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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei Jahre vor Judas.
Endlich der sechste Teil der Bootleg Series Reihe. Und was soll man noch groß sagen? Wieder genial. Waren die ersten drei Folgen noch allgemein unveröffentlichtem Material gewidmet, ist Columbia danach auf reine Live-Aufnahmen umgestiegen. Und nach dem legendären 1966er ‚Royal Albert Hall Concert' aus Manchester (veröffentlicht 1998) sowie...
Veröffentlicht am 30. März 2004 von Tobias Mull

versus
9 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Ist viel zu spät wirklich besser als nie?"
...könnte das Motto dieser Veröffentlichung lauten. Auf der einen Seite erhält der Käufer eines der klassischen Dylan-konzerte in einwandfreiem Sound, auf der anderen Seite muß man sich natürlich fragen wer einen etwa 40 (!) Jahre alten Mitschnitt braucht, von welchem er ohnehin wahrscheinlich das Boot... im Regal stehen hat. Auf der einen...
Veröffentlicht am 4. März 2004 von Werner Knorr


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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei Jahre vor Judas., 30. März 2004
Von 
Tobias Mull "capkidd" (Braunschweig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Bootleg Series Vol. 6: Live 1964 - Concert At Philharmonic Hall (Audio CD)
Endlich der sechste Teil der Bootleg Series Reihe. Und was soll man noch groß sagen? Wieder genial. Waren die ersten drei Folgen noch allgemein unveröffentlichtem Material gewidmet, ist Columbia danach auf reine Live-Aufnahmen umgestiegen. Und nach dem legendären 1966er ‚Royal Albert Hall Concert' aus Manchester (veröffentlicht 1998) sowie einem Zusammenschnitt diverser ‚Rolling Thunder Revue' Auftritten aus dem Jahre 1975 (veröffentlicht 2002), präsentiert die Plattenfirma jetzt das komplette ‚Philharmonic Hall Concert' von 1964. Wieder mit spannendem Begleittext und diversen Fotos in einem 50seitigem Booklet. Großartig. Und die Musik erst.

Denn Dylan war an diesem Abend in blendender Verfassung. Seine Stimme jung und stark. Sein Auftreten von überlegenem Übermut gekennzeichnet. Trotzdem scherzt er auch mit dem Publikum, lässt sich sogar die ersten Zeilen von ‚ I don't believe you' soufflieren. Und doch scheint er langsam entfremdet von den Folkpuristen und politischen Götterverehrern. So reagiert er auf den Wunsch eines Zuhörers, er möge doch das Kinderlied ‚Mary had a little lamb' spielen, mit den Worten: „Is that a protest song?" Und das ernste, beinah resignierende ‚It's alright, Ma' kündigt er - reagierend auf Lacher im Publikum - als „very funny song" an. Nicht wirklich.
Den Vogel schießt Dylan aber wohl mit der Aussage, weil Halloween sei, habe er seine Bob Dylan Maske auf, ab. Das beste daran: Vielleicht stimmt es sogar. Vielleicht trug er hier ein letztes Mal die Maske des ‚Prince of Folk'. Vielleicht war in seinem Herzen schon der Rock'n'Roll der nächsten Platten. Vielleicht war ‚It ain't me, Babe' doch für die ‚Folkszene' geschrieben. Vielleicht sind die ganzen Erklärungsversuche aber auch einfach nur Blödsinn.
Was bleibt, ist auf jeden Fall die großartige Musik. Erstmals ein rein ‚akustisches' Konzert des jungen Alten auf ‚offizieller' CD. Die Geschichten dazu kann sich ja auch jeder selbst zusammenreimen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Rebell und seine Gemeinde, 28. April 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: The Bootleg Series Vol. 6: Live 1964 - Concert At Philharmonic Hall (Audio CD)
Kaum ein anderer Musiker wurde zu seinen frühen Zeiten so geradezu abgöttisch verehrt wie der junge Bob Dylan. Für tausende junge, von der Starrheit und Unfreiheit der amerikanischen Gesellschaft der 50er und frühen 60er Jahre abgestoßene Menschen war der junge Dichtergott mit Gitarre und Harmonika, der schneidend nasalen Gesangsstimme und der rebellischen Attitüde ein Idol, dem seine Gemeinde durch das ganze Land hinterherreiste und bei jedem Konzert gefesselt an seinen Lippen hing. Bei diesem Auftritt, aufgezeichnet am Halloween - Abend 1964 in der New Yorker Philharmonic Hall, der über lange Zeit nur für teueres Geld als Bootleg zu haben war, erlebt man noch einmal die hypnotische Wirkung, die der 23 - jährige Dylan auf seine Fans hatte, kaum ein Jahr später änderte sich das Verhältnis für viele nachhaltig, als der Meister plötzlich mit elekrischer Gitarre und Band auftrat und damit einen großen Teil seiner treuen Anhängerschaft verschreckte, nicht das letzte Mal, wie man sehen kann, wenn man Dylans lange Karriere Revue passieren läßt.

