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5.0 von 5 Sternen Ich will keine Nachahmer, 14. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Palucca-Ich will nicht hübsch & lieblich tanzen [VHS] (Videokassette)
Es ist noch immer so, wie der Tanzhistoriker Eberhard Rebling die heitere Ausstrahlung von Palucca beschreibt. Wenn man über sie sprach, erinnert er sich, begann man immer zu lächeln. Auch Leni Riefenstahl, ebenso Meisterschülerin der Wigman und im gleichen Jahr wie Palucca 1902 geboren, beschreibt sie als ein Bündel an Fröhlichkeit: sie sei wie eine tanzende Blume, die sich auftut im Sprung. Nicht minder prägnant das Sprachbild von Klaus Geitel: Die Wigman habe sich überrannt gefühlt vom lichtvollen Temperament der Palucca und zugleich von ihrer hehren Warte aus auf sie herabgeblickt.
Wohl jeder Betrachter, der über den Film von Konrad Hirsch und Ralf Stabel wahrhaft körperlich, emotional mit Palucca konfrontiert ist, sie in lebendigen historischen Aufnahmen erlebt, erfährt, wie andere sie erfahren haben, wird wohl zwangsläufig diese Fröhlichkeit in sich tragen. Selbst, wer ihr nie zu Lebzeiten begegnete, bekommt eine Ahnung davon, welche unglaubliche Kraft in dieser Frau steckt. Überhaupt ist es ein Plus des Filmes, und auch zu danken der Kenntnis von Ralf Stabel, der mit seiner Palucca-Biografie Aufsehen erregte, dass darin so zahlreich Wissende zu Wort kommen. Die sämtlich wirklich etwas zu sagen haben. Weil jeder auf seine Weise von Palucca geprägt ist. In ihrer Menschlichkeit, ihrer künstlerischen Eigenart blieb sie immer anfechtbar, war nicht nur gerecht, generös, konnte auch verletzen und verstoßen. Aber gerade das Menschliche machte ihre Größe aus. "Ich will gewiss keine Nachahmer erziehen." Hanne Wandtke zitiert Palucca, ein Gedanke der auch heute wichtig ist für die Arbeit an der nunmehrigen Tanzhochschule.
Umfassen und bildkräftig wird auf Paluccas pädagogische Eigenarten eingegangen, signifikant beschrieben von Peter Jarchow. Sie sei eine außergewöhnliche Pädagogin mit einer außergewöhnlichen Pädagogik.
Sympathisch an diesem Film ist ebenso, dass er sich mit Kommentierungen zurückhält und dennoch viel über Palucca erzählt. Die die Wahrheit immer auch in den Dienst ihrer Kunst stellte. Was dieser nützte, war wahr. Auch, wenn es wie bei ihrem Auftrittsverbot im Tausendjährigen Reich nur um die halbe Wahrheit ging. Film- und Fotodokumente, Erinnerungen, musikalische Impulse sind in der Produktion derart miteinander verknüpft, dass sie sich wechselseitig kommentieren und viel Raum für Assoziationen lassen.
Der Film ist bei Gott nicht nur etwas für Tanzinteressierte. Man hat überhaupt das Gefühl, und das ist etwas sehr Kostbares, als sei Palucca noch unter den Lebenden.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Palucca im Film - Sehenswert!, 7. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Palucca-Ich will nicht hübsch & lieblich tanzen [VHS] (Videokassette)
Ein fabelhafter Film! Er zeichnet in 56 Minuten ein ungemein vielschichtiges Porträt von Palucca - dem Menschen in all seinen Widersprüchen, der Tänzerin und Pädagogin - ihre Jugend in Dresden, die Anfänge bei Wigman, ihre steile Karriere als die so ganz andere Ausdruckstänzerin, ihre enge Freundschaft mit den Bauhaus-Künstlern, ihre Überlebensstrategien während der Nazi - und der noch schwierigeren DDR-Jahre - ihre so unglaublich vitale Alters-Serenität in den Improvisationsklassen mit jungen und jüngsten Schülern.
Vor allem aber vermittelt er einen Eindruck davon, wie der Tanz für sie zu einem Lebenselixier wurde - ihrer unbändigen Lust am Tanz, ihrer so ganz persönlichen, kraftvoll energetischen Art zu tanzen, ihrer Fröhlichkeit, ihrer ingeniösen Musikalität.
Als Autor hat es Ralf Stabel geschickt verstanden, ihren Zeitgenossen Kommentare über Palucca zu entlocken, die ihre Persönlichkeit umkreisen, wenn sie schon nicht zu deren Kern vorzudringen vermögen (da Palucca alle derartigen Versuche entschieden abzublocken verstand,) und sie auf diese Weise gewissermaßen einzukreisen und zu orten: Neumeier vor allem, Schilling, Seyfferth, Siegert und ein gutes Dutzend andere.
Als Regisseur hat Konrad Hirsch mit seiner Kamera und unter Zuhilfenahme von viel Archivmaterial (darunter auch zahlreiche bisher nicht zugängliche Aufnahmen) und seinem rhythmisch spannungsvollen Schnitt einen Film geschaffen, der den Beschauer mit einem Virus infiziert, den er nicht wieder loswird. Vor Ansteckung kann nur gewarnt werden. So schön war er also, der "German Dance" in seiner großen Zeit!
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