Kundenrezensionen


8 Rezensionen
5 Sterne:
 (7)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Something Wrong, 22. September 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen (DVD)
JOHNNY GUITAR (1954) von Nicholas Ray ist einer jener seltenen Filme, die einem gerade deshalb nachgehen, weil man das Gefühl nicht los wird, daß etwas mit ihnen nicht stimmt. Wie bei einem Puzzle, das nie ganz aufgeht, einen aber gerade deshalb verfolgt.

In der Tat enthält JOHNNY GUITAR - „ein bis an die Grenzen des Möglichen irrealer, ein delirierender Western" (Francois Truffaut) - ganz zweifellos einige der bizarrsten, eigenartigsten und unvergeßlichsten Szenen des Genres. Das beginnt mit der Eröffnungssequenz, in welcher der Titelheld (Sterling Hayden) durch eine explodierende Landschaft reitet, und findet seinen Höhepunkt in der Szene, in der Vienna (Joan Crawford) ihre Henker in ihrem Saloon im weißen Abendkleid am Klavier sitzend und spielend empfängt. Im Grunde sind es kleine Details (das Roulette, das kreist, obwohl niemand spielt, der Schnitt auf Dancin' Kid und seine Bande, als sie in den Saloon stürzen, der Hintergrund in der Szene am Klavier und die Formation der Henker, Viennas weißes Kleid, in dem sie flieht, Emmas Blick, als Viennas Saloon in Flammen aufgeht, etc.), die solche Szenen zum Kippen bringen. Alles wirkt (alp-)traumhaft, irreal, bedrohlich, wie im Fieber. Das Setting verstärkt diesen Eindruck: Viennas verlassener Saloon, das Märchenmotiv der verborgenen Festung, das geheimnisvolle Reich hinter dem Wasserfall.

Aber auch das Spiel mit Rollenklischees und Geschlechtsstereotypen für das der Film so berühmt ist (die Männer sind schießwütig, willensschwach und passiv, die Frauen sind gerissen, entschlossen und aktiv) funktioniert ganz wunderbar und zwar einfach deshalb, weil Ray solche und andere Variationen und Umkehrungen (die Männer spielen Gitarre und tanzen, der Showdown findet zwischen den Frauen statt) inszeniert, als ob sie ganz normal wären, als ob Western schon immer auf diese Weise gemacht worden wären.

Es empfiehlt sich, den Film im Original zu sehen. Die deutsche Synchronisation ist ziemlich miserabel.

Die DVD ist, soweit ich das beurteilen kann, ganz OK. Das Bild weist stellenweise Spuren des Alters auf, ist im großen und ganzen aber akzeptabel. Nennenswerte Extras gibt es keine.

Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Western-Klassiker mit Frauenpower!!!, 28. Mai 2006
Von 
Elke Jobst "ejobst2" (Ziegenrück) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen (DVD)
Innerhalb von 24 Stunden wird das Leben von Vienna (Joan Crawford), Chefin einer Spielhölle, auf den Kopf gestellt. Während sie auf die neue Eisenbahnlinie wartet, hofft ihre Intimfeindin Emma (Mercedes McCambridge) auf eine Gelegenheit, sie vertreiben zu können. Als Emmas Bruder bei einem Raubüberfall auf eine Kutsche getötet wird und der Verdacht auf Dancing Kid (Scott Brady) und seine Leute fällt, die bei Vienna aus- und eingehen, kennt ihr Hass keine Grenzen mehr. Es kommt zum finalen Countdown, indessen Verlauf Vienna von ihrer alten Liebe Johnny (Sterling Hayden) Unterstützung erhält.

Dieser grandiose Western von Nicholas Ray aus dem Jahre 1954 sprüht geradezu vor Frauenpower und ist ein absolutes Meisterwerk dieses Genres. Victor Young's Song "Johnny Guitar", gesungen von Peggy Lee, ist ein echter Ohrwurm. Was diesen Western so einzigartig macht, ist, das Frauen im Mittelpunkt des Geschehens stehen und den Männern in Puncto Härte, Haß und Leidenschaft den Rang ablaufen. Joan Crawford und Mercedes McCambridge drückten diesem Western ihren Stempel auf und lieferten zweifelsohne eine ihre besten schauspielerischen Leistungen ab. Bis in die kleinste Nebenrolle ist der Film top besetzt (u.a. Ernest Borgnine als Bart) und begeistert mit tollen Dialogen und einer spannungsgeladenen Handlung, die einen bis zum Schluß in Atem hält.

