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Kundenrezensionen

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4,7 von 5 Sternen
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am 11. Mai 2011
Rund drei Jahre lang war Dylan der Neighborhood Bully, der Störenfried von nebenan. Durch seinen Übertritt zum Christentum verwirrte, verärgerte und enttäuschte Dylan viele seiner Fans. Die konnten ab Oktober 1983 wieder aufatmen. Dylan war back on earth und "Infidels" ein Comeback. Diese Einschätzung hielt sich aber nicht lange. Nachdem die erste Erleichterung darüber, dass Dylan der Welt nicht mehr mit weiteren Bekenntnisliedern auf den Zeiger geht, verpufft war, verschlechterte sich bei vielen auch sukzessive die Einschätzung der Qualität der Platte. Und dann verteidigt er auf einem Song auch noch Israel! Das ging den liberalen/linken Fans/Kritikern dann doch wieder auf den Zeiger. So what?

"Infidels" fängt an mit "Jokerman", einem meiner absoluten Lieblingssongs. Der Song hat einen guten, sehr einnehmenden Groove, gleichzeitig lässig entspannt, dabei aber vorwärts treibend. Dylans Gesang ist hier fantastisch, ein Beispiel für Dylans Kunst der Phrasierung. Der erste Teil der letzten Strophe ist mir nahezu jedes mal eine Quelle der Freude. Wahnsinn! Der Text, wirkt geheimnisvoll, mythisch, eine unglaubliche Flut von Bildern. Aber wer ist der Jokerman? Ich weiß es nicht und stehe damit nicht allein. Es gibt unzählige Ansätze, man diskutiert über Jesus, einen Heiligen, den Teufel oder über mythische Gestalten. Ich denke ( meistens ), dass der Song über einen Menschen handelt, treibend zwischen Traum und Realität, zwischen Himmel und Erde, vielleicht vom Himmel gefallen so wie die beiden Helden aus Rushdies "Satanischen Versen". Vielleicht ist der "Jokermann" der Narr, ein Clown, vielleicht die Projektion unserer Vorstellungen, Wünsche oder Werte. Ein Text, den ich ( vielleicht ähnlich wie das von mir ebenfalls sehr geschätzte "Changing of the guards" ) nicht größtenteils entschlüsseln kann, der mich aber immer wieder beschäftigt, anspricht und oft begeistert. By the way mag ich auch das Video, welches teilweise zur Klärung beizutragen scheint, dann jedoch wieder verwirrt.

"Sweetheart like you" mag ich sehr gerne, ein mitfühlender Song, der allerdings auch immer wieder die unbequeme Frage stellt, wie man/sie nur hier reingeraten sei. Könnte auch ein Plot für einen Film sein. Die letzte Strophe kann vielleicht auch als Kritik am damaligen US-Präsidenten Reagan verstanden werden: Der Lump, der sich dem Patriotismus zuwendet. Das Bild von der Frau, die zuhause ihren Platz hat, mag damals wie heute viele befremden, ich sehe dies aber nicht so. "At home" steht für mich hier für das Heim, die Heimat im Sinn von Geborgenheit und Sicherheit. Draußen ist nicht der Platz, wo du dein Leben leben kannst. Die pseudo-feministische Sichtweise ist mir zu eng und eingeschränkt.

"Neighborhood Bully" wurde von nicht wenigen als plumpe Verteidigung der gewalttätigen Politik Israels gesehen. Dylan hat dies bestritten. Ich denke, dass man den Text sehr wohl auf Israel beziehen kann, nur sehe ich darin nichts, was falsch wäre. Ist es nicht seit 1948 unverändert so, dass Israel von allen Seiten von mehr oder weniger offenen Feinden umzingelt ist und die meisten Herrscher nur zu gerne dem Ruf der arabischen Straße nachgeben würden? Vielleicht ändert sich ja hier etwas durch die aktuellen politischen Umwälzungen in der arabischen Welt. Ich bin da jedoch sehr skeptisch, daher ist der Text für mich immer noch sehr aktuell. Musikalisch ist der Song ein Rocker mit Stones-artigem Riff.