Doch an diesem Abend herrschte noch absolute Einigkeit zwischen Künstler und Publikum. Frenetisch wird das Idol begrüßt und er weiß, was er seinen Fans schuldig ist, gibt sofort eine brillante Version seiner Protesthymne "The Times They Are A - Changin'" zum besten, worauf er gleich das wunderschöne "Spanish Harlem Incident" folgen läßt. Den nächsten Song, "Talkin' John Birch Paranoid Blues", kennt man von seinen Alben unter dem Titel "I Shall Be Free", nur ist der Text hier völlig anders, Dylan macht sich über die hysterische Angst der amerikanischen Gesellschaft vor dem Kommunismus lustig und gibt den verbohrten Kleinbürger, der in Rosenbüschen nach der roten Gefahr sucht. Das Publikum lauscht andächtig, beklatscht jeden Song begeistert, kennt sogar das niemals auf Platte erschienene "Who Killed Davey Moore?" auswendig und Dylan, heutzutage völlig untypisch, streut immer wieder Scherze ein ("It's Halloween, i got my Bob Dylan - Mask on.") und "vergißt" ab und an seinen Text, um sich von den Zuschauern aushelfen zu lassen. Die begeisterte Zuhörerschaft wird für ihre rege Beteiligung mit einer weiteren Reihe großartiger Songs belohnt, "Gates of Eden", "It's Alright, Ma (I'm Only Bleeding)" das Dylan als "a very funny song" ankündigt und in echte Textschwierigkeiten gerät (der Song war noch nicht mal aufgenommen) und das ebenfalls noch sehr neue "Mr. Tambourine Man". Den ersten Teil beschließt er mit einer hervorragenden Version von "A Hard Rain's A - Gonna Fall", um im zweiten Teil mit "Talkin' World War III Blues" nahtlos an den politischen Protest anzuknüpfen. "Don't Think Twice, It's All Right" singt er geradezu frenetisch, gerät gewollt nahe an die Grenze zur Selbstparodie um anschließend die ebenfalls hochverhehrte Joan Baez auf die Bühne zu holen und mit ihr ein zwar harmonisch nicht ganz einwandfreies, dafür aber hochklassiges Set zu spielen: "Mama, You Been On my Mind", "Silver Dagger" (das, hier muß ich Frau Baez widersprechen, nicht von Dylan stammt) und wunderbare Versionen von "With God On Our Side" und "It Ain't Me, Babe". Als Zugabe und um noch einmal die begeisterte Zuhörerschaft zu belohnen, gibt es noch "All I Really Want To Do", seinen größten Hit zu dieser Zeit, man trennt sich in absoluter Einigkeit, die Zeiten sollten sich schon sehr bald ändern.

Was bei diesem Konzert vor allem auffällt, ist Dylans hohe Konzentration, der präzise Gesang, seine Hingabe an die Musik und seine Interaktion mit dem Publikum, das ihm bei den inszenierten kleinen "Unfällen" immer begeistert beklatscht und "aus der Patsche hilft".

Dylan mag in seiner Karriere noch weit brillanter geworden sein, seine Texte und seine Musik haben sich noch gewaltig weiterentwickelt, aber so sympathisch wie an diesem Abend wirkte er nie wieder. Das ist das große Plus an diesem Konzert, hier erlebt man noch nicht den unnahbaren Dichtergott, sondern einen noch sehr jungen, zeitweise recht schüchtern wirkenden, hochtalentierten Musiker.

Ein weiterer Pluspunkt ist die schöne Aufmachung der Doppel - CD und das informative, dem Zeitgeist entsprechend geschriebene Booklet mit vielen Photos.

