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am 16. März 2002
Worte finden. Wirkung zeigen. Was ist hier eigentlich gerade passiert? Oder noch besser: Was passiert hier gerade?
Das Telefon klingelt. Zum weißdergeierwievielten Male. Mein Finanzoptimierer will mir erklären, dass ich eine höhere Rendite bei niedrigeren Beiträgen haben könnte, wenn ich meinen Rentenversicherungsträger wechsle. Wichtig. Eigentlich. Aber zum Teufel mit der Rendite. Hier singt Maynard James Keenan. Prioritäten setzen. Denn das ist wirklich wichtig! Das Telefon wird ausgestöpselt, das Handy ins Kissen eingenäht und die Türklingel abgeschraubt. Kopfhörer auf und Volume Richtung Max. gedreht. Wo war ich stehengeblieben? Richtig. Bei wichtig. Revolutionen fordern eben Opfer. Auch musikalische. Der nächste, der stört, kommt auf die Guillotine. Oder darunter. Oder wo auch immer eine Köpfmaschine wehtut. Maynard James Keenan. Tool. A Perfect Circle. Deftones. Stationen musikalischer Vollkommenheit und der Befreiung von Zwängen. Wen 'Parabol' zu 'Parabola' kalt lässt, wird mit No Angels, Bon Jovi oder Phil Collins nicht unter zehn Stunden bestraft. Industrial? Nu Metal? Alles Kasperkram. Hier ist von Tool die Rede. Nicht von unsinnigen Schubladen, die keiner braucht. Depressiv? Quatsch. Depressiv machen die Charts mit millionen Platten, die musikalisch Schwachbegabte an mediengeleitete Lemminge verkaufen. Tool. Für die Emotionen, die ein Song wie 'Ticks & Leeches' freilegt, gibt es kein Wort in niemandes Sprache. Überhaupt. Worte zu finden, während Maynard James Keenan seine Visionen intoniert, ist ungefähr so, als versuche man, die Wirkung von Starkstrom zu erklären, in dem man an die Leitung fasst. Kurz, ganz ganz kurz wird jedem klar, wie es wirkt. Aber nachvollziehen kann es niemand, der nicht selbst anfasst. Wie 'Triad' beschreiben? Ein Song, der auf mich durch und durch befreiend wirkt, lässt andere Menschen in positiver Beklemmung erstarren. Welche Faszination auch immer von 'Lateralus' ausgehen mag ist nicht wichtig. Wichtig ist allein die Tatsache, dass dieses Album Faszinationen ausstrahlt. Maynard James Keenan und seine Mitstreiter sind keine Revolutionsführer. Sie sind die Philosophen, die die Ideen vorgeben. Der Revolutionsführer steckt in jedem von uns. Wie diese Revolution dann vonstatten geht, ist Mentalitätssache. Was passiert hier also wirklich? 'Lateralus' verändert nicht die Welt da draußen, aber für eine Albumlänge erlebe ich meine ganz private Revolution, meine Gedanken kreisen auf einem entfernten Orbit aus berauschenden Klängen und Tönen, und nach gut 80 Minuten kann ich sagen: ich habe die Perfektion gehört! Auch das geschieht wirklich...
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am 2. Mai 2004
"Lateralus" war mein Einstieg in die Welt von Tool. Es war ein harter Einstieg, als würde man ins eiskalte Wasser springen. Doch genauso wie sich der menschliche Körper mit der Zeit an die Temperatur des Wasser gewöhnt, gewöhnt man sich an dieses einzigartige Stück Musik.
Zuerst besticht natürlich das geniale Artwork des Albums. Fotos der Band oder Songtexte fehlen im Booklet, stattdessen findet man einige abstrakte Bilder, die auf Folie gedruckt sind. Es tauchen Parallelen zur Musik auf: zunächst findet man die Bilder, die einen systematischen "Scheibenschnitt" eines Menschen zeigen, etwas abstoßend, doch später entdeckt man die vielen kleinen Geheimnisse, die in ihnen versteckt sind (Beispielsweise steht das Wort "God" auf einer der Folien im Gehirn des Mannes).
