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Hawks & Doves. Zwei Seiten. Falken und Tauben, klingt nach Rock und Folk? Ist aber ein halbstündiges Album mit einer Hälfte Folk- und einer Hälfte Country-Musik.
Es ist ein Album von 1980, bietet sich aber nicht an um Youngs Krise in den 80ern zu demonstrieren. Zum einen erschien es noch bei Reprise und nicht bei Geffen Records, zum anderen enthält es mit Little Wing und The old homestead Songs, die Young in den 70ern geschrieben hat. Das Album klingt gewohnt nach Neil Young, kündigt mit dem letzten Song Hawks & Doves aber bereits seinen umstrittenen Pro-Reagan, Pro-Atomkraft, Anti-Hippie Kurs der 80er an.
Neil Young ist Kanadier. Und Hawks and Doves ist, trotz US-amerikanischer Symbole auf Cover und Rückseite des Albums, kein Born in the U.S.A. Bruce Springsteen ist ein starker Storyteller und obwohl die Texte des Boss klar und eindeutig sind, ganz anders als beim verschrobenen Neil, wurde Born in the U.S.A. als reaktionärer Patriotismus missverstanden. Das Titelstück Hawks & Doves könnte auch in diese Richtung gedeutet werden. Für mich ist es aber eine eindeutige Satire. Ebenfalls satirisch ist das Stück Union man. Der Gewerkschaft der Musikindustrie fällt nichts wichtigeres und besseres ein, als auf ihrer Versammlung die Produktion eines Live music is better Buttons zu beschliessen. Dieser Seitenhieb wird um so lustiger, wenn man Youngs Kritik am verhassten, kalten Klang der CD's im Hinterkopf hat. Aber eine CD ist in der Herstellung erheblich billiger als eine Vinylplatte, nimmt im Handel weniger Platz weg und die Gewinnspannen von CD's waren einfach zu riesig, als das die Musikindustrie auf die Bedürfnisse audiophiler Hörer hätte Rücksicht nehmen wollen. Ausserdem konnte man den Käufern der alten Vinylscheiben die ganzen Alben nochmal auf CD verkaufen. Demnächst dann auf Blu-Ray...
Captain Kennedy ist, neben der Selbstreflektion The old homestead, der stärkste Song des Albums. Lange galt das Lied als von Präsident Kennedy beeinflusst. In einer Ausgabe von Broken Arrow gab es letztes Jahr dann die wahre Geschichte, Captain Kennedy war ein amerikanischer Fischer, dessen Schiff von einem deutschen U-Boot versenkt wurde. Wie auch immer, ein faszinierender Song.
"I am a young mariner headed to war
I'm thinkin' 'bout my family and what it was for
There's water on the wood and the sails feel good
And when I get to shore I hope that I can kill good".

Ein gelungenes, etwas stiefmütterlich behandeltes Album. Völlig zu Unrecht! 3,5 Sterne.

Anspieltipps: The old homestead, Captain Kennedy, Union man
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TOP 500 REZENSENTam 10. März 2008
Die 80er Jahre waren angeblich Neil Youngs schwierige Phase. Auf dieser Platte hört man nicht viel davon, finde ich.
Es beginnt wundervoll reduziert und die Songs könnten spartanischer nicht sein. Neil reißt sich auch keinen ab, um uns mit hochbedeutenden Arrangements zu beeindrucken. Er spielt sich einfach um seiner selbst Willen in stille Trance, und mir persönlich gefällt das viel besser, als manches von seinen sog. Klassikern. Für mich mitunter sogar das schönste an Feeling, was er je geschaffen hat - extrem beseelt! Diese ehemalige "erste Seite" ist wahrlich göttlich!

Auf "Seite 2" gibt sich Neil als kantiger, gereizter Country Rocker, teils schon fast punkig dahingerotzt. Diese Songs werden oft kritisiert, aus verschiedensten Gründen. Sollte es als politisches Statement zur damaligen Lage gemeint sein, könnte ich das irgendwie nachvollziehen. Ich interessiere mich wenig für Politik, aber Neil Young klingt so, als würde ihn so einiges ziemlich ankotzen. Das finde ich nicht schlecht, weil ich das Gefühl gut kenne...
Irgendwie schon ein Gegensatz, aber das kennt man ja von ihm ja inzwischen. Besser als leere Augenwischerei. Ich finde die Songs unter dem Aspekt auch gelungen.

Für mich ist die Scheibe die totale Überraschung im reichen Young-Katalog. Ich bin echt happy, diese Scheibe entdeckt zu haben und empfehle sie wärmstens weiter! "Seite 1" muss man einfach haben!!! Der Rest wird nicht jedem gefallen, aber vielleicht ja mit der Zeit, oder zum passenden Anlass.
Ein winziger Wermutstropfen bleibt allerdings: Die Spielzeit beträgt gerade mal 31 Minuten. Man wünscht sich echt, manche Songs würden ewig so herrlich relaxt weitergehen...

