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  • Avalon
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Kundenrezensionen

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am 24. Dezember 2002
Viele enttäuschte Rezensenten von Avalon sind offenbar auf die (leider) sehr verwirrende Beschreibung des Filmes in der Werbung und/oder auf der Verpackung hereingefallen. Ich denke, dass man Avalon NICHT mit Matrix vergleichen kann (oder wenn dann nur sehr, sehr oberflächlich!), dass Avalon KEIN Actionfilm ist und er für den Matrix-Fan auch wenig geeignet ist.
Matrix wird oft als einer der philosophischsten amerikanischen Actionfilme der letzten Jahre genannt. Das ist kein Wunder:
In dem typischen Ami-Actionfilm kämpft der Gute gegen viele böse Leute, verliebt sich in eine Frau (oder umgekehrt) und gewinnt am Schluss.
In Matrix kämpft der Gute gegen viele böse Computerprogramme(!), verliebt sich in eine Frau (oder umgekehrt) und gewinnt am Schluss. ;-)
Das soll hier keine Kritik sein und auch kein Angriff auf die Matrix-Fans, ich will nur verdeutlichen, wie sehr man sich an manche Stereotypen gewöhnt hat und wie schwer es offensichtlich manchen fällt, ohne sie zu leben. :-)
Ich bin auf Avalon gestossen, da ich ein großer Fan von Mamoru Oshii, dem Regisseur bin - wer 'Jin Roh' oder 'Ghost in the Shell' gesehen hat, der mag das nachvollziehen. Die große Stärke Oshii's liegt in der unwahrscheinlich lebensechten Darstellung der Charaktere, der glaubhaften Vermittlung der Story und vor allem der sehr subtilen Spannung und Atmosphäre.
An diesem Punkt scheiden sich offenbar die Geister: Gerade dadurch, dass NICHT 120 Minuten lang Action ist wird der Film doch erst glaubwürdig!! Dadurch, dass man auch mal sieht, wie Ash ihrem Hund was zu essen macht, durch die bewusst wiederholte Darstellung des Alltags, der Trostlosigkeit der Umgebung, erst dadurch ergibt sich diese einmalige Atmosphäre, erst dadurch kann man sich in den Charakter Ash hineindenken! Die wundervoll sphärische Musik von Kenji Kawai tut hier (wie auch schon in anderen Oshii Filmen) ihr übriges. Die Special-Effects sind sehr gut, stehen allerdings nicht im Mittelpunkt des Filmes.
Insgesamt lehnt sich der Film vom Stil her sehr an japanische Filme an.
Und ohne den Schluss vorwegzunehmen: gerade auch die gelbstichige Darstellung gibt einem am Ende Rätsel auf. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich beim einmaligen Anschauen des Filmes noch zu keiner Erklärung, was die Story angeht, gekommen bin. Auch darin unterscheidet er sich von Matrix, wo im Grunde nach 30 Minuten alle Geheimnisse gelöst sind. Avalon erklärt nichts, sondern stellt Fragen - die scheinbar durchaus mehrere Interpretationen zulassen.
Der Film ist auf jeden Fall sehenswert, und ich werde ihn mir garantiert noch mehrere Male anschauen! :-)
Ich empfehle jedem dazu, sich diesen Film anzuschauen, dem auch die folgenden Filme gut gefallen haben:
Sixth Sense, 2001: a Space Odyssee, PI, Jin Roh, Ghost in the Shell, Millennium (Serie)
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am 25. März 2003
Man braucht Ruhe und Geduld für diesen Film. Sehr viel sogar. Vielleicht sogar ein wenig ZU viel. Hier geht es sehr schwer und ernsthaft zu. Was beileibe nichts schlechtes sein muß - wenn man mit der richtigen Erwartung an den Film herangeht.
Vergeßt alle Bezüge zu GHOST IN THE SHELL, und deshalb auch zu MATRIX, was die filmischen Mittel und den Stil des Films angeht. Inhaltlich, sicher, geht es um etwas sehr ähnliches: um das, was hinter der öden Fassade des Alltags steckt oder stecken KANN; darum, was man selbst aus seiner Realität machen kann; darum, daß "Realität" als solches vielleicht nur eine Floskel ohne universal bindende Bedeutung ist; und darum, daß die allgemein akzeptierte Realität für den einzelnen nicht die wirklich entscheidende Grundlage des Erlebens sein muß.
Ja. Sehr ernsthafte philosophische Themen. Und im Gegensatz zu MATRIX und anderen Popcornfilmen auch entsprechend ernsthaft abgehandelt. Obwohl es hier vordergründig um ein illegales Computerspiel geht, um das Erleben des Spiels, um die Suche nach einem geheimen Level innerhalb des Spiels (und sich auch ca. zwei Drittel des Films in diesem Spiel, Avalon, abspielen) - erwartet bloß keine nennenswerten CGI-Effekte (oder überhaupt Spezialeffekte).
Was AVALON bietet, sind fast ausschließlich monochrom-braunstichige Bilder, die Tristesse, Ödnis, Melancholie, Elegie heraufbeschwören. Ich fühlte mich des öfteren an die letzte Verfilmung von Orwells 1984 erinnert, und auch an THE SLEEPWALKER (Argentinien, Fantasy FilmFest 2000). Ein toller Soundtrack ist auch vorhanden - allerdings darf man wohl keine unüberwindbaren Antipathien gegenüber Opern hegen, um den Film genießen zu können...
Während wir erleben, wie die erfolgreiche Avalon-Spielerin Ash sich auf die Suche nach einem sagenumwobenen Geheimlevel begibt - um auch die letzten Geheimnisse des Spiels zu ergründen, und um eine alte Schuld auszugleichen -, tauchen wir tief in grundlgende Fragen des menschlichen Erlebens ein, die sich schon in einem Götter-Mythos, der im Film zitiert wird, formuliert finden: Nachdem Odin Schiffbruch erlitten hatte, wurde er von der Fee Morgan Le Fay sicher auf die Insel Avalon gebracht. Hier erholte er sich, fand zu alter Stärke zurück, und lebte fortan glücklich und zufrieden in diesem seinem Reich. Was er jedoch nicht merkte, war, daß Morgan ihm eine Krone aufgesetzt hatte - die Krone des Vergessens... und er vergaß, daß es noch eine "echte" Welt dort draußen gab, daß er eine Heimat hatte, daß er eigentlich ein anderes Leben hatte... Die Analogien zur Geschichte von Ash (und vielleicht von uns allen...) sind überdeutlich.
So weit, so gut. Mir persönlich leider ein wenig zu zäh bis ermüdend, um ein wirklicher Hit zu sein. Voller tiefschürfender Überlegungen, intelligent inszeniert, atmosphärich: sicherlich. Jedoch für meinen Geschmack ein wenig ZU trübe und bewegungslos (was man nach der furiosen Anfangs-Viertelstunde nicht unbedingt erwarten würde). Wahrscheinlich insgesamt ein "wichtiger" Film. Und bestimmt nicht schlecht. Aber eben... zähflüssig. Und sehr sehr schwer.
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am 12. Oktober 2006
Die Story wurde ja schon lang und breit abgehandelt. Und es gibt positive und negative Meinungen zu diesem Film. Was also fasziniert daran, das es so viele Meinungen gibt?

