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In elf Kategorien wurde der Film für den Oscar nomminiert, drei Oscars erhielt dieser Film (Drehbuch, Musik, Szenenbild) - - - merkwürdiger Weise erhielt keiner der nomminierten Schauspieler (Gloria Swanson, Erich von Stroheim, William Holden, Nancy Olsen) einen Oscar. Gloria Swanson immerhin wurde mit dem Golden Globe ausgezeichnet.
Heutzutage wird der Film unter die besten Filme aller Zeiten gewählt, Zitate aus dem Film gehören zu den besten Filmzitaten aller Zeiten (was es nicht alles für Rankings gibt).

Soweit so beeindruckend -, aber der Film ist auch wirklich gut! Glänzende Schauspieler (allen voran Erich von Stroheim, William Holden und Gloria Swanson, aber auch in kleinsten Nebenrollen wie zum Beispiel Buster Keaton).
Die Geschichte kann man schnell zusammen fassen: erfolgloser Drehbuchautor trifft auf alternde Stummfilm-Diva, nach und nach treibt die Sache auf ihren Höhepunkt zu & eskaliert schlußendlich.

Jetzt zur blu-ray: Bild- und Tonqualität sind sehr gut, nicht überscharf, gut konturiert auch in den hell-, dunkel- Bereichen. Da gibt es eigentlich nichts zu meckern.
Ein wenig meckern möchte ich aber trotzdem: die DVD-Ausgabe spart nicht am Bonus-Material auf der blu-ray gibt es nullkommanichts. Und das ist erbärmlich! Was gibt es über diesen Klassiker nicht alles zu erzählen. Und gerade wer sich für den Film, die Bedeutung des Films interessiert, dem könnte doch mit interessantem Bonusmaterial weitergeholfen werden. Es gibt unendlich viele kleine Geschichten. Nur ein kleines Beispiel: Norma Desmond und Joe Gillis sehen sich einen (Stumm-)Film an, Butler Max gibt den Filmführer. Zu sehen sind Ausschnitte aus "Queen Kelly". Regisseur Erich von Stroheim, Haupdarstellerin Gloria Swanson! Beide haben während der Filmarbeiten zerstritten & arbeiten erst- und letztmals wieder bei Sunset Boulevard zusammen.

Zusammen gefasst: Bild- und Tonqualität der blu-ray empfinde ich nicht als gravierend besser gegenüber der DVD; aufgrund des Bonusmaterials rate ich zum Kauf der DVD.
33 Kommentare11 von 14 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. April 2007
Ein ganz großer Film - ohne Zweifel.
Und dazu noch Frauencharaktere, die durchdacht sind, und die aus sich selbst heraus entstanden sind. Denn gerade die weiblichen Figuren sind einer der allergrößten Schwachpunkte im modernen Film aus Hollywood (neben vielen anderen wirklich ganz groben Fehlern und Schwächen!!).

Aber in diesem Film macht es einfach nur Spaß, sich mitnehmen zu lassen in ein ebenso skurriles wie nachvollziehbar erzähltes und gespieltes "Künstlerdrama": Ein vollkommen überzogener, und gerade deshalb so pulsierender (weiblicher) ehemaliger Stummfilmstar, der in einer Scheinwelt (angesiedelt irgendwo zwischen vergangenem Erfolg und gegenwärtigem Realitätsverlust) eine ganz eigene Realität lebt.

Ein seltenes Filmerlebnis aus Hollywood, welches noch echte Liebe zum Film zeigt!
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TOP 1000 REZENSENTam 19. Oktober 2014
Dieses Lob kann ich aussprechen, weil ich alles gelungen finde.

Nach "Alles über Eva", einem anderen Insider- Film, mein zweiter Lieblingsstreifen.

Die Darstellerleistungen sind ohne Ausnahme erstklassig.

Die Beleuchtung, die Kamera, die Ausstattung, die Kostüme : ein Traum.

Die Synchronisation ist von seltenem Biss. Man ahnt, warum das Drehbuch mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Beteiligt war daran Billy Wilder.
Gesprochen wird Holden von dem Sprecher, den Tyrone Power bei "Zeugin der Anklage" hat.
Nancy Olson hat die Stimme von Scarlett O'Hara.

