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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Festbankett
Dies war das Album, mit dem die Stones "erwachsen" wurden, die "grossen, bösen" Rolling Stones, mit dem sie ihren endgültigen Stil fanden, ihre "klassische" Periode ('68 - '72) einleiteten, mit der sie zeitgleich ihren Zenit erreichten und dann überschritten.

Hier finden sich mit dem hypnotischen Sympathy for the Devil und dem treibenden Street...
Veröffentlicht am 28. November 2008 von Toby Tambourine

versus
3.0 von 5 Sternen Cover ist mist
leider hat das Cover nix mit dem original zu tun ,ich hätte die Lp nie gekauft wenn ich das gewusst hätte .ich denke jeder Sammler ist der gleichen Meinung.
Vor 3 Monaten von didi weit veröffentlicht


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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Festbankett, 28. November 2008
Von 
Toby Tambourine (Gießen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Beggars Banquet (Audio CD)
Dies war das Album, mit dem die Stones "erwachsen" wurden, die "grossen, bösen" Rolling Stones, mit dem sie ihren endgültigen Stil fanden, ihre "klassische" Periode ('68 - '72) einleiteten, mit der sie zeitgleich ihren Zenit erreichten und dann überschritten.

Hier finden sich mit dem hypnotischen Sympathy for the Devil und dem treibenden Street Fighting Man (musikalisch schon, aber textlich eben KEIN Aufruf zum Straßenkampf) zwei absolut verdiente Stones-Klassiker, die bis heute fest im Konzertprogramm verankert sind. (Meiner Meinung nach bleibt die Studiofassung von Sympathy bei den Stones bisher unerreicht.)

No Expectations ist ein weiterer Klassiker, eine wunderschöne Blues-Ballade, deren geniale Slide-Gitarre einen von Brian Jones' letzten erwähnenswerten Beiträgen zu einem Stones-Album darstellt. Dear Doctor ist eine gelungene Country-Blues-Parodie mit hämischem Text (wie Mick Jagger einräumte, sollten sie Country erst später richtig verinnerlichen). Prodigal Son ist ein weiterer gelungener Country-Blues über die Geschichte vom verlorenen Sohn (auch ein Jahr später auf der Amerika-Tour sozusagen unplugged im Programm), die einzige Cover-Version hier; nicht ganz fein, dass die Stones anfangs versuchten, die Tantiemen über die Autorenangabe "Jagger/Richards" selber einzuheimsen. In starkem Kontrast dazu, fügt sich doch ohne Haken gleich darauf der Stray Cat Blues ein, ein böser Rocker über die Verführung Minderjähriger - und der Mutter gleich dazu. Auch aus Parachute Woman triefen geradezu die - nicht gerade subtilen - sexuellen Doppeldeutigkeiten. Wie dann zehn Jahre später bei Some Girls gilt bereits hier: etwas Humor gehört schon dazu!

Aus Jig-Saw Puzzle höre ich vor allem ein lustvolles Sezieren einiger schräger Charaktere der Umgebung heraus - Ähnlichkeiten mit lebenden Bandmitgliedern durchaus beabsichtigt!

Factory Girl (für mich der leichte Durchhänger auf dem Album) und Salt of the Earth sind eher zynische als ironische Abgesänge auf die Arbeiterklasse. Zwar hatte Keith Richards schon auf "Between the Buttons" im Jahr zuvor ein paar Zeilen gesungen (in Something happened to me yesterday), aber irgendwie stellen doch die ersten beiden Zeilen in Salt of the Earth sein eigentliches Gesangsdebüt auf einer Stones-Platte dar.

Zwar war Nicky Hopkins schon im Vorjahr auf den Stones-Alben zu hören, aber seine Orgelklänge und vor allem sein Klavierspiel fügen sich so richtig erst auf diesem Album in die Arrangements ein. (Für mich war ER für viele Jahre der "sechste Stone".)

Erwähnenswert finde ich, dass dies das Album war, auf der Keith (wohl durch Ry Cooder) erstmals offene Stimmungen und Bottleneck-Gitarre für sich entdeckte und meistern lernte, was dann noch bis zum nächsten Album "Let it bleed" anhielt. Die offenen Stimmungen sollten bis heute eins seiner Markenzeichen bleiben (Jumpin' Jack Flash, Honky Tonk Women, Brown Sugar etc.); die Slide-Gitarre überließ er aber, soweit ich es überblicke, ab der "Sticky Fingers" fast ausschließlich Mick Taylor (und später dann Ron Wood, hierin eindeutig die zweite Wahl), was ich sehr schade finde. Spannend auch, wie Keith seine Faszination für den leicht verzerrten Klang auf Mono-Cassettenrekorder aufgenommener Akustikgitarren in die Studioaufnahmen integrierte (s. Parachute Woman und Street Fighting Man).