"License to kill", ein feiner kleiner Song mir gutem Text, eine gute Charakterisierung des Menschen. Möglicherweise empfinden manche den gedruckten Text als tendenziell zu moralisch negativ bewertend. Dylans Gesang fügt dann aber noch andere Nuancen hinzu. Ihn ähnlich moralisierendem Ton geht es mit "Man of peace" und "Union Sundown" weiter. Manche Kommentatoren hatten bei "Man of peace" Probleme mit Aussagen wie "...good intentions can be evil...", ich finde Dylans Aussagen verständlich und leider auch ( häufig ) zutreffend. Bisweilen wirkt der Song auch ein wenig rachsüchtig. Überhaupt wurde ihm zu dieser Zeit häufig der Vorwurf gemacht, er sei ein rachsüchtiger Hinterwäldler mit pessimistischer Weltsicht und kruden Glaubensvorstellungen. Dylan entgegnete, dass er seine Weltsicht eher als realistisch betrachte und Frieden nur der Moment sei, das Gewehr nachzuladen. "Union Sundown" verstehe ich als Kritik am Spät-Kapitalismus, der als Bumerang wiederkehrt und nun auch seine Verfechter heimsucht. Ein weiterer Rocker, dessen Text nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.

"I and I", auch ein rätselhaftes Lied, Reggae, eine feine musikalische Arbeit wie so vieles auf dieser Platte. Sly & Robbie, Knopfler, Dylan und die anderen haben hier durchweg gute Arbeit geleistet. Der Text scheint sehr persönlich zu sein, allerdings auch künstlerisch und bildhaft, so dass sich einfache Erklärungen nicht anbieten. Der Refrain zitiert 2. Mose 33, 20. Der Sänger betrachtet verschiedene Szenen, geht weiter, selbstbestimmt. Abschließend folgt "Don`t fall apart on me tonight", klingt am wenigsten grüblerisch, hört sich positiv, glücklich und optimistisch an. Zuversicht, sie wird ihn schon nicht verlassen.

"A job half done" äußerte Knopfler später über die Platte. Viele Kritiker stimmten ihm zu, da Dylan doch nicht ( wie zuerst gedacht ) religiöser Moral oder biblischen Anspielungen den Rücken zugewandt hatte; er (ihrer Ansicht nach) Halbgares wie "Man of peace", "Neighborhood Bully" und "Union Sundown" auf die Scheibe nahm, dafür aber "Tell me", "Lord protect my child", "Foot of pride", "Someone`s got a hold of my heart" und das wundervolle "Blind Willie McTell" bis 1991 zurückhielt. Die genannten Songs hätten "Infidels" zweifelsohne noch besser gemacht, sie sind wirklich hervorragend. Da ich aber die drei häufig kritisierten Lieder schätze und mag, gab und gibt es für mich keinerlei Grund, sie wegzulassen.

