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am 15. Juni 2007
Es gibt Filme, nach denen hat man das Gefühl, ein Universum durchschritten zu haben. "Spricht mit ihr" gehört zweifellos dazu: Ein Film über eine Männerfreundschaft, die wie viele wahren Freundschaften eher zufällig beginnt. Um diesen Zufall auch wirklich als solches zu zeigen, läuft der Film lange Zeit auf zwei Ebenen ab, bis sich die beiden Männer schließlich im Krankenhaus treffen und miteinander ins Gespräch kommen, weil die Frauen, die sie lieben, beide im Koma liegen.

Das wundervolle an diesem Film ist, dass die Geschichte eben nicht geradlinig erzählt wird, dass es oft Rückblenden gibt, die zuvor Gesehenes erklären, dass wie immer bei Pedro Almodovar die Musik eine große Rolle spielt und wieder einmal eine ganze Kunst-Gattung im Mittelpunkt steht. In "Sprich mit ihr" ist es das Ballett - und so symbolisch, wie vieles in Ballett-Aufführungen ist, so symbolisch ist dieser Film. Man muss ihn mehrfach sehen und wird doch immer wieder neue Anspielungen entdecken - etwa die wundervolle eingeschobene Stummfilmszene - und kleine Details plötzlich anders werten. Lange Rede, kurzer Sinn: Wer Almodovars Filme liebt (ich hab mich seit "Volver" rückwärts durch sein Werk gearbeitet!), wird "Sprich mit ihr" einen besonderen Platz in der DVD-Sammlung geben. Ein Meisterwerk, das einen lange Zeit fesselt.
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am 2. Februar 2003
Zwei Frauen, die nicht sprechen, nicht mehr sprechen können. Unfallopfer sind sie beide, die eine eines tragischen Verkehrsunfalls, die andere Opfer einer einem Selbstmord gleichkommenden Begegnung mit einem Stier. Spanien in seiner höchsten Werteform. Oder ist es doch nicht nur Spanien, was Pedro Almodovar hier zeigt? Die Medizintechnik, universell, hält Tote lebendig. Doch nicht wirklich Lebende sind es, denen wir n diesem Film begegnen, es sind zwei Koma-Patientinnen.
Da ist die wunderhübsche Tänzerin, die liebevoll gepflegt wird von Benigno, einem einsamen jungen Mann. Wird sie nur gepflegt oder verrät die Kameraführung mehr von den Träumen und Begierden des Krankenpflegers? Beobachtet wird die schöne Stumme durch den Türschlitz des Krankenzimmers von einem Journalisten, selbst Partner einer Komapatientin. Die beiden Männer freunden sich an, verbunden durch die hingebungsvolle Beziehung zu einer Frau, die regungslos ist und : stumm. Das Verwirrspiel der Ereignisse nimmt seinen Lauf: da, wo der junge Mann nie die Möglichkeit hatte, seine Angebetete Alicia zu sprechen, überschüttet er sie als dem Tod Nahe mit Vorträgen, spricht unermüdlich zu ihr, in der Hoffnung, sie dadurch zum Leben zu erwecken. Der Journalist hingegen, der das Gespräch zu Lydia, der Stierkämpferin, aus rein beruflichen Gründen gesucht hatte und schließlich in einer Liebesbeziehung zu ihr endete, ihm fehlen die Worte am Krankenbett.... Ein Almodovar-Klassiker, der den Zuschauer bis zur letzten Minute in Spannung hält. Ein Meisterwerk der Gefühle, der ausgesprochenen und - natürlich - der verschwiegenen. Sprich mit ihr, die Botschaft- doch der Film erzählt viel mehr noch.
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am 1. Februar 2003
Nun nachdem in Spanien und Frankreich der Film bereits auf DVD erschienen ist erscheint er auch in England ...
„Seine Farben, seine Musik, seine Figuren - alles an seinen Filmen ist sich darüber im Klaren, dass Kino immer wieder da anfängt, wo die Sprache aufhört." heißt es in einer meiner Lieblingskritiken des Films in der ZEIT.
