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am 17. März 2013
Leider wieder eine Blu Ray, die digital versaut wurde. Statt das Filmkorn in Ruhe zu lassen wurden unnötige Rauschfilter eingesetzt, die die Filmtextur teilweise massiv verzerren und einen hässlichen elektronischen Rauschteppich über das Bild legen. So nicht, meine Herren. Ungenügend. Setzen und nachsitzen.
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am 13. Februar 2014
"Wollen Sie mit uns trinken. Seien sie unser Gast.
-Wir haben alle die Pest. Zum ersten Mal im Leben freuen wir uns über jeden Tag ,der uns noch bleibt."
Werner Herzogs atemberaubendes Meisterwerk "Nosferatu", wird getragen von der langsam hypnotischen Sinfonie der Bilder, Stimmungen, schwarzpoetischer Todesdüsternis.
Hier in einer der beklemmendesten Szenen sehen wir den verlassenen Martktplatz des Städtchens Wismar.
Menschen maskiert, lachend, tanzend, verzweifelt ausgelassen laden die umherirrende Lucy Harker zum letzten Henkersmahl. Umgeben von Schweinen, Ziegen steht eine mit Kuchen und Torten überladene Festtafel.
Wimmelnd von zehntausenden von Ratten.
Ein wahnsinniger geschminkter Trompeter bläßt ein lautloses Fanfarenstück, kleine blasse Jungen tanzen, umgeben von Särgen. Prunkvolle goldene Sessel zwischen toten Pferden und Schweinemist, ein Ziegenbock, der orgastisch verehrt wird.
Die Zivilisation, die Dekadenz des Homo Sapiens unumkehrbar dem Untergang geweiht.
Wir amüsieren uns zu Tode.
Die Pest, ausgelöst von einem unheimlichen finsteren Neuankömmling in dem Städtchen wird die Zecher alle dahinsiechen lassen.
Die Apokalypse ist gekommen, in bessere eindringliche Bilder kann man sie wohl kaum darstellen.
Schwarze Mönche zu kirchlichen Totenglocken haben in traumwandlerischen Sequenzen zuvor schon Holzsarg an Holzsarg aus den verwaisten Häusern getragen.
Eine stoische, feierliche Prozession in das Weltenende.
Und doch scheinen im Angesicht des Sterbens und der eigenen Endlichkeit die Gezeichneten nun in eine seltsame ,fast erlöste Fröhlichkeit zu verfallen.
Was bleibt von den Errungenschaften des Menschen? Lächerlichkeit, Irrsinn.
Von alten Gemälden kennt man die Motive der Todkranken, die der Sensemann zum letzten rauschhaft sinnlichen Tanz ruft.
Diese dichte überwältigende Atmosphäre atmet Herzogs "Nosferatu" in jeder Sekunde, jedem Bild.
Werner Herzog hatte den grossen Mut tatsächlich eine Neuverfilmung von Murnaus expressionistischen Stummfilmklassiker zu wagen.
Was ihm hier jedoch mit dem phantastischen Klaus Kinski gelang ist nicht weniger als ein neues Meisterwerk, nicht nur des Vampir-Horrorfilms, sondern eine Schreckensballade die den Ursprungsfilm sogar in entscheidenen Punkten übertrumpft.
Beiden Filmen ist zu eigen, daß sie maßgeblich die Ängste, die Irritationen, die Haltlosigkeit und Melancholie, ja Todesehnsucht ihrer Zeit wiederspiegeln.
Die Weimarer Republik kränklich, viele Menschen gefangen in Identitätskrisen.
Der Stummfilm schafft Bilder der inneren Zerissenheit, der unterschwelligen Dämonen.
Bilder des Wahnsinns, die Augen weit aufgerissen, zur theatralischen Geste erstarrt, erscheint der einzelne Mensch im Angesicht eigener innerer Schizophrenie und äusserer schon sich abzeichnender Gefahren.
Die Zeit der "dämonischen Leinwand" gebiert Schreckensgestalten wie den "müden Tod"," Dr. Caligari", den" Golem" und natürlich "Nosferatu".