Der Film ist düster, zu lachen gibt es wenig, dennoch ist der Film nicht ohne Humor.

Das Ende wird hier vorweg genommen, es geht also den ganzen Film darum, wie ein Mann tot im Pool treiben konnte.

Aber nicht nur. Außer seiner persönlichen "Erfolgsgeschichte" wird hier das alte und neue Hollywood gegenüber gestellt.

Swanson als Norma Desmond verkörpert vergangene Zeiten, Holden ist das neue Hollywood. Bindeglied ist Billy Wilder, der beides kennt und somit der perfekte Kandidat für eine solche Inszenierung ist.

Norma behauptet, dass sie keine Worte braucht: "Ich drücke alles mit den Augen aus!"

Und den Wahrheitsgehalt bekommen wir am Ende geliefert, dann nämlich, wenn Erich von Strohheim einige Leute mit bloßen Blicken dirigiert und sie dann die große Treppe ihres eigenen Hauses hinunter schwebt. Diese Schluss- Szene ist so genial, da jubelt der Filmfreund. Die Illusion ist perfekt, vor allem für die arme Stummfilm- Diva, die zur relaen Welt schon lange keinen Bezug mehr hat.

Schaurig schön auch der Wechsel zwischen der lauten Welt da draußen, nachdem Holden als Drehbuchautor seinen Wagen vor Geldeintreibern gerettet hat und der Welt von Norma. Sobald man das Anwesen betritt, wird es düster und sehr still, man wähnt sich auf einem Friedhof.
Alles wirkt verwahrlost. Und dann trifft der Autor plötzlich auf Max und Norma. So nimmt denn die Geschichte ihren Lauf...

Holden und Swanson agieren perfekt zusammen. Holden war ein aufstrebender Nachwuchs und sah blendend aus, für Gloria Swanson dürfte es ein Comeback gewesen sein. Damit war sie glücklicher dran als ihre Filmfigur.

Eindrucksvoll Erich von Strohheim als ihr Diener, der ein Geheimnis hat.
Nancy Olson als Betty plappert munter drauf los, ihre Frische und Jugend bildet einen tollen Kontrast zu Swanson/ Desmond.

Ein Gänsehaut- Moment ganz sicher, wenn Cecil B. de Mille auftaucht. Da ist sie, die Regie- Legende, auf die Norma Desmond all ihre Hoffnung setzt.

Fazit: Es gibt so viele tolle und erinnernswerte Szenen, das macht einen Klassiker aus. Der Film rechnet mit Hollywood ab, das ist keine Frage.
Ich kann all jenen, die sich keine s/w- Filme antun wollen, beruhigen. Die Farbe sagt nix über den Unterhaltungswert aus.
Der Film ist gleichwohl lehrreich wie unterhaltsam, packend, gelegentlich sexy.
Nicht umsonst erhielt der Film 11 Oscar- Nominierungen, es gab am Ende drei Preise.