Reichen nun 5 Sterne aus einen solch wunderbar gefühlvollen Film zu bewerten? Alle Sterne des Himmels würden dazu nicht ausreichen. Was Pedro Almodóvar mit dem vorliegenden Film gelungen ist, ist ein kleines Wunder auf Zelluloid, ein wunderbarer Mix aus Schauspielern, Drehbuch und der Musik. Die Musik ist ein wesentliches Element, das den Emotionen die dieser Film vermittelt noch weiteren Tiefgang verleiht. Sei es Caetano Veloso mit seiner wunderbaren Interpretation von Cucurucucu Paloma die so gefühlvoll ist dass sie nicht besser zum berührenden Text des Liedes passen könnte. (Da das Lied deutsch untertitelt ist wird der Zuschauer rasch merken was ich meine), oder sei es das gefühlvoll zärtliche Liebeslied in portugiesisch, das wärend einer Szene in einer Stierkampfarena gespielt wird oder gar die beiden Auftritte der Dance Company von Pina Bausch aus Wuppertal mit ihrer wunderbaren Musik, die in sich selbst getanzte Musik darstellen und damit dem Film einen dramaturgischen Anfang und ein Ende setzen. Beeindruckend ist auch die Musik die beim Abspann gespielt wird, deren bewegende Gitarrenklänge einem schon im Kino ausharren liessen, bis der letzte Vorhang gefallen war.
Hauptfigur ist Benigno Martín. Über ihn erfährt man im Film seine komplette Vorgeschichte. Man erfährt von seiner starken Bindung an seine Mutter und der Nicht-Präsenz seines Vaters, der sogar demonstrativ aus dem Hochzeitsfoto seiner Mutter herausgeschnitten wurde. Benigno scheint auch die einzige Person zu sein, die in dem Film Hoffnung hat und bis zur tragischen Wende an das Gute, das Happy End glaubt. Er glaubt daran, dass die Frau in die er sich verliebt hat wieder aus dem Koma erwachen wird, bereitet seine Wohnung vor um dort wieder mit ihr leben zu können. Auf einem Parkplatz teilt er seinem Freund Marco, der zweiten Hauptperson des Films, die schwach scheint, ohne Hoffnung zu sein scheint, manchmal weint, mit, dass er Alicia (so heißt die Freundin, die im Koma liegt) heiraten möchte. Marco sagt ihm auf den Kopf zu, dass er verrückt sei, denn die Frau sei fast tot, liege im Koma könne mit keinem Teil ihres Körpers „Ja ich will sagen". Und das sagt Marco, ein Dampfplauderer, der seine Freundinnen nie zu Wort kommen lässt, wie man in einer anderen Szene sieht. Seine Freundinnen brauchen nicht im Koma zu liegen um nicht zu Wort zu kommen.
(Szene im Auto:
Lydia: Nach dem Stierkampf müssen wir miteinander sprechen.
Marco: Aber wir sprechen doch schon seit anderthalb Stunden.
Lydia: Du hast gesprochen.)
Dieser Dialog alleine zeigt schon auf, dass der Partner nicht im Koma liegen muss um nicht mit ihm kommunizieren zu können. Darum meint Benigno nicht zu Unrecht dass er und Alicia sich besser verstünden als die Mehrzahl der Paare. Nicht nur die Magie der Dialoge. die Almodóvar mit jedem Film wohl mehr verfeinert, ist was diesen Film zu etwas ganz Besonderem macht und warum man ihn sich diesen Film unbedingt anschauen sollte. So man ihn schon im Kino verpasst hat, ist der Kauf der DVD ein MUSS.
Jeder bei dem ein Herz in der Brust schlägt und der eine Seele hat, wird diesen Film lieben.
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am 1. Februar 2003
Nun nachdem in Spanien und Frankreich der Film bereits auf DVD erschienen ist erscheint er auch in England ...Reichen nun 5 Sterne aus einen solch wunderbar gefühlvollen Film zu bewerten? Alle Sterne des Himmels würden dazu nicht ausreichen. Was Pedro Almodóvar mit dem vorliegenden Film gelungen ist, ist ein kleines Wunder auf Zelluloid, ein wunderbarer Mix aus Schauspielern, Drehbuch und der Musik. Die Musik ist ein wesentliches Element, das den Emotionen die dieser Film vermittelt noch weiteren Tiefgang verleiht. Sei es Caetano Veloso mit seiner wunderbaren Interpretation von Cucurucucu Paloma die so gefühlvoll ist dass sie nicht besser zum berührenden Text des Liedes passen könnte. (Da das Lied deutsch untertitelt ist wird der Zuschauer rasch merken was ich meine), oder sei es das gefühlvoll zärtliche Liebeslied in portugiesisch, das wärend einer Szene in einer Stierkampfarena gespielt wird oder gar die beiden Auftritte der Dance Company von Pina Bausch aus Wuppertal mit ihrer wunderbaren Musik, die in sich selbst getanzte Musik darstellen und damit dem Film einen dramaturgischen Anfang und ein Ende setzen. Beeindruckend ist auch die Musik die beim Abspann gespielt wird, deren bewegende Gitarrenklänge einem schon im Kino ausharren liessen, bis der letzte Vorhang gefallen war.
