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223 von 243 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk jetzt auf Blu-ray, Director's Cut umstritten
FILM:
Der 1984 in der Originalfassung und 2002 im "Director's Cut" erschienene "Amadeus" zeigt Wolfgang Amadeus Mozart in seinen letzten Lebensjahren am Wiener Hof; er ist infantil und über alle Maßen arrogant und zieht dadurch fast automatisch die Abneigung der kleingeistigen Hofkamarilla auf sich. Als einer der wenigen erkennt Hofkompositeur Antonio...
Veröffentlicht am 29. März 2009 von Marinus Ladegast

versus
18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wäre die Wahrheit nicht dramatisch genug gewesen?
Der 1932 geborene Tscheche Jan Tomáš Forman nahm erst 1975 die US-Staatsbürgerschaft an. Vielleicht hat ihn die Leidensgeschichte seiner in Konzentrationslagern umgekommenen Eltern antieuropäisch geprägt, vielleicht ist er aber auch nur einer dieser 150%igen Einwanderer, jedenfalls hat er in seinem Amadeus das lebensfrohe Genie Mozart in einen...
Veröffentlicht am 3. August 2010 von jury


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223 von 243 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk jetzt auf Blu-ray, Director's Cut umstritten, 29. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Amadeus [Blu-ray] [Director's Cut] (Blu-ray)
FILM:
Der 1984 in der Originalfassung und 2002 im "Director's Cut" erschienene "Amadeus" zeigt Wolfgang Amadeus Mozart in seinen letzten Lebensjahren am Wiener Hof; er ist infantil und über alle Maßen arrogant und zieht dadurch fast automatisch die Abneigung der kleingeistigen Hofkamarilla auf sich. Als einer der wenigen erkennt Hofkompositeur Antonio Salieri Mozarts Genius, fühlt sich aber gleichzeitig durch Gott verhöhnt, da er selbst, ein strebsamer musikalischer Handwerker, durch Mozart seiner eigenen Mittelmäßigkeit gewahr wird. An diesem Konflikt wird Salieri innerlich zugrunde gehen.

Völlig zurecht wurde "Amadeus" seinerzeit mit acht Oscars ausgezeichnet und gehört nicht nur deswegen zu den größten Filmen aller Zeiten; Milos Forman und Peter Shaffer haben eine zeitlose Parabel über künstlerische Hingabe, zerfressenden Ehrgeiz und moralischen Verfall erschaffen. Musik ist hier kein Stimmungsgedüdel im Hintergrund, sondern so etwas wie die "dritte Hauptperson" neben Salieri und Mozart. Unabhängig von der Haupthandlung portaitiert der Film wunderbar das Lebensgefühl in einer Zeit, in der Vernunftdenken und schöne Künste sich übergangslos mit einer schrillen Vergnügungssucht aller Schichten vermengten.
Die Schauspieler sind durch die Bank fantastisch gecastet; Tom Hulce (Mozart) und Jeffrey Jones (Joseph II.) liefern die besten Leistungen ihre Filmkarriere ab. Abrahams subtile und vielschichtige Verkörperung des Antonio Salieri ist schlichtweg meisterhaft, vor allem in den Szenen, die ihn als alten Mann im Irrenhaus zeigen - unterstützt vom grandiosen Makeup. Der Moment, in dem er dem Pfarrer zum ersten Mal von seinen Mordplänen erzählt und von Mozarts Begräbnismesse fantasiert, gehört zu den hochklassigsten Darstellungen der gesamten Filmgeschichte. Kraftvoll und variantenreich, und gleichzeitig unaufdringlich und zu hundert Prozent glaubhaft - man kann einen Greis einfach nicht besser spielen als F. Murray Abraham, der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst knapp über vierzig Jahre alt war.

BLU-RAY-QUALITÄT:
Ich bin sehr froh, dass der Film jetzt endlich auf dem neuen Medium erhältlich ist. Der Qualitätsunterschied zu meiner fast zehn Jahre alten DVD ist gigantisch. Das Bild ist nicht mehr matschig und dunkel, sondern gut ausgeleuchtet, farbenfroh und sehr scharf. Bis auf eine Sequenz in der Mitte des Films, in der Salieris dunkler Rock wegen der Musterung des Kleidungsstücks mächtig flimmert, sind mir keine nennenswerten Bildmängel aufgefallen. Der Ton ist m.E. kristallklar und sehr kraftvoll. Wenn der Komtur bei der Aufführung von "Don Giovanni" mit mächtigem Tritt die Stufen hinabschreitet, bringt das Orchester mit donnerndem Paukenschlag den Subwoofer zum Arbeiten. Ich muss aber dazusagen, dass ich kein Experte für Tonabmischung bin und auch keiner, der sich mit der Lupe zehn Zentimeter vor den Fernseher setzt, um nach irgendwelchen Bildfehlern zu suchen.