Über die SACD-Schicht kann ich nichts sagen, mir erschließt sich mir bisher nur der "normale" Stereo-Hörgenuss. Klasse finde ich, dass man sich für die 2002er Remasters die Mühe gemacht hat, die Original-Masters aufzutreiben und sie (wie 2007 auch beim Debüt-Album der Doors) erstmals wieder in Originalgeschwindigkeit für die CD zu überspielen. Einige Titel klingen dadurch deutlich frischer, und somit erklärt sich auch, warum z.B. Sympathy und Jig-Saw Puzzle fast 10 Sekunden kürzere Laufzeiten haben als auf den Vinyl-Ausgaben, kein unerheblicher Unterschied. Allein schon diese Sorgfalt beim Aufstöbern und Überspielen der Bänder ist neben der Klasse-Musik Anlass für ein Bankett!

Ich finde höchstens, die Single Jumpin' Jack Flash / Child of the Moon und die Mono-Single-Version von Street Fighting Man (mit anderer Gesangsspur, alle zu finden auf "Singles Collection - The London Years") hätten die CD-Wiederveröffentlichung nahtlos ergänzen und bereichern dürfen.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Songs..., 2. März 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Beggar's Banquet (Audio CD)
machen den Unterschied zu allen übrigen Album-Klassikern der Stones (die einzelnen Titel dürften Sie alle kennen): Auf BB wird noch der ärgste Nörgler keinen Ausrutscher finden! Grund genug, die Tracks mal genauer durchzugehen.
'Sympathy for the devil': Hochkarätiger Opener, legendärer Samba-Rhythmus - alles bekannt; doch auch die Schwächen wollen einmal angesprochen sein: Die letzten Minuten nach Keiths diabolischem Stakatto-Solo hätte man noch einen Tick mitreißender arrangieren können, etwa wie beim 69er 'Ya-Yas'-Live-Album. Hier aber dämpft das schwächelnde Piano ein klein wenig den ungetrübten Hörgenuss.
'No expectations': dagegen glasklarer Fall - Makellos! Songwriting ingeniös, die Gitarrenslides 'heart-breaking', das Spiel getragen und introspektiv, sogar Jagger wird leise: Brrrr, Schauer!
'Dear Doctor': Back into life: Ein enthusiasmierendes Konglomerat von Country-Blues und Shanty im übersprudelnden 3/4-Takt, glänzend instrumentiert, von Jagger (mit Unterstützung) nahehin kongenial interpretiert: Zweitbester Song!
'Parachute Woman': DRECKIG, dreckig, dreckig - dreckige Gitarren, dreckiger Sound, dreckiger Text, dreckig angestimmt: Ein Dreck-Song - und natürlich hervorragend! Und ganz simpel: Klassisches Blues-Schema, zwei-einhalb Minuten - alles gesagt.
'Jigsaw Puzzle': Ein Hüpfball-Song: Schon die ersten Takte (Sternstunde von Charlie Watts von Beginn an) aktivieren jeden motorischen Nerv, der auch nur funktionieren könnte! Die Gitarren kommen knackig wie der Hintern auf 'Sticky Fingers', der genial geradlinige Aufbau auf einer Vier-Akkord-Abfolge sorgt für die fast brutale Eingängigkeit (Einmal gehört - nie mehr vergessen!), jede Strophe führt gekonnt einen Schritt weiter zur doppelten Final-Explosion - ohne dass der Song je an Leichtfüßigkeit und Luftigkeit verlöre: BESTES TUNE! (Nur den Text versteh ich nicht.)
'Street fighting man': Bekannt, beliebt (fehlt auf keiner Best-of) - und intelligent komponiert. Allerdings bricht der Refrain für meinen Geschmack etwas unvermittelt ab, ohne dass die geschickt aufgebaute Spannung sich voll entladen kann.
'Prodigal Son': Arroganter gehts nicht: Minimalblues, minimale Instrumentalisation, mit versoffener Minimalstimme hingerotzt - würde aber auf der Tanzfläche noch jeden, und ich meine: j e d e n R&B-Song vor Schamesröte verglühen lassen: Die Definition von "schmissig" schlechthin!
'Stray cat blues': Beschert die besten Gitarren auf dem gesamten Album, angespornt vom einzigartig verzogenen Watts-Beat. Jagger macht die Teenie-geile Sex machine in Stimmband-Bestform - und selbst die Großmutter wird mitgezogen! Dazu hinreißend sublime Dramaturgie mit gewitzten Breaks und das perfektionierte Zusammenspiel der fünf Ur-Stones: Drittbester Song! (Und dreckig)
'Factory Girl': Die letzte Atempause vor dem Endspurt: Ein folkiges Stückchen industrialisierter Heimaterde; Jagger, schlenzig wie beim 'Prodigal Son', im Wettstreit mit der treffsicheren Fiddle, aber heimliches As wiederum: Die rhythm guitar, diesmal in Akustik.
'Salt of the earth': Die ersten Laute - Keith!!! - deuten schon an: Hier kommt was besonderes. Und wie! Eine Hymne von der Straße, großkotzig, selbstherrlich und rau, melodisch hingegen von lupenreiner Brillanz und über die Maßen intelligent, aber immer mit geballter Faust unter'm Federhandschuh - da wird sogar der Gospelchor zum Gossen-Ensemble.
Der einzig würdige Abschluss für ein großartiges, unwiderstehliches, unübertreffliches Stück Rhythmus, Blues, Seele. Gott muss sie getragen haben!
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein "musikalisches" Meisterwerk, 12. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Beggars Banquet (Audio CD)