Hauptfigur ist Benigno Martín. Über ihn erfährt man im Film seine komplette Vorgeschichte. Man erfährt von seiner starken Bindung an seine Mutter und der Nicht-Präsenz seines Vaters, der sogar demonstrativ aus dem Hochzeitsfoto seiner Mutter herausgeschnitten wurde. Benigno scheint auch die einzige Person zu sein, die in dem Film Hoffnung hat und bis zur tragischen Wende an das Gute, das Happy End glaubt. Er glaubt daran, dass die Frau in die er sich verliebt hat wieder aus dem Koma erwachen wird, bereitet seine Wohnung vor um dort wieder mit ihr leben zu können. Auf einem Parkplatz teilt er seinem Freund Marco, der zweiten Hauptperson des Films, die schwach scheint, ohne Hoffnung zu sein scheint, manchmal weint, mit, dass er Alicia (so heißt die Freundin, die im Koma liegt) heiraten möchte. Marco sagt ihm auf den Kopf zu, dass er verrückt sei, denn die Frau sei fast tot, liege im Koma könne mit keinem Teil ihres Körpers „Ja ich will sagen". Und das sagt Marco, ein Dampfplauderer, der seine Freundinnen nie zu Wort kommen lässt, wie man in einer anderen Szene sieht. Seine Freundinnen brauchen nicht im Koma zu liegen um nicht zu Wort zu kommen.
(Szene im Auto:
Lydia: Nach dem Stierkampf müssen wir miteinander sprechen.
Marco: Aber wir sprechen doch schon seit anderthalb Stunden.
Lydia: Du hast gesprochen.)
Dieser Dialog alleine zeigt schon auf, dass der Partner nicht im Koma liegen muss um nicht mit ihm kommunizieren zu können. Darum meint Benigno nicht zu Unrecht dass er und Alicia sich besser verstünden als die Mehrzahl der Paare. Nicht nur die Magie der Dialoge. die Almodóvar mit jedem Film wohl mehr verfeinert, ist was diesen Film zu etwas ganz Besonderem macht und warum man ihn sich diesen Film unbedingt anschauen sollte. So man ihn schon im Kino verpasst hat, ist der Kauf der DVD ein MUSS.
Jeder bei dem ein Herz in der Brust schlägt und der eine Seele hat, wird diesen Film lieben.
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am 5. Januar 2003
„Seine Farben, seine Musik, seine Figuren - alles an seinen Filmen ist sich darüber im Klaren, dass Kino immer wieder da anfängt, wo die Sprache aufhört." heißt es in einer meiner Lieblingskritiken des Films in der ZEIT.
Reichen nun 5 Sterne aus einen solch wunderbar gefühlvollen Film zu bewerten? Alle Sterne des Himmels würden dazu nicht ausreichen. Was Pedro Almodóvar mit dem vorliegenden Film gelungen ist, ist ein kleines Wunder auf Zelluloid, ein wunderbarer Mix aus Schauspielern, Drehbuch und der Musik. Die Musik ist ein wesentliches Element, das den Emotionen die dieser Film vermittelt noch weiteren Tiefgang verleiht. Sei es Caetano Veloso mit seiner wunderbaren Interpretation von Cucurucucu Paloma die so gefühlvoll ist dass sie nicht besser zum berührenden Text des Liedes passen könnte. (Da das Lied deutsch untertitelt ist wird der Zuschauer rasch merken was ich meine), oder sei es das gefühlvoll zärtliche Liebeslied in portugiesisch, das wärend einer Szene in einer Stierkampfarena gespielt wird oder gar die beiden Auftritte der Dance Company von Pina Bausch aus Wuppertal mit ihrer wunderbaren Musik, die in sich selbst getanzte Musik darstellen und damit dem Film einen dramaturgischen Anfang und ein Ende setzen. Beeindruckend ist auch die Musik die beim Abspann gespielt wird, deren bewegende Gitarrenklänge einem schon im Kino ausharren liessen, bis der letzte Vorhang gefallen war.