Die Action:

Die Actionsequenzen sind mit sehr coolen Kamerafahrten gespickt und auch wirklich schön anzusehen.

Sowohl Computergeneriertes Kriegsgerät, als auch echtes (mit bestem Dank an das polnische Militär) werden hier teilweise gezeigt und lassen so manchen Militaria angehauchten mit einem breiten Grinsen vor dem Fernseher sitzen. Und es ist einer der wenigen Filme, in denen es einen Hind gibt.

Ja, richtig gelesen, dieser achsoschöne Helikopter, der in einigen Szenen

vorkommt und sogar wunderschön vor der Kamera herumfliegt, ist sicher ein dicker Pluspunkt, da es nicht viele Filme mit solcher Bestückung gibt.

Ballermäßig gibts auch was zu sehen, die Schießereien sind gut in Szene gesetzt und gut vertont, es gibt nur nicht so viele. Getroffene lösen

sich in Pixelfluten auf und verschwinden einfach.

Hier gibt es ebenfalls dank dem polnischen Militär ordentlich russisches Handfeuerwaffengerät zu sehen, mal abgesehen von einer deutschen Mauser C96 Pistole. Anfangs könnte man damit rechnen, das es ein Endshootout oder eine größere Massenschlacht am Ende gibt. NEIN, gibt es nicht. Die Action findet in den ersten 70% bis 80% des Films statt, eben in den gelegentlichen Ausflügen nach Avalon. Sie sind Beiwerk und nicht Haupteil des Films.

