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228 von 248 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk jetzt auf Blu-ray, Director's Cut umstritten
FILM:
Der 1984 in der Originalfassung und 2002 im "Director's Cut" erschienene "Amadeus" zeigt Wolfgang Amadeus Mozart in seinen letzten Lebensjahren am Wiener Hof; er ist infantil und über alle Maßen arrogant und zieht dadurch fast automatisch die Abneigung der kleingeistigen Hofkamarilla auf sich. Als einer der wenigen erkennt Hofkompositeur Antonio...
Veröffentlicht am 29. März 2009 von Marinus Ladegast

versus
19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Gegenteil von gut...
... ist gut gemeint. Hier haben wir ein klassisches Beispiel dafür, wie ein Director's Cut einen hervorragenden Film, nun ja, nicht ruiniert (dafür ist die Originalfassung einfach zu genial), aber immerhin gewaltig verschlimmbessert. Es bleibt die faszinierende Geschichte des greisen Salieri, der vor seinem Beichtvater sein Leben ausbreitet, hier insbesondere...
Veröffentlicht am 31. Dezember 2006 von K. Neumann


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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich spreche für alle Mittelmäßigen dieser Welt !, 24. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Amadeus - Director's Cut (2 DVDs) (DVD)
Wien, Ende des 18. Jahrhunderts. Der junge Komponist Wolfgang Amadeus Mozart erobert die Musikwelt im Sturm. Sein musikalisches Können und sein respektloser Umgang mit den anderen alteingesessenen Komponisten sind das Tagesgespräch der Wiener Gesellschaft. Sein enormes Können weckt sogar das Interesse des Kaisers Josef II, der ihn besonders fördern möchte. Das ruft viele Gegner auf den Plan, die durch Mozarts anmaßendes Auftreten brüskiert sind. Besonders Kapellmeister Antonio Salieri fühlt sich durch seine Impertinenz zutiefst verletzt und ist vor Neid auf das musikalische Talent regelrecht zerfressen. Er fängt an eine Strategie zu entwickeln, die Mozart vernichten soll.

Der Film besticht durch die geniale Musik, die im Film häufig zu den Lebensumständen des Künstlers eingesetzt wird. Als zum Beispiel Mozarts Vater Leopold stirbt, folgt in der nächsten Szene ein Ausschnitt aus der düsteren Oper 'Don Giovanni'. Diese Musikstücke sind bildhaft sehr stark in Szene gesetzt, so daß man sich selbst in einen Opernsaal versetzt fühlt.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des Antagonisten Salieri, der die meiste Zeit als 'Voice Over'-Kommentator präsent ist. Das gibt dem Zuschauer die Möglichkeit beide Seiten zu betrachten. Einerseits das rebellische Genie und auf der anderen Seite die konservative Gesellschaft in Gestalt Salieris, die Mozart auf Grund seiner Neuartigkeit und seiner rebellischen Art argwöhnisch betrachtet.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Charakter des Salieri in diesem Film äußerst spekulativ gezeichnet ist. Der historische Salieri war ebenfalls ein großer Komponist und ein Förderer von Mozart, und seine Intrige gegen ihn ist reine Fiktion.

Der tschechische Regisseur Milos Forman hatte vorher schon den meisterhaften Film 'Einer flog übers Kuckucksnest' gedreht und hat sich dann einige Jahre später an die Verfilmung von Peter Shafers Theaterstück 'Amadeus' gewagt. Mit dieser Verfilmung ist ihm eindeutig sein bester Film gelungen. 'Amadeus' überzeugt durch ein fantastisches Drehbuch, geniale Musik und vor allem mit Tom Hulce (Mozart) und F. Murray Abraham (Salieri), durch zwei brillante Darsteller, die sich beide in nichts nachstehen.

In dieser DVD-Edition bekommt der Zuschauer den 20 Minuten längeren 'Directors Cut' des Films zu sehen. In dieser Version gibt es einige interessante Szenen, die stärker auf den Charakter Salieris und dessen Intrigen gegen Mozart eingehen. Rein inhaltlich aber, haben diese Einschübe keinen Einfluß auf den bereits bekannten Ablauf der Original-Fassung. Auch die deutsche Synchronisation des Films ist nicht mehr ganz so gut wie bei der ersten Übersetzung.

Man kann sich den Hauptfilm auch wahlweise mit Audiokommentar ansehen. Auf der zweiten DVD gibt es noch eine Dokumentation zu den Produktionsphasen des Films.

Für Freunde von klassischer Musik ist dieser Film ein Muß. Für alle anderen auch!
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43 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ENDLICH!, 27. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Amadeus - Director's Cut (2 DVDs) (DVD)
Man hält die Collector's Box wirklich sehr ehrfürchtig in der Hand, sie ist vom Design sooo schön geworden. Da ist er nun also, der Director's Cut, endlich in der Qualität, die der Film verdient! Nur zwei Sachen stören mich. Der Film wurde fast durchweg neu synchronisiert (besonders die Nebenrollen, Amadeus und der Kaiser blieben uns erhalten). Hier ging einiges verloren, der alte Salieri hört sich nicht mehr so euphorisch an. Auch ging nun der "Wiener Schmäh" fast völlig verloren. Schade. Wer das Original nicht kennt, wird's eh nicht merken. Aber dies war nun mal der Preis für den neuen Sound, der jetzt glasklar, wie von der CD ist. Das kommt auch endlich der superschönen Musik zu Gute. Das Bild ist glasklar und super abgetastet. Leider ist der Kontrast etwas überzogen und das Bild aufgehellt, was dazu führt, dass dem Bild die Wärme, ja die feierliche, fast schon weihnachtliche Stimmung genommen wurde. Kerzenlicht ist nun knallweiß, aber mit der Farbverstellung des TVs lässt sich das etwas beheben. Toll sind die neuen Szenen: Hier versteht man wirklich das Tun und Handeln der Charaktere noch viel besser, die Szenen tragen oft wirklich zur Handlung bei. Das "Making of" (DVD2) ist super schön, insbesondere, da man die Darsteller von einst zur heutigen Zeit interviewt hat. Das hat so viel Charme. Also, UNDEDINGT KAUFEN, EIN MUSS!
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Musikfilme aller Zeiten, 7. November 2006
Von 
Stefanie Conrad "Stefanie Conrad" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Amadeus - Director's Cut (2 DVDs) (DVD)
"Amadeus" ist für mich einer der besten -wenn nicht sogar der beste- Musikfilm aller Zeiten. 1991 habe ich diesen Film zum damaligen Mozartjahr im Fernsehen gesehen und er hat sich in mein filmisches Gedächtnis gebrannt wie kaum ein anderer Film.

Über die Notwendigkeit eines Director's Cut mag man streiten, viele Rezensenten auf dieser Seite stören wohl die längeren Szenen und vor allem die neue Synchronfassung. Nun, diesen sei gesagt: die längeren Szenen stören mich persönlich genauso wenig, wie mich die 45Minuten an zusätzlichen Szenen im "Herrn der Ringe" gestört haben, im Gegenteil, als zusätzliche Ergänzung zum Erreichen eines detaillierteren Portraits des musikalischen Genie Mozart finde ich sie nicht störend oder den Film unnötig in die Länge ziehend. Bei Filmen mit Überlänge besteht beim Einfügen zusätzlicher Szenen immer das Risiko des Tempoverlusts, bei "Amadeus" ist dies nicht der Fall.

Was die neue Synchro angeht: für mich persönlich liegt 1991 schon zu lange zurück, als daß ich mich an die alte Version erinnern kann, daher kann und will ich mir darüber kein Urteil bilden. Für diejenigen, die sich mit der neuen Synchronisation schwertun: schaut euch den Film einfach in der englischsprachigen Originalversion an, die DVD ist zudem vollgepackt mit anderen Sprachen und Untertiteln.

Die These, Salieri hätte Mozart getötet ist so alt wie der Mythos Mozart selbst, ob es sich wirklich so zugetragen hat... na ja, man weiß es nicht so genau. Dennoch gelingt Forman ein unheimlich starkes Portrait seiner beiden Hauptfiguren Mozart und Salieri. Laut, schrill, bunt, hitzköpfig, ordinär, aber genial der eine; ruhig, beherrscht, zurückhaltend, asketisch, aber mittelmäßig der andere. Das erste Treffen der beiden bei Hofe und die Zuschaustellung Salieris durch Mozart - eine der stärksten Szenen des ganzen Films, darstellerisch, szenisch und auch musikalisch. Es ist nicht so, daß diese beiden Männer sich hassen, tatsächlich ist Mozart sich Salieris Antipathie bis zum Ende überhaupt nicht bewußt. Vielmehr verachtet Salieri Mozart aufgrund dessen moralischen Verhaltens und seines Genies, während er selber trotz geradezu religiöser Askese weiß, daß er immer nur ein mittelmäßiger Musiker sein wird und niemals Mozarts Genie erreichen kann.

"Amadeus" ist mehr als ein Musikfilm. Wer eine biographische Aufarbeitung von Mozarts Leben erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein. Forman behandelt hier nur Mozarts letzte Jahre in Wien mit einigen Rückblenden. Man braucht kein Mozartexperte zu sein, um die Handlung nachvollziehen zu können. "Amadeus" ist darüberhinaus ein Ausstattungsepos mit großen Kostümen, einer authentisch wirkenden Lichtgestaltung, wunderbarer Ausstattung und einem Soundtrack, der wirkt, als wäre er nur für diesen Film geschrieben, der aber letzten Endes beweißt, daß klassische Musik durchaus auch als Filmmusik funktionieren kann.

F. Murray Abrahams Darstellung des Salieri ist grandios, mit jeder faser spielt er diesen Charakter, der zwischen Bewunderung und Abstoßung hin- und hergerissen ist. Gleiches gilt für Tom Hulce als Mozart, dessen Figur ebenfalls hin- und hergerissen ist: einerseits zwischen dem Genie Amadeus, das von allen Seiten bejubelt wird, andererseits als Wolferl, der trotz aller Obszönität in der Lage ist, seine Stanzerl aufrichtig zu lieben. Es ist schade, daß man von diesen beiden wunderbaren Schauspielern zumindest im deutschsprachigen Raum seit "Amadeus" so wenig gehört hat.

Auch die Nebenrollen sind durch die Bank weg wunderbar besetzt, allen voran sei Jeffrey Jones als Kaiser Joseph zu nennen, der diese Rolle mit einem trockenen Humor ausstattet und ihr somit eine gewisse satirische Komponente verleiht.

Man mag also über den Director's Cut denken, was man will: "Amadeus" ist für mich ein ganz großes Stück Kino, ein Klassiker, der auch nach Jahren beim Zuschauer das Gefühl hinterläßt, nicht nur einen guten, sondern einen sehr guten Film gesehen zu haben und das Bonusmaterial tut noch sein übriges dazu.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Phantastischer Mozart..., 15. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Amadeus - Director's Cut (2 DVDs) (DVD)
Daß es diese Verfilmung mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, scheint spätestens dann gewiß, wenn man den Trailer zu Ohren bekommt: "Everything you've heard is true..."
Vielleicht nicht, aber allemal gut erfunden. Der Film läuft im Director's Cut gute drei Stunden und langweilt keinen Augenblick. Tom Hulce als extravaganter und leichtlebiger Mozart, F. Murray Abrahams als vom Neid zerfressener, verbitterter Rivale Salieri, der ewig erstaunt aussehende Jeffrey Jones als Joseph II und die herzerfrischende Darstellung des "Stanzerls", Elizabeth Berridge, das sind wirklich Glanzlichter in diesem ohnehin strahlend schönen, bombastisch ausgestatteten Film. Man sieht ihm keine Sekunde an, daß er tatsächlich in den stilistisch schlimmen 80er Jahren gedreht wurde.

Für mich war der Film vor Jahren ein Einstieg in die Mozart'sche Klangwelt. Wenn Salieri, im Film eigentlich ein unsympathischer Antiheld, von der Schönheit der Musik spricht, muß man ihm zustimmen. Und, ja, ein bißchen Mitleid kommt wohl auf, plagen Salieri doch die schlimmsten Minderwertigkeitskomplexe. Ich weiß nicht, ob man dem armen Mann damit gerecht wird. Der Handlung hilft es jedenfalls ungeheuer. Die abstoßende Häßlichkeit, die Salieri in seiner Beichte offenbart, erfährt ihren Gegenpol in der Anmut von Mozarts Musik.

Schade nur um die Synchronisation. Da Amadeus einer der Filme ist, die man getrost auch auf Deutsch vorziehen kann (denn Mozart sprach's ja daselbst), habe ich mich sehr über die Neusynchronisation geärgert. Zwar eine einsehbare Notwendigkeit, aber trotzdem blöd. Darum trotz der recht ordentlichen Extras (Making Of, Audiokommentar und Trailer) auch nur vier Sterne von mir.
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33 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sollte man haben obwohl........., 3. Oktober 2002
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Amadeus - Director's Cut (2 DVDs) (DVD)
Für einen Fan dieses Filmes ein absolutes Muß.
Schon die Dokumentation und der Original Trailer sind den Kauf Wert.
Auch wer die erste Ausgabe dieses Films auf DVD gekauft hat, wird nicht drum herum kommen. Die Verpackung sieht ebenfalls viel liebevoller gestaltet aus. Durch den Pappschuber gibt es dem ganzen die ihm zustehende Eleganz.
Ich würde die volle Punktzahl geben, wenn es nicht einen sehr gravierenden Makel geben würde. Es wurde neu synchronisiert. Und das leider, (meiner Meinung nach) sehr grauenhaft. Die Texte wurden teils geändert und die Stimmen passen sowohl bei F.Murray Abrahams (Salieri) als auch bei Tom Hulce (Mozart) leider überhaupt nicht. Auch der Witz bei Jeffrey Jones (Kaiser) ist teilweise verloren gegangen.
Wer den Film kennt und die Dialoge mitsprechen kann wird sich sehr gewöhnen müssen.
Die zusätzlichen Szenen sind aber wirklich gut eingefügt und wirken nicht als "Alibi-Verlängerung".
Wer den Film nicht kennt, wird nicht merken, wo Teile eingefügt wurden.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mozart's Marotten im Megamix, 9. Februar 2006
Von 
Klaus Stocker "wunderklaus" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Amadeus (Widescreen) (DVD)
Im Mozartjahr dürfte dieser weithin bekannte Blockbuster wieder häufig in TV und in DVD-Geräten zum Einsatz kommen. Seit seinem Erscheinen prägt Milos Forman's Erfolgsfilm unser Mozartbild, wie vor ihm sonst nur wenige künstlerische oder gar biografische Aufarbeitungen. Hatte man in früheren Dekaden ein Mozartbild von einem zarten, gelockten Wunderknaben im Kopf, der, einem Porzellanpüppchen gleich, entrückt auf dem Klavier klimpert, so glaubt man seit den 80-ern und diesem Kinofilm bereitwillig, Wolferl wär ein exaltierter Punk gewesen. Um es nochmals klar zu trennen: Der Forman-Film zeigt nicht die historische Wahrheit. Er orientiert sich nicht an den Lebensrealitäten des Jahrtausendgenies. Der Film entstand, und so einfach ist es tatsächlich, nach einem Bühnenstück von Peter Schaffer. Und schon der gab zu, die Hauptfigur und sein Leben tüchtig psychologisiert zu haben. Die Erzählperspektive des angeblich so vergrätzten Saliere einzunehmen ist dramaturgisch raffiniert, erfordert jedoch historische Verdrehungen um der Erzählweise ihre Legitimation zu geben. Die Mozartforschung weiß heute gut Bescheid: Die angebliche Exaltierheit (z.B. rüde Ausdrucksweisen in den Bäsle-Briefen) entsprach einer damaligen Mode, derer sich sogar die Kaiserin mit Freuden bei Tisch bediente. Es war hip, ordinär zu sein. Deswegen auf ein durchgeknalltes Pop-Genie zu schließen, wäre unzulässig. Der Amadé hatte durchaus Benimm. Ebenso weiß man heute definitiv, dass Mozart in seinen Wiener Jahren finanziell gut gestellt war. Umgerechnet soll er ein Jahressalär von 300.000 Euro erhalten haben, was ihn im damaligen Wien zum Großverdiener machte. Und, und, und. Dem Kino gesteht man natürlich Interpretationsspielraum zu. Den nutzt Forman virtuos, um eine durch und durch spannende Mozart-Mär zu spinnen. Formvollendet ausgeleuchtet und glänzend gespielt, macht das wuchtige Drama noch heute Spaß, trotz aller Psychologisierungen. Es ist nicht zuletzt Verdienst solcher fiktionalen Meisterwerke, wenn Menschen, die sich sonst nie dem Schaffen eines Künstlers zugewendet hätten, Interesse für vergangene Epochen und die Neugier an historischen Personen für sich entdecken. Glänzende Unterhaltung, auch heute noch.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Meisterwerk mit Rufmord, 1. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Amadeus [Blu-ray] [Director's Cut] (Blu-ray)
"In Ergänzung zu dem Mordvorwurf wird Salieri in diesem Film fälschlicherweise als mittelmäßiger Komponist, Intrigant und ältlicher Gotteslästerer dargestellt, obwohl er in Wirklichkeit nur sechs Jahre älter war und Mozart um 34 Jahre überlebte. Tatsächlich macht sein Gesamtwerk sein herausragendes Talent offenkundig, zahlreiche Zeitzeugen belegen Salieris äußerst liebenswürdige Art. Seine tief empfundene Religiosität wird von seinen Biographen nicht angezweifelt." Quelle: Wikipedia

Zwiespältig dieser Film, der cineastisch zweifelsohne ein Meisterwerk ist, aber Rufmord an dem Komponisten Salieri betreibt (der übrigens wunderschöne Musik hinterlassen hat). Nichts von den im Film gezeigten Vorgängen ist historisch überliefert. Die Frage ist nur, ob der Film auch ein Meisterwerk geworden wäre, wenn man diese dramaturgische, fiktive Geschichte weggelassen hätte. Die Frage bleibt offen.
Salieri ist tot und kann sich nicht mehr wehren, aber ich finde wir sind es ihm schuldig, ihn in ehrendem Andenken zu behalten.

Es ist mit diesem Film ein bißchen ähnlich wie bei Spielbergs "Der Weiße Hai". Ein Kinoklassiker, der jedoch dem Ruf dieses Tieres verheerend geschadet hat. Das hat sogar der Autor Peter Benchley später bereut.
Solange wir Wahrheit und Dichtung unterscheiden können, ist gegen Filme wie "Amadeus" nichts einzuwenden. Dann kann man darin großes Kino erleben und vor allem Mozarts Musik genießen.
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wäre die Wahrheit nicht dramatisch genug gewesen?, 3. August 2010
Von 
jury - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Amadeus [Blu-ray] [Director's Cut] (Blu-ray)
Der 1932 geborene Tscheche Jan Tomáš Forman nahm erst 1975 die US-Staatsbürgerschaft an. Vielleicht hat ihn die Leidensgeschichte seiner in Konzentrationslagern umgekommenen Eltern antieuropäisch geprägt, vielleicht ist er aber auch nur einer dieser 150%igen Einwanderer, jedenfalls hat er in seinem Amadeus das lebensfrohe Genie Mozart in einen psychotischen Clown umgestaltet, wofür nichts, was über Mozart belegt ist, einen Anlass gäbe - aber sonst wäre die Figur des Film-Salieri eben auch nicht erklärbar gewesen.

Eigentlich müsste "Amadeus" nämlich - zumindest in der 1979er Bühneninszenierung von Peter Shaffer und im darauf basierenden 1984er Spielfilm von Milos Forman - immer noch "Antonio und Amadeus" heißen. Der dramaturgische Dreh des Buchs besteht nämlich darin, das von der Bewunderung Mozarts dominierte Leben Salieris aus dessen Sicht zu erzählen und auf diese Weise den Zuschauer Werk und Leben Mozarts durch die Augen des zeitgenössischen Komponisten sehen zu lassen.

Leider setzten Shaffer und Forman den von Alexander Puschkin 1831 begonnenen Rufmord Salieris fort. Schon die Oper Rimski-Korsakows von 1987 hatte dies aufgenommen. Salieri wird in diesen Inszenierungen wahrheitswidrig als mäßig talentierter, ältlicher Intrigant dargestellt, dem sogar vorgeworfen wird, er habe Mozart vergiftet. In Wirklichkeit lagen die beiden Musiker altersmäßig nur 6 Jahre auseinander, und über Mozarts Tod streiten die Ärzte - eine Verdächtigung Salieris ist reine Spekulation.

"Amadeus" beginnt damit, dass in einer Rahmenhandlung der alte Salieri in einer albtraumhaften Anstalt einsitzt - da konnte Milos Forman noch mal so richtig im "Kuckucksnest" baden. Nach einem gescheiterten Versuch, sich das Leben zu nehmen, "beichtet" Salieri - meist aus dem "Off" - einem Priester seinen Konflikt mit Gott, der aus seiner Sicht mit Mozarts Hilfe einen Handel um sein Talent gebrochen hatte. Dabei tritt auch sein gleichermaßen von Bewunderung und Abscheu bestimmtes Verhältnis zu Mozart zu Tage.

Die rückschauende Erzählung beginnt 1781. Der 31-jähriger Hof-Kompositeur Salieri hört, dass der 25-jährige Mozart vom Kaiser mit einer komischen Oper in deutscher Sprache beauftragt worden ist. F. Murray Abraham, der Darsteller Salieris, war seinerzeit übrigens bereits 45 Jahre alt - und auch mit Make-Up ging er damals wohl kaum als 31 durch.

Mozart (Tom Hulce, 31) soll Kaiser Josef II (Jeffrey Jones, 38) vorgestellt werden. Salieri hat zu diesem Anlass einen Willkommensmarsch komponiert - und wird prompt von Mozart vorgeführt, indem dieser den Marsch nicht nur zum Erstaunen aller aus dem Gedächtnis nachspielt (was jeder talentierte Musikschüler könnte ...), sondern auch eine harmonische Schwäche korrigiert und das Thema scheinbar mühelos zu etwas Präsentablem ausarbeitet - zu dem später in "Die Hochzeit des Figaro" verwendeten "Non più andrai". Salieri fühlt sich zu Recht vorgeführt.

Besonders macht Salieri zu schaffen, dass das von ihm erkannte Genie in Gestalt eines primitiven und obszönen Menschen erscheint - für ihn kein Zweifel: damit will Gott ihn, Salieri, peinigen. Er glaubt, über Mozarts schrilles Gelächter wolle Gott Salieris künstlerisches Mittelmaß verspotten.

Obwohl Salieri am Hof die Fäden zieht, läuft es zunächst bestens für Mozart. Nach dem Erfolg "Die Entführung aus dem Serail" heiratet Wolferl das Stanzerl (Elizabeth Berridge, 22) und etabliert sich in Wien. Ein dunkler Schatten fällt allerdings durch den Tod seines Vaters Leopold auf das genussvolle Leben des jungen Paares. Mozart versucht, dieses Trauma in seiner düsteren Oper "Don Giovanni" zu verarbeiten. Doch das Werk floppt. Die fetten Jahre sind vorüber. Die Natur verlangt ihren Preis. Mozart trinkt und nimmt Drogen. Geld und Kredit werden knapp.

In dieser Situation wird Salieri aktiv. In der Maske des Vaters Leopold beauftragt er den schon verwirrten Mozart mit einer Totenmesse. Mozart ist finanziell nicht in der Lage, den Auftrag abzulehnen. Gleichzeitig muss er aber sein Meisterwerk, die Zauberflöte, fertigstellen. Mozart fühlt sich überlastet. Bald spürt er, dass er faktisch "sein eigenes" Requiem in Arbeit hat: Mit der Fertigstellung der Totenmesse würde sein Leben enden. Mozart beginnt, sich in Bordellen herumzutreiben. Constanze verlässt ihn. Salieris perfide Kalkulation scheint aufzugehen: Er würde das Requiem zu Mozarts Beerdigung aufführen lassen und als eigenes Werk ausgeben.

Da der "Directors Cut" erst 2002 erschien - ich selbst sah diese Version erstmals jetzt von Blu-ray auf großer Leinwand - hatte ich den Film zunächst mehrfach in der ursprünglichen Kinoversion erlebt und war - wie so viele - begeistert. Nach wie vor schätze ich die Interpretation Marriners sehr. Endlich mal wurde, wie Marriner betonte, "ein Film um die Musik herum erzählt und nicht umgekehrt".

Erst im Directors Cut fiel mir auf, dass völlig unmotiviert englisch gesungen wurde - es hat mich belästigt. Wie man liest, geht das vielen so.

Vielleicht hätte ich mir die etwas arroganten Kommentare des deftigen Milos Forman in den "Extras" nicht anhören sollen. Man schaut genauer hin. Scheinwerferkegel und Kunst-Nebelschwaden stoßen in dem historischen Theater übel auf. Dass man "Constanze" ohne dramaturgisch zwingende Gründe veranlasst hat, ihre Brüste zu entblößen - diese Szene "fehlte" bekanntlich in der Kinoversion - wirkt billig-spekulativ. Obschon "vor Ort" gedreht, sehen viele Szenerien aus wie Papp-Kulissen. Wer glaubt an ein blitzsauberes Irrenhaus zu dieser Zeit?

Schade, dass man auf der BD nicht einfach die Erweiterungen "abschalten" kann - noch besser wäre in Kombination damit auch die freie Wahl zwischen "alter" und "neuer" Tonspur gewesen.

Aber das sind Nebensächlichkeiten: je mehr man über die Hintergründe erfährt, desto mehr sehnt man sich nach einer europäischen, geschichtlich und kulturell authentischen Umsetzung von Mozarts Leben. Vielleicht müsste man sich dann auch nicht fragen, warum eigentlich ein feinsinniger Mensch wie Wolfgang Mozart im Film wie ein hysterischer Gaul wiehern musste, bloß, damit die Salieri-Figur des Films ihn als "primitiven Menschen" einschätzen konnte. Eine solche Herabsetzung hat dieses Genie nicht verdient, sie passt auch überhaupt nicht zu einer solchen Künstlerpersönlichkeit. Aber wenn man sich halt erst einmal darauf einlässt, auf übliche Hollywood-Manier Geschichte und Persönlichkeiten zu fälschen, gerät man schnell vom Hundertsten ins Tausendste und fährt früher oder später unweigerlich auch die Logik an die Wand.

Unabhängig von all dem wird "Amadeus" Menschen, die Mozarts Musik lieben, immer unter die Haut gehen - in jeder Version. Erstbesuchern würde ich empfehlen, den klassischen Schnitt anzuschauen.

film-jury 3* A0247 4.7.2011 Genre: Biographie | Drama | Musik

Eine Kuriosität am Rande: Für die Rolle des Wolfgang Mozart hatte sich seinerzeit der Rolling Stone Mick Jagger ins Gespräch gebracht ...
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stimmungsvolle Inszenierung, 16. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Amadeus [Director's Cut] [2 DVDs] (DVD)
Als ich den Film damals im Kino sah, hat er mich tagelang beschäftigt und begeistert. Die Musik und das Leben von Wolfgang Amadeus Mozart sind hier derart fantasievoll, stimmungsvoll, prall und manchmal herrlich düster in Szene gesetzt, dass der Film von Anfang bis Ende fesselt und verzaubert. Hier stimmt einfach alles - die wunderschöne Musik von Mozart, die perfekt besetzten Schauspieler, die Kostüme, die Atmosphäre und die Vermischung aus geschichtlicher Wahrheit und künsterischer Freiheit. Der Film zeigt großartige Bilder, hat Witz, Charme und ist frech. Hier wird kein abgehobener, unnahbarer Virtuose gezeigt, sondern ein Mozart, der auch Mensch ist. Es gibt viele großartige Szenen und Schnitte. Die Schluss-Szenen haben dann noch einmal eine besonders eindrucksvolle Wirkung, wenn Mozart, von Krankheit und Tod gezeichnet, mit letzter Kraft an seinem Requiem schreibt.
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24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gutes Bild - miese Sychronisation., 16. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Amadeus [Blu-ray] [Director's Cut] (Blu-ray)
Amadeus gehört seit Anfang an zu meinen Lieblingsfilmen, die ich bereits so oft
gesehen habe, dass ich ganze Passagen auswendig kann.
Ich habe mich auf die blu-ray gefreut - das Bild ist auch wirklich toll.
Nur dank des Director's Cut, der den Film zwar länger aber nicht besser macht wurde
irgendwann offensichtlich eine neue Sychronisation vorgenommen - Die eindrückliche
Stimme von Salerie wird durch einen - wie ich finde - farblose und langweilige Stimme ersetzt - einfach ohne Seele.
Warum kann man nicht beide Synchonisationen auf der blu-ray unterbringen ??
Ich werde mich künftig wieder der alten DVD bedienen und das schlechtere Bild in Kauf nehmen. Kurz gesagt - ein Blu-Ray-Flop !
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Amadeus - Director's Cut (2 DVDs)
Amadeus - Director's Cut (2 DVDs) von Milos Forman (DVD - 2003)
EUR 7,99
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