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Swimming Pool
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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der "Swimming Pool" - in Ozons Film ist er realer Schauplatz, Metapher und Folie zugleich. Er ist der Knotenpunkt eines Spiels mit Bildern und Ebenen. Im Mittelpunkt der - man kann sagen: vordergründigen - Geschichte steht die englische Krimiautorin Sarah Morton (Charlotte Rampling). Sie ist ausgebrannt, ihr Verleger schickt sie zur Erholung ins französische Landhaus. Dort findet sich bald auch Julie (Ludivine Sagnier) ein, die Tochter des Besitzers. Während Julie sexuelles Vergnügen sucht, beobachtet die gehemmte Sarah das Treiben zunächst angewidert, dann zunehmend neugierig. Schließlich kommt es zu einem Mord -

- ,doch das ist eigentlich gar nicht die Hauptsache. Je länger der Film dauert, desto gewisser wird man, dass hier das Gezeigte nicht einfach wie eine konventionelle Filmgeschichte gesehen und gelesen werden kann. Beim ersten Anschauen ist man wohl in erster Linie verwirrt; wenn man aber beim zweiten Mal auf die sorgfältige Inszenierung achtet, spalten sich die Bilder regelrecht auf: in solche, die eine Geschichte erzählen, und jene, die Fiktion in der Fiktion sind. Dabei ist es die Farbe blau, die als Index dieser potenzierten Fiktion fungiert. Fensterläden, die Benutzeroberfläche von Sarahs Laptop, der Pool natürlich, aber auch scheinbar achtlos platzierte Gegenstände werden durch diese andere Lesart plötzlich bedeutsam. Die Bilder beginnen, Fragen zu stellen, sich selbst in Frage zu stellen. Allerspätestens deutlich wird das in der Schlusssequenz, wenn - und ab hier: Achtung, SPOILER - Sarah im Büro ihres Verlegers dessen Tochter trifft - aber das ist dann nicht Julie, sondern eine Julia, der der erotischen Figur (oder Fantasie?) aus Frankreich nur entfernt gleicht.