So wie der Vampir die unsichtbar schleichende Krankheit des zahllosen Heeres der Ratten mit sich bringt, so werden auch bald im realen Leben die Vorzeichen brauner Horden, die in den Untergang führen, erkennbar sein.
Nie haben sich reale Zukunftsängste, manifestiert in eine phantastische Geschichte so niedergeschlagen wie in diesen Filmen.
Und nun fällt Herzogs Neuverfilmung der bekannten Geschichte um den Blutsauger Dracula, ebenfalls in ein Jahrzent der Unsicherheit, der neuen Ängste, der zerstörten Emotionen, der Perspektivlosigkeit.
Das Kino der siebziger Jahre.
Zugleich aufregend, anarchistisch, provokativ, aber auch ein Kino der Krankheiten, der Kriegstraumata (Vietnam), der zerstörten Seelen und Zukunftsängste.
So hätte kein Jahrzent für eine Neuverfilmung besser gepaßt.
"Nach meinem Film wird es keinen anderen Dracula- Film in den nächsten fünfzig Jahren mehr geben, der sich nicht an meinem messen lassen muß",-
Nun Selbstbewusstsein darf man Herzog getrost bescheinigen.
Tatsache ist, daß er bis heute recht hat.
Ein Coppola versuchte es mit einem lärmenden, aufgeblasenen Effektewerk, das niemals die gedankliche Tiefe, die angsteinflößende Beklemmung des Herzog- Films erreicht.
Kein Dracula Film hat jemals danach wieder diese surrealistisch tiefgründige Differenziertheit erreicht.
Wie ein schwarz funkelnder Diamant zeigt der Film immer wieder neue Facetten; Interpretationsmöglichkeiten, Sichtweisen und läßt immer wieder neu erschauern.
So packend, kraftvoll und unfassbar hypnotisch kann Kino sein.
Grossen Anteil daran hat natürlich Klaus Kinski, der mit Herzog zusammen fünf Filme drehte, die den beiden Kinoegomanen alles abforderten.
Die beiden" liebsten Feinde" zerfleischten, zerstritten, zermürbten sich in ihrer Egozentrik und erschufen fünfmal Meilensteinde des leidenschaftlichen, grenzenlosen Kintopps.
Klaus Kinskis Dracula Darstellung stößt den Zuschauer in einen packenden Widerstreit der Emotionen zwischen Grausen, Ekel, Faszination,Angst und gleichzeitig Mitleid, Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit.
Unerlöst ist das Wesen, welches hier den Tod mit sich bringt, selbst gehetzt, verloren.
Hier gibt es keine maliziöse Majestätik eines Christopher Lee mehr, hier gibt es nur noch widerwilliges Dahinvegetieren in stoisch ertragener Unsterblichkeit.
"Können sie sich vorstellen wie furchtbar es ist jeden Tag dieselben Nichtigkeiten erleben zu müssen?"
Keine grössere Sehnsucht nach Unsterblichkeit kann diese einsame Kreatur mehr vermitteln.
Gedrängt wird sie fast widerwillig ihren Blutdurst zu stillen, hoffnungslos aber auch nach Liebe und sexueller Erfüllung gierend.
So perfide, hintergründig mit dem sexuellen Aspekt ,mit der erotischen Ekstase im Augenblick des tödlichen Bisses spielend, hat das kaum ein Regisseur anschließend mehr geschafft.
Wenn Klaus Kinski immer wieder langsam im Halbdunkel das Blut aus Isabelle Adjanis Hals schlürft, seine weiße riesige Krallenhand plump auf ihrem zitternden Oberkörper, oder langsam ihr das nachthemd hochschiebend, hören wir sie im Augenblick der ausschließlichen, tödlichen Hingabe lustvoll stöhnen.
Eros, Thanatos, Erlösung, Verdammung, Verzweifelung ;alles verschmilzt in einzelnenen, unvergesslichen Bildern.
Die reine Frau, die ihn den ersten Hahnenschrei vergessen läßt, ist für Dracula sexuelle Erlösung und Untergang zugleich.
Sein erbärmlicher Sterbeprozeß qualvoll auf dem Holzboden zuckend, ist erschütternd.