Noch eine Bemerkung zur Bildqualität: leider mäßig. Der Film schwankt dauernd zwischen hell und dunkel, es ist kein glattes und ruhiges Bild, es flackert eher. Das trübt aber nur wenig das Vergnügen.
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am 6. Oktober 2013
Gelegentlich entschließt sich Hollywood doch tatsächlich, mit sich selbst ein bisschen böse zu sein, mit dieser unsäglichen Maschinerie der illusionären Glückseligkeit schonungslos ins Gericht zu gehen und einen ungeschminkten Blick hinter die Kulissen eines Business zu werfen, in dem sich fast alles nur um Geld, Macht, Ego, Eitelkeit und narzisstische Selbstbespiegelung dreht. Und welcher Ort wäre dazu schon besser geeignet als der sagenumwobene Sunset Boulevard, an dessen schicksalhaften Knotenpunkten die Gescheiterten auf die Verblichenen treffen, Stars produziert, aber auch wieder vernichtet werden und die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit allmählich zu verwischen drohen? Wer einmal als Ikone im Lichtkegel des Projektors gefangen ist, kann nur noch in der Inszenierung existieren, lebendig als Kinomythos begraben, so wie die alternde Stummfilm-Legende Norma Desmond in diesem rabenschwarzen Sittengemälde, das Billy Wilder zu einer äußerst zynischen Abrechnung mit den Mechanismen der Traumfabrik gereicht. Wenn es nach dem Studiomogul Louis B. Mayer gegangen wäre, hätte man den Regisseur nach diesem Film geteert, gefedert und mit der Knute aus der Stadt gejagt. Nicht nur, dass Wilder das Ende des Streifens direkt an den Anfang verlegt, er wartet gleich zu Beginn auch noch mit einem ziemlich nekrophilen Scherz auf: Ein Toter erzählt seine Geschichte. Die sonderbare Liaison mit einer dem Wahn verfallenen Diva hat dem erfolglosen Drehbuchautor Joe Gillis das Leben gekostet. Mit dem Gesicht nach unten treibt er nun im Swimmingpool einer verwahrlosten Villa, die eher einem morbiden Horrorhaus ähnelt, das sich wie ein Kokon um seine Bewohnerin legt: die ausgemusterte Schauspielerin Norma Desmond, einst ein gefeierter Star, heute vom Publikum vergessen. Die poröse Fassade des Anwesens am Sunset Boulevard ist ihre zweite Haut, auf der maroden Oberfläche sind Risse und Falten zu sehen als symbolisch aufgeladenes Hyperzeichen ihres eigenen Zerfallsprozesses. In den expressionistisch dekorierten Räumen im Inneren scheint dagegen die Zeit stehen geblieben zu sein, denn hier ist die Desmond noch immer ein Idol, das von einem grandiosen Comeback träumt. Als Gipfel des Selbstbetrugs schreibt sie hingebungsvoll an einem Skript, in dem sie sich die Rolle der verführerischen Salome maßgerecht auf den Leib schneidert. Der verschuldete Gillis, der sich auf der Flucht vor seinen Gläubigern zufällig in diese Villa verirrt, soll ihr helfen, das Machwerk halbwegs präsentabel aufzuhübschen. In seiner Not stürzt er sich auf dieses Placebo wie ein Drogensüchtiger auf eine Theke mit Hustensaft und steigt zu der Entrückten ins Bett, ohne zu merken, wie sehr Norma, von deren Aura er ebenso fasziniert wie abgestoßen ist, ihren zugelaufenen Gigolo für sich vereinnahmt. Auch eine Affäre mit der Paramount-Angestellten Betty kann ihn nicht vor dem Schicksal bewahren, ein Teil jener geisterhaften Umgebung zu werden, in der die Desmond frühere Leinwand-Helden wie Buster Keaton zu einer Runde Bridge bittet, während Butler Max von Mayerling (ihr Ex-Mann, Regisseur und treuer Fackelträger ihrer Berühmtheit) seiner in der Bedeutungslosigkeit versunkenen Gebieterin fingierte Briefe von frei erfundenen Verehrern zuschickt. Nachdem der mitunter skrupellos agierende Gillis sich aus der Abhängigkeit seiner bizarren Auftraggeberin lösen will und sie in einem Streit endlich mit den desillusionierenden Realitäten konfrontiert, schießt sie ihn aus Eifersucht nieder. Polizei und Reporter rücken an, sodass die Desmond tatsächlich noch einen letzten großen Auftritt bekommt. Zumindest glaubt sie dies in ihrer Verwirrtheit, als Butler Max ihr Anweisungen erteilt, sich in Positur zu werfen und hoheitsvoll die Treppe herunterzuschreiten, ehe schließlich die Handschellen klicken.

