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31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komplexer Exzess!, 12. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: A Passion Play [REMASTERED] [ORIGINAL RECORDING REMASTERED] (Audio CD)
"Jethro Tull" waren immer relativ vielseitig und Anderson hat es verstanden immer die eine oder andere Seite der Band bis ins Extrem herauszufordern. Mit "A Passion Play" aus dem Jahre 1973 erleben wir den exzessiven Höhepunkt der komplexen Progressiv-Rock-Phase der Band. Nach dem allseits als genial anerkannten "Thick as a brick", ebenfalls einem sehr komplexen, aber im Vergleich noch eingängigen, Progressiv-Rock Album, nun der Exzess. "A Passion Play" ist sehr pompös, mit Hörspiel-Passagen bestückt, mit jazzigen Ausbrüchen, die man von Tull so nie mehr gehört hat, komplex, voller Rhythmus- und Tempowechsel...und deshalb das Meisterwerk der komplex-progressiven Seite der Band.
Natürlich fehlen Andersons eindringlicher Gesang, sein intensives Flötenspiel und die akustisch getragenen, leiseren Töne auch auf "A Passion Play" nicht - aber alles in allem würde ich das Album doch nur den wirklichen Proggies da draußen empfehlen. Für die wird es, wie für mich auch, wohl immer ein geniales Stück Musik bleiben. Nicht zuletzt hört man auf "A Passion Play" wer, neben den anderen Ur-Vätern, den Prog auf den Weg geschickt hat. Jeder aber, der mehr die eingängige, leichter verdauliche Folk-Rock Seite der Band bevorzugt, sollte sich vielleicht eher an spätere Veröffentlichungen halten.
Die einzige Kritik, die man üben könnte, beträfe vielleicht die Tatsache, dass Anderson kein angemessenes Ende des Ganzen findet. "A Passion Play" endet irgendwie mitten drin...wenn man es nur einmal hört. Beginnt man das Ganze aber wieder von neuem, dann verflüchtigt sich dieser Eindruck und man entdeckt, dass es sich um einen Endlos-Track handelt, für den das Ende nur eine kurzer Kunstpause bedeutete. Ein Moment der Stille der im Prinzip genauso zur Komposition gehört, wie alles andere.
Also: Ran an dieses zeitlose Kunstwerk!
5 Sterne!
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60 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Tod als Passionsdrama, 13. März 2006
Rezension bezieht sich auf: A Passion Play [REMASTERED] [ORIGINAL RECORDING REMASTERED] (Audio CD)
Zugegeben: "A Passion Play" ist nichts für den schnellen emotionalen Kick oder das gefällige Mitträllern schlichter Refrains. Eingängig ist die Musik aber allemal - und wie! Spätestens nach dem zweiten Hinhören horcht man auch auf - eben auch auf den Text, der es neben einer superben musikalischen Umsetzung wahrlich in sich hat.
Im Unterschied zu heiteren Ironie von "Thick As A Brick" setzten sich Ian Anderson & Co mit "A Passion Play" auf düster-ironische Weise mit Gott und Welt, hier mit Sterben und Tod auseinander. Vernimmt man zu Beginn ein Herz, das langsam zu schlagen aufhört und den Eintritt des Todes anzeigt, so entführt uns das Album im Anschluss sogleich in die "Welt danach". Wer sich nicht auf die düstere Ironie der ständig flashartig wechselnden Szenen einlässt, wird wohl die abgründige Genialität dieses Albums nicht zu schätzen wissen. Wer sich dagegen der Mühe unterzieht, sich auf den assoziativen inneren Dialog von Musik und