehr wenig neues bietet.
Die gutgewählten Kulissen und natürlich Vincent Prices Präsenz retten, was zu retten ist, leider verschenkt der Film aber durch seine unpassende, aufdringliche Musik sehr viel an Atmosphäre, wodurch selbst die wenigen gruseligen Szenen beim Zuschauer nicht wirken.
Durch einige schale Punchlines und Slapstick-Einlagen rechtfertigt Peter Lorre noch den „schwarze Humor", von dem der Klappentext spricht, ansonsten ist aber deutlich zu sehen, wie wenig Engagement ihm die Rolle des gestrandeten Alkoholikers aus der „Schwarzen Katze" abverlangte.
Natürlich kann man diesem Film einen kurzweiligen Unterhaltungswert nicht absprechen, jedoch bleibt er nichts weiter als ein schwacher Aufguss der Ideen, die in den anderen Poe-Verfilmungen mit Vincent Price bereits bereits gekonnter umgesetzt wurden; bevor Sie sich also für den Erwerb auch noch dieser DVD entscheiden, sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie in diesen Filmen nicht schon genug nebelverhangene Herrenhäuser und viktorianische Trachten gesehen haben, als dass damit nocheinmal 90 Minuten Laufzeit anstandslos zu füllen wären, denn vielmehr hat dieser Film nicht zu bieten.
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Der grauenvolle Mr. X - Schwarze Geschichten
Der grauenvolle Mr. X - Schwarze Geschichten von Edgar Allan Poe (DVD - 2003)
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