In der Welt dieser apokalyptisch dunklen Dracula Version gibt es auch keine Gegenspieler mehr.
Ein Dr. Van Helsing, oft der heldenhafte Gegner Draculas in anderen Verfilmungen, wird zur kümmerlichen Randfigur, alle anderen Protagonisten verfallen dem Tod oder Wahnsinn, und selbst nach dem jämmerlichen Tod des Grafen, wie eine zertretene Spinne sich beim ersten Sonnenstrahl am Boden windend, siegt das Böse.
Werner Herzog kennt für die Menschheit keine Gnade.
Jonathan Harker, der vor seiner Reise nach Transsylvanien noch naiv, jugendlich glaubte allen Gefahren trotzen zu können, und der nun an Leib und Leben zerstört in der Dunkelheit des Wohnhauses in Agonie verharrt, wird sich erheben und zu dem "Sanktum " von Gounod in dunklen Chören sein Pferd satteln, bereit das Böse und den Untergang als Nachfolger des Grafen in die Welt tragen.
Die Gefahr hat die Menschheit in ihrer dekadenten Agonie zu spät erkannt. Nun ist ihr Untergang gekommen.
Welch ein phantastisches, tief feierliches und erschütterndes Ende.
"Er befiehlt zu tun. Jetzt."
Diese Änderungen und neuen Nuancierungen heben Herzogs Film noch über das Original hinaus.
Die Geschichte folgt ansonsten in fast allen Teilen Murnaus Film.
In unheimlichen blassen, nebelverhangenen Farben agieren von Anfang an die Protagonisten wie unter Hypnose, wie Marionetten in einem Requiem , das unerbittlich dem Untergang zusteuert.
In keiner Minute läßt der Film in seiner packenden schwebenden Groteske, in seinem Reigen aus Morbiditität, Schönheit und Düsternis den Zuschauer los.
Herzogs Film fängt uns ganz und gar ein in seine Todesmelodie.
Der junge Jonathan Harker (Bruno Ganz) bekommt von dem Makler Renfield den Auftrag nach Transsylvanien zu reisen, um Graf Dracula ein Haus in Wismar zu verkaufen.
Viele Warnungen schlägt Harker in den Wind.
"Am Paß,- am Borgo Paß scheidet sich das Licht. da ist ein Land, das zum Himmel strebt und eins das fällt. Nie ist von dort jemand zurück gekommen".
So warnen ihn die Zigeuner.
Doch Jonathan wird seinen Weg weiter durch die schauerromantisch zerklüfteten Hochebenen und Schluchten nehmen.
Jede kleinste Requisite, jedes zerklüftete Gesicht ,jede opernhaft, düstere Naturkulisse ist hier mit ahnungsvoller Atmosphäre aufgeladen.
Wenn zum erstenmal die verfallene Schloßruine zu den Klängen von Richard Wagners "Rheingold" unheilvoll erdrückend am Horizont auftaucht, stockt dem Zuschauer der Atem.
Die fiebrigen, morbid, gefährlichen Szenen im einsamen Schloß, das Heulen der Wölfe schnürt dem Zuschauer selbst die Kehle zu.
Der Graf wird sich Wochen später versteckt in einer von mehreren schwarzen Kisten aufmachen um Wismar zu erreichen.
Der Todesbote hält auch schon an Bord des Dreimasters bei der Überfahrt reiche Ernte.
"Über den Schiff scheint ein Fluch zu liegen, von heute auf morgen sind drei Seeleute schwer erkrankt", schreibt der Kapitän in sein Logbuch.
Als Geisterschiff mit einem dämonischen unsterblichen Passanten wird das Schiff mit der Langsamkeit des unentrinnbaren Schicksals das Städtchen Wismar erreichen, wo zwischen den Dünen am Meer, umgeben von Holzkreuzen eigentlich die junge Mina Harker schon sehnsüchtig auf ihren Mann wartet nicht ahnend ,daß bald ein anderer Verehrer sie zum Tanz in den Tod führen wird.