Hauptfigur ist Benigno Martín. Über ihn erfährt man im Film seine komplette Vorgeschichte. Man erfährt von seiner starken Bindung an seine Mutter und der Nicht-Präsenz seines Vaters, der sogar demonstrativ aus dem Hochzeitsfoto seiner Mutter herausgeschnitten wurde. Benigno scheint auch die einzige Person zu sein, die in dem Film Hoffnung hat und bis zur tragischen Wende an das Gute, das Happy End glaubt. Er glaubt daran, dass die Frau in die er sich verliebt hat wieder aus dem Koma erwachen wird, bereitet seine Wohnung vor um dort wieder mit ihr leben zu können. Auf einem Parkplatz teilt er seinem Freund Marco, der zweiten Hauptperson des Films, die schwach scheint, ohne Hoffnung zu sein scheint, manchmal weint, mit, dass er Alicia (so heißt die Freundin, die im Koma liegt) heiraten möchte. Marco sagt ihm auf den Kopf zu, dass er verrückt sei, denn die Frau sei fast tot, liege im Koma könne mit keinem Teil ihres Körpers „Ja ich will sagen". Und das sagt Marco, ein Dampfplauderer, der seine Freundinnen nie zu Wort kommen lässt, wie man in einer anderen Szene sieht. Seine Freundinnen brauchen nicht im Koma zu liegen um nicht zu Wort zu kommen.
(Szene im Auto:
Lydia: Nach dem Stierkampf müssen wir miteinander sprechen.
Marco: Aber wir sprechen doch schon seit anderthalb Stunden.
Lydia: Du hast gesprochen.)
Dieser Dialog alleine zeigt schon auf, dass der Partner nicht im Koma liegen muss um nicht mit ihm kommunizieren zu können. Darum meint Benigno nicht zu Unrecht dass er und Alicia sich besser verstünden als die Mehrzahl der Paare. Nicht nur die Magie der Dialoge. die Almodóvar mit jedem Film wohl mehr verfeinert, ist was diesen Film zu etwas ganz Besonderem macht und warum man ihn sich diesen Film unbedingt anschauen sollte. So man ihn schon im Kino verpasst hat, ist der Kauf der DVD ein MUSS.
Jeder bei dem ein Herz in der Brust schlägt und der eine Seele hat, wird diesen Film lieben.
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am 15. April 2016
Zwei Männer sitzen nebeneinander in einer Ballettvorführung. Beide eint eine Gemeinsamkeit: Ihre Freundinnen liegen im Koma.
Benigno Martin (Javier Cámara) ist Krankenpfleger, der sich mit einer Kollegin fast rund um die Uhr um Alicia (Leonor Watling) kümmert, die einen Autounfall erlitten hatte, Lydia Gomzáles (Rosario Flores) ist eine bei einem Stierkampf schwer verletzte Torera. die eine Beziehung mit Marco Zuluaga (Dario Grandinetti) hatte.Die beiden Männer gehen cöölig unterschiedlich mit dem Schicksal des geliebten Menschen um.
Der Krankenpfleger hat außerhalb der Klinik kaum ein anderes Leben, er hatte die jubge Frau schon einige Zeit ausn dem Fenster seiner Wohnung, in der er mit seiner Mutter lebt, in der gegenüberliegenden tanzschule mit ihrer Lehrerin Katerina Bilova (Geraldine Chaplin) beobachtet, und sich in sie verliebt, aber nur einen kurzen Kontakt mit ihr, als er ihr das verlorene Portemonaie nachbringt, nach ihrem Infall setzte er alles daran, die Stelle ihres Pflegers in der Klinik zu bekommen, wo er sich nicht nur mustergültig um ihre Pflege kümmert, sondern mit ihr lebt wie ein Ehemann, der mit der Frau durch Gespräche kommuniziert, während der Journalist mit seiner Geliebten nicht in der Lage ist, zu sprechen, man hat ihm auch mitgeteilt, ihr Großhirn sei irreparabel zerstört.
Später erfährt er, dass sein Freund unter einem fürchterlichen Verdacht im Gefängnis sitzt: die Tanzschülerin ist schwanger!