DIRECTOR'S CUT:
Alle die, die nur die Originalversion von 1984 kennen, fragen sich vielleicht, was sich in der neuen Version, die um etwa eine halbe Stunde länger ist, geändert hat. Deshalb eine kurze Information dazu: Die zusätzlichen Szenen befinden sich fast alle in der ersten Hälfte des Films (im Schlussteil wäre es auch fast gar nicht möglich gewesen, neue Elemente einzubauen, da sonst die ganze Struktur zerstört worden wäre - oder frei nach Mozart selbst: Man kann nicht umschreiben, was schon perfekt ist). Die meisten hinzugekommenen Szenen beziehen sich auf Mozarts finanziellen Nöte, die in der Originalfassung nur angedeutet wurden. Dadurch werden in der Geschichte durchaus neue Schwerpunkte gesetzt; bisher bildete der Moment, in dem Salieri als Greis die Kerze ausspuckt, den Wendepunkt vom Heiteren zum Tragisch-Düsteren. Jetzt sehen wir, dass die Familie Mozart schon vorher mächtig in der Klemme steckt.

Es ist glaube ich normal, dass jemand, der wie ich den Originalfilm schon zwanzig- oder dreißigmal gesehen hatte, bevor der Director's Cut in die Kinos kam, sich mit der Neufassung etwas schwerer tut als jemand, der die Version von 1984 nicht kennt. Meine Meinung zum Neuschnitt ist sehr gemischt. Positiv ist zu vermerken, dass die zusätzlichen Szenen manche Lücke in der Handlung schließen. Zum Beispiel hatte ich nie ganz verstanden, worauf sich Konstanzes tiefe Abneigung gegen Salieri gründet, die in den Schlussszenen deutlich wird. Jetzt sieht man, dass Salieri ihr zuvor sexuelle Dienste abgepresst hat, um ihrem Gatten die Stelle als Lehrer der kaiserlichen Nichte zu verschaffen. Gleichzeitig hat mir diese Szene nicht besonders gefallen, da sie wie ein Fremdkörper wirkt; der Restfilm besitzt zwar eine gewisse derbe Erotik, die aber letztlich davon lebt, dass alles nur bis zu einer gewissen Grenze angedeutet wird. Wenn die Kamera dann plötzlich Frau Mozarts blanke Brüste zeigt, ist das ein platter Voyeurismus, der einfach nicht passt.
Eine weitere Sache, die mich an der hinzugefügten Affäre zwischen Konstanze und Salieri stört, ist, dass sie die Handlung in meinen Augen verwässert. In der ursprünglichen Schnittfassung blickt Salieri auf die Originalmanuskripte seines Kontrahenten und lässt sie fassungslos zu Boden fallen; wortlos geht er daraufhin in sein Zimmer und verbrennt sein Kruzifix ("Von nun an sind wir Feinde, du und ich ..."). Ich hielt das immer für eine der stärksten Sequenzen im ganzen Film, die jetzt leider unnötig in die Länge gezogen wurde und dadurch an Wirkung eingebüßt hat. Auch einige andere Szenen, beispielsweise jene in der Garderobe der Sängerin Katarina Cavalieri, sind dramaturgisch überflüssig und wurden seinerzeit zurecht weggelassen. Ein "Director's Cut" ist eben nur in begrenztem Maße wirklich jene Version, die der Regisseur ursprünglich im Sinn hatte und die ihm das böse Studio einst zerschnippelte. Meistens ist es nur eine Marketing-Masche, um einen Film ein zweites Mal in die Kinos zu bringen. Das war um das Jahr 2000 herum gerade groß in Mode - George Lucas kam mit "Star Wars" als erster auf die Idee, und alle anderen Studios zogen dann mit ihren Klassikern nach.

SYNCHRONFASSUNG:
Es hat ja hier eine heiße Diskussion gegeben, welche deutsche Synchronfassung bei dieser Edition dabei sein wird. Eigentlich bevorzuge ich persönlich auch die Originalsprache, aber bei diesem Film ist es etwas anders. Der Wiener Dialekt ("So, Herr Professor, Zeit auf's Topferl zu gehen") klingt doch wirklich netter und authentischer als ein amerikanisches "Wuulfgäng Ämädeus Moudsaat". Eine Ausnahme ist der Diener von Salieri, der im Neuschnitt wesentlich häufiger zu sehen ist und in der englischen Originalversion eine herrlich lätschige Stimme hat, was im Deutschen leider nicht übernommen wurde.
Da es sich um den "Director's Cut" handelt, ist die deutsche Tonspur zwangsläufig nicht die originale, sondern die Neusynchronisation von 2002. Alles andere wäre gar nicht möglich, da dieser Film wie gesagt fast eine halbe Stunde länger ist als die ursprüngliche Kinoversion von 1984. Viele Sprecher von damals sind mittlerweile gestorben (vor allem Gottfried Kramer, die Stimme von F. Murray Abraham) oder standen aus anderen Gründen nicht zur Verfügung.
Ich persönlich finde das nicht besonders schlimm. Erstens spricht Joachim Höppner den Part von Salieri streckenweise viel besser als Kramer seinerzeit, zweitens ähnelt die Stimme ein wenig mehr der von Abraham. Abgesehen von der Rolle des Salieri sind außerdem nur Nebencharaktere von Neubesetzungen betroffen, z.B. Graf Orsini-Rosenberg, Leopold Mozart und Emanuel Schikaneder. Erleichtert war vor allem darüber, dass Tom Hulce (Amadeus) und Jeffrey Jones (Kaiser Joseph II.) "ihre" Synchronsprecher behalten konnten.

ZUSATZMATERIAL:
Abgesehen vom üblichen Werbe-Schnickschnack (Trailer, Online-Content usw.) ist die Zusatzausstattung nicht üppig, aber in meinen Augen sehr gut. Auf der alten DVD befanden sich die englische, deutsche und spanische Tonspur, jetzt ist auch noch Französisch und Italienisch dabei (plus English True HD). Der Originalkommentar mit Milos Forman und Peter Shaffer (Regisseur bzw. Autor) ist ebenso informativ wie das einstündige Making-Of. Die meisten Making-Ofs sind bekanntlich inhaltsleere Marketing-Konserven, in denen sich alle Beteiligten gegenseitig belobhudeln. Erst mit einem gewissen zeitlichen Abstand wird es lohnend, sich diese Zusatzinfos zu Gemüte zu führen, und das ist hier der Fall. Die Erzählungen, wie es war, hinter dem "Eisernen Vorhang" ein solches Monumentalwerk zu drehen, ist gerade für Jüngere sehr lehrreich. Anderes ist einfach amüsant - zum Beispiel kann man in Originalaufnahmen von damals sehen, wie der "Don Giovanni"-Darsteller während eines Takes mit seiner Hutfeder in eine Kerze gerät und die ganze Kopfbedeckung zu brennen anfängt - wohlgemerkt in einem Opernhaus, dessen Saal komplett aus trockenem Holz bestand und der den Verantwortlichen wegen Tausender brennender Kerzen Kopfschmerzen bereitete.

So, das wär's jetzt ... sorry, dass die Rezension etwas lang geworden ist, aber ich hoffe, dass sie Euch bei einer eventuellen Kaufentscheidung hilft. :-)
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über die Musik hinaus, 28. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Amadeus - Director's Cut (2 DVDs) (DVD)
Ich habe den Film nach vielen Jahren erneut, in der 'Director's Cut' Version, gesehen. Es ist natürlich ein Hollywood Film, ein Unterhaltungsfilm, aber er vermittelt auch (gerade mir als Nichtmusiker) Einblicke in das Denken eines Komponisten, so bei dem Plädoyer Mozarts gegenüber Kaiser Joseph II, seinen Figaro zuzulassen, obgleich Beaumarchais' Stück der Zensur unterliegt - da er doch so innovativ das Gespräch von vier, fünf, sechs Personen musikalisch verschränkt habe oder die Art wie Mozart Salieri sein Requiem diktiert. Dabei - wie bei einigem sonst sind sicher historische Fakten verdreht worden, aber der Film vermittelt sozusagen eine höhere Einsicht zu der Frage, wem das Genie zufällt - dem redlichen Handwerker Salieri oder dem liederlichen Mozart. Wer kann sich nicht in Salieri hineinversetzen, wenn er am Schluss des Films als Apostel der Mittelmässigkeit durch das Irrenhaus gefahren wird und den Insassen Absolution erteilt. Die Frage bleibt über den Film hinaus, wie auch die Musik Mozarts, die ihn so wunderbar durchzieht. Wie andere Rezensenten auch möchte ich zum Schluss noch die schauspielerische Leistung F Murray Abrahams würdigen - sie hält den Film zusammen und macht ihn so spannend wie menschlich.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das arme Genie, 10. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Amadeus [Director's Cut] [2 DVDs] (DVD)
Es ist nicht nur eine der gelungensten, oscarprämierten Literaturverfilmungen überhaupt, sondern ein Werk, das Mozart zur Popikone stilisiert und so auch für klassikferne Zuschauer attraktiv macht; also auch irgendwie innovativ ist. Ein großartiger Tom Hulce mit Punkperücke und einem kindisch unbekümmerten, lauten Lachen überzeugt genauso wie das dramatische Gegenstück F. Murray Abraham als Salieri. Eine gediegene Auswahl an Musikbeispielen (Soundtrack) liefert einen Einblick in das Schaffen des Genies. Und der Ursprung der Kompositionseinfälle sowie die Beschreibung des Einsatzes der Instrumente werden allgemein verständlich erläutert. Die pompöse Ausstattung, die farbenprächtige Kulisse und die Angleichung von Handlung und unterlegter Musik sind genial gelungen. Und die Darstellung der würdelosen Beerdigung des Helden geht zwar im Regen unter, aber auch ans Herz.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wäre die Wahrheit nicht dramatisch genug gewesen?, 3. August 2010
Von 
jury - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Amadeus [Blu-ray] [Director's Cut] (Blu-ray)
Der 1932 geborene Tscheche Jan Tomáš Forman nahm erst 1975 die US-Staatsbürgerschaft an. Vielleicht hat ihn die Leidensgeschichte seiner in Konzentrationslagern umgekommenen Eltern antieuropäisch geprägt, vielleicht ist er aber auch nur einer dieser 150%igen Einwanderer, jedenfalls hat er in seinem Amadeus das lebensfrohe Genie Mozart in einen psychotischen Clown umgestaltet, wofür nichts, was über Mozart belegt ist, einen Anlass gäbe - aber sonst wäre die Figur des Film-Salieri eben auch nicht erklärbar gewesen.

Eigentlich müsste "Amadeus" nämlich - zumindest in der 1979er Bühneninszenierung von Peter Shaffer und im darauf basierenden 1984er Spielfilm von Milos Forman - immer noch "Antonio und Amadeus" heißen. Der dramaturgische Dreh des Buchs besteht nämlich darin, das von der Bewunderung Mozarts dominierte Leben Salieris aus dessen Sicht zu erzählen und auf diese Weise den Zuschauer Werk und Leben Mozarts durch die Augen des zeitgenössischen Komponisten sehen zu lassen.

Leider setzten Shaffer und Forman den von Alexander Puschkin 1831 begonnenen Rufmord Salieris fort. Schon die Oper Rimski-Korsakows von 1987 hatte dies aufgenommen. Salieri wird in diesen Inszenierungen wahrheitswidrig als mäßig talentierter, ältlicher Intrigant dargestellt, dem sogar vorgeworfen wird, er habe Mozart vergiftet. In Wirklichkeit lagen die beiden Musiker altersmäßig nur 6 Jahre auseinander, und über Mozarts Tod streiten die Ärzte - eine Verdächtigung Salieris ist reine Spekulation.

"Amadeus" beginnt damit, dass in einer Rahmenhandlung der alte Salieri in einer albtraumhaften Anstalt einsitzt - da konnte Milos Forman noch mal so richtig im "Kuckucksnest" baden. Nach einem gescheiterten Versuch, sich das Leben zu nehmen, "beichtet" Salieri - meist aus dem "Off" - einem Priester seinen Konflikt mit Gott, der aus seiner Sicht mit Mozarts Hilfe einen Handel um sein Talent gebrochen hatte. Dabei tritt auch sein gleichermaßen von Bewunderung und Abscheu bestimmtes Verhältnis zu Mozart zu Tage.

Die rückschauende Erzählung beginnt 1781. Der 31-jähriger Hof-Kompositeur Salieri hört, dass der 25-jährige Mozart vom Kaiser mit einer komischen Oper in deutscher Sprache beauftragt worden ist. F. Murray Abraham, der Darsteller Salieris, war seinerzeit übrigens bereits 45 Jahre alt - und auch mit Make-Up ging er damals wohl kaum als 31 durch.

Mozart (Tom Hulce, 31) soll Kaiser Josef II (Jeffrey Jones, 38) vorgestellt werden. Salieri hat zu diesem Anlass einen Willkommensmarsch komponiert - und wird prompt von Mozart vorgeführt, indem dieser den Marsch nicht nur zum Erstaunen aller aus dem Gedächtnis nachspielt (was jeder talentierte Musikschüler könnte ...), sondern auch eine harmonische Schwäche korrigiert und das Thema scheinbar mühelos zu etwas Präsentablem ausarbeitet - zu dem später in "Die Hochzeit des Figaro" verwendeten "Non più andrai". Salieri fühlt sich zu Recht vorgeführt.

Besonders macht Salieri zu schaffen, dass das von ihm erkannte Genie in Gestalt eines primitiven und obszönen Menschen erscheint - für ihn kein Zweifel: damit will Gott ihn, Salieri, peinigen. Er glaubt, über Mozarts schrilles Gelächter wolle Gott Salieris künstlerisches Mittelmaß verspotten.

Obwohl Salieri am Hof die Fäden zieht, läuft es zunächst bestens für Mozart. Nach dem Erfolg "Die Entführung aus dem Serail" heiratet Wolferl das Stanzerl (Elizabeth Berridge, 22) und etabliert sich in Wien. Ein dunkler Schatten fällt allerdings durch den Tod seines Vaters Leopold auf das genussvolle Leben des jungen Paares. Mozart versucht, dieses Trauma in seiner düsteren Oper "Don Giovanni" zu verarbeiten. Doch das Werk floppt. Die fetten Jahre sind vorüber. Die Natur verlangt ihren Preis. Mozart trinkt und nimmt Drogen. Geld und Kredit werden knapp.

In dieser Situation wird Salieri aktiv. In der Maske des Vaters Leopold beauftragt er den schon verwirrten Mozart mit einer Totenmesse. Mozart ist finanziell nicht in der Lage, den Auftrag abzulehnen. Gleichzeitig muss er aber sein Meisterwerk, die Zauberflöte, fertigstellen. Mozart fühlt sich überlastet. Bald spürt er, dass er faktisch "sein eigenes" Requiem in Arbeit hat: Mit der Fertigstellung der Totenmesse würde sein Leben enden. Mozart beginnt, sich in Bordellen herumzutreiben. Constanze verlässt ihn. Salieris perfide Kalkulation scheint aufzugehen: Er würde das Requiem zu Mozarts Beerdigung aufführen lassen und als eigenes Werk ausgeben.

Da der "Directors Cut" erst 2002 erschien - ich selbst sah diese Version erstmals jetzt von Blu-ray auf großer Leinwand - hatte ich den Film zunächst mehrfach in der ursprünglichen Kinoversion erlebt und war - wie so viele - begeistert. Nach wie vor schätze ich die Interpretation Marriners sehr. Endlich mal wurde, wie Marriner betonte, "ein Film um die Musik herum erzählt und nicht umgekehrt".

Erst im Directors Cut fiel mir auf, dass völlig unmotiviert englisch gesungen wurde - es hat mich belästigt. Wie man liest, geht das vielen so.

Vielleicht hätte ich mir die etwas arroganten Kommentare des deftigen Milos Forman in den "Extras" nicht anhören sollen. Man schaut genauer hin. Scheinwerferkegel und Kunst-Nebelschwaden stoßen in dem historischen Theater übel auf. Dass man "Constanze" ohne dramaturgisch zwingende Gründe veranlasst hat, ihre Brüste zu entblößen - diese Szene "fehlte" bekanntlich in der Kinoversion - wirkt billig-spekulativ. Obschon "vor Ort" gedreht, sehen viele Szenerien aus wie Papp-Kulissen. Wer glaubt an ein blitzsauberes Irrenhaus zu dieser Zeit?

Schade, dass man auf der BD nicht einfach die Erweiterungen "abschalten" kann - noch besser wäre in Kombination damit auch die freie Wahl zwischen "alter" und "neuer" Tonspur gewesen.

Aber das sind Nebensächlichkeiten: je mehr man über die Hintergründe erfährt, desto mehr sehnt man sich nach einer europäischen, geschichtlich und kulturell authentischen Umsetzung von Mozarts Leben. Vielleicht müsste man sich dann auch nicht fragen, warum eigentlich ein feinsinniger Mensch wie Wolfgang Mozart im Film wie ein hysterischer Gaul wiehern musste, bloß, damit die Salieri-Figur des Films ihn als "primitiven Menschen" einschätzen konnte. Eine solche Herabsetzung hat dieses Genie nicht verdient, sie passt auch überhaupt nicht zu einer solchen Künstlerpersönlichkeit. Aber wenn man sich halt erst einmal darauf einlässt, auf übliche Hollywood-Manier Geschichte und Persönlichkeiten zu fälschen, gerät man schnell vom Hundertsten ins Tausendste und fährt früher oder später unweigerlich auch die Logik an die Wand.

Unabhängig von all dem wird "Amadeus" Menschen, die Mozarts Musik lieben, immer unter die Haut gehen - in jeder Version. Erstbesuchern würde ich empfehlen, den klassischen Schnitt anzuschauen.

film-jury 3* A0247 4.7.2011 Genre: Biographie | Drama | Musik

Eine Kuriosität am Rande: Für die Rolle des Wolfgang Mozart hatte sich seinerzeit der Rolling Stone Mick Jagger ins Gespräch gebracht ...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Genie aus der Sicht seines Neiders, 8. Januar 2011
Von 
Matthias Haas (Sumiswald Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Amadeus - Director's Cut (2 DVDs) (DVD)
Wolfgang Amadeus Mozart (Tom Hulce) sorgt als junger Komponist in Salzburg für Aufsehen, denn sein Talent gilt als aussergewöhnlich. Natürlich nimmt man auch in Wien davon Kenntnis. Deshalb lädt man ihn ein, um sich ein Bild von ihm zu machen. Sein musikalisches Gespür bringt ihm bald einmal den Status eines Komponisten an den Hof des Kaisers (Jeffrey Jones) ein. Damit wird er zum Konkurrenten von Antonio Salieri (F. Murray Abraham, erhielt für diese Rolle den Oscar ©). Die grossen Erfolge lassen nicht lange auf sich warten. Aber damit nimmt auch der Druck auf Mozart zu. Salieri hilft dem gelegentlich auch gerne etwas nach, denn es kränkt ihn, dass ihm Mozart vor der Sonne steht. Mit der Zeit muss Mozart Rückschläge unterschiedlicher Art hinnehmen. Sogar grossartige Werke werden manchmal schon nach kurzer Zeit wieder aus dem Spielplan der Konzerthäuser gestrichen. Wolferls Ehe mit seiner Constanze (Elisabeth Berridge) wird dabei mehr als einmal auf die Probe gestellt, und auch gesundheitlich wird ihm immer mehr zugesetzt. Dies alles und wie Salieri Mozart gegen die Hand arbeitete, aber auch Teil seines Vermächtnisses wurde, erzählt der greise Salieri in einem Sanatorium einem Geistlichen. Und Salieri hat einiges zu beichten.
Das Urteil darüber, wie weit sich der Film an historische Tatsachen hält, sei den Experten überlassen, doch der Film ist wirklich ein unvergleichliches Werk. Der vorliegende Director's Cut, den Warner Bros. im Jahr 2002 veröffentlichte, erweitert die Originalfassung von Orion Pictures aus dem Jahr 1984 um 20 Minuten DVD-Laufzeit auf nunmehr insgesamt 173 Minuten. Für die Director's-Cut-Fassung wurde die Synchronisation praktisch neu gemacht, was relativ gut gelungen ist. Regisseur Milos Forman hat das Österreich aus Kaiserzeiten in seiner tschechischen Heimat nachgestellt und dabei offenbar kompetentes Personal an der Seite gehabt. Der Film überzeugt mit einer abwechslungsreichen, dramatischen und stimmungsvollen Geschichte, die selbst bei langer Laufzeit nicht ermüdet. Wer ernsthaft von sich behauptet, etwas von Filmen zu verstehen, muss dieses Werk, sei es die Original- oder die Director's-Cut-Version, gesehen haben. 8-Oscars © lassen das erahnen.
Über den Sinn der Neusynchronisation lässt sich in jedem solchen Fall streiten. Lobenswert ist hingegen, dass man den Film neu technisch aufbereitet hat. Qualitativ gibt es an Bild (Format 2,35:1, 16:9) und am Ton nichts zu mäkeln. Die Doppel-DVD-Ausgabe hält eine recht umfangreiche Ausstattung mit viel Bonusmaterial bereit. Auf der Film-DVD gibt es einen guten Audiokommentar (leider nicht untertitelt), auf der Bonus-DVD eine ausführliche Hintergrunddokumentation aus dem Jahr 2002 und den Trailer. Neben den Audiosprachen (wegen der Filmlänge in überschaubarem Mass) gibt es auch eine anständige Auswahl an Untertitelspuren.
Gesamturteil: die fehlenden Untertitel zum Audiokommentar und die etwas fragwürdige Neusynchronisation sind die Achillesfersen der DVD-Veröffentlichung. Weil es also für eine makellose Vorstellung nicht reicht, bleiben 4 von 5 Dirigentenstöcken und ein Passierschein.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen historische Wahrheit? Nein danke! Gleichwohl sehenswert!!, 31. Dezember 2007
Von 
Tom Kadi (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Amadeus [Director's Cut] [2 DVDs] (DVD)
Wenn man bereit ist hinzunehmen,
- dass "kein Wort, kein Bild, kein Schauplatz, geschweige die Art und Weise des Benehmens und Verhaltens der Personen dieses Films irgend etwas mit historischer Wahrheit zu haben" (Braunbehrens),
- dass die göttlich schöne Musik Mozarts in der recht verschnarchten Mainstream-Interpretation N. Marriners ertönt,
- dass die Ausschnitte aus den deutschen Opern (Entführung, Zauberflöte) in englischer (?!) Sprache gesungen werden,
so bleibt immer noch ein höchst sehenswerter, optisch opulenter Film, der seinen Akteuren an manchen Stellen ganz wunderbare Sätze über die Musik Mozarts in den Mund legt und die etwas abstruse Geschichte eines mittelmäßigen Komponisten (Salieri) erzählt, der die Musik über alles liebt, sie selbst nicht schreiben kann - während ein anderer (Mozart) das Genie hierfür besitzt, zugleich aber von der Persönlichkeit her knapp über dem Halbaffen steht. Manche Schnitte sind gelungen überraschend - so der Übergang von Mozarts zeternder Schwiegermutter in die Arie der Königin der Nacht. Fazit: Ansehen lohnt allemal und wegen der Musik durchaus auch mehr als einmal - durchaus eine Kaufempfehlung.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Musikfilme aller Zeiten, 7. November 2006
Von 
Stefanie Conrad "Stefanie Conrad" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Amadeus - Director's Cut (2 DVDs) (DVD)
"Amadeus" ist für mich einer der besten -wenn nicht sogar der beste- Musikfilm aller Zeiten. 1991 habe ich diesen Film zum damaligen Mozartjahr im Fernsehen gesehen und er hat sich in mein filmisches Gedächtnis gebrannt wie kaum ein anderer Film.

Über die Notwendigkeit eines Director's Cut mag man streiten, viele Rezensenten auf dieser Seite stören wohl die längeren Szenen und vor allem die neue Synchronfassung. Nun, diesen sei gesagt: die längeren Szenen stören mich persönlich genauso wenig, wie mich die 45Minuten an zusätzlichen Szenen im "Herrn der Ringe" gestört haben, im Gegenteil, als zusätzliche Ergänzung zum Erreichen eines detaillierteren Portraits des musikalischen Genie Mozart finde ich sie nicht störend oder den Film unnötig in die Länge ziehend. Bei Filmen mit Überlänge besteht beim Einfügen zusätzlicher Szenen immer das Risiko des Tempoverlusts, bei "Amadeus" ist dies nicht der Fall.

Was die neue Synchro angeht: für mich persönlich liegt 1991 schon zu lange zurück, als daß ich mich an die alte Version erinnern kann, daher kann und will ich mir darüber kein Urteil bilden. Für diejenigen, die sich mit der neuen Synchronisation schwertun: schaut euch den Film einfach in der englischsprachigen Originalversion an, die DVD ist zudem vollgepackt mit anderen Sprachen und Untertiteln.

Die These, Salieri hätte Mozart getötet ist so alt wie der Mythos Mozart selbst, ob es sich wirklich so zugetragen hat... na ja, man weiß es nicht so genau. Dennoch gelingt Forman ein unheimlich starkes Portrait seiner beiden Hauptfiguren Mozart und Salieri. Laut, schrill, bunt, hitzköpfig, ordinär, aber genial der eine; ruhig, beherrscht, zurückhaltend, asketisch, aber mittelmäßig der andere. Das erste Treffen der beiden bei Hofe und die Zuschaustellung Salieris durch Mozart - eine der stärksten Szenen des ganzen Films, darstellerisch, szenisch und auch musikalisch. Es ist nicht so, daß diese beiden Männer sich hassen, tatsächlich ist Mozart sich Salieris Antipathie bis zum Ende überhaupt nicht bewußt. Vielmehr verachtet Salieri Mozart aufgrund dessen moralischen Verhaltens und seines Genies, während er selber trotz geradezu religiöser Askese weiß, daß er immer nur ein mittelmäßiger Musiker sein wird und niemals Mozarts Genie erreichen kann.

"Amadeus" ist mehr als ein Musikfilm. Wer eine biographische Aufarbeitung von Mozarts Leben erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein. Forman behandelt hier nur Mozarts letzte Jahre in Wien mit einigen Rückblenden. Man braucht kein Mozartexperte zu sein, um die Handlung nachvollziehen zu können. "Amadeus" ist darüberhinaus ein Ausstattungsepos mit großen Kostümen, einer authentisch wirkenden Lichtgestaltung, wunderbarer Ausstattung und einem Soundtrack, der wirkt, als wäre er nur für diesen Film geschrieben, der aber letzten Endes beweißt, daß klassische Musik durchaus auch als Filmmusik funktionieren kann.

F. Murray Abrahams Darstellung des Salieri ist grandios, mit jeder faser spielt er diesen Charakter, der zwischen Bewunderung und Abstoßung hin- und hergerissen ist. Gleiches gilt für Tom Hulce als Mozart, dessen Figur ebenfalls hin- und hergerissen ist: einerseits zwischen dem Genie Amadeus, das von allen Seiten bejubelt wird, andererseits als Wolferl, der trotz aller Obszönität in der Lage ist, seine Stanzerl aufrichtig zu lieben. Es ist schade, daß man von diesen beiden wunderbaren Schauspielern zumindest im deutschsprachigen Raum seit "Amadeus" so wenig gehört hat.

Auch die Nebenrollen sind durch die Bank weg wunderbar besetzt, allen voran sei Jeffrey Jones als Kaiser Joseph zu nennen, der diese Rolle mit einem trockenen Humor ausstattet und ihr somit eine gewisse satirische Komponente verleiht.

Man mag also über den Director's Cut denken, was man will: "Amadeus" ist für mich ein ganz großes Stück Kino, ein Klassiker, der auch nach Jahren beim Zuschauer das Gefühl hinterläßt, nicht nur einen guten, sondern einen sehr guten Film gesehen zu haben und das Bonusmaterial tut noch sein übriges dazu.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich spreche für alle Mittelmäßigen dieser Welt !, 24. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Amadeus - Director's Cut (2 DVDs) (DVD)
Wien, Ende des 18. Jahrhunderts. Der junge Komponist Wolfgang Amadeus Mozart erobert die Musikwelt im Sturm. Sein musikalisches Können und sein respektloser Umgang mit den anderen alteingesessenen Komponisten sind das Tagesgespräch der Wiener Gesellschaft. Sein enormes Können weckt sogar das Interesse des Kaisers Josef II, der ihn besonders fördern möchte. Das ruft viele Gegner auf den Plan, die durch Mozarts anmaßendes Auftreten brüskiert sind. Besonders Kapellmeister Antonio Salieri fühlt sich durch seine Impertinenz zutiefst verletzt und ist vor Neid auf das musikalische Talent regelrecht zerfressen. Er fängt an eine Strategie zu entwickeln, die Mozart vernichten soll.

Der Film besticht durch die geniale Musik, die im Film häufig zu den Lebensumständen des Künstlers eingesetzt wird. Als zum Beispiel Mozarts Vater Leopold stirbt, folgt in der nächsten Szene ein Ausschnitt aus der düsteren Oper 'Don Giovanni'. Diese Musikstücke sind bildhaft sehr stark in Szene gesetzt, so daß man sich selbst in einen Opernsaal versetzt fühlt.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des Antagonisten Salieri, der die meiste Zeit als 'Voice Over'-Kommentator präsent ist. Das gibt dem Zuschauer die Möglichkeit beide Seiten zu betrachten. Einerseits das rebellische Genie und auf der anderen Seite die konservative Gesellschaft in Gestalt Salieris, die Mozart auf Grund seiner Neuartigkeit und seiner rebellischen Art argwöhnisch betrachtet.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Charakter des Salieri in diesem Film äußerst spekulativ gezeichnet ist. Der historische Salieri war ebenfalls ein großer Komponist und ein Förderer von Mozart, und seine Intrige gegen ihn ist reine Fiktion.

Der tschechische Regisseur Milos Forman hatte vorher schon den meisterhaften Film 'Einer flog übers Kuckucksnest' gedreht und hat sich dann einige Jahre später an die Verfilmung von Peter Shafers Theaterstück 'Amadeus' gewagt. Mit dieser Verfilmung ist ihm eindeutig sein bester Film gelungen. 'Amadeus' überzeugt durch ein fantastisches Drehbuch, geniale Musik und vor allem mit Tom Hulce (Mozart) und F. Murray Abraham (Salieri), durch zwei brillante Darsteller, die sich beide in nichts nachstehen.

In dieser DVD-Edition bekommt der Zuschauer den 20 Minuten längeren 'Directors Cut' des Films zu sehen. In dieser Version gibt es einige interessante Szenen, die stärker auf den Charakter Salieris und dessen Intrigen gegen Mozart eingehen. Rein inhaltlich aber, haben diese Einschübe keinen Einfluß auf den bereits bekannten Ablauf der Original-Fassung. Auch die deutsche Synchronisation des Films ist nicht mehr ganz so gut wie bei der ersten Übersetzung.

Man kann sich den Hauptfilm auch wahlweise mit Audiokommentar ansehen. Auf der zweiten DVD gibt es noch eine Dokumentation zu den Produktionsphasen des Films.

Für Freunde von klassischer Musik ist dieser Film ein Muß. Für alle anderen auch!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Film mit Schwächen, 1. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Amadeus [Blu-ray] [Director's Cut] (Blu-ray)
Bild und Ton gut (gut umgesetzt in Blu-ray), Film gut - habe ich schon mehrfach gesehen. Hat aber eine wesentliche Schwäche: Die Opern werden auf englisch(!) gesungen. Das ist lächerlich, weil Mozart-Opern-Texte auf Deutsch oder Italienisch gechrieben sind und in Wien sicher auch nur auf deutsch oder italienisch aufgeführt werden. Besonders lächerlich ist die englische Singweise, wenn eine Filmszene zuvor gerade diskutiert wurde, dass die erste Oper, die Mozart für den Kaiser komponieren soll, entweder auf deutsch oder italienisch zu verfassen sei und sich der Kaiser für deutsch entscheidet. Das muss auch ein amerikanisches Publikum einsehen können (und wird es auch). Ist aber auch die einzige Schwäche in dem Film, ansonsten fesselt die Handlung, wenn man dem Märchen bereitwillig folgt, dass Salieri die übergroße Vaterfigur Leopold nutzt um Mozart in den Tod zu treiben. Schauspielerisch m. M. nach - insbesondere Salieri - herausragend.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach nur phantastisch - von Anfang bis zum Ende!, 22. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Amadeus [Blu-ray] [Director's Cut] (Blu-ray)
Die optische Qualität der bluray hat mich völlig überzeugt, optisch und klanglich hervorragend!
Zwar hat die Story mit der Realität von Mozarts Leben ganz offenbar wenig zu tuen, der Film ist aber in allen Phasen einfach nur phantastisch:
Die tolle Geschichte, die von Mozarts angeblichem Feind Salierei als Retrospektive erzählt wird, wird immer wieder von Ausschnitten seiner Werke ergänzt - einfach ein super toller Film, der mich bis zum Ende völlig in seinen Bann gezogen hat: story, optisch und akustisch!
Das ist eine der wenigen DVD bzw. bluray, die ich sicherlich mehrfach ansehen werde!

Ich schaue mittels eines full-HD beamers (Epson EH TW3000), der auf eine 300cm breite (!) Leinwand projeziert
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Amadeus - Director's Cut (2 DVDs)
Amadeus - Director's Cut (2 DVDs) von Milos Forman (DVD - 2003)
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