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Kundenrezensionen

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am 10. Dezember 2003
Vorweg: Tarkovsky ist für mich der Filmkünstler überhaupt und Stalker eines seiner Meisterwerke, eine existentielle philosophische und spirituelle Erfahrung.
Leider ist die Bildqualität der neuen DVD Ausgabe von der Berliner Firma Icestorm in der Reihe "Russische Klassiker" (rote Hülle) unannehmbar. Das Bild ist unscharf, wird im Sekundentakt heller und dunkler, ist generell in der Mitte heller und an den Seitenrändern dunkler. Diese deutsch synchronisierte DEFA - Fassung soll "restauriert" bzw. "gemastert" sein, da fragt man sich, wie da die Qualitätskontrolle bei Icestorm aussieht.
Bei Tarkovsky-Fanseiten im Netz (darf hier leider keine url nennen) kann man eine gute Übersicht über die erhältlichen DVD - Fassungen inkl. Empfehlungen erhalten. Für Stalker siehts so aus, als wäre zur Zeit die Aritficial Eye 2 DVD Ausgabe (ebenfalls bei Amazon erhältlich) die beste Wahl, wenn auch nicht perfekt, aber ohne Aussicht auf eine bessere am Horizont.
Eines schönen Tages wird es hoffentlich eine Liebhaber - Edition geben, mit der einst verschollenen und wiedergefundenen ersten Fassung (70mm!) und einer orginalgetreuen 2. Fassung (die bekannte) im orginalen 1:1,37 Format ohne abgeschnittene Ränder und mit orginalem Soundtrack.
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am 12. August 2012
"Stalker" ist der letzte Film den Tarkowski in seiner Heimat, mit der er Zeit seines Lebens so verbunden schien, verwirklichen konnte. Die jenseitig-romantische Poesie des Kindes am Ende drückt das wohl auch aus. Und die Chemieabfälle auf welche die Crew bei den Dreharbeiten stieß sollen ja ebenfalls zu Tarkowskis Krebserkrankung geführt haben. Ein Schicksalswerk in gleich mehrfacher Hinsicht also. Wie kann so ein Film eigentlich ausgehalten werden? Mehr noch: wie kann ein Film in dem es fast ausschließlich um selbstkritische Reflexion statt Tschinnbumm geht, wo Kitsch höchstens wortwörtlich am Strassenrand zu sehen ist, so tief in ein kollektives Gedächtnis eindringen wie es hierbei zu vermuten ist. Überhaupt so populär bei vermeintlich tumben Massen werden?
Denn obwohl sich der Film visuell ständig wiederholt dürfte es eines der stärksten und wahrscheinlich auch einflussreichsten Werke der Filmgeschichte geblieben sein: vergleichbar höchstens mit den "Sieben Samurai", sowie den beiden Amifilmen "Blade Runner" und "Aliens". Um Außerirdische als Auslöser wie in der Vorlage geht es darin wirklich nicht, weshalb der Regisseur die Strugatzkis auch immer anders angeleitet haben wird. Dem Regisseur interessierten solche Dinge offensichtlich nicht.
Der "Stalker" des Films ist dafür ein Besessener welcher zwei auf ihre jeweilige Art äußerst weltliche Typen, einen desillusionierten Wissenschafter und einen hedonistisch-zynischen Schrifsteller, zum Glauben hinführen will, und dabei naturgemäß es auch in Kauf nimmt Frau und Kind im Stich zu lassen. Gewissermaßen ein verheirateter Missionar, nicht gerade weise. Sein Weg führt in die "Zone", die irgendein kosmisches Ereignis zu einem verbotenen Ort hat werden lassen. Doch darin gibt es etwas Wertvolles zu suchen, gerade für die welche keine Werte mehr sonst finden könnten.
Das Goldersuchermotiv der "Zone" dreht der Film auch schnell um zu einer Reise in Innenleben - nur ein Zimmer als Ort der Verheißung geheimster Wünsche bleibt bis kurz vor Schluss als ein "Stalker" durchziehendes fantastisches Bild bestehen.
Anfangs mag die scheinbare Dystopie erstaunen welche dieser sowjetische Film zu seiner Zeit (die relativ verschlossenen späten Siebziger) vermeintlich doch noch entwerfen durfte. Das Militär welches auf die Reisenden zunächst schießt entpuppt sich im Rückblick jedoch eher als diese (vor sich selbst) bewahrend: die Zone ist schließlich ein gefährlicher Ort, vor allem ein gefährlicher Ort der Erkenntnis.