Zur Musik: Der Hörer wird mit einem großen achtminütigen Brocken willkommen geheißen. "The Grudge" nennt sich dieser Song und zeigt auch sogleich, was einen erwartet. Breaks, Taktwechsel, Refrain Fehlanzeige, harter Gesang, gefühlvoller Gesang, genialer Bass, Wutausbrüche und Songverästelungen, die einen aber meistens wieder auf den Ausgangspfad zurückbringen. Genial, aber sehr komplex und schwer zu erschließen. Aber wenn man "The Grudge" einmal verstanden hat, macht es doppelt Spaß. Wenn man genau weiß, wann der nächste Break kommt, was jetzt passiert. Dieser Aspekt macht den Reiz der Tool-werke aus. Mit "Eon Blue Apocalypse" folgt ein knapp einminütiges Instrumental, das sofort verzaubert, die erzeugte Spannung aber in Hoffnungslosigkeit ausufern lässt. "The Patient" dann beginnt für Toolverhältnisse sehr langsam und ruhig. Doch in Maynards Stimme schwillt wieder diese Bedrohung an. Mit einer Explosion explodiert nach 2 Minuten dann die Bombe, die Verzweiflung nimmt ihren Lauf. Der Song rollt weiter über den Hörer hinweg, gegen Ende laufen sogar zwei verschiedene Gesangslinien übereinander, die dem Hörer einiges an Aufmerksamkeit abverlangen. Danach wird es wieder leiser, aber die mystischen perkussiven Trommeln sind garantiert keine Befreiung. Es geht weiter nach unten. "Mantra" verstärkt die Hilflosigkeit des Hörers durch Klänge, die an Walgesänge erinnern. Sehr mystisch. Nach einer Minute setzt dann "Schism" ein, das meiner Meinung nach einer der genialsten Songs aller Zeiten ist. Das Bassriff befremdet und der Gesang Maynard James Keenans jagt einem kalte Schauer über den Rücken. Die Worte "We discover communication" vefolgen einen. Nach drei Minuten wird es dann leise. Der Schrecken nimmt seinen Lauf. Klänge, von denen man gar nicht wissen will, wo sie herkommen, dringen ans Ohr und später setzt Maynard mit einem unheimlich gefühlvoll-verzweifelten "From Silence held" ein. Erneuter Spannungaufbau folgt, harte Gitarrenriffs. Der Song kehrt aufden ursprünglichen Pfad zurück. Doch etwas hat sich verändert. Keine Verzweiflung mehr, eher Wut. "Oh-oh, gleich kommt der Weltuntergang" denkt man nur noch und der Double-Bass hämmert auf den Hörer ein. Vorbei. Nach 7 Minuten. Bei "Parabol" glaubt man zunächst, auf der sicheren Seite zu sein. Ruhig und gemächlich singt Maynard vor sich hin. Bei dem Hörer erzeugt dies zunächst ein Gefühl des Wohlseins. Denkste. "Pain is an illusion" und dann setzen wieder die brachialen progressiven Powergitarren ein. "Parabola" heißt die Fortsetzung von "Parabol". Der geniale Song wird getragen von unerwarteten Kehrtwendungen, Hoffnungen (die auf dem Album ziemlich selten sind) und dem poetischen Text. "Dieser Körper hält mich hier unten fest, und er erinnert mich an meine eigene Vergänglichkeit. Schmerz ist nur eine Illusion." Nach 5 Minuten klingt "Parabola" dann langsam aus und lässt den Hörer mit den Fröschen (!) im Wald allein. Im Horrorwald. Wo an jeder Ecke ekelhafte Viecher lauern, die nur eines wollen: Blut. Zecken und Blutegel, die dich aussaugen und kraftlos zurücklassen. Aber wer würde sich einfach so aussaugen lassen? Etwa der kleine, unscheinbare Mann, der dort in der Ecke kauert und vom Schmerz singt? Nein, garantiert nicht. Und so nimmt dieser Mann, namentlich