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TOP 1000 REZENSENTam 26. April 2012
Der Ungar Béla Bartók (1881-1945) gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Moderne. Vor allem sein Beitrag zur zeitgenössischen Instrumentalmusik, namentlich seine Instrumentalkonzerte, ist unermesslich und unglaublich facettenreich. Am bekanntesten sind seine drei Klavierkonzerte, doch diese Doppel-CD, die preisgünstig in der Serie "GEMINI" erschienen ist, beweist, dass auch andere Konzerte des Meisters hörenswert sind.

Das erste Violinkonzert, das Anfang des vergangenen Jahrhunderts entstand, ist zweisätzig. Es eröffnet mit einem geheimnisvollen Andante, das in elysischen Höhen schwebt. Der zweite Satz ist ein wuchtiges, derb-fröhliches Allegro, das mit einigen spielerischen Extravaganzen aufwartet.
Das zweite Konzert erweist sich als wesentlich reifer, was freilich nicht wunder nimmt, indes es etwa 30 Jahre später entstand. Der Kopfsatz ist von tiefschürfender Komplexität, Bartók zelebriert hier einen wahren Reigen von Emotionen und Impressionen. Das wundervolle Andante knüpft passend an und windet sich in ein feuriges Allegro.

Zwei weitere Werke für Violine und Orchester sind hier dargeboten, nämlich die beiden Rhapsodien, die Ende der 20er Jahre komponiert wurden. Sie sind in der Tradition typisch ungarischer Volkslieder gehalten, beginnen mit einem langsamen, schwerfälligen Teil und steigern sich zu einem burlesken Kehraus. Der zweiten Rhapsodie merkt man deutlich an, dass der ungarische Komponist sie nachmalig überarbeitete.

Eine wahre Kostbarkeit ist das Konzert für Viola und Orchester, das Bartók genau wie sein drittes Klavierkonzert nicht vollenden konnte, das aber trotzdem in einer vervollständigten Version vorliegt. Der einleitende Satz ist von einer derartigen Finesse, dass er sicherlich nicht auf Anhieb zu durchdringen ist. Wesentlich harmloser gebaren sich hingegen Adagio und Finale.

Es gibt zwei Zugaben: zunächst sechs Sätze aus den insgesamt 44 Duos für zwei Violinen. Es handelt sich dabei um eine geschmackvolle Bearbeitung original ungarischer Volksliedmotive - Bartók war leidenschaftlicher Sammler derartiger Lieder.
Fürderhin verdient die Sonate für Solovioline große Beachtung, es ist eigentlich profan, sie nur als Zugabe abzutun. Die einleitende Ciaccona ist deutlich an Bachs monumentale angelehnt. Nach einer bezaubernden Fuge und einer berückender Melodia folgt das regelrecht diabolisch-gehetzte Finale, das durchaus anstrengend ist.

Die vorliegende Einspielung entstand zwischen 1965 und 1975, erfreut sich aber dennoch erstaunlich guter Tonqualität. Die Interpreten sind im Einzelnen Yehudi Menuhin (Violine), Nell Gotkovsky (Violine in den Duos), das New Philharmonia Orchestra unter Antal Dorati sowie das BBC Symphony Orchestra unter Pierre Boulez (Rhapsodien).
Es handelt sich um einen durchweg filigran pointierten und differenzierten Vortrag, sowohl was die Orchesterwerke als auch was die Kammermusiken anbelangt. Menuhin zeigt sich in Topform, spielt seine Parte fein akzentuiert, farbig nuanciert und schattig perlend. Dabei fehlt es ihm niemals an Transparenz bei seiner Darbietung. Auch die Orchesterleistung kann nur gelobt werden, insbesondere Boulez' seziermesserartige Präzision. Jedweder bricht eine Lanze für Bartók, und das zurecht...
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am 12. Dezember 2013
Violinenmusik vom Klavier-Mann Bartok mag nicht jeder. Für Spezies trotzdem ein Genuss, aber Menhuin hat stärkere Einspielungen vorgelegt. Oder liegt es an der Aufnahmequalität? Die Midori-Einspielung ist besser!
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