Ein absolut lohnender Kauf.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen bitte mehr davon!, 9. Dezember 2010
Von 
Stephan Urban "stevo" (wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Bootleg Series Vol. 6: Live 1964 - Concert At Philharmonic Hall (Audio CD)
wer hier von geschäftemacherei redet, hat einerseits recht - schließlich besteht das musikbusiness nicht aus selbstlosen wohltätern - andererseits ist es schön, dass solche prätiosen ausgegraben werden, und dann auch noch in dieser qualität und um diesen preis!

zum zeitpunkt dieses konzertes war dylan 23 jahre alt, er tritt seinem publikum mit einer akkustischen gitarre, einer mundharmonika, seiner stimme und einem selbstbewußtsein auf eine art entgegen, dass einem die luft weg bleibt.

wie immer variiert er die song's, manches klingt beim ersten reinhören ein wenig geschludert, aber bei genauerem hinhören offenbart sich hier zerbrechliches, fragiles, intimes, agressives, rebellisches, lyrisches, alles perfekt getimt, alles authenthisch, alles zu seiner zeit und alles großartig.

man vergleiche diesen "mr. tambourine man" mit der version aus dem konzert von der 1966er bootleg series oder mit der vergleichsweise glattgeschliffenen und brav dahinfließenden von der rolling-thunder-revue 1975.

immer wieder erstaunlich, mit welchem facettenreichtum dieser noch so junge mann die gleichen lieder immer wieder anders spielt.

von dem damals noch gar nicht erschienenen album "bringing it all back home" gibt's auch noch eine sehr intensive version von "gates of eden" und eine version von "it's allright, ma (i'm only bleeding)", die dylan mit einer heiterkeit vorträgt, die gar nicht so recht zu dem bösen text passen will.

dann gibt's noch ein paar lieder, die er gemeinsam mit seiner damaligen muse joan baez vorträgt, hauptsächlich stammen die songs aus dem album "another side of bob dylan".

wer hier zb. nur die bisher im umlauf befindlichen bootlegs (deren tonqualität mit "aus dem kübel" noch wohlwollend beschrieben ist) besitzt, braucht das hier trotzdem! diese veröffentlichung transportiert dylans bühnenpräsenz gänsehauterzeugend aus den lautsprechern, lediglich die publikumsgeräusche inclusive applaus klingen etwas verwaschen, aber wer muß das schon so genau hören...

ich schreibe das hier jetzt gar nicht, um leuten, die eh schon fast alles von dylan haben, zu sagen, dass sie dieses album auch haben müssen, nein brauchen!
ich schreibe das hier, um jeden, der den namen bob dylan schon mal gehört hat, klar zu machen, dass man hier geschichte miterleben kann und das um einen preis, der in anbetracht der ausstattung der doppel-CD mit umfangreichem booklet und schöner box und der gebotenen musikalischen qualität beinahe lächerlich ist.