Leider kann ich mich den Beurteilungen meiner vorherigen Autoren nicht anschließen. Man sollte differenzieren zwischen dem musikalischen Gehalt und der klanglichen Umsetzung auf CD. Aus musikalischer Sicht haben die Stones ihr zweites (nach "Aftermath") Meisterwerk hingelegt. Nicht nur die beiden berühmtesten Titel ("Sympathy for the devil" und "Street fighting man")sind hier hervorzuheben: Die Stones zeigen mit diesem Album, wie sehr sie auch den traditionellen akustischen Country Blues verinnerlicht haben: "Prodigal Son" oder "No expectations", um nur zwei Beispiele zu nennen. Letzteres ist wohl Brian Jones gewidmet, der bei den Aufnahmen zu diesem Album schon in den letzten Zügen lag, aber hier nochmal eine perfekte Slideguitar hinlegt. "Parachute Woman" ist ein saftiger Blues, dessen Text in seinen sexuellen Anspielungen Vorbild für Zappas "Bobby Brown" gewesen sein könnte. "Stray cat blues" und "Salt of the earth" ("Keith is gonna sing for you for the first time") runden das Album in seinem Abwechselungsreichtum ab. Bezüglich der Tonqualität muß ich den Vorrezensoren Recht geben. Es könnte sehr viel besser sein, aber wahrscheinlich müssen wir Fans wohl noch solange warten, bis dieser Blutsauger Allen Klein (der zugegebenermaßen die geschäftliche Dummheit der beiden 60er Jahre Supergroups clever ausgenutzt hat) das Zeitliche segnet und ein verantwortungsbewußter Erbe (Fan?!) alle Rechte am 60er Jahre Werk der Stones erhält und ein vernünftiges Remastering durchgeführt wird. Ich warte auch schon seit Jahren darauf, insbesondere auf "Aftermath" mit der britischen Titelauswahl, aber bis dahin, liebe Fans und die, die es werden wollen, hört auf die Musik von "Beggars Banquet", denn die ist perfekt.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen BEGGARS BANQUET - ein Meilenstein der Popkultur, 12. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Beggars Banquet (Audio CD)
Beggars Banquet [Vinyl LP]
Beggars Banquet - für mich persönlich die beste Platte, die die Rolling Stones jemals gemacht haben.
Eine Analyse der einzelnen Titel möchte ich mir an dieser Stelle ersparen. Das haben andere schon ausführlich u. sehr gut detailliert beschrieben.
Was ich mit einigen Sätzen umschreiben möchte, ist der Gesamteindruck dieses Albums. Nie zuvor u. nie danach klangen die Stones so einzigartig wie auf B.B. Mit spartanischer Instrumentierung, durch Verzicht auf technische Effekte u. beschränken auf das Wesentliche ohne unötigen Firlefanz gelang den Stones ein wahres Meisterwerk.
Im Gegensatz zum mit Psychodelic total überfrachteten u. dem damals allgemeinem Modetrend folgendem Vorgängeralbum
Their Satanic Majesties Request hört man auf B.B. keine unötige Note zuviel. Die Stones kehrten mit diesem Album wieder
zu der Musik zurück, die sie einst gelernt u. in Europa populär gemacht hatten - den Blues. Da sie an Musikalität
inzwischen gereift waren, verstanden sie es nun wie keine andere Band, Blues mit andern Stilarten wie Gospel, Folk, Country oder Samba zu verschmelzen u. vorzutragen.
Was das Album noch einzigartig macht, ist sein rauher, ungeschliffener Klang u. die Art, wie die Songs gespielt werden. Die Stones trafen hier genau den Zeitgeist von `68, sie schrieben einen chaotischen Soundtrack zu einem
chaotischen Zeitpunkt für ein anarchistisches Puplikum.
Große Nachfolge-Alben wie Let it Bleed, Sticky Fingers u. selbst das vielgerühmte Exil on Main ST. erreichen meiner Meinung nach nicht mehr die Dichte u. Intensität von Beggars Banquet.
Diese Platte gehört zu den ganz großen der Pop-Kultur, nicht nur ein Muß für Stones-Fans!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste und innovativste der 60er-Alben der Rolling Stones...!, 18. Juni 2009
Von 
Martin Strehl (Delmenhorst Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Beggars Banquet (Audio CD)
Beggars Banquet
Jawoll und ohne Wenn und Aber, hier waren die Stones auf der Höhe Ihres kreativen und musikalischen Schaffens und dabei wäre das Album fast gar nicht erschienen, weil die Plattenfirma das Cover nicht akzeptiert hat...zu anstössige Sprüche, wie auf jedem alten Klo zu lesen sind, das hat sich bis heute nicht geändert, aber dann ist es in Erstauflage mit weissem Cover, wie das White Album der Beatles erschienen. Und als die Erstauflage ratzfatz verkauft war, da gings dann auch mit dem geplanten Cover. Aber zur Musik, innovativ, warum? Hier präsentiert sich eine einstmals "Härteste Beatband der Welt" als beeindruckend gute Country-Rock-Combo. Factory Girl, No Expectations um nur zwei der Juwele zu nennen...das hätte sich zu der Zeit keine andere englische Topband getraut, auch die Fab Four nicht, die lieber mit Soundeffekten gespielt haben (George Martin seis gedankt...). Selbst Titel, die nicht so folkig sind, wie Salt Of The Earth, klingen anders als alles andere, was man von den Stones bis dato gewohnt war. Ich könnte jetzt noch weiter in goodies schwelgen, aber selbst hören macht schlau...absolut empfehlenswertes Album...Pflichtscheibe, wie man bei uns im Norden sagt...TIPP!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mile Stone, 18. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Beggar's Banquet (Audio CD)
"Beggars Banquet" war eine Antwort und zwar auf all die Kritiken, die das Vorgängeralbum "Satanic Majesties"( das ich eigentlich gar nicht so schlecht fand) in Grund und Boden stampften. Die Stones spielten hier das, was sie am besten können, nämlich Blues und Rock und Rock und Blues und Rock und noch ein paar andere Sachen.

Schade nur, dass ausgerechnet die für mich beste Single der Stones "Jumpin' Jack Flash" keinen Platz auf der Platte gefunden hat. Wenn mich auch heute noch jemand nach einer perfekten Popsingle fragt, ist "Jumpin' Jack Flash" erster Anwärter.

Tatsache ist, dass man den Stones ihren psychedelischen "Satanic" Ausflug reichlich übel genommen hat und zum ersten Mal zeigte sich ihre Stärke, gerade unter Druck ihre besten Arbeiten abzuliefern. Für mich ist "Beggars Banquet" das erste richtige Stonesalbum. Sicher, sie hatten mit ihren ersten Platten den Rhythm 'n' Blues schwarzer Künstler wie Willie Dixon, Chuck Berry, Bo Diddley undsoweiterundsoweiter einem breiten Publikum zugängig gemacht und dafür gebührt ihnen alles Lob, was man herauskramen kann. Auch ihr erster eigener Meilenstein "Aftermath" , bei dem sie erstmals alle Songs selbst schrieben, war immer noch (bis auf das exzellente "Mothers Little Helper", heute noch eins meiner Lieblingsstücke der Stones) in (zu) tiefer Verehrung ihrer Vorbilder.

Mit "Beggars Banquet" schafften sie erstmals sich von ihren einflussreichen Geistern freizumachen und schlicht die Rolling Stones zu werden, die von anderen kopiert wurden. Mit dem Opener "Sympathy For The Devil" schufen sie eine andere Dimension der Rockmusik, die ihnen allerdings im Drama von Altamont noch schwer aufstoßen sollte (Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, ich weiß, dass Meredith Hunter bei "Under My Thumb" erstochen wurde). Die Entstehungsgeschichte von der musikalischen Seite her ist in Jean-Luc Godards Film "One Plus One" hervorragend dokumentiert worden.

Aber die Platte enthält noch genug andere Klassiker (eigentlich nur Klassiker), wie z. B. die nächste Single der Stones "Street Fighting Man", bei der Mick Jagger resigniert feststellt, dass er zur damaligen Jugendbewegung nur beitragen kann, indem er in einer Rock 'n' Roll Band singt. Es ist die bemerkenswerte Textzeile: "But What Can A Poor Boy Do Except To Sing For A Rock 'n' Roll Band". Jagger, den verschiedene Freunde schon als Politiker ausgeguckt haben, war sich seiner Grenzen durchaus bewusst.

Auch weiterhin sind neben der erstklassigen Musik vor allem Jaggers Texte ein Genuss. "Salt Of The Earth" hatte weitaus mehr mit der Realität zu tun als das, um es vorsichtig zu formulieren, trügerische "All You Need Is Love" der Beatles, obwohl Jagger seine Faszination für die Fab Four wohl nie so ganz verheimlichen konnte.

Das beste Stück ist für mich allerdings ausgerechnet ein Coversong namens "Prodigal Song" von Reverend Robert Wilkins (muss ein toller Pfarrer gewesen sein), bei dem die biblische Sage vom verlorenem Sohn ziemlich auseinandergenommen wird. Wahrscheinlich waren bei der Aufnahme nur Mick, Keith Richards und als Gastmusiker Ry Cooder beteiligt. Ein hervorragendes Beispiel, wie man ein rein akustisches Stück vortragen kann.