"Nosferatu -Phantom der Nacht" ist einer der brillantesten Filme ,die je die Kino-Leinwand erblickten.
In jeder Sekunde, in jeder Szenerie, jeder Musikuntermalung (Popol Vuh) jedem surrealistischen Einfall ein filmgewordener dunkler Todestraum.
Vom ersten Bild an sind sie als Zuschauer gefangen, in einer Atmosphäre der Angst, der ahnungsvollen Verderbnis und feierlichen Schicksalshaftigkeit
Sakrale Chöre lassen schon in der ersten Sekunde die Haut erschauern.
Schwebend lange Kamerafahrten über grotesk verzerrte echte Mumien.
Das entsetzlich angstvolle Gesicht im Moment des Todes zur Fratze der Panik und Hoffnungslosigkeit erstarrt.
"Symphonie des Grauens", dies war der Untertitel des Murnau Films.
Noch eindrucksvoller würde er auf Herzogs Kunstwerk passen.
"Der Tod ist groß und wir sind alle seine Kinder."
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TOP 1000 REZENSENTam 12. Juli 2015
Meistens scheitern Remakes von großen, ja überlebensgroßen Filmen auf ganzer Linie. Und im Grunde war es ja auch ein Heranwagen an die heilige Kuh als Werner Herzog sich Ende der 70er Jahre dazu entschied eine Neuauflage des großartigen Murnau Klassikers "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" aus dem Jahr 1922 zu drehen. Doch die Zeit war günstig. Gegen Ende der 70er Jahre hatte der neue Deutsche Film einen seiner größten Höhepunkte zu verzeichnen - grandiose Filme wie "Die Ehe der Maria Braun" oder "Die Blechtommel" sahnten auch international ab und gaben den deutschen Film einen neuen exzellenten Weltruf. Auch Herzogs gothische Horrorpoesie "Nosferatu" darf hier dazu gezählt werden und dieses formidale Trio komplettieren, diese Trias war zu ihrer Zeit das große ultimative Aushängeschild des deutschen Films.

Natürlich ist Murnaus Film unerreicht, das wußte Werner Herzog auch. Er hat es allerdings meiner Meinung nach sehr geschickt vermieden eine farbige Kopie des Klassikers zu fabrizieren, auch wenn weite Teile seiner Version als Hommage erkennbar sind. Es sind ähnlich pessimistische Bilder zu verzeichnen - doch Herzogs düstere Bilde rüber Pest, Fäulnis und dem allgegenwärtigen Sterben rufen sogar ein bisschen Apokalypse hervor. Sein Szenario wirkt am Ende verstörend, atmosphärisch, unglaublich schön und ebenso grauenerregend.

An der Geschichte wurde nicht viel verändert: Sie spielt in Wismar des 19. Jahrhunderts. Dort lebt der junge aufstrebende Häusermakler Jonathan Harker (Bruno Ganz) mit seiner sehr sensiblen, beinahe zerbrechlichen Gattin Lucy (Isabelle Adjani), die ihm das Teuerste auf der Welt ist. Daher verlässt er sie nur sehr ungern und bricht eine Reise nach Transilvanien an, mit der ihn sein Vorgesetzter Renfield (Roland Topor) beauftragt. Der Ritt mit dem Pferd soll 4 Wochen dauern, im Osten Europas wartet dann in einem Schloß ein gewisser Graf Dracula (Klaus Kinski), der vorhat in Wismar ein Haus zu kaufen. Die Reise soll sich auch für Harker lukrativ lohnen, er könnte seiner Lucy ein viel größeres Haus kaufen. So macht er sich auf den beschwerlichen Weg. Am Borgo Pass angekommen, warnen ihn die Zigeuner vor der Weiterreise in die sogenannte Schattenwelt, in die Welt des Untoten - des Nosferatu. Doch Harker nimmt die Warnung nicht ernst. Zu Fuß erreicht er das verfallene Schloß, wird Gast des Grafen, der sich als als gequälte Seele zu erkennen gibt. Nichtsdestotrotz wird Harker in den Nächten vom depressiven Blutsauger immer wieder in den Hals gebissen. Der Graf schließt den Häuservertrag ab und eines Nachts sieht Harker, dass der Vampir mit einigen Särgen das Schloß verlässt. Er merkt, dass nun seine Lucy, vielleicht sogar ganz Wismar in großer Gefahr steckt. Er muss ein Weg aus dem Schloß finden, aber der Graf reist auf dem Seeweg und der dürfte nicht ganz so lange dauern. Harker kommt einige Zeit sehr verändert in Wismar an, er erkennt nicht mal seine geliebte Lucy. Auch Graf Dracula ist bereits vor Ort, in seinem Gepäck eine Riesenanzahl von Ratten, die die Pest und somit den Tod in die Stadt bringen...

