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TOP 1000 REZENSENTam 9. Dezember 2010
Der gebürtige Ukrainer Vladimir Horowitz (1903-1989) darf wohl zurecht als einer der bedeutendsten Pianisten des vergangenen Jahrhunderts angesehen werden. Als "letzter Romantiker" überrascht seine breit gefächerte Diskographie insbesondere dadurch, dass er sehr wenige Klavierkonzerte aufzeichnete, sondern viel lieber allein spielte. Horowitz, der nicht nur sich selbst, sondern auch andere Pianisten teils bissig kritisierte, ließ sich in den letzten fünf Jahren seines Lebens - also von 1985 bis 1989 - bei der Deutschen Grammophon unter Vertrag nehmen. In dieser Zeit entstanden einige bis heute stupende Aufnahmen, die auf diesem Box Set versammelt sind und sich brillanter Tonqualität erfreuen. Ein ausführliches, kurzweiliges Booklet rundet das Programm ab.

CD 1 - 1985 erklärte sich Horowitz dazu bereit, einen Film über seine Kunst drehen zu lassen. Die Stücke, die er in diesem Film spielt, befinden sich auf dieser CD, als da wären das Choralvorspiel "Nun komm, der Heiden Heiland" von Johann Sebastian Bach im Arrangement von Ferruccio Busoni, die Sonate C Dur KV 330 von Wolfgang Amadeus Mozart, die Mazurka a moll op. 17,4, das Scherzo h moll op. 20 und die Polonaise As Dur op. 53 von Frédéric Chopin, das Impromptu As Dur D 899,4 von Franz Schubert, die "Consolation" Des Dur von Franz Liszt, die Novelette F Dur op. 21,1 von Robert Schumann, das Prélude gis moll op. 32,12 von Sergei Rachmaninov, die Etüde cis moll op. 2,1 von Alexander Scriabin sowie die Etüde F Dur op. 72,6 von Moritz Moszkovsky. Bereits diese sämtlichen Charakterstücke konfrontieren den heutigen Rezipienten mit einem oft gehegten Vorwurf gegen Horowitz, nämlich dem des Eklektizismus. In Anbetracht dessen allerdings, dass Horowitz im Laufe seiner Karriere zahlreiche Aufnahmen zu nur einem Komponisten machte, realisiert sich dieses Odel.

CD 2 - Eine weitere recht eigenwillige Studioaufnahme entstand im Herbst 1985. Horowitz spielt hier die "Kreisleriana" op. 16 von Schumann, die Sonaten h moll K. 87 und E Dur K. 135 von Domenico Scarlatti, das Impromptu Fis Dur und den ersten "Valse oubliée" von Liszt, die Etüde dis moll op. 8,12 von Scriabin, das Impromptu B Dur D 935,3 von Schubert sowie den Militärmarsch in Des Dur D 733,1 von Schubert, hier arrangiert von Carl Tausig. Horowitz präsentiert sich hier in voller Pracht: Trotz seines hohen Alters spielt er jugendlich frisch, espritvoll und flott. Mag ihm übertriebenes Pathos vorgeworfen werden: Horowitz war der festen Ansicht, dass ein Komponist nur aus einer Emotion heraus schreiben könne, so dass ein jedwedes musikalisches Werk leidenschaftlich gespielt werden müsse. Sein lyrischer Anschlag, seine kontrastreichen Tempowechsel und seine höchst individuell gesetzten Akzente machen diese Zusammenstellung zu einem unvergesslichen Erlebnis. Man höre sich nur seine beinahe sentimentale Deutung der Scriabin Etüde an!

