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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen47
4,4 von 5 Sternen
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am 20. Juni 2015
Ich habe diese "Platte" in vielen Versionen, Orginal LP (aus dem Erscheinungsjahr), CDs (mehrmals remastered), SACD und nunmehr Bluray Audio.
Von allen Versionen ist diese mit Abstand die Beste!! Über eine gute Anlage ist es einfach ein Genuß!!
Volle 5 Sterne, besser geht zur Zeit nicht.
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am 19. Februar 2014
Ich habe mich sehr auf die MP3 Ausgabe dieses zu unrecht im Schatten anderer Stones Juwelen stehende Meisterwerk gefreut. Meine alte Vinylausgabe aus den 70ern ist doch arg ramponiert.
Dummerweise hat man aber wohl einen gehörgeschädigten Techniker ans Re Mastering gesetzt. Man mag es kaum glauben, aber die Stücke sind zum grossen Teil übersteuert.
Wie kann man so etwas bloss einem derartigen Meisterwerk antun?
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am 11. November 2002
Es ist fast unglaublich, aber 1 Jahr nach "Beggars Banquet" kam schon wieder ein Meisterwerk gleichen Kalibers, dass mit "Gimme Shelter", "Midnight Rambler" und "You Can't Always Get What You Want" weitere All-Time-Classics hervorbrachte. Allenfalls etwan weniger Geschlossenheit als bei "Beggars Banquet" könnte man festhalten - und die Tatsache, dass auf dem Live-Album "Get Yer Ya-Ya's Out" eine noch bessere Version des genannten "Midnight Rambler" zu hören war. Das mindert den Rang von "Let It Bleed" jedoch nicht im Geringsten.
Klasse Remastering. Alle vorherigen CD's dürfen jetzt umweltfreundlich entsorgt werden.
Wie bei allen Stones-ReReleases gilt: Nur die Digipak-Ausgaben sind tatsächlich Hybrid-SACD`s - ohne dass dies auf der Hülle erkennbar wäre. Die auch erhältlichen Jewel-Cases enthalten nur normale CD's. Und es sei wärmstens empfohlen, die SACD's zu kaufen - auch wenn noch kein SACD-Player im Regal steht. Als Hybrid-Scheiben laufen sie auf jedem CD-Player, und die Hardware kann nachträglich aufgerüstet werden. Dies ist auch zu empfehlen, denn die SACD-Schicht transportiert einiges mehr an Räumlichkeit und Lebendigkeit als die für sich genommen immer noch sehr gute CD-Schicht.
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Diesen Hinweis, der sich im Innenteil der CD-Verpackung befindet, sollte man durchaus ernst nehmen - let it BLEED...

Das, was den Zuhörer am Beginn erwartet ("Gimme Shelter", das zur Hymne des Untergangs aller Hippie-Träume hochstilisiert wurde) hat tatsächlich etwas Gänsehauterregendes, Unbehagliches an sich.
Und genau diese Stimmung zieht sich durch das gesamte Album, wie ein roter Faden. "Let It Bleed" ist wahrscheinlich eines der kompaktesten, bestabgestimmtesten Stones-Alben überhaupt. Das einzige, wenn überhaupt, was man bekriteln könnte, ist meiner Meinung nach, dass die herausragende Rock `n` Roll - Nummer fehlt. Das (scheinbar) allseits beliebte und auch bei Live-Konzerten oft gespielte "Live With Me" ist, wie ich finde, eher nur ein mäßig gelungenes Stück. Und ansonsten sind auf dieser Scheibe eher nur Durchschnittstempo-Songs zu finden - was die Wertigkeit des Albums aber in keinster Weise herabsetzen sollte...
Nun zur Bewertung der einzelnen Songs:

1. GIMME SHELTER *****
Der Sound ist fantastisch. Keith' Gitarre hebt sich aus der düsteren Atmosphäre des Songs etwas ab, um die Stimmung insgesamt noch etwas mulmiger zu machen. Grandios sind Jaggers Harmonika-Einlagen, die dem Song das Krönchen praktisch noch aufsetzen. Übrigens ist Mary Clayton als Sängerin bei "Gimme Shelter" zu hören. Phantastisch!