Um auf den Ausgangspunkt zurückzukommen: Die Rolling Stones lieferten hier Blues ab und zwar so einen, dass selbst die heftigsten Kritiker nichts dagegen einwenden konnten. Sie haben vielleicht auch bei "Jigsaw Puzzle" nicht richtig zugehört. Die ganze Zeit wird dabei ein Blues geboten, der von einer weißen Band kaum schwärzer geboten werden kann und Mick einen engagierten, sozialen Text singt. Aber dann verarscht er uns alle mit einer Textzeile. Hatte er den Refrain bis dahin so angelegt, dass er allen sozialen Missständen nichts entgegenzusetzen hat, als ein Puzzle zu legen, weil er daran nichts eh nix ändern kann, liegt er im Schlußrefrain mit seiner Frau auf dem Boden. Jeder einigermaßen gewiefte Stoneskenner kann sich ausmalen, welche Teile ineinander passen, wenn Mick mit seiner Alten auf dem Boden liegt.
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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Beginn allen Lebens, 11. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Beggars Banquet (Audio CD)
"Beggars Banquet" ist ein wirklich gutes Album. Wer nicht versteht, warum diese Platte so hoch gelobt wird (Platz 21 von den besten Alben aller Zeiten, Rolling Stone) muss sich auch Vorgänger "Their Satanic Majesties Request" anhören. Dass die Musik der Rolling Stones inerhalb von wenigen Monaten vom typischen 67 Psychedelic zum Blues und Rock 'n' Roll schlägt, ist außergewöhnlich. Und dass sich die Platte dann so gut anhört ebenso.

Wenn man über "Beggars Banquet" redet, kommt man an "sympathy for the devil" und "street fighting man" nicht vorbei. Die einstigen Skandalsongs sind mittlerweile (obwohl in den Charts äußerst unerfolgreich) echte Hits und dürfen auf keinem Konzert fehlen. Doch darf man nicht den Fehler machen (wie ich Anfangs), und sich nur an den beiden Songs festnageln. Denn der beste Song ist "stray cats blues". Micks lautes Geschrei und der sich in den Ohren festnagelnde Rhytmus, den vor allem das Klavier erzeugt, sind absolut genial. Auch sonst gibt es viel zu entdecken.

Gut, zwar sind die oft eintönigen Blues- und Countryorientierten Lieder nicht Jedermanns Sache, doch wer Stones Fan ist, es werden will oder einfach nur Spaß am 60s Rock 'n' Roll hat kommt an den wirklich schönen Nummern "factory girl" und "no expectations" nicht vorbei. Die aufgekratzten Countrystücke "prodigal son", "parachute woman" und "dear doctor" sind ebenfalls einfach nur zum Genießen.

Und nachdem der letzte Ton von "salt of the earth", der tollen Schlussnummer, verklungen ist, hat man wirklich das Gefühl, dass es sich hier um ein echtes Meisterwerk handelt. Und noch dazu um einem Startschuss für die Rolling Stones in die erfolgreichste Ära ihrer Laufbahn.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Beginn der GRÖSSTEN Stones-Ära aller Zeiten!, 2. September 2008
Von 
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Scheiblingkirchen, Niederösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Beggars Banquet (Audio CD)
Fragt man Fans nach den besten Alben der Rolling Stones, so kommen mit 99%iger Wahrscheinlichkeit - wie aus der Pistole geschossen - jene Antworten auf den Fragensteller zugeflogen:
- Beggars Banquet
- Let it Bleed
- Sticky Fingers
- Exile on Main Street