Geht es in Pedro Almodovars mehrfach preisgekröntem Film um Missbrauch einer Schutzbefohlenen, hier sogar schändlicherweise um Geschlechtsverkehr mit einer Patientin im Koma? Ist der Pfleger nicht megr ganz normal? Letzteres stimmt wohl, und er weiß auch, das er eine tat begangen hat, für die er büßen wird. Egal aus welchem Motiv, in seiner Liebe zu Alicia hat er, was nicht entschuldigt werden darf, ein berechtigtes Tabu überschritten. Aber was hat er richtig gemacht?
Schon in der Rezension zu einem anderen Film habe ich auf die Forschungen der Amerikanerin Elisabeth Kübler-Ross verwiesen, die so intensiv wie sonst wohl niemand sich mit den Vorgängen im Hirn, in der Wahrnehmung bei sterbenden Menschen beschäftigt hat, und insbesondere eines über Nahtoderfahrungen vermittelt, was wir unbedingt beherzigen sollten: SPRECHEN! Von Ausnahmen (z.B. Taubheit) abgesehen, bleibt von den 5 Sinnen das Gehör am längsten erhalten, wir solten davon ausgehen, dass sterbende Menschen, aber auch Memschen im Koma gar nichts mehr mitbekommen. Zu einem würdevollen Umgang mit solchen Menschen gehört neben der körperlichen Pflege, die Benigno durchführt, auch das Gespräch, auch wenn es uns wie ein Monolog erscheinen mag.

Sicher ist Benigno krank. Er sagt mit recht, dass er und die geliebte Frau im Koma harmonischer, normaler zusamenlebten als viele normale Paare, und vielleicht profitiert Alicia mehr von seinem Reden als die Torera, die dem Journalsiten mitteilt, sie hätten sich nicht unterhalten, sondern er habe geredet. Bis auf den Missbrauch macht Benigno, der für eine Zukunft schon ein gemeinsames Schlafzimmer eingerichtet hat, vieles richtig, wovon wir uns eine Scheibe abschneiden sollten. Er behandelt Alicia und auch Lydia als Menschen mit 5 Sinnen, berührend eine Szene, in der die beiden Paare gemeinsam auf Liegestühlen auf einem Balkon der Klinik im Freien sitzen, ein zeichen seines Wahns allerdings auch, dass er die beiden Frauen miteinander kommunizieren sieht. Bei seiner Liebe ist ein Realitätsverlust aufgetreten, er geht davon aus, dass auch Alicia ihn liebt, er äußert dem Freund gegen über sogar, dass er Alicia heiraten wolle, was bei diesem alle Alarmglocke schrillen lässt, aber seine Freundschaft zu Benigno bleibt auch nach dem Missbrauch bestehen, den wir verstehen, aber auf keinen Fall billigen können.
Niedere Motive können wir allerdings bei dem Vergehen kaum sehen, sondern eher sie Folge des Realitätsverlustes von Benigno, von dem Marco sicher viel gelernt hat.

Schauspielerisch kann ich nur meinen Respekt aussprechen: Javier Cámara ist eine wunderbare Besetzung für einen fast noch kindlich-unschuldig wirkenden jungen Mann, seine aufopferungsvole Pflege, bei der immer die Würde von Alicia gewahrt bleibt, ist sehr zu Herzen gehend gespielt und von der Kamera ebenfalls die Würde der Schauspielerin wahrend, dargestellt. Leonor Watling hat nicht viel Aktion, aber gerade die sich über einen Monat hinziehenden Dreharbeiten mit den Szenen, in denen sie völlg reglos im Bett leigt, fordern sehr viel ab, sie hat dafür auch Joga-Techniken anwenden müssen.
Rosario Flores,eine etwas herbere Schönheit, verkörpert eindrucksvoll eine Frau, die an zwei Fronten zu kämpfen hat. Einerseits die Verarbeitung der Auflösung einer Beziehung, andererseits der permanente Kampf einer Frau in einem Beruf, der eine Männerdomäne ist. Auch Dario Grandinetti als "Realist", der von dem "Träumer" Benigno gelernt hat und auch in der U-Haft ihn nicht fallen lässt, überzeugt.
Geraldine Chaplin ist vielleicht keine lebende Legende, aber eine beeindruckende Frau unabhängig von ihrem berühmten Vater, eine großartige Schauspielerin, mehrfach preisgekrönt und auch Jury-Präsidentin bei Film-Festivals.
Ein leckerbissen sind die anfangs und am Ende gezeigten Theateraufführungen von Pina Bausch, deren beeindruckende Leistungen für das Ballett mit einem eigenen Film gewürdigt wurden, ihr Tod war ein Verlust für die internationale Ballettszene.