solche veröffentlichungen lasse ich mir gerne gefallen - bitte mehr davon!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen einfach grandios, 28. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: The Bootleg Series Vol. 6: Live 1964 - Concert At Philharmonic Hall (Audio CD)
da steht ein junger kerl auf der bühne, mit gitarre und eigenen liedern, und singt wie ein junger gott, völlig unbeschwert, zu scherzen aufgelegt, einer, der sein publikum gewinnen will und es eigentlich schon im sack hat. kaum zu glauben, dass es sich um denselben krächzenden knorrigen kauz handelt, der heute noch immer als song&dance-man auf neverending-tour ist. dieser junge man hier singt aus voller kehle und mit viel herzblut seine lieder über die liebe, die vergebliche, über alltäglichen wahnsinn, über tote boxer und tote dienstmägde genauso wie über den tambourine man oder den blueyed son. und reißt das auditorium förmlich von den sitzen mit seinen sprachwitzigen einlagen in den pausen zwischen den songs.
alles strahlt eine schlichte und doch intensive schönheit aus, und darüber schwebt der dylan- schalk. in den völlig verkorksten duettgesängen mit seiner damaligen flamme joan baez, als kaum ein ton getroffen wird, geschweige eine harmonie, blitz schon die geniale verfremdungsidee von dylan auf, die er in den folgenden jahrzehnten zur grundidee seiner auftritte machen wird.
über die genialen texte muß nichts mehr gesagt werden, solch einen kraftvollen wortkünstler hat es selten gegeben- und gibt es wohl heute kaum.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der junge Bob live - vor 40 Jahren, 27. August 2006
Rezension bezieht sich auf: The Bootleg Series Vol. 6: Live 1964 - Concert At Philharmonic Hall (Audio CD)
Rein akustisch, alleine auf der Bühne, damals ganze 23 Jahre alt und schon zu diesem Zeitpunkt Songs im Repertoire, deren Klassiker-Qualitäten damals noch gar nicht erkannt sein konnten: Bob Dylan Ende Oktober 1964 live in der Philharmonic Hall New York veröffentlicht jetzt sensationell gut konserviert bzw. aufbereitet als Nr. 6 der Bootleg-Series, der sich ein Dylan Fan schlicht nicht zu entziehen vermag. Im Wortsinne wortgewaltige Texte, in seiner Einfachheit verblüffend vielfältiges Gitarrenspiel und ein gut gelaunter Dylan im Dialog mit dem Publikum, der seine inhaltsschwersten Songs mit ironischen Scherzen ansagt, 'Its alright Ma' etwa mit: 'Yes its a very funny song...'Die sorgfältig und aufwendig gemachte Veröffentlichung führt vor, warum Dylan zum (unfreiwilligen) Wortführer der 60iger Jahre werden musste, zeigt den genialen jugendlichen Poeten und Musiker und weckt Erinnerung an eine Zeit, in der viele junge Menschen überzeugt davon waren, die Welt lasse sich mit Idealismus verändern und Freiheit mache nicht am Einkommen fest.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Wahrer Genuss, 22. März 2004
Rezension bezieht sich auf: The Bootleg Series Vol. 6: Live 1964 - Concert At Philharmonic Hall (Audio CD)
Mit dem Halloween-Concert hat Columbia Records wieder eine Perle aus Dylan`s Bootleg-Schatzkiste veröffentlicht. Es ist das komplette Konzert vom 31.Oktober1964 aus der noch akustischen Folkstar-Zeit. Es ist vielleicht auch eines seiner besten Folk-Konzerte, denn Dylan ist "sehr gut drauf", spielt die Lieder mit echtem Gefühl und er kommuniziert auf sehr angenehne Weise mit dem Publikum, was für den späten Dylan Seltenheit wird. Die Lieder entsprechen eigentlich den Originalen, aber durch seine gefühlvolle Ausdrucksweise erhalten sie eine neue Interpretation. Weiterer Höhepunkt des Konzertes ist das Duett mit Joan Baez.
Das Halloween-Concert ist nicht nur ein Genuss für Folkies, sondern man hört Dylan auf eine sehr sanfte, ausdrucksstarke Art zu singen und seine Lust am Spielen hält den Zuhörer im Bann. 5 Sterne reichen da nicht!
"Ein Wahrer Genuss!!!"
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wahrer Genuss, 15. März 2004
Rezension bezieht sich auf: The Bootleg Series Vol. 6: Live 1964 - Concert At Philharmonic Hall (Audio CD)
Mit dem Halloween-Concert hat Columbia Records wieder eine Perle aus Dylan`s Bootleg-Schatzkiste veröffentlicht. Es ist das komplette Konzert vom 31.Oktober1964 aus der noch akustischen Folkstar-Zeit. Es ist vielleicht auch eines seiner besten Folk-Konzerte, denn Dylan ist "sehr gut drauf", spielt die Lieder mit echtem Gefühl und er kommuniziert auf sehr angenehne Weise mit dem Publikum, was für den späten Dylan Seltenheit wird. Die Lieder entsprechen eigentlich den Originalen, aber durch seine gefühlvolle Ausdrucksweise erhalten sie eine neue Interpretation. Weiterer Höhepunkt des Konzertes ist das Duett mit Joan Baez.
Das Halloween-Concert ist nicht nur ein Genuss für Folkies, sondern man hört Dylan auf eine sehr sanfte, ausdrucksstarke Art zu singen und seine Lust am Spielen hält den Zuhörer im Bann. 5 Sterne reichen da nicht!
"Ein Wahrer Genuss!!!"
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochpannendes und umfassendes Live-Dokument, 8. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: The Bootleg Series Vol. 6: Live 1964 - Concert At Philharmonic Hall (Audio CD)