Wenn man Ozons Film nur mit dem Auge des vom Aktionskino konditionierten Zuschauers betrachtet, ist man vielleicht notwendigerweise enttäuscht. Statt aufzulösen, verzerrt Ozon und führt so die Regeln des amerikanisch geprägten Kinos ad absurdum. Gleichzeitig reflektiert so das Medium Film über sich selbst, über den Begriff und die Möglichkeiten von Fiktion. Das wird im Film unter anderem sehr schön durch einen betonten Einsatz von Spiegeln aufgenommen. Auch eigentümliche Parallelen, Kamerapositionen und andere Techniken, die bei oberflächlicher oder eben eindimensionaler Anschauung marginal scheinen, betonen diese Doppelbödigkeit. Ozon leistet mit diesem Film etwas, das vielleicht noch nicht richtig gewürdigt worden ist. Die Interpretation dessen, was da nun eigentlich bebildert wird, ist ein weiteres sehr interessantes Thema. Aber leider ist diese Rezension jetzt zu Ende.
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Januar 2005
Ein ruhiger Film in unruhigen Zeit ist beinahe schon ein Klischee. Ein ruhiger Film, der Unruhe spiegelt, klingt da schon interessanter. Und dann auch noch ein Film, der den Prozeß des Schreibens zum Thema hat und dabei die Psyche einer Schriftstellerin bloßlegt, was will man mehr?
Dazu braucht man eine Schauspielerin, die Verbitterung und Einsamkeit dar-stellen kann, ohne künstlich zu wirken, man braucht eine idyllisches Szenario, das der Inspiration dient, und einen Regisseur, der sich nicht davor fürchtet, daß ihm die Zeit davonrennt.
Auf dieses Experiment hat sich Francois Ozon eingelassen. Nach 8 Frauen kommt ein Film, der in seiner Unscheinbarkeit beinahe schon bedrohlich wirkt. Keine Ballereien, keine schreienden Menschen, Stille. Der Zuschauer entspannt sich und atmet ruhiger. Er genießt die Gesten und Verstrickungen der Schau-spieler und bemerkt erst viel zu spät, daß die Bilder in dem kurzen Zeitraum von eineinhalb Stunden an ihn herangerückt sind - als wäre die Leinwand nä-hergekommen, als hätte die Geschichte einen Schritt in unsere Realität hinein-gemacht.
Mit einem düsteren Grundton - der einem schon bei Dominik Molls Harry meint es gut mit dir den Mund trocken werden ließ und zum Ende hin an die beklem-mende Atmosphäre aus David Lynchs Mullholland Drive erinnert - präsentiert Ozon die spröde Charlotte Rampling als erfolgreiche und verbitterte Schrift-stellerin, die sich in ihrem eigenen Leben verlaufen hat. Sie will in Ruhe an ei-nem neuen Werk arbeiten, zieht sich in ein französisches Landhaus zurück und gerät an eine junge Frau, die ihr wie ein Gegenpol erscheint und in die sie sich beinahe schon minuziös verwandelt. Der Regisseur läßt Rampling viel Raum dafür. Ihr Charakter befindet sich in einem Kokon, aus dem ihn nur das Schrei-ben befreien kann. Je länger man den zwei Frauen bei ihren Annäherungen zu-sieht, um so mehr umschließt einen die Geschichte, bis man sich selbst in die-sem Kokon befindet. Alles, was du siehst, ist Material könnte der Untertitel dieses Filmes sein.
Swimming Pool braucht keine übertriebene Dramatik. Er hat die Sicherheit von Filmen, die Klassiker sind, lange bevor man sie als Klassiker eingeordnet hat. Die Schauspieler setzen jeden Schritt natürlich, sie sind ungeschickt und dür-fen es sein, sie sind lasziv und kindlich, ohne daß man es ihnen übel nimmt. Regisseur und Kameramann lassen die Bilder auf sich zukommen und überlas-sen es dem Betrachter, das Rätsel zu lösen, ohne ihn an die Hand zu nehmen.
Der Film beginnt mit einer Verleumdung und endet mit einem Eingeständnis. Es ist ein perfekter Kreis, der den Zuschauer etwas ratlos dastehen läßt. Aber auch diese Ratlosigkeit löst sich, wenn man sich als zweiten Untertitel denkt: Alles, was du erzählst, wird Wirklichkeit.
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Dezember 2005
Swimming pool als Krimi zu bezeichnen, ist meines Erachtens schlicht und einfach irreführend. Eine der Hauptpersonen ist zwar Kriminalbuchautorin, und es geschieht irgendwann ein Mord. Damit sind dann auch schon alle Gemeinsamkeiten mit einem Krimi erschöpft. Ozon geht es in seinem Film eher darum, die Beziehung von zwei Frauen darzustellen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Kurz zusammengefasst: eine bereits in die Jahre gekommene, etwas kauzige, britische Schriftstellerin mit puritanischem Arbeitsethos (Charlotte Rampling) zieht sich eine Zeit lang in das Landhaus ihres Verlegers in die südfranzösische Provence zurück, um dort in Ruhe an ihrem neuen Roman arbeiten zu können. Dort trifft sie völlig unvorbereitet auf eine junge, hübsche Französin (Ludivine Saignier), die die Freuden des Lebens sehr freizügig genießt. Die Begegnung führt unweigerlich zu Spannungen zwischen den Frauen und stellt zudem das Verhältnis der Autorin zu ihrem Verleger auf eine Belastungsprobe. Wie sich die Beziehung der Frauen dann weiterentwickelt, das ist das zentrale Thema des Films und wird sehr schön und auch immer mit einer Prise Humor dargestellt. Sehr schön ist im Film zudem die sommerliche Atmosphäre der Provence eingefangen. Gut gefiel mir auch die ruhig dahinfließende, etwas geheimnisvoll wirkende Filmmusik. Wer französische Filme wie z.B. von Claude Chabrol mag, dem wird der Film sicherlich gefallen. Leuten, die Wert auf einen aktionsgeladenen Krimi legen, sei von diesem Film abgeraten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Diesen gar seltsamen, andererseits auch atemberaubend interessanten und unheimlich spannenden, aber an einigen Anhaltspunkten außerordentlich ruhigen Film treffend zu beschreiben, ist aufgrund des hintergründigen Plots eher herausfordernd.