Maynard James Keenan, noch einmal seine letzte Lebenskraft zusammen und lässt einen Schrei fahren, der durch Mark und Bein dringt. "Ticks & Leeches" ist der aggressivste Track des Albums und erzeugt mit seiner Dreiteilung eine unheimliche Atmosphäre. "Lateralus" nimmt sich dann wieder die Wissenschaft zum Thema und erinnert daher etwas an "Schism", immerhin geht es um eine parallele Bewusstseinsebende, um das seitliche, laterale Denken. Der Zwischenteil ist mehr als imposant, hier erinnert Maynards Gesang sehr an "A Perfect Circle". Nach 9 Minuten ist "Lateralus" dann vorbei und öffnet die Pforte für den experimentellen Progressivteil des Albums. Dieser besteht aus einem 22-minütigen Song, der zwecks der besseren zugänglichkeit in drei Teile unterteilt wurde. "Disposition" ist sehr leise und baut langsam Atmosphäre auf. Die perkussiven Klänge und das gegen Ende an Peter Gabriel erinnernde Getrommel wirken sehr dumpf, begeistern aber auf jeden Fall. In "Reflection" kommt dann zu den Trommeleinlagen eine orientalische Melodie hinzu, auch der Gesang überzeugt. Das epische Ende dieses 11-minütigen Tracks bereitet den Weg für die instrumentale Donnerwalze "Triad". Dieser Song erschlägt den Hörer mit Brachialgitarren, verzerrten Schreien im Hintergrund und orientalischen Melodien. Wenn die Spannung dann unerträglich wird, setzen plötzlich harte Gitarrenriffs ein und "erlösen" den Hörer. Überlegter Double-Bass-Einsatz und intelligente Improvisationen, die aber trotzdem sehr durchdacht wirken, lassen beim Hörer das Gefühl eines "Finale Grande" aufkommen. Super Ausleitung. Dann Stille. Kommt noch was? Oder wars das nach 73 Minuten etwa schon? Der Hörer stellt sich Fragen und lässt in der zweiminütigen Pause, die nach "Triad" folgt, das Album nochmal Revue passieren. dabei sollte er diese Pause eher nutzen, um sich auf das folgende Feuerwerk einzustellen. Leise Töne streicheln das Ohr. Langsam wird es lauter, verkratzt, verzerrt, ein Drumsolo, Maynard mit verzerrter, schmerzerfüllter Stimme. "Faaip de Oiad" heißt das Outro und bedeutet soviel wie "Stimme Gottes". Für den Hörer ist all dies nur schwer erträglich. Es tut beim ersten Mal richtig weh. Erst nach mehrmaligem Hören dieses schmerzenden Stückes legt sich die Verstöhrtheit. Am besten krallt man sich im Sessel fest und hofft, dass alles schnell vorbei geht. Dann bleibt nach zweieinhalb Minuten dieses Gefühl, an etwas Epischen teilgenommen zu haben, das die meisten nicht verstehen und auch nicht verstehen können. Musik, die schmerzt und den Chrakter des Hörers nicht unverändert lässt. Garantiert nicht. Und sollte sie den Charakter des Hörers doch nicht verändern, so wird er auch keinen Gefallen an der CD finden. Das eine führt unausweichlich zum anderen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: "Lateralus" als Meisterwerk hinnehmen und darin aufgehen oder "Lateralus" in die Ecke schmeißen und diesen Alptraum so schnell wie möglich vergessen. Dazwischen gibt es nichts.
Für alle, die aud harte emotionale Musik am Rande der verzweiflung stehen und die Musik nicht nur nebenher hören (das geht bei Tool sowieso nicht), kann ich eine klare Empfehlung aussprechen. Das Album braucht sehr viel Zeit. Aber am Ende wird man reich belohnt. Versprochen.