Mein Rat: Nur Geballer und Actionfans sollten sich diesen Film nicht anschauen, eher ausleihen oder Anime und Eastern-Interessierten empfehlen.

Inszenierung:

Der Film wechselt sich ab mit den kurzen Besuchen in der digitalen Weld Avalon, die fast immer mit einer kurzen Maploadingsequenz

gestartet werden, was mich sehr angesprochen hat und dem Leben der Ash in der realen Welt des Films. Diese beiden Welten sind in einem sehr

merwürdigen Grauton gehalten, was die Atmospähre sehr bedrückend macht.

Die Realweltszenen bestehen teilweise aus Alltagsszenen, wie zum Beispiel

der Fahrt in der S-Bahn, wo die Kamera für mehrere Sekunden einfach nur aus Ashs Perspektive in den Fahrraum schaut, das Kochen von Ash, ein Treffen mit einem anderen Spieler, dem beim Essen mit den Fingern zugeschaut wird, die einzig wirklich nervige Szene für mich im ganzen Film und anderen ruhigen, wortlosen Momenten. Diese Momente sind nicht für jeden geeignet, weil sie zur Langeweile neigen. Leute aber, die zb. Jin-Roh, ein absolutes Meisterwerk von Mamoru Oshii kennen, die kennen auch solche Momente. Vor allem die S-Bahn Sequenzen sind fast identisch.

Wer also sich mit japanischen Vorlieben für solche Chillszenen anfreunden kann, bzw. sie mag, der muß diesen Fim sehen. Den die Bilder, die der Film zeigt, sind einfach extrem ansprechend. Stets weiß die Kamera genau was sie filmen soll, damit man sich nur innerlich sagt: "Wow, das sieht fett aus!" Und das kommt nicht nur einmal vor...

Soundtrack:

Für den Soundtrack hat man zwei polnische Chöre verflichtet, die ihre Arbeit verdammt gut machen und vor allem das Avalon Theme Song geht wirklich unter die Haut. Hier werden ebenfalls nur Leute von klassischen Töhnen, die man ja von Jin-Roh her kennt, auf ihre Kosten kommen. Diese aber haben sogar mich begeistert und es ist wohl eine Subkategorie von Musik, in die man den Avalon Soundtrack einreihen muss. Fans von großen Rollenspielen, mit ähnlichen klassischen Musikthemen werden mit dem Soundtrack zufrieden sein.

Das letzte Bisschen:

Damit ist das letzte Stück Film gemeint, was die letzten 30% Prozent des Films ausfüllt. In diesen Dreißig Prozent muss sich der Zuschauer von dem gerade gewöhnten Grau-Look an eine ganz normale Kamera gewöhnen. Ohne jegliche Filter oder Nachberarbeitung wird hier in Farbe das letzte Stück des Films abgehandelt, was ja das sogenannte Special Level A ist. Das ist anfangs mehr als gewöhnungsbedürftig und auch einfach nur seltsam angesichts der Bilder, die man sieht. Mehr wird nicht verraten, außer das der Film dann mit einem sehr merkwürdigen Ende, das absolut zum Nachdenken da ist, dann endet. Dieses verwirrt einen und endet absolut abrupt und lässt einen Zuschauer mit einem: "Häh, wars das?" zurück.

Hier sind also die Leute gefragt, die Filme gerne zerpflücken und sich über ihren Tiefgang unterhalten wollen. Den der Film hat einfach eine Botschaft, die er mit dem Ende erzählen will. Und diese rauszufinden, ist sicherlich nicht jedermanns Sache.

Fazit:

Dieser Film lohnt sich für Leute, die gerne nachgrübbeln und japanische Filme mögen. Lohnt sich für Leute, die sich mit dem Thema Videospiele gerne beschäftigen, vor allem, da ja momentan World of Warcraft schon zu einem ähnlichem Suchtphänomen geworden ist. Lohnt sich für Leute, die auf bildgewaltige Filme stehen und orchestrallen Soundtrack mögen.

Und für so manchen Militaria angehauchten, auch wenn die nicht wunschlos glücklich werden.

Abraten würde ich Leuten, die einen Popcorn Actioner sehen wollen und zum

X-ten Mal, der Film hat nichts mit Matrix gemein. Also alle, die deswegen

den Film sehen wollen, Pfoten weg.