Im Grunde genommen beobachtet man das Handeln einer in sich gekehrten Schriftstellerin, welche wundervollerweise eine Villa als Arbeitsaufenthaltsort zur Verfügung gestellt bekommt. Die in Bälde erscheinende "Mitbewohnerin" vermag das geordnete Dasein des erfahrenen Schreiberlings gehörig auf den Kopf zu stellen und -Vorsicht vor dem Spoiler- unter Umständen entsteht ein Mordfall. Dass die DVD-Qualität sogar sehr gut erscheint, liegt womöglich auch an dem durchaus unalten Filmmaterial.

Das in idyllischster Umgebung gedrehte Drama orientiert sich stets an einem gemächlichen, jedoch keineswegs langweiligen Stil.
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Was immer auch passiert in diesem Film, er handelt im Wesentlichen von zwei Frauen, die an sehr unterschiedlichen Stationen des Lebensweges stehen. Die eine ist jung, im besten Barbiealter mit Barbieinteressen; die andere fast am Verblühen und mit einem Rattenschwanz an Erfahrungen und Erinnerungen belastet. Für die Jüngere mit perfektem Körper ist Sex noch eine unkomplizierte Sache, die sie wahllos und seltsam unpersönlich (lustlos?) konsumiert. Für die Ältere ist es eine komplexe Angelegenheit mit weniger Möglichkeiten, da der in Frage kommende Personenkreis kleiner ist und häufig leichte Kost bevorzugt.

Auf den ersten Blick haben sich diese beide Frauen nichts zu sagen. Im Gegenteil, für die Ältere ist die Jüngere ein Ärgernis, weil sie Unordnung in ihr Leben bringt. Am Ende erkennen beide, dass sie am gleichen Ende des Stranges ziehen. Der unmotivierte Mord an dem jungen Mann kann auch als Metapher stehen: Es ist wesenlich besser, wenn das eigene Wohlergehen weitgehen von innen kommt und nicht so sehr von anderen Menschen abhängig ist. Das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen.

Ein eindrucksvoller Film mit einer hervorragenden Charlotte Rampling, die selbst einmal Model war und sich spätestens in dem Aufsehen erregenden Film "Der Nachtportier" weit über nur gutes Aussehen hinaus als große Schauspielerin qualifizierte. Das muss Ludivine Sagnier, die jüngere Darstellerin, noch beweisen.

Die Altersfreigabe des Filmes ab 12 Jahre ist in Anbetracht des Themas und etlicher Szenen absolut unverständlich. Sie beweist einmal mehr, dass sich verantwortungsvolle Eltern auf diese "Empfehlungen" nicht verlassen könnnen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Mai 2007
Die erfolgreiche Krimiautorin Sarah Modwell nimmt sich auf Anraten ihres Verlegers eine Auszeit in dessen Villa in Südfrankreich. Sie hofft, dass er ihr nachreist und eine nicht mehr bestehende Beziehung aufwärmt. Es kommt anders. Die Tochter des Verlegers taucht auf und stört die Ruhe des Hauses. Julie ist laut, bringt Männer mit nach Hause und macht keinen Hehl daraus, das sie in diesem Haus einen Sonderstatus geniest.

Sarah gedenkt abzureisen. Aber die Ungereimtheiten in den Erzählungen von Julie über deren Mutter machen sie neugierig und sie spioniert hinter Julie her. Sie stößt auf ein verfängliches Tagesbuch. Inspiriert von diesen Informationen beginnt Sarah ein neues Buch zu schreiben. Der Stoff scheint ihr Julie zu liefern. Als Julie dann auch noch am Swimming Pool einen jungen Mann erschlägt, wird sie zur Mittäterin und hilft beim Vergraben der Leiche.