Solche hämischen Sottisen reibt Wilder dem Zuschauer in dieser düsteren Moritat über die Angst vor der Veränderung auch an einigen anderen Stellen unter die Nase. Nicht von schlechten Eltern ist die Szene, in der die Desmond in einer nächtlichen Prozession ihren geliebten Affen beerdigt, was als makabrer Fingerzeig für den weiteren Werdegang des Joe Gillis dient, der sich eben zum selbigen machen muss, um im knallharten Film-Business überleben zu können - ansonsten lauert der Tod als nächster Karriereschritt. Da passt es sehr schön ins Bild, dass mit Gloria Swanson (Norma) und Erich von Stroheim (Max) eine Ausgestoßene und ein unverstandener Regisseur gewissermaßen ein Porträt von sich selbst entwerfen, das noch mit einem dichten Geflecht aus Zitaten, Anspielungen und Querverweisen unterlegt wird. In einigen Cameo-Auftritten tauchen damalige Branchengrößen wie Cecil B. DeMille auf, die dem dokumentarischen Stil dieser Tragikomödie einen Hauch von Authentizität verleihen. Im Prinzip ist "Sunset Boulevard" eine alptraumhafte Hommage an die suggestive Kraft der Phantasie. Von ihr lebt das Kino. Von ihr zehren die Leidenschaften. Sie stiftet zur Liebe an und zum Verbrechen. Dabei wird deutlich, wie dünn die Lackschicht ist, die nach außen den Glamour der Filmmetropole reflektiert. Hollywood rächte sich bei Wilder für den überbordenden Spott. Elf Mal für den Oscar nominiert, gewann dieser zeitlos schöne Klassiker nur in den eher nebensächlichen Kategorien Drehbuch, Ausstattung und Musik.
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am 18. Juli 2011
Selten hat ein Film ungewöhnlicher begonnen. Es ist bestimmt Wilders 'wienerischster', europäischster Film.
Die Toten sind mitten unter uns. Sie reden und gehen, aber sie sind trotz allem tot.
Denn, wenn das System, wenn Hollywood Dich vergessen hat, dann kannst Du Dich eigentlich gleich begraben. (ich denke da an John Barrymore in 'Dinner at Eight'-you're finished in theatre, in movies, even in radio. Bury yourself!)
Norma Desmonds Anwesen gleicht einer Gruft, einem düsteren Schloß, dass man eher außerhalb Wiens vermutet, als in den Hollywood Hills. Und wenn Normas ehemalige Kollegen zum Kartenspiel kommen, meint man eher einem Gruselkabinett zuzusehen, als einer Runde großer Filmstars früherer Tage. (Dabei sind sie genau das: Buster Keaton z.B. gibt sich die Ehre). Es ist ein post-mortales Dasein dass diese Existenzen fristen.
Gleichzeitig ist 'Sunset Boulevard' ein Haß-Liebesbekenntnis zur Traumfabrik. Das Leben scheint nur im Scheinwerferlicht lebenswert zu sein. Bist Du jemals im Schatten jenseits der Lichter der Großstadt angekommen, dann gibt es kein Züruck mehr.

Schon der Titel ist Metapher. Der Sunset Boulevard ist der Weg in den Sonnenuntergang, der Weg in die ewige Nacht.
Der Sunset Boulevard beginnt mitten in Hollywood, er endet an der Pazifikküste, wo die Sonne im Meer verschwindet.
Und diesen Weg wird auch Deine Karriere in Hollywood nehmen, egal wie groß Du warst.
She was the Greatest Star of them all, sagt Normas Butler Max von Mayerling, gespielt von dem großen Erich von Stroheim. Sie war die Größte. Und nun ist sie, wie man in Amerika sagt, ein 'Has-Been'. Jemand, der mal früher, jemand war.