Nach wie vor sprechen viele ehrfürchtig von den "GROSSEN 4", wenn sie die Titel jener Alben in den Mund nehmen. Dabei hatten die Stones zu jener Zeit - wir schreiben das Jahr 1968 - schon viel mehr erreicht als alle anderen Bands ihrer Zeit (abgesehen von den Beatles):
Songs wie "The last Time", "Satisfaction", "Ruby Tuesday" oder "Paint it Black" waren bereits feste Größen am Musikhorizont...
Und dann kam - nach einem etwas verunglückten Psychedellic-Experiment (das meines Erachtens hochgradig unterschätzt wird) - das, womit keiner gerechnet hatte:
Da singt dieser frauenfeindliche und sexbesessene Steine-Frontman, dass er der Teufel sei, wohlgemerkt, ein Mann von Welt mit Geschmack und Stil...
Wohl haben die Stones das, was sie im Laufe ihrer Karriere so dargeboten haben nie ganz so ernst genommen wie ihre Kritiker, allerdings reichte das hier völlig aus, um die "Bad Boys" der damaligen Musikszene zu verdächtigen, mit dem Teufel im Pakt zu stehen. Kurz: Wieder einmal hatten die Stones für Diskussionsstoff gesorgt!
Ebenso musste das anrüchige Plattencover, das (wie heute wieder) eine öffentliche Toilette zeigte, einem schlicht weißen Motiv Platz machen. Viele sahen darin eine unglückliche Anlehnung an das "White Album" der Beatles, das ebenfalls 1968 auf den Markt gekommen war...
Wie auch immer. 1968 war in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnliches Jahr: Beispielsweise rotteten sich in so mancher europäischen Großstadt Menschenmassen zusammen, um öffentlich ihren Unmut über die Verbohrtheit der Gesellschaft kundzutun. Für viele Bands jener Zeit war es deshalb sozusagen eine "Pflicht" mit den Demonstranten - vorwiegend junge Menschen (also die Hauptzielgruppe) - zu sympathisieren. Am eindrucksvollsten - obwohl es gerade ausgerechnet ihnen wieder (einmal) am wenigsten ernst schien - gelang das den Stones. Wenn Mick Jagger in späteren Interviews von "Street Fighting Man" sprach, sagte er oft, dass er den Text (und die Botschaft) des Songs eigentlich "...nicht so toll..." fände. Vieles sei einfach nur aus der Situation der damaligen Zeit heraus entstanden...
Und dabei habe ich bis jetzt lediglich von 2 Singles auf "Beggars Banquet" gesprochen.
Soweit, so gut.
Am Beginn der Platte stellt sich also eben mal kurz der Teufel vor, ehe man über den Weg straßenkämpfender Männer (und Frauen) am Ende die hartarbeitende Durchschnittsbevölkerung als "das Salz der Erde" rühmt.
Schon alleine die nüchterne Betrachtung der Themen, denen sich diese Scheibe widmet, macht einem klar, dass die Stones all das, worüber sie sich in jenen Tagen ausließen, nie und nimmer ernst gemeint haben konnten! Und gerade darin liegt - wie ich finde - die Ironie der ganzen Geschichte.
Da brüllen sich die Beach Boys und die Beatles mit Revolutions-Liedern insbrünstig die Seele aus dem Leib und dann kommen die ehemaligen Londoner Blues-Cover-Puristen daher und stellen all diese (mehr oder weniger) ehrlich gemeinten Huldigungsgelübte auf die (vermeintlich) große 68er-Bewegung mit einer derartigen Leichtigkeit in den Schatten, dass man sich fragt, woher Jagger, Richards, Watts, Wyman und - bruchteilhaft - auch noch Jones, diese plötzlich-unerwartete (grundeigene) "Fähigkeit" herhaben... Hängt das am Ende mit dem Teufel zusammen? Wer weiß...:)

Fest steht, dass die Stones auf "Beggars Banquet" erstmals ihren eigenen, unverwechselbaren Zugang zum heißgeliebten (schwarzen) Blues gefunden haben. Härt man sich beispielsweise "No Expectasions" oder "Stray Cat Blues" an, so wird einem im Nu bewusst, dass da etwas Neues, völlig (bis dato) Unbekanntes aber gleichzeitig Großartiges aus den Stones hervorbricht, um erstmals feste Konturen anzunehmen. Und dabei sollte das erst der Beginn der größten Stones-Ära aller Zeiten sein!...

Um schlussendlich einen kleinen Gesamtüberblick über "Beggars Banquet" zu bieten, behalte ich es mir vor noch kurz auf die einzelnen Singles des Albums einzugehen
(Bewertungsskala: 1-5 Sterne, 1 Stern = "mies", 5 Sterne = "hervorragend"):

1. SYMPATHY FOR THE DEVIL *****
Einfach unerhört! Der Teufel spricht aus Jaggers Zunge und tanzen kann man dazu auch noch!

2. NO EXPECTASIONS *****
Hier lieferte Brian Jones seinen letzten ganz wichtigen Beitrag für die Band, die er gegründet hatte, ab! Er bearbeitet die Slide-Gitarre wie kein Zweiter! In Anbetracht Jones persönlichen Niedergangs, ist dieser Song doppelt-melancholisch. Ein wahrhaftiger Klassiker!!

3. DEAR DOCTOR *****
Auch Country ist auf "B. B." auszugsweise zu hören. Ein beschwingt-heiteres Stück, das ich zu meinen persönlichen Favoriten auf der Platte zähle!

4. PARACHUTE WOMAN ****
Mein Lieblingsblues auf der Scheibe. Guter Beat, solide tragende Gitarren!

5. JIGSAW PUZZLE ***
Wirkt zunächst etwas seltsam nach den vorangegangenen Nummern. Eine chillig-bluesige Single, die mich persönlich - im Gegensatz zu den anderen "B. B." Tracks - aber eher nicht so sehr anspricht. Schlecht ist sie aber keinesfalls. Geschmackssache eben...

6. STREET FIGHTING MAN *****
Wie eine Horde anstürmender Demonstranten kommen Charlies Tom-Tom-Schläge bedrohlich auf den Hörer zu; gepaart mit der - meiner Meinung nach - schönsten Rock-Nummern-Eröffnung aller Zeiten, und das Ganze per Akkustik-Gitarre(n). Ebenso unbehaglich endet die Single auch wieder: In einem Gemisch aus Sirenengeheul, dröhnenden Gitarren und einer stampfenden Snare-Bass-Drum-Kombination, vollendet sich "Street Fighting Man", indem sich all das - stetig leiser werdend - wie eine vorüberziehende Demonsrantenhorde wieder vom erstaunten Betrachter (also: Zuhörer) entfernt! Mehr geht nicht! (Vom Text natürlich abgesehen...)
Eventuell sollte man noch in Erinnerung rufen, dass diese Nummer die B-Seite der Platte eröffnet. Als CD-Besitzer (wie auch ich einer bin) geht das mehr oder weniger spurlos an einem vorbei...