2. LOVE IN VAIN ****
Ein sehr schleppendes, schweres Stück. Irgendwie seltsam, es gleich nach "Gimme Shelter" zu hören, aber trotzdem irgendwie passend. So weit ich informiert bin, ist das eigentlich gar keine Nummer aus der Feder der Glimmer-Twins, die den Song aber so weit abgeändert haben sollen, dass sie ihn offiziell als den ihren verkaufen durften. Wie auch immer. Das Ergebnis klingt jedenfalls gut!

3. COUNTRY HONK ***
Gleich zu Beginn werden sie fast ohne Zweifel "Honky Tonk Women" heraushören können. Genau das ist dieser Song im Prinzip auch, nur, dass er mit der ausgekoppelten Single absolut nicht mithalten kann. Mick Taylor wirkte hierbei übrigens mit. Passt alles in allem ganz gut auf die Scheibe.

4. LIVE WITH ME **
Wie bereits eingangs erwähnt, finde ich diesen Song nicht so toll, wie offenbar ein Großteil der Stones-Anhänger. Obwohl die Bassläufe (Keith Richards spielt hier) recht aufregend klingen, wirkt die Nummer für meinen persönlichen Geschmack irgendwie etwas monoton und langweilig. Jedenfalls ist "Live With Me" nicht der große Rocker, der den Zuhörer nach den beiden vorherigen ruhigen Nummern wieder aus der Trance entreißt. Solala...

5. LET IT BLEED ****
Der Titelträgersong beginnt mit sehr schweren Akkorden und kommt danach unerwartet unbeschwert in die Gänge. Diese Nummer hat mir ehrlich gesagt erst nach mehrmaligem Anhören so richtig gut gefallen. Das Schöne daran ist, dass sie mir jetzt aber immer noch gefällt und so wird es wohl auch bleiben! Besonders gut gefällt mir der Ausklang des Songs. Übrigens auch ein dankbarer und gut funktionierender Live-Song...

6. MIDNIGHT RAMBLER ****
Ein Lied, das einem Serienmörder gewidmet ist. Ein Lied, das haargenau das "Thema" dieses Albums trifft. Wer Live-Versionen von "Midnight Rambler" kennt, könnte von der Studioversion möglicherweise etwas enttäuscht sein. Am besten finde ich die Live-Aufnahme auf "Get Yer Ya Ya's out!", die auf "Sweet Summer Sun" ist auch toll geworden. Trotzdem: Ein wahrhaftiger Stones-Klassiker!

7. YOU GOT THE SILVER *****
Keith Richards wagt sich zum ersten Mal (ganz) alleine vors Mikrofon. Das, was dabei herausgekommen ist, kann sich wirklich hören lassen. Eine chillige Nummer, die - zwischen Whiskyglas und Zigarettenrauch - ins Herz geht und dort auch für längere Zeit bleibt. Vielleicht sogar ein (vermeintlicher) Geheimfavorit auf "Let It Bleed". Ich mag's jedenfalls!

8. MONKEY MAN ****
Nicky Hopkins Klaviereinlagen sind die Hauptstütze für diesen Song, der sich halbschwungvoll dahinschleppt und ein bisschen an dunkle Gassen, brennende Mülltonnen und Männer in schwarzen Anzügen erinnert (rein musikalisch gesehen natürlich, unabhängig vom Text). Für mich ist's ein "kleiner Klassiker", eine Art Rock 'n' Roll-Noir-Song...

9. YOU CAN'T ALWAYS GET WHAT YOU WANT *****
Eine Moralpredigt an alle. Niemand kriegt immer das, was er will... wie wahr, wie wahr. Der Song beginnt mit Chorgesang, der Kirchenatmosphäre schafft. Danach steigt die Akkustikgitarre ein, ebenso ein Horn, das den Zuhörer träumerisch dahinschmelzen lässt. Auch Mick's Gesang beginnt zart und einfühlsam, ehe sich das Ganze im Verlauf des Songs steigert...
Anmerkung: Es ist nicht Charlie Watts, der hier am Schlagzeug arbeitet. Produzent Jimmy Miller hat sich hier als Drummer betätigt. (Das Schlagzeug wird hier wohl eher wie ein Percussioninstrument gespielt, also weniger geradlinig und treffsicher, was ganz gut zu dieser Nummer passt...) Ein schöner Abschluss für eines der größten Rock-Alben aller Zeiten.