CD 3 - Hier befindet sich das legendäre Konzert aus Moskau vom April 1986. Horowitz spielt während dieses denkwürdigen, einstündigen Recitals die Sonate E Dur K. 380 von Scarlatti, die Sonate C Dur KV 330 von Mozart, die Préludes G Dur op. 32,5, gis moll op. 32,12 und die "Polka de W. R." von Rachmaninov, die Etüden cis moll op. 2,1 und dis moll op. 8,12 von Scriabin, aus den "Soirées de Vienne" das sechste "Valse Caprice" nach Schubert und das "Sonetto 104 del Petrarca" aus dem zweiten "Année de Pèlerinage" von Liszt, die Mazurken cis moll op. 30,4 und f moll op. 7,3 von Chopin, die "Träumerei" aus den "Kinderszenen" op. 15 von Schumann und das "Morceau caractéristique" op. 36,6 aus den "Etincelles" von Moszkovsky. Dass sein Publikum zu Tränen gerührt war und ihn sozusagen auf Händen trug, ist bei der Liebe, Empathie und Authentizität, die Horowitz hier an den Tag legt, kein Wunder. Wen mögen da die bisweilen auftretenden technischen Fehler noch interessieren, auch respektive dessen, dass Horowitz zum Zeitpunkt seiner hochemotionalen Rückkehr nach Russland bereits ein über 80jähriger Greis war. Auf unvergleichliche Art und Weise wird der Wahlamerikaner hier zum Vermittler für Frieden und Brüderlichkeit zwischen zwei verfeindeten Nationen.

CD 4 - Am Ende seines Lebens hat Horowitz besonders viel Mozart gespielt. Ausnahmsweise nahm er sogar ein Konzert desselben auf, nämlich das 23. in A Dur KV 488. Begleitet wird er vom brillant aufgelegten Orchestra del Teatro alla Scala unter der Leitung von Carlo Maria Giulini. Es sind nicht nur die Präzision und Akkuratesse im Kopfsatz dieses Werkes, sondern insbesondere die lyrischen Tiefen des Adagios, die Horowitz detailverliebt ausforscht, die diese Darbietung zu einem Erlebnis machen. Die grandiose, differenzierte und transparente Orchesterleistung kann dabei gar nicht genug gelobt werden. Auch die Sonate B Dur KV 333 trägt Horowitz voller Spielwitz und Charme vor. Überhaupt darf er trotz nur recht weniger Aufnahmen bis heute als einer der führenden Mozart Interpreten gelten.

CD 5 - Das hier vorliegende Recital ist Mozart und Schubert gewidmet. Zunächst darf sich der Hörer über die Darbietung von Mozarts Sonate B Dur KV 281, des Adagios h moll KV 540 und des ebenso selten gehörten Rondos D Dur KV 485 freuen. Weiterhin vorgetragen werden Schuberts Moment musical f moll D 780,3 sowie drei Arrangements durch Liszt, nämlich das "Ständchen" aus dem "Schwanengesang" und den Valse Caprices Nr. 6 und 7. Wieder setzt Horowitz sehr eigenwillige Akzente. Seine Interpretation lässt die Partitur weit hinter sich und steht dennoch vollkommen in ihrem Dienste. Und das ist es ja eben, was in meinen Augen eine gelungene, zwingende Interpretation auszeichnet. Seinem tiefen Verständnis vor allem für Mozart trägt diese Aufnahme eindrucksvoll Rechnung.

CD 6 - Kurz vor seinem Tod wollte Horowitz unbedingt noch Schuberts letzte Klaviersonate B Dur D 960 aufnehmen, und es wäre wirklich schade gewesen, könnte sich die Nachwelt nicht an dieser himmlischen Einspielung erfreuen. Durch sein flottes Tempo entschlackt er diese monumentale Sonate wunderbar und macht sie frisch sowie bisweilen heiter, ohne jedoch über die zurückgenommene, gedämpfte Stimmung der ersten beiden Sätze hinwegzutäuschen. Auch sein Vortrag von Schumanns "Kinderszenen" op. 15 bleibt stets transparent. Wieder ist es erstaunlich, welch immense Farbpalette Horowitz zu Gebote stand. Er produziert pittoreskes Kolorit, das diesem zutiefst lyrischen Stück mehr als gut steht.

Fazit: Unermessliche Hinterlassenschaft eines großen Pianisten und Menschen! Spielfreude bis zum letzten Atemzug!
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