Nochmal zurück zum Anfang der Rezension, Dylan war weiterhin gläubig ( Interviews aus dem Jahr 1984 sind da deutlich; biblische Anspielungen sind offensichtlich ), er war weiter in nicht mainstream-tauglicher Manier moralisch ( die Songs sprechen da eine eindeutige Sprache, Dylan war/ist geprägt von jüdisch-christlichen Werten; Rettung/Erlösung/Hoffnung erwartet er nicht aus Menschen Hand ) und er verwirrte, verärgerte und enttäuschte weiter Fans/Kritiker. Nach zwei hundertprozentigen christlichen Bekenntnis-Platten und einer zumindest halb christlich/halb weltlichen Platte nannte er sein Album "Ungläubige" und posierte vor der Altstadt von Jerusalem. Sofort hieß es, dass Dylan zu seinen jüdischen Wurzeln zurückgekehrt sei, und er bei einer konservativen jüdischen Gruppierung ein und aus gehe. Auf die Frage, warum er das Album denn so nenne, gab er zum Besten, dass er es auch "Animals" nennen könne und alle Welt würde sich fragen, was denn das zu bedeuten habe. Die beiden Fotos stammen aus dem Jahr 1982, aufgenommen im Rahmen der Bar Mitzwa seines jüngsten Sohnes. Lässt ein wiedergeborener Christ seinen 13-jährigen Sohn durch einen Übergangsritus nach jüdischem Recht in die Religionsmündigkeit, also die Verantwortung für die Einhaltung und Beachtung der jüdischen Gebote, einführen? Also weiterhin der Störenfried von nebenan, der nicht den Helden der 60er Jahre ( er hält Frieden für eine Illusion und Woodstock für einen Markt für bunte T-Shirts ) spielt, der nicht mit Joan Baez zusammen auf der Bühne ( armer Fritz Rau, arme deutsche Fans, es wäre so schön gewesen ) die Nostalgiesucht bedient & der nicht die Fragen seiner Fans/Kritiker/Jünger beantwortet, sondern das macht, was er immer macht, Musik und seinen Weg gehen. Dafür schätze ich ihn. Und "Infidels" gehört für mich genau wie zwei andere Scheiben aus den Achtzigern, "Shot of love" und "Oh Mercy", zu seinen zehn, zwölf besten Platten.
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So kann's gehen. Man schreibt das Jahr 1983, Bob Dylan hat seine umstrittene christliche Trilogie beendet, macht mit "Infidels" ("Ungläubige") wieder eine Platte mit weniger frommen Texten... und danach kommt fast fünfzehn Jahre lang nur noch mittelmäßig halbgare Kost vom Meister (wenn man vom 1989er- Zwischenhoch "Oh Mercy" mal absieht). Erst mit "Time out of Mind" begann 1997 wieder eine Phase kontinuierlich guter CDs des Folk- und Rock- Dinosauriers.

Insofern nimmt "Infidels" zwischen Dylans evangelikaler Phase und seiner großen kreativen Dürreperiode eine Sonderstellung ein. Wie bereits geschrieben wurde, sind mit Mick Taylor und Mark Knopfler zwei hervorragende Gitarristen am Start, und unter den Songs finden sich ein paar echte Perlen, allen voran mein persönlicher Dylan- Lieblingsssong "Jokerman", (ja wirklich, er gefällt mir noch besser als "Like a rolling Stone" und "Gotta serve somebody"). Aber auch "Sweetheart like you", "License to kill" und "Man of Peace" sind Zeugnisse erstklassigen Songwritings. Von "Slow Train Coming" haben sich dezente Reggae- Elemente bis auf "Infidels" herübergerettet, möglicherweise durch Knopfler - jedenfalls klingen diese Einsprengsel im Gesamtzusammenhang total passend. Leider fallen "Neighborhood Bully" und "Union Sundown" tatsächlich im Vergleich etwas ab, aber das kann ich insgesamt leicht verschmerzen.

Jedenfalls halte ich "Infidels" für einen absoluten Musskauf im Dylan- Katalog. Allein schon wegen des Openers "Jokerman".
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am 5. Mai 2014
Die Songs sind m.A. nach sehr gut. "Remastered" scheint zu heißen, daß man die Tonspuren zerlegt hat und z.T. mit Nachhall unterlegt etc.. Das Ganze klingt ein wenig als hätte Dieter Bohlen sich der Verbesserungen angenommen. Irgendwie synthetisch - genau das Gegenteil von dem, was ich an Dylan so mag. Die Songs selber klingen (natürlich!) nicht wie von Dieter Bohlen... Insofern Top Album. Aber es wäre mir fast lieber, ich hätte nicht "remastered" bekommen, sondern eine alte Aufnahme, sofern es eine gibt.
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am 13. Dezember 2001
Diese CD stellt Bob Dylan's Meisterwerk der 80er Jahre dar. Im Gegensatz zu manch anderen Dylan-Produktionen kann hier auch die Produktionsqualität vollends überzeugen. Einzig Union Sundown ist etwas schwächer, alle anderen Songs sind Volltreffer. Auch die Begleitmusiker (Mick Taylor, Mark Knopfler, Sly & Robbie) sind absolut top. Unbedingt kaufen! Ein Muß, nicht nur für Dylan-Fans.
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die letzte drei-CD's-um-fünfzehn-eier aktion habe ich benützt um die kleinen lücken in meiner dylan discographie zu füllen.