Pedro Almodovar ist ein intensiver, bewegender und nachhaltig beeindruckender Film vor allem über ein Thema gelungen: Liebe!
Ob bei sterbenden Menschen, bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz oder, und wir sollten davión ausgehen, vielleicht auch im Koma kann das Sprechen, mit ihnen in dem Sinne, dass man nicht nur leer redet, etwas vermitteln, was Julianne Moore in der Schlusszene in "Alice-Still Alive" empfindet und ausspricht: LIEBE!

Doc Halliday
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am 20. Oktober 2004
Ein wirklich großartiger, vielschichtiger, anspruchsvoller und psychologisch wertvoller Film. Auf den ersten Blick erscheint die Story vielleicht flach und eher auf TV-Niveau. Bei genauerer und aufmerksamerer Betrachtung lässt sich jedoch die wahre Größe und Komplexität erkennen. Es sind Einzelheiten, die den Film besonders machen. Die Wahl Geraldine Chaplins [die Tochter DES Stumm(!)filmstars überhaupt] z.B. als mütterliche Ballettlehrerin oder die musikalische Sequenz mit Caetano Veloso, die Farbwahl, die Ausstattung, das Tanztheater Pina Bauschs etc., alles ist mit großer Sorgfalt und Gespür fürs psychologische und künstlerische Detail arrangiert. Bei dem Film wurde übrigens KEIN Tier getötet, wie von einigen verblendeten Tierschützern behauptet wurde. Die Stierkampfszene ist computeranimiert.
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am 7. August 2003
Ich bin eigentlich beim Stöbern auf diesen Film gestoßen und hab mich durch die Rezesionen anderer zum Kauf bewegen lassen. Ich hab den Kauf wirklich nicht bereut! Toller Film!
Benigno ist Krankenpfleger und widmet seine ganze Zeit, egal ob Arbeits- oder Freizeit der Pflege der nach einem Autounfall ins Koma gefallenen Alicia! Er kümmert sich sehr rührend um sie, doch in manchen Szenen glaubt man, dass Benigno etwas verrückt geworden ist, doch er hat in der schönen Alicia nur seine große Liebe und seine Passion gefunden, die er auf seine Weise auslebt. Als er den Journalisten und Reiseführerverfasser Marco kennen lernt, hat er eine Art Kumpel gefunden, denn Marco's Freundin Lydia, eine Stierkämpferin, wird bei einem Kampf schwer verletzt und ist ebenfalls wie Lydia eine Patientin der Komastation. Zwischen Marco und Benigno entwickelt sich eine tolle Freundschaft und wie immer gibt es eine Schwierigkeiten zu überstehen!!
Ein sehr gelungener Film, mit vielen bewegenden, aber auch vielen lustigen und komischen Szenen!
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am 6. Januar 2004
In meiner DVD-Sammlung befinden sich nun schon viele fröhliche und tiefgründige Filme, doch "Sprich mit ihr" hat mich wie kein anderer Film noch tagelang beschäftigt. Auch wenn das Werk oftmals an die Grenzen der Erotik geht, so erzählt dieser Film ein Schicksal, welches einem im Leben auch widerfahren kann. Geschickt aufgebaut und mit Feinheiten gespickt lässt einem diese melancholische, mitreissende Geschichte alles um sich vergessen. Wie gebannt habe auch ich die Daumen gedrückt und gehofft, dass alles gut kommt. Doch wie im echten Leben gibt's auch Leid und Trauer. Der Film ist Balsam auf die Seele von Menschen, welche ähnliches im realen Leben schon erleben mussten. Wer mehr als nur Hollywood-Soaps sehen will, ist mit diesem spanischen Meisterwerk gut beraten, sowohl technisch als auch inhaltlich. Trotzdem muss ich zugeben, dass mir die Stierkampfszenen nicht gerade zugesagt haben! Beim spanischen Film ist dies jedoch (leider) so normal wie im heutigen Andalusien!
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am 2. Juni 2015
auch dieser Film ist viel zu tiefgründig, um ihn gleich beim ersten Mal zu verstehen! Großartiges Kino!! Ich liebe ihn. Das solch große Künstler wie Rosario Flores mitwirken zeigt, wie sehr verwurzelt die Filme Almodóvar's in der spanischen Kultur sind!!! Excelente o mejor dicho "sobresaliente"
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