7. PRODIGAL SON ***
Eine flotte, gut auf das Album passende, Country-Nummer, die ich insgesamt aber nicht herausragend finde...

8. STRAY CAT BLUES ***
Hierzu gibt's auch eine Live-Version ("Get yer ya ya's out!"), die mir - ehrlich gesagt - um ein Vielfaches besser gefällt! Trotzdem natürlich hörenswert.

9. FACTORY GIRL ***
Hören Sie sich die Live-Aufnahme auf "Flashpoint" an. Dann erkennen Sie mit Sicherheit, was man aus dieser - hier eher durchschnittlichen Single - alles heraushaolen kann...

10. SALT OF THE EARTH *****
Da singen die Glimmer-Twins, scheinbar voller Ehrfurcht, von der Arbeiterklasse als Rückrat der Nation, ja gar vom "Salz der Erde". Auch hier darf man den gesungenen Worten nicht allzu großen Wert beimessen (obwohl's schön sein kann!). Richards und Jagger waren längst schon (auch zu dieser Zeit) in elitäre Kreise aufgestiegen und hatten wohl kaum noch Bezug zur "normalen" Bevölkerungsschicht. Obwohl ich gerade aus heutiger Sicht die gewisse "Bodenständigkeit", die die Stones gegenüber ihrem Publikum zeigen (im Gegensatz zu vielen anderen Bands) sehr schätze...
Wie auch immer. Wie bei allen Nummern ist es wiederum die Musik, die diese Nummer zu etwas Besonderem macht plus dem gefühlvollen Gesangspart natürlich, den sich Richards und Jagger hier teilen. Ein herrlicher Abschluss eines wahrhaftigen WELT-ALBUMS!!

Fazit: "Beggars Banquet" ist tatsächlich eine wahre GRÖSSE im Musikgeschäft (nach wie vor)! Man findet keinen einzigen Totalausfall auf der Platte, im Gegenteil - sie strotzt geradezu vor Klassikern und unsterblichen Melodien...

Klare 5 STERNE meinerseits!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Festbankett, 29. Mai 2008
Von 
Toby Tambourine (Gießen) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Beggar's Banquet (Audio CD)
Dies war das Album, mit dem die Stones "erwachsen" wurden, die "grossen, bösen" Rolling Stones, mit dem sie ihren endgültigen Stil fanden, ihre "klassische" Periode ('68 - '72) einleiteten, mit der sie zeitgleich ihren Zenit erreichten und dann überschritten.

Hier finden sich mit dem hypnotischen Sympathy for the Devil und dem treibenden Street Fighting Man (musikalisch schon, aber textlich eben KEIN Aufruf zum Straßenkampf) zwei absolut verdiente Stones-Klassiker, die bis heute fest im Konzertprogramm verankert sind. (Meiner Meinung nach bleibt die Studiofassung von Sympathy bei den Stones bisher unerreicht.)

No Expectations ist ein weiterer Klassiker, eine wunderschöne Blues-Ballade, deren geniale Slide-Gitarre einen von Brian Jones' letzten erwähnenswerten Beiträgen zu einem Stones-Album darstellt. Dear Doctor ist eine gelungene Country-Blues-Parodie mit hämischem Text (wie Mick Jagger einräumte, sollten sie Country erst später richtig verinnerlichen). Prodigal Son ist ein weiterer gelungener Country-Blues über die Geschichte vom verlorenen Sohn (auch ein Jahr später auf der Amerika-Tour sozusagen unplugged im Programm), die einzige Cover-Version hier; nicht ganz fein, dass die Stones anfangs versuchten, die Tantiemen über die Autorenangabe "Jagger/Richards" selber einzuheimsen. In starkem Kontrast dazu, fügt sich doch ohne Haken gleich darauf der Stray Cat Blues ein, ein böser Rocker über die Verführung Minderjähriger - und der Mutter gleich dazu. Auch aus Parachute Woman triefen geradezu die - nicht gerade subtilen - sexuellen Doppeldeutigkeiten. Wie dann zehn Jahre später bei Some Girls gilt bereits hier: etwas Humor gehört schon dazu!

Aus Jig-Saw Puzzle höre ich vor allem ein lustvolles Sezieren einiger schräger Charaktere der Umgebung heraus - Ähnlichkeiten mit lebenden Bandmitgliedern durchaus beabsichtigt!

Factory Girl (für mich der leichte Durchhänger auf dem Album) und Salt of the Earth sind eher zynische als ironische Abgesänge auf die Arbeiterklasse. Zwar hatte Keith Richards schon auf "Between the Buttons" im Jahr zuvor ein paar Zeilen gesungen (in Something happened to me yesterday), aber irgendwie stellen doch die ersten beiden Zeilen in Salt of the Earth sein eigentliches Gesangsdebüt auf einer Stones-Platte dar.