Obwohl ich persönlich "Beggars Banquet", "Sticky Fingers" und "Exile On Main Street" ehrlich gesagt mehr schätze als "Let It Bleed", lege ich es interessanterweise (da hab ich mich mal wieder selber ertappt) oft auf, wenn ich mich entspannt am Sofa zurücklehne und einen Schluck Kaffee trinke. Irgendwie ist "Let It Bleed" als Gesamtkonzept doch eine Klasse für sich!

Als Stones-Fan habe ich gar keine andere Wahl, als 5 STERNE für dieses Meisterwerk zu vergeben.

ANHÖREN und GENIESSEN!!
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am 17. Dezember 2014
Wenig Themen sind für den Menschen so relevant wie Liebe und Krieg. Das ist auch 45 Jahre nach der Veröffentlichung von Gimme Shelter unverändert. Es kann heute als Soundtrack schmutziger Konflikte im nahen Osten und der Ukraine genauso dienen wie damals für den Vietnamkrieg.

Natürlich ist dieser Song, neben dem genialen "You can't always get what you want", der Aufhänger dieses Albums. Es sind auch keine Songs wirklich ähnlich herausragend. Aber dieser Scheibe brennt sich mit mehrmaligem Hören einfach ein, und das Gefühl, dass doch alles aus einem Guss ist, stellt sich nach einer Weile trotzdem ein. Auch wenn "Exile" eine größere Durchgängkeit an verwandten Soundgebilden bietet. Ich mag "Love In Vain" sehr, der Honky Tonk ist nach wie vor stark, "Let it bleed" und "Monkey Man" gehören zu meinen Favoriten. Ich will mich nicht den vielen anschließen, die versuchen, eine Rangordnung der Stones Alben aufzustellen (auch wenn das Spaß machen kann), ich mag nur sagen, dass es sich um ein verdammt gutes Album handelt, unabhängig davon, ob es von den Stones ist oder nicht. Und ich kann jedem, der Rockmusik in welcher Form auch immer liebt empfehlen, sich dieses Album zuzulegen. Es ist tasächlich nochmal eine Entdeckung, es durchgehend zu hören.

Viel Spaß beim (Wieder-) Entdecken!
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"Let it bleed" ist ein Album mit einigen der absolut besten Songs der Stones (Gimmie Shelter, Love in vain, Let it bleed, You can't always get ...). Und doch konnte ich mich nicht so oft aufraffen, es zu spielen.

Jetzt weiß ich, warum : es fehlte einfach auf der zweiten Seite am Anfang der übliche Stones-Hadern - die Nummer, die reingeht. Rambler - Silver - Monkey sind zwar hervorragende Nummern, bilden aber keinen markanten Orientierungspunkt. Zwischen Bleed und You can't wird es einfach etwas dünn.

Es ist oft faszinierend, wie sich der Gesamteindruck einer CD verändert, wenn man die Reihenfolge verändert, einzelne Songs wegläßt oder hinzufügt.

Ich habe das hörbar in denselben Sessions aufgenommene "Honky Tonk Woman" zwischen Bleed und Rambler eingefügt - und jetzt ist für mich das Album perfekt - absolut gleichrangig mit "Beggars Banquet". Die Doppelung Country Honk / Honky Tonk Woman stört übrigens überhaupt nicht - ganz im Gegenteil : das verspielte Country Honk macht Appetit auf die Hardrock-Version. (Mich hat das seinerzeit immer enorm geärgert, dass auf der LP nur die wesentlich schwächere Country-Version inkludiert worden war.)

