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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Uriah Heeps Meisterwerk mit tollen Bonustracks, 31. August 2003
Von 
silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Demons and Wizards-New Edition (Audio CD)
1970-72 hatte die Gruppe große Erfolge in Nordeuropa und ihre kreativste Phase. In Deutschland war ihr Einfluß damals derart, daß z.B. die Schüler meiner Klasse ihr Taschengeld monatelang für eine der ersten LPs (je 22,- DM) sparten. Die Meinungen über ihr bestes Werk fielen auf Salisbury (1970, klassisch angehaucht, experimentell)und
- "Demons and Wizards", das sie zu großen Stars der damaligen Beat-Szene machte. Wirklich magisch, eines der besten Werke des Jahrzehtes, optisch mit Roger Deans Cover und stereophon in eine mytische Fantasywelt entführt. Kein Heep-Werk sonst hatte so viele ansprechende Songs/Collagen in einem Guß. Die meisten Tracks klingen recht ernst (z.B. Circle of Hands), pathetisch (Rainbow Demon, Easy Living), melancholisch und traurig (Paradise, The Wizard). Die treffendste Bezeichnung für die Musik dieser Band jener Tage, die ich bis heute gelesen hatte (ich glaube zu "Salisbury"): Anmutige, stolze wie traurige Klänge, die Musik eines gebrochenen Herzens. Hier lag meiner Ansicht die Stärke der Band und weniger im Heavy-Metal Bereich, dem sie fälschlicherweise manchmal zugeordnet werden. Ihr Sound war damals stark vom Keyboard der Nice und Collosseum beeinflußt.
- The Wizard: beginnt mit einer akustischen Gitarre und steigert sich langsam zu einem harten Track. Das "String-Orchester" ist übrigens das Geräusch eines pfeifenden Wasserkessels, das mit der 16-spurigen Aufnahmemaschine verfremdet wurde. Der superbe Song erschien als Single, mit "Why" auf der B-Seite. Mein Lieblings-Stück der Gruppe mit "Lady in Black".
- Easy-Living: Rasend schneller und beliebter Livesong plus und erfolgreichster Hit neben der schwarzen Dame. Damals schüttelten die Teenager ihre extrem langen Haare zu dem orgellastigen Fetzer in den Jugendzentren aus
- Circle of Hands verbindet einen Alptraum Ken-Hensleys mit den Eindrücken einer erlebten Seance. Hier bestechen nicht zuletzt auch die kräftigen fetten Basslinien des Neulings Gary Thain, dessen Name bei heutigen jungen Bassisten noch bekannt ist.
- Der kräftigere Bass ist vielleicht der größte Unterschied zu den ersten drei LPs. Man höre z.B. das majestätisch-bombastische "Rainbow Demon" (eigentlich ein softer Track), das auch als Single (hier als Bonus) geplant war. Der Text handelt vom Leben des buntschillernden Dämons, der auf der Innencover Seite abgebildet war.
- "Paradise / The Spell" ist die traditionell lange Collage der am Ende der zweiten Plattenseite (wie July Morning und Salisbury). Ein soft-melodiös pianolastiges Werk mit einem wehmütigen Gitarrensolo im Mittelteil.
- Drei Titel gefielen mir weniger: Traveller in time (etwas effekthascherig), Poets Justice (nicht übel aber zu übertrieben dramatisch und choralig)und "All my life" (etwas seicht und albern, paßt gar nicht zu Heeps Frühwerk, in der Ironie und demonstrative Fröhlichkeit Fremdwörter waren). Deshalb ein Stern weniger, den ich wieder dazugeben muß ...
... auf Grund der tollen Boni. Daß "Proud Words on a Dusty Shelf" nicht in die LP integriert wurde kapiere ich nicht. Hätte noch ausgefeilter eine gute Single abgegeben. Das sich ständig wiederholende elegante Riff von Mick Box gefällt mir noch besser als das ähnliche der Single "Spider Woman". Klasse, für mich die Überraschung dieser 2003-CD.
- "Why" kommt noch aus der "Look at Yourself"-Zeit. Damals (wie "July Morning)ein beliebter langer Publikumserfolg. Mick Box Gitarrensolo sind superb.
- Home again wird von Hensley, "Green Eye" von Box dominiert. Im Frühstadium, etwas ungeschliffen.
- Die CD ist (auch produktionstechnisch) ein Meisterwerk und wegen der Zusatztracks, der Informationen des Booklets und der neuen Abmischung Robert Corichs im Februar 2003 auch jenen zu empfehlen, die bisher nur das Original besitzen. Auch junge Hörer, die zu Hause CDs von Dead Can Dance, Mike Oldfield oder Lacrimosa haben, den modernen Corporate-Identity-Heavy-Metal langweilig und immergleich finden - könnten der Gruppe mal eine Hörchance geben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestes Album der Band, 3. November 2004
Von 
Dirk Westerheide "dreamwest11" (Jávea (E), Schwerte (D)) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Demons and Wizards-New Edition (Audio CD)
Es ist recht schwierig, von Uriah Heep ein Album herauszupicken und zu sagen, "dieses ist das Beste", da alle sich voneinandern differenzieren und, obwohl man immer wieder den typischen Sound der Band erkennt, der vor allem durch den Gesang von David Byron, dem schweren Hammond Sound von Ken Hensley (und vor allem durch seine Kompositionen) und Mick Box's Wah Wah Gitarre geprägt ist, somit jedes seinen eigenen Charakter besitzt. Dies ist auch der Grund, warum alle 'Best of' Alben der Band fehlschlagen dürften (obwohl die Verkaufszahlen das Gegenteil beweisen); - man muss sie meiner Meinung nach im Gesamtzusammenhang hören. Jedes Album ist ein 'Unikat'.
