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am 31. Oktober 2011
1989 zelebrierten Bargeld und Co noch den Untergang des Abendlandes.
Was sie damals machten liebäugelte noch nicht mit dem Feuilleton wie die Band seit EndeNeu. Dabei wurden sie doch schon gerader, eingäniger und durchgehender. Feurio! der (frühe) Neubauten-Hit neben Yü Gung, machte die Band sogar in den USA bekannt und schlug in den aufkommenden Industrial Rock neben Skinny Puppy, FLA, Ministry etc. ein, dabei sind wohl Skinny Puppy jene Band die sich am besten neben die Neubauten platzieren kann.
Der krasse Baustellensound hatte nun an Rhytmus gewonnen und die durchgehenden Lärmorigen und Klangexperimente sind auch mal einfachen Titeln wie Ein Stuhl in der Hölle gewichen.
Das Haus der Lüge ist der Übergang der Neubauten vom alten in den neuen Sound. Leider muss man sagen, hielt sich die Band nicht in diesem Übergang auf, oder kehrte zum alten Klang zurück. Und noch tragischer, nie kehrte die Band zu diesem einzigartigem Zwischenzustand der Musik zurück den sie hier für sich gefunden hatten. Haus der Lüge ist gerade wegen dieses Schwebezustandes zwischen Harmonie und Lärm das vermeindlich beste der Band. Jedes Stück ist ein Erlebnis wert.
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am 1. August 2001
Das Jahr 1988 war musikalisch der Wendepunkt für die sich auseinanderentwickelnde Band. Die Gegensätze innerhalb der Gruppe traten immer deutlicher hervor. Das Resultat: Sie wurden anhörbar. Anhörbar im Sinne von harmonisch. In der Gesamtentwicklung der Neubauten stellt dieses Album den Übergang von der überwiegend akustischen zur rein lyrischen Provokation dar. Das Geräusch wird Mittel der Musik und stellt nicht mehr ihren Mittelpunkt dar. Die Neubauten lassen reißen nur noch lyrisch ab. In diesem Jahr beginnen sie gewissermaßen seßhaft zu werden. Im Sinne von Goethe bezeichnet "Haus der Lüge" das Ende von Sturm und Drang und den Übergang zum reiferen (Alters)Werk.
Das "Haus der Lüge": Der "Faust" der Neubauten.
(Zu der Zeit waren die Einstürzenden Neubauten auch im Auftrag der Goethe-Instituts in der Welt unterwegs...)
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am 6. Dezember 2002
"Haus Der Luege" ist definitiv eines der bewegendsten Alben der Einstürzenden Neubauten überhaupt.
In "Haus Der Luege" wird in der Tat "viel Energie (...) frei", wie es Sänger Blixa Bargeld mit seiner unverkennbaren Stimme in "Feurio!" und den zwei Remixen "Feurio! (Caffery/Einheit Remix)" und "Feurio! (Tueren Offen)" lautstark kundtut. Diese Energie zieht sich durch alle zehn auf dem Album vertretenen Stücke, wobei neben den krachenden Liedern wie "Feurio", "Ein Stuhl in der Hölle" oder "Haus der Luege" auch die für die Neubauten typische "sexy Stille" nicht fehlt (z.B. "Der Kuss" oder "Schwindel", welches dann im Industrial Noise ausbricht.)
Kurz gesagt: Die Einstürzenden Neubauten haben mit "Haus Der Luege" wieder einmal gezeigt, dass sie unter den deutschen Interpreten unschlagbar sind.
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am 27. November 2007
Es gibt Alben die verdienen einfach die Bezeichnung "Für die Ewigkeit" und Neubautens "Haus der Lüge" ist eines davon!
Zudem wurden Deutschlands Krawallmacher mit dem hohen Anspruch mit diesem werk als einer der wenigen deutschsprachigen Bands in den USA regelrecht berühmt und lieferten hiermit ein zeitloses und wegweisendes Album ab welches auch nach all den Jahren immer noch als eines der wichtigsten deutschsprachigen Alben gilt.
Dabei haben sich die Neubauten hier erstmalig "relativ" zugänglich gegeben , vorbei schienen die Zeiten als sie mit Stücken wie "Tanz Debil,Hör mit Schmerzen,Seele brennt" und viele anderen zum einen die Hörgewohnheiten der Musiklandschaft veränderten und als wohl lauteste Band in die Geschichte der Musik eingegangen sind.