Wofür in Amerika über ein Jahrhundert an der Mythologie eines Wilden Vorherigen gewerkelt wurde brauchte es offenbar nur Tarkowskis Imagination und diesen Film: eine Mythologie suchender Menschen die durch hohes Gras laufen, begleitet von vor sich hinrostenden Maschinen die ihrerseits einen gewissen Animismus ausstrahlen, aber in erster Linie die Architektur verfallener Industriebauten in die Wasser eingebrochen ist. Natur und Kultur, Menschen zwischen moderner Zivilisation und aufgegebener Wildnis.
Tatsächlich scheint die Zone wie für diese Menschen hergerichtet zu sein - nur auf sie wartend. Bloß damit sie sie begehen können: fast wie ein dunkler Spielplatz zu Lebensenden hin. Die Legenden um das Tunguska-Ereignis von 1908 mögen eine Grundlage dafür schon gebildet haben. Und tatsächlich nahmen unzählige Videospiele die Anlage von Raum des Films, ob absichtlich oder nicht, noch Jahrzehnte später wieder auf. Kein "Portal" ohne diesen Film. Selbst andere US-Titel wie das indizierte "Singularity" bauen auf die Introspektive eines Endzeit-Brutalismus auf welche dieser Film vorgegeben zu haben scheint. Auch jüngere dystopische Literatur (Glukhovsky) wird durch die Tschernobyl-Katastrophe von 1986 damit schließlich noch befeuert worden sein: und diese Mythologie passt natürlich auch mit der russischen Seele und ihrer stereotypen Lust am Leiden gar blendend zusammen.
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TOP 500 REZENSENTam 15. Dezember 2014
Irgendwo und irgendwann: Ein Meteorit (oder doch Ausserirdische?) haben eine Zone erschaffen die einen Raum beherbergt der die geheimsten Wünsche jener wahr werden lassen die ihn Betreten.
Dummerweise ist der Weg dorthin mehr als gefährlich und beschwerlich und darüber hinaus auch verboten.
Also sind sogenannte Stalker notwendig die Suchende durch die Zone leiten.
Wir begleiten also einen dieser Stalker bei seinem Versuch 2 Männer zu eben jenem Raum zu führen.
Der eine ist ein nihilistischer Schriftsteller und der andere ein Wissenschaftler, genannt Professor, der ganz eigene Pläne mit dem Raum hat.
Zusammen müssen sie nun den äußeren Sperrring (in bronzenem Schwarz-Weiß) durchqueren um dann in die riesige Zone (in satter Farbe) vorzustoßen die wie ein Industrielles Brachland aussieht....gesäumt allerdings von malerischen Wäldern und Wiesen.
Der Stalker bewegt sich respektvoll und vorsichtig durch das Areal, weis er doch nur zu gut um die Fallen die, die Zone dort bereithält und denen schon ganze Armeen zum Opfer gefallen sind.
Der Schriftsteller bietet den Kontra-Part der ungestüm und brachial sein Ding durchziehen will.
Daraus ergeben sich naturgemäß Konflikte in die auch der Professor hineingezogen wird.
Und irgendwann stellt sich nicht mehr die Frage nach dem "Wunsch-Raum" sondern die Frage der Existenz und nach ihrem Sinn.