'Demons and Wizards' ist deshalb DAS Album von Uriah Heep, da mit ihm für die Band der so genannte 'große Durchbruch' auf der internationalen Musikszene kam. Vielleich sollte man es noch anders beschreiben: 'Demons and Wizards' ist Kult.
Das fängt schon mit der optischen Aufmachung an: mit Uriah Heep wurde auch der Zeichner Roger Dean berühmt, der für das schöne Fantasy Cover verantwortlich war (u.a. gestaltete er auch das Cover des D+M Nachfolgealbums 'The Magician's Birthday', verschiedene Cover der Band 'Yes' u.v.m. In den 90ern erinnerten sich U.H. - in neuer Besetzung - wieder an den Meister des Coverarts, engagierten ihn für das 'Sea of Lights' Album, mit dem sie ein riesiges Comeback feiern konnten.)
Uriah Heep war immer eine Hardrockband und dieses Spektrum ist sehr breit. So unterscheiden sie sich eklatant von zum Beispiel von 'Deep Purple' oder 'Led Zeppelin', die immer eine härte Gangart einlegten. Ihre Stärken lagen vor allem im softeren Bereich, vor allem in den Balladen, die manchmal etwas schwermütig, ernst und melancholisch klingen ( dies trifft vor allemfür die Anfangszeit der Band zu).
'The Wizard' ist einer der schönsten Songs von U.H. Beginnend mit einer akustischen Gitarre und sich langsam steigernd, gehen auch noch bei heutigen Heep Auftritten bei diesem Song die Feuerzeuge an.
'Traveller in Time' zeigt die gigantische Bandbreite von Davids Stimme, Kopfgesang bis kräftig, laut. Sehr schöner, abwechslungsreicher Song im Midtempo Bereich mit ruhigen und 'Heavy'-Passagen (obwohl letztere niemals wirklich heavy klingen).
'Easy Livin': DIE Rocknummer der 70er Jahre. Lief auf jeder Party und in Mal Sondock's Discothek im WDR. Hier achte man auch mal auf Gary's Basspiel; - es ist in keiner Strophe völlig gleich. Für mich gehört der leider verstorbene Gary Thain zu den kreativsten Bassisten nicht nur dieser Zeit. Er prägte mitentscheidend den Sound der Band.
In 'Poet's Justice' wird der soeben erwähnte melancholisch-traurige Einschlag offenbar. Wunderschön zu hören.
'Circle of Hands' ist sehr schön poetisch. Gefühlvoll getragen von Ken Hensleys Hammond Orgel, dramatisch im Gesang und mit einem tollen Gitarrensolo von Mick Box. Fehlt auch heute auf keinem Live-Gig.
'Rainbow Demon' ist ein mehr 'bombastisches' Stück. Druckvoller Sound, eigenwilliges Tempo. Mir gefiel es damals nicht so, dafür heute umso mehr. Gehört unbedingt zu den Klassikern von U.H.
'All my Life' zeigt mal wieder die volle Bandbreite von Davids Gesangsorgan, indem er immer wieder neue Varianten zu dem charakteristischen U.H.-Chorgesang '...all my life' bringt. Typisch für U.H. (wie zum Beispiel auch bei 'Sunrise' auf 'Magician's Birthday'.)
'Paradise/The Spell' ist wiederum eine Songcollage, bestehend aus mehreren Parts mit verschiedenen Tempi. Das Piano, gespielt von Ken Hensley steht im Vordergrund und im Mittelteil glänzt wiederum Mick Box mit einem soft-melancholischem Gitarrensolo, das von einem Choralgesang getragen wird. Dramatisch wird's zum Ende hin. Einfach nur schön...
Bonustrack 'Why' war B-Seite auf der Single 'The Wizard' und hat nur dadurch seinen berechtigten Platz auf dieser CD. Eingespielt wurde es nämlich weit früher. Klasse Gitarrensolo von Mick Box.
'Rainbow Demon' (unreleased) ist in der regulären Album Version besser; hier sollte wohl mal eine Single ausgekoppelt werden, was jedoch tatsächlich niemals geschah.
'Proud Words...'. eine etwas ungeschliffene Version. Die beste Version dieses Songs ist auf Ken Hensleys gleichnamigen Soloalbum zu finden.
'Home again' und 'Green Eye' kamen nie über das Versuchsstadium hinaus. Proberaumsound.
Das Album 'Demons and Wizards' kann durchaus als Meisterwerk von U.H. bezeichnet werden. Produktionstechnisch ist es vor allem in der 'Remastered' Version empfehlenswert (ich hoffe, dass ich die richtige Edition bewertet habe), da der Sound nochmals aufgewertet wurde. Auch die Bonustracks sind meiner Meinung nach hier recht interessant, da es sich nicht nur um Demo- oder sonstige Versuchsversionen von auf dem regulären Album in ausgereifter Form enthaltener Stücke handelt.
Wer sich als Neueinsteiger mit der Musik von Uriah Heep beschäftigen möchte, der liegt hier genau richtig. Hier wurde Musik noch 'von Hand' gemacht und somit hebt sich das Album lobenswert von dem computeranimierten Einheitsbrei mancher heutigen Bands ab. Wie gesagt: auch wenn man U.H. gerne mit Heavy Metal oder Ähnlichem identifiziert; - es ist Hardrock und auch dieses nicht wirklich. Das musikalische Können der Bandmitglieder (vor allem hier in der besten Besetzung) ist über jeden Zweifel erhaben. Alle Fans wissen ohnehin, was sie erwartet. Musikgenuss pur, der auch fast 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung von 'Demons and Wizards' nichts an Aktualität eingebüßt hat und immer wieder gerne in den CD-Player eingeschoben wird.
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