die hier hatte ich damals wohl übersehen weil die drei religiösen platten davor - die teilweise textlich doch etwas verstrahlt wirkten - und die "oh mercy" danach viel mehr aufmerksamkeit erweckten.

so ist diese hier ein wenig untergegangen.
ja stimmt, einige hier durchgefallene songs, die sich auf den unverzichtbaren bootleg-series wiederfinden, hätten die scheibe vielleicht besser gemacht, aber bei genauerer betrachtung finden sich hier doch sehr starke songs und dylan samt band setzen die elektrik genau dosiert ein. es findet sich geschrummel, wo geschrummelt gehört, auch wird an den richtigen stellen angedrückt, dylan würgt die gewohnt schrägen töne aus seiner e-gitarre und zeigt dabei, dass er alles andere als ein virtuose aber nichts weniger als ein genie ist.

und mal ehrlich: es gibt doch in wahrheit keine schlechte dylan-scheibe. seine elaborate sind nur manchmal näher am geschmack des publikums und manchmal weiter entfernt. mit der zeit reifen beinahe alle songs des meisters in den köpfen seiner hörer und auch aus anfänglich häßlichen raupen werden fast immer schöne, flatternde schmetterlinge...

so ist es auch hier und derzeit läuft die jeden tag bei mir und ich hör sie immer ein wenig anders.

der sound liegt leicht über dem durchschnitt, nervt aber nicht.
um das geld mit sicherheit kein verhau...
1212 Kommentare| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Gut, vielleicht hätte ich vorliegendes Produkt auch mit 4 Sternen bewerten können. Auch das wäre aus meiner Sicht noch durchwegs vertretbar. Natürlich habe ich mir im Vorfeld einige andere Rezensionen durchgelesen und mich dabei oftmals in meiner Meinung - was diese Scheibe angeht - bestärkt gefühlt.
INFIDELS ist - wenn man Mr. Dylan an sich selbst misst (wodurch die Messlatte zugegebenermaßen sehr hoch liegt) - eher ein nettes Zwischendurchalbum, denn ein Meisterwerk. Freilich hat sich Mr. Dylan auch bei dieser Scheibe wieder alle Mühe gegeben. Auch als Begleitmusiker geben sich hierauf immerhin keine geringeren als Mick Taylor (der die Stones während der Blütejahre mitgeprägt hat) und Mark Knopfler (Dire Straits) die Ehre, um dem ehrwürdigen Musikpoeten bei seinem Vorhaben zu unterstützen.
Und ja: Infidels beginnt klasse. "Jokerman" ist durch und durch ein guter Song und zählt tatsächlicht mitunter zu den bekanntesten Dylan-Nummern. Irgendwie ist es meiner Meinung nach auch einer der authentischsten 80er-Jahre-Songs Bob Dylans. Alles andere wirkt - zumindest ich empfinde es so - eher müßig zusammengetragen. Ironischerweise (weil es oft bekritelt wird) finde ich "Neighborhood Bully" auch sehr interessant. So hört sich eine Dylan-Nummer nur selten an (was die Produktion des Songs betrifft). Aber wie gesagt helfen die durchwegs positiven Eindrücke nicht oder sie reichen nicht vollends aus, um über einen eher mittelmäßigen Gesamteindruck hinwegzutäuschen.
Jedenfalls halte ich Infidels - trotz "Jokerman" - nicht für die beste Dylan-Scheibe der 80er. Für mich ist das 1989 erschienene OH MERCY mindestens um eine Klasse besser!!
Natürlich: Echte Dylan-Freunde und Sammler werden an INFIDELS freilich nicht vorbeikommen. Menschen, die jedoch noch gar keine bis wenige Bob-Dylan-Alben zuhause haben, sollten vorerst eher zu einigen der echten Dylan-Klassiker greifen (und da gibt's eine Unmenge!). Auch die Letzterscheinungen des großen BOB - von TIME OUT OF MIND (1997) bis jetzt - möchte ich an dieser Stelle herzlichst weiterempfehlen.