Doch von Eingängigkeit wie man es jetzt vielleicht erwartet keine Spur, auch wenn die Neubauten mit dem hier vertretenden "Feurio!" den wohl ersten Dark Dancefloor Hit überhaupt abgegeben haben.
Textlich wie immer anspruchsvoll und hintergründig ohne auf peinliche Floskeln zu setzen schufen die Neubauten hiermit ihren eigenen Kosmos der sich in fabelhaften Stücken wie "Ein Stuhl in der Hölle,Fiat Lux,Feurio!" oder dem Titelstück wiederspiegelt!
Kopfkino halt für Hörer die etwas mehr nachdenken wollen.
Bis heute bleibt dieses wegweisende Meisterwerk unerreicht und hat viele weitere Musikbands maßgeblich beeinflußt.
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am 15. September 2013
In ihren frühen Jahren experimentierten sie mit Schrottteilen, Haushaltsgeräten und allerlei anderen (unmusikalischen) Gegenständen und vertonten ihre eigene Vision von postapokalyptischen Verfall und dem brodelndem Untergrund der Großstadthölle Berlins zu Beginn der 80er Jahre. Verfall und Erneuerung waren die Begriffe, die die frühe Klangforschung der Einstürzenden Neubauten am treffendsten beschreiben, welche sich aber durchaus dem Bereich des Industrials zuordnen lässt. Platte für Platte erweiterten und verfeinerten sie ihren Stil und ließen aus ihren Schrottplatz-Sinfonien immer greifbarere musikalische Formen entstehen. Auf ihrer fünften Studioproduktion war dieser Prozess abgeschlossen. „Haus Der Lüge“ zeigte die Neubauten in bis dahin nie gekannter Form: kompositorisch bis in die Ecken ausformuliert, kompakt und hoch emotional. „Meint Ihr nicht, wir könnten unterschreiben, auf das uns ein- bis zwei Prozent gehören und Tausende uns hörig sind?“ fragt Blixa Bargeld gleich zu Beginn von „Feuro!“, doch seine Band lässt dem Zuhörer keine Chance zum Antworten und zieht eine Meter-dicke Wand aus Krach und Verzerrung in binnen von Sekunden in unüberbrückbare Höhen. Das hier waren keine "genialen Dilettanten" mehr, sondern Musiker mit hohen Ambitionen und der Fähigkeit zur Selbstreflexion. Entstanden in den legendären Hansa-Studios in Berlin, in den u.a auch Depeche Mode aufgenommen haben, gilt „Haus Der Lüge“ zu den definitiven Höhepunkten in der nun schon über 30 jährigen Schaffenszeit der einflussreichen Berliner.
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TOP 1000 REZENSENTam 1. Dezember 2006
Eine "typische" CD der reifer gewordenen Neubauten, bei der vor allem die poetischen Texte beeindrucken. Dafür ist das häufig kritisierte "Lärminferno" melodischeren Klängen gewichen. Wer sich dem etwas unkonventionelleren Hörgenuss nicht generell verschließt, wird fasziniert sein
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am 11. Januar 2002
"Haus der Lüge" war meine erste Platte von den Neubauten. Als Einstieg könnte ich mir keine bessere vorstellen. Die Tauben die glauben was sie hörn verbinden Elekronik mit Baustelle und zaubern die Musik der Großstadt.