Trotzdem ein verdammt guter Film, aber eben nur für Fans.

Ein Mündungsfeuer-Review
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am 25. Mai 2006
"Avalon" greift das Thema "virtuelle Realität" auf, das, wie sich bereits in "Matrix" und "eXistenZ" gezeigt hat, auch im Medium Film sehr tiefgründig behandelt werden kann. Doch noch weniger als diese lässt sich "Avalon" auf pure Action reduzieren. Was ist real und was nicht? Existiert diese Welt, in der wir zu leben glauben, wirklich, oder ist es nur eine Simulation? Dies sind die Fragen, die man sich im Laufe des Films stellt. Ohne zuviel über das Ende zu verraten, lässt es den Zuschauer vielmehr mit mehr offenen Fragen zurück, als zu Beginn bestanden.

Gerade die Optik des Films trägt einen Großteil zu dessen Wirkung bei. So ist jede Realitätsebene in einem anderen Farbfilter gehalten. Die Szenen in der virtuellen Welt Avalons wurden mit einer Art Sepia-Grundton unterlegt und wirken damit wie eine Art Kriegswüste. Ashs reales Leben dagegen wird von beklemmenden dunklen Tönen geprägt, die die Eintönigkeit des Daseins widerspiegeln. Erst gegen Ende des Films, in dem mysteriösen Level A, kommt das dem Zuschauer vertraute Farbschema zum Einsatz.

Eine besondere Aufmerksamkeit verdient zudem der geniale Soundtrack von Kenji Kawai, der mit Gänsehaut erzeugenden Chorälen die bedeutungsschwangere Handlung gekonnt in Szene setzt.