Zwar ist Max Schreck viel erschreckender anzusehen als Klaus Kinski. Aber Kinskis Interpretation war so gut, dass er auch - völlig zu Recht - den deutschen Filmpreis zuerkannt bekam. Er ist dabei weniger der böse Killer, sondern ein Wesen, dass nur seinen Instinkten folgt und unsagbar einsam einer verlorenen Welt und einer verlorenen Liebe hinterhertrauert. Keine würde ihn - den Jäger - verstehen, nur die heulenden Wölfe, diese Kinder der Nacht, wie der traurige Vampir sie liebevoll nennt.
So ist die Gestaltung der Dracula Rolle in Herzogs Film ziemlich einzigartig - denn hier bemitleidet der Zuschauer ein Wesen, dass von Einsamkeit und Isolation geplagt ist und unter der Bürde dieser Unsterblichkeit extrem leidet. Dieses Leid deutet sich schon im Vorspann des Films an, wo Herzogs großartiger Kameramann Jörg Schmidt-Reitwein das Geschehen auf die Nahaufnahmen von verfallenen Gesichtern mumifizierter Leichen legt - einige davon haben vor Angst den Mund weit aufgerissen, bei den anderen zieren Reste von einer Haarpracht das wächserne Fleisch. Es sieht alles nach Entmenschlichung aus, die Zeit löscht alles unerbittlich aus.

Das Überleben aber ist genauso Alptraum, ein Kreis, aus dem es kein Entkommen gibt. Die wunderschönen, morbiden Bilder sind schaurig untermalt von Wagners "Rheingold", ergänzt werden diese klassischen Themen durch die Gruppe Popol Vuh, die die gotische Machart von Herzogs zweitbestem Film nach "Aguirre" zusätzlich unterstreicht.
Die Ankunft des Grafen in der Hansestadt wird zum Symbol für den großflächigen Tod einer Gesellschaft. Der Totentanz dauert bis zum Hahnenschrei und besiegt das Böse durch ein Opfer. Doch genauso wie in meinem Lieblingsfilm, Polanskis Tanz der Vampire, ist das Böse schon wieder geboren und verbreitet sich nun weiter in die Welt. Ein sehr starker und sinnicher Film mit betörenden Bildern des Untergangs, der sich täglich vollzieht.
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am 11. Dezember 2001
Nosferatu - Phantom der Nacht ist einer der besten Vampirfilme aller Zeiten. Er besticht durch seine tollen Schauspieler und durch die wunderschönen Landschaften. Klaus Kinski spielt Dracula nicht als blutrünstiges Monster, sondern als traurigen, einsamen Vampir.
Werner Herzog ist ein wahres Meisterwerk gelungen.
Nosferatu wird auf zwei DVDs präsentiert.
Auf der einen befinden sich einige Special Features, sowie die deutsche Originalfassung des Films und auf der anderen befindet sich die gekürzte englische Fassung.
Die Bild - ind Tonqualität ist gut.
Wer ein Fan von Vampirfilmen ist wird den Kauf von Nosferatu keinesfalls bereuen!!
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am 21. Oktober 2003
Rezension: NOSFERATU (DVD)
KINOWELT / ARTHAUS im September 2003
Werner Herzog gelang mit "Nosferatu - Phantom der Nacht" im Jahr 1978 -als Remake des Vampirklassikers von F.W. Murnau- ein großes Stück deutscher Nachkriegsfilmgeschichte. Hiermit wurde Klaus Kinski endgültig zu einem Symbol der Verkörperung des Teufels unter eindringlicher Öffenlegung dessen menschlicher Abstammung. Die eigentliche Story des Handlungsreisenden Jonathan Hawker ist mittlerweile zum Allgemeingut ganzer Generationen geworden. Sie steht hier nicht im Mittelpunkt, ebensowenig wie der technische Popanz vieler anderer Vampirproduktionen. Auf Spezialeffekte verzichtet Herzog und tut gut daran. Nur so ist es ihm möglich gewesen, diese (in neueren Vampirfilmen stets unerreichte) lebensfeindliche Endzeitatmosphäre zu generien. Der Betrachter ist damit in einem infernalen Eisfach gefangen und kann die blutlose Haut des Untoten selbst nacherleben. Die Drehortwahl (London wird durch Wismar ersetzt) und die ungewöhnliche Selektion des Schlosses Graf Draculas im fernen Transsylvanien, sind wohl die gelungensten Geniestreiche Werner Herzogs. Auch der vielfach als ekelerregend empfundene Einsatz einer riesigen Schar von Ratten verfehlt seine Wirkung nicht. Man kommt von diesem Film nicht mehr los und Herzogs Mut wird damit mehr als nur belohnt. Musikalisch bleibt der Film nah am Original Murnaus, was die genannten Effekte erst möglich macht. Die Bild- und Tonqualität sind gut. Insgesamt handelt es sich unbestritten um einen der besten Vampirfilme aller Zeiten. Herausragende Schauspieler und grandiose Landschaften garantieren echten Filmgenuß. Klaus Kinski spielt Dracula nicht als gefühllosen Untoten, sondern als morbide und erkaltete Persönlichkeit mit menschlichem Antlitz, so wie nur er es nach Max Schreck vermochte. Isabelle Adjani und Bruno Ganz überzeugen durch ihre naiv-rationale Charakterisierung zweier Lebewesen in einer längst verwesenden Welt.
Insgesamt ein Premium-Filmereignis, dass man zusätzlich im Kino erleben muss. Leider ist die DVD-Box recht lieblos erstellt worden. Ein qualitativ dem Film angemessenes Booklet wäre mehr als wünschenswert. Die mitgelieferten Extras auf der DVD hingegen überzeugen. Ganz schwach ist jedoch der Internet-Auftritt von Kinowelt und Arthaus, welcher den Film quasi totschweigt. Das hat selbst ein Untoter nicht verdient.
"Nosferatu - Phantom der Nacht" (DVD 2003)
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren / Darsteller: Klaus Kinski, Isabelle Adjani
Regie: Werner Herzog / Musik: Popol Vuh Florian Fricke
Filmtechnische Angaben / Zusatzoptionen:
• Audiokommentar von Werner Herzog (Deutsch)
• Making of (Englisch) 13 Min.
• Fotogalerie (Arbeits- und Standfotos), Soundtrack (Auszüge)
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0 Surround)
• Bildformat: 1.85:1
• DVD Erscheinungstermin: 30. September 2003
• Produktion: 1978
• ASIN: B0000AVV8D
Mit freundlichen Grüßen
Guido Feldhaus
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am 15. September 2014
Das war ein großartiger Film ! Gehen Sie einfach beobachten Sie es ! (Leider ist mein Deutsch schlecht, ich lerne immer noch . =D)
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am 11. August 2014
Nosferatu ist meiner Meinung nach der beste Vampirfilm aller Zeiten. Hier herrscht von der ersten bis zur letzten Minute Spannung pur. Man nimmt die Schauspieler zu jeder Zeit ernst und fiebert mit ihnen mit. Dieser Film sollte bei keiner DVD Sammlung fehlen.
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am 3. Mai 2008
Man kann diesen Film nicht mit den "Dracula-Filmen" in denen Christopher Lee die Hauptrolle spielte vergleichen, denn Werner Herzog legt hier ganz andere filmische Maßstäbe an!
Dieser Film setzt gezielt auf die Bildersprache, Mimik und Sprache der Darsteller unter expressionistischen Gesichtspunkten.