Text dieses grandiosen Albums einzulassen, wird in ein faszinierendes Passionsdrama entführt, das metaphorisch für das eigene Leben steht und in eine aufwühlende Auseinandersetzung mit Tod, Sterben und dem Sinn des Lebens führen kann. Eine Reise durch Himmel und Unterwelt, die immer wieder Licht auf das Leben und seinen Sinn oder seine Sinnlosigkeit wirft (die Frage bleibt unbeantwortet und wird an die Hörerinnen und Hörer weitergereicht), das einem immer tödlich endenden Drama gleicht, eben einem "Passionsspiel".
Die Genialität dieses 1973 erschienen Albums ist oft verkannt worden. Dafür sorgte ein Mainstream-orientierter Musikgeschmack, der - im Unterschied zu Jethro Tull - keinen Blick für die milde Absurdität des Lebens hatte, das sich phasenweise eben nur düster-ironisch beschreiben lässt. "A Passion Play" ist damit so etwas wie die musikalische Umsetzung des absurden Theaters, für das Namen wie Samuel Beckett ("Warten auf Godot") und Eugène Ionesco stehen. In dieser Persektive passt dann auch die absurd-heitere Einlage "The Hare Who Lost His Spectacles" (auf der Remastered-CD auch als Videoclip!), in die man nicht zu allzu viel hineingeheimnissen sollte.
A Passion Play - das ist "Tull at their very best"! Ein musikalisch und poetisches Meisterwerk, das sich damit trösten darf, dass es das Schicksal des Genies ist, verkannt zu werden. Schade nur, das Jethro Tull so dünnhäutig auf die Kritik reagierten, statt sich in aller Ruhe ihrer Sache gewiss zu sein. Was für ein grandioses Album! Musikgeschichte eben.
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25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wo stünde dieses Album ohne Thick as a Brick, 7. August 2007
Rezension bezieht sich auf: A Passion Play [REMASTERED] [ORIGINAL RECORDING REMASTERED] (Audio CD)
Bei allen Lobhymnen, Biografien und sonstiger Laudatio im Zusammenhang mit dem musikalischen Schaffen von Jethro Tull steht in vorderster Linie immer Thick as a Brick, das sicherlich zu Recht als Meisterwerk bezeichnet wird. Aber das A Passion Play in der Gunst so abfiel (zumindestens damals 1973), bleibt für mich bis heute unverständlich. Ich stelle mir daher manchmal vor, Thick as a Brick hätte es nicht gegeben (grausige Vorstellung) und frage mich dann, ob der Stellenwert von A Passion Play ebenfalls so negativ wäre. Man stelle sich bei diesem Album bitte vor, sperrig hin oder her, dass wir hier ein Stück Musik haben, was zum besten überhaupt zählt. Für mich schwierig war allein der Zugang zum Thema, wie Ian Anderson das Leben nach dem Tode besonders skurril umsetzt. Nicht dass Thick as a Brick jetzt besonders leicht gewesen sei, aber Anderson sagt selbst, dass ihn die warme, homorvolle und völlig ironische Geschichte vom 12jährigen Gerald Bostock letztlich heute noch im besonderen Maße erfreut und Spaß macht. Und darum wird auch immer wieder ein Auszug davon auf Konzerten gespielt. Nach Anderson's Darstellung sei die damalige Band komplett nach dem Riesenerfolg und Lob für Thick as a Brick gemeinsam in die Falle getappt, ein ernsthaftes Konzeptalbum vorlegen zu wollen. Zu diesem Zweck hatten sie sich damals nach Frankreich zurückgezogen, ins Chateau d'Heurieuxville (ich glaub, müsste richtig geschrieben sein), um dort dort ein Doppelalbum aufzunehmen. Man sieht, der Wunsch, Thick as a Brick so richtig zu toppen, war da. Alles was in Frankreich dann folgte, muss wohl eine einzige Katastrophe gewesen sein, so dass das eigentlich wunderschöne Schloss den neuen Namen Chateau d'Istaster erhielt. Bei dem Song Skating away ... wurden dann die Aufnahmen abgebrochen. Was nun tun. Es war bereits eine Menge Zeit vergangen, so dass der Kostenfaktor im Nacken saß, insbesondere auch deswegen, weil die Band trotz der hohen Steuern doch lieber wieder nach England wollte. Die Aufnahmen noch mal von vorne beginnen, wollte Ian auch nicht, also arrangierte er die Musik vollkommen neu, verkürzte auf normale Albumlänge und so entstand A Passion Play. Viele musikalische Ideen blieben wohl unberücksichtigt. Beweis sind die etwa 11minütigen Chateau d'Isaster's Tapes auf dem 20jährigen Jubiläum. Wer solch tolle Musik unveröffentlicht lässt, muss von seinen Qualitäten wahrlich überzeugt sein. Wenn man sich überlegt, wer heutzutage alles seinen Scheiß veröffentlichen darf ... ohne Worte. Auf welchen späteren Alben noch musikalische Ideen aus der Passionzeit verwendet wurden, entzieht sich größtenteils meiner Kenntnis. Sicher verbrieft sind zwei Songs auf War Child, nämlich Skating away ... und Only Solitaire. Aber sonst müsste da noch mehr sein, denn es waren schließlich die Ideen für ein Doppelalbum da. Wie auch immer, musikalisch ist A Passion Play ebenfalls Meisterklasse, aber vielleicht waren die Ansprüche nach Thick as a Brick für viele einfach zu hoch geworden, wer weiß das schon. Auf jeden Fall entschied Ian Anderson danach, diesen Weg nicht mehr weiter zu verfolgen, möglicherweise sehr zum Leidwesen vieler Fans, und kehrte zu "einfacheren" Songs zurück. Nur Baker St. Muse war noch mal ein Ausflug in diese Gefilde. Was vielleicht A Passion Play für viele so problematisch machte, war diese skurrile Geschichte über das Laben nach dem Tode, die gesangsmäßig mit dem aussetzenden Herzschlag zu Beginn des Albums einsetzt. Mir ist außer für die nach dem Album folgende Tour nicht bekannt, ob A Passion Play jemals wieder live gespielt wurde. Wie gesagt Thick as a Brick bereitet Ian Anderson wohl immer neues Vergnügen, A Passion Play aber wohl nicht. Zumindestens von der Musik her aber völlig zu unrecht. Die Frage wäre dann letztlich wirklich zu stellen, wäre A Passion Play ohne Thick as a Brick nicht vielleicht Jethro Tull's Meisterwerk? Nun, ich will da nicht spekulieren, Thick as a Brick ist vielleicht eines der schönsten und zeitlosesten Werke, die es gibt, aber der Stellenwert von A Passion Play ist für mich heute völlig unterbewertet. Und Humor ist doch mit the Story of the Hare, who lost his Sectacles trotzdem da. Musikalisch zwar ganz aus dem Kontext, aber eine köstliche Geschichte. Für alle, die sich gerne öfter mit einem Stück Musik beschäftigen sei A Passion Play eine absolut lohnenswerte Empfehlung. Aber das Album braucht Zeit, vielleicht waren 34 Jahre noch nicht genug.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sperrig aber lohnend, 13. September 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: A Passion Play [REMASTERED] [ORIGINAL RECORDING REMASTERED] (Audio CD)
Wie einer meiner geschätzen Vorrezensenten, sehe auch mich gezwungen meine frühere Kritik zu diesem Album weitgehend zu widerrufen.

Ich bleibe dabei, dass "Passion Play" etwas kopflastig geraten ist, insgesamt ist es aber dennoch ein sehr hörenswertes Werk.

Man darf hier sicherlich keine Gassenhauer wie "Locmotive breath" oder gepflegeten Folkrock a la "Heavy horses" erwarten, sondern muss sich eher auf ein komplexes Gesamtkunstwerk im Stile von "The lamb lies down on Broadwy" von Genesis einstellen.

Nichts zum nebenbei hören, eher für Leute die gerne auf musikalische Entdeckungsreise gehen und dafür bereit sind, sich in etwas sperrigeres Material einzuhören.

Es lohnt sich !
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meine Passion: -A Passion Play-, 25. Februar 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: A Passion Play [REMASTERED] [ORIGINAL RECORDING REMASTERED] (Audio CD)
Jethro Tull hat einige superbe Alben geschaffen. Das bisher beste war jedoch 1973 das Konzeptalbum: A Passion Play, ein Werk, das bis heute polarisiert. Man liebt es oder lehnt es ab, aber man muss sich damit auseinandersetzen. Ist ein Hörer aber bereit, sein Hirn und Herz für diese Musik zu öffnen, wird er reichlich belohnt. Die gesamt Bandbreite der Pop/Rockmusik von leise bis laut, von filigran (akustisch) bis bombastisch, alles drauf auf diesem Werk. Und es kommt der ernorme Fortschritt der CompactDisc zum Tragen: dank CD muss nämlich nicht mitten in "The Hare Who Lost His ..." die Platte umgedreht werden.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder und wieder und wieder..., 8. November 2008
Von 
H., Olaf "Agent Hetfield" (Nordenham, Mordsee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: A Passion Play [REMASTERED] [ORIGINAL RECORDING REMASTERED] (Audio CD)
Ich kann Kritiker verstehen, die nach einmaligem Hören die A Passion Play verrissen haben. Selbst professionelle Krits werden die wundervolle Magie dieser Achterbahnfahrt zwischen Himmel und Hölle nicht beim einmaligen Hören erkennen können. So war es jedenfalls bei vielen 1973. Leider.
Wie bei einem guten Wein sollte man sich mit dem Passion Play Zeit nehmen, sie mal bewußt, mal nebenbei hören. Sie werden staunen, wie vielschichtig die Scheibe -auch in Ihren verschiedenen Gemütszuständen- wirkt!
Sehr schade, daß durch die miesen Kritiken Jethro Tull nach Passion Play von den Konzeptalben in dieser Art abgerückt sind. Wer weiß, was wir sonst noch für Wunderwerke hätten erleben dürfen?
Wie dem auch sei, ich möchte A Passion Play nicht mehr missen.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meilenstein, 13. Juli 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: A Passion Play [REMASTERED] [ORIGINAL RECORDING REMASTERED] (Audio CD)
Das ist keine Kritik, das ist eine Laudatio:
Rockmusik auf ihrem Höhepunkt. Schade, dass Jethro Tull sich durch die durchwachsenen Kritiken auf dieses Werk
wieder auf konventionellere Wege begeben haben.
Die Qualität von "A Passion Play" wurde nie mehr erreicht.
Auf das überragende "Thick as a Brick" - Album hat Ian Anderson nochmals eine nicht für möglich gehaltene Steigerung folgen lassen. Tiefe Verneigung. Mit "A Passion Play" haben sich Jethro Tull in die Walhalla der Rockmusik gespielt.
Das Passionsspiel hört zu den drei Scheiben, die ich auf die Insel mitnehmen würde, vielleicht sogar die definitive Nummer eins.
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich nehme alles zurück! Kommt Zeit kommt Rat....., 25. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: A Passion Play [REMASTERED] [ORIGINAL RECORDING REMASTERED] (Audio CD)
Viel Kunden fragen sich jetzt vielleicht, warum ich zwei verschiedene Rezensionen zum selben Album verfasse:
Meine erste Rezension verfsste ich in einem wesentlich kritischeren Grundtenor, weil ich mich damals mit A PASSION PLAY nicht anfreunden konnte. Zum Kontrast hier meine aktuelle Meinung, die wesentlich positiver ausfällt, zumahl ich ja nun Zeit genug hatte, mich mit diesem Epos auseinanderzusetzen.
Wer meine Rezensionen kennt, der weiß vielleicht, dass es mir eigentlich nie progressiv genug sein kann (siehe Yes, Genesis).
A PASSION PLAY ist das progressivste, was Jethro Tull jemals der Musikwelt zumuteten. Es ist nicht so stringent und flüssig durchkomponiert wie der kongeniale Vorgänger THICK AS A BRICK, sondern wesentlich zerfahrener, abgehackter, jazzlastiger, dafür aber auch abwechslungsreicher. Man muss Anderson für seinen Ideenreichtum Respekt zollen, denn einfallsreicher und anspruchsvoller klangen sie nie wieder und nachdem dieses tolle, auch von mir zunächst zu Unrecht verissene Album vernichtende Kritiken einheimste, wandte Anderson sich der kommerzielleren Musik zu und schrieb eine leichter verdauliche Fortsetzung des Epos, nämlich WARCHILD, welches ebenfalls noch sehr progressiv ist, allerdings auch offener und zugänglicher. An meiner Meinungsänderung bezüglich dieses Albums erkennt man, dass die Alben, die man zunächst ratlos in die Ecke schmeißt, am Ende doch am besten sind, weil sie nicht so schnell zünden, dafür aber länger brennnen.
Das Stück zeigt besonders Bassist Jeffrey Hammond und auch Schlagzeuger Barriemore Barlow auf ihrem Höhepunkt in der Band. Die Interaktion zwischen Bass und Schlagzeug ist absolut genial, besonders weil Hammond ja auch an der Komposition des Stücks mitbeteiligt war. Überdimensionale Rhythmen und weit ausladende Keyboredpassagen machen das Album zu einer Bombastorgie ohne Gleichen. Leider wirkt der Einsatz des Synthesizers etwas deplaziert und fehl am Platze, auch die Flöte wurde von Anderson schonmal verschwenderischer eingesetzt, dafür kommt aber das Saxophon zum Einsatz und das nicht zu knapp, was den avantgardistischen Touch noch verstärkt. Die aksutischen zwischenpassagen allerdings sind atemberaubend emotional, zumal die Akustikgitarre hier ein wenig mehr Verwendung findet, als noch auf THICK AS A BRICK. Man findet hier sogar mittelalterlich folkloristische Passagen, die schon auf die Richtung hindeuten, die Anderson zwei Jahre später mit MINSTREL IN THE GALLERY einschlug. Etwas weniger Synthesizer und mehr Querflöte hätten dem Album gut getan, weil es dann etwas organischer klingen würde. Ein kleiner Lichblick in dieser düsteren Inszenierung musikalischen Irrsins ist das Monty Python inspirierte Hörspiel THE STORY OF THE HARE WHO LOST HIS SPECTACLES, welches soweit ich weiß von Bassist Jeffrey Hammond vorgetragen wird. Einfach nur witzig und kurios. Nach hundertmaligem Konsum dieses Epos (eine andere Bezeichnung wäre unangemessen) vertsehe ich nun die inneren Zusammenhänge im Song. Es gibt aber immer noch viel Schatten auf dem Album, besonders die kakophonischen Ausbrüche der Band in einigen Passagen. Doch diese verstärken den Kontrast und machen das Stück umso dynamischer, abwechslungsreicher, beinahe schon zu einem Musical, besser noch, zu einem Theaterstück. Repräsentativ für Tulls Musik ist dieses Werk nicht, dennoch aber hebt es sich deutlich von allen anderen Tull Alben hervor. Genauso wie für THICK AS A BRICK hat Anderson heirfür den Musiknobelpreis verdient, schade nur, dass einen solchen nicht gibt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jethro Tull's Most Progressive, 11. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: A Passion Play [REMASTERED] [ORIGINAL RECORDING REMASTERED] (Audio CD)
Kurz nach Auflegen der Scheibe vermeinte ich, in einen Frank Zappa-Titel geraten zu sein, doch nach den ersten Takten offenbart sich das progressive Genie von Ian Anderson, das auf "A Passion Play" seine Vollendung findet. Dabei machen es Jethro Tull dem geneigten Hörer gar nicht leicht, verwenden oft dissonante Sequenzen, Jazz-Anleihen und Elemente des Musiktheaters in kunterbunter Reihenfolge.Der Vorgänger "Thick as a Brick" war da bedeutend kontinuierlicher komponiert. Beschrieben wird die Reise eines Toten im Jenseits-eine Mischung aus Pathos und typisch britischem Humor.
Das Zwischenstück "The Story of the Hare Who Lost His Spectacles" ist zwar nettes Cabaret, jedoch für den inhaltlichen und musikalischen Fluß des Albums eher störend.
Für den Hörer, der Jethro Tull von früheren , aber auch späteren Produktionen her kennt, ist "A Passion Play" eine ungewöhnliche Herausforderung mit Unikat-Status-Jethro Tull kehrten nach diesem Album wieder in eingängigere Strukturen zurück. Dennoch hörenswert, am besten abends mit Kopfhörer.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirklich das "beste" Album von Jethro Tull???, 7. Juni 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: A Passion Play [REMASTERED] [ORIGINAL RECORDING REMASTERED] (Audio CD)
Nein, jedes Album der Jethros hat unterschiedliche Stärken und Schwächen, wobei bei diesem die Stärken deutlich überwiegen und weil es einfach eins der genialen Alben von JT ist. Die ersten drei Alben waren bluesig-poppig und eher unbeschwert, Aqualung driftete wieder ins rockig-folkige ab, während mit Thick as a Brick und dem hier rezensierten Alben richtiger Prog geboten wird. Nach diesen beiden Alben ging es dann wieder in Richtung Folk; wobei nach einem grandiosen Livealbum die Musik für mich persönlich immer schlechter wurde.

Wie bei "Thick as a Brick" und vielen Mike-Oldfield-Sachen hat man es hier mit einem Tonträger mit zwei überdimensionalen Longtracks à ~21 Minuten zu tun. Gut, dass man sie nicht in unterschiedliche Sektionen geteilt hat, damit würde man nur den "natürlichen Zusammenhang" stören. Los geht's mit PP Part 1: nach einer Minute psychedelischen Effekten, Zirpen und Klopfen von Synthesizern und dissonantem verfremdetem Saxofongequietsche und Hammondklängen erklingt ein "frickeliger", fanfarenartiger, jazziger Teil für Schlagzeug, Hammond und Synthi, Mike-Oldfield-esquer Gitarre, Flöte und Saxophon. Nachdem eines dieser dort vorkommenden Themen pfeifend wiederholt wird, wird es "tullig": Andersons - besonders hier - ausdrucksstarker Gesang, dezentes Klavier und Gitarrenbegleitung, wobei auch das hier komplexer als auch "Aqualung" klingt, und vor Allem melancholischer und düsterer, was v.A. durch den pessimistischen, aber genialen Text zu begründen ist. Alles zusammen klingt - musikalisch wie textlich - wie eine Fortführung von "My God" auf "Aqualung" zwei Jahre davor.

Frickelige Hammondorgel und ein Vibraphon leiten einen kurzen saxophonlastigen und freejazzigen Teil ein, wobei nach etwa einer halben Minute der akustische Teil wieder aufgegriffen wird. Wieder geht das ganze in einen Improvisationsteil über, der jedoch hier orgellastiger ist. Wie erwartet, wird es wieder akustisch. Diesmal klingt es eher nach klassischer Gitarrenmusik, begleitet von plingender Hammondorgel. Jetzt wird es richtig proggig: vertrackte Gitarren-, Bass-, Orgel- und Keyboardlinien erklingen und werden ab und zu von Andersons Gesang begleitet. Nach 12 Minuten - vom Anfang aus gerechnet - kommt auch noch eine rockige Flöte dazu, wie immer nach der guten alten Anderson-Manier gespielt. Man hört zwar überall sehr deutlich den klassischen Tull-Stil durch, wobei man an vielen Stellen auch an "Van der Graaf Generator" erinnert wird. Nach einiger Zeit wird es beinahe hard-rockig/bluesig. Anderson ist gesanglich in Hochform! So geht es dann auch bis zum Ende weiter.

Weiter zu "Part 2".

Jetzt geht es weiter: und zwar mit der "Story of the Hare who lost his Spectacles". Zu Orchestermusik trägt John Evan in englischer Art eine surreale Geschichte über einen Hasen, der seine Brille verloren hat, vor. Herrlich! Vor allen Dingen die zahlreichen Wortspiele und die Aussprache und Art des Vortragens sind ungemein komisch. Wer "The Wind in the Willows" kennt, könnte sogar auf die Idee kommen, dass die hier vorliegende Geschichte eine Art (liebevolle) Parodie von "TWitW" ist.

An seltenen Stellen hört man einzelne Instrumente der Bandmitglieder durch, die das Orchester dezent begleiten (Hammond und Saxophon erklingen manchmal). Nach einer kurzen rockigen Gesangseinlage Evans (!) geht es mit Synthesizer mit schneller Gitarrenbegleitung und Querflöte über. Die Synthesizerteppiche, die dort zu hören sind, lassen einen direkten Vergleich mit Mike Oldfields "Incantations" zu. Das klingt wirklich, als ob Oldfield sich ein Beispiel daran genommen!

Danach folgt ein Bandteil mit Hammond, Gesang, A-Gitarre und Schlagzeug, der einen an das Album "Aqualung" erinnert ("My God", "Wind-up" etc.). Wenig später kommt auch noch das Saxophon, der Synthi und die E-Gitarre dazu; es wird instrumental und "proggig/frickelig". Nach einem kurzen Hammond-Zwischenspiel hört man wieder nur noch Anderson singend und Gitarre spielend. Wenig später wird die Gitarre durch den Synthesizer abgelöst (d.h. Anderson wird nur noch von Synthi begleitet), dann kommt wieder die ganze Band dazu. Bombastische Hammondklänge erklingen, der Synthesizer plingt dazu, bis die Band wieder einsetzt und ein neues Thema beginnt, das wieder leicht psychedelisch/bluesige Klänge bringt: Anderson singt tief und chromatisch und brüllt ab und zu in die Aufnahme herein. Anstatt jedoch - wie es bei Peter Hammill mit VdGG der Fall ist - das Lied in einem Klangchaos inklusive furiosem Geschrei enden zu lassen, wird man - nach einer klassischen Gitarren-Bridge - in einen perkussiven Endteil geleitet, wobei auch die "klassischen Mike-Oldfield-Gitarren" nochmal einsetzen. Bevor alles in die - erlösende - Stille übergeht, fängt Anderson nochmal das "Passion Play"-Thema aus dem ersten akustischen Teil von Part 1 aus und lässt das Album - letztendlich - mit dissonanten Stakkato-Saxofonnoten ausklingen.

Wahrlich, keine leichte Kost. Aber auf jeden Fall - für Proggies - eine Gesunde! Mit diesem Album (und dem Vorgänger) waren sie - kurzfristig - auf gleicher Stufe mit den "Top 4" des Progs: "King Crimson", "Yes", "Genesis" und "ELP". Wie gesagt, die anderen Alben waren nicht wirklich schlecht, aber - bis auf den Vorgänger - weniger progverwandt.

Am besten vergleichbar ist das ganze Spielchen am Ehesten mit "H to He" oder "Pawn Hearts" von "Van der Graaf Generator".

Eigentlich, wenn man sich das Album genauer betrachtet, ist - rein musikalisch - kein großer Unterschied zu "Aqualung" etc. Nur: hier werden die rockig/bluesigen Sachen - wunderbar - in proggige und häufig auch jazzige Instrumentalteile eingebettet.

Der zweite Teil nimmt qualitativ nach dem ersten Teil ein wenig ab, da der erste Teil kreativer, spielfreudiger und proggiger klingt. Das würde die Note "4/5" ergeben. Hätte man die zwei Stücke andersherum veröffentlicht, wäre es eine glatte "5/5" gewesen.

ABER: der halbe Punkt für den Kultstatus (den das Album trotz der damaligen Kritiken verdient hat: es war immerhin auf Platz 1 der LP-Charts!!!) und der halbe Punkt für das Bonusmaterial werten das ganze ein gutes Stückchen auf: auf der CD findet sich nämlich ein Filmchen von der Ballettaufführung von der "Hare"-Geschichte. Denn, dieses Konzeptalbum über Tod und Leben nach dem Tod, wurde sogar als eine Art "Musical" aufgeführt. Herrlich, zu der ohnehin amüsanten Story den verkleideten Evan zu sehen, der mit den Tierfiguren und Tänzerinnen auf der Bühne herumtobt. An einer Stelle springt sogar Ian Anderson durch das Bild.

Daher: gut gemeinte, aber verdiente 5 Punkte! Für Progger: uneingeschränkte Kaufempfehlung (vor allen Dingen für die Van der Graaf und Genesis Fans)!
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