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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glänzende Einspielung mit zahllosen Highlights, 16. Juni 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Werke für Violine (Ga) (Audio CD)
Franz Schubert komponierte etliche Werke für Violine. Alle Werke, in denen die Violine die Leitstimme einnimmt, sind in dieser Box versammelt. Als sehr angenehme Zugabe gibt's Schuberts berühmtes Oktett.

In jungen Jahren - wenn man bei jemandem, der nur gut dreißig Jahre alt geworden ist, überhaupt derart differenzieren kann - schrieb Franz Schubert drei kleinere Violinsonaten, die irreführenderweise unter dem Namen Sonatinen" veröffentlicht wurden, obwohl ihre Aufführungsdauer die mozartschen oder beethovenschen Sonaten kaum unterschreitet. Freilich sind diese drei Werke nach ihrem Anspruch gemessen recht simpel und deswegen besonders in privaten kammermusikalischen Kreisen sehr beliebt, bis heute; dennoch aber glänzen diese Stücke durch ihren Einfallsreichtum und ihre melodiöse Lieblichkeit.
Die erste Sonate in D Dur D 384 beispielsweise weiß in ihrer dreisätzigen Anlage - als einzige aller Schubert Violinsonaten - vor allem durch ihre Prägnanz und ihre tiefsinnigen Passagen im Andante zu überzeugen.
Die a moll Sonate D 385 hingegen erweist sich im Finale als aufbrausend und eröffnet mit einem ausladenden, pathetischen Allegro.
D 408 steht in g moll und gebart sich dennoch recht unbefangen und beschwingt, fast impetuös. Dass Schubert sowohl diese Sonate wie auch die vorige mit einem Menuett anstelle eines Scherzos versieht, unterstreicht ihre Traditionalität und enge Verbundenheit zu den herausragenden Mozart Sonaten.

Einige Jahre später komponierte Schubert eine etwas üppiger angelegte Violinsonate in A Dur D 574, die wiederum unter einer verwirrenden Bezeichnung veröffentlicht wurde: Grand Duo. Tatsächlich ist dieses Werk wesentlich ambitionierter als seine Vorgänger, berauschend vor allem durch das herrliche Eingangsallegro. Leider kann der langsame Satz nur wenig Einhalt gewähren vor dem stürmischen Finale.

Hochvirtuos sind die letzten beiden Stücke für Klavier und Violine, die Schubert für einen in Wien gastierenden Starviolinisten komponierte.
Das Rondo in h moll D 895 offenbart sich nach einer melancholischen Einleitung als ein wahrer Teufelsritt voller Emotion und tief empfunden.
Das großartigste Werk für Klavier und Violine aber ist die Fantasie C Dur D 934, eines von Schuberts letzten Werken. Es handelt sich bei dem Werk keineswegs um eine Gelegenheitskomposition, sondern um ein Werk mit hohen Ansprüchen, virtuos wie kompositorisch. Schubert stellt dem Herz des Stückes, einem Variationszyklus über eines seiner besten Lieder Sei mir gegrüßt" nach Friedrich Rückert, zwei kurze Einleitungen voran, die eine zart und nostalgisch, die andere leidenschaftlich und empfunden. Das Stück mündet in ein strahlendes Finale, das zahlreiche Elemente aus den vorhergehenden Sätzen aufgreift und ein unvergessliches Momentum schafft.

Weiterhin findet sich ein Arrangement für Klavier und Violine des Variationszyklus' über Trockne Blumen" - aus Schuberts unvergleichlichem Liederreigen Die schöne Müllerin" D 802 -, der original für Klavier und Flöte komponiert wurde. Erwartungsgemäß - Trockne Blumen" ist eines von Schuberts ergreifendsten Liedern - handelt es sich dabei um ein herrliches Stück.

Zudem befinden sich in diesem Box Set zwei Transkriptionen: Die eine über Der Erlkönig" von Heinrich Wilhelm Ernst für Solovioline - befremdlich wirkend -, die andere das Valse Caprice von Franz Liszt aus Schuberts Valse nobles D 969 im Arrangement durch David Oistrakh für Klavier und Violine - herrlich mysteriös.