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am 19. Mai 2006
Lateralus war mein Einstieg in das Phänomen Tool, das eigentliche Meisterwerk Aenima hörte ich erst später und vielleicht lag es daran, weswegen mir Aenima nur sehr wenig gibt, was Tool so sehr auszeichnet. Wenn ich manche Rezensionen lese, merke ich bei einigen fans sowas wie Ratlosigkeit und auch Enttäuschungen, weil sie einerseits Lateralus zu abgehoben finden bzw. vollkommen am MUsik-Fan vorbeigeschrieben oder auch viel zu rätselhaft. Ja meine Güte, genau das ist es doch was Tool von anderen Bands so auszeichnet. Lateralus ist ein Werk, daß sich mit jedem einzelnem Hördurchlauf neu im Zuhörer entfaltet, da werden neue Aspekte "freigeschaltet" die man vorher so nicht "gesehen" bzw. erlebt hat... genau wie das Booklet schon andeutet... mehrmals umblättern, mehr Perspektiven und weitere Geheimnisse werden aufgedeckt. Um nun diese Perspektiven und Geheimnisse visuell im Booklet zu zeigen wäre wohl nicht ausreichend... was für ein Schinken von Buch müßte dazugeliefert werden... oder auch Worte bzw. Texte können das kaum widergeben, denn dieses akustische Werk bietet jedem Fan etwas anderes. Abgehoben? Ich meine eher, die Band läßt einfach ihrer schwergezügelten Krerativität freien Lauf. Das mag man gern als akustisches Tohuwabohu betiteln, zeigt aber eher auf eine Unlust, sich von der akustischen Freiheit treiben zu lassen. Rätselhaft? Ich meine eher, jedem Fan wird es selbst überlassen, was er mit dieser Musik für Erlebnisse entwickelt, ich sehe zum Beispiel bei jedem einzelnen Werk Bilder vor meinem Auge... und das mag für jeden Hörer anders erscheinen. Akustisches Durcheinander? Das mag man sehen wie man will... zum Glück läßt sich über Geschmack nicht streiten... man kann aber auch die Vielfalt und das Experimentelle, welches sich klar von anderen Alben anderer Bands mit ihrem vorhersehbaren Stil abspaltet, erkennen und wo bitte findet man das noch woanders?

Kurzum: Lateralus ist Tool und zwar von ihrer kreativsten Seite. Daß das nun nicht jedermanns Sache ist, und auch bei Tool-Fans zu unterschiedlichen Meinungen führt, ist vollkommen klar, da Lateralus zu vielschichtig ist und jedem etwas anderes mitgibt. Fakt ist aber nunmal... ein Werk dieser Machart findet man wirklich in der Szene nicht so schnell ein zweites und meiner Meinung kann auch Aenima in diesem Bezugspunkt nicht mithalten.
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am 10. Dezember 2005
Diese CD ist in allen Kriterien, mit der man ein Album bewerten kann auf allerhöchstem Niveau und ist sowohl musikalisch als auch soundmäßig gesehen, das Beste, das ich bisher gehört habe.
Tool an sich ist eine, zugegeben, gewöhnungsbedürftige progressive Rockband, da man normale Rhythmen, Songstrukturen und Titellängen oftmals vergeblich sucht.
Grundsätzlich bei allen Songs überzeugt der Schlagzeuger mit Polyrhythmen, die auf aller höchsten technischem Niveau liegen und wirklich so komplex sind, dass sie auch nach 500X hören immer noch Überraschungen zeigen.
Die Gitarrenarbeit ist, abgesehen vom rhythmischen, nicht ganz so virtuos, jedoch technisch absolut solide gespielt und zu jedem Zeitpunkt songdienlich.
Der Bassist beeindruckt mit interessanten Wendungen und Riffs, die alles andere sind als stures Grundtonspielen im Takt der Bassdrum.
Letztendlich ist der Gesang absolut überzeugend und mitreißend.
Jeder Song für sich ist ein Epos.
Das Album fängt mit dem grolligen "The Grudge" an, das in einem fast unerkennbaren 5/4 Takt steht.
