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5.0 von 5 Sternen Russian Standard, 13. April 2011
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Russische Cellosonaten (Audio CD)
Die Cellosonate ist eine relativ junge instrumentale Gattung. Doch besonders in der Romantik genoss sie bei vielen Laien, aber auch Komponisten große Beliebtheit wegen der entrückenden Kantabilität des Cellos. Der "letzte Romantiker", als der Sergei Rachmaninov häufig bezeichnet wird, hinterließ ebenso seine Duftmarke in diesem Genre wie viele große Namen vor ihm.
Seine Cellosonate g moll op. 19 wird oftmals als eines seiner allerbesten Werke angesehen, dieses prächtige Werk, das so typisch für Rachmaninov ist, zeigt er doch hier nahezu alle Facetten seiner Tonsprache, von schroff, abweisend und wild in den Ecksätzen über verspielt im Scherzo bis hin zur beinahe pathetischen Melancholie des Andante.
Fünf weitere, kleinere Stücke für Klavier und Violoncello sind auf dieser Doppel CD versammelt, unter anderem die wundervolle "Vocalise" op. 34,14, eine der vielen Versionen dieses wundervollen Liedes, von denen die vorliegende Version die schlechteste nicht ist...

Ein anderer Russe, Serge Prokofiev (1891-1953), widmete sich erst recht spät dem Cello, begeistert durch den Jahrhundertcellisten Mstislav Rostropovich. Seine Cellosonate C Dur op. 119 ist zweifelsohne eines seiner begeisterndsten Werke. Das Stück eröffnet unkonventionellerweise mit einem paradiesischen Andante. Es folgen zwei verspielte, experimentierende schnellere Sätze, deren Avantgarde in munteres Staunen versetzt.

Die Cellosonate d moll op. 40 Dmitri Shostakovichs (1906-1975) ist dahingehend ein früheres Werk. Hier sind es besonders die Leidenschaft des Kopfsatzes und die Idylle des Largo, die in ihren Bann ziehen. Doch Shostakovich wäre nicht Shostakovich, wenn er nich zumindest im flinken Scherzo oder im aufbrausenden Finale rauere Töne anschlüge.
Das Moderato für Klavier und Cello ist ein kleineres Stück, über dessen Bestimmung sich die Musikwelt nach wie vor unschlüssig ist.
Als Zugabe gibt's zunächst zwei kleine Stücke für Streichquartett, namentlich eine Elegie und eine Polka, frühere Kompositionen aus dem umfangreichen Schaffen des russischen Komponisten auf diesem Gebiet, die bis vor "Kurzem" als verschollen galten.
Außerdem kann sich der Hörer an einer der besten Kammermusiken Shostakovichs erfreuen: seinem Klavierquintett g moll op. 57. Dieses hehre Werk besteht aus fünf Teilen, einem Prelude, einer hinreißenden Fuge, einem derben Scherzo, einem innigen Intermezzo und einem rauschenden Finale. Es kommt selten vor, dass alle Instrumente gleichzeitig spielen. Das Klavier begleitet die Streicher häufig nur spärlich im oberen oder unteren Klangbereich der Klaviatur.

Die vorliegende Einspielung durch den Pianisten Vladimir Ashkenazy, den Cellisten Lynn Harrell sowie das Fitzwilliam String Quartet stammt aus den Jahren 1983-1988 und erfreut sich bester Tonqualität, Decca Qualität eben. Auch auf interpretatorischer Ebene handelt es sich um ein Rezitativ ersten Ranges, das praktisch tadellos ist.
Von der pianistischen Seite her hätte man sich von Ashkenazy durchaus etwas mehr Zug, etwas mehr Eigeninitiative wünschen können, doch die Leistung der Streicher, insbesondere Harrells macht diesen kleinen Makel mehr als wett. Farbig pointiert, fließend nuanciert und kräftig akzentuiert ist deren Vortrag, der stets im Zeichen der Kompositionen steht. Individuelle Momente kommen aber dennoch nicht zu kurz. Zudem ist die vorliegende Einspielung von einer derartigen Transparenz, die die fein gewobenen Linien zum Beispiel der Prokofiev Sonate offenlegt, so dass eben diese zum eigentlichen Highlight dieses rundum gelungenen Albums wird...
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Russische Cellosonaten
Russische Cellosonaten von Lynn Harrell (Audio CD - 2003)
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