Schön, das dieser Film als DVD vorliegt, denn seit ich das äußerst selten im Fernsehen gezeigte Meisterwerk das erste Mal sah, bin ich absolut begeistert davon. Die DVD liegt in sehr guter Bild- und Tonqualiät vor und bietet neben den Starinfo's zu Joan Crawford und Sterling Hayden noch 4 Western-Trailer an.

Fazit: Diesen Western muß man einfach lieben und sollte in keiner DVD-Sammlung fehlen. Für ihn hätte ich gerne 6 Sternchen vergeben!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der besondere Western...., 10. Februar 2006
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen (DVD)
Ein Juwel ist dieser Film "Johnny Guitar" und sicherlich einer der ungewöhnlichsten Western, die je gedreht wurden.
Denn Hauptdarsteller sind zwei sich hassende Frauen: Joan Crawford und die heute in Vergessenheit geratene Mercedes McCambridge. Damals war sie eine der angesehensten Nebendarstellerinnen Hollywoods, Orson Welles hielt sie sogar für die grösste amerikanische Schauspielerin uberhaupt.
In dem Szenario des Hasses und einer knisternden Erotik und Konkurrenz dieser beiden Frauen, mischen viele schwache Männer mit.
Der Film beginnt düster und bleibt auch die ganze Zeit so bis zum Finale.
Nicolas Ray war sicherlich dafür prädestiniert, das Westerngenre zu sprengen und dem alten Schema ganz neue Impulse zu geben.
Französische Filmkritiker haben vor einigen Jahren "Johnny Guitar" nach "Rio Bravo" zum zweitbesten Western aller Zeiten gewählt.
Ich schliesse mich dieser guten Einschätzung an. Ich würde ihn auch in die ewige TopTen aller Western wählen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "There's only two things in this world a real man needs: a cup of coffee and a good smoke!", 26. Juli 2010
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen (DVD)
Ich für meinen Teil bin beiden Dingen ebenfalls nicht abgeneigt und kann den Worten Johnny Guitars (Sterling Hayden) nur zustimmen, auch wenn ich meine Zweifel hege, daß derlei Vorlieben nur von "richtigen Männern" geteilt werden. Aber darauf kommt es auch gar nicht an, denn der 1954 von Regisseur Nicholas Ray gedrehte Western "Johnny Guitar" verweist die Männer ausnahmsweise einmal in die hinteren Ränge und konzentriert sich auf einen Konflikt zwischen zwei Frauen.