Fazit: "Avalon" ist ein Film, an den man sehr leicht mit der falschen Erwartungshaltung herangehen kann. Schuld daran sind zum Großteil die offiziellen Pressestimmen, die "Avalon" mit Actionkrachern wie "Matrix" vergleichen. Doch "Avalon" geht tiefer. Der Zuschauer erlebt kein Special-Effects-Gewitter, sondern gewaltige, tiefsinnige Bilder, die eher Gemälden denn Filmszenen gleichen. "Avalon" ist anspruchsvoll, sowohl von Optik als auch Interpretation. Daher ein klares "Finger weg!" für Leute, die nach kurzweiliger Unterhaltung suchen. Für Menschen, die stundenlang über die tiefere Bedeutung eines Werkes philosophieren können, ist der Film jedoch Pflicht.
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HALL OF FAMEam 24. Februar 2003
Der japanische Regisseur Mamuro Oshii ist für mich einer der Giganten des japanischen Kinos. Seine Animes waren immer die Wegbereiter einer ganzen Generation von Filmemachern und ich fragte mich, wann der Mann endlich mal einen Realfilm dreht. Mit Avalon nun hat er mir diesen Wunsch erfüllt, denn die Polnisch/Japanische Produktion ist genau, was ich von ihm erwartet habe.
Auch mit "echten" Schauspielern behält er seine ungeheure Stilsicherheit, was Bilder, Farben und Musik (seines genialen Haus- und Hofkomponisten Kenji Kawai) angeht, seine Hand für eine düstere, melacholische und völlig gegen das Action-Thema gebürstete Erzählweise und seinen Sinn für Charaktere, die ihm offensichtlich so sehr am Herzen liegen, dass er ihnen lieber mehr Platz und Zeit gibt, um sich in Alltäglichkeiten zu zeigen, als zu wenig.
Avalon ist, wie jeder seiner Filme, völlig eigenständig, muss sich nicht auf irgendwelche Legacys berufen (was der Vergleich mit Matrix auf der Hülle sucht ist mir ein Rätsel - da werden nur falsche Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt werden) und erzählt in einer unmerklich spannender werdenden Handlung vom Traum, die Realität hinter der Realität zu finden. Geradezu begeistert hat mich die Leistung der polnischen Schauspielerin Malgorzata Foremniak, die der Hauptfigur Ash eine faszinierende. entrückte Würde verleiht. Wer dann auch noch, wie ich, symbolträchtige Bild- und Farbsprache liebt sollte sich Avalon nicht entgehen lassen.
Das wirklich gute deutsche Script ist übrigens eine Übersetzung des hervorragenden englischen Script von Neil Gaiman. Die Originalsprache ist polnisch, insoweit ist mir die deutsche Synchronisation lieber als eine englische.
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am 10. April 2003
Mal ganz davon abgesehen, dass mir die Altersfreigabe ein wenig überdramatisiert erscheint und eher als Köder für actionsüchtige Sci-Fi Zockerjunkies gedacht zu sein scheint, stellt dieses Fast-Meisterwerk eine sehr erwachsenen Interpretation des Themas Virtuelle Realität / Realität dar. Der Vergleich mit MATRIX erscheint mir unpassend, da sich der Film eines sehr langsamen, überaus kontemplativen Erzählstils bedient und die Action (absichtlich) über alle Maßen stilisiert darstellt. Vielmehr fühlte ich mich an Filme wie "Die Welt am Draht" (ein schon sehr betagter aber exzellenter Fernsehfilm der frühen 70er Jahre), "12 Monkeys" oder "Brazil" erinnert.
Das eine japanisch/polnische Co-Produktion sich zu derart intellektuellen Höhenflügen aufschwingen könnte, hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Die Verweise auf die Mythologie der Arthus-Sage gelingen darüber hinaus sehr dezent und somit unaufdringlich. Im Gegensatz zu solch drögen Beispielen des ambitionierten Sci-Fi Films wie z. B. "ADA", schafft es "AVALON" durchaus eine brodelnde Spannung aufzubauen, die sich langsam aber stetig bis zum Höhepunkt steigert. Zum Glück macht der Film nicht den Fehler, sich am Ende in endlosen Erklärungen zu ergehen, um auch noch dem dümmsten Zuschauer die Lösung quasi per Infusion einzutrichtern.
Neben seinem inhaltlich hoch angesiedelten Niveau, gibt sich der Film auch technisch keine Blöße, wie man das wiederum nicht vermuten möchte.
Seinen visuellen Reiz verdankt der Film einer Vielzahl digitaler Bildeffekte (anscheinend viel FLASH dabei) und einer unaufdringlich professionellen Kameraführung. Der Sound ist eine Klasse für sich. Die 5.1 Abmischung und die bis ins kleinste Detail ausgefeilte Klangkulisse, die den Bildern fast physische Intensität verleihen, stellen die Qualität vieler Hollywood Blockbuster auf diesem Gebiet in den Schatten. Wie dies bei einem B-Movie Budget möglich war, bleibt für mich schleierhaft. Nur schade, dass die DTS-Tonspur der Kinofassung auf der deutschen DVD keinen Platz fand.
Auch der Soundtrack verdient 5 Sterne. Dem Komponisten Kenji Kawai gelingt es spielerisch die Soundkulisse von epischen Computerspielen mit anspruchsvoller Filmmusikkomposition zu verbinden. Das choralartige Titelthema ist von einer solchen Eindringlichkeit, dass sich bei mir beim ersten Hören so manches Haar aufrichtete.
Ach ja die Schauspieler... Durchweg sehr reife Performance. Mir gefallen polnische Frauen nur leider nicht so besonders. Das hat mit der Qualität des Films aber nichts zu tun und dient hier lediglich als unqualifizierte Bemerkung, um ein paar Frauenrechtler/INNEN aufzuschrecken!
Zuletzt sei darauf hingewiesen, dass sich der Film an ein anspruchsvolleres Publikum richtet und nur wenige Konzessionen an die Unterhaltungssucht eines Durchschnittspublikums macht. Finger weg, wer nicht stillsitzen kann!
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am 22. Januar 2003
Bei Avalon handelt es sich um ein Spiel. Vergleichbar wäre es mit einem fotorealistischen Counterstrike, wobei es sich bei den Gegnern in Avalon um KIs, also künstliche Intelligenzen, handelt. Avalon ist verboten; denn wer versucht, die Grenzen des Spiels zu übertreten, und in das Level "Special A" vorzudringen, hat es bis jetzt immer mit dem Leben bezahlt. Der Geist der Spieler kehrt aus der virtuellen Welt nicht mehr zurück, und so liegt der Körper hirntot in der Klinik.
