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TOP 1000 REZENSENTam 19. März 2016
1(!) einziger Index-Punkt für 74:19min Bites und Bits, ca. 99% Geräusche und ca. 1% Musik. Nein, von einer Musik-CD kann man hier beim besten Willen nicht sprechen, von einer Geräusch-CD dafür sehr wohl: Akustik-Alptraum, Amputation/Extraktion/Operation, Amok-Lauf, Angst-Zustand, Audio-Apokalypse, Blut-Rausch, Brech-Reiz, Chaos-Theorie, Debilität/Delirium/Demenz, Endzeit-Vision, Frisch-Fleisch, Geistes-Krankheit, General-Phobie, Genie-Streich, Geräusch-Kulisse, Geschmacks-Verirrung, Gottes-Lästerung, Grabes-Stille, Grenz-Erfahrung, Herz-Rhythmus-Störung, Hexen-Verbrennung, Horror-Film-Musik(?), Hör-Spiel(Ernst), Irren-Anstalt, Irrsinn/Schwachsinn/Wahnsinn, Ketten-Säge, Konzentrations-Lager, Kreislauf-Kollaps, Kuschel-Rock, Lärm-Belästigung, Leichen-Schändung, Morbus PATTON, Murphy's Law, Not-Aufnahme, Ohren-Vergewaltigung, Organ-Entnahme, Panik-Attacke, Pressluft-Hammer, Psycho-Droge, Realitäts-Verlust, Selbstmord-Soundtrack, Sex-Fantasie, Sinnes-Täuschung, Sinus-Generator, Splatter-Movie, Test-Bild, Ton-Terror, Wahnsinns-Werk, Wunder-Tüte, Zahn-/Magen-/Kopf-/Hals-/Glieder-Schmerzen – ja, SOOO (oder so ähnlich) hört sich das hier an! Für den (anzunehmenden) Fall, dass ich irgendetwas vergessen habe, hier mein Tipp: SELBST-VERSUCH...

Auf der einen Seite wären 69 oder 99 oder 666 Index-Punkte für den Hardcore-Freak (aka PATTON-Fan) sicherlich zweckmäßiger, auf der anderen Seite hört sich dieses Teil höchstwahrscheinlich NIEMAND mehr als 1x bis zum elenden Ende an (außer den Hardcore-Freaks aka PATTON-Fans). Änderten Einzel-Indexe also auch nur irgendetwas am Gesamt-Eindruck (siehe erster Absatz)? Von Minute 55:12 bis 74:15 mag der totesmutige Hörer Geräusche vernehmen, die wie die Abtastnadel in der Auslaufrille der Schallplatte klingen, also eine fast 20-minütige Endlos-Wiederho(h)lung von knastern/knistern, rauschen/rumpeln, schleifen/schlurfen - vielleicht „Modern Meditation“? Egal, ganz am Schluss (so von 74:15 bis 74:19) wird nochmal in's Nichts angezählt (eher angeschrien) und AUS! Ja, KLASSE-MEGA-SUPER-TOLL-ULTRA - exakt ganz genau DAS wollten wir schon immer alle HÖREN...
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MITWIRKENDE
Die meisten Menschen fallen ihr liebes Leben lang mehr oder weniger überhaupt nicht auf, manche dürfen/müssen/sollen/wollen (begründet oder nicht) in die Klappse. Und dann gibt's Leute wie Mike PATTON: Dieser Typ ist ohne jeden Zweifel ein geistesgestörtes Genie. Aber im Gegensatz zu manch anderem geistesgestörten Genie verdient er mit seiner Krankheit (Morbus PATTON) auch noch Geld (wieviel eigentlich?). Wo andere Kandidaten ihre sauer verdiente Kohle ZUM Therapeuten schleppen, nimmt Mike eben solche (Kohle) VOM Publikum (also auch von mir). Daran ist nichts schlecht – ein GEBEN und ein NEHMEN, Angebot und Nachfrage, wie immer und überall. Schlimm wäre nur, wenn man genötigt/gezwungen/verurteilt würde, endfertiges Zeuch wie FANTOMAS' DELIRIVM CORDIA täglich ertragen/fühlen/hören/konsumieren/riechen/schlucken/schmecken/sehen/verdauen zu müssen. Das käme dann einer Frequenz-Folter gleich und wäre ohne kurz-, mittel- oder langfristige unerwünschte Veränderungen der eigenen Psyche unmöglich – vor allem aber UNGESUND! Also, KLASSE-MEGA-SUPER-TOLL-ULTRA - exakt ganz genau SOOO wollten wir uns schon immer alle FÜHLEN!

Ach ja, dann spielen noch Trevor DUNN (bass), Dave LOMBARDO (drums) und Buzz OSBOURNE (guitars) mit – allerdings tendiert deren instrumentale Teilnahme bei 99% Geräuschen und gerade mal 1% Musik gegen Null. Oder haben die auch all die Geräusche zu verantworten? Wie dem auch sei, irgendwelche Menschen machten sich irgendwann im Jahre 2004 an's Werk, ihre Energie, Nerven und Zeit zu investieren/nutzen/verschwenden, um dieses Werk zu machen – also ein MACH-WERK im besten Sinne! Ohne diese Menschen gäbe es kein DELIRIVM (ob das jetzt gut oder schlecht ist/wäre, wird hier weder angenommen noch diskutiert noch verurteilt). Man kann also vieles behaupten, NICHT aber, dass im DELIRIVM keine Arbeit steckte. Viel oder wenig ARBEIT bedeutet aber auch nicht zwingend schlechte oder gute QUALITÄT (Geld-Segen/Hall-of-Fame/Platten-Verkäufe schon gar nicht)! Was ich sagen will: alles wie immer Geschmacks-Sache und KLASSE-MEGA-SUPER-TOLL-ULTRA - exakt ganz genau DAS wollten wir schon immer alle WISSEN!
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KLANG
1A, besser geht nicht, erste Sahne, grandios, High Fidelity at it's best, mega, super, toll, non plus ultra, Referenz, rien ne va plus, Spitzenklasse, Wahnsinn! Ja, KLASSE-MEGA-SUPER-TOLL-ULTRA - exakt ganz genau SOOO wollten wir die Welt (des Herrn PATTON) schon immer alle HÖREN!
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VERPACKUNG
Außen auf der Vorderseite des glänzend-schwarzen Umkarton's aus Pappe der Schriftzug FANTOMAS, darunter in kaum erkenn-/les-/wahrnehmbarer Schrift DELIRIVM CORDIA, auf der Rückseite irrelevante Infos. Innen ein Jewelcase in Rauchglas-Optik (schwarz-durchsichtig, wenn man so will), Booklet abstoßend ekelerregend widerwärtig: mit Metall-Instrumenten aufgerissenes Maul, mit Händen entnommenes Körperteil, mit Spatel ausgelöffeltes Auge. Also, Soft-Core-Kuschel-Pop-Kapellen wie z.B. CANNIBAL CORPSE oder SIX FEET UNDER können dagegen mit ihren altersunbeschränkten, durch und durch jugendfreien, jungfräulichen Knutsche-Covern glatt einpacken. KLASSE-MEGA-SUPER-TOLL-ULTRA - exakt ganz genau DAS wollten wir schon immer alle SEHEN!
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P.S.
Was (zumindest mir) in diesem Zusammenhamg noch auffällt, ist das Fehlen jeglicher Sticker, die auf die Gefahren dieses DELIRIVM's aufmerksam machen. Naja, „explicit lyrics“, „sexual references“ oder “strong language“ kommen ja auch nicht vor, dafür aber jeder Beschreibung spottende Klänge. Diese Klänge SIND gefährlich! Diese Klänge SIND gemein – GEMEIN-GEFÄHRLICH und für hyper-sensibilisierte (Kinder-)Ohren auf gar keinen Fall geeignet! Darauf sollte vielleicht mal hingewiesen werden...
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...ODER KANN DAS WEG?
Wie ich jetzt schon mehrfach sagte/schrieb: KLASSE-MEGA-SUPER-TOLL-ULTRA - auf exakt ganz genau DIESE Scheibe hat das Universum seit Anbeginn aller Zeit gewartet!
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HAAX/Kiel
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DANK
an dieser Stelle an Stefano M. für die überaus schnelle Lieferung dieses essentiellen, lebensnotwendigen, unentbehrlichen Artikel's!
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Ich gebe zu, ich habe eine Schwäche für absurde, schräge, dissonante und psychotische Klänge die nicht jedermanns Ding sind. Diese Erkenntnis berücksichtigend ist es kein Wunder das mir das hier vorliegende Album "Delirium Cordia" so gut gefällt. Natürlich ist das hier keine "Nebenher"-Musik und auch nichts für jeden Tag. Solltet ihr also eine Untermalung für eine nette Party unter Freunden suchen, rate ich eher ab. Alle die auf der Suche nach neuen Klängen und die offen für Experimente sind sollten hier ganz aufmerksam bleiben.

Wer ist eigentlich Fantômas? Fantômas ist eine sogenannte Supergroup wenn es um die Besetzung geht. Wir haben als Hauptinitiator MIKE PATTON (bekannt durch Faith No More, weniger bekannt durch Mr.Bungle usw.) als Sänger und Verantwortlicher für allerlei Kompositorisches sowie Produzent von diversem Krach. Dann haben wir hier DAVE LOMBARDO (seines Zeichens Drummer der Metal-übermacht Slayer) an Drums und Percussion. Gitarrenarbeit kommt von BUZZ OSBOURNE (Bekannt durch die Melvins) und TREVOR DUNN (ebenfalls Mr.Bungle) am Bass.

Ihre Musik ist ein bunter Mix aus neuer Musik, Filmmusik, (Free) Jazz, Musique Concrete, Industrial, Metal, (Psychedelic-) Rock und Dark Ambient.
So zumindest könnte man versuchen es zu schubladisieren allerdings gestaltet sich das dann doch als schwierig und so bin ich geneigt das Ganze einfach als "Experimentelle Musik" zu bezeichnen.
Auf "Delirium Cordia" haben Fantômas praktisch alle Konventionen der Musik über Bord geworfen, harmonisch und rhythmisch bewegen wir uns hier tatsächlich eher auf dem Terrain eines Stockhausen und auch etwaige Songstrukturen fehlen ganz. Das gesamte Album besteht nämlich aus einem einzigen 70 Minütigen Stück, und genau dieses wollen wir uns jetzt mal genauer ansehen:

Alles beginnt mit dem Geräusch das eine Plattenspielernadel macht wenn sie aufsetzt. Es folgt ein kleiner Albtraum-melodiefetzen, wobei mir nicht klar ist ob es sich hierbei um eine Art dumpfes Gamelanglockenspiel oder Vibraphon oder um ein Klavier handelt. Dann ein von Ridebecken-Klimbim begleitetes "Haaaa" mit einer schönen Basseinlage (Das "Haaa" erinnert mich seltsamerweise an "The Girl from Ipanema", aber das ist wohl bloß wieder mein verdrehtes Gehirn). Dann eine Art Tusch aus E-Gitarre und Drums. Ein Gong und es geht zurück zur Albtraum-melodie, nur dass diesesmal ein Herzklopf-Sample das ganze untermalt. Darüber schwebt ein undefinierbares Pfeifen und Sägen (Vielleicht gestrichene Becken?) . Nach einem weiteren markerschütterndem Schrei ertönt ein Geräusch das klingt als würde man an einem Instrument entlang streichen das aus hängenden verschieden langen Holz oder Bambus-stäben besteht. Ein wenig erinnert das Ganze auch an Wasserplätschern. Plötzlich wieder das "Ipanema-Haaa" und BÄÄÄÄM! Ein furioser Tusch aus E-Gitarre und Drums! Die Band rastet richtig aus und würgt dann irgendwann wie nach einem klassischen Metalsong-Abschlag ab. Wieder ein Gong und plötzlich eine Art klassischer Männerkirchenchor. Der erste schöne melodiöse Moment dieser Aufnahme (begleitet von undefinierbarem Geraschel und diversen Becken und Gongs). Und als wäre das nicht schon episch genug setzen Fantômas mit E-Gitarre und Drums (die fast so etwas wie einen Black Metal Blastbeat spielen) noch eins drauf.

Es folgt ein unheilvolles Wummern, wie eines Sturm, und im Hintergrund bahnt sich mit einigen hohen Stimmen der nächste große Angriff aus dem Hinterhalt an. Der kommt dann auch prompt. Ein heilloses Durcheinander aus Geschrei und anderen Geräuschen (erinnert mich persönlich an die Chaos-sequenz im Dead Kennedys Song "Chemical Warfare"). Dann einige streicherartige Töne, die in eine an chinesische Oper erinnernde Passage aus Gesang, Schellen und Streichern (Pferdekopfgeige?) münden. Auch diese Sequenz bricht irgendwann ab mit einem richtig fetten Drumroll und macht Platz für afrikanisch inspiriertes polyrhythmisches Trommeln, begleitet von diversen Karate - Hu!'s und Ha!'s, sowie Geklatsche. Dann wieder unheimliches Gepolter mit Kirchenglockenläuten und einem Sprachsample das wohl aus einem Kriegsfilm oder PC-Spiel stammt. Ich habe bisher nicht geschafft zu dechiffrieren was dort eigentlich gesagt wird. Schließlich befinden wir uns in einer recht melodiösen von Gitarrenarbeit und Klavier sowie einem Theremin geprägten Stelle, die ganz eindeutig auf B-Movie Musik anspielt. Ein stehender Basston (Dronefreunde aufgepasst!) und ein Geräusch das sich zunächst anhört als wäre es ein Streichen der Snaredrum mit einem Besen beendet auch diese Stelle recht plötzlich. Der Bass schiebt sich eine Weile fast schon Doom Metal-artig durch die Gegend und wird irgendwann begleitet von einer Geräuschkulisse wie aus einer Küche in der gerade aufgeräumt wird. Ab und an sind sprechende Personen im Hintergrund zu hören, wobei auch hier schwer herauszufiltern ist, was sie genau sagen.

Plötzlich wieder ein klar definiertes rhythmisches Element, der Bass schweigt und einige seltsame Sci-Fi-Filmgeräusche flattern im Hintergrund. Boom! Wieder ein jäher Break und der chaotische Ah-Chor ist zurück, begleitet von tiefen Gitarrenakkorden, steigert sich das Ganze fast bis zur Unerträglichkeit und SCHWUPPS! - ist es einfach weg und einige jazzige Akkorde auf einer Art Orgel bzw. E-Piano nehmen uns wieder in die Arme. Fast hätte ich ein hier präsentes Geräusch überhört, denn auch in der Musik tippt sich jemand auf einer PC-Tastatur den Wolf. Wieder entrückte Chöre mit einer ordentlichen Portion Synth-geschwabbel und wir befinden uns plötzlich in einem Wald voller Glöckchen und Klangstäbchen und Triangeln (Triangels?). Die durch die Glöckchen entstehenden Obertöne bilden eine schwebende Melodie die bis zur Übersteuerung ausgereizt wird. Auch hier meine ich gestrichene Becken und Gongs herauszuhören. Doch auch in dieser eher ätherischen Atmosphäre lassen uns Fantômas nicht lange in Frieden sondern wecken uns mit heftigen E-Gitarren, Oh-Chören aus der Dose und Streichern sowie einigen extremen Schreien. Harmonisch bewegen wir uns hier eher im Black Metal-bereich, also bereitet euch auf den Tritonus und Dissonanzen vor.

SCHEBBERKRACHRADDELSCHRADDELKLINGELBUMMTSCHINGSCHWABBEL! - Eine Welle aus Geräusch bricht über dir zusammen und lässt eine Soundwand zurück die irgendwie an Zikaden und Grillen erinnert. Diese Zikaden werden mehr oder weniger elegant ausgefadet und zurück bleibt das Rauschen des Meeres. Dann wieder Mike Pattons wohltrainiertes Gesangsorgan, diesmal in der tiefen Lage, und ein Harmonium. LAUF! LAUF UM DEIN LEBEN! - schreit die nächste Stelle, ein heftig atmender Mike vor einer im näher rückenden Wand aus Geräuschen die klingen as wären es Abermillionen bissiger Fledermäuse oder sowas. Dann wieder fast schon generisches Albtraum-Horrorfilm-klavier und eine (vermutlich aus Stimmen geformte) erneute Klangcollage die klingt wie ein Schwarm Wespen oder wie die Autobahn. Schließlich wieder ein paar Klischee-Tricks aus der Horrorfilm-kiste: Klavier und Pfeifen, tiefe Gitarren, "schiefe" Halbtonschritte.

Gerade als ich dachte "Ok jetzt passiert nix spannendes mehr" werde ich eines besseren belehrt als sich Hi-Hat und Stimme ein rhythmischen Beatboxbattle begleitet von Akzenten auf der E-Gitarre liefern, das trotz der weiterhin fortgeführten Albtraum-Atmosphäre irgendwie fast ein bisschen zum Tanzen animiert. Doch was soll ich sagen, Fantômas wäre nicht Fantômas wenn sie uns diese kleine Verschnaufspause nicht wieder durch a-rhythmische Klangfrickeleien zerfetzen würden. Nach einem Abschlag nämlich ist erstmal Schluss mit Tanzen - und mit einem Eyes-Wide-Shut-esken Klavier (unterstützt vom bereits aufgetauchten Herzklopfen, sowie einigen Krankenhausgeräuschen) sind wir wieder mitten drin im Horror. DIE ZEIT LÄUFT AB!, suggeriert die nächste Sequenz, erst ein Ticken, dann ein Wecker und alles explodiert in einem fulminanten Chaos-Drumsolo. Als dieses beendet ist werfen Fantômas noch ein vom tibetanischen Obertongesang oder vom Throatsinging der Tuva inspiriertes Singsang in den Ring und ein ziemlich gut platziertes Rockfill-in der gesamten Band knallt uns ordentlich was vor den Latz. Wieder jazziges Gesinge und plötzlich wieder ordentlicher Schlag ins Mark, Streicher bahnen sich auf eine recht typische Horrorfilm Manier ihren Weg.

Nach einem deftigen Fratzengeballer sind wir plötzlich wieder in etwas wirtlicheren Gegenden der Musik: feister grooviger Bass, Tabla und Shaker erinnern mich hier ganz stark an Shawn Lee's Ping Pong Orchestra. Ein weiterer Bruch (fast schon zuviele Brüche) und wir sind irgendwo in einer kargen Gegend die ganz gewaltig nach Dark Ambient a la Lustmord stinkt. WAS WILLST DU DENN? - Irgendwer flüstert für die nächsten Minuten permanent ins Ohr, dass man sich glatt vorstellen kann wie sich ein schizophrener Mensch fühlen muss der Stimmen hört. Das Ganze wird dann noch als Schicht RÜCKWÄRTS (Habe ich da jemanden SATAN sagen hören?) drauf gelegt und SCHABUI! - SInd wir in der U-Bahn. Jawohl, in der U-Bahn. Oder halt! Nein! Das ist ja Wind! Ja! Es ist Wind! Ein WIndsturm!
Vermutlich ist es aber nur gestrichene Zeltplane, wer weiß das schon so genau.

Der Übergang zur nächsten Passage ist ziemlich klar vom Glitch oder vom Industrial gefärbt, überhaupt erinnern viele Soundscapes hier sehr stark an Old School Industrial der Marke Current 93 oder Throbbing Gristle und natürlich einstürzende Neubauten. Die nächste Passage jedoch hat wieder mehr von einem sehr derangierten Mumienfilm. Die verwendeten Stilmittel sind jedoch trotz Verwendung einer Art Sitar nach knapp 42 Minuten kaum noch überraschend.

Wir kommen schließlich zu einem Radiosample (irgendein Chor der soweit ich das höre etwas mit "Hallelujah" singt). Einige Bleeps und Klicks und wieder einmal eine Sci-Fi-Atmo vom Feinsten, dann kackt erstmal irgendein technisches Gerät ab und kracht ganz fürchterlich. Eine psychedelische Gitarre die zum einen nach Wüste klingt und zum anderen nach "Caduceus" von Akira Rabelais und erneut unheilvolles Brummeln, gefolgt von einem ominösen Gekrächze und Ambient-beeinflusstem Synthpad mit Chor. Dann ein Piepen. Ein Piepen das so genial eingemischt ist das ich zunächst geglaubt habe es befände sich hier in meinem Zimmer. Nach dem ich also endlich kapiert habe das meine Mikrowelle aus ist, kanns ja weiter gehen. Bei Fantômas piepts wohl.
Nachdem also dieses besagte Piepen stehenbleibt als sei jemand gestorben gönnen uns Fantômas erstmals eine relativ lange Verschnaufspause, und auch hier wieder eine jazzige Latin-infizierte Melodiepassage mit Gitarre, Bass und Chor. Ein Gong und erneut bleibt Wasserplätschern, eine Art Vogelgequietsche und dieses mal bin ich mir ziemlich sicher es mit Gamelan-glocken zu tun zu haben.

Natürlich schaukelt sich das ganze noch mal richtig auf und BÄM! BÄM! BÄM! BÄM! BÄM! BÄM! gibts nochmal richtig fett Metal-style auf die Fresse mit Drums (Crash-choke) und Gitarre. Erstaunlich wie präzise diese Breaks laufen, ich frage mich ob das so gespielt wurde oder ob das gesamplet ist. Obendrauf atmet einer mal TIEF durch und einige Glitchige-Elektrofuddelsounds runden die Sache ab.

NUN FOLGT eine Art Plattenspielerleerlauf und DER IST LAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAANG

DAS ENDE VERRATE ICH EUCH NICHT. ÄLLABÄTSCH!

FAZIT: "Delirium Cordia" ist ANSTRENGEND. "Delirium Cordia" ist SPANNEND. "Delirium Cordia" ist PSYCHOTISCH. "Deliirum Cordia" ist KEINE POPMUSIK.

"DELIRIUM CORDIA" IST EINE UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG!!!!!!!!
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am 6. Februar 2004
Die klanggewordene hallizunatorisch-paranoiden Wahntraeume eines Menschen im "delirium cordia". Vielschichtig, unterschwellig durchwoben von unbehagen und hypnotischer beklommenheit, fieberhafte Phantastereien, abgewechselt mit atmosphaerischen wacheindruecken des kranken. Ob das ganze nun ein einziger Track ist, obwohl es aus vielen kleinen fragmenten besteht, ist unwichtig, denn wie schon die erste Fantomas CD und diverse fruehe Patton-Projekte ist dieses Werk an einem Stueck zu hoeren, und nicht nach dem Lustprinzip zu kombinierende Musik. Brilliant
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am 4. November 2004
Zugegeben, massenkompatibel oder gar radiotauglich waren Fântomas noch nie. Schon ihr letztes (Meister)Werk "The Director's Cut" war dem Wahnsinn ebenso nahe wie dem Genie, doch wo dort noch mehr oder weniger bekannte Filmmelodien gekonnt verwurstet wurden so fehlt dem Hörer beim jetzt vorliegenden Drittwerk "Delirium Cordia" jegliche Ansatzpunkte. Dieses Album könnte man getrost im Plattenladen unter "Neue Musik" einordnen. Mike Pattons brilliante Stimme wird hier höchstens als Instrument benutzt. Verständliche Songtexte wurden bewusst weggelassen, hier geht es nur um Atmosphäre. Ein Album das Zeit braucht Zeit bis es zündet, sehr viel Zeit. Zwar treten Fantomas das Gaspedal nicht mehr so gnadenlos durch wie auf ihren letzten beiden Alben, doch gerade das könnte für Verwirrung sorgen. Aufmerksamkeit ist gefragt, will man die knapp sechzig Minuten überstehen oder gar geniessen. Musik zum Nebenbeihören ist das nicht. Nimmt man sich aber ein wenig Zeit, dann entwickelt sich das Monstrum bald zu einem wahren Diamanten. Kaum eine CD hat mir in der letzten Zeit so viel Angst eingejagt wie dieses Opus. Auch wenn man über weite Strecken des Albums das Gefühl hat, man lausche keiner Band sondern nur Mike Patton, der nach Herzenslust am Computer Knöpfchen drückt.
Meine Empfehlung: Am Besten im Dunkeln über Kopfhörer hören, nur so entfaltet sich die wahrhaft beängstigende Stimmung. Das sei allerdings nur Personen mit starken Nerven empfohlen. Ebenso wie der Blick ins genial gestaltete Booklet, die düsteren und drastischen Bilder von Operationen fangen die Stimmung des Albums hervorragend ein (Schade, dass das Buch aus dem die Bilder entnommen wurden, nicht oder nur sehr schwer erhältlich ist). Also, Höchstwertung, sofern der Hörer sich auf Experimente einlassen will und evtl auch schon Erfahrungen mit "Neuer Musik" vom Schlage Olivier Messiaen, Pierre Boulez oder Karl-Heinz Stockhausen gesammelt hat.
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am 27. September 2013
Das Mike Patton Post Industrial Album, seine Version von Dark Ambient. Das ist der ultimative Soundtrack zur Apokalypse und der tiefste Einblick in Pattons Gemüt den man erwarten kann.
Ein Song der über eine Stunde mit Raunen und Stöhnen, mit Krächtzen und Schreien aufwartet aber auch Gesang beinhaltet. Alles mit Chören versetzt und Soundsamples übersäht. Doom Metal Passagen tauschen ebenso mit Dark Ambient und Post Industrial Experimenten wie mit Soundtrackideen Ennio Morricones oder dem Doom Jazz von Bohren und der Club of Gore(16:10). Nurse With Wonds und Current93 strahlen auf das Meisterwerk der gesamten Band. King Buzzo(Melvins), Dave Lombardo(Slayer) und Trevor Dunn(Mr. Bungle) leisten ihre vielleicht interessanteste Arbeit. Ich würde mich von keiner Fantômas-Scheibe trennen, doch diese hier ist das unbestreitbare Meisterwerk der Band. Es ist vielleicht Pattons Antwort auf Björks Vespertine. Ein Sammelsurium ewiger Bewegung, dort wo bei Björk jedoch alles nach Eis, Licht und Natur klingt. Klingen Fantômas hier nach einem dunkelem Folter-Verließ der Gegenwart. Delirium Cordia ist grausam, bedrohlich, metallisch, kalt und rostig. Wer sich diesem Album hingibt und ohne Bilder von fensterlosen dunklen und verlassenen Räumen auskommt hat wahrscheinlich doch nicht hingehört.
Gewiss keine Nebenhermusik. Die Strukturen, die Ideen und Melodien(wenn man denn überhaupt noch davon sprechen kann) verlieren sich meist nach kurzer Zeit wieder. Die Passagen zersetzen sich und bauen sich neu auf ohne je ganz zu verklingen. Das Album wandert in einem langen Prozess dahin und halten stets diese grausame Spannung einer ewigen Drohgebärde. Viele bezeichneten das Album als den Soundtrack zu einem nicht existenten Horrorfilm und kommen der Wirkung des Albums damit schon verdammt nah, doch das Album benötigt keinen Film, es ist der Film. Patton spielt mit Filmtypsichen Soundstrukturen und Klangsamples für diesen Effekt, er arangiert ein Album in Perfektion um diese eine abgründige Stimmung. Im dunkeln, einsam genossen ist es eines der besten Alben der letzten Dekade.
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am 21. Januar 2004
Nicht unbedingt das, was man nach den ersten beiden Alben von Fantômas erwartet hätte.
Knappe 55 Minuten grösstenteils sehr ruhige Klänge, dann ca. 20 Minuten nur das Knacksen einer Plattennadel am Ende einer Seite, und dann noch ein 4-sekündiger "Wutausbruch".Und das alles in einem einzigen Track!
Mike Patton selbst sagt über das Album, dass man es am besten während des Abwaschs oder Bügeln hören kann, einfach nur schöne Hintergrundbeschallung!
Das stimmt sehr wohl, und da gerade Fantômas (bis auf das zweite Album) Musik eher für Fans machen, wird auch "Delìrium Córdia" seine Käufer in den Leuten finden, die sich sowieso an Patton's musikalischen Exzessen erfreuen.
Gewöhnungsbedürftig, gehört aber auf jeden Fall in jede Patton-Sammlung!!
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am 31. Januar 2011
Dieses Album auf üblichem Wege zu rezensieren ist etwas, dass mir nicht adäquat erscheint. Wir haben es hier mal wieder mit einem außergewöhnlichen Meisterwerk von Mike Patton und den Seinen zu tun.