Stalker aus dem Jahr 1979, von Andrej Tarkovskij inszeniert, ist ein wuchtiger Film den man im Sci-Fi Genre ansiedeln könnte.....könnte.
Ganz eindeutig ist diese Definition nicht möglich.
Vielmehr ist Stalker ein Philosophisches Panoptikum in dem diverse Weltanschauungen seziert werden.
Das kann ob der langen Laufzeit (ca. 163 Minuten) entweder ermüdend wirken oder eben faszinierend....das ist wohl Geschmackssache.
Wer mit ausufernden Dialogen oder schwer zugänglicher Bildsprache nichts anfangen kann sollte den Film meiden.
Allen anderen sei ein Blick auf dieses Meisterwerk empfohlen, aber eine Warnung vorweg: Bis auf die Dialoge und einigen "Situationen" passiert nichts actionlastiges oder ähnliches.
Dafür sind Atmosphäre, Settings, Soundtrack, Geräuschkulisse und Darsteller allesamt absolut herausragend.
Wer einen Einblick in die Philosophie dieses Films bekommen möchte, dem lege ich dieses Zitat des Stalkers ans Herz was eine Menge Essenz des Meisterwerks beinhaltet....zumindest per meiner eigenen Interpretation:

„Denn Schwäche ist etwasgroßes und Stärke gering. Wenn der Mensch geboren wird, ist er schwach und biegsam, wenn er stirbt, ist er fest und hart.......
Härte und Stärke sind Gefährten des Todes, Biegsamkeit und Schwäche bekunden die Frische des Seins.
Deshalb kann nicht siegen, wer verhärtet ist."

Fazit: Stalker ist kein Film für Zwischendurch und sollte nicht einfach so konsumiert werden.....
Als Beispiel: Transformers 4 ging fast genau so lange und ich konnte das Ende fast nicht abwarten.....bei Stalker verging die fast gleiche Zeit wie im Flug so das ich mehr oder weniger verdutzt auf das Display meines Players und eine Uhr sehen musste um mich zu vergewissern das es wirklich die angegebene Laufzeit war die ich da sah.
Lässt man sich darauf ein fesselt dieser wuchtig-schwere Film und wirkt noch nach...mal schauen wie lange.
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am 20. August 2002
Ich war etwa 14, als ich den Film im DDR-TV2 ("Für Freunde der russischen Sprache"), mit schwindendem Bild und Ton im Röhrenfernseher sah. Kurz danach las ich zum ersten Mal "Picknick am Wegesrand" von den Strugatzkis. Nach über zwanzig Jahren hat mich der Film noch immer nicht losgelassen. Darum kaufte ich die DVD für über 35 Euro.
Wie auch Nostalgia und Solaris ist Stalker ein Ausnahmewerk der Filmgeschichte. Die Bildsprache ist atemberaubend und die Darsteller geben Ihr Äusserstes. Obwohl der Film teilweise erheblich von der Romanvorlage abweicht, hat Meister Tarkovski es verstanden, zum Wesentlichen der Geschichte vorzudringen. Sience-Fiction und die "Zone" sind nur der Anlaß für diese zutiefst menschliche Geschichte. Die Charaktere werden meisterhaft entwickelt und der Film atmet eine unbeschreibliche Spannung. Die Nackenhaare sträuben sich, obwohl eigentlich nichts passiert. Das liegt nicht zuletzt an den seltenen Szenenwechseln. Tarkoski lässt seinen Kameramann minutenlang "draufhalten", was den Eindruck der Realität noch verstärkt.
Von der Bildsprache her fallen mir als Vergleich nur andere Tarkovski-Filme ein: "Nostalgia" und "Briefe eines toten Mannes".
Die DVD-Extras sind eine Offenbarung: Nach dem Abdrehen des ersten Teils von Stalker konnte das Filmmaterial nicht entwickelt werden: Die Arbeit eines ganzen Jahres futsch! Der Film wurde unter den Zwängen der sowjetischen Mangelwirtschaft gedreht - nicht einfach für einen Pedanten wie Tarkovski. Eine Doku zeigt das Haus Tarkovkis im heutigen verfallenen Zustand - zum Heulen!
Mein Tipp: Dieser Film gehört in jede Sammlung ernsthafter Filmliebhaber, egal wie teuer er ist. Unbedingt im Originalton (russisch) anschauen! Alles andere ist nicht lippensynchron und verfälscht das Werk.
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am 16. Dezember 2014
Ich bin ein großer Fan von der PC-Spiele-Reihe ‚S.T.A.L.K.E.R. - Shadow Of Chernobyl’ und den daraus entstandenen Romanen. Mir gefällt dieses Szenario, das stets dicht an der Grenze der Realität bleibt. Die Spiele sind auch keine öden Ego-Shooter, in denen man einfach durchläuft und auf alles ballert, was einem vor die Mündung kommt. Als ich mich damit beschäftigte, stieß ich auch auf den zugrunde liegenden Film von Andrej Tarkowski, ‚Stalker’ und natürlich den Roman ‚Picknick am Wegesrand’ von Arkadi und Boris Strugazki. Natürlich konnte der Film meine aufgebaute Erwartungshaltung nicht erfüllen, hat mich aber auch nicht enttäuscht:

Wenn man bedenkt, wann der Film entstanden ist, dann war das damals recht mutig, einen solchen Film auf diese Weise zu inszenieren, hatte nur wenige Jahre zuvor eine oberflächliche Space Opera das Zeitalter der seelenlosen Blockbuster eingeläutet.
‚Stalker’ ist völlig anders, ein stiller Film, den es selbst heute noch zu erforschen gilt:

Der Film bietet weder Raketen(starts) noch Laserschwerter, auch wenn das DVD-Cover derlei zu suggerieren versucht, wartet stattdessen mit einer Reise ins Innere auf:

Rund das erste Viertel des Films, also knapp 40 Minuten, sind in schwarz-weiß inszeniert, d.h. eigentlich braun-weiß, danach wechselt der Film zu einer überbetonten Farbe. Zugegeben:Der ganze Film funktioniert auf einer ganz anderen Ebene als die (bisher) drei PC-Spiele:Andrej Tarkowski inszenierte die geheimnisvolle Zone nicht in Form oberflächlicher Spezialeffekte, sondern läßt die Zuschauer daran nur durch die Erzählungen des titelgebenden Stalker, eine Art Pfadfinder durch die Zone, teilhaben. Durch dessen Erzählungen und auch dadurch, dass der Stalker Umwege nimmt, um dern Gefahren aus dem Weg zu gehen, erfährt man nie, ob seine Erzählungen der Wahrheit entsprechen, ob die Zone in dieser Form und ihre Gefahren tatsächlich existieren. Einiges deutet auch darauf hin, dass dort eine von Menschenhand geschaffene Katastrophe stattgefunden hat. Gekonnt repräsentieren Dialoge und Umgebung den Gegensatz zwischen Schein und Sein. Dadurch, dass die Gefahren der Zone nie visuell dargestellt werden, kann auch das Trio, das durch die Zone unterwegs ist, nicht durch ihr Verhalten in dramatischen Ereignissen präsentiert werden. Neben den langen Kameraeinstellungen, sind es auch die Dialoge, die die Aufmerksamkeit der Zuschauer fordern - ein Glück, dass uns Hollywood bisher mit einem hohlen, effektelastigen und krawalligen Remake verschont hat! Überhaupt ist ‚Stalker’ nicht wie so viele andere Filme durch unzählige Ausstrahlungen im Fernsehen überstrapaziert ...
‚Stalker’ zeigt, wie interpretationsfreudig und anspruchsvoll europäisches Kino sein kann! Filmemacher wie Andrej Tarkowski sind im modernen Kino leider rar ...

‚Stalker’ ist weit entfernt vom wild geschnittenen Krawallkino moderner Prägung:‚Stalker’ glänzt mit ungewöhnlich langen Einstellungen, die Kamera oft nahezu unbeweglich. Die Darsteller bieten realistische, ausgemergelt-deprimierende Gesichter, manchmal scheint es, als hätte der Regiesseur sogar auf Schminke und Puder verzichtet. Auch, wenn es zwei völlig unterschiedliche Genres und Filme sind, aber ‚Stalker’ hat mich an John Fords Westernklassiker ‚Der schwarze Falke’ erinnert:Das Motiv der Suche zieht sich durch beide Filme.