Resümee: Insgesamt ist INFIDELS sicher kein Totalausfall. Warum es Bob Dylan seinerzeit aber nicht so recht aus der Krise katapultiert hat, kann ich gleichzeitig aber schon auch nachvollziehen. Das oblag dann ein paar Jährchen später dem grandiosen OH MERCY!!
Kurzum: MITTELMASS eben.

---- Anspieltipps (vorliegendes Album) ----
- Jokerman
- Neighbourhood Bully
- Union Sundown (klasse Text!)

---- Kaufempfehlungen meinerseits (Studioalben betreffend) ----
- The Freewheelin' Bob Dylan (1963)
- Another Side Of Bob Dylan (1964)
- Bringing It All Back Home (1965)
- Highway 61 Revisited (1965)
- Blonde on Blonde (1966)
- Nashville Skyline (1969)
- Before The Flood (1974, live mit The Band)
- Blood on the Tracks (1975)
- Street Legal (1978)
- Slow Train Coming (1979)
- Saved (1980)
- Oh Mercy (1989)
- World Gone Wrong (1993)
- Time Out of Mind (1997)
- Love and Theft (2001)
- Modern Times (2006)
- Together Through Life (2009)
- Tempest (2012)

Und aus der Bootleg-Serie noch:
- The Bootleg Series Vol. 1-3
- The Bootleg Series Vol. 5: Live 1975 (2002), "The Rolling Thunder Revue"
- The Bootleg Series Vol. 7 (2005), "No Direction Home", Soundtrack zu Martin Scorseses gleichnamigem Film
- The Bootleg Series Vol. 8 (2008), "Tell Tale Signs. Rare And Unreleased" aus den Jahren 1989 bis 2006

P.S. Geschmäcker sind natürlich verschieden!
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am 14. Juli 2004
Wie schon Trennungsschmerz die beste Dylan-LP der 70er zur Folge hatte (Blood on the tracks) so folgte auch in den 80ern der endgültigen Trennung das hörenswerteste Album dieser Decade. Jokerman, Man of peace, License to kill oder auch I and I schwelgen zwischen opulentester Metaphorik und eindeutigem Zynismus. Verzeihen kann man dann auch das doch sehr bieder wirkende Union sundown. Wer Dylan musikalisch und textlich in Hochform erleben will, sollte sich diese CD zulegen, zumal die remasterte Version auch eine Gelegenheit bietet, diese gelungene Scheibe wieder zu entdecken.
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Auf diesem mit Mark Knopfler produzierten und eingespielten Album versteckt sich einer der besten Songs, die Dylan jeh geschrieben hat: I AND I. Ein Meisterwerk, der Text hat ihm u.a. der Vergleich mit Shakespeare eingebracht. Poetischer war Dylan fast nie. Auch wenn (hier) auf dem Studioalbum der Song stark nach dire straits klingt (Knopfler an der Gitarre), seine wahre musikalische Schönheit entfaltet er LIVE. Alle, die auch das Glück hatten, diesen Song die 90er Jahre über oft auf den Konzerten von Bob Dylan zu hören, werden mir sicherlich recht geben. Jedesmal neu interpretiert, so kann man die Mark Knopfler Version nur als einen unter vielen bezeichnen.
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am 21. Juni 2011
Nach den drei christlichen Alben - "Slow Train Coming"(1979),"Saved"(1980) und "Shot Of Love"(1981) hat sich Bob Dylan 1983 offensichtlich entschlossen,wieder politische Themen zu verarbeiten,was ihm bei "Infidels" auch gut gelungen ist .
Das Album besteht,auf einen kurzen Nenner gebracht,aus 2 Liebesliedern ("Don`t Fall Apart On Me Tonight","Sweetheart Like You"),4 Songs mit politischen Texten ("License To Kill",Neighborhood Bully","Man Of Peace" und "Union Sundown") sowie 2 Songs mit mystisch-persönlichen Texten ("Jokerman" und "I and I" ).
Letztere sind textlich sehr interessant,wenn man auch nicht ganz genau versteht,was gemeint ist .Es sind eher Gedichte als Songtexte - was wieder einmal beweist,dass Dylan als Dichter genau so gut oder fast noch besser ist wie als Musiker .Sätze wie "You were born with a snake in both of your fists while a hurricane was blowing - freedom just around the corner for you -but with truth so far off,what good will it do ?" aus "Jokerman" wären ein Genuß für jeden Literaturwissenschaftler. "I And I" ist textlich auch sehr verschlüsselt und mystisch -ebenfalls ein fantastischer Text mit toller Musik -"Took a stranger to teach me ,to look into justice`s beautiful face -and to see an eye for an eye and a tooth for a tooth ... ... I`ve made shoes for everyone,you even,you while I still go barefoot" -unvergleichlich !