Gruß und viel Freude damit!
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am 12. Januar 2004
Jaja, die 80er-Jahre waren eine Zeit, in der der Meister neben der Musik auch viele andere Sachen um die Ohren hatte...
Deshalb ist diese Scheibe auch eine zweischneidige Sache: Die erste Seite (wenn man von der LP-Fassung ausgeht) würde fünf Sterne bekommen: Little Wing, The Old Homestead und Captain Kennedy gehören zu den besten Akustik-Songs, die uns Mr. Young je zu Ohren gebracht hat. Interessante Texte, super arrangierte Songs, aber dann kommt es zur Katastrophe: Belangloses Country-Gedudel (Stayin' Power), Pro-Gewerkschafts-Gedfidel (Union Man) und ein unsägliches Reagan-Support Gedudel, auch wenn es vielleicht ironisch gemeint ist (Hawks & Doves). Eigentlich kann man sich die komplette Seite (sprich 2. Hälfte der CD) schenken. Der Country, den er hier bringt, bleibt weiter unter seinen Möglichkeiten. Beispiele für besseren Neil-Country finden sich zuhauf auf Comes A Time oder Old Ways
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am 17. Juli 2003
Jaja, die 80er-Jahre waren eine Zeit, in der der Meister neben der Musik auch viele andere Sachen um die Ohren hatte...
Deshalb ist diese Scheibe auch eine zweischneidige Sache: Die erste Seite (wenn man von der LP-Fassung ausgeht) würde fünf Sterne bekommen: Little Wing, The Old Homestead und Captain Kennedy gehören zu den besten Akustik-Songs, die uns Mr. Young je zu Ohren gebracht hat. Interessante Texte, super arrangierte Songs, aber dann kommt es zur Katastrophe: Belangloses Country-Gedudel (Stayin' Power), Pro-Gewerkschafts-Gedfidel (Union Man) und ein unsägliches Reagan-Support Gedudel, auch wenn es vielleicht ironisch gemeint ist (Hawks & Doves). Eigentlich kann man sich die komplette Seite (sprich 2. Hälfte der CD) schenken. Der Country, den er hier bringt, bleibt weiter unter seinen Möglichkeiten. Beispiele für besseren Neil-Country finden sich zuhauf auf Comes A Time oder Old Ways
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am 25. August 2003
Es hätte eine Super Scheibe werden können, hätte Neil Young bei "Staying Power" einfach da weitergemacht wo er bei "Cpt. Kennedy" aufhörte. Hat er aber nicht, und so ist die "2.Seite " der Scheibe einfach nur überflüssig. Country Gedudel und Folk-Musik die zum Teil auch gerne im Musikantenstadl genommen worden wären. Mies. Dennoch, wer die ersten 4 Songs nicht hat und Young Akustisch mag, sollte die Scheibe trotz allem kaufen. Die sind es Wert, der Rest leider nicht!
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am 5. August 2003
Neil Young anno 1980: Hawks und Doves greift formal auf Rust zurück und spielt eine Akustische Seite (Doves??) gegen eine Elektrische (Hawks) aus auch wenn die Platte musikalisch klar an American Stars'N Bars angelegt ist. Aber von Anfang an:
Die Platte beginnt mit Little Wing, einer schönen Ballade über das ewige Thema Mann/Frau. Dieses Lied beginnt übrigens mit der aggressivsten Harmonica die Young wohl je spielte.
Homestead ist ein wunderliche Reise in den Western im Stile von Tulsa oder Ambulance Blues oder halt Will To Love von besagter Stars'nBars. In Lost in Space, einer traurigen Nummer tritt stimmenverzerrter Kinderchor auf. Captain Kennedy, das vielleicht schönste Stück, erzählt die Geschichte eines Seefahrers und ist obwohl Akustisch wohl mehr ein Falke als eine Taube aufgrund des harten Textes (and when I get to shore I hope that I can kill good).
Auf der alten Seite zwei wir Onkel Neil unterstützt von der H&D-Band inklusive alte Bekannte wie Tim Drummond oder Ben Keith. Die Stücke klingen beim ersten Anhören alle etwas ähnlich, gewinnen aber beim mehrmaligem Hören an Sympathie. Sehr Ironisch und witzig, das sollte wohl für Nebenbeihörer gesagt werden, kommen Union Man und das rechtslastige Hawks and Doves her, bei welchen wieder einmal gilt: Nicht was Neil Young singt sondern Wie er etwas singt, darauf kommt es an.
Alles im Allen eine sehr angenehme Platte, die natürlich nicht mit Zuma, Rust, Goldrush konkurrieren will oder kann. Man muß sie als das nehmen, was sie ist- 30 Minuten Young zum genießen und lauschen....
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am 15. Dezember 2003