Da ist zum einen Vienna (Joan Crawford), eine selbstbewußte Frau mit anscheinend unrühmlicher Vergangenheit, die sich einen Saloon mit Glückspielmöglichkeiten am Rande einer namentlich nicht genannten Rancherstadt aufgebaut hat und dort für den Einzug des Fortschritts kämpft, indem sie den Bau der Eisenbahn vorantreibt, an dem sie auch geschäftliches Interesse hat. Ihr gegenüber steht Emma Small (Mercedes McCambridge), Besitzerin der städtischen Bank und von unversöhnlichem Haß gegenüber Vienna beseelt, da diese einem Hallodri namens Dancin' Kid (Scott Brady) nicht nur schöne Augen gemacht hat und da sich Emma selbst widerwillig zum Kid hingezogen fühlt. In ihrer Feindseligkeit gegen Vienna ist Emma zur Vernichtung ihrer Rivalin entschlossen und macht sich dabei auch die Besorgnis der Rancher - die vom selbstherrlichen John McIvers (Ward Bond) angeführt werden - zunutze, die Eisenbahn könnte den Zustrom armer, osteuropäischer Einwanderer verursachen und das weite Land, die Lebensgrundlage der Rancher, könne in Parzellen an diese Neusiedler gehen. Ein klassischer Westernkonflikt, aber vor dem Hintergrund der Entstehungszeit dieses Filmes kann er eben auch als kritischer Kommentar gegen die Kommunistenhatz McCarthys gesehen werden. Die allein schon aufgrund der Tatsache, daß sie als Frau ihren eigenen Weg geht, non-konformistische Vienna sieht sich einem wütenden Mob gegenüber, der sie aus der Stadt vertreiben will. Ganz deutlich zeigt Ray dabei, wie die Stadtbewohner planmäßig von McIvers und Emma aufgewiegelt werden - etwa in einer Szene, in der der Rancher sagt, seine Männer müßten erst noch genug Haß aufbauen, ehe er sie gegen Viennas Saloon ziehen lassen könne - und wie dabei der neutrale, aber schwache Marshal immer wieder übergangen wird. Die perfide Mechanik der von McCarthy inszenierten Kommunistenjagd wird auf diese Weise perfekt nachgezeichnet. Ray erlaubt sich dabei sogar noch den hintergründigen Scherz, die Rolle des unsympathischen McIvers mit Ward Bond zu besetzen, einem Schauspieler, der nicht nur Mitglied der Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals war, einer erzkonservativen Gruppierung, die der "roten Gefahr" in Hollywood-Filmen entgegenwirken wollte, sondern der auch noch den mit faschistischen Gruppierungen sympathisierenden Hollywood Hussars angehörte. Bond schien diesen Scherz allerdings gar nicht zu bemerken und hielt seinen Rollencharakter zweifellos für einen aufrechten und anständigen Kerl, zumal McIvers auch Skrupel hat, Viennas Hinrichtung zu vollstrecken.

Aber "Johnny Guitar" ist neben McCarthy-Kritik auch ein Spiel mit den Konventionen des Westerns. Die Titelfigur mit dem wenig traditioneller Männlichkeit verhafteten Beinamen "Guitar" reist ohne Waffe und ist deshalb auch nicht in der Lage, bei einem Postkutschenüberfall einzuschreiten - erst später erfahren wir die Hintergründe dieser Figur, die eine alte Liebe Viennas ist und von ihr zum Schutz gegen die Rancher zur Hilfe gerufen wurde - und entspricht keineswegs unseren Vorstellungen von einem Helden. Die Charakteristika eines männlichen Helden finden wir eher bei Vienna, die am Anfang des Filmes auf einem Treppenabsatz im oberen Stock ihres Saloons erscheint und, auf das Geschehen herabblickend, Befehle erteilt. Dabei trägt sie ein schwarzes Hemd und eine schwarze Hose und erscheint mit ihren kurzen Haaren und noch kürzeren Anweisungen wie ein Mann. Ihr Personal, allesamt Männer, folgen ihren Befehlen sofort und bemerken - mit einem Blick in die Kamera, als müßten sie uns Zuschauern etwas erklären -, daß es zwar ungewöhnlich für sie sei, für eine Frau zu arbeiten, daß sie dies aber gern täten. Schon die Eingangsszene, in der wir Viennas Saloon inmitten eines tosenden Sandsturmes sehen, verheißt uns, daß Viennas Position keine einfache ist, daß sie aber allen Widrigkeiten zu trotzen vermag. Im Verlauf der nächsten Szenen - die sehr dialogschwer und voller theatralischer Dramatik sind - entfaltet sich das Konfliktpotential der Handlung, und Vienna gewinnt hier durchaus weibliche Züge, was vor allem an den ausdrucksstarken Blicken der Crawford liegt. Noch weiblicher wird sie, als sie nachts im roten Unterrock vor Johnny erscheint und als sie später, in schneeweißem, ausladendem Kleid am Klavier sitzend, die Meute ihrer Feinde erwartet. Hier symbolisiert sie Unschuld, Reinheit und auch Mütterlichkeit, wenn sie den Kopf eines verletzten jungen Mannes in ihren Armen bettet oder sich um den sterbenden Tom kümmert. In solchen Situationen lassen sie ihre Verfolger, anscheinend von ihrer Weiblichkeit fasziniert, sogar kurzzeitig in Ruhe. Viennas Zauber scheint also darin zu liegen, daß sie trotz ihrer Entschlossenheit und Unabhängigkeit durchaus Frau in dem von Männern erträumten Sinne sein kann.