Die politischen Songs beschäftigen sich mit Themen,die damals,Anfang der Achtziger,aktuell waren.
"Union Sundown" ist eine Kritik an den Gewerkschaften in den USA,die,so Dylan,ursprünglich gute Ideen hatten,bis sie der Geld -und Machtgier verfielen.Altlinke unterstellten Dylan damals einen "Rechtsruck",was völliger Quatsch ist,wenn man den Text genau liest !
"Man Of Peace" ist eine Warnung vor politischen (Ver)-Führern,die ihre Macht zur Unterdrückung mißbrauchen,völlig egal ob sie von links oder rechts kommen.
Die Thematik von "Neighborhood Bully" ist schwer zu verstehen,es scheint um die Frustration des Einzelnen in einer kranken Gesellschaft zu gehen,ähnlich dem Helden des Films "Falling Down" 10 Jahre später mit Michael Douglas in der Hauptrolle.
"License To Kill" schließlich ist eine Warnung vor dem Machtmißbrauch des Menschen ("Man thinks,cause he`d rule the earth,he can do with it as he please" -Der Mensch denkt,er kann mit der Erde machen,was er will.)
Der Mensch hat die "Lizenz zum Töten",Dylan fragt,wer ihm diese je wegnehmen wird.

Musikalisch eine fantastische Platte,die Liste der mitwirkenden Musiker sagt alles :Mark Knopfler,der mit den "Dire Straits" zur der Zeit auf der Höhe seines Erfolges war und dessen zart gezupfte Soli die Songs unvergleichlich aufwerten,während die härteren Riffs von Mick Taylor,dem Ex-Rolling-Stones-Gitarristen,vor allem die schnellen Songs wie "Union Sundown" und "Neighbourhood Bully" so richtig rocken lassen,dann die Rhytmusfraktion mit den Reggae-Studio-Musikern Robbie Shakespeare,bass. und Sly Dunbar,dr. - u.a. arbeiteten sie mit den Rolling Stones oder Peter Tosh- über deren Qualität man eigentlich auch nicht viel sagen muß,an den Keyboards schließlich Allan Clarke von den Hollies -alles erstklassige Musiker,wie der Meister selbst natürlich auch .
Für mich seine beste Platte in den Achtzigern,und eine der besten Dylan-Platten überhaupt !
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am 8. Oktober 2003
Diese CD stellt Bob Dylan's Meisterwerk der 80er Jahre dar. Im Gegensatz zu manch anderen Dylan-Produktionen kann hier auch die Produktionsqualität vollends überzeugen. Einzig Union Sundown ist etwas schwächer, alle anderen Songs sind Volltreffer. Auch die Begleitmusiker (Mick Taylor, Mark Knopfler, Sly & Robbie) sind absolut top. Unbedingt kaufen! Ein Muß, nicht nur für Dylan-Fans. Bedauerlich ist lediglich, das keine Bonustracks auf die SACD genommen wurden. Die "Outfidels" hätten sich doch angeboten, oder?
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