‚Stalker’ besteht als Film, weder wurde daraus eine Trilogie, noch eine Fernsehserie, ‚Stalker’ ist auch kein geistloses Mainstream-Popcorn-Kino, das nur dazu dient, Lizenzen für allerlei überflüssigen Krempel zu verkaufen. ‚Stalker’ würde wohl auch kaum zur Prime Time von irgendeinem kommerziellen Sender ausgestrahlt werden. Und dennoch ist der Einfluss von ‚Stalker’ nicht nur in den drei PC-Spielen und darauf basierenden Romanen, sondern auch in modernen Publikationen wie ‚Metro 2033’ von Dmitry Glukhovsky, spürbar.

Leider ist der Inhalt dieser DVD mäßig:
Nur die deutsche Synchronisation, keine Originalsprache. Als Bonus einiges Texttafeln und einen kurzen Film. Wenn ich bedenke, was alles an Bonusmaterial zu noch älteren Filmen auf DVDs veröffentlicht wird, so habe ich mir zu ‚Stalker’ doch mehr erwartet. Vielleicht gibt's ja mal einen Themenabend dazu auf arte, die haben ja auch schon mal eine Dokumentation über Andrej Tarkowski gezeigt.

Also die literarische Vorlage ‚Picknick am Wegesrand’ als PDF-Datei sowie einige Poster und Szenenphotos als Datei hätten es schon noch sein dürfen!
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am 14. Mai 2004
der film wurde in den vorangegangenen 12 rezensionen schon ausführlich genug besprochen. deshalb möchte ich nur noch folgendes anmerken: 'stalker' basiert NICHT (zumindest nicht direkt) auf dem roman 'picknick am wegesrand' [piknik na obocine] von a. & b. strugazki. die strugazkis arbeiteten zusammen mit tarkowski über einen zeitraum von 3 jahren an einem drehbuch zu einem film, der ursprünglich auf motiven des 4. kapitels des 'picknick'-buches basieren sollte; in der entgültigen fassung aber deutlich reduzierter ausfiel, ein ganz anderes grundthema bekam und mit dem roman eigentlich nur noch die begriffe 'stalker' und 'zone' gemein hatte.
eine frühe fassung dieses drehbuches der strugazkis wurde in form einer kurzgeschichte mit dem namen 'die wunschmaschine' in dem phantastik-almanch lichtjahr 4 vom verlag das neue berlin im jahre 1985 veröffentlicht.
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am 6. September 2007
Ich bin über viele Umwege auf den Film und diese Thematik gekommen. Zuerst hat mich das gleichnamige Computerspiel interessiert. Nicht zuletzt, weil es von meinen Landsmännern programmiert wurde, sondern auch wegen dem philosophischen Aspekt darin. Ich wollte unbedingt mehr erfahren und hab mir auch die Romane dazu geholt. Danach wollte ich noch wissen, was der Ursprung dieser ganzen Idee von einer sogenannten "Zone" war, darum musste noch "Picknick am Wegesrand" als Abend-Lektüre herhalten. Natürlich fehlte da noch das letzte Puzzleteil und ich hab mir noch diesen Film von Tarkowski ins Haus geholt, der ja eben jenen Stoff von den Strugazki-Brüdern aufgreift.