Ihr Verleger lehnt Sarahs neues Buch ab, doch sie hab bereits einen anderen Verleger gefunden und das Buch in den Verkehr gebracht. Die im Verlag erscheinende Tochter ist nicht jene, die Sarah in der Villa traf.

Der Zuschauer bekommt eine Geschichte gezeigt, die ihre Geheimnisse nur unwillig und manche gar nicht preis gibt. Die Auseinandersetzung der beiden Frauen verläuft auf hohem Niveau und mit feinen spitzen Dialogen ganz unterschiedlicher Charakteren. Der Inhalt des neuen Buches von Sarah kann man nur ahnen. Auch Julie kommt und verschwindet wie ein Schiff im Nebel. Ausgezeichnetes französisches Kino mit einzigartigen schauspielerischen Leistungen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 21. Oktober 2007
Sarah Morton, eine erfolgreiche aber etwas ausgebrannte und frustrierte Krimi-Schriftstellerin folgt der Einladung ihres Verlegers ein paar unbeschwerte Wochen in seinem Ferienhaus in Frankreich zu verbringen. Tatsächlich stellen sich bald ein paar gute Ideen ein. Ärger bahnt sich allerdings auch an, denn die Tochter des Verlegers taucht unangemeldet auf um sich ebenfalls hier etwas auszuruhen. Dass das Ausruhen bei den beiden Frauen unterschiedlich aussieht kann man sich denken. Die 20-jährige Julie macht einen Heidenlärm, schleppt immer neue Lover an und räkelt sich leicht bekleidet am Pool, während Sarah Joghurt-essend über ihren Texten brütet. Trotzdem nähern sich die zwei irgendwann an. Doch schließlich kommt noch die Liebe ins Spiel und sie werden zu Rivalinnen. Das riecht nach Mord, oder..? Jedenfalls wird es in diesem Film noch sehr spannend. Die Darstellung der Personen ist psychologisch gut getroffen. Ich fand den Film, wie man sicher erahnt, ziemlich gut und empfehle ihn gerne weiter.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Mai 2005
Die etwas biedere ausgebrannte Londoner Schriftstellerin Sarah Morton erhält von ihrem Freund und Verleger John das Angebot, für eine Weile sein Haus in Frankreich zu bewohnen, und dort auf andere Gedanken zu kommen. Sarah lebt sich dort ein und beginnt eine neue Arbeit, als eines Abends eine junge Frau das Haus betritt, die sich als Johns Tochter Julie vorstellt. Die Gegensätze könnten nicht größer sein, lebt Julie ihr Leben doch in vollen Zügen. Nach anfänglicher Abscheu beginnt das junge Mädchen Sarah doch zu faszinieren. Sie stellt ihre gewohnten Krimis zurück, und beginnt über Julie zu schreiben...
Der Film beschreibt eine Beziehung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen, deren Gegensätze sich mit der Zeit jedoch auflösen. Plötzlich befindet sich Sarah, so scheint es, inmitten einer ihrer Geschichten wieder.
„Swimming Pool" erzählt eine ganz unterhaltsame geheimnisvolle Geschichte, die den Zuschauer in den Bann zieht auch ohne klassische Elemente modernen Kinos. Es ist eben die Spannung der Geschichte, die einen nicht los läßt. Die Handlung bleibt bis zum Ende nicht vorhersehbar. Ganz ordentliche Unterhaltung.
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Juli 2006
Der Film bietet weder Action noch eine Krimihandlung nach klassischem Muster, sondern erzählt ruhig, aber sehr eindringlich eine ungewöhnliche Geschichte. Wer dies weiß und sich gerne auf eine sich langsam aufbauende Handlung einlässt, die sich rund um eine hevorragende Hauptdarstellerin Charlotte Rampling in einer wunderschönen Landschaft dreht, liegt bei diesem Film richtig. Erotik und Sex sind bei diesem Film nicht spekulativ, sondern genau richtig eingesetzt. Ein Rätsel ist die Freigabe ab 12 Jahren - das müßte 16 heißen.