Joe Gillis, der junge, erfolglose Drehbuchautor, der bei Norma Unterschlupf vor seinen Schuldnern findet und sich dazu breitschlagen lässt, Normas Script für 'Salome' zu redigieren (und ihr Lover wird), ist nicht ganz unähnlich einer anderen Wilder-Figur, nämlich CC Baxter aus 'The Apartment'. Beides Oppurtunisten, beide lassen sich korrumpieren für die Karriere. Zum Schluß sehen beide ein, dass der 'american dream', der Erfolg, nicht alles ist und kehren um. Gillis jedoch bezahlt das mit seinem Leben. Norma Desmond erschießt ihn von hinten und er fällt in ihren Pool.
Norma Desmond. Allein der Name klingt nach großer Oper. Joe sagt zu Norma bei deren erster Begegnung: 'You're Norma Desmond. You used to be big.' Sie erwidert (und spricht dabei einen der berühmten Sätze dieses Films.'I am big. It's the pictures that got small.'
Was für eine grandiose Studie einer Persönlichkeitsstörung. Gloria Swanson spielt diese Norma mit so viel Wucht, dass man sich bis heute nur wundern kann, warum sie damals für ihre Norma nicht den Oscar bekam (der ging nämlich an die wunderbare Judy Holliday in 'Born Yesterday /Regie: George Cukor. Auch nominiert: Bette Davis für 'All About Eve'. Was für ein Jahrgang). Swanson, selbst ein großer Star der Stummfilmära, hatte ihre Karriere zu jenem Zeitpunkt, als 'Sunset Boulevard' gedreht wurde, längst an den Nagel gehängt. Aber trotz der übertriebenen Gesten, der fast lächerlichen Mimik, die Swanson dieser Norma verleiht (man denke nur an die Szene, in der sie Joe einen ihrer, alten Filme zeigt, plötztlich aufsteht und vom Licht des Film-Projektors getroffen wird und sich sofort in dramatische Positur wirft. Der Film übrigens ist 'Queen Kelly' in der Regie von Erich von Stroheim), gelingt Swanson das Kunststück diese Norma nie zu verraten. Das ist eine ungeheure Leistung und es ist bestimmt eine der besten darstellerischen Arbeiten, die man überhaupt in einem Film bewundern kann.
Gloria Swansons eigene Karriere war nicht sehr unähnlich von Normas. Swanson erhielt auch Tausende Fanbriefe (es heißt, 10000 in einer Woche) und auch sie schaffte den Übergang zu den Talkies nicht. Sie wollte kein Comeback, wurde aber von Wilder und George Cukor überzeugt, für die Rolle zu 'testen', also vorzusprechen. Sie weigerte sich erst einen Kameratest zu machen. Was die den von ihr wollten, sie hätte genug Filme gemacht, besonders für Paramount Pictures (im Film sagt Norma: 'Without me, there wouldn't be any Paramount Pictures)? Aber Cukor bedrängte sie es doch zu tun. They will remember you for this one role, soll er gesagt haben. Wilder sagte später, Swanson sei Desmond nicht unähnlich gewesen. Film imitiert das Leben. Oder andersherum? Das ist das widerkehrende Thema dieses Films, nämlich, wo beginnt die Illusion, wo endet der Film, wo beginnt die Realität.

Es ist ein bemitleidenswertes Monster, diese Norma. Die Zuschauer haben sie geliebt, Norma, den Movie-Star. Aber die Gesellschaft hat sich an ihr gerächt, an Norma, der Frau. Kein Ehemann, keine Kinder. Das geht nicht. So Eine kann nicht eingegliedert werden in die Gesellschaft. Ein Outlaw ist sie jetzt, ein Misfit. Wie im Western, wo die Männer ohne Frau (Ethan Edwards) immer die wahnsinnigsten sind. Normas Leben ist ein buchstäbliches no-man's-land. Da kommt Joe gerade richtig, um die Uhr zurückzudrehen. Um sich zu verjüngen. Um doch noch den verzweifelten Versuch zu unternehmen, zurück zu kehren, in die Glitzerwelt, zurück ins Leben. Aber die Uhr kann nicht zurückgedreht werden. Normas Wahnsinn, Fluch oder Segen?