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am 8. November 2004
Wer Neubauten sagt löst bei anderen (Unwissenden) gleich die Assoziationskette schmerzhafte Lautstärke, Industrial ("Maschinenmusik"), also Lärmorgien aus. Diesen Ruf hat sich die wahrscheinlich einflussreichste deutsche Formation in der U-Musik nach Kraftwerk durch ihre ersten Alben erarbeitet und ist ihn bis dato kaum losgeworden. Dabei ist "Haus der Lüge" ein Longplayer des Übergangs mit differenzierter, einfallsreicher Instrumentierung, gewichtigen Texten (böse Zugen: verschwurbelt-intellektuell-bedeutungsschwanger, die täuschen sich aber gewaltig) und einem hervorragenden Gesang von Blixa Bargeld, der genau weiß, wie er es betonen muss zwecks Verstärkung der Botschaft (die nicht immer eindeutig ist). "Tabula Rasa" dann war die endgültige Wende - wie ich meine - zu den hörbaren, hochwichtigen Neubauten, die zu ignorieren wirklich ein Verlust ist (und die trotzdem nicht im Middle-of-the-Road-Allerweltsradio gespielt werden). Ich gehöre zu denjenigen, die die Alben vor "Haus der Lüge" für Krach halten. Die Texte waren größtenteils schwachsinnig, der musikalische Gehalt dürftig. Aber "Haus der Lüge" mit dem ejakulierenden roten Pferd auf dem Cover ist superb! Es beginnt mit einem Monolog im Pseudo-Mittelalter-Slang, durchsetzt von Baustellenlärm: Eine Tirade gegen die Plattenindustrie und Vereinnahmung durch die selbige. Dann "Feurio!", dessen Disco-Beat auch fünfzehn Jahre später durchaus nicht peinlich wirkt. Die Lyrics beziehen sich auf den Drang der deutschen Vorväter, die Apokalypse immer gleich mitzudenken (auf Teufel komm raus verbrannte Erde hinterlassen und alles mit nach unten ziehen), danach ein kurzes "Küchenlied" (das man übergehen kann), und dann... der beste Song der Neubauten (der zweitbeste bis dato ist übrigens "Die Befindlichkeit des Landes" auf dem sonst mittelmäßigen "Silence is sexy"), der Titeltrack. Im Song "Haus der Lüge" ist alles perfekt. Die Geräusche (Kette auf Einkaufswagen), die Computersounds (keinerlei Alterserscheinungen!), die Intonation, der nicht ganz verständliche allegorische Text (wahrscheinlich einer der besten für einen deutschsprachigen Song überhaupt) und diese Grundierung aus unbestimmten Hass, der sich auch auf zartfühlende Hörer überträgt. Man mag sich über Textzeilen wie "Gott hat sich erschossen, ein Dachgeschoss wird ausgebaut" vielleicht wundern, aber im Gesamtzusammenhang ergeben sie Sinn und sind nichts weiteres als eine Variation der Formel "Gott ist tot, wer schmeißt den Laden jetzt?". Leider fällt der Rest des recht kurz geratenen Albums (die Remixe gelten nicht) etwas ab, aber es lohnt sich die Beschäftigung auch mit diesen Stücken. Wenn Sie der Auffassung sind, dass es jenseits von BLUMFELD und KANTE (und vielleicht noch TOCOTRONIC) nur wenig Erbauliches, Fundamentales gibt im Deutschen Rock/Pop und seinen Randbereichen, der sollte sich endlich überwinden und die Neubauten einbeziehen. Die Lärmattacken mit Schlagbohrern sind seit Ende der 80er Jahre Gott sei Dank Geschichte.
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am 26. Juni 2014
Man muss sich im Klanguniversum der frühen Neubauten schon sehr heimisch fühlen, um dieses fünfte Album als künstlerischen Einbruch zu empfinden. Klar, im Vergleich zu den Lärmorgien auf O.T. und teilweise auch noch auf 1/2 Mensch geht es hier deutlich zahmer zu, aber von fehlender Eindringlichkeit ist dennoch nichts zu spüren. Kunst kann weh tun, muss sie aber nicht. Haus der Lüge ist das beste Beispiel dafür, dass anspruchsvolle Musik durchaus unterhaltsam (und sogar tanzbar) sein kann. Das Songwriting - von dem man hier ja tatsächlich mal sprechen kann - ist durchweg ausgefeilt, die Arrangements sind abwechslungsreich; der Übergang vom Einpeitscher Haus der Lüge (nebst Epilog) zum flirrenden und verstörend schönen Fiat Lux ist mit der spannendste Moment deutscher Musik, den ich seit langem gehört habe. Es verwundert wirklich kein bisschen, dass die Einstürzenden Neubauten zu den im Ausland am deutlichsten wahrgenommenen deutschen Bands gehören.
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am 19. März 2016
haus der lüge war meine erste EN platte und ich bin begeistert , hatte auch schon die ehre sie live zu sehen :D
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