Der Film ist wirklich sehr sehr gut! Ich will nicht alles wiederholen, was meine Vorgänger schon erwähnt haben. Aber dieser Film ist in seiner Machart wirklich einzigartig und einfach toll (vielleicht sogar genial). Was ich auch nur sagen kann ist, dass man für die 2 1/2 Stunden wirklich ein bisschen Ruhe und Geduld mitbringen muss. Die Kameraführungen sind ruhig, ausgeglichen und enthalten wirklich wenige Schnitte. Aber dafür umso beeindruckendere Kamerafahrten, die einem schon fast ins Gesicht springen. Da muss man auch vor den Schauspielern einfach den Hut ziehen. Teilweise gibt es fast viertelstündige Dialoge und Handlungen, die einwandfrei und glaubwürdig rübergebracht werden, ohne Schnitt und ähnlichen Hokuspokus (davon könnte sich Hollywood mal eine dicke Scheibe abschneiden). Die Dialoge und Monologe sind wirklich sehr tiefgründig und vielleicht nicht mit dem ersten Mal gucken vom Sinn her vollständig erschließbar, aber auf jeden Fall können sie schon beim ersten Mal gucken ohne große Probleme verstanden werden. Wenn man aber vorher "Picknick am Wegesrand" gelesen hat (was ich nur empfehlen kann), sollte man jedoch nicht auf optische Sensationen in Richtung Special-Effect's hoffen. Sowas sieht man in dem Film definitiv nicht! Aber umso mehr beeindruckt es mich, wie diese Landschaften auf einen wirken...meine Lieblingszene: Wo die drei frisch in der Zone ankommen und über das Feld mit den zerstörten Panzern und toten Soldaten laufen (vor allem im Vordergrund). Einfach beeindruckend düster und nihilistisch. Manche Szenen sind auch etwas langgezogen, das muss man zugeben, aber dies stört meiner Meinung nach auch nicht. Wie gesagt, etwas Gelassenheit und Bereitschaft, sich auf eine Irrfahrt in die menschliche Psyche und ihre künstlichen Systeme, sowie deren Auswüchse einzulassen, muss man mitbringen. Das Drumherum ist und bleibt mysteriös, es gibt keine Einleitung und auch keinen Epilog. Man wird wirklich ins kalte Wasser geworfen, besonders, wenn man benanntes Werk von den Strugazki-Brüdern nicht gelesen hat, das macht nämlich das fiktive Wasser etwas wärmer ;-)
Ich glaube, dass dies auch der Grund ist, warum einige Leute nichts mit dem Streifen anfangen können, es ist halt alles recht abstrakt gehalten, was auch beabsichtigt ist. Aber unvorbereitet erwischt einen da die Philosophie-Granate volle Breitseite. Und diese surrealistische Umgebung verwirrt (verständlicherweise) zusätzlich. "Elly McBeal" mögen ja auch viele, obwohl es da auch hauptsächlich "nur" um Menschen und ihre Empfindungen geht und es keine rasante Aktion gibt (sich bitte nicht dran aufhängen! Ich weiß, ist nicht vegleichbar, dient hier lediglich nur als Anschauung). Ich kann den Film wirklich uneingeschränkt empfehlen. Beeindruckende Bilder, ohne digitale Special-Effect's garantiert. Eine Handlung mit Tiefgang wird mitgeliefert, sowie eine sehr sehr gute Schauspielleistung und glaubhafte Charaktere. Wirklich ein Meilenstein im Film-Genre, über den bestimmt schon einige Film-Studenten ihre Diplom-Arbeit geschrieben haben.
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am 27. September 2009
Ich glaube, das größte Problem bei "Stalker" sind falsche oder die üblichen Erwartungen, mit denen man an andere (Hollywood-)Filme herangeht. Um es überdeutlich zu sagen: Es ist kein Science Fiction-, kein Endzeit- und kein Actionfilm. Er ist brutal langsam, und beinahe sind die Worte wichtiger als die Bilder, und als Nicht-Russe muss man sie auch noch im Untertitel lesen, was natürlich extra-anstrengend ist.

Ich habe vor Jahren mal angefangen, den Film im TV zu schauen, und bin enttäuscht ausgestiegen. Und selbst jetzt als Besitzer der DVD musste ich den 2. Teil des Films gleich noch einmal schauen, weil ich das 1. Mal, am Abend vorher, einfach zu müde und unaufmerksam war. Auch hilft es, "Picknick am Wegesrand" gelesen zu haben, evtl. solle man das sogar unbedingt. Obwohl der Film gerade keine Umsetzung der Geschichte ist.