Die Musik unterstreicht vor allem im letzten Drittel das etwas Unheimliche an diesem Film sehr gut. Interessant und etwas verwirrend auch der Schluss. Hier wurde mit einer "Mikro-Prise" David Lynch gewürzt.

Resümee: Ein guter, sehenswerter Film für cineastische Feinschmecker.
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Vorab: Ich empfehle diesen Film jedem, der tiefgründige Filme mag, der bereit ist, sich auch mal überraschen zu lassen. Und genau deshalb gebe ich zu bedenken: Auch meine Rezension birgt leider die Gefahr, dass vorher zuviel verraten wird. Vielleicht besser erst nach dem ersten Ansehen lesen, wäre mein Tipp.

Nun zu meinen Eindrücken:

Nach dem Motto, beruflicher Erfolg macht nicht automatisch glücklich, befindet sich die bekannte Krimiautorin Sarah Morton keineswegs nur in einer Schaffenskrise. Einsamkeit, Neurosen und das Nichtvorhandensein von Erotik und Nähe prägen ihr Leben. Was bietet sich da mehr an, als einfach mal etwas ganz neues zu schreiben! Am besten über sich selbst und die eigenen Wünsche, Verstrickungen und bisherigen Versäumnisse. Als Zuschauer befindet man sich unversehens im neuen Werk der Schriftstellerin wieder und nur noch manchmal in der Realität, nur merkt man das nicht! Der Zuschauer wird absichtlich permanent auf's Glatteis geführt. Alles ist erst im Enstehen, wird deutlicher, aber vielleicht auch nur mysteriöser und beängstigender. Gibt es die Tochter des Verlegers (Ihres Liebhabers?) wirklich? Wenn ja, in dieser erotischen, kindlichen und aggressiven Form? Oder ist sie nur eine reine Projektion des glücklicheren (gewünschten) Ichs der Autorin und eine fiktive Figur des fortschreitenden Buches? Erst zum ganz Schluss des Films erhält der Zuschauer die Information, dass hier wohl nicht alles das real war, was er gesehen hat. Dass er vielmehr eine innere Realität, ein sich Entwickeln der Autorin, wahrgenommen haben könnte.

Interessant wird es, wenn man sich den Film dann nochmal anschaut. Erst jetzt werden die Feinheiten deutlicher: die Farbe Blau, die Spiegel und natürlich die Musik. Und wer beim ersten Mal anschauen noch nicht darauf geachtet hat: Einfach zum Ende hin mal darauf achten, welche "Körperform" die tatsächliche Tochter des Verlegers hat. Es gibt "Kleinigkeiten" ohne Ende zu entdecken! Dieser Film ist bis in jegliches Detail präzise gearbeitet. Ob abrupter Szenenwechsel, oder ein unvermitteltes Abbrechen der Musik und vieles mehr, alles ist Absicht und hat ein Ziel. Dabei geht der Film unterschwellig und leise vor, um den Zuschauer unmerklich in das Geschehen zu verstricken.

Das insgesamt subtile Vorgehen hat natürlich seinen Zweck, sein Ziel oder mehrere davon. Ich drücke es mal so aus: Wie vermittelt man das Seelenleben (die Hoffnungen, Ängste, ...) einer einsamen, sensiblen Karrierefrau? Und zwar glaubwürdig, feinfühlig und ernsthaft? Vielleicht indem man den Zuschauer für kurze Zeit einmal an diesem Seelenleben teilhaben lässt. Was der Zuschauer daraus mitnimmt, welches Verständnis er entwickelt oder welche Schuldigen und Ursachen er findet, das sei ihm überlassen.

Eine bessere Besetzung, als mit Charlotte Rampling hätte man nicht finden können, oder es ist so, wie einige sagen, dass der Film ihr geradezu auf den Leib geschnitten wurde. Mein Fazit: Sehenswert ohne wenn und aber.
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