Ganz anders steht es um Emma mit dem sprechenden Nachnamen Small. Zwar reitet sie der Meute voran und treibt die Männer immer wieder zum Haß an, aber trotz allem entspricht sie in ihrem hysterischen Wahn eher einem mysogynen Frauenbild, das dem Konventionen brechenden Anliegen dieses Westerns ein wenig schadet. Ihr Gesicht ist stets von Feindseligkeit verzerrt, ihr Stimme keifend, und das schwarze Trauerkleid, das sie während des größten Teils des Filmes trägt, erinnert an eine sexuell frustrierte Puritanerin. Kurz bevor es zum Showdown zwischen den beiden Frauen kommt, meldet einer der Männer bei McIvers die allgemeine Stimmung an, man habe vom Morden genug, und der Rancher befiehlt, keine Schüsse mehr abzugeben, wobei er sagt, es sei ohnehin ihr - der Frauen - Kampf, er sei es die ganze Zeit gewesen. McIvers und die Männer ziehen sich an dieser Stelle aus der Veranwortung und stellen sich als irregeleitete Opfer weiblicher Hysterie - ganz entsprechend dem deutschen Filmtitel "Wenn Frauen hassen" - dar. Das Böse erscheint somit als Ausfluß der sexuell motivierten Wahnidee einer einzigen Frau. Der scheinbar aufgeklärte Grundton des Filmes verliert hier seine Harmonie.

Nichtsdestotrotz ist "Johnny Guitar" ein brillanter Western, der im zeitgenössischen amerikanischen Kino eher verhalten aufgenommen wurde. Ray lädt sein Drama mit einer Symbolik auf, deren Bilder man nicht so leicht vergißt. Die ganz in Weiß angetane Vienna bildet einen beredten Kontrast zu den in Trauerkleidung auftretenden Stadtbewohnern, die sie als auf die nächste Leiche wartende Aasgeier beschimpft - eine Prophezeiung, der die Männer am Ende des Filmes denn auch Gerechtigkeit widerfahren lassen. Symbolisch bedeutsam ist in diesem Zusammenhang auch die Szene, in der sich Emma im Galopp an die Spitze der Meute vorkämpft, wobei ihr Trauerflor in den Dreck fällt, ohne daß es sie kümmerte - der Tod ihres Bruders scheint so als eine willkommene Gelegenheit entlarvt, Rache an ihrer Rivalin zu nehmen. Auch die schwarzen Anzüge der Stadtbewohner werden auf ihrer Jagd zusehends mit Schlamm und Dreck bespritzt.

Es gibt noch unzählige mehr dieser kleinen, aber vielsagenden Details in "Johnny Guitar", und nur jemand, der den Film kennt, wird mein Lob sicher ganz nachvollziehen können. Nach dieser wortreichen Lobeshymne werde ich mich nun fürs erste an einer Tasse Kaffee und einer Pfeife Tabak gütlich tun. Viel Spaß bei "Johnny Guitar"!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich der erotischste Western aller Zeiten, 19. Dezember 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen (DVD)
Eigentlich ist Johnny Guitar für mich gar nicht in erster Linie ein Western, sondern ein ungeheurer Schmachtfetzen. Allein die Stimme der Craword ... (allerdings: man sollte daher besser die Oriinalsprache wählen!). Wenn man Liebe und Schmachten nicht mit Bummsen verwechselt, sondern mit Gefühlen, Sehnsucht und so: die ist DER Film!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich ein Top Western., 13. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen (DVD)
Über den Film wurde bereits alles gesagt.
Ich finde ihn einfach grandios,da auch Frauen im wilden Westen,eine große Rolle spielen können.Hass und Liebe,liegen hier sehr nahe zusammen.
Die Besetzung ist hier 1a,sollte man gesehen haben.
Von mir 5 *****
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Da kam der große Nicholas mit seinem großen Tintenfaß, 11. Dezember 2007
Von 
Tonio Gas - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen (DVD)
...und tunkte Joan Crawford in Weiß, Gelb, Rot und Purpur sowie ihre Gegner in Schwarz. Regisseur Nicholas Ray liebt es also bunt. Beziehungsweise lässt er eine Vermischung der sehr wenigern, dafür aber umso deutlicher akzentuierten Farben kaum zu. Hier soll sich etwas reiben! Was leider nicht annähernd so gut klappt wie in seinem meisterhaften Klassiker "...denn sie wissen nicht, was sie tun". Ray wählt für seine Malereien einen Western, was eine etwas befremdliche Idee ist. Speziell die jungen Wilden der Nouvelle Vague haben, als sie noch Kritiker waren, "Johnny Guitar" gerade deswegen geliebt. Meines Erachtens gehört der Film alles andere als verdammt, aber ein bißchen zurück auf den Teppich geholt. François Truffauts Erklärung, dies sei eigentlich gar kein Western mehr, macht es sich zu einfach. Denn neben allem Kunstvollen kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass "Johnny Guitar" eben AUCH ein Western sein will - was ihm nicht gut tut.