Delirium Cordia macht seinem Namen alle Ehre. Auf dieser Platte wird musikalisch ein, ich würde sagen Operationssaal, vertont. Viele interessante Geräusche treffen sich immer wieder mit der außergewöhnlichen Stimme von Mike Patton um ein Unbehagen beim Hörer zu verursachen. Ziel scheint es zu sein, dafür zu sorgen das sich der Patient, so würde ich den Hörer der Platte beschreiben, sich in einen Zustand versetzt welcher einer Operation mit Schmerzen und ohne Betäubung beschreibt. Es ist eine Erfahrung die ich so bei einer CD noch nie gemacht habe. Es bleibt fest zu halten das das 74 Minuten lange Stück einen tatsächlich entführt und an einen Ort bringt welcher nicht der Realität entspricht. Wer also einmal musikalisch ausbrechen will und wirklich über eine Stunde Zeit und Lust hat sich entführnen zu lassen sollte sich die CD kaufen.

Aber abschließend noch eine Warnung an alle, die mit Fantomas keine Erfahrung haben. Ich würde davon abraten mit dieser CD in die Band ein zu steigen denn an das Maß von Abnormität muss man sich ran hören. Aber wenn man das einmal getan hat, so zumindest bei mir, gibt es auch kein Weg mehr zurück =)

Wenn ihr euch also entscheidet, dieses Werk eurer Sammlung hinzu zu fügen seit euch sicher, ihr bekommt ein verstörendes Meisterwerk.

Viel Spaß damit!
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am 28. September 2004
Mike Patton, ein Sänger der schon immer versuchte sämtliche musikalische Extreme auszuloten und musikalische Barrieren zu überwinden. Seine unverkennbare Stimme verleiht der Musik immer seine eigene Note. Mit diesem Album ist Patton da angekommen, wo er schon immer hin wollte. Noch nie lagen Genie und Wahnsinn so nah bei einander.
'Delirium cordia' ist im allgemeinen nicht mehr als 'Musik' zu definieren, eher als Klang und/oder Geräusch. Doch dieser atemberaubende Klangteppich lässt einen in Null-Komma-Nix alles um sich vergessen. Man gerät in die Fänge des großen Meisters Mike Patton. Und dieses Stadium des Gefangenseins lässt einen so schnell nicht mehr los! Wahnsinn!
Wer Bands wie Converge, Bohren und der Club of gore, Teeth of lions rule the divine oder Sunn O))) bereits zum allmorgendlichen Müsli konsumiert, wird sich mit Fantomas 'Delirium concordia' anfreunden können. Aber auch diese Personen werden ein paar (30) Durchläufe benötigen, bis das Album vollends zündet.
Allen anderen rate ich von dieser CD ab.
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am 2. Februar 2004
Lustig geht er weiter, Mike Pattons musikalischer Post-FNM-Mr.Bungle-Selbstfindungstrip, an dem er uns, Dank eigener Plattenfirma, auch schön regelmäßig teilhaben lässt. Das ist mitunter belohnend (Tomahawk, "Director's Cut"), meist aber einfach nur anstrengend (Pranzo Oltranzista, Adult Themes for Voice). Auch auf dem 3. Fantômas-Album wird wieder gekeucht, geflüstert, gehackt, geschrieen, etc. Das klingt dann mitunter beklemmend intensiv, verliert sich aber auch gerne in monotonen Endlosschleifen, die düster-brummend am Hörer vorbeiziehen. Melodien gibt es kaum bis keine. Was zählt ist der Gesamteindruck. Der ist dann gespalten. Erinnert mich irgendwie an moderne Kunst: Entweder man findet sich in den Bildern und Skulpturen wieder, entdeckt ansprechende Details, oder es lässt einen kalt. Bei mir gilt dieses Mal wohl leider eher Letzteres.
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am 16. September 2004
hört nicht auf die unwissenden... mit "delirium cordia" hat mike patton fantomas' bestimmung erfüllt. ein grandioses klangerlebnis, dass ich am liebsten nochmal zum ersten mal erleben möchte. zwar sind die "songs" bei weitem weniger spektakulär, als es bei den vorgängern der fall war, aber ... wer braucht jetzt noch "songs"? eine atmosphärische meisterleistung bekommt man mit der vertonten wortneuschöpfung "delirium cordia" geboten und das einzige mit dem man (also:Mike Patton) dieses album schlagen könnte, wär ein zünftig produziertes fantomas live-album.
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