Herzog ging es u. a. darum, die Seele Draculas zu beleuchten- einen einsamen und todtraurigen Grafen, der nicht sterben kann!
Die Vorlage lieferte Murnaus "Nosferatu- eine Symphonie des Grauens", einen Stummfilmklassiker von 1922 mit Max Schreck in der Hauptrolle.
Etliche Szenen wurden fast 1:1 von Herzog übernommen.
Klaus Kinski spielte den Grafen überzeugend und eindrucksvoll.
Ebenso waren die weiteren Hauptrollen mit der damals noch jungen Isabel Adjani und dem aufstrebenden Bruno Ganz hervorragend besetzt.
Zusätzlich gibt es etliche interessante Bonus-Extras, wie z.B. einen Audio-Kommentar von Werner Herzog und ein Making Of zum Film.

Sicherlich: Dieser Film polarisiert- und es gab (und gibt) etliche kritische Stimmen hierzu.
Doch man muß berücksichtigen, wie eingangs erwähnt, es handelt sich hier um "keinen Vampirfilm" im üblichen Sinn- sondern ein "filmisches Kunstwerk"!
Unter dem Aspekt, wird dieser Film zu einem "Klassiker"!
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am 26. November 2014
was für eine liebevoll gestaltete Blu-ray Umsetzung Steelbook in top Qualität super Booklet und der Film in einer solch guten Qualität strahlende Farben Konturen Reiches Bild einfach viel besser als die Veröffentlichung aus Deutschland zum Film muss ich nicht sagen entweder mag man ihn oder man mag ihn nicht ich finde die Schwermut und Langsamkeit des Filmes beinahe beängstigend aber dennoch anziehend
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am 28. Oktober 2003
Wer anders als Kinski hätte dem Untoten solch eine tiefe melancholische und gebrochene Seele einhauchen können? Kinski ist sicherlich die dominierende Figur in diesem Film, wobei allerdings auch Bruno Ganz als zuerst unerschrocken-naiver Immobilienverkäufer, später als verängstigst-verwirrtes Opfer und zum Schluß als diabolischer neugeborener Nosferatu seine großartigen schauspielerischen Fähigkeiten entfalten kann.

Im Mittelpunkt des Film steht aber die Titelfigur, die nur ein Kinski in solch überzeugender Manier verkörpern kann: seine Augen, welche in einer Szene ewige Einsamkeit, Sehnsucht und Traurigkeit ausdrücken, um im nächsten Moment vor erweckten Jagdinstinkt zu blitzen; seine gravitätischen, geradezu unwirklichen Bewegungen und Gesten; seine gesamte gleichermaßen erschreckende wie mitleiderweckende Erscheinung.

Dieser Film kommt, abgesehen von der spektakulären Ratteninvasion, gänzlich ohne die übliche Effekthascherei wie literweise vergossenes Filmblut oder wilde Actionsequenzen aus. "Nosferatu" ist im Gegensatz zu den meisten anderen Filmen dieses Genres in einem geradezu atemberaubend langsamen Tempo erzählt. Herzog zeigt wunderbar lange und stimmungsvolle Kameraeinstellungen wie z.B. die beklemmende Eröffnungsszene mit den erschreckenden Mumien, der Aufstieg zum Schloss durch Schluchten und Geröllfelder und meine absolute Lieblingsstelle: die erste Begegnung mit Nosferatu im Schloß. Die gelungene musikalische Untermalung (Popol Vuh, Richard Wagner) fügt sich hierbei stimmungsvoll ein.

Leider mögen genau diese Eigenschaften des Films für viele, insbesondere jüngere Zuschauer problematisch sein, die aufgrund der hohen Tempi akueller Filme vermutlich schnell gelangweilt sind, was freilich sehr schade ist. Wer in der Lage ist diesen herausragenden Film zu geniessen, der wird sich seinem Zauber jedenfalls kaum entziehen können. Zusammengefaßt: Nosferatu ist ein Meilenstein des Grusel-/Horrorfilms und Kinski spielt darin eine seiner besten (vielleicht die beste!?) Rollen seiner Karriere.
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