Der einwandfrei spielende Gidon Kremer, der ohne Frage ein tieferes Verständnis für diese Werke hat, besticht durch Genauigkeit, Schonungslosigkeit und Einfühlungsvermögen. Meisterlich am Klavier begleitet wird er von Oleg Maisenberg (D 384, 385, 408, 802 und dem Valse Caprice) und von Valery Afanassiev (D 574, 895 und 934). Die Aufnahmequalität ist famos.

Auch wenn diese Stücke kaum bekannt sind, so schrieb Schubert doch auch einige Werke für Violine und Orchester, leider aber kein Violinkonzert. Diese Stücke sind alles Gelegenheitswerke mit jugendlichen Ambitionen, vielfach aus Gefälligkeit geschrieben.
Neben einem Konzertsatz in D Dur D 345 und einem Rondo für Violine und Streicher in A Dur D 438, die wenig spektakulär sind, gilt es vor allem, die Polonaise in B Dur D 580 hervorzuheben: Dieses Stück zeigt, welches Händchen Schubert für die große Form hatte.

Weiters orchestrierte der Komponist jeweils fünf Deutsche Tänze und fünf Menuette aus D 89. Dem von der Solovioline dominierten Orchesterpart fügt Schubert abwechselnd zwei oder kein Trio in kammermusikalischer Besetzung eines Streichquartetts an.

Begleitet wird Kremer hier von The Chamber Orchestra of Europe und in der Triobesetzung von Gabrielle Lester (Violine), Dietmut Poppen (Viola) und Richard Lester (Violoncello). Das Orchester spielt fehlerfrei, die Solisten fügen sich locker ein. Der Ton ist auch hier glasklar.

Zum Schluss das großartige Oktett in F Dur D 803. Hier wird Gidon Kremer unterstützt durch Isabelle van Keulen (Violine), Tabea Zimmermann (Viola), David Geringas (Violoncello), Alois Posch (Kontrabass), Eduard Brunner (Klarinette), Radovan Vlatkovic (Horn) und Klaus Thunemann (Fagott). Es handelt sich dabei um die berühmte Aufnahme aus der Gidon Kremer and Friends" Tour Music from Lockenhaus" von 1987; dementsprechend ist die Aufnahmequalität bestechend.
Das Werk vermag sogleich in seinen Bann zu ziehen, zum einen durch das ekstatische, vor allem vom Horn vorgetragene Hauptthema des ersten Satzes, zum anderen durch das pastorale Adagio des zweiten Satzes, durch den bezaubernden Variationssatz, die Abwechslung von Scherzo und Menuett und zum letzten durch die düstere Einleitung zum ausgelassenen Finale.

Fazit: Kremers Pioniertat wird lange unerreicht bleiben. Er ist wahrscheinlich der beste lebende Violinist. Aber auch seine Begleiter verdienen großes Lob. Eine absolut empfehlenswerte Anschaffung!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entdeckung von Musik Diamanten - ein hochkarätiger Schubert in klanglich subtilster Ausdeutung, 17. November 2012
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Rezension bezieht sich auf: Werke für Violine (Ga) (Audio CD)
Die CD Nr.2 der Violinwerke Franz Schuberts - mit Gidon Kremer und Valery Afanassiev - mit der A-dur Sonate und der
C-dur Fantasie - was für eine Entdeckung : zwei hochkarätige Schubertwerke in der A-dur Aura des Forellenquintetts und
der C-dur Aura des Streichquintetts verfaßt ,deren melodische Anmutung diese an manchen Stellen sogar zu übertreffen scheint.
Was für eine herrlich aufbauende Musik - ich kann nur so staunen,was diese beiden Interpreten an klanglichen Zaubereien
hier zustande bringen - was für ein brillanter ,aber niemals aufdringlicher Klavierklang -, der sich filigran an die
zarte Klangrhetorik der Violine anzuschmiegen vermag - ganz zu schweigen von der zauberhaften Virtuosität des Zusammen-
spiels dieser beiden geglückten Musikpoeten - da kann ein pp-Klang noch so leise ansetzen - seine Intensität ist stets
präsent und selbst das rasanteste Rubatospiel bringt sie nicht aus der Bahn .
Ein Feuerwerk an "schönsten Stellen" - vor allem wenn Gidon Kremer - unvergleichlich - auf seiner Stradivari Schuberts
"Sei mir gegrüßt .." ertönen läßt.
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Werke für Violine (Ga)
Werke für Violine (Ga) von Gidon Kremer (Audio CD - 2002)
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