Der Film erzählt nämlich eine irgendwie sehr typische Westerngeschichte, vielleicht auch schon eine vom Ende des klassischen traditionellen Frontierland. Der anfangs klischeehaft durch die Hügel reitende einsame Mann mit angeblichem Namen Johnny Guitar (Sterling Hayden) hat als einzige Waffe seine Gitarre. Er und der Film haben gar keine Zeit mehr, das Panorama und den Establishing Shot auszukosten, denn sogleich erfolgen eine Sprengung und ein Postkutschenüberfall. Es wird der Bau einer Bahnlinie vorbereitet, die aus einem Nest eine Boomtown machen wird, was natürlich Glücksjäger aller Art auf den Plan ruft. Die Ex-Prostituierte Vienna (schon bei John Ford heißen Ex- oder Noch-Prostituierte oft nach Orten, wie "Dallas" in "Stagecoach", 1939*) versucht es auf ehrliche Weise: An entlegener Stelle, von Sandstürmen verwüstet, hat sie einen Spielsaloon eröffnet, der zu veröden droht, aber durch den Eisenbahnbau ungeheuer prosperieren würde. Vienna hat das Land legal erworben (wenn auch indirekt mit ihrem Körper dafür bezahlt) aber die alteingesessenen Stadtbewohner wollen sie verjagen. Ein schwächlicher Sheriff, ein fanatischer Extremist (Ward Bond) und die noch fanatischere Emma Small (Mercedes McCambridge) sowie ein Rudel Mitläufer wollen Vienna und einer lose befreundeten Bande von Outlaws alles Mögliche an Schurkenstücken an- und die Betroffenen aufhängen. Emma, die wirklich in jeder Hinsicht "klein" ist, hat einen besonders großen Haß - und dazu ein persönliches Motiv fast schon Hitchcockscher Perversität: Töte, was Du liebst! Weil Emma auf Viennas Ganovenfreund, den "Dancing Kid" scharf ist, dabei aber vor sich selbst und ihren Gefühlsregungen erschrickt, möchte sie diese Regungen in sich abtöten, indem sie Kid tötet - und die vermutete Nebenbuhlerin Vienna am liebsten gleich mit. Johnny Guitar gibt die lässige und etwas desinteressiert wirkende "Interessiert mich alles gar nicht"-Attitüde - und kann natürlich doch prügeln und schießen, denn er ist der Mann mit Vergangenheit, der Revolverheld und Viennas Ex-Flamme Johnny Logan.