Jetzt ist das Album rund und genial : so grandios komponiert, arrangiert und gespielt haben die Stones nie wieder - einfach ein Höhepunkt in ihrem musikalischem Schaffen.
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am 9. September 2005
Über die Musik brauche ich nichts mehr zu schreiben, dass haben
die vorherigen Kritiker bereits ausführlich getan und ich kann mich inhaltlich nur anschliessen. Es ist eines der besten Stones
Alben, mir persönlich gefällt auf diesem Album das Gitarrenspiel von Keith Richard so gut wie auf keinem anderen Album. So erdig und dreckig wie man es sich von den Stones vorstellt.
In diesem fall lohnt sich auch eindeutig der Kauf der Hybrid SACD
die speziell bei den akustischen Stücken die CD in den Schatten stellt.
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am 10. April 2014
Halte ich für die beste Rolling Stones LP. Im Zusammenhang mit Beggars Banquet, Sticky Fingers und diesem Doppelalbum, das in Südfrankreich aufgenommen wurde. Aber Let It BLeed ist die beste. Aus der Frühzeit empfehle ich noch eine gute Best of Zusammenstellung.
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am 16. Juli 2010
"Let It Bleed" ist wie das böse Erwachen am nächsten Morgen: Der Kopf schmerzt, als würde ununterbrochen mit einem Hammer drauf geschlagen, wie man sich auch legen oder setzen mag, alles dreht sich, der Magen rebelliert, sobald man auch nur an Essen denkt oder versucht sich zu erinnern, wieviel von dem verfluchten Alkohol oder sonstigem man sich gestern zu Gemüte geführt hat. Ohnehin kann man sich an den Großteil der vergangenen Nacht nicht erinnern und versucht, das Geschehene anhand etwas verworrener Erinnerungsfetzen und Erzählungen zu rekonstruieren. Am Ende weiß man einige Dinge: Die Party war gut (oder besser), man hat sich wohl ein bisschen danebenbenommen und schwört sich, das nächste Mal vernünftiger zu sein. Bis das nächste Mal kommt. So ist "Let It Bleed".
Glaubt man den Schilderungen der Leute, die die 60er live miterlebt haben, und in deren Erinnerung sich diese Zeit mit zunehmendem Alter immer mehr verklärt, so waren die Sixties eine nicht enden wollende Party, in der man die Grenzen des engen gesellschaftlichen Korsetts sprengte, gegen den Krieg in Vietnam und ansonsten gegen alles und jeden, was den Ruch des Spießigen an sich hatte, demonstrierte und sich von überforderten Polizisten mit Wasserwerfern und Knüppeln traktieren ließ, sich einen Joint am anderen ansteckte, mittels psychedelischen Drogen auf Bewußtseinserweiterungsreise ging und die Freuden der plötzlich so frei gewordenen Liebe auskostete.
Das mag alles seine Richtigkeit haben, doch auch die Medaille hat eine Kehrseite: Der Krieg in Vietnam wollte einfach kein Ende nehmen (tatsächlich war der Spuk erst 1975 endlich zu Ende), einige der einst so friedlichen Hippies gründeten terroristische Vereinigungen, es gab Rassenunruhen, kurz vor der großen Woodstock - Party ermordeten fanatisierte Anhänger von Charles Mansons "Family" brutal reiche Leute in ihren Häusern (unter ihnen die Schauspielerin Sharon Tate), um den von Manson prophezeiten "Krieg der Rassen" auszulösen. Ende das Jahres 1969 gab es schließlich das "Woodstock der Westküste", ein vom Management der Rolling Stones sagenhaft schlecht organisiertes Festival auf dem dafür völlig ungeeigneten Altamont Speedway in Livemore, Kalifornien. Die als Ordner engagierten Hells Angels wussten sich der außer Kontrolle geratenen Zuschauermenge nur noch mit sinnloser Prügelei zu erwehren, schließlich wurde, während die Stones ihr Set spielten, der Zuschauer Meredith Hunter von einem Angel erstochen, weil er einen Revolver gezogen hatte. Der Hippietraum von einer friedlichen Welt unter dem Regenbogen ging mit einer Katastrophe zu Ende.