William Holden als Joe Gillis. Der Oppurtunist, der sich von einer lächerlichen Alten 'kaufen' lässt, ist eine seiner stärksten Arbeiten.
Es ist die Liebe zwischen einer Mutter und ihrem Sohn, die Liebesbeziehung zwischen Joe und der großen Norma. Als Joe, der lange nicht erwachsen werden konnte, sich endlich abnabeln will, erschießt sie ihn. "No one ever leaves a star," flüstert sie, während Joe schon längst kopfüber im Pool liegt."ThatŽs what makes one a star." Nach dieser Logik ist Norma schon lange kein Star mehr, denn die Öffentlichkeit hat sich längst von ihr abgewendet.
Davor verliebt Joe sich in Betty Schafer, für die er Norma verlassen will. Er besinnt sich aber eines Besseren, klärt Betty auf, in welchen 'Verhältnissen' er lebt und treibt sie dazu bei ihrem Freund Artie zu bleiben. Aber selbst diese Betty ist ein Produkt Hollywoods. Sie hat sich die Nase richten lassen, sagt sie einmal. Im Hollywood-Reich, wo alles nur aus Licht und Projektion besteht, gibt es keine puren Menschen mehr. Alles ist produziert,'fabricated'.

'Sunset Boulevard' ist Wilders berühmtester Film. Angefangen bei der Swimming-Pool-Szene, in der Kameramann John Seitz das Kunststück fertig brachte, Holden im Wasser liegend von unten zu filmen, als läge die Kamera am Grunde des Pools. Dabei hatte Seitz einen großen Spiegel in den Pool legen lassen und kriegte über die Projektion nicht nur Holden ins Bild, sondern auch die um den Pool herumstehenden Polizeibeamten. Überhaupt ist es beachtlich, wie es Seitz schafft das sonnige Kalifornien so düster scheinen zu lassen, als sei es eine mitteleuropäische Großstadt im Herbst.
Allein die Anzahl der vielzitierten Sätze, die aus diesem Film stammen und ihn für alle Zeiten berühmt gemacht haben , spricht für die Brillanz der beiden Autoren Wilder und Brackett. Und die meisten dieser Sätze sagt Norma/Swanson. 'I'm ready for my close-up, Mr. De Mille' . Und genau diesen Close-up, den sich Norma seit Jahrzenten wünscht, kriegt Norma nicht, wenn sie inmitten von Kameras und Scheinwerfern der Skandalpresse, die sie für Filmkameras ihrer 'Salome' hält, von der Polizei abgeführt wird. Das Bild wird unscharf. Ein Todesurteil. Willkommen im OFF, liebe Norma. Der Hades ist Dein. The End.

Zur DVD: ist ja schon älteren Datums, aber trotzdem wunderbar ausgestattet. Ich empfehle wärmstens den Kommenar von Ed Sikov. Auszüge aus dem Drehbuch (anfangs erwähnte Leichenschauhausszene), ein Featuerette über Edith Head und noch eins über Franz Waxman,
und natürlich ein 'Making-of'. Absolute Kauf-und Guckempfehlung.