Dann kommt "The Patient", dass einem Wechselbad von Gefühlen gleichkommt und bei dem sich ruhige Teile mit krachigen Gitarrenriffs abwechseln.
Dann kommt "Schism". Ein Titel der wirklich so gut ist, dass es wert wäre, nur für diesen Titel die CD zu kaufen. Ein geniales Bassriff wird von interessanter Gitarren und Drum arbeit begleitet und mit interessantem Gesang gekrönt. Wirklich jede Sekunde dieses Songs, bis zum phänomenalen, krachenden Ende zieht einen in den Bann.
"Parabol" und "Parabola" sind im Grunde ein Song, einmal ganz ruhig und einmal rockig. Der rockige Part bietet dabei wunderschöne Gitarrenmelodien und einen Gesang, der sogar zum Mitsingen animiert.
"Ticks and Leeches" kracht einfach drauf los, hat aber einen interessanten Instrumentalzwischenteil, der sich dann zum genialen, rockigen Ende hin steigert.
"Lateralis" (könnte ein Druckfehler auf dem Cover sein) begeistert mit sehr coolem Gesang, unnachahmlichen Schlagzeugrhythmen und ist ein geniales Gesamtwerk.
"Disposition" ist ein ruhiges, relativ kurzes (5 min.) Stück, dass mit einer exotischen Bassmelodie (inklusive Bass Flageoletts, die ich noch nie gehört habe) und interessanten Bongo Rhythmen überzeugt.
Dieser Titel geht dann zu "Reflection" über, einem extrem langen Stück, das mit einem fast meditativen Percussion Intro, das aber keinesfalls langweilig ist, beginnt und dann irgendwann in einen relativ harten Teil mit genialem Gesang übergeht.
"Triad" ist ein Instrumentalstück, das mit eingängigen Riffs und interessanten Drums fesselt.
Soundtechnisch betrachtet stellt "Lateralus" alles in den Schatten, was ich bisher gehört habe. Der Sound ist 100% glasklar, jedes noch so kleine Detail eines jeden Instruments ist absolut naturgetreu zu hören und zu genießen. Der Drum-Sound ist eine Wucht, aber zu jeder Zeit definiert und jedes Teil des riesigen Drum Kits ist differenziert zu hören. Die Base klingt genial, Snare und Toms absolut perfekt und die vielen Becken sind ein Hörgenuss.
Die Gitarre und der Bass klingen absolut genial und der Sound passt immer zum Song. Man hört an manchen Stellen selbst das Verstärkerrauschen des Gitarrenamps. Das ist jedoch kein schlechtes Zeichen, sondern zeigt wie naturgetreu alles aufgenommen ist. Der Gesang ist glasklar, alle zusätzlichen Synthie-Sounds kommen überzeugend (wer einen guten Subwoofer besitzt sollte sich den Anfang von "The Grudge" mal richtig laut anhören!). Das Stereo Panorama ist ausgewogen und alles ist passend verteilt.
Abschließend gesehen ist "Lateralus" die CD, die ich mir kaufen würde, wenn ich mir in meinem Leben eine CD kaufen könnte.
Die Musik wird nicht Jedem gefallen, vor allem nicht dem, der „normale" Musik, wie sie im TV kommt, erwartet. Aber wenn man sich drauf einlässt, wird die CD auch nach 5 Jahren hören nicht langweilig, man entdeckt immer wieder Neues und ist immer wieder aufs neue fasziniert!
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am 7. September 2005
Tool entwickeln sich nicht weiter. Natürlich sind da gewisse typisch "toolische" Elemente, die sind aber eigentlich eher konstant und finden sich sowohl auf "Opiate", als auch auf "Undertow", "AEnima" und "Lateralus". Ansonsten machen Tool aber auf jedem Album was anderes und erfinden sich eher neu, statt sich weiterzuentwickeln. Am ehesten lässt sich das Album aber wahrscheinlich mit AEnima vergleichen.
Zuerst mal die Eckdaten: 78 Minuten, längster Song 11 Minuten, 14 Tracks inkl. Hidden Track.
Der Musikstil auf diesem Album lässt sich schwer beschreiben. Prog-Metal? Art-Metal? Es ist jedenfalls teilweise orientalisch angehaucht ("Disposition"/"Reflection"/"Triad"). Sehr atmosphärisch, spirituell angehauchte Texte und hypnotisierende Rhythmen und mehr als je zuvor werden Effekte eingesetzt. Die Tracks haben alle Überlänge oder hängen zusammen, das laut-leise Spiel, das hier perfekt inszeniert wird und das häufige Wiederholen von Melodien tragen nur zum hypnotisierenden Effekt bei.
Die Melodien sind komplex, die Lyrics kryptisch. Man wird aus dem Album zunächst nicht schlau und wird davon eher abgeschreckt. Man muss es einfach ein paar mal hören, um Zugang zu finden. Außerdem sollte man sich voll auf die Musik konzentrieren, das ist nichts für's Auto oder zum nebenbei Quake zocken oder so.
Die Produktion ist im Vergleich zu den anderen Alben kristallklar und makellos. Das muss so sein, weil alles andere nicht zur Musik passen würde. Die Musik ist nämlich nicht nur hypnotisch und atmosphärisch sondern auch mathematisch präzise. Alles scheint durchdacht. Manche sagen "Das ist kalte, seelenlose Musik".
Ja, die Durchdachtheit und Präzision mögen jetzt nicht so direkt von einer Seele in der Musik zeugen, aber warum werde ich dann so mitgerissen von dieser Musik?
Man muss einfach das Gesamtbild betrachten. Der Gesang von Maynard James Keenan ist zum Beispiel sowas von emotional, da kann mir keiner erzählen, dass das kalte Musik ist. Erst wunderschöner Gesang, dann auf einmal ein Wutausbruch - auch hier der gekonnte Einsatz von laut und leise und der Spannungsbogen. Ja, der Typ kann singen. Ist vielleicht nicht jedermanns Sache, dieser Gesang, aber ich halte ihn für genial.
Bei den Instrumenten ist zwar alles sehr präzise und durchdacht, gleichzeitig sind aber Schlagzeug und Gitarre so abgemischt, dass Präzision mit Urgewalt verbunden wird. Besonders das Schlagzeug von Danny Carey ist extrem geil... wer "Ticks & Leeches" gehört hat, weiß wovon ich rede. Wow.
Tool schaffen es sehr gut, sowohl leise als auch laute Musik zu machen. "Ticks & Leeches" kommt zum beispiel eher brachial daher, während "Reflection" sehr leise ist und einen in andere Sphären entführt. Auch der Wechsel zwischen laut und leise innerhalb der Songs ist einfach nur erstaunlich ("The Patient"/"Schism"/"Parabol/Parabola")
Es ist ganz einfach die ganz große Musik, die einen einsaugt, plattwalzt und wieder ausspuckt. Wunderschöne Musik, die unter die Haut geht. Eines der ganz wenigen Alben, die ich so oft hören kann wie ich will und wo man herausfinden will, was mit den Texten gemeint ist, wo man gerne ruminterpretiert. Maynard James Keenan singt über spirituelle Themen, über große Themen.
Das ist wohl auch einer der großen Kritikpunkte, die viele haben: Die Texte seien pseudo-intelligent und wen interessiert's, was Keenan über Gott denkt? Gegenfrage: Wen interessiert's, was John Lennon über Krieg denkt oder was Eric Clapton über Frauen denkt? Texte sind nunmal Texte und Lateralus hat halt enigmatische Texte, deren Schönheit nicht sofort offenbar wird.
Und was pseudo-intelligent angeht: Es sind halt philosophische Themen, da gibt's nix handfestes. Und richtig: _Die_ intelligente Botschaft vermittelt keiner von Keenans Texten. Ja, irgendwo ist das vielleicht "pseudo-intelligent", ihr habt ja sooo recht. Mich jedenfalls sprechen die Texte an und regen mich zum nachdenken an.
Ich will jetzt gar nicht anfangen, die Songs einzeln zu bewerten, weil dieses Album - mehr als je zuvor bei Tool - eher als Gesamtwerk anstatt als Ansammlung von einzelnen Liedern betrachtet werden sollte.
Vielen gefällt diese Musik nicht und so sehr ich die Kritik verstehen kann - ich finde, dass Lateralus einfach ein Meisterstück ist. Basta.
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am 25. April 2012
Schon damals als Tool's Aenima erschien, begann im Musik-Olymp das große Stühlerücken. Im Prinzip hätte das schon den Abstieg dieser Band einleiten müssen, da nach menschlichem Ermessen kein perfekteres, wahnsinnigeres Album geschaffen werden konnte. Aber Tool gähnten angesichts dieser läppischen Vorbehalte nur kurz und gingen unter Berücksichtigung der Weinlesesaison wieder ins Studio.

2001 erschien dann also mit Lateralus der Nachfolger, woraufhin das menschliche Ermessen erweitert werden musste. Dieses Album teilt seither für viele die Musikgeschichte in vorher und nachher ein, nicht wenige haben sich inzwischen das Album physisch nachkaufen müssen, nachdem die erste Scheibe nach jahrelanger Dauerrotation den Geist aufgab. Im Musik-Olymp wurde ärgerliches Gemurmel laut als man nach so kurzer Zeit schon wieder aufstehen musste. Manche auf Erden behaupten ja, das Wasser sei seitdem klarer und der Himmel blauer, auf jeden Fall sei aber das Ende der musikalischen Geschichte erreicht. Selbst wenn man soweit nicht gehen möchte (der Himmel war auch vorher schon ziemlich blau) muss man doch anerkennen, dass für viele die Welt nach Lateralus einfach eine andere war. Natürlich wurden auch noch neue Bands und Alben entdeckt und geliebt, aber das waren eben nur Entdeckungen. Lateralus aber war eine Offenbarung. Niemals zuvor, und ' soweit können wir bereits mit der gebotenen Vorsicht sagen ' auch niemals danach hat und wird ein Album den geneigten, speckhaarigen Alternative-Fan derart gnadenlos in seinen Bann ziehen und ihn während der Dauer des Hörens vergessen machen, ob er Männlein oder Weiblein ist.

Als dann mit 10.000 Days der Nachfolger herannahte, packte viele erneut die Angst, dass es eigentlich nur noch bergab gehen könnte, dass nie mehr ein Album, nicht einmal eines von Tool selbst, die Größe von Lateralus erreichen würde. Um ehrlich zu sein, hatten meine Freunde und ich auch Angst, aber eher davor, dass es Tool tatsächlich gelingen würde sich noch einmal zu übertreffen. Ernstzunehmenden Gerüchten zufolge bestand in dem Fall nämlich die Gefahr, dass dann das Universum implodieren würde. Glücklicherweise ist 10.000 Days schließlich nur eine (nach Tool-Maßstäben) ganz okaye Platte geworden, so dass der Praxistest dieser These nie erfolgte.

Tja was soll man noch sagen. Genaugenommen müsste man vom akustischen Verzehr dieses Albums eigentlich abraten, denn dann hat man viel mehr Freude an anderer Musik. Irgendwann wenn ich mal zu viel Zeit habe werde ich Tool auf musikalische Opportunitätskosten verklagen, weil mir dadurch so viel anderer musikalischer Genuss genommen worden ist, da vieles jetzt nur noch so klingt wie es sich anfühlt wenn man sich in lauwarme Grützwurst setzt. Aber ich will auch nicht undankbar sein, immerhin ist mir musikalische Erleuchtung zuteil geworden. In diesem Sinne: rock on!