Hawks & Doves ist eiine typische Neil Young Platte, ganz im Stil der Vorgängeralben "Rust never sleeps" und "Live Rust". Der erste Teil ist akustisch eingespielt und bringt eher ruhigere Titel, im zweiten Teil werden dann die E-Gitarren ausgepackt und es geht etwas härter zur Sache.
Allerdings sind die Songs verglichen mit den wirklichen Meisterwerken eher etwas schwächer ausgefallen, d.h. bei dem hohen Standard an dem Neil Young gemssen wird, immer noch erstklassiger Country-Rock.
Als Anspieltips für die erste Seite der ursprünglichen LP empfehle ich das längere Captain Kennedy und aus dem zweiten Teil die beiden Stücke "Coastline" und den Titelsong "Hawks & Doves".
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am 23. Januar 2013
Die Musik von Neil Young ist einfach spitze. Inzwischen habe ich mir auch die älteren CDs zugelegt. In diesem Jahr werde ich ihn erstmals live erleben.
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am 12. Mai 2011
Neil Youngs Odyssee durch die 80er Jahre ist eins der interessantesten Kapitel der Rock-Geschichte, wenn auch die Platten, die er auf dieser Reise veröffentlichte, bekanntermaßen...nun ja, so eine Sache sind. Mit "Hawks & Doves" fängt diese Odyssee an. "Hawks & Doves" ist als Neil Youngs Hurra-Patriotismus Platte schwer geschmäht worden (und das auch nicht zu Unrecht), und es gab sie lange Zeit nicht auf CD. Dabei fängt sie so vielversprechend an: "Little Wing" - 2 Akkorde, eine mit breitem Mund geblasene Mundharmonika, 10 Zeilen Text; vielleicht nicht Neil Youngs größter SONG (eben eher ein Fragment) aber hundertprozentig einer seiner größten MOMENTE. Zerbrechlich, intim, verhuscht und rätselhaft. Rätselhaft ist auch die Geschichte, die im über 7minütigen "The Old Homestead" erzählt wird. Mir wollte mal jemand weismachen, es ginge um Crosby, Stills, Nash und Young, und Neil Young wäre der "Shadow" oder der "Rider", ich weiß es nicht mehr, hörte sich auf jeden Fall mächtig an den Haaren herbeigezogen an. Der Song ist düsterer, verschleppter psychedelic Country mit Tom Scribners singender Säge als prominentestem Instrument. Es folgen noch 2 wirklich schöne Akustiksongs (Gut, die Schlumpf-Stimmen bei "Lost In Space" sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber sonst...), und dann kippt die Platte um: "Stayin' Power" und "Coastline", beides schunkelige Rock-Country-Nummern gehören gleich mal in die Kiste, wo sich diese hohlen, irgendwie flachen Wegwerf-Songs von Neil Young türmen; Songs wie "Changing Highways" (Broken Arrow) oder "Get Back On It" (Re-ac-tor) oder "Downtown" (Mirror Ball). Aber erst die letzten 3 Stücke sind richtig ärgerlich, vor allem der Titelsong. Young schrieb "Hawks & Doves" unter Einfluß der Geiselaffäre im Iran: Mehrere US-Bürger wurden seit November '79 in Teheran festgehalten, und ein Befreiungsversuch endete am 25. April 1980 mit einem Desaster (8 amerikanische Soldaten starben, und die Befreiung mißlang letztlich sogar. In der Folge wurde Ronald Reagan zum neuen US-Präsideten gewählt.). Neil Young sagt in "Shakey - Neil Young's Biography", daß ihn das (frei übersetzt) ziemlich auf die Palme gebracht hätte. "Ready to go, willin' to stay and pay" singt er, und der Chor gröhlt: "U.S.A.! U.S.A.!" Und anderswo wird geknittelt: "Got Rock And Roll/Got Country Music playin'/If you hate us, you just don't know what you're sayin'"...ein Freund der einfachen Bilder war er ja seit jeher, aber sowas muß man erstmal wegstecken.
Was lehrt uns das? Nicht viel, außer daß Neil Young, wen wundert's, eben noch ein paar Facetten mehr hat als nur die des liberalen Hippies. Menschen können ja so widersprüchlich sein, und bei Neil Young muß man mit allem rechnen, auch wenn er ein großer Rockstar ist und alle glauben, sie hätten ein Recht auf "ihren" Neil Young und seine sympathischen Seiten. Wenn man die oben erwähnten Songs heute hört, klingen sie naiv und eindimensional; aber nicht so, als müßte man jetzt für immer im Gedächtnis behalten, daß Neil Young ja AUCH ein Redneck-Spacken ist. Und die bedeutenden, großen Lieder seines Gesamtwerkes überstrahlen den Country-Humpta-Dumpta der 2. Seite von "Hawks & Doves" mit der Kraft von 1000 Sonnen, also was soll's?
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