Zwar war Nicky Hopkins schon im Vorjahr auf den Stones-Alben zu hören, aber seine Orgelklänge und vor allem sein Klavierspiel fügen sich so richtig erst auf diesem Album in die Arrangements ein. (Für mich war ER für viele Jahre der "sechste Stone".)

Erwähnenswert finde ich, dass dies das Album war, auf der Keith (wohl durch Ry Cooder) erstmals offene Stimmungen und Bottleneck-Gitarre für sich entdeckte und meistern lernte, was dann noch bis zum nächsten Album "Let it bleed" anhielt. Die offenen Stimmungen sollten bis heute eins seiner Markenzeichen bleiben (Jumpin' Jack Flash, Honky Tonk Women, Brown Sugar etc.); die Slide-Gitarre überließ er aber, soweit ich es überblicke, ab der "Sticky Fingers" fast ausschließlich Mick Taylor (und später dann Ron Wood, hierin eindeutig die zweite Wahl), was ich sehr schade finde. Spannend auch, wie Keith seine Faszination für den leicht verzerrten Klang auf Mono-Cassettenrekorder aufgenommener Akustikgitarren in die Studioaufnahmen integrierte (s. Parachute Woman und Street Fighting Man).

Über die SACD-Schicht kann ich nichts sagen, mir erschließt sich bisher nur der "normale" Stereo-Hörgenuss. Klasse finde ich, dass man sich für die 2002er Remasters die Mühe gemacht hat, die Original-Masters aufzutreiben und sie (wie 2007 auch beim Debüt-Album der Doors) erstmals wieder in Originalgeschwindigkeit für die CD zu überspielen. Einige Titel klingen dadurch deutlich frischer, und somit erklärt sich auch, warum z.B. Sympathy und Jig-Saw Puzzle fast 10 Sekunden kürzere Laufzeiten haben als auf den Vinyl-Ausgaben, kein unerheblicher Unterschied. Allein schon diese Sorgfalt beim Aufstöbern und Überspielen der Bänder ist neben der Klasse-Musik Anlass für ein Bankett!

Ich finde höchstens, die Single Jumpin' Jack Flash / Child of the Moon und die Mono-Single-Version von Street Fighting Man (mit anderer Gesangsspur, alle zu finden auf "Singles Collection - The London Years") hätten die CD-Wiederveröffentlichung nahtlos ergänzen und bereichern dürfen.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Please allow me to introduce myself, 29. Juli 2002
Von 
Peter-Thilo Hasler (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Beggars Banquet (Audio CD)
Beggars Banquet war eine meiner ersten Platten vor mehr als 25 Jahren, und „Sympathy for the Devil" halte ich immer noch für einen der besten Rocksongs, der je geschrieben wurde. Mick Jagger, der Sympathy eigenen Angaben zufolge als „eine Art baudelairsches Bob Dylan-Lied" konzipierte, schrieb den Song zunächst ohne seinen sonstigen Schreibgefährten Keith Richards, war jedoch anschließend durchaus zu Zugeständnissen beispielsweise über den Rhythmus bereit. So kam es letztlich zu den legendären dschungelartigen Samba-Einflüssen, die nicht nur von Jagger als hypnotisch beschrieben wurden. Neben Bob Dylan kommt in dem Lied noch ein zweiter Einfluss zur Geltung: Michail Bulgakov:Schon der Beginn des Lieds, Mick Jaggers halb-gesprochenes, halb-gesungenes „Please allow me to introduce myself, I'm a man of wealth and taste" hat deutliche Anlehungen an seinen klassischen Roman „Der Meister und Margarita", an dessen Anfang sich zwei Spaziergänger darüber streiten, on Jesus nun existiert oder nicht: „Please excuse me ... for presuming to speak to you without an introduction."
Bei dem Titel ist es kein Wunder, dass Sympathy for the Devil als Inspirationsquelle des aufkommenden Satanismus vieler Heavy Metal-Bands der 70- und 80er Jahre diente, ein Missverständnis, das Sir Mick seither in zahlreichen Interviews zu widerlegen suchte. Ebenfalls kein Wunder ist es, dass von Sympathy verschiedene Cover-Versionen kursieren, unter anderem von Guns 'n' Roses, von Bryan Ferry und von Laibach, die dem Song sogar eine ganze CD gewidmet haben. Eine echte Weiterentwicklung stellt keine der Versionen dar, noch heute hinterlässt das Original das bei weitem intensivste Gefühl. Notiz am Rande: Erschienen ein Jahr vor dem berüchtigten Gratis-Concert auf dem Altamont Speedway 1969 wurde Sympathy trotz anderslautender Meldungen nicht während der Tötung des 18-jährigen Meredith Hunter gespielt; die Stones spielten vielmehr „Under my Thumb" (siehe hierzu die famose DVD „Helter Skelter").
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Beggars Banquet
Beggars Banquet von The Rolling Stones (Audio CD - 2002)
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