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am 1. Februar 2006
ich finde nicht, dass die musik von tool schwere kost ist. die cd ist einfach eine schweinegeile mischung aus allen gefühlen die es gibt. die musik saugt einen auf, fesselt, und wenn die cd zu ende ist, spuckt sie einen wieder aus und man ist nach einer kurzen orientierung wieder in der gegewart. für leute, die sehr niveauvolle rockmusik lieben, die nicht nach einem regelmuster verläuft ist diese cd nur zu empfehlen! diese vielfältige struktur kenne ich sonst nur aus moderner jazzmusik. da ich aber lieber rockmusik höre, da sie mehr reinhaut, aber die komplizierte songstruktur nicht missen möchte, ist tool genau das richtige. als ich die cd zum ersten mal gehört habe, war ich fasziniert, weil man nie wusste was als nächstes kommt. an der vstelle, wo in anderen liedern von anderen band der refrain zu erwarten wäre setzten tool ein mit künstlerischen einlagen, die man so noch nie gehört hat.
nur zu empfehlen
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am 17. Februar 2007
Gleich Vorweg, ich finde alle Toolalben spitze. Jedes Album dieser Band ist traumhaft schön, sehr ausgereift und vor allem musikalisch auf höchstem Niveau.

Lateralus, das Album das vielen nicht allzusehr gefallen hat, da es eine Art Umschwung war, ist meiner Meinung nach mit eines der genialsten Platten die es gibt. Perfektionistische Meldoien, Tracks die sich vom ruhigen, hypnotischen immer mehr und mehr erweitern. Songstrukturen gibt es hier nicht - und das ist gut!

Die ALben von Tool, sind alle eine ganz eigene Entdeckungsreise, tiefgründige und trotzdem paradoxe texte, gepaart mit den wohl ausbalnciertesten Drumparts, die man errreichen kann, mit genialem Sänger, nettem Basseinsatz und nicht zuletzt genial einsetzender Gitarre.

Lateralus ist wie ein Fluss, der in einem Wasserfall mündet und anschließend ruhig weiterfließt. So könnte man auch gut die einzelnen Lieder beschreiben, die alles in allem ein göttliches Gesamtwerk abgeben.

Für mich ist Lateralus schlicht und einfach genial.

So hypnotische und fesselnde Musik wird heute nur noch selten produziert.

Und live ist die Band auch der Hammer! ! !
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am 15. Februar 2013
Eins vorweg, diese Rezension bezieht sich auf die Picture LP. Das Lateralus Album im Allgemeinen bekommt von mir 5 Sterne. Die besagte Vinylausgabe kommt als Doppel-LP daher, jede Plattenseite ist mit einem Bild des menschlichen Körpers versehen. Sieht schick aus. Das Gatefold-Cover ist holografisch gestaltet. Nun ist allgemein bekannt, dass Picture LP qualitativ schlechter klingen als normales schwarzes Vinyl. Das ist hier der Fall, die Scheiben knacken und knistern, auch nach 2-3 Wäschen unverändert. Besonders hörbar wird das in den leiseren Passagen. Meine haben zudem noch Höhenschläge, das heißt der Tonarm macht eine Berg und Talfahrt.
Mein Fazit: Wer dieses Meisterwerk von Tool richtig genießen will, sollte lieber auf die CD zurückgreifen oder ggf. auf den Download.
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am 24. Juli 2003
An musikalischer und lyrischer Klasse haben Tool seit Aenima nichts eingebüßt. Der Sound ist typisch Tool, die Qualität der Scheibe ist sagenhaft. Sogar das Booklet ist toll/tool. Die Musiker des Quartetts zeigen ihre Erfahrnheit in allen Aspekten der Platte, von ruhigen, atmosphärischen Titeln über die Tool-typischen Zwischenstücke bis zu den treibenden harten Songs. Insgesamt finden sich mehr "echte" Lieder auf dem neuen Album, da weniger Zwischenstücke vorhanden sind als bei Aenima.
Ich bin selbst Musiker und meiner Meinung nach ist es das beste Tool-Album überhaupt. Auf alle Fälle: Wem Aenima gefällt, der wird auch Lateralus lieben.
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