Es wurden bei Avalon auf vielen Seiten Vergleiche zu "The Matrix" und älteren Werken des unter anderem für den Anime "Ghost in the Shell" zuständigen Regisseurs Mamoru Oshii angestellt. Ganz zustimmen kann man keinem von beidem. Vorallem der VR-Helm der Avalon-Stationen, erinnert stark an z.B. das Sichtgerät aus Ghost in the Shell. Diese Übereinstimmung muss zugestanden werden. Aber mit Matrix hat dieser Film in keinster Weise etwas zu tun. In Matrix wissen die Menschen nichts von ihrem Schicksal... die Welt, in der sie scheinbar leben, ist so perfekt, das keiner darauf kommen würde, gefangene ihres eigenen Geistes zu sein. In Avalon wird in den letzten 20 Minuten klar, oder gerade nicht klar, das eine Definition des Wortes "Realität" eigentlich garnicht möglich ist.
Der Film glänzt während der ganzen Spielzeit durch hervorragend in Szene gesetzte Aufnahmen. Er baut eine im ersten Moment nicht fühlbare Spannungskurve auf; vergleichbar mit einer Rampe. Selbst wenn die Rampe nur eine sehr geringe Steigung hat, kann man am Ende doch tief fallen, wenn sie nur lang genug ist. Und der Regisseur hat es bravourös geschafft, den Zuschauer am Ende nur einen kurzen Blick über den Rand werfen zu lassen, und damit beinahe alle Überlegungen, die in den Film investiert wurden, über den Haufen zu werfen. Das Ende des Filmes lässt viele Fragen offen, aber für Menschen, die keine von Hollywood vorgekaute Kost mit ein paar Gewürzen wie "Special Effects" und "bekannten Schauspielern" vorgesetzt kriegen wollen, ist dieser Film sehr gut geeignet, denn hier muss man noch mitdenken. Was nicht heissen soll, das die Special Effects eine niedrige Qualität hätten. Aber es wurde hervorragend geschafft, sie so aussehen zu lassen.
Im Endeffekt empfehlenswert für jeden, der sich gerne selber noch seine Gedanken zu einem Film macht, die Theorie von Matrix interessant, aber zu "Hollywood-Like" umgesetzt fand, oder sich einfach nur gerne durch die gewaltige Bildkraft und den tollen orchestralen Soundtrack in seinen Bann ziehen lassen möchte.
NICHT zu empfehlen für Menschen, die sich nur ungerne über einen Film auseinandersetzen, vom Film des Regisseurs wegen einen Real-Anime erwarten, oder eine wahre Special-Features-Flut auf der DVD erwarten. Denn ausser dem Trailer ist auf dieser nur der Hauptfilm zu finden.
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am 12. Februar 2003
Das Back-Cover nennt den Film Avalon in einem Atemzug mit the Matrix. Aber nach ein par Minuten habe ich mich gefragt was die beiden Filme denn überhaupt gemeinsam haben. OK, sie beschäftigen sich beide mit der Frage ob unsere Welt Realität ist. Aber das wars dann auch schon. Während bei Matrix eher die Action und die Coolness im Vordergrund steht, so präsentiert sich Avalon dem Zuschauer als ruhiger und nachdenklicher Film. Dabei brauch sich Avalon visuell nicht hinter Matrix verstecken. Der Film bietet zwar keine Masse an Special Effects, aber durch die düsteren Bilder entsteht eine eigene, ungewöhnliche Atmosphäre. Der Film vezichtet zum Großteil auf Hintergrundmusik. Durch diese "Stille" werden die einsamen und melancholischen Eindrücke des Films (vor allem in der Wohnung der Hauptfigur) noch verstärkt. Die Dialoge sind spärlich und karg. Sprechen tut der Film mehr über die düsteren Bilder. In dieser Beziehung ist mit Avalon sicherlich ein kleines Kunstwerk entstanden.
Avalon ist keine leichte Kost und auch kein Actionreißer. Auch die Art wie der Film seine Geschichte erzählz ist gewöhnungsbedürftigt, hat mich aber in seinen Bann gezogen. Der Film regt aber zum Nachdenken an und der offene Schluß läßt den eigenen Vorstellungen und Gedanken freien Lauf.
Nur 4 Sterne, da die Ausstattung der DVD schlecht ist. Das Hauptmenü ist zwar super animiert und neben der deutschen Tonspur befindet sich noch das polnische Original, aber als Extras nur zwei Trailer zu bieten ist sehr mau. Schade um den tollen Film!
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am 16. August 2014
Mamoru Oshii gelang hier ein hervorragendes Meisterwerk. Bildgewaltig arbeitet er eben nicht mit reinen schwarz weiß Elementen die in Farbfilmelemente wechseln. Oshii benutzt die Bildtechnik der Duplex Autotypie mit einem starken braun Anteil quasi wie das damalige Verfahren des Schwefeltonens von SW Vergrößerungen. Die dazu passende musikalische Begleitmusik von Kenji Kawai macht diesen Film zu einem wahren Kunstwerk. Leider aber ist dieser Film nichts für amerikanische Matrixfans. Hier geht es wie in Jin Roh gewaltig subtiler und mit höherem Tiefgang zu Werke. Ash ist eine Solospielerin in einem virtuellem Cyperzock namens AVALON. Das Spiel ist verboten da sich die Grenzen zwischen Realität und virtueller Fiktion gefährlich überlagern und auch so mancher Spieler auf dem Spiel hängen geblieben ist. Ash dringt in immer tiefere geheimere Level vor bei denen die Plebejer wie in Fußballstadien zugeschaltet werden. Und auch eine für wahr gehaltene Realität hinter der Realität ist nur der Traum innerhal eines Traumes innerhalb des Spiels. Wie in Ghost in a Shell gelingt es Oshii das Thema der virtuellen Realität glänzend zu thematisieren. Das hinter dem dahinter entschleihert die Flucht der Individueen in das virtuelle um sich den Gegebenheiten der Wirklichkeit nicht mehr im vollen Umfang stellen zu müssen. Und so such Ash auf dem Speciallevel den "Geist" von Murphy und solangsam aber dämmert ihr dass sie jetzt zum Kreise derer gehört die diese Gladiatorenspiele nicht mehr auf der Seite der Spieler sondern auf der Seite der Programmierer "spielt". Eine wunderbare Analyse dass sie zu dieser Erkenntniss einen Erzbischhof benötigt der die Systemimmanenz kennt und sie hervorragend zu bedienen weiß.
Wie bereits gesagt ist dieser Film nichts für actionlüsternde Popscorn und Zuckerswatte sowie Nachos Konsumierer.
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am 25. Juni 2009
Dieser Film verstört und verwirrt. Er spaltet die Zuschauerschaft auf zwei Gruppen.