Jedenfalls bin ich jetzt restauf begeistert von den philosophischen und mystischen Dimensionen des Films, von seiner reduzierten Bildsprache und seinem radikalen Anspruch. Ich werde ihn mir definitiv wiederholt anschauen und brenne darauf, die anderen Filme Tarkowskis kennenzulernen. Ich freue mich auf "Solaris" und werde vorher auf jeden Fall das Buch von Lem lesen, was ich schon längst mal hätte tun sollen...
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am 11. Januar 2003
Wie bei den Filmen von Theo Angelopoulos ("Der Blick des Odysseus", "Ewigkeit und ein Tag") dominiert ein grosse Ruhe, enorme Bildgewalt, ausgeklügelte Bildkomposition und behäbige Länge die Filme von Andrej Tarkowskij. Gegenüber seinem ersten Science-Fiction-Klassiker "Solaris" schraubte Tarkowskij für seinen zweiten das Tempo sogar noch einmal enorm zurück. Ebenso enthält "Stalker", basierend auf dem Science-Fiction-Klassiker "Picknick am Wegesrand" der Gebrüder Strugatzki, keine oberflächlichen Science-Fiction-Zugaben wie Raumstationen oder Raumschiffe. Tarkowskij wollte einen Film über das Leben (versinnbildlicht durch "die Zone"), den Selbstzweifel an der eigenen mentalen Kraft (die Angst der Männer den geheimnisvollen Raum zu betreten im Zusammenhang mit der Geschichte von Stalkers Lehrmeister) und die Liebe (die von Stalkers Frau zu ihrem Mann, trotz all der Probleme und Schmerzen, die sein Lebenswandel für sie bedeutet) machen. Gegen alle anderen Interpretationen wie die Zone als radioaktive Zone nach Atomunfall hat sich der russische Filmemacher in Interviews immer gewehrt. Für ihn war die Science-Fiction nur das Gewand für die Geschichte über das Leben, aber ein so grosser Film lässt sicherlich mehr Interpretationen als nur die des Regisseurs zu. Ohne die Romanvorlage zu kennen ist die verfilmte Science-Fiction-Geschichte allerdings sehr schwer zu verstehen. Stalker ist der letzte Film den Tarkowskij unter der Aufsicht der Zensur in seiner russischen Heimat drehte. Auf dieser DVD von Artificial Eye ist der Film im russischen Originalton mit vielen Untertitelspuren, unter anderem auch einer DEUTSCHEN, enthalten! In den deutschen Programmkinos habe ich "Stalker" auch nur als russisches Original mit deutschen Untertitel erlebt, damit ist diese liebevoll aufbereitete britische Import-DVD auch für den deutschen Markt komplett! Es ist wahrhaft eine europäische DVD!
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am 20. Juli 2003
Tarkovsky erhitzt mit diesem Film wieder mal die Gemüter der Literaten. "Wo ist das Buch, das ich las"; hallt es durch die Reihen der Seitenumblätterer. Eine gewisse Arroganz liegt in dieser Haltung, nämlich die schwer haltbare Annahme, dass Menschen nicht das Recht haben, Dingen eine neue Form und einen anderen Sinn beizumessen.
Der Film arbeitet mit sehr kargen aber durchaus eindringlichen Mitteln, um das Bedrohliche, das Phantastische, das Unaussprechliche zu dramatisieren. Dabei entstehen immer wieder Szenen, die auch in Zeiten von Matrix oder LXG noch tiefe Eindrücke hinterlassen können. Mir persönlich haben am besten die Kamerafahrt über die schlafende Familie zu Beginn des Films und der einsetzende und wieder abebbende Regen, der im Vorraum des Raums niedergeht, gefallen.
Stalker ist ein cineastischer Brocken Schwermut, der nicht etwa der depressiven russischen Seele, ganz gewiss aber einer gesellschaftspolitischen Verzweiflung entsprungen ist. Der Film ist meines Erachtens zu gut für ein Publikum, welches fanatisch nach Ansatzpunkten für eine analytische Kritik sucht. Was Stalker will, ist in aller Demut persönliches Leidensempfinden mit aller Macht des schauspielerischen und filmischen Ausdrucksvermögen dem Betrachter ins Gesicht zu schreien. Für viele mag die Gefühlswelt Tarkovskys schwer nachvollziehbar sein. Das rüttelt nicht daran, dass dieser Film eines der eindringlichsten Werke der russischen Filmkunst darstellt. Wer diesem Genre nichts abgewinnen kann, sollte sich fragen, ob er in seiner Kritik ganz wertfrei sein kann, und ob er wirklich ausreichend kompetent ist, sich zu diesem Thema zu artikulieren.
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