Ein gelöster, gesprächiger und seine eigenen Ansagen immer wieder mit sympathisch läppischem Gekicher unterbrechender oder kommentierender Bob Dylan auf dem Weg vom Folkie zum die Gemeinde polarisierenden Popstar mit böser elektrischer Gitarre, nicht weniger als das bekommt man hier zu hören. "...It's just Halloween...", sagt Dylan wahrheitsgemäß nach dem als "...Lovesong..." angekündigten "Gates Of Eden", "...I have my Bob Dylan mask on..." - und die Crowd bricht, nicht zum ersten Mal, in Gelächter aus. Was für eine bezeichnende, geradezu enthüllende Selbstauskunft von einem Mann, der rätselhaft genug war/ist, um Regisseure zu Filmen wie "I'm Not There" zu inspirieren. Aber egal, wieviel an diesem Abend Maske war und wieviel echte Volksnähe, Dylans Schalk ist berückend und reicht schon, um diese 2 CDs zum Hörvergnügen zu machen. Viele Songs versieht er mit ironischen Kategorisierungen. Als vor der letzten Zugabe, dem hinreißend gejodelten "All I Really Want To Do", jemand aus dem Publikum den Kinderreim-Folksong "Mary Had A Little Lamb" fordert, fragt Dylan: "Is that a protest song?". Das zu diesem Zeitpunkt brandneue und noch nicht veröffentlichte "Its Alright, Ma (I'm Only Bleeding)" bezeichnet er als "...very funny song...", und das ist es ja nun wahrlich nicht. Nicht einmal ein halbes Jahr später war es in einer noch düstereren, schnelleren Version auf "Bringin' It All Back Home". Hier singt Dylan den Text für seine Verhältnisse sehr artikuliert, fast ein wenig gestelzt (War ihm wichtig, daß die Worte auf jeden Fall verstanden werden?), und man hört vom Publikum keinen Laut.
"It's Alright, Ma" fällt auf der Setlist insofern aus dem Rahmen, als es stellvertretend für Dylans künstlerische Entwicklung der seinerzeit nahen Zukunft steht: Noch weiter weg vom "Topical Song", inhaltlich abstrahierter, poetischer und im Gestus prophetischer. Das bis in die Neunziger hinein unveröffentlichte "Who Killed Davey Moore?" (über den mysteriösen Tod eines Federgewichtsboxers) wirkt dagegen fast grobschlächtig, trotz aller Parabelhaftigkeit, die Dylan in seiner Ansage einerseits andeutet, andererseits vernebelt: "This a song about a boxer...It's got nothing to do with boxing, it's just a song about a boxer really. And, uh, it's not even having to do with a boxer, really. It's got nothing to do with nothing. But I fit all these words together...that's all...It's taken directly from the newspapers, nothing's been changed...except for the words."
Auch "The Lonesome Death Of Hattie Carroll" kündigt Dylan als "...right out of the newspapers again...", aber das macht den Eindruck, als wollte er sich über Topical Songs an sich beömmeln. Die darauf folgende Version des Songs ist trotzdem völlig unironisch großartig und einer der Höhepunkte dieses Mitschnitts.
Die 4 Duette mit Joan Baez sind die leichteste Passage dieser über 100 Minuten: Baez tut ihr Möglichstes, um bei Dylans Spiel mit Einsätzen und Phrasierung nicht im Straßengraben zu landen, und auch wenn man die beiden nicht sieht, hört man doch, wie geflasht sie voneinander sind. Süß. "With God On Our Side" ist der beste Song ihres gemeinsamen Sets.
In der an sich schon wertvollen Reihe der "Bootleg Series" ist "Live 1964" ein absolutes Schmuckstück, sowohl was die dargebotene Musik angeht, als auch hinsichtlich der Abbildung eines Künstlers am Übergang von einer Phase zur nächsten. Abgerundet und ergänzt wird das Audiomaterial durch die ausführlichen und kenntnisreichen Liner Notes des Historikers und Publizisten Sean Wilentz, der damals dabei war.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Wahrer Genuss, 21. März 2004
Rezension bezieht sich auf: The Bootleg Series Vol. 6: Live 1964 - Concert At Philharmonic Hall (Audio CD)
Mit dem Halloween-Concert hat Columbia Records wieder eine Perle aus Dylan`s Bootleg-Schatzkiste veröffentlicht. Es ist das komplette Konzert vom 31.Oktober1964 aus der noch akustischen Folkstar-Zeit. Es ist vielleicht auch eines seiner besten Folk-Konzerte, denn Dylan ist "sehr gut drauf", spielt die Lieder mit echtem Gefühl und er kommuniziert auf sehr angenehne Weise mit dem Publikum, was für den späten Dylan Seltenheit wird. Die Lieder entsprechen eigentlich den Originalen, aber durch seine gefühlvolle Ausdrucksweise erhalten sie eine neue Interpretation. Weiterer Höhepunkt des Konzertes ist das Duett mit Joan Baez.
Das Halloween-Concert ist nicht nur ein Genuss für Folkies, sondern man hört Dylan auf eine sehr sanfte, ausdrucksstarke Art zu singen und seine Lust am Spielen hält den Zuhörer im Bann. 5 Sterne reichen da nicht!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach Klasse, 3. September 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Bootleg Series Vol. 6: Live 1964 - Concert At Philharmonic Hall (Audio CD)
Einfach Bob Dylan - Einfach Klasse
Bob Dylan ist einzigartig , er ist der Grösste was Texte und Musik anbelangt
keiner wurde öfter gecovert
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