Die eine Gruppe will von dem Film nichts mehr hören. Denn die seltsame Spielart der Schauspieler, unklare Symbole und unlogische Wendungen schrecken diese Gruppe ab.

Die andere Gruppe möchte aber nicht so schnell aufgeben, und forscht nach, denkt nach, hinterfragt. Und entdeckt, dass nichts in diesem Film dem Zufall überlassen ist. Alles hat seine Bedeutung. Auch, dass die Schauspieler so holzern agieren. Auch, dass es scheinbar unlogische, gar nicht adequate Plotstränge gibt. Jede Pause, jeder Schatten, jedes Wort- und Bildkombination ist voller Bedeutung.

Denn der Film ist komplex. Wie selten ein Sci-Fi-Streifen (auch einer mit Anspruch auf das Philosophische). Der Film behandelt das Thema der Realität, genauer gesagt, das Thema der Unmöglichkeit, eine Realität als das einzig (oder vorwiegend) reale auszumachen. "Avalon" ist (wie auch jede andere Produktion des Cinema-Philosophen Mamoru Oshii) ein Essay, eine Abhandlung. Es verlässt Unterhaltungssektor (wo "Matrix" noch immer stecken bleibt).

Der Film ist freilich nicht für eine sinnfreie Action-Unterhaltung geeignet. Wenn jemand aber einen Film sucht, über den man/frau nachdenken kann, der Gedankenfutter liefert, der Rätsel und Paradoxe bietet, der jedesmal aufs neue überrascht - dann ist man mit "Avalon" am besten bedient.

Ich persönlich bin kein Film-Freak, es gibt selten Filme, die ich mehr als 3 mal gesehen habe. "Avalon" habe ich aber mindestens 15 mal gesehen. Und jedes mal fanden meine Vermutungen neue Bestätigungen. Und jedes mal fand ich neue Hinweise. Der Film ist bei seiner Virtualität lebendiger, als jede auch so realistische kinematographische Alltag-Darstellung (die ich bis jetzt gesehen habe). Und er behandelt das Thema Realität so meisterhaft, wie selten ein Film über die Realitäten.

Wegen seiner Komplexität wird er nie Mainstream-Gelände betreten können. Wegen dieser Komplexität ist er aber äußerst sehenswert.
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