Zwar hatten die Stones selbst wenig Anteil an dem Desaster, obwohl von einigen verqueren Leuten die "diabolische Energie" ihrer Musik dafür verantwortlich gemacht wurde, so richtig passten sie aber nie zu den Idealen der Bewegung. Ihr einziger Versuch, im Strom mitzuschwimmen, war das Album "Their Satanic Majesties Request", das mit einigen recht seltsamen Experimenten und ein paar recht brauchbaren Songs daherkam und von der Kritik einhellig verrissen wurde. Die Stones besannen sich daraufhin wieder auf ihre Stärken und die Wurzeln im Blues, nahmen das hervorragende Album "Beggars Banquet" auf und entledigten sich auf nicht ganz feine Weise des immer mehr in Drogennebel und persönlichen Problemen versinkenden einstigen Bandleaders Brian Jones (auf "Let It Bleed" ist er nur noch bei zwei Songs vertreten). Jagger und Richards übernahmen endgültig das Ruder, mit Mick Taylor wurde ein neuer, ausgezeichneter Gitarrist ins Boot geholt, der die nächste Phase in der langen Bandgeschichte mitprägen sollte.
"Let It Bleed" beleuchtet nun die dunklen Seiten des Lebens, entstanden unter chaotischen Bedingungen, beeinflusst von den immer gewalttätiger werdenden Unruhen auf der ganzen Welt und den wilden Zuständen in der Band selbst, die sich nach Jones' Rausschmiss auf Selbstsuche befand und den Blues als Lebensader wiederentdeckte. Das ganze Album ist eine Bestandsaufnahme, das sich wie ein Gang über ein verwüstetes Schlachtfeld anhört, allerdings mit einem Lichtsreif am Horizont endet.
"Gimme Shelter" eröffnet den Ritt in die Dunkelheit, unheilvoll erhebt sich der Song über Sturm und Krieg, unterlegt mit dramatischen Drums und Piano - Donnern, angetrieben von Keiths Gitarre und Jaggers panischem Gesang, der von der Soulsängerin Merry Clayton noch exzessiver übernommen wird. Der Gänsehautmoment gleich zum Beginn des Albums und für nicht wenige der beste Song der Stones schlechthin.
Weiter geht es mit "Love in Vain", geborgt vom Blues - Übervater Robert Johnson. Ein deprimierter Lover begleitet sein Mädchen zum Bahnhof und sieht resigniert den Lichtern des sich entfernenden Zuges hinterher. Eins der besten Covers, das die Stones je gemacht haben, das das Interesse an dem sagenumwobenen Bluesmusiker aus den 20ern sprunghaft ansteigen ließ.
"Country Honk" ist eine verballhornte Version der Hitsingle "Honky Tonk Women", bei der die Stones nach einer heruntergekommenen Straßencombo klingen, was durch den eingespielten Verkehrslärm noch unterstrichen wird.
Nächster Höhepunkt ist der Titelsong. "Let It Bleed" ist ein dreckiger, sexuell aufgeladener R & B - Song mit allerdings tröstlicher Botschaft. "We all need someone we can lean on."
Einer der sanfteren Nummern auf "Let It Bleed" nach dem brutalen "Midnight Rambler" ist "You Got The Silver", der letzte Song, auf dem Brian Jones noch mitspielte. Weil Mick Jaggers Gesangsspur irrtümlich gelöscht wurde, durfte sich Keith Richards am Mikro versuchen und er machte seine Sache hervorragend. Obwohl er zu den zahlreichen Nicht - Sängern im Rockbusiness gehört, veredelt sein sanfter, zaghafter Gesang diesen schönen Song noch zusätzlich.
Das Album schließt mit "You Can't Always Get What You Want", einem exzessiven Kracher in Übergröße, der keusch und engelsgleich mit dem London Bach Choir anhebt und sich mit zunehmender Dauer immer weiter zu einem schrillen Finale steigert, dem es nichts mehr hinzuzufügen gibt.
"Let It Bleed" steht auch nach über 40 Jahren immer noch ganz weit oben, wenn es die besten Alben aller Zeiten aufzulisten gibt. Es markiert einen Umbruch sowohl im Zeitgeist als auch im musikalischen Stil der Band und gehört zu den Platten, denen der Zahn der Zeit nicht das Geringste anhaben kann.
You can't always get what you want
But if you try sometimes you might find
you get what you need
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am 5. April 2000
Woran liegt das bloß? Früher nahmen Bands wie die Stones oder die Beatles 1 bis 2 gute LPs im Jahr auf, während Heutzutage die meisten Bands 3 Jahre für eine halbwegs gute Platte brauchen. Let it bleed funktioniert vom Anfang bis zum Ende, es gibt keinen Füller. Allerdings braucht man vielleicht ein bißchen Lebenserfahrung um die Platte ganz zu verstehen. Die LP ist in meinen ewigen Top 5 Stones LPs. Und Keith Richards kann noch Gitarre spielen.Und wie. Hören, hören, hören, kommt im Sommer besonders gut.
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