Da kommt eine Menge zusammen, und als psychologischer Western hat alles einen gewissen Charme, gerade mit den Farben. Ohne ihren Johnny ist Vienna schwarzgewandet. Die der Vergangenheit nach- und wegen ihrer gebrachten Opfer (Aufgabe des Geliebten und käufliche Liebesdienste) trauernde Frau. Als Johnny zurück ist, trägt sie edelstes Purpur - nicht nur bei Kardinälen heißt das "Treue bis in den Tod". Ein jugendliches Mitglied von Kids Bande, genannt Turkey, trägt Gelb, das ist die Farbe der Verfolgten, der Außenseiter.** Turkey gehört noch nicht richtig dazu, ist der grüne Junge, der ein Mann sein will, der sich auch in die mehr als doppelt so alte Vienna verliebt hat, der noch Kind ist, obwohl er (wie Vienna einmal sagt) nie eine Kindheit hatte. Später muss Vienna dieses Hemd tragen, nachdem ihr Versuch eines "unschuldigen Weiß" nicht geklappt hatte. Immerhin darf sie das Gelb mit einer roten Schleife kombinieren, beide Farben sind intensiv und verschmelzen nicht, Vienna will zwar ihr (Herz-)Blut für Johnny öffnen, steht aber noch zu sehr zwischen den Fronten. Glücklicherweise wird sie am Ende ein komplett rotes Hemd tragen, sich also entschlossen zu Johnny bekennen, auch wenn es blutig werden könnte. Aber der Gang durch einen Wasserfall wird Johnny und Vienna reinwaschen. Diese ganzen Farbwechsel sind stets durch anscheinend natürliche polt twists motiviert, so wie die Feinde eine komplett schwarzgekleidete Gruppe ist, narrativ, weil sie von einer Beerdigung kommt, dramaturgisch mag sich jeder seinen Teil denken.

Ray arbeitet immer am Randes des Überakzentuierten mit solchen Mitteln, oder auch dann, wenn Vienna am Seil des Kronleuchters ihres Saloons zieht, als wolle sie sich an den letzten Strohhalm klammern, den ihr Besitz und den in dieser Szene vor allem ein mögliches Wiedervereinen mit Johnny bedeutet. Emma wird später diesen Strick schlicht durchschießen, so dass der ganze Saloon in Flammen aufgeht - natürlich tieforange wie ein Höllenfeuer inszeniert, so wie die DVD ohnehin gelegentlich selbst in den scheinbar natürlichen Szenen mit künstlichen und übertriebenen Farbtönen (das Blau des Himmels!) "glänzt". Vermutlich auch ab und an mit gemalten oder rückprojizierten Landschaften. Vielleicht altert "Trucolor" nicht so gut wie Technicolor, vielleicht wollte es Ray aber auch genau so.

Dies alles wäre nicht nur zu ertragen, sondern auch sehr zu schätzen, wenn es nicht auch in der Geschichte Überzeichnungen gäbe, bei denen Ray entgegen seinen französischen Verehrern meiner Ansicht nach nicht den Western überwinden will, sondern seine Muster bedient. Das kann kaum gut gehen! Die Erschließung durch die Eisenbahn, die Alteingesessenen gegen neue Spekulanten und Glücksritter, der einsame Fremde mit Vergangenheit, das gelinde gesagt fragwürdige Justizverständnis mancher Leute - das sind doch sehr westerntypische Themen, die Ray mitunter ins seltsam Groteske, ab und an auch Klischeehafte steigert, ohne aus dem Korsett auszubrechen. Ernest Borgnine (der z.B. in "Marty" oder "Mädchen ohne Mitgift" ganz anders konnte) ist mal wieder der Mann fürs Grobe, der sich verkloppen und am Ende erschießen lassen muss. Ward Bond sei in seiner Rolle des Hetzers hereingelegt worden, weil er ein übler Kommunistenjäger gewesen sei und nicht gewusst habe, was er da spiele. So sei der Film auch eine Anklage gegen den McCarthyismus, denn Vienna und ihre Angestellten teilten ihr Geld brüderlich und stünden für die Kommunisten. Selbst wenn ich ungern gegen meinen Rezensionsfreund Tristram Shandy argumentiere***, da lassen wir doch mal die Kirche im Dorf! Es ist völlig klar, dass Vienna die Chefin ist, sie will den Eisenbahnbau nutzen, um von der Tellerwäscherin zur Millionärin aufzusteigen, sie steht für den Boom, das Moderne, das Business, den American Dream - kurz: Für knallharten, wenn auch redlichen Kapitalismus statt für Kommunismus. Es geht nicht um Kommunistenhatz, sondern um den westerntypischen Konflikt von Tradition gegen Moderne, um die Angst vor dem Verlust von etwas, das die Alteingesessenen als "Ordnung" empfinden. "New York - da war ich mal - stinkt nach Fisch", besser als der von Borgnine gespielte Mann kann man diese Angst und diesen Argwohn nicht ausdrücken.