They don't make 'em like that anymore.
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am 18. August 2001
Einer der absoluten Klassiker aus Hollywood! Ein erfolgsloser Autor und ein ehemaliger Stummfilmstar, der um ein Comeback kämpft,sind die Hauptfiguren des packenden Dramas, das die grausamen Seiten der Traumfabrik zeigt. Besonders Gloria Swanson alias Norma ist einfach überragend.
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am 31. März 2006
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Sunset Boulevard ist ein herausragender, 3fach Oscar-prämierter Film aus Billy Wilder's reichhaltigem Schaffen. Die Story ist denkbar einfach - alternde Stummfilmdiva (herrlich - Gloria Swanson) vegetiert in ihrer Villa am Sunset Boulevard vor sich hin und lebt in ihrer Phantasie als "die größte und beliebteste Schauspielerin aller Zeiten". Sie plant ein phänomenales Comeback und schrieb dafür höchstselbst ein Drehbuch. Ein mäßig erfolgreicher Drehbuchautor (gespielt von William Holden) gerät zufällig in ihre Fänge und wird von ihr engagiert, das Drehbuch "umzuschreiben". Sie klammert sich an ihn und isoliert ihn fast vollständig von der Außenwelt. Schließlich passiert etwas, dass beider Leben völlig verändert...
Ein herausragendes Drehbuch, hervorragende Darsteller (kolossal: Erich von Stoheim als Butler), sehr spannende Handlung, toll filmisch umgesetzt - ein MEISTERWERK das sich keiner entgehen lassen sollte!
Ein TOP-FILM aus der Traumfabrik Hollywood, das die Seiten von Hollywood zeigt, wie es wirklich ist.
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am 26. August 2003
Sunset Boulevard gehört zweifelsohne zu den besten Filmen der Geschichte.
Die Strory der alternden Stummfilm-Diva, die ihr Comeback vorbereitet, ohne zu merken, dass Sie längst in einer vollkommen anderen Welt lebt und sie nicht mehr "erwünscht" ist, lässt sich auch noch heute auf aktuelle Themen beziehen.
Doch nicht nur der Film an sich, sondern auch die technische Aufarbeitung der DVD entspricht dem Format des Filmes.
Die Ton- und Bildqualität ist einwandfrei und wirklich ein Fest für den Zuschauer.
Ausgiebige Specials lassen den Zuschauer zusätzlich in die Welt des alten Hollywoods sowie in die Geschichte der Musikbranche blicken.
Mein Tip: DIESER FILM DARF IN KEINER SAMMLUNG FEHLEN!
6-Sterne-Deluxe
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Vielen wird "Sunset Boulevard" nur als Musical von Andrew L. Webber bekannt sein, Filmkenner jedoch wissen: Hier ist von einem ganz bedeutenden Klassiker der Filmgeschichte die Rede - elegant, stilsicher, unvergesslich.
Kino vermag zu verzaubern, zu berühren, zu fesseln: Wahrhaft großes Kino, fernab des heutigen Blockbuster- und Popcorn-Kults - schnelle, billig produzierte Filme mit gehypten Stars, die kaum Eingang in die Filmgeschichte finden werden. "Sunset Boulevard" hat solche Vergleiche gar nicht nötig: Einen jungen Reporter verschlägt es in das geheimnisvolle Haus einer alternden Diva, die sich noch immer im Rampenlicht wähnt - ein sensationelles Drehbuch, wie geschaffen für großes Kino. Billy Wilders legendäre Antwort, was man denn für einen guten Film brauche, war stets dieselbe: "Ein gutes Drehbuch, ein guten Drehbuch, ein gutes Drehbuch!". Provokant genug, um bei seinem Erscheinen (fast) einen Skandal zu entfachen, war der Stoff allemal.
Jedenfalls liegt hier ein Glanzstück des "film noir" vor, ein unvergängliches Juwel, dessen Eleganz schimmert wie ein wertvoller Diamant. Filme wie diese sind Filme für die Ewigkeit, Filme wie diese führen einem die Magie der bewegten Bilder sprichwörtlich vor die Augen.
Die amerikanische RC1-Fassung ist schon längere Zeit auf dem Markt, jetzt hat Paramount - großes Kompliment - den Film auch für den deutschen Sprachraum released: Eine "must have"-DVD fürs Heimkino, technisch gut umgesetzt, plus ein "Making of".
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am 12. Juli 2015
Eine Stummfilmdiva aus den Pioniertagen der Traumfabrik plant ihr phänomenales Comeback. Allen außer ihr ist klar, dass der Ausbruchsversuch aus ihrem egozentrischen Mikrokosmos nicht gelingen wird. Eine dramatische Geschichte von menschlichem Ewigkeitsstreben, das sich der unbarmherzigen Kurzlebigkeit von Ruhm und Glück zu widersetzen sucht. Warum man den Film aber eigentlich sehen sollte: Die Darsteller treten mit einer unglaublich harten Selbstironie auf, denn die Charaktere die sie spielen, haben autobiografische Bezüge. Hauptdarstellerin Gloria Swanson ist quasi das Vorbild dieser Figur - denn sie selbst war eine Stummfilmqueen. Ihr Butler wird ausgerechnet von dem Mann gespielt, an dessen Karriereende als Hollywood-Regisseur Swanson einen Anteil geleistet hatte. Und auch der Protagonist ähnelt seinem Darsteller: Wie seine Filmfigur war William Holden damals bemüht, in Hollywood Fuß zu fassen. Diese Ära des alten Hollywood ist vorbei - und auf dem realen Sunset Boulevard erinnert heute auch fast nichts mehr an die Zeit, aus der dieser Film stammt.
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