Also "nur" ein Western mit ein paar irren Farben und interessanten psychologischen Ansätzen. Und mit Groteskem leider auch bei den Darstellern wie den Rollen. Muss Emma Small, da man einer Frau offenbar einen "ganz normalen" Hass nicht zutraut, dieses psychologische Motiv wie eine Monstranz vor sich hertragen? Muss sie geifern wie Hitler ("Adolfine" war der Kommentar meines zwölfjährigen Sohnes)? Wäre nicht weniger mehr gewesen? Und Joan Crawford als Vienna scheint mir trotz teils beeindruckend energischer Blicke letztlich doch fehlbesetzt, weil man sie als tough lady sieht und immerfort schreien möchte: S-T-A-N-W-Y-C-K!!! Barbara Stanwyck war etwa im selben Alter, eine glänzende Darstellerin für solche Rollen und westernerprobt, sie hätte sonst welche Stunts selbst ausführen und auch einmal reiten können. Crawford macht das Beste aus der Rolle, ist nicht wirklich schlecht, aber war eigentlich eher eine Diva, die mit knapp 50 zur shrew wurde. Vor allem in Farbfilmen. Sehr klein, sehr drahtig, sehr dünn, aber mit diesem Riesenmund und exzessiver sehr roter Lippenlinie wirkt sie viel zu forciert. Mit dem irre großen Sterling Hayden kann man sich eine Traumbeziehung nur schwer vorstellen, eine Chemie springt da nicht über, zumal die beiden auch noch völlig unterschiedlich spielen. Hayden hat seine Ist-mir-egal-Attitüde drauf (auch dem echten Hayden sagt man nach, er habe bei jedem Film bloß daran gedacht, wann der Dreh endlich vorbei wäre und er wieder segeln gehen könnte, was seine Passion war). Das passt zwar ganz gut zur Rolle, aber Gegensätze ziehen sich hier schon deswegen nicht an, weil Johnny im Grunde nur Staffage, nur Katalysator für Vienna ist. Das ist kein Pärchen-Film zweier gleichberechtigter Hauptdarsteller, das ist Viennas Stoff, alles dreht sich um sie, die Entwicklung macht sie durch (und die wechselnden Farbakzente trägt nicht umsonst sie). Johnny darf sich mittendrin für längere Zeit aus der Geschichte verabschieden, und niemanden stört's. Dass der Film "Johnny Guitar" heißt, ist ein Witz.

So ist "Johnny Guitar" sicherlich interessant, aber eine etwas unausgegorene Mischung aus innovativer Abstraktion und nicht genügend abgestreiftem Genrefilm. Nein, man muss sagen: ein Nebeneinander, keine Mischung. Und weil sich das nicht mischt, schon gar nicht verbindet, ist das etwas zu Exzessive der einen Seite und das etwas zu Genre-Überzeichnete der anderen Seite jeweils nicht gut verpackt. Daher fallen Schwächen dieses Filmes leicht unangenehm auf, die beispielsweise in "...denn sie wissen nicht, was sie tun", zu Stärken in einem stimmigen Ganzen werden.

* Diesen Hinweis verdanke ich Tristram Shandy.
** Siehe hierzu meine Rezension zu Nicholas Rays "Party Girl" unter Zuhilfenahme des Buches "Farbe im Kino" von Susanne Marschall.
** Das letztgenannte Argument findet sich indes nicht bei ihm, sondern in dem Buch "Die 100 besten Kultfilme" (Hahn/Jansen).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen top, 14. Februar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen (DVD)
alles top shnell gut günstig wie immer man es erwarten darf wenn man über amazon einkauft mit sicherheit bleibe ich kunde
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen
Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen von Nicholas Ray